In der aktuellen Ausgabe von «AWP Soziale Sicherheit «schreibt der Chefredaktor Rolf Arpagaus: «Die Schweiz träumt von der Frühpension – und soll doch länger arbeiten!» Frühpensionierung sei ein weit verbreiteter Wunsch, scheitere aber oft an der Finanzierbarkeit. Wirtschaftsverbände forderten eine längere Arbeitszeit. Die Politik fasse das heisse Eisen aber nicht an, weil nur eine Minderheit eine generelle Erhöhung des Referenzsalters befürworte. International dürfe sich die Erwerbsquote von über 77% bei den 55 – 65 Jährigen aber sehen lassen. Über-50-Jährige hätten es nach einem Jobverlust besonders schwer, sagt er. Und konstatiert: Es liegt nicht am Wollen, sondern daran, ob es noch Stellen für diese Menschen gibt.
Umfrage
IFZ-Studie 2025 zu den SGE: die Last der Regulierung
Die alljährlich erscheinende IFZ Studie bestätigt, dass sich die Konsolidierung unter den Anbietern beruflicher Vorsorge fortgesetzt hat. Den Trend fasst der Initiator der Studie, Prof. Dr. Florian Schreiber, so zusammen: «Weg von firmeneigenen Lösungen – hin zu kollektiven Modellen». Auf der UBS-Website wird dazu weiter ausgeführt:
Hinter dem Konzentrationsprozess in der Branche verbergen sich drei strukturelle Entwicklungen:
- Erstens nimmt die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen insgesamt ab. Ende 2024 waren noch 1285 Vorsorgeeinrichtungen aktiv – ein Rückgang um mehr als ein Drittel im Vergleich zu 2012 und um mehr als 90 Prozent gegenüber der Inkraftsetzung des BVG im Jahr 1985.
- Zweitens verschieben sich die Marktanteile von kleinen Pensionskassen hin zu Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen (SGEs). Ende des Jahres 2023 standen 232 Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen (SGEs) noch 1088 übrigen Pensionskassen gegenüber (2022: 233 vs. 1120).
- Drittens werden viele der verbliebenen Marktteilnehmer grösser. Sie verwalten die Vorsorgegelder von immer mehr Versicherten. Kümmerten sich im Jahr 2008 noch drei Viertel der Vorsorgeinstitutionen um weniger als 500 aktive Versicherte, waren es Ende 2023 nur noch 54,6 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Anteil von Einrichtungen mit mehr als 10 000 aktiven Versicherten von 2,5 auf 6,4 Prozent. Eine durchschnittliche SGE umfasst 15 134 aktiv Versicherte.
More«Während sich der Markt weiter konsolidiert, verschwinden zahlreiche kleinere, firmeneigene Pensionskassen», beobachtet Florian Schreiber. «Sie können den steigenden Anforderungen an Effizienz, Regulierung und Risikomanagement kaum noch gerecht werden und schliessen sich einer Sammeleinrichtung an, die Skaleneffekte nutzt und professionelle Strukturen bietet.»
Die Bedeutung der Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen ist dadurch in den vergangenen Jahren immer grösser geworden. «Sie haben sich zu tragenden Pfeilern der beruflichen Vorsorge in der Schweiz entwickelt», urteilt Florian Schreiber.
UBS Sorgenbarometer: Altersvorsorge auf Platz 3
Die Top-Sorgen 2025/2024
(UBS) Die Schweizer Bevölkerung blickt mit zunehmender Besorgnis auf die globalen Entwicklungen: Geopolitische Konflikte, steigende Lebenshaltungskosten und ein schwindendes Vertrauen in politische Institutionen prägen die Stimmungslage. Das zeigt das aktuelle UBS Sorgenbarometer, das seit 49 Jahren den Puls der Schweizer Stimmberechtigten misst und seit 1995 von gfs.bern erhoben wird.
Mit 45% bleibt das Gesundheitswesen – insbesondere die Krankenkassenprämien – auch 2025 mit Abstand die grösste Sorge der Bevölkerung. Auf Platz zwei folgt der Umweltschutz bzw. der Klimawandel (31%), an dritter Stelle die Altersvorsorge (30%). Trotz jüngster Reformen, etwa der Einführung der 13. AHV-Rente, bleibt die finanzielle Absicherung im Alter ein Dauerbrenner.
Aktive skeptisch, Pensionierte zufrieden
Das neue «Vorsorge-Panorama Schweiz» von Swiss Life zeigt: Die Hälfte der Bevölkerung kommt finanziell einfach oder sehr einfach über die Runden – international ein hoher Wert. Eine Mehrheit schafft es, Geld auf die Seite zu legen. Rund die Hälfte hält Wertschriften. Doch die finanziellen Erwartungen an den Ruhestand sind verhalten. Zusammenfassend kann festgestellt werden:
- Paare im Rentenalter sind am häufigsten mit ihren Finanzen zufrieden (72%), Alleinerziehende im Erwerbsalter am seltensten (32%).
- 38% der befragten 18- bis 80-Jährigen nehmen ihre finanzielle Lage schlechter als vor einem Jahr wahr – vor allem wegen höherer Lebenshaltungskosten.
- Nur 17% finden, dass die Schule sie ausreichend auf Finanz-, Vorsorge- und Anlagethemen vorbereitet hat. Lediglich eine Minderheit traut sich zu, spezifische Vorsorgebegriffe wie «Koordinationsabzug» (22%) oder «Umwandlungssatz» (31%) erklären zu können.
- 62% der 18- bis 64-Jährigen können Geld auf die Seite legen. Jüngere sparen oft für Reisen oder den Hauskauf, Ältere, um den Ruhestand geniessen zu können.
- Nur 42% der 18- bis 64-Jährigen sind zuversichtlich, im Ruhestand den Lebensstandard halten zu können. Bei den Pensionierten sagen 71%, dass ihnen dies gelungen ist.
- 51% der Befragten halten im freien Vermögen Aktien, Anleihen und/oder Fonds mit gemischten Anlageklassen.
- Die Hälfte der Bevölkerung würde zusätzlich verfügbares Geld auf ein Sparkonto legen; lediglich 32% würden es investieren.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung empfindet es als einfach oder sehr einfach, finanziell über die Runden zu kommen, wie aktuelle Daten des Bundesamts für Statistik zeigen. Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz damit hinter den Niederlanden auf Platz 2.
Gleichzeitig hat selbst in der wohlhabenden Schweiz etwa ein Viertel Mühe, über die Runden zu kommen. Die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage blieb in den letzten zehn Jahren weitgehend stabil. Zwischen 2021 und 2023 nahm sie jedoch sowohl im Erwerbs- als auch im Rentenalter leicht ab.
MoreIFZ-Vorsorgestudie 2025: Trends und Probleme der SGE
Die IFZ-Studie der Hochschule Luzern mit den Umfrageergebnissen von Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen enthält eine Fülle aufschlussreicher Daten zu Stand, Entwicklung und aktuellen Fragestellungen im Bereich der SGE.
Die Studie ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil werden zentrale Herausforderungen, strategische Ansätze und die Auswirkungen von Regulierung und Vertrieb auf Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen beleuchtet. Der zweite Teil integriert erstmals die Perspektive der Broker, während der dritte Teil eine Auswertung zentraler Kennzahlen zu Leistung, Kosten und Struktur liefert. Im Vorwort wird festgehalten:
Der Trend ist eindeutig: Die Zahl der eigenständigen Vorsorgeeinrichtungen sinkt kontinuierlich, während Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen an Bedeutung gewinnen. Per Ende 2024 waren noch knapp 1300 Vorsorgeeinrichtungen aktiv – ein Rückgang um mehr als ein Drittel im Vergleich zu 2012. Gleichzeitig betreuen die SGEs heute einen deutlich grösseren Anteil der aktiv Versicherten, deren Zahl im gleichen Zeitraum um mehr als 50% gestiegen ist.
Diese Entwicklung unterstreicht den strukturellen Wandel in der zweiten Säule: Weg von firmeneigenen Lösungen hin zu kollektiven Modellen, die Skaleneffekte nutzen und professionelle Strukturen bieten.
Dabei unterscheiden sich Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen sowohl in ihrer Organisation als auch in ihrer Governance: Sammelstiftungen ermöglichen es unabhängigen Arbeitgebern, eigene Vorsorgewerke innerhalb einer gemeinsamen Plattform zu führen, während Gemeinschaftseinrichtungen typischerweise Verbandslösungen darstellen, bei denen das Vorsorgevermögen gemeinsam verwaltet wird. Beide Modelle tragen massgeblich dazu bei, die Stabilität und Effizienz des Schweizer Vorsorgesystems zu sichern.
Im limitierten zur Verfügung stehenden Rahmen dieser Meldung sei hier auf die Fragestellung «Begleiter bei der Umsetzung der Regulierung» eingegangen (eine Übersicht der Themen kann nur durch die Lektüre der Studie selbst gewonnen werden). Dazu wird u.a. ausgeführt:
MoreDie Regulierung und insbesondere deren Zunahme wird nicht erst in der diesjährigen Erhebung als eine der grössten Herausforderungen von den Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen genannt. (…) Diese Rolle wird nach Einschatzung der SGE mit Abstand am besten durch den Branchenverband inter-pension wahrgenommen wird.
Axa-Arbeitsmarktstudie 2025: KI auf dem Vormarsch
AXA Schweiz berichtet, dass die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schweizer KMU deutlich gestiegen ist und mittlerweile 34 % KI bewusst in Arbeitsprozesse integrieren, während der Anteil der Nicht-Nutzer auf 29 % gesunken ist.
Die häufigsten KI-Anwendungen sind Übersetzungen, Korrespondenz, Prozessoptimierung und Datenanalysen; die positive Wahrnehmung von KI nimmt zu, negative Einschätzungen nehmen ab.57 % der KMU mit KI-Nutzung berichten von Zeitersparnissen, Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze sind derzeit gering, aber die Anforderungen an Mitarbeitende verändern sich, insbesondere im Hinblick auf technologische Kompetenzen.
Beim Datenschutz besteht Nachholbedarf: Nur ein Drittel der KI-Nutzer hat klare Datenschutzregelungen, besonders kleine Unternehmen sind hier im Rückstand.
Die zugrundeliegende Studie wurde vom 3. bis 10. März 2025 durchgeführt und umfasst 300 KMU aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.
So vererben Schweizer ihr Vermögen
Laut Schätzungen werden 2025 in der Schweiz rund 100 Milliarden Franken vererbt oder verschenkt – ein neuer Rekord. Das VZ Vermögens Zentrum hat untersucht, wie Schweizer Haushalte ihr Vermögen weitergeben. Die Analyse von mehr als 3000 Kunden zeigt: Bei Ehepaaren liegt der Median des Vermögens bei rund 1,4 Millionen Franken. Dieses Vermögen bleibt im engsten Familienkreis – beim Ehepartner und bei den Kindern. Bei Patchworkfamilien, kinderlosen Paaren und Einzelpersonen ist der Kreis der Begünstigten dagegen offener.
MoreVermögen: Der Median des Vermögens der untersuchten Eheleute liegt bei 1,4 Millionen Franken. Das Vermögen setzt sich zusammen aus Kontoguthaben, Wertschriften, Immobilien und Beteiligungen.
Die Unterschiede sind enorm. So hinterlässt ein Viertel der Ehepaare weniger als 829’000 Franken, während ein weiteres Viertel mehr als 2,4 Millionen Franken weitergeben kann. 84 Prozent der untersuchten Personen verfügen über Wohneigentum – in der Regel ist das der grösste Teil des Vermögens.
Blackbox 2. Säule
Das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2025 zeigt zum achten Mal ein aktuelles Stimmungsbild der Schweizer Bevölkerung in Sachen Altersvorsorge. Im Vergleich zur ersten Erhebung im Jahr 2018 hat sich der Barometerwert von 587 auf 697 von 1’000 möglichen Punkten erhöht.
Der Wert setzt sich aus den drei Indikatoren Engagement, Wissen, Vertrauen sowie ökonomischen Kennzahlen zum Schweizer Vorsorgesystem zusammen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Barometerwert um 37 Punkte. Die Zunahme ist allerdings ausschliesslich den positiven ökonomischen Kennzahlen der 1. und 2. Säule zu verdanken.
Die Indikatoren Engagement, Wissen und Vertrauen nahmen alle ab und befinden sich auf ähnlichem Niveau wie im Jahr 2023. Der kurzfristige Vertrauensanstieg in die AHV im Vorjahr, mutmasslich ausgelöst durch die 2024 in Kraft getretene Reform AHV 21 und die Debatte rund um die 13. AHV-Rente, ist damit wieder verpufft.
Das geringe Vertrauen in die 1. und 2. Säule ist eng mit dem demografischen Wandel verbunden, denn er ist Haupttreiber der grössten Sorgen der Befragten in Bezug auf ihre Altersvorsorge. Am meisten Sorgen bereiten den Erwerbstätigen mit 36 Prozent weiter sinkende Umwandlungssätze.
MoreAxa Ruhestandsmonitor 2025
Die aktuelle Studie der Axa untersucht das Wissen und die Einstellung der Schweizer Bevölkerung hinsichtlich der kommenden bzw. vergangenen Pensionierung. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der persönlichen Einschätzung der eigenen finanziellen Vorsorge und der Geldanlage der Pensionskasse.
Aus dem Bereich Politik wird gefragt, ob eine Rentenreform notwendig ist und welchen Stakeholdern die Befragten vertrauen. Zudem wird die Bereitschaft, sich im Ruhestand finanziell einzuschränken abgefragt.
Im Durchschnitt erwarten Schweizerinnen und Schweizer 2025, dass rund 58% ihres letzten Lohnes durch die AHV und die PK gedeckt werden. Dieser Wert ist damit in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich angestiegen. Somit schätzen Schweizerinnen und Schweizer auch ihre finanzielle Absicherung für den Ruhestand besser ein als noch im vergangenen Jahr (2025: 6.4, 2024: 5.9).
Besonders Männer, Pensionierte und Personen aus der höchsten Kaufkraftklasse sind optimistisch. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Gefühlslage hinsichtlich der Pensionierung. Personen, die sich finanziell (sehr) gut abgesichert fühlen, freuen sich deutlich stärker auf die Pensionierung als Personen, die sich (sehr) schlecht abgesichert fühlen.
MoreStabilität trotz Krisen
Thomas Breitenmoser, Leiter Investment Controlling bei Complementa, kommentiert im Interview mit HZ Insurance Ergbeniss der Pensionskassen-Studie 2025.
Herr Breitenmoser, die Pensionskassen erzielten 2024 etwa doppelt so hohe Erträge wie im 20-Jahres-Schnitt. Wie nachhaltig sind solche Renditen?
Rückschläge sind natürlich jederzeit möglich. Aber: In den letzten 20 Jahren haben die Kassen 3,7 Prozent pro Jahr erwirtschaftet, und in 8 Jahren lag der Jahreserfolg gar über 7 Prozent. Und dies, obwohl Pensionskassen in diesem Zeitraum diverse Krisen durchlebten, wie zum Beispiel die Finanzkrise, die Euro-Krise oder die Corona-Krise. Jüngst sind die Verwerfungen aufgrund von US-Zöllen und dem deutlichen Rückgang des US-Dollars hinzugekommen. Dennoch haben die Pensionskassen bis Ende August bereits 3,0 Prozent Rendite erwirtschaftet, was erneut überdurchschnittlich und angesichts der aktuellen Umstände beeindruckend ist.
Werfen wir einen Blick auf den Deckungsgrad: Dieser ist mit 113,8 Prozent per August auf einem sehr komfortablen Niveau. Gleichzeitig liegen privatrechtliche Kassen bei 116 Prozent, öffentlich-rechtliche aber bei nur 102 Prozent. Wo sehen Sie die grössten Risiken für die Stabilität des Systems?
Die Deckungsgradunterschiede zwischen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen sind insbesondere auf öffentlich-rechtliche Pensionskassen im System der Teilkapitalisierung zurückzuführen und sind somit systembedingt.
Dieser Umstand ist nicht neu, aber gemäss unseren Berechnungen steckt in den unterdeckten Kassen 10 Prozennt des Deckungskapitals. Mit dem hohen Deckungsgrad sind die privatrechtlichen Kassen aber für potenzielle Rückschläge an den Finanzmärkten gewappnet. Richten wir den Blick nach vorne, so erscheint das Tiefzinsumfeld beziehungsweise Negativzinsen in der Schweiz als mögliches Risiko.
MoreComplementa PK-Studie 2025
Verzinsung und Anlagerendite
Complementa erstellt seit 31 Jahren ährlich eine umfassende und repräsentative Studie zur aktuellen Lage schweizerischer Pensionskassen. An der neuesten Umfrage haben 460 Pensionskassen mit einem Vermögen von 940 Mrd. Franken, 80 Prozent aller Anlagen, teilgenommen. Einige Highlights aus den Resultaten:
Die Pensionskassen erwirtschafteten im Jahr 2024 eine durchschnittliche Rendite von 7,5%. Dies entspricht dem Doppelten der Jahresperformance der letzten 20 Jahre. Der dritte Beitragszahler steuerte im Vorjahr rund 85 Milliarden Franken bei, was die kumulierten Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im selben Zeitraum übersteigt.
Die Altersguthaben der Arbeitnehmer konnten mit durchschnittlich 3,9% verzinst werden, was dem höchsten Wert der letzten 20 Jahre entspricht. Die gute Ausgangslage ermöglichte es 98% der Pensionskassen, eine Verzinsung über dem BVG-Minimum zu gewähren – ebenfalls ein Höchstwert. Mehr als 20% der Vorsorgeeinrichtungen haben eine Verzinsung von 6% oder mehr gesprochen.
Die positiven Anlageergebnisse zeigen sich auch im Deckungsgrad. Der kapitalgewichtete Deckungsgrad stieg innert Jahresfrist von 107,6% auf 111.8% per Ende 2024. Es befanden sich nur 2.9% der Pensionskassen in Unterdeckung, wobei es sich hier ausschliesslich um öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen im System der Teilkapitalisierung handelt.
Aktien sind neu die bedeutendste Anlageklasse: Ihr Anteil kletterte auf 32.5% des Gesamtvermögens – der höchste Wert der letzten zwei Jahrzehnte. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Performance ausländischer Aktien zurückzuführen. Durch Gewinnmitnahmen haben Pensionskassen diesem Anstieg aktiv entgegengewirkt. Festverzinsliche Anlagen verzeichneten mit 31,1% den tiefsten Wert seit Beginn der Datenaufzeichnung.
MoreAnlageentscheide der Generation 50+
Entwicklung der Erbschaften in der Schweiz (Mrd. Fr.)
Die über 50-Jährige kontrollieren den grössten Teil des privaten Vermögens der Schweiz – und investieren zunehmend digital, renditeorientiert und mit Fokus auf Stabilität. Die Finpact Vermögensstudie 2025 von der Hochschule Luzern und dem Vermögensverwalter Finpact macht sichtbar, welche Risiken und Trends diese Schlüsselgruppe bewegen. Die Studie beruht auf einer Online-Umfrage unter mehr als 500 Personen aus der Deutschschweiz, die jeweils mindestens 250’000 Franken Finanzvermögen besitzen. Aus der Studie lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
- 72 Prozent der Generation 50+ erwarten von nachhaltigen Investments marktübliche Renditen. Lediglich 14 Prozent wären bereit, für Nachhaltigkeit auf Rendite zu verzichten. Für die Mehrheit ist Nachhaltigkeit ohne wirtschaftlichen Ertrag also keine Option.
- Von den Befragten, die sich Sorgen um ihr Vermögen machen, nennen 76 Prozent politische und regulatorische Risiken als grösste Gefahr. Damit liegen diese deutlich vor Marktrisiken (59 Prozent) und Inflation (53 Prozent).
- Bereits 28 Prozent der Generation 50+ nutzen digitale Anlageplattformen, weitere 27 Prozent sind daran interessiert. Insgesamt zeigen 55 Prozent Offenheit für digitale Lösungen. Dabei ist mit Ø 4.57 von 5 Punkten Transparenz entscheidend, während die Markenbekanntheit der Anbieter mit Ø 3.68 eine deutlich geringere Rolle spielt.
- 85 Prozent der Befragten investieren bereits oder sind offen dafür. Doch viele verfügen nur über begrenztes Wissen – vor allem bei Zukunftsthemen wie künstlicher Intelligenz (Ø 2.45), Kryptowährungen (Ø 1.63) oder ESG-Investments (Ø 2.37). Rund die Hälfte der Befragten zeigt Interesse an zusätzlicher Finanzbildung.
- Die Studie zeigt grosse Unterschiede innerhalb der Generation 50+. So priorisieren 91 Prozent der 50- bis 59-Jährigen die Eigenvorsorge, bei den über 70-Jährigen sind es nur noch 58 Prozent. In der höchsten Vermögensklasse (über 1 Mio. CHF) steht bei 52 Prozent die Vermögensübergabe im Vordergrund. Auch bei nachhaltigen Investitionen gibt es Unterschiede: 65 Prozent der 70- bis 79-Jährigen investierten zuletzt nachhaltig, aber nur 33 Prozent der 50- bis 59-Jährigen.
Deloittes Vorschläge für «wirksame Reformen der Altersvorsorge»
Deloitte hat auf Grundlage einer Umfrage Vorschläge für eine Reform der Altersvorsorge entwickelt, welche als realistisch und sinnvoll bezeichnet werden, um die Altersvorsorge zu sichern. Zudem seien sie mehrheitsfähig. Es sind dies kurz formuliert:
- Eine temporäre Erhöhung des Bundesbeitrags durch gleichzeitige Einsparungen an anderer Stelle
- Eine stärkere Rolle der Kapitaldeckung auch in der ersten Säule
- Eine Flexibilisierung des Rentenalters.
(Eine KI-generierte Zusammenfassung finden Sie am Schluss der Meldung)
Die Vorschläge, welche es prominent auf die Frontseite der NZZ schafften, sind überwiegend auf Kritik gestossen. Zur Aufstockung des AHV-Fonds heisst es:
MoreDiego Taboada, Senior Fellow beim Think-Tank Avenir Suisse, überzeugt dieser Vorschlag nicht. Eine Aufstockung des AHV-Ausgleichsfonds mit Bundesgeldern – die wiederum hauptsächlich von den Erwerbstätigen stammten – sei weder eine strukturelle Lösung noch eine befriedigende Antwort im Sinne der Generationengerechtigkeit, teilt er mit.
Taboada weist zudem darauf hin, dass der AHV-Fonds kein langfristiges Finanzierungsinstrument der Sozialversicherung ist, sondern vielmehr ein Puffer: Er soll sicherstellen, dass Renten auch dann ausbezahlt werden können, wenn die Einnahmen in einem bestimmten Jahr die Ausgaben nicht decken.
Der Asip-Direktor Lukas Müller-Brunner hält höhere Bundesbeiträge für den AHV-Ausgleichsfonds im derzeitigen Umfeld zudem für unrealistisch. «Im Moment steht in Bundesbern das Sparen im Vordergrund, die Diskussion geht in eine völlig andere Richtung», sagt er. Das Kapitaldeckungsverfahren in der AHV zu stärken, hält er zudem für problematisch.
UBS-Umfrage zur Schweizer PK-Landschaft
Der von der UBS verfasste Bericht bietet einen umfragebasierten Überblick über die wichtigsten Merkmale der von beruflichen Altersvorsorgeeinrichtungen angebotenen Pensionspläne.
Es werden Merkmale wie Beitragssätze, versicherter Lohn und Anzahl der Pläne sowie die Unterschiede zwischen den Sektoren betrachtet und die Bandbreite der auf dem Markt vorhandenen Ansätze veranschaulicht.
MoreAn der von UBS im Mai und Juni 2025 durchgeführten Umfrage nahmen 72 Schweizer Altersvorsorgeeinrichtungen teil. Die meisten der befragten Pensionskassen (74 Prozent) decken einen oder mehrere Arbeitgeber ab, wobei Sammel- und Kollektivstiftungen weniger verbreitet sind.
Dabei machen Arbeitgeber aus dem privatwirtschaftlichen Sektor 90 Prozent des Umfragepanels aus, das knapp 400’000 aktive Versicherte und über 100’000 Pensionäre repräsentiert. Darüber hinaus beträgt die durchschnittliche Anzahl der aktiv versicherten Personen pro Fonds 5571 (der Medianwert liegt bei 1291).
Rund 50 Prozent bzw. 70 Prozent der Umfrageteilnehmer bieten eine Altersvorsorge für Arbeitnehmer unter 25 und über 65 Jahren an, wobei der durchschnittliche Beitragssatz für die Altersgruppe unter 25 Jahren bei knapp unter 5 Prozent und für die Altersgruppe über 65 Jahren bei knapp über 14 Prozent liegt.
Ebenso steigt der Anteil der Arbeitgeberbeiträge zwischen dem 25. und 65. Lebensjahr leicht an. Wichtig ist, dass niedrigere Beitragssätze als beim BVG-Standard für eine bestimmte Altersgruppe auf einen höheren Anteil des versicherten Lohns zurückzuführen sein können. Es konnte kein Zusammenhang zwischen Lohnniveau und Altersbeiträgen oder dem Anteil der von den Arbeitgebern finanzierten Altersbeiträge festgestellt werden.
ZV Pensionierungs-Barometer 2025
Das VZ malt ein düsteres Bild der Leistungen von Pensionskassen und ihrer Entwicklung – Verringerung – seit 2002. Besser schneidet beim VZ die AHV ab. Die 13. Rente ab kommendem Jahr wird erwähnt. Das Vermögenszentrum warnt die Versicherten vor falschen Erwartungen. Zusammenfassend heisst es:
MoreSeit 2002 sind die Renten in der Schweiz um 16 Prozent geschrumpft. Zwar gibt es immer mehr Geld aus der AHV – ab 2026 wird die Rente sogar 13 Mal im Jahr ausbezahlt. Aber die Pensionskassen haben ihre Leistungen stark reduziert. Wegen der sehr tiefen oder sogar negativen Zinsen und der steigenden Lebenserwartung bleiben die Pensionskassenrenten weiter unter Druck.






