Verwaltungsfachleute kritisieren BVV2 Art.17a
Der Verband der Verwaltungsfachleute für Personalvorsorge VVP wendet sich in seiner Stellungnahme zu den geplanten Aenderungen der Verordnungen AHVV und BVV2 (Modernisierung der Aufsicht) insbesondere gegen den neuen Verordnungsartikel 17a der BVV2, der Regelungen zur Uebernahme von Rentnerbeständen enthält, welche von der VVP als nicht praxisgerecht kritisiert wird. Der VVP schreibt:
Als problematisch erachten wir den angedachten neuen Verordnungsartikel (BVV2) Art. 17a (Ausreichende Finanzierung) und zwar aufgrund Absatz 1 lit. c, Absatz 2 und 3. Aus fachlicher und theoretischer Sicht ist es nachvollziehbar bzw. selbstverständlich, dass für die Erfüllung einer «ausreichenden Finanzierung» eine genügende Wertschwankungsreserve vorhanden sein muss. Die Vorgabe bzw. Definition einer genügenden Wertschwankungsreserve (auf dem Rentnerbestand) überschiesst das Ziel aus unserer Sicht jedoch deutlich und wird unweigerlich dazu führen, dass die Übernahme von Rentnerbeständen in vielen Fällen verunmöglicht wird.
Die Übernahme von Rentnerbeständen wird künftig von grosser bzw. grösserer Bedeutung sein, vor allem aufgrund des ungebrochenen Trends der Konsolidierung in der beruflichen Vorsorge. Dieser Prozess wird unweigerlich dazu führen, dass Rentnerbestände übertragen werden (müssen). Bereits heute hat der Markt darauf reagiert, es gibt erste bzw. vermehrt Anbieter (u.a. Sammelstiftungen), welche sich diesem Thema widmen (Rentnerpool / Rentnerkassen).
Wieviel Rente zum Glück?
“Der Ruhestand in der Schweiz ist teuer. Wer immer hier gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, dürfte ihn sich aber leisten können. Für Mitglieder mancher Bevölkerungsgruppen sieht es hingegen wenig komfortabel aus”, schreibt Michale Ferber in der NZZ.
«Viele Menschen stehen vor der Frage, ob sie nach der Pensionierung in der Schweiz bleiben und sich einschränken sollen – oder ob sie ins Ausland gehen oder zurückgehen», sagt Laurent Schlaefli, Chef der Vorsorgeeinrichtung Profond und Präsident von Inter-Pension, dem Verband der unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen. Für viele ist es auch eine Option, nach der Pensionierung weiterzuarbeiten.
Dabei spielt eine Rolle, dass viele Pensionskassen aufgrund der jahrelangen Tiefzinsphase sowie der demografischen Entwicklung in den vergangenen Jahren die Umwandlungssätze und damit die Renten gekürzt haben.
Die PKs und der CO₂-Ausstoss ihrer Immobilien
pw. SRF überschreibt einen Beitrag von Mitte Juli mit: “Liegenschaften von Pensionskassen verschleudern viel CO₂”. Der Titel ist allerdings etwas verwirrend, weil mit “verschleudern” gemeinhin Verschwendung gemeint ist, was hier wohl nicht der Fall ist.
Die Verwirrung wird dann noch etwas grösser im weiteren Verlauf des Textes, wo es dann heisst: “SRF wollte von grossen Pensionskassen wissen, wo sie mit ihren Liegenschaften in energietechnischer Hinsicht stehen. Donato Scognamiglio vom Immobilien-Beratungsunternehmen Iazi hat für SRF die Umfrage analysiert: «Es ist eine sehr spannende Umfrage. Es sind Zahlen, die wir in dieser Form noch nie gesehen haben.»
“Die Ergebnisse der Umfrage machten deutlich, dass alle angefragten Pensionskassen bemüht seien, den CO₂-Ausstoss ihrer Immobilien zu senken: «Es sind nicht mehr nur Greta oder Jungs, die sich irgendwo ankleben – die Message ist bei den Immobilienportfolio-Managern angekommen.» So schlimm, wie der Titel suggeriert, ist es also nicht. Aber irgendwie kritisieren wollte man offenbar.
Weiter heisst es dann: “Trotz Engagement ist der Handlungsbedarf gross. Die Umfrage zeigt, dass der Anteil von Öl- und Gasheizungen nach wie vor hoch ist: Er liegt bei fast allen Pensionskassen über dem Schweizer Schnitt von 58 Prozent. Donato Scognamiglio führt das darauf zurück, dass die Pensionskassen zum Teil viele Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren in ihrem Besitz haben.”
Der ASIP hat den Text mit neuem Titel auf seiner Website aufgenommen.
Das Anlageeinmaleins der PKs und die Zinsen
Lukas Riesen von PPCmetrics bestätigt im “Rendez-Vous” von Radio SRF dass steigende Zinsen für die Pensionskassen gut sind, die Senkung des Umwandlungssatzes aber dennoch notwendig bleibt. Die weiteren Ausführungen der Moderatorin bringen auch dem dürftig informierten Zuhörer nicht viel. Und wer etwas mehr weiss, wird schon während der Anmoderation bei der Bemerkung, dass der dritte Beitragszahler in den letzten Jahren ausgefallen ist, ins Grübeln geraten.
Strukturierte Produkte und Derivate für Pensionskassen
(SSPA). Nachhaltige Anlageergebnisse sind für Pensionsfonds in einem schwierigen Marktumfeld von entscheidender Bedeutung. Seit das Kostentransparenzkonzept der SSPA von der OAK 2019 akzeptiert wurde, gelten Strukturierte Produkte für Pensionskassen als kostentransparent.
Das Handbuch «Strukturierte Produkte und Derivate für Pensionskassen» wurde von der SSPA herausgegeben und beinhaltet Beiträge von Prof. Dr. Heinz Zimmermann, Universität Basel, von Ülkü Cibik, Counsel bei MLL Meyerlustenberger Lachenal Froriep und von der Redaktion des Anlegermagazins «payoff». Die Leser werden in fünf Kapiteln neben Rahmenbedingungen und anlagepolitischen Implikationen auch das Risikomanagement sowie rechtliche Aspekte des Einsatzes Strukturierter Produkte nähergebracht.
“Die aktuelle BVG-Reform rennt nicht nur offene Türen ein, sondern verstärkt auch die Generationenungerechtigkeit”
Der Schweizer Think Tank äussert sich kritisch zur BVG-Revision, die im März kommenden Jahres zur Abstimmung kommt.
Die Reform BVG 21 geht auf ein Problem ein, das bereits vor einem Vierteljahrhundert erkannt wurde. Doch in der Zwischenzeit wenden 91% aller Kassen einen Umwandlungssatz an, der unter dem BVG-Mindestsatz liegt. 88% der Vorsorgeeinrichtungen haben den Koordinationsabzug entweder abgeschafft oder flexibilisiert. Die Politik versucht nun, so gut es geht auf den bereits abgefahrenen Zug aufzuspringen. Doch der Preis dafür ist hoch.
Es stimmt zwar, dass die jüngste Reform die Querfinanzierung der Rentner durch die aktiven Beitragszahler um 400 Millionen Franken pro Jahr verringert. Doch die im Gegenzug vereinbarten Kompensationsmassnahmen werden die Erwerbstätigen jährlich 800 Millionen Franken kosten. Es ist wie ein verkehrtes Sonderangebot: Statt «zwei für eins» bezahlt man zwei Artikel, bekommt aber nur einen. Die Reform rennt nicht nur offene Türen ein, sie verstärkt auch noch die Generationenungerechtigkeit.
Deutsche Rentenkasse vor dem Kollaps, Staatsfonds als Rettung
Weil der gesetzlichen Rentenversicherung das Geld ausgeht, fordert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eine umfassende Reform und den Aufbau eines staatlichen Rentenfonds. Doch die «Ampel» zögert. Die NZZ schreibt:
«Um das System am Laufen zu halten, müssten die Beitragssätze in den kommenden Jahrzehnten ständig steigen», sagte Martin Werding der NZZ, eines der fünf Mitglieder der Expertenkommission. Gleichzeitig müsste das Sicherungsniveau für die Rentner abgesenkt werden. «Das heisst: Am Ende gibt es nur Verlierer.» Mit einer höheren Erwerbsbeteiligung, einer längeren Lebensarbeitszeit und einem stärkeren Zuzug ins Land könnten zwar die schlimmsten Auswirkungen des demografischen Wandels etwas abgefedert werden.
«Letztlich führt aber nichts an einer umfassenden Rentenreform vorbei», sagt Werding warnend. Das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung, bei dem die Beiträge der Arbeitnehmer direkt an die Rentner ausgezahlt werden, müsse um eine verbesserte kapitalgedeckte Altersvorsorge ergänzt werden. Wie eine solche Reform aussehen könnte, haben vier der fünf Wirtschaftsweisen, neben Werding noch Veronika Grimm, Ulrike Malmendier und Monika Schnitzer, jetzt in einem Gastbeitrag für die «Zeit» festgehalten.
OAK: Rücktritt von Direktor Hüsler
Die Ob
eraufsichtskommission BV sucht in der neusten Ausgabe des vps.epas-Newsletters per 1.1.2024 einen “Direktor/in Sekretariat”, woraus zu schliessen ist, dass Direktor Manfred Hüsler, seit 2011 bei der OAK, auf Ende Jahr zurücktritt – was so auch bestätigt wird. Hüsler, Jahrgang 1961, wuchs im Kanton Solothurn auf, studierte Jus an der Uni Bern und war in diversen Funktionen seit 1990 beim Bund beschäftigt, seit 1997 beim Bundesamt für Privatversicherungen.
13. AHV-Rente? Her damit!
Eine erste, damit noch wenig aussagekräftige Umfrage, zeigt, dass bei einer Mehrheit wenig Hemmungen bestehen, eine 13. Rente aus der unterfinanzierten AHV zu beziehen. Und passend dazu besteht ebenso wenig Lust, das Referenzalter zu erhöhen, wie es die Initiative der Jungfreisinnigen vorsieht. Die Teilzeit-Gesellschaft hat es eben gerne bequem. Ob die Rechnung aufgeht? Der Tages-Anzeiger schreibt:
Die 13. AHV-Rente erhält unerwartet hohe Zustimmung – nicht nur bei der linken Wählerschaft, sondern auch im bürgerlichen Lager. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von «20 Minuten» und Tamedia. Insgesamt 68 Prozent der Befragten unterstützen die zusätzliche Monatsrente. Nur 26 Prozent lehnen die SGB-Initiative ab. Überraschend hoch ist die Zustimmung mit 70 Prozent bei der SVP-Basis.
Der Ja-Anteil bei Mitte-Wählern beträgt 62 und bei der GLP 57 Prozent. Und sogar 50 Prozent der FDP-Anhänger sagen Ja zur Gewerkschaftsinitiative, wobei der Fehlerbereich hier bei plus/minus 3 Prozent liegt. Die Wählerschaft der SP sagt mit 84 Prozent Ja, jene der Grünen mit 76 Prozent.
Hypotheken-Marktstudie 2022 von Moneypark
(Moneypark) Der Hypomarkt wächst im Jahr 2022 um weitere 3.4 Prozent (CHF 39 Mia.) auf CHF 1’211 Mia. Die grossen Gewinner sind die Banken, abgesehen von den Grossbanken, welche auf Vorjahresniveau bleiben. Die Versicherungen gehören zu den Verlierern, welche erneut (gewollt) Hypothekarvolumen abgeben – diesmal satte 3 Prozent.
Kantonalbanken legen erneut massiv zu: Mit einem Wachstum von 5.1 Prozent übertreffen die Kantonalbanken das Wachstum des Vorjahrs (5%) nochmals leicht. Versicherungen bauen stark ab: Die Versicherungen haben 2022 2.9 Prozent ihres Hypothekarvolumens verloren. Eine Reduzierung der Portfolios war sicherlich geplant, allerdings sehen wir im laufenden Jahr sehr kompetitive Angebote von Versicherungen, was darauf hindeuten könnte, dass sie beim Abbau überschossen haben und nun Marktanteile zurückgewinnen wollen.
Swisscanto PK-Monitor Q2 2023
(Swisscanto) Die geschätzten Deckungsgrade der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen konnten sich im zweiten Quartal leicht erholen. Zu verdanken war dies der dynamischen Entwicklung an den Finanzmärkten. Die grössten Renditebeiträge lieferten Aktien, während sich das Bild bei Obligationen etwas uneinheitlicher zeigte. Eine durchschnittliche Schweizer Pensionskasse weist im zweiten Quartal 2023 eine positive Performance von 1,43 % auf.
Die privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen konnten auch im zweiten Quartal 2023 von der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten profitieren. Mit einem geschätzten Deckungsgrad von 113,6 % (Vorquartal 112,5 %) sind die Deckungsgrade der privatrechtlichen Kassen von den Höchstständen Ende 2021 (122,1 %) immer noch weit entfernt. Immerhin hat sich das Bild nach dem Knick Ende 2022 für alle Vorsorgeeinrichtungen wieder etwas aufgehellt (Abbildung 1).
Auseinandersetzung um die Rentenmodelle der BVK
Die Zürcher BVK hat kürzlich zwei neue Rentenmodelle vorgestellt, welche beim VPOD nicht gut angekommen sind. Der Tages-Anzeiger hat jetzt das Thema aufgegriffen und zitiert Jorge Serra (VPOD) und Roger Baumann (c-alm).
Jorge Serra, Sekretär bei der Gewerkschaft VPOD und Präsident von PK-Netz, einer gewerkschaftsnahen Interessenorganisation in der beruflichen Vorsorge, übt harte Kritik. «Die Behauptung der BVK, dass man direkt nach der Pensionierung mehr Geld benötige, ist falsch», sagt er. Die tiefere Rente beim Modell «Dyna» führe dazu, dass ab dem Alter von 75 Jahren vermehrt Kosten auf den Staat und somit auf die Steuerzahler abgeschoben würden.
Auch angesichts der steigenden Teuerung sei es unsinnig, die Pensionskassenrente schrittweise zu senken: «So bleibt Rentnerinnen und Rentnern noch weniger Geld, als sie real ohnehin schon verlieren.» Serra befürchtet, dass die neuen Modelle der BVK in der gesamten Branche zu einer Weichenstellung mit mehr individuellen Modellen führen. «Die Folge sind steigender Beratungsaufwand und Verunsicherung bei der Wahl des Rentenmodells.» Die Stärke der beruflichen Vorsorge sei die kollektive Versicherung. Deshalb sei eine Individualisierung die falsche Entwicklung.
Roger Baumann, Pensionskassenexperte und Gründungspartner der Pensionskassenberaterin C-Alm, sieht das weniger dramatisch. Er bestätigt zwar, dass die BVK «das Eis bricht» und somit den Weg frei macht für den Trend hin zu flexibleren Rentenmodellen. Sammeleinrichtungen würden sich vermehrt mit solchen Angeboten im Wettbewerb positionieren. Doch im Vergleich zum bereits heute flächendeckend erlaubten Kapitalbezug sind die neuen Modelle nach Ansicht Baummanns für die Versicherten «harmlos».
Deckungsgrad bei 72 Prozent
(Institutional Money) Die Assets von CalPERS, dem vielbeachteten Pensionsfonds der öffentlich Bediensteten von Kalifornien, beliefen sich zur Jahresmitte 2023 auf 462,8 Milliarden US-Dollar. „Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen institutionelle Anleger immer noch konfrontiert sind, konnten wir uns weiterhin auf die Erfüllung der langfristigen Rentenversprechen gegenüber unseren Mitgliedern und ihren Familien konzentrieren“, sagte CEO Marcie Frost.
Die vorläufige Nettoanlagerendite von 5,8 Prozent steht im Gegensatz zum vorangegangenen Geschäftsjahr, als die globale Finanzvolatilität zum ersten negativen Nettoertrag des Fonds seit der Großen Rezession führte. Unter Berücksichtigung des Rechnungszinses von CalPERS von 6,8 Prozent – vergleichbar mit einer angenommenen jährlichen Rendite – und der vorläufigen Rendite 2022–23 von 5,8 Prozent liegt der geschätzte Deckungsgrad nun bei 72 Prozent.
Im neuen Anlagebericht übertrafen gelistete Aktien alle anderen Anlageklassen mit einer geschätzten Rendite von 14,1 Prozent im Geschäftsjahr 2022–23. Diese Vermögenswerte machen etwa 45 Prozent des Gesamtfonds aus.
Wenig Interesse an Krypto
Nima Pouyan, Head of Invesco Institutional & ETF Switzerland and Liechtenstein, hat Cash ein Interview zum Thema Pensionskassen und Kryptowährungen gegeben Auszüge:
Welche Bedeutung hat die Blockchain-Technologie für Schweizer Pensionskassen?
Nima Pouyan: Die Blockchain-Technologie ermöglicht eine transparente und sichere Verwaltung von Transaktionen und Daten. Dies kann den Verwaltungsaufwand für Pensionskassen reduzieren und die Effizienz steigern. Die dezentrale Natur der Blockchain-Technologie erschwert auch das Eindringen und die Manipulation von Informationen. Darüber hinaus können Smart Contracts auf der Blockchain bestimmte Prozesse automatisieren, was Zeit und Kosten spart. Beispielsweise könnten Rentenzahlungen automatisch und vertragsgemäss ausgeführt werden.
Sind Kryptos ein Invest-Thema für Pensionskassen?
In unseren Gesprächen mit Pensionskassen spüren wir weniger ein Interesse an Kryptowährungen selbst als an der Krypto-Infrastruktur und den Ökosystemen. Pensionskassen investieren langfristig und setzen deswegen frühzeitig auf Megatrends, die künftig hohe Renditen bieten könnten. Also statt in volatile Kryptowährungen zu gehen, investieren sie in Unternehmen aus dem Halbleiterbereich, die für Mining-Firmen tätig sind, oder in gelistete Mining-Unternehmen und Krypto-Exchanges. Viele dieser Unternehmen kommen aus Japan, Korea oder den USA.
Warum sollten Pensionskassen dann überhaupt investieren?
Weil digitale Assets den langfristig orientierten Investoren attraktive Renditen bieten – aber bei einer hohen Volatilität. Ein wichtiger Faktor für das Investment ist daher, dass solche Instrumente und Währungen gewählt werden, die eine hohe Liquidität ermöglichen beziehungsweise stark nachgefragt sind. So können etwa Exchange Traded Products auf Bitcoin und Ethereum schnell gehandelt werden im Vergleich zu Direktinvestments in Kryptowährungen.
PKSW: Dauerbrenner für die Politik
Der Landbote hat mit dem PK-Spezialisten Markus Moor von der ZHAW ein Interview zu den Problem der städtischen Pensionskasse Winterthur geführt. Die finanzielle Lage der städtischen Pensionskasse PKSW hat sich wieder ein klein wenig verbessert. Im zweiten Quartal hat sie auf ihre Anlagen eine Rendite von 1,3 Prozent erzielt. Der Deckungsgrad stieg auf 95 Prozent. Stiftungsratspräsidentin Marianne Fassbind spricht von einem guten ersten Halbjahr. Finanziell ist die PKSW allerdings noch längst nicht über dem Berg. Der Stadtrat hat im Frühling ein 120-Millionen-Paket geschnürt, mit dem er die Kasse ausfinanzieren will. Auszüge:
Herr Moor, an der ZHAW haben Sie den Fall der Pensionskasse der Stadt Winterthur eingehend diskutiert. Was macht den Fall PKSW für Sie so interessant?
Markus Moor: Es ist eine mittelgrosse öffentlich-rechtliche Kasse mit langer Vorgeschichte und einigen Zwischenetappen, die dem Fall auch eine politische Dimension geben. Dazu gehörte zuletzt auch, dass der Auftrag neu ausgeschrieben wurde, wer künftig die Versicherungs- und Vorsorgeleistungen für die städtischen Angestellten erbringen darf. Den Zuschlag hat bekanntlich die PKSW erhalten. Dann war die Politik wieder am Zug, und der Stadtrat hat im Frühling eine Lösung vorgeschlagen, mit welchen Massnahmen man die Kasse wieder aus der Unterdeckung führen und finanziell wieder auf eine solide Grundlage stellen kann. Das haben wir uns natürlich auch genauer angeschaut.







