Arbeitsbedingungen im europäischen Vergleich
(Seco) 23 Prozent der Angestellten in der Schweiz stellten 2021 eine Gefährdung der Sicherheit oder Gesundheit wegen der Arbeit fest. In Europa waren dies deutlich mehr (34%). Eine Mehrheit der Schweizer Angestellten berichtete von Belastungen für den Bewegungsapparat (55%) und einem hohen Arbeitstempo (59%). Demgegenüber waren die Entscheidungsfreiheit (57%) sowie die Mitsprache am Arbeitsplatz (65%) weit verbreitet. Ausserdem war der Gesundheitszustand der Schweizer Angestellten gut im europäischen Vergleich.
Swiss Life: Vom Versicherer zum Vermögensverwalter
Inside Paradeplatz schreibt über die internen Verwerfungen der Swiss Life, wo die Bemühungen zur weiteren Verstärkung des Vermögensverwaltungsgeschäfts durch die Erkrankung von Markus Leibundgut möglicherweise einen Rückschlag erhalten haben.
WSJ: Chinas Reproduktionsrate sinkt auf 1.09
(WSJ) A Chinese state-media report this week cited a sharp drop in the country’s fertility rate, offering a rare glimpse into China’s deepening demographic plight and highlighting the country’s increasing lack of transparency on data.
China’s total fertility rate—a snapshot of the average number of babies a woman would have over her lifetime—fell to 1.09 last year, from 1.30 in 2020, according to a study by a unit of the National Health Commission cited this week by National Business Daily, a media outlet managed by the municipal government of Chengdu, the capital of Sichuan province.
At 1.09, China’s rate would be below the 1.26 of Japan, a country long known for its aging society—throwing one of Beijing’s long-term challenges into sharp relief even as the country struggles with an economic slowdown right now.
Wohnraum für die 10 Millionen-Schweiz
Die Schweizer Wohnbevölkerung erhöht sich dieses Jahr wohl um rund 148 000 Personen – ein historischer Rekord. Das sind in bloss 12 Monaten gleich viele Menschen, wie die ganze Stadt Bern an Einwohnern zählt. Und das Wachstum geht weiter. Wo sollen die Menschen wohnen? Das NZZ Magazin hat recherchiert.
Solche Zuwachsraten sind offenbar die neue Normalität. Schon letztes Jahr kamen rund 55 000 Haushalte beziehungsweise 74 000 Personen dazu. Ende des letzten Jahres zählte die Schweiz rund 8,8 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner – ohne Flüchtlinge und Asylsuchende. Die magische Marke der 10-Millionen-Schweiz rückt damit rascher näher, als sämtliche Prognosen vorhergesagt haben.
Das Referenzszenario des Bundesamtes für Statistik (BfS) sieht für dieses Jahr nämlich einen weit moderateren Zuwachs von gut 70 000 Personen vor. In der Realität ist der Zuwachs wohl doppelt so hoch. Das BfS schreibt auf Anfrage, Sondereffekte wie die Corona-Pandemie oder die Lage in Osteuropa seien schwer vorhersehbar.
HSLU-Studie: PKs und grüne Immobilien
Ein Forschungsteam des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern hat im Auftrag der UBS eine Studie durchgeführt, um die Entwicklungen bei Investitionen von institutionellen Anlegern in Immobilien und Hypotheken zu untersuchen. Die Studie basiert auf einer breit angelegten Umfrage bei über 180 institutionellen Anlegern in der Schweiz im Mai und Juni 2023. Die Umfrage wird jährlich durchgeführt. In einer Zusammenfassung wird festgehalten:
Hypotheken sind für Anleger vorwiegend auf Grund ihrer Sicherheit, dem stabilen Einkommen und der geringen Volatilität interessant. Zudem scheinen institutionelle Investoren bei Hypotheken wie auch bei Immobilien vermehrt Direktanlagen zu bevorzugen. Eine Mehrheit der Anleger gibt zudem an, dass Hypotheken attraktiver sind als Staatsanleihen. Wie schon im letzten Jahr ist Infrastruktur die Anlageklasse, die am stärksten ausgebaut werden soll.
Trend zur ökologischen Nachhaltigkeit beschleunigt sich Gleichzeitig hat das Thema Nachhaltigkeit bei institutionellen Anlegern nicht an Relevanz verloren. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, bei Immobilienanlagen zugunsten von Nachhaltigkeit auf Rendite zu verzichten, ist im Vergleich zur letztjährigen Erhebung markant gestiegen (Abbildung).
Bei grossen Pensionskassen mit einem verwalteten Vermögen von über 500 Mio. CHF hat sich die Bereitschaft zum kurzfristigen Verzicht von 39 auf 53 Prozent erhöht – bei kleineren Pensionskassen sogar auf 60 Prozent verdoppelt. «Das Thema Nachhaltigkeit ist im letzten Jahr definitiv bei den Pensionskassen angekommen», betont Co-Autor Daniel Steffen. «Viele institutionelle Anleger haben erkannt, dass hohe Renditen ohne Investitionen in ökologische Nachhaltigkeit langfristig kaum noch realisierbar sind», sagt Steffen.
SAV: “Lohnforderungen als Traumtänzerei”
Simon Wey, Chefökonom des Arbeitgeberverbands, hat eine Analyse der Lohnsituation in der Schweiz verfasst. Es zeige sich, so Wey, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Schweiz zunehmend eintrübt. Uebertriebenen Lohnforderungen sei deshalb eine Absage zu erteilen. Zusammenfassend hält er fest:
Die Konjunktur kühlt sich empfindlich ab, was insbesondere auf eine ungünstige Geschäftslage von Be-
trieben des verarbeitenden Gewerbes und des Grosshandels zurückzuführen ist. Aufgrund nachlassender
Auslandnachfrage sind exportorientierte Firmen besonders stark vom Abschwung betroffen. Angesichts
der gestiegenen und vermutlich noch weiter steigenden Zinsen dürfte sich die Stimmung weiter eintrüben. Der Arbeitsmarkt hingegen ist weiterhin robust, wobei der Arbeitskräftemangel seinen Höhepunkt
inzwischen überschritten haben dürfte.
Höherer Referenzzins, höhere Mieten
Michael Ferber schreibt in der NZZ über die Folgen der zu erwartenden Erhöhung des Referenzzinssatzes.
Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) erhöhte den Referenzzinssatz per 1. Juni dieses Jahres zum ersten Mal, und zwar von 1,25 auf 1,5 Prozent. Doch dies dürfte nur der erste Streich gewesen sein. Der Zinssatz wird vierteljährlich erhoben und auf Viertelprozentpunkte gerundet.
Die weitere Entwicklung des Referenzzinssatzes ist schwierig vorherzusagen, sie hängt unter anderem von den weiteren Zinsentscheiden der Schweizerischen Nationalbank ab. «Aktuell werden im Referenzzinssatz immer noch viele Hypotheken berücksichtigt, die zu sehr tiefen Zinsen abgeschlossen wurden», sagt Donato Scognamiglio, Chef des Beratungsunternehmens Iazi. Darum hinke der Referenzzinssatz dem Markt hinterher.
Ausbildung für Quereinsteiger
Ende August startet Mendo mit zwei neuen Basisausbildungen für Berufs- und Quereinsteiger in der beruflichen Vorsorge: «BVG-Unternehmensberatung» und «BVG-Versichertenverwaltung». Die Lehrgänge umfassen jeweils sechs halbtätige Webinare und enden mit einem 60-minütigen digitalen Abschlusstest. Die Grundidee ist eine fachliche Einführung für branchenfremde Mitarbeitende. Die beiden Basisausbildungen vermitteln den Kursteilnehmenden in Ergänzung zum Berufsalltag eine gewisse Breite. Gemäss Mendo-Inhaber Urs Schaffner können die Kurse auch als Auffrischung des fachlichen Wissens dienen.
CS PK-Index Juli 2023
Im Berichtsmonat nimmt der Pensionskassen Index um 0,67 Punkte bzw. 0,34% zu; seine Veränderung seit Jahresanfang beträgt damit 4,22%. Per 31. Juli 2023 steht der Index bei 196,57 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000.
Der Hauptanteil an der positiven Entwicklung im Juli ist den Aktien (+0,27%) zuzuschreiben, insbesondere den Aktien Ausland (+0,19%). Die Liquidität (inklusive Devisentermingeschäften zur Währungsabsicherung) trägt 0,10% zum Monatsergebnis bei. Während Obligationen CHF einen leicht positiven Beitrag (+0,04%) erzielten, sind Obligationen FW mit -0,06% leicht negativ. Immobilien sind in diesem Monat ebenfalls leicht positiv (+0,03%), alternative Anlagen hingegen leicht negativ (-0,04%).
UBS PK-Performance Juli 2023
- Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Juli eine durchschnittliche Performance von 0,32% nach Abzug von Gebühren. Seit Jahresbeginn steht die Rendite bei 3,91 % und die annualisierte Rendite seit Publikation unseres Barometers im Jahr 2006 bei 2,97%.
- Im vergangenen Monat war die Bandbreite der Performance aller Pensionskassen 1,65 Prozentpunkten. Das beste Ergebnis (1,09%) erzielte eine kleine Pensionskasse mit verwalteten Vermögen unter 300 Mio. Das schlechteste Ergebnis (-0,56%) erzielte eine mittelgrosse Pensionskasse mit verwalteten Vermögen zwischen CHF 300 Mio. und 1 Mrd. Die geringste Performancespanne (1,31 %) wiesen die mittelgrossen Pensionskassen auf.
- Die Sharpe Ratio (der letzten 36 Monate) war mit durchschnittlich 0,47 geringer als im Vormonat (0,51). Für die grossen und mittleren Pensionskassen betrug der Wert 0,51 und für die kleinen 0,40.
Die Institutionellen und der Immobilienmarkt
Die Hypotheken wurden teurer, die Bautätigkeit bei Wohnliegenschaften flacht ab, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Wohnraum. Wie verhalten sich die Pensionskassen? Der Blick schreibt:
Das Verhalten der institutionellen Anleger ist dagegen weniger eindeutig, denn die Nachfrage der Pensionskassen nach Immobilien nimmt ab. Durch die Verluste bei den Aktien und Obligationen 2022 bei gleichzeitig positiven Immobilienerträgen – einzig die Immobilienfonds bilden hier eine Ausnahme – ist der Immobilienanteil in den Portfolios gestiegen. Teilweise wurde die obere Grenze der Bandbreite für Immobilien im Anlagereglement erreicht oder überschritten. Diese Kassen werden deshalb vorderhand keine Immobilien dazu kaufen.
Gleichzeitig sind die Renditeanforderungen an die Immobilien gestiegen, da auf den Obligationen wieder eine Rendite von 2 Prozent oder mehr erzielt werden kann. Die Transaktionspreise für Renditeliegenschaften werden deshalb unter Druck geraten, was sich mit der Zeit auch auf die Bewertung von Bestandesliegenschaften auswirken wird. Einen aktiven Abbau der Immobilien und damit verbundene Verkäufe werden die institutionellen Investoren aber nicht vornehmen. Stucki (Anlagechef der St. Galler Kantonalbank) erwartet deshalb eine «gesunde Preiskorrektur, aber keine Immobilienkrise.»
DG: Höher ist nicht immer besser
In der Handelszeitung macht sich Werner E.Rutsch Gedanken über den Deckungsgrad. Er schreibt:
So wie eine Unterdeckung nicht für jede PK die gleichen Konsequenzen hat – öffentlich-rechtliche Kassen geniessen die Sicherheit vom «Sponsor», das heisst, der öffentlichen Hand –, ist auch die Struktur einer Kasse entscheidend für ihre finanzielle Stabilität.
Ein höherer Anteil an Rentnerinnen und Rentnern im Vergleich zu den Arbeitnehmenden schränkt die Handlungsfähigkeit einer PK im Unterdeckungsfall ein, da garantierte Renten nicht gekürzt werden können. Bei einem geringeren Rentneranteil hingegen hat die Kasse mehr Optionen und bessere langfristige Zukunftsperspektiven.
Gopfried Stutz hört auf
Nach sechseinhalb Jahren und 346 Kolumnen hört der «Gopfried Stutz» alias Claude Chatelain auf. Seine Erkenntnisse zu Vorsorge, Immobilien, Finanzanlagen und Versicherungen hat er in seinem letzten Beitrag im Sonntags Blick “auf den Punkt gebracht”. Claude Chatelain wird im «Unruhestand» weiterhin journalistisch tätig sein, so etwa bei der «Schweizer Personalvorsorge». Hier sein sehr nüchtern ausgefallener letzter Beitrag:
Der «Gopfried Stutz» hört auf. Entgegen seines Naturells ganz ohne Pathos. Wir rekapitulieren:
1. Säule: Geniales System im Umlageverfahren. Die Beiträge werden auf dem vollen AHV-Lohn berechnet: Die Reichen brauchen die AHV nicht; aber die AHV braucht die Reichen. Und: Werden die Jungen jemals eine AHV-Rente erhalten? Ob der AHV das Geld ausgeht, ist nicht eine finanzielle Frage, es ist eine Frage des politischen Willens.
2. Säule: Beim Kapitaldeckungsverfahren spart jeder für sich. Das funktioniert nicht mal auf dem Papier, geschweige denn in der Praxis. Sparbeiträge und Rentenberechnung sind gesetzlich festgeschrieben, was bei der steigenden Lebenserwartung nie und nimmer aufgehen kann. Zudem macht die schwammige Aufteilung in obligatorische und überobligatorische Guthaben das Ganze komplex und intransparent. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
3. Säule: Die private Vorsorge des Typs 3a wird überschätzt. Sie hat unbestrittenermassen steuerliche Vorteile, aber nur ab einem gewissen Einkommen. Beim Bezug ist eine einmalige Steuer zu entrichten, die in der Regel tiefer ausfällt als der Steuerabzug bei der Einzahlung.
Rente oder Kapital? Folgenschwerer Entscheid vor der Pensionierung. Hängt von vielen Faktoren ab. Was viele vergessen: Das Wohlbefinden dank der sicheren Rente ist häufig wichtiger als der steuerlich vorteilhaftere Kapitalbezug.
SAV: Barbara Zimmermann-Gerster neue Leiterin des Ressorts Sozialpolitik
(SAV) Das Ressort Sozialpolitik und Sozialversicherungen des Arbeitgerverbands erhält mit Barbara Zimmermann-Gerster eine neue Leiterin. Die Sachverständige in Sozialversicherungsrecht bringt langjährige Führungserfahrung und breite Kenntnisse im Bereich der Arbeitgeberpolitik mit, welche sie während ihrer Zeit beim Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) und beim Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie Swissmem sammelte. Barbara Zimmermann-Gerster folgt auf Lukas Müller-Brunner, der den Schweizerischen Arbeitgeberverband Mitte Jahr verliess, um beim Pensionskassenverband ASIP die Direktorenstelle zu übernehmen.
Vor ihrer Zeit bei Swissmem war Barbara Zimmermann-Gerster unter anderem beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport als juristische Beraterin tätig. Sie schloss ihr Lizenziat der Rechtswissenschaften an den Universitäten Zürich und Lausanne ab und besitzt ein LL.M in International and European Law der Vrije Universiteit Brussel.
Altersvorsorge für Junge
André Tapernoux, PK-Experte und Partner bei Keller Experten, hat Cash ein Interview zu Fragen der Altersvorsorge aus Sicht junger Erwerbstätiger gegeben. Auszüge:
André Tapernoux, trotz der Mini-Reform ist die AHV für die 30-Jährigen von heute alles andere als gesichert – rennen Ihnen die Jungen die Türen ein, um nun vermehrt privat für das Alter vorzusorgen?
André Tapernoux: Es suchen vermehrt auch junge Menschen Rat bei uns, häufig kommen sie auch mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin. Es stimmt: Der AHV stehen noch einige – teilweise schmerzhafte – Reformen bevor, damit die Jungen von heute in 40 Jahren noch von ihr profitieren können.
Wie sollten Junge in einem Umfeld von Krieg, Klimakrise und Inflation investieren, um für das Alter vorzusorgen?
Grundsätzlich gab es zu jeder Zeit Krisen, die grösser als alle vorhergehenden wirkten. Die Dotcom-Blase etwa hatte sich kurzfristig im Vorsorgeplan bemerkbar gemacht, langfristig haben wir bisher aber jede Krise überwunden. Was sich bei Jungen im Vergleich zu ihren Eltern verändert hat, ist, dass sie sich tendenziell früher mit der Vorsorge beschäftigen sollten. Für die Grosseltern hatten Arbeitgeber noch attraktive Pläne für Frühpensionierungen angeboten – schon für die Eltern der heutigen Jungen gilt das nicht mehr. Wer in 40 Jahren frühzeitig in den Ruhestand will, muss heute anfangen, dafür zu sparen.







