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Umfrage Kapitalbezug

Umfrage geschlossen.

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21.7.2014

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Umfrage zum Kapitalbezug: Die Resultate

wef

Nach dem Echo aus Medien, Politik aber auch den Fachverbänden und der Wissenschaft zu schliessen, ist das vom Bundesrat vorgeschlagene Verbot von Kapitalbezügen im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge unverhältnismässig und ein nicht zu tolerierender Angriff auf die Souveränität der Versicherten. Entspricht die veröffentlichte Meinung der öffentlichen? Mit unserer Umfrage lässt sich das nicht klären, aber zumindest für die Fachleute aus der 2. Säule etwas genauer abschätzen.

An unserer Umfrage haben 310 Personen teilgenommen. 8 Prozent aus der Altersgruppe der unter 35jährigen. Die restlichen verteilen sich ziemlich gleichmässig auf die drei Gruppen mit Alter 35-44, 45-54 und 55 und älter mit je rund 30%.

Knapp drei Viertel geben an, im Bereich berufliche Vorsorge tätig zu sein. Wir bezeichnen sie im Folgenden als „Profis“. Knapp 70 Prozent sind Wohneigentümer. Der Anteil der Wohneigentümer ist in beiden Gruppen mit knapp einem Drittel praktisch gleich hoch. Auch beim Vorbezug besteht nur ein geringer Unterschied: 23 Prozent bei den Profis, 21 Prozent bei den Übrigen.

Und das Schlussresultat: 62 Prozent bezeichnen die vom Bundesrat vorgeschlagene Einschränkung als richtig, 38 Prozent als falsch. Bemerkenswerterweise ist die Zustimmung unter den Profis mit 58 Prozent etwas geringer als bei den Übrigen mit 67 Prozent.

Nicht überraschend ist bei der Gruppe der Vorbezüger die Kritik am bundesrätlichen Vorschlag deutlich grösser als bei den anderen Teilnehmern. Von ihnen ist eine Mehrheit von 59 Prozent dagegen.

Lassen sich Unterschiede nach den Altersgruppen ausmachen? Die Gruppe der 35 bis 44jährigen stimmt dem Bundesrat mit 65 Prozent zu, die nächsthöhere mit Alter 45 bis 54 mit 59 Prozent und die älteren mit 62 Prozent. Das Alter scheint also nicht ausschlaggebend für die Reaktion zu sein.

Was schliessen wir daraus? Die rasche Ablehnung des bundesrätlichen Vorschlags beruht auf einem medialen Schneeballeffekt. Aus einer zuerst sehr vorsichtigen Bewertung der Vorschläge ist es nach den ersten lautstarken Kritiken rasch zu einer Ablehnung auf breiter Front gekommen. Die Medien haben den Trend aufgenommen, dito die Politik. Weniger aufgefallen sind die zustimmenden Kommentare.

Neben den zahlenmässigen Resultaten hat die Umfrage eine grosse Zahl interessanter Bemerkungen der Teilnahmer ausgelöst. Sie sind auf der Resultatseite jeweils unter "Kommentare" einsehbar. Sie vermitteln ein aufschlussreiches Bild der Meinungen unter den vorwiegend gut informierten Teilnehmern.

  Umfrage-Ergebnisse

Peter Wirth

 

 

 

Richtungsentscheid des Bundesrates
zur AV2020

Der Bundesrat hat Entscheide zur Altersvorsorge 2020 gefällt. Er bleibt weitgehend bei seinem in die Vernehmlassung gegebenen Entwurf. Im Herbst soll die Botschaft vorliegen. Das BSV schreibt dazu in einer Mitteilung:

“Mit Blick auf eine ausgewogene und mehrheitsfähige Vorlage hat der Bundesrat die zentralen Elemente des Vorentwurfs bestätigt: Referenzrentenalter 65/65 mit Flexibilisierung, Anpassung des Mindestumwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge mit Kompensationsmassnahmen, Zusatzfinanzierung für die AHV über die Mehrwertsteuer und Interventionsmechanismus für die AHV. In Anbetracht der Vernehmlassungsergebnisse hat er jedoch folgende Anpassungen am Reformprojekt beschlossen:

  • Die maximale Erhöhung der Mehrwertsteuer für die AHV beträgt nicht 2, sondern 1,5 Prozentpunkte. Damit soll die voraussichtliche Finanzierungslücke bis im Jahr 2030 geschlossen werden.
  • Auf den Koordinationsabzug in der obligatorischen beruflichen Vorsorge wird verzichtet. Das vereinfacht die 2. Säule. Gleichzeitig werden die Altersgutschriftensätze gesenkt. Damit bleibt das Leistungsniveau erhalten.
  • Der Ertrag des bereits bestehenden Mehrwertsteuerprozents (Demographie-Prozent) geht vollständig an die AHV und wird nicht mehr zwischen AHV (83 %) und Bund (17 %) aufgeteilt. Dafür wird der Bundesanteil an den Ausgaben der AHV entsprechend gesenkt. Das vereinfacht deren Finanzströme.

Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, diese Anpassungen am Reformprojekt vorzunehmen und ihm die Botschaft mit den Entwürfen für den Verfassungs- und den Gesetzestext bis im Herbst zum Entscheid zu unterbreiten.”

  Mitteilung BSV / Stellungnahmen  / Infos zur AV2020

 

 

   

Reaktionen auf AV2020-Entscheide

Der Pensionskassenverband hält zum Entscheid des Bundesrates bez. Altersvorsorge 2020 fest: Der ASIP hätte es begrüsst, wenn der Bundesrat  die Vorlage auf ihre politische Tauglichkeit überprüft und noch mehr gestrafft hätte. Im Vordergrund steht für den ASIP die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes an die weiterhin steigende Lebenserwartung und die Entwicklung der Kapitalmärkte. Es braucht aus Optik des ASIP zwingend flankierende Massnahmen zur Aufrechterhaltung des Leistungsniveaus. Der ASIP lehnt aber den für die Übergangsgeneration vorgeschlagenen zentralen Mechanismus über den Sicherheitsfonds ab. Diese Lösung  ist zu komplex, erhöht die Verwaltungskosten und führt zu falschen Solidaritäten. Er schlägt eine dezentrale, durch die Pensionskassen zu gewährende Leistungsgarantie vor.Der Verband schlägt eine Konzentration auf Schwerpunkte vor.

Reaktion ASIP

 

sgbIn der Stellungnahme des Gewerkschaftsbundes zum bundesrätlichen Entscheid zur Altersvorsorge 2020 heisst es:Festhalten will der Bundesrat an der Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65, obwohl alle Frauenorganisationen von links bis rechts dies unisono ablehnen. Es ist ein Hohn, auf dem Buckel der Frauen 1 Mrd. Fr. zu sparen. Denn Frauen haben bereits heute viel zu tiefe Renteneinkommen, da sie im Berufsleben wegen Lohndiskriminierung und Erwerbsunterbrüchen weniger Rentenansprüche äufnen können. Ausserdem gibt es zu wenige Jobs für Frauen über 60. Statt des höheren Rentenalters braucht es auch für Frauen höhere AHV-Renten.

In Gefahr sind wegen der drastischen Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent auch die Renteneinkommen der zweiten Säule. Zwar will der Bundesrat die grösste Rentensenkung aller Zeiten durch zusätzliche Pensionskassen-Abgaben ausgleichen. Diese Massnahmen dürften aber im Parlament einen schweren Stand haben, wie die breite Skepsis in der Vernehmlassung zeigt. Selbst wenn sie die Parlamentshürde schaffen, sind sie für Arbeitnehmende mit Einkommen von 3000-5000 Fr./Monat nicht vorteilhaft: Trotz höheren Abgaben auf den bereits knappen Löhnen, werden sie nur eine mickrige Rente erhalten. Abhilfe schaffen nur höhere AHV-Renten, so wie sie die Initiative AHVplus der Gewerkschaften fordert.

  Mitteilung SGB

 

arbeitgeberDer Arbeitgeberverband schreibt in einer Medienmitteilung zur Altersvorsorge 2020: “Der Bundesrat hält an seiner überladenen Vorlage zur Reform der Altersvorsorge fest. Daran ändert auch die geringfügige Reduktion der vorgeschlagenen Zusatzfinanzierung via Mehrwertsteuer von 2 auf 1,5 Prozent nichts. Mit seinem einseitigen, auf Mehreinnahmen ausgerichteten Paket versäumt es der Bundesrat, im Interesse der künftigen Rentensicherheit die Basis für eine tragfähige Lösung zu legen und in dieser staatspolitisch wichtigen Frage Verantwortung zu übernehmen. Er gefährdet so seine eigene Reform und setzt sich nicht zuletzt über das Vernehmlassungsergebnis hinweg.

Für die Zukunft der Altersvorsorge ist damit nichts gewonnen. Im Gegenteil: Die demografische Alterung ist eine der grössten und akutesten Herausforderungen für die Schweiz; scheitert die Reform von AHV und beruflicher Vorsorge, so droht das heutige Rentenniveau zu erodieren. Eine der wichtigsten Errungenschaften unseres Landes – ein finanziell abgesichertes und planbares Alter – würde damit gefährdet.”

  Arbeitgeber

 

Einschränkung des Kapitalbezugs

Der Bundesrat hat erste Richtungsentscheide für eine EL-Reform gefällt. Die Reform soll das Leistungsniveau der Ergänzungsleistungen erhalten, Schwelleneffekte reduzieren und die Verwendung von Eigenmitteln für die Altersvorsorge verbessern. Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, bis im Herbst einen Vorentwurf für die Vernehmlassung auszuarbeiten.

  • Das Niveau der EL soll erhalten bleiben.
  • Die Verwendung von Eigenmitteln für die Altersvorsorge soll verbessert werden, um das Risiko einer EL-Abhängigkeit im Alter zu minimieren. Zu diesem Zweck sollen der Kapitalbezug aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge ausgeschlossen, die Anrechnung von Vermögensverzichten verbessert und vereinheitlicht sowie die Freibeträge auf Reinvermögen – nicht jedoch auf selbstbewohnten Liegenschaften – gesenkt werden.

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Reaktionen auf den EL-Entscheid

Pensionskassenverband

 Der Pensionskassenverband ASIP warnt in einer Mitteilung vor voreiligen Schlüssen bei der EL-Reform und wehrt sich gegen ein allfälliges Verbot von Kapitalbezügen aus der 2. Säule. In der Mitteilung wird festgehalten: “Der Bundesrat hat erste Richtungsentscheide für eine EL-Reform gefällt. Unter anderem soll der Kapitalbezug aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge ausgeschlossen werden. Der ASIP hält fest, dass bezüglich der Kapitalbezüger, die nachträglich EL beziehen, bis heute verlässliche Zahlen fehlen und dass diese zuerst umfassend erhoben werden müssen, bevor man über solche Massnahmen nachdenken sollte. Gemäss ASIP muss massgebend sein, wie viele Kapitalbezüger EL-Leistungen beziehen, nicht jedoch, wie viele EL-Bezüger einen Kapitalbezug gemacht haben. Diese letzte Zahl würde zu falschen Schlüssen führen.

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Oekonomen-Stimmen im Tages-Anzeiger

Wenig Verständnis findet der Bundesrat mit seiner Idee, WEF im Obligatorium zu unterbinden bei Ökonomen. Der Tages-Anzeiger schreibt: “In dem Moment, in dem in Hochpreisregionen wie dem Genfersee oder der Stadt Zürich das Preiswachstum der Immobilien praktisch zum Erliegen gekommen ist und sich eine gewisse Beruhigung im Markt bemerkbar macht, will der Bundesrat den Vorbezug von Pen­sionskassengeldern für den Erwerb von Wohneigentum stark limitieren. «Das schafft Unruhe und führt zu unnötiger Hektik», sagt UBS-Ökonom Matthias  Holzhey.

Auch wenn nach Meinung der UBS-Fachleute nicht davon auszugehen ist, dass die Gedankenspiele des Bundesrates in dieser Form umgesetzt werden, rechnen sie damit, dass jetzt viele Möchtegern-Eigenheimbesitzer noch Geld aus der Pensionskasse abziehen, solange dies noch möglich ist. Auch bei der CS geht man von «vorgezogenen Käufen und von einem vorübergehenden Run auf Eigentumsobjekte» aus.

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Politiker-Stimmen auf SRF

SRF hat diverse Stimmen im Parlament gesammelt: “Für Motionärin Ruth Humbel Näf (CVP/AG) geht es um die Sicherung des obligatorischen Teils (bis 84‘240 Franken Einkommen) von steuerprivilegierten Sparguthaben, die von Arbeitgebern mitfinanziert werden. Sie sollen für die Sicherheit im Alter sorgen und diese Zweckbestimmung müsse eingehalten werden. «Dieser obligatorische Teil soll für das Alter zur Verfügung stehen. Wenn aber im Alter das Kapital bezogen und ausgegeben ist, müssen Menschen von EL und Sozialhilfe, also Steuergeldern leben, und das geht nicht.»

Gleicher Meinung ist auch Nationalrat Lorenz Hess (BDP/BE): «Übergeordnetes Ziel muss sein, dass niemand bei der Fürsorge landen soll, weil das Vorsorgekapital aufgebraucht ist. Bei Vorbezügen können Fehlanreize bestehen, sei es Scheinselbständigkeit oder wenn man sich im Immobilienboom wegen tiefen Zinsen verschuldet.»

Unterstützung kommt, wenn auch etwas zurückhaltender, von Grünen und SP. Nationalrätin Silvia Schenker (SP/BS) unterstützt das Vorgehen, aber nur wenn erwiesen ist, dass «es tatsächlich einen Zusammenhang gibt zwischen Vorbezügen für Wohneigentum und späteren Bezügen von EL». SVP und FDP, die sich im Nationalrat gegen eine Beschränkung der Bezüge wehren werden, bleiben wohl in der Minderheit. Für Nationalrat Thomas de Courten (SVP/BL) ist der Vorschlag des Bundesrats «ein Angriff auf die Eigenverantwortung der Bürger. Er trifft vor allem junge Familien oder junge Leute, die selbstständig werden wollen».

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