Die Sonderpublikation Nr. 52 des Schweizer Monat hat die Folgen des demographischen Wandels auf die Altersvorsorge zum Thema. Sie kann für 10 Fr. bestellt werden.
Publikation Monat
Die Sonderpublikation Nr. 52 des Schweizer Monat hat die Folgen des demographischen Wandels auf die Altersvorsorge zum Thema. Sie kann für 10 Fr. bestellt werden.
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Felix E. Müler, ehemaliger Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», plädiert in seinem Buch «Schafft die Pensionierung ab*» für eine umfassende Liberalisierung des Rentensystems. Alle sollten selbst bestimmen dürfen, wie lange sie arbeiten. Auszüge aus einem Interview mit Müller im Tages-Anzeiger:
Herr Müller, vergangenes Jahr haben mehr als 74 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Erhöhung des Rentenalters abgelehnt. Sie fordern nun in einem Buch, die Pensionierung gleich ganz abzuschaffen. Sind Sie unter die Utopisten gegangen?
Die Debatte über die Anhebung des Rentenalters ist ein Irrläufer. Es wird dafür niemals eine Mehrheit geben. Stattdessen sollte man das ganze System radikal liberalisieren. Das ist keine Utopie, sondern ein rationaler Vorschlag.
Was meinen Sie mit «radikal liberalisieren»?
Jeder Mensch soll selber entscheiden können, in welchem Alter er in den Ruhestand tritt. Mit diesem Ansatz würde die fruchtlose Debatte um die Erhöhung des Rentenalters endlich beendet.
Aber mehrheitsfähig ist Ihr Vorschlag erst recht nicht.
Da bin ich mir nicht so sicher. Das Angebot, dass jemand das Ende seiner Erwerbsphase in Absprache mit dem Arbeitgeber selbst bestimmen kann, ist durchaus attraktiv. Die Erwerbstätigen könnten in einem grösseren Ausmass frei über ihr Leben verfügen, als dies im Moment möglich ist.
Was spricht dafür, die Pensionierung abzuschaffen?
Es ist erstens ein volkswirtschaftlicher Unsinn, gesunde und arbeitsfähige Leute mit 65 zwangsweise in den Ruhestand zu schicken. Das gilt besonders in Zeiten, in denen ständig über Fachkräftemangel geklagt wird. Zweitens würden laut Umfragen nahezu die Hälfte der Beschäftigten gerne weiterarbeiten, können dies aber nicht, weil es ihnen der Arbeitgeber verunmöglicht oder weil es steuertechnisch ein Nachteil ist. Hinter dem heutigen System steckt auch eine völlig falsche Einstellung zum Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit.
Mit BVG-Basiswissen liegt ein Lehrmittel vor, das den komplexen und vielschichtigen Tätigkeitsbereich der beruflichen Vorsorge in der Schweiz strukturiert und klar nachvollziehbar erklärt.
Es behandelt umfassend Themen von den BVG-Grundlagen über die Alters- und Hinterlassenenvorsorge, Invalidenvorsorge, Leistungskoordination und Versicherungstechnik bis hin zu Vermögensanlagen und Steuern in der beruflichen Vorsorge, Organisationsformen oder der Unternehmensberatung.
Der Autor Urs Schaffner verbindet fundiertes theoretisches Wissen mit langjähriger Praxiserfahrung. Die klar verständlichen Texte werden durch zahlreiche Grafiken ergänzt. Anschauliche Beispiele gewährleisten den Praxisbezug. Die Lernfortschrittkontrolle wird durch Zusammenfassungen und Repetitionsfragen zielgerichtet unterstützt.
Dieses Lehrmittel eignet sich als Grundlage für die Ausbildung zur /zum dipl. Beraterin / Berater Berufliche Vorsorge IAF sowie für verschiedene Zertifikate und Fachausweise im Sozialversicherungsbereich. Es eignet sich für den Einsatz im Unterricht ebenso wie für das Selbststudium. Für Fachleute dient «BVG-Basiswissen» als praktisches Nachschlagewerk für alle erdenklichen Fragestellungen.
Mit seiner übersichtlichen Gestaltung und der allgemein verständlichen Darstellung der vielen Aspekte der 2. Säule im Rahmen der sozialen Sicherheit kann das Werk wärmstens empfohlen werden.
Urs Schaffner: BVG-Basiswissen, compendio, 240 Seiten, 80 Fr.
Das Smartbook «Die Schweiz sorgt vor» will das Schweizer Rentensystem für Laien verständlicher machen. Die Herausgeberin fintool schreibt dazu:
Die Leute merken langsam, dass die auf uns zukommenden demographischen Probleme zu einer strukturellen Herausforderung für unsere Altersvorsorge werden. Entsprechend ist unser 3-Säulen-System nicht nur in aller Munde, sondern auch weit oben auf der politischen Agenda.
Aber natürlich finden sich die entsprechenden Themen nicht gerade an der Spitze der Interessen-Prioritäten der meisten Leute. Trocken, schwerfällig, kompliziert, mühsam.
Im vorliegenden SmartBook erläutern die Autoren die wichtigsten Elemente des Systems mit Hilfe von Text, Video und Podcasts in möglichst verständlicher Sprache. Nur wenn die Bevölkerung die Grundprinzipien des Systems versteht, können die Bürger die in den nächsten Jahren anstehenden Fragen und Abstimmungen als informierte Bürger angehen.
Das Buch kann für 43 Fr. bei fintool bestellt werden.
Das BSV hat die Publikationsserie mit Basisinformationen zu den Sozialversicherungen abgeschlossen. Eine soeben erschienene Broschüre erklärt die Übergangsleistungen für ältere Arbeitslose. Vorgelegen haben bislang Publikationen zur Altersvorsorge, zur Invaliditätsvorsorge, die Ergänzungsleistungen, die Erwerbsersatzordnung sowie zu den Familienzulagen.
Die Publikationen der Serie «Ein bewährtes System einfach erklärt» vermitteln grundlegende Informationen zu den einzelnen Sozialversicherungen sowie deren Funktionsweise und Zusammenspiel im System der sozialen Sicherheit. Alle Broschüren sind elektronisch abrufbar und können in gedruckter Form bestellt werden.
(SSPA). Nachhaltige Anlageergebnisse sind für Pensionsfonds in einem schwierigen Marktumfeld von entscheidender Bedeutung. Seit das Kostentransparenzkonzept der SSPA von der OAK 2019 akzeptiert wurde, gelten Strukturierte Produkte für Pensionskassen als kostentransparent.
Das Handbuch «Strukturierte Produkte und Derivate für Pensionskassen» wurde von der SSPA herausgegeben und beinhaltet Beiträge von Prof. Dr. Heinz Zimmermann, Universität Basel, von Ülkü Cibik, Counsel bei MLL Meyerlustenberger Lachenal Froriep und von der Redaktion des Anlegermagazins «payoff». Die Leser werden in fünf Kapiteln neben Rahmenbedingungen und anlagepolitischen Implikationen auch das Risikomanagement sowie rechtliche Aspekte des Einsatzes Strukturierter Produkte nähergebracht.
Die Zeitschrift “Schweizer Monat” hat in Zusammenarbeit mit Valitas eine Beilage zum Thema Altersvorsorge und Sozialversicherung zur Februarausgabe herausgegeben.
Dabei wird auch allerhand Kritik am herrschenden System geübt. Adriano Lucatelli, Gründer und CEO des Fintech-Unternehmens
Descartes, etwa träumt von einer individualisierten und digitalisierten Vorsorge nach amerikanischem Vorbild. In seinem Beitrag schreibt er:
Mit digitalen Lösungen lässt sich eine Optimierung des Portfolios hinsichtlich Lebensphase und Alter kostengünstig und effizient bewerkstelligen. Es ist keine Rocket Science. In dieser Hinsicht ist das Schweizer Pensionskassensystem ein ziemlicher Horror. Finanzwirtschaftlich gesprochen: Die Stiftungsräte oder ihre Beauftragten maximieren nicht den Erwartungswert des Alterskapitals eines 30-Jährigen bei der Pensionierung. Sie maximieren den Erwartungswert des Alterskapitals des durchschnittlichen Versicherten ihrer Pensionskasse.
Das Praktikerhandbuch von Aon enthält die Gesetze und Masszahlen der beruflichen Vorsorge und weitere Dokumente wie Weisungen des Bundesrates zur Behebung von Unterdeckungen, die Mitteilungen der Oberaufsichtsbehörde, die ASIP-Charta, die Fachrichtlinien der Schweizerischen Kammer der Pensionskassenexperten und die Rechnungslegungsnormen (FER 16, FER 26, IAS 19).
Das Handbuch, das auf Deutsch, Französisch und in einer kürzeren Fassung auf Englisch verfügbar ist, zeigt den per Ende Dezember 2022 bekannten Stand der Dokumente per 1. Januar 2023.
Die NZZ beschäftigt sich ausgiebig mit dem “Rentendebakel” von Danny Schlumpf und Mario Nottaris. Ihr Buch kommt heute (7.11.22) in den Handel. Hansueli Schöchli schreibt:
Wie haben die Schweizer Pensionskassen abgeschnitten? Die NZZ hat nachgerechnet. Als Vergleichsmassstab dienen hier die Pictet-Pensionskassenindizes von 2005. Gemäss Branchenumfragen von Swisscanto erreichten die Pensionskassen von 2006 bis 2021 eine durchschnittliche Nettoanlagerendite von 3,7 Prozent pro Jahr. Anfang 2006 betrug der durchschnittliche Aktienanteil der Anlagen rund 30 Prozent und 2021 etwa 38 Prozent.
Zu vergleichen wären somit die Kassenrenditen am ehesten mit einer Mischung der Pictet-Indizes «25 plus» und (mit etwas höherer Gewichtung) «40 plus». Abzüglich Vermögensverwaltungskosten von 0,2 Prozent pro Jahr ergibt diese Rechnung eine Index-Nettorendite von 3,7 Prozent pro Jahr – also gleich viel wie die effektive Durchschnittsrendite.
Solche Vergleiche können nicht schlüssig sein, weil kein Index die genaue Anlagestrategie der Pensionskassen spiegeln kann. Aber immerhin wird in dieser Rechnung kein dramatisches Anlageversagen sichtbar.
Die Pensionskassen stecken mittlerweile laut der jüngsten Swisscanto-Umfrage rund 30 Prozent ihrer Anlagen in Indexprodukte. Bei den Aktien schätzt Andreas Reichlin den Anteil der Indexanlagen schon auf etwa 60 Prozent. Einen aktiven Stil sehe man dagegen besonders bei den nachhaltigen Anlagen, in Nischenmärkten sowie in Bereichen, in denen passives Investieren gar nicht möglich sei, wie etwa Immobilien und Privatmarktanlagen.
“Regelmässig bevor im Parlament über die zweite Säule gesprochen wird, verbreiten gewisse Medien Halbwahrheiten, Falschinformationen und nicht überprüfbare Unterstellungen zur beruflichen Vorsorge. So auch heute wieder im Sonntagsblick, der über ein morgen erscheinendes Buch berichtet, das mit ebensolchen Halbwahrheiten, Falschinformationen und Unterstellungen gespickt zu sein scheint”, schreibt der ASIP zum “Rentendebakel”, das Buch von Danny Schlumpf und Mario Nottaris. Und hält zu den Behauptungen der Autoren – den Versicherten seien durch die aktiven Strategien 200 Mrd. entgangen und dies wegen des Profitdenkens der Finanzindustrie – fest:
Die erste lässt sich alleine schon dadurch entkräften, dass es 1985 noch gar keine passiven Anlageprodukte gab. Sie entstanden erst später. Dass man solche Lösungen nicht durchsetzen kann, bevor sie überhaupt existieren, müsste selbst den Autoren klar sein. Zudem war 1985 überhaupt noch nicht klar, ob eine günstige Indexierung der Praxis überhaupt funktioniert. Schliesslich waren passive Produkte früher auch weniger günstig.
Man kann nicht die heutigen Kosten für passive Produkte auf die letzten 35 Jahre applizieren, weil es solche Lösungen damals nicht gab. Hinzu kommen die oben geschilderten offenen Fragen und ein zusätzliches grosses Fragezeichen, von welcher real erwirtschafteten Rendite die Autoren beim Vergleich ausgehen.
pw. Danny Schlumpf, Wirtschaftsredaktor beim Blick, und Mario Nottaris zeigen in ihrem Buch “Das Rentendebakel”, wie “Politik und Finanzindustrie unsere Vorsorge verspielen”. Und wie wird sie verspielt? Mit der falschen Anlagestrategie.
200 oder gar 400 Mrd. grösser könnte das Anlagevermögen der Pensionskassen sein, wenn die Kassen so angelegt hätten, wie sie das nach Meinung der Autoren hätten tun sollen. Ihr einfaches Rezept: statt aktiv die Aktien konsequent passiv anlegen.
Die 200 Mrd. beziehen sich auf eine Strategie mit 40 Prozent passiver Aktien-Anlagen, 400 Mrd. bei einem entsprechenden Aktienanteil von 60 Prozent, hochgerechnet seit 1985.
Dass es anders kam, ist natürlich der Profitgier der Finanzindustrie anzulasten, welche den Versicherten die Renten klaut. Und warum kann sie schalten und walten und abzocken wie sie will? Weil im Parlament genug Volksvertreter sitzen, welche dabei mitverdienen, als Verwaltungsräte, als Stiftungsräte, als Präsidenten von Anlagestiftungen und Stiftungsräten.
Insgesamt eine ziemlich steile These, die da vertreten wird und wie üblich bei solcher Art Fundamentalkritik beruhend auf einem banalen manichäischen Weltbild von den bösen Banken und den guten Kassen und ihren Versicherten. Die Banken wollen natürlich, dass aktiv angelegt wird, weil sie dann die entsprechend horrenden, anfallenden Kosten verrechnen können.
Und wie kommen wir aus dem System heraus? Ganz einfach: indem das Parlament per Gesetz vorschreibt, dass die Kassen 40 oder besser noch 60 Prozent des Vermögens passiv als Aktien anlegen. Problem gelöst. Wer noch Fragen hat, darf im Buch “Das Rentendebakel” nach den Antworten suchen, das ab 7. November in den Buchhandlungen erhältlich ist.
Blick-Artikel / WOZ / Kommentar ASIP
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Am 27 |
Das PK-Netz hat einen Leitfaden veröffentlicht, der sich an die Stiftungsräte wendet und Empfehlungen zu Massnahmen in der aktuellen Finanzmarkt-Lage gibt. Dazu heisst es in einer Mitteilung:
Es stellt sich die Frage, was jetzt auf Kassenebene zu tun ist, um im Interesse der Versicherten auf das neue Umfeld zu reagieren. Sicher ist: Es darf nicht zugewartet werden. Denn Gabriela Medici vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB warnte bereits im Juli in der Schweizer Personalvorsorge vor einer drohenden Verlierergeneration.
Der PK-Netz Leitfaden ist ein Arbeitsinstrument für Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte. Als Plattform der Arbeitnehmenden setzt das PK-Netz den Fokus auf das Leistungsniveau und die Beiträge, die für die Versicherten in allen Einkommensklassen zumutbar sein müssen – oder mit anderen Worten auf das sog. Preis-/Leistungsverhältnis des Vorsorgeangebotes.
Mit dieser Perspektive können im Stiftungsrat Anträge gestellt werden, die der jeweiligen altersabhängigen Betroffenheit der Versicherten Rechnung tragen.
Der Jahresbericht «Sozialversicherungen 2021» beinhaltet im Sinne einer Gesamtübersicht aktuelle Informationen zu den Sozialversicherungen, einen Überblick über die jüngsten politischen Diskussionen und die sich bietenden Perspektiven. Er gibt Auskunft über die neuesten Kennzahlen der einzelnen Sozialversicherungen und stellt Querbezüge zwischen den verschiedenen Sozialversicherungen dar. Ausserdem vermittelt er eine Gesamtsicht über die anstehenden Herausforderungen und zeigt auf, mit welchen Strategien der Bundesrat diesen begegnet und welche Massnahmen dazu erforderlich sind.