Die Mainpost gibt einen Überblick, wie in Deutschland die in der Schweiz erzielte Altersvorsorge zu versteuern ist. Dabei werden die Grundlagen aller drei Säulen behandelt. Wenig überraschend sind die Verhältnisse am kompliziertesten bei einem Kapitalbezug aus der Pensionskasse.
International
Der NO Staatsfonds und das ethische Dilemma
In einer Parlamentsdebatte im norwegischen Parlament zu Investitionen des Erdölfonds in israelische Unternehmen äusserte sich Finanzminister Jens Stoltenberg ausführlich zur Verwaltung und Nutzung des Staatsfonds. Dabei kam er auf ein Dilemma zu sprechen, das in gleicher Weise auch bei uns ethisch ausgerichtete Anlagen betrifft. Dazu ein kurzer Ausschnitt:
Norwegen hat mehrere umfangreiche und langfristige Kooperationsabkommen mit Verbündeten über den Kauf, die Wartung und die Modernisierung von unter anderem Kampfflugzeugen, Fregatten und gepanzerten Kampffahrzeugen.
Die Unternehmen, die diese Produkte liefern, sind vom Fonds ausgeschlossen. Nach den geltenden Richtlinien tragen sie zu schwerwiegenden ethischen Verstößen bei, da sie zur Produktion von Atomwaffen beitragen. Gleichzeitig sind Atomwaffen von grundlegender Bedeutung für die Abschreckungsstrategie der NATO, zu der auch Norwegen gehört.
Dies bedeutet, dass wir es einerseits für ethisch vertretbar halten, große Summen als Zahlung an solche Unternehmen zu überweisen, es andererseits aber unethisch ist, von denselben Unternehmen deutlich geringere Beträge als Gegenleistung zu erhalten. (…)
Ich glaube, es ist an der Zeit, den ethischen Rahmen und seine Praxis zu überprüfen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wichtigen Aspekten zu gewährleisten. Wir sollten bedenken, dass dies keine Frage ist, die wir irgendwann in der Zukunft bewältigen können, sondern eine Herausforderung, die uns hier und jetzt stellt.
So investieren europäische Pensionskassen
HZ Insurance schreibt über die aktuelle Eiopa-Statistik zum Anlageverhalten der Einrichtungen der betrieblichen Vorsorge (IORPs) in den EU-Ländern.
MoreDanach hatten die IORPs im Europäischen Wirtschaftsraum im vierten Quartal 2024 insgesamt 74,1 Millionen Mitglieder und verfügten über Investitionen in Höhe von fast 2,7 Billionen Euro.
Der Grossteil dieser Investitionen entfällt auf Investmentfonds (22 %), Staatsanleihen (25 %), Aktien (30 %) und Unternehmensanleihen (15 %). Diese vier Kategorien machen also zusammen 92 Prozent aller Investments aus.
Investmentfonds knapp vor Staatsanleihen
Nach Statistiken der Eiopa legen IORPs, die DB- und DC-Systeme anbieten, den grössten Teil ihres Vermögens in Investmentfonds an (40,0 %).
Techgiganten mit gigantischer Wette auf KI
In der SonntagsZeitung macht sich Jan Bolliger Gedanken über die Abhängigkeit der US-Börse und ihrer Anleger vom Erfolg der enormen Investitionen in KI bei gleichzeitig (noch) sehr bescheidenen Erträgen. Von einem Misserfolg betroffen wären Kleinsparer und Institutionelle wie unsere Pensionskassen.
MoreOpen AI setzte im ersten Halbjahr 2025 gemäss dem Portal «The Information» 4,3 Milliarden Dollar um. Das ist zwar ein stolzer Betrag und bereits mehr als im gesamten Jahr 2024. Verglichen mit einer geschätzten Bewertung von 500 Milliarden Dollar ist es aber wenig.
Zum Vergleich: Die Swisscom hat einen Börsenwert von rund 37 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 15,3 Milliarden. Gewinn hat Open AI bisher keinen verzeichnet, im Gegenteil: Das Start-up soll in den bisherigen Monaten dieses Jahres operativ bereits 7,8 Milliarden Dollar verloren haben.
Denn von den über 700 Millionen wöchentlich aktiven Chat-GPT-Nutzerinnen und -Nutzern bezahlen nur rund 20 Millionen für den Dienst. Gleichzeitig verschlingen das Training und der Betrieb der KI-Modelle Unsummen.
Japan Gonvernment Pension Fund setzt auf Impact Investing
(Bloomberg) — A decision by Japan’s $1.8 trillion pension fund, the world’s biggest, to consider a shift into impact investing has triggered a wider adjustment among the country’s money managers.
The Government Pension Investment Fund opened the door to impact strategies in March and at least four other Japanese pension funds are updating or revising their investment policies, according to a review of the funds’ investment policies. At the same time, there’s evidence that asset managers pitching for pension mandates are now adjusting their approach to match growing demand for impact strategies.
The ripple effect through Japan’s $5 trillion money management industry is backed by the government, which has identified the strategy as a way to help address some of the country’s real-world challenges. That’s as policymakers in Japan face a rapidly aging society and one which ranked 118th last year in a gender-equality review of 146 countries.
GPIF President Kazuto Uchida has made clear he thinks that an investment approach targeting environmental and social goals “ultimately leads to” economic and capital markets growth.
UN-Pension setzt auf Block Chain zur Identifizierung
The United Nations Joint Staff Pension Fund (UNJSPF) and the United Nations International Computing Centre (UNICC) are proud to announce the release of their joint publication: Transforming Public Digital Identity: A Blockchain Case in Action from the UN System.
This white paper presents the successful implementation of the blockchain-powered Digital Certificate of Entitlement (DCE), UNJSPF’s secure and inclusive digital identity solution that has revolutionized pension verification for over 70,000 UNJSPF beneficiaries across 190 countries.
Developed through a strategic partnership between UNJSPF and UNICC, the DCE leverages blockchain, biometrics, artificial intelligence, and geo-location technologies to modernize the Fund’s seven-decade-old paper-based verification process. The solution enhances security, efficiency, and fraud prevention, while aligning with the UN’s broader digital transformation agenda.
The white paper outlines the technical architecture, governance framework, and measurable impact of the DCE solution, including a 40% reduction in paper-based processing, over 95% decrease in archiving expenditures, 76.5% reduction in overtime costs, and a 99.96% retention rate among digital users.
Die 300 weltweit grössten Pension Funds
Das Thinking Ahead Institut hat die 2025-Liste der 300 grössten Pension Funds publiziert. Die Key Findings:
- Das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AUM) der 300 grössten Pensionsfonds belief sich auf insgesamt 24,4 Billionen US-Dollar.
- Die AUM der 300 größten Fonds stieg 2024 um 7,8 %, verglichen mit einem Anstieg von 10,0 % im Jahr 2023.
- Die 20 größten Pensionsfonds machten 2024 42,4 % des gesamten AUM aus, gegenüber 42, 1 % im Jahr 2023.
- Staatliche und öffentliche Pensionsfonds machten 152 Fonds unter den Top 300 aus und repräsentieren 71,2 % des Gesamtvermögens.
- DB-Fondsvermögen macht mit 59,4 % den grössten Teil des offengelegten Gesamtvermögens aus, gefolgt von DC-Fondsvermögen (27,7 %), Reservefonds (12,0 %) und schliesslich Hybridfonds (0,9 %).
- Die meisten Regionen haben hauptsächlich in Aktien investiert, wobei die Fonds im asiatisch-pazifischen Raum eine etwas stärkere Präferenz für Anleihen zeigten.
- Der Anteil der nordamerikanischen Region am Gesamtvermögen stieg im Jahr 2024 auf 47,2 % aller Vermögenswerte.
- Das verwaltete Vermögen Europas macht 23,7 % aus, womit sich der Anteil im Jahr 2024 verringerte, während der Anteil des asiatisch-pazifischen Raums 25,5 % betrug, ebenfalls ein Rückgang im Jahr 2024.
- Nordamerika verzeichnete in den letzten fünf Jahren das größte annualisierte Wachstum (6,2 %), gefolgt von Asien-Pazifik (3,7 %) und Europa (2,9 %).
- Die USA haben die meisten Fonds in den Top 300; 153 Fonds decken 41,4 % des gesamten verwalteten Vermögens ab.
- Im Durchschnitt investierten die 20 größten Fonds etwa 53,2 % ihres Vermögens in Aktien, 28,8 % in festverzinsliche Wertpapiere und 18,0 % in alternative Anlagen und Barmittel.
Vorhaben der EU bei der «ergänzenden Altersvorsorge»
Die deutsche «Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge» (aba) hat ihre Antwort im Rahmen der EU-Konsultation zur ergänzenden Altersvorsorge publiziert. Im grösseren Rahmen geht es um die angestrebte Weiterentwicklung der «Kapitalmarktunion zur Spar- und Investitionsunion». Ein interessanter Einblick in die laufende Entwicklung. Die aba vertritt u.a. folgende Positionen.
Rententrackingsysteme: Rententrackingsysteme sind ein sinnvolles Werkzeug, um Bürger bei ihrer Vorsorgeplanung zu unterstützen. Dies gilt insbesondere, wenn sie – wie z.B. die Digitale Rentenübersicht in Deutschland – alle drei Säulen der Altersversorgung erfassen. Versorgungseinrichtungen sollten die Möglichkeit erhalten, Informationspflichten über Rententrackingsysteme zu erfüllen. Entscheidungen über den Aufbau eines Trackingsystems und dessen konkrete Ausgestaltung sollten auf Mitgliedstaatenebene getroffen werden.
MoreBlackRock kritisiert Verpolitisierung der US-PKs
(Reuters) Top asset manager BlackRock (BLK.N), opens new tab on Wednesday pushed back against pressure from U.S. Republican and Democratic officials, saying both sides have injected politics into the running of retirement assets and it only seeks to fulfill its fiduciary duties to clients.
Billionen in Staatsfonds
(e-fund research) Die grössten Staatsfonds der Welt verwalten zusammen Billionenbeträge und prägen globale Märkte. An der Spitze steht der Norway Government Pension Fund Global vor zwei chinesischen Schwergewichten. Ein Blick auf die Top 10 zeigt, wo die Kapitalmassen strategisch investiert werden. Der norwegische Fonds beabsichtigt, sich von israelischen Beteiligungen zu trennen.
Mit einem verwalteten Vermögen in zweistelliger Billionenhöhe zählen Staatsfonds zu den einflussreichsten Akteuren an den globalen Kapitalmärkten. Sie entstehen aus Rohstofferlösen, Handelsüberschüssen oder Devisenreserven – und investieren weltweit in Aktien, Anleihen, Immobilien, Infrastruktur und alternative Anlagen. Ein Blick auf die aktuelle Rangliste zeigt nicht nur die Spitzenpositionen, sondern auch, wie unterschiedlich die Strategien der Marktführer ausfallen.
More«Wann kollabiert das deutsche Rentensystem?»
Die NZZ malt ein düsteres Bild der deutschen Altersvorsorge. Ohne drakonische Massnahmen – die nicht zu erwarten sind – ist das System auf die Länge nicht finanzierbar. Die «Welt» haut in die selbe Kerbe und lobt das Schweizer 3-Säulen-System. Die Frage scheint nicht mehr zu sein ob, sondern nur noch wann das System kollabiert. Die NZZ schreibt:
More[Der] Ökonom Bernd Raffelhüschen ist überzeugt: «Dies ist die letzte Bundesregierung, die unser Rentensystem noch retten kann.» Werde in den kommenden vier Jahren nichts getan, würden die politischen Hebel ihre Wirkung verlieren.
Ab Mitte der 2030er Jahre, so der Freiburger Wissenschafter, seien Massnahmen wie eine Anhebung des Rentenalters kaum mehr wirksam. Dann bleibe nur noch ein Reagieren von Jahr zu Jahr – ein Flickenteppich aus Notmassnahmen und Kürzungen.
Schon heute finanziert Deutschland seine Rente zumindest teilweise auf Kredit. Der Staat verschuldet sich immer stärker, um laufende Ausgaben zu decken. «Das funktioniert, solange Deutschland Vertrauen auf den Finanzmärkten geniesst», sagt Raffelhüschen.
Doch sollte dieses Vertrauen schwinden, drohen harte Sparmassnahmen oder eine Geldpolitik, die die Inflation anheizt. Am Ende, so der Ökonom, «zahlen die Bürger die Zeche».
EU: Verstärkte Aufsicht über PKs
(DPN) Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) hat eine neue Stellungnahme zur Verbesserung der Beaufsichtigung des Liquiditätsrisikomanagements von Instituten für die betriebliche Altersversorgung (EbAV) abgegeben.
Ziel ist es, die Überwachung und Steuerung von Liquiditätsrisiken zu verstärken und so die Stabilität der Pensionsfonds sowie des Finanzsystems insgesamt zu sichern. Dies soll auch den Schutz der Mitglieder und Begünstigten von Pensionsfonds erhöhen.
Staatsschulden wachsen und werden teurer
Steigende Ausgaben für Verteidigung und Soziales und der demographische Wandel treiben die Zinskosten für die Staatsverschuldung rasant in die Höhe. Die NZZ fasst eine Studie der Commerzbank zum Thema zusammen.
Der alte Kontinent gelangte wieder an jenen Punkt, an dem er vor mehr als 10 Jahren in der Euro-Krise schon einmal stand. Damals mutierte die EZB zum Büttel der Regierungen, kaufte deren Staatsanleihen und pumpte massenhaft Liquidität ins Bankensystem.
In der Corona-Pandemie liess die Zentralbank die Käufe eskalieren und löste dadurch eine Inflationswelle aus.
Der Mix aus expansiver Finanz- und Geldpolitik droht sich in den nächsten Jahren zu wiederholen. Zieht die Inflation an, könnten Regierungen und Zentralbanken versucht sein, den höheren Renditeforderungen der Anleger mit dem Mittel der finanziellen Repression zu begegnen. So wie in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Damals wiesen die Regierungen die Zentralbanken an, die Zinsen nach unten zu drücken, legten Obergrenzen für die Verzinsung von Spareinlagen fest, verpflichteten institutionelle Anleger zum Kauf von Staatsanleihen und verhängten Kapitalverkehrskontrollen, um Investoren die Flucht ins Ausland zu erschweren.
Was wie ein Doomsday-Szenario anmutet, könnte schneller Realität werden als gedacht. Für die Bürger und Sparer sind das keine guten Aussichten. Doch solange die Regierungen nicht den Mut aufbringen, das Ruder in der Finanzpolitik herumzureissen, tun die Bürger gut daran, sich auf ein neuerliches Zeitalter der finanziellen Repression einzustellen. Darüber können auch telegen in Szene gesetzte Freundschaftstreffen der Staats- und Regierungschefs nicht hinwegtäuschen.
Finanzkrise in Deutschland, PK-Anlagen gefährdet?
Dominik Ketterer warnt auf «Schweizerzeit» vor einer systemischen Krise des europäischen Finanzsystems. Besonders betroffen sei Deutschland, dessen Banken einen dramatischen Anstieg notleidender Kredite erlebten. Dabei stehen Gewerbeimmobilienkredite im Fokus, wo auch Schweizer Pensionskassen investiert sind. Zahlen dazu werden von 2013 zitiert, neuere seien nicht verfügbar. Zu den Anlagen der PKs schreibt Ketterer:
Die letzten verifizierbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2013 – und sie sind erschreckend. Die Migros-Pensionskasse investierte 1,435 Milliarden Euro in LBBW Immobilien, die Coop-Pensionskasse 2,45 Milliarden Euro in GBW Bayern mit 32.000 Wohnungen. 26 Schweizer Pensionskassen erwarben gemeinsam über die AFIAA die Romeo & Julia Hochhäuser in Frankfurt. Die verifizierte Gesamtsumme: 4,17 Milliarden Euro.
Das Problem: Seit 2013 herrscht wohl Funkstille. Keine Schweizer Pensionskasse veröffentlicht aktuelle Zahlen zu ihren Deutschland-Investments. Diese Geheimniskrämerei erfolgt genau dann, wenn deutsche Gewerbeimmobilien vor dem Kollaps stehen.
Bei normalem Wachstum der Pensionskassen-Vermögen dürften heute schätzungsweise acht bis zwölf Milliarden Schweizer Franken in deutschen Immobilien investiert sein – das Doppelte bis Dreifache der letzten bekannten Zahlen.
UK: The Ponzi scheme of public sector pensions
What’s the difference between the financing of pensions in the public sector and a Ponzi scheme? In some respects, nothing at all, even though those involved in the latter are committing a gross financial fraud and belong in prison (like the late Bernie Madoff).
A Ponzi scheme promises a fantastic guaranteed return; but the happy early entrants — who get the advertised gains and unwittingly promote their success to friends — are just receiving the cash put in by the later suckers. In reality the funds are not being invested at all. Eventually the whole thing collapses, when the obligations to the investors can’t be covered by new fundraising.
And the public sector pensions? Well, they are wildly more attractive than anything now available in the private sector, where such defined-benefit schemes (which give a guaranteed, inflation-protected return linked to salary) have all but died out, especially after Gordon Brown removed dividend tax relief.
The official estimated liability for the public sector pensions now owed to all those working or retired stands at around £1.5 trillion (it moves about a lot, depending greatly on interest rates). But when Rachel Reeves stands up in the Commons for her spending review this week, she won’t mention that. Because the government balance sheet showing a public sector debt of £2.6 trillion doesn’t include it at all. It’s off the books.
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