Seelenforschung nach Erfolgsjahr oder realiter ante rem
(Kommentar Newsletter Nr. 543, 19.1.2026)
Die Zahlen für Performance und Deckungsgrad der Pensionskassen für 2025 von Swisscanto/ZKB, UBS, Complementa, PPCmetrics und WTW lassen erkennen: Es war ein ausgezeichnetes Jahr für die 2. Säule. Es wird sich so im laufenden Jahr kaum wiederholen. Aber die geäufneten Reserven und freien Mittel geben die Sicherheit, dass die Pensionskassen Schwächephasen und Rückschläge verkraften können.
Moreinter-pension lanciert PensionScan
Der Verband inter-pension lanciert mit PensionScan eine kostenlose Webapplikation, die das Lesen und Verstehen des Vorsorgeausweises vereinfacht. Ziel ist es, die Transparenz in der beruflichen Vorsorge zu stärken und Versicherten einen niederschwelligen Zugang zu ihren persönlichen Vorsorgedaten zu ermöglichen. Der Verband schreibt in einer Mitteilung:
Der Vorsorgeausweis ist für viele Versicherte schwer verständlich. Fachbegriffe, komplexe Zahlen und unterschiedliche Darstellungsformen erschweren die Einordnung. PensionScan setzt genau hier an: Die Webapplikation erklärt die Inhalte des Vorsorgeausweises strukturiert, verständlich und neutral – ohne Beratung und ohne kommerzielle Interessen.
Die Anwendung wird kostenlos vom Verband inter-pension zur Verfügung gestellt und steht allen Pensionskassen offen, unabhängig von Grösse oder Struktur. Jede Vorsorgeeinrichtung kann selbst entscheiden, ob sie PensionScan ihren Versicherten zur Verfügung stellen möchte.
Bereits zum Start des Jahres haben sich diverse grosse Pensionskassen für den Einsatz von PensionScan entschieden. Weitere Zusagen liegen vor, und die Zahl der teilnehmenden Pensionskassen wächst kontinuierlich.
Anleitung zur Einschätzung der eigenen Kasse
Ausgewählte Verzinsung bei Sammelstiftungen 2020-2024
Bernhard Kislig gibt im Tages-Anzeiger Tipps, wie die Versicherten die Qualität ihrer Pensionskasse einschätzen können und stellt folgende Vergleichsgrössen vor:
- Verzinsung: Bei einer langfristigen Anlage wie dem Altersparguthaben in der beruflichen Vorsorge ist die Verzinsung wichtig. Ist diese regelmässig gut, steigt das Vermögen dank dem Zinseszinseffekt bis zur Pensionierung deutlich stärker. Die Versicherten finden diese Kennzahl in der Regel im Geschäftsbericht oder in der Jahresrechnung ihrer Pensionskasse.
- Allgemeine Verwaltung: Im vergangenen Jahr beliefen sich die Verwaltungskosten pro versicherte Person bei der Gastro Social auf knapp 63 Franken. Bei der Fundamenta waren es mit 691 Franken rund elfmal so viel. Das Beispiel zeigt, dass es sehr grosse Unterschiede gibt.
- Vermögensverwaltung: Eine aktive Vermögensverwaltung, bei der Fachleute die Anlagen überwachen und fortlaufend anpassen, kostet mehr. Allerdings bringt das häufig weniger Rendite als ein passiver Ansatz, der sich an vorgegebenen Indizes orientiert.
5,3% Rendite, Gerichtsverfahren gegen Beschränkung der Verzinsung
Profond hält in einer Medienmitteilung fest, dass die Verzinsung der Altersguthaben von 2025 mit 2,25% durch rechtliche Vorgaben [Art. 46 BVV2] eingeschränkt wurde. Sie hat dagegen ein Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht eingeleitet. Weitere Sammelstiftungen oder die inter-pension sind nicht involviert. Profond sieht die Kompetenz für die Festlegung des Zinses beim Stiftungsrat. In der Mitteilung heisst es dazu:
Profond ist es wichtig, die Anlagerendite unter Berücksichtigung der finanziellen Sicherheit an die Versicherten weiterzugeben. Wie in den Jahren zuvor, verzinst Profond auch 2025 das maximal Mögliche. 2025 wurde die Verzinsung durch rechtliche Vorgaben eingeschränkt.
Profond sieht die Verantwortung für die Entscheidung über die Verzinsung jedoch beim Stiftungsrat und hat deshalb ein Gerichtsverfahren initiiert, um die rechtlichen Rahmenbedingungen überprüfen zu lassen.
Bezüglich des Geschäftsverlaufs wird festgehalten:
MoreTrotz der schwierigen Situation an den Aktien- und Obligationenmärkten erzielte Profond 2025 eine provisorische Gesamtrendite von 5.3 Prozent.
Der provisorische Deckungsgrad liegt bei 110.1 Prozent, die Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten bei 2.25 Prozent – und damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestzinssatz von 1.25 Prozent. Profond gibt somit einen wesentlichen Teil der Rendite an die Versicherten weiter, während der Rest in den Aufbau der Wertschwankungsreserve fliesst.
D: Altersvorsorge in Zeiten der Rezession
Deutschland erlebt die längste Phase wirtschaftlicher Schwäche seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Meldungen über Massenentlassungen häufen sich, bei grossen Konzernen in der Regel verbunden mit grosszügigen Abfindungen, die älteren Mitarbeitern die Frühpensionierung erlauben. Gleichzeitig fordern Wirtschaftsvertreter und Ökonomen die Erhöhung des Rentenalters, um den Kollaps der Rentenversicherung zu vermeiden und fachliches Know-how zu erhalten. Die NZZ schreibt dazu:
MoreEine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll nun unter anderem eine längere Lebensarbeitszeit prüfen. Für viele Experten kann es nur ein Ergebnis geben: So rechnete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen November vor, dass die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland in den kommenden 40 Jahren um 23 Prozent sinken dürfte.
Der Kollaps der Sozialsysteme liesse sich nur über einen Ausweg vermeiden: länger arbeiten. Der wissenschaftliche Beraterkreis des Wirtschaftsministeriums schlug im Herbst sogar vor, das Rentenalter langfristig auf 73 Jahre zu setzen. Als Vorbild für ein ausgedehntes Arbeitsleben gilt vor allem Dänemark. Ab 2040 sollen die Menschen in Deutschlands nördlichem Nachbarland bis 70 arbeiten – länger als in allen anderen Staaten Europas. (…)
Die Denkfehler im Wohnschutz
Die negativen Effekte des ideologiegetriebenen Wohnschutzes zeigen sich mit aller Deutlichkeit in Genf und Basel. Trotzdem droht in Zürich die gleiche Entwicklung. An einer Tagung diskutierten Fachleute die absehbaren Konsequenzen, falls die entsprechende Abstimmung in Zürich angenommen wird. Die NZZ fasst die Ausführungen von Marie Seiler, CEO von Pensimo, zusammen:
MoreAm Podium geben sich die Investoren diplomatisch und betonen, die Abstimmung sei noch nicht verloren. Klar ist jedoch, dass viele von ihnen bereits heute einen grossen Bogen um Basel oder Genf machen – und künftig möglicherweise auch um Zürich.
Ähnlich argumentiert Marie Seiler, CEO von Pensimo, einer Anlagegruppe von Pensionskassen. Rund 70 Prozent des Pensimo-Portfolios entfallen auf Wohnen, davon etwa die Hälfte im Kanton Zürich. «Der Impact wäre sehr gross», sagt Seiler. Sie betont, die weitaus meisten Anleger auf dem Immobilienmarkt seien sich ihrer Verantwortung bewusst.
Pensimo hat dazu die eigenen Sanierungen analysiert: In über 90 Prozent der Fälle bleiben bestehende Gebäude erhalten, auch aus ökologischen Gründen. Und rund 80 Prozent der Sanierungen erfolgen heute im bewohnten Zustand. «Das soziale Bewusstsein in der Branche ist heute deutlich stärker. Auch wenn die öffentliche Wahrnehmung eine andere ist», so Marie Seiler.
Complementa: Verzinsung 2025 im Schnitt 4,3%
Complementa hat die durchschnittlichen Renditen und Verzinsung für 2025 errechnet. Die Resultate sind erfreulich. Das Beratungsunternehmen schreibt auf der Website:
Die Pensionskassen haben ein erneut anspruchsvolles Anlagejahr erfolgreich abschliessen können. Im Schnitt haben die Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2025 eine Rendite von 5,9% verzeichnet. Das entspricht einem Anlageertrag im Umfang von 70 Mrd. Franken in der zweiten Säule.
Besonders erfreulich ist die Situation bei den Verzinsungen: Gemäss unserer Hochrechnung werden die Guthaben der Arbeitnehmenden für das Jahr 2025 mit durchschnittlich 4,3% verzinst. Dies entspricht dem höchsten Wert der letzten 25 Jahre. Über die Verzinsung profitieren die Versicherten von den Renditen an den Kapitalmärkten was wiederum die Leistungen und letztlich die Rente verbessert.
TA: Wie reiche Rentner von der Abschaffung der Heiratsstrafe profitieren
Mischa Aebi schreibt im Tages-Anzeiger: Die Abschaffung der Heiratsstrafe bei der Steuer soll die Gleichstellung von erwerbstätigen Frauen fördern. Jetzt zeigt eine Analyse: Das grösste Steuergeschenk bekämen andere.
MoreDas erklärte Hauptziel der Individualbesteuerung ist die Gleichstellung erwerbstätiger Frauen. Die aktuelle Vorlage geht auf eine Initiative der FDP-Frauen zurück und wird von den linken Parteien unterstützt. (…)
Am stärksten würden aber nicht erwerbstätige Doppelverdiener-Ehepaare entlastet, sondern gut bis sehr gut situierte Rentnerinnen und Rentner. (…)
Der Grund liegt in der Progression: Weil Rentner weder Berufs- noch Zweiverdienerabzüge machen können, werden sie bei gleichem Einkommen mit einem höheren Tarif besteuert. Und je höher man in der Progressionskurve liegt, desto stärker wird man durch die Individualbesteuerung entlastet.
Wie gut die Rentner insgesamt wegkommen, zeigt eine Tabelle der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Zwar gibt es auch unter den Pensionierten Verlierer. Insgesamt jedoch werden sie überproportional entlastet.
Konkret: Unter dem Strich rechnet der Bund bei Einführung der Individualbesteuerung mit Steuerausfällen von rund 600 Millionen Franken pro Jahr. So viel weniger müssten die Steuerzahlenden insgesamt bezahlen.
Von diesen 600 Millionen Franken kämen 276 Millionen den Pensionierten zugute. Anders gesagt: Rund 46 Prozent der gesamten Steuerentlastung gingen an Rentner, obwohl sie nur 26 Prozent aller Steuerzahlenden ausmachen. Am stärksten profitiert dabei die Gruppe der Rentner in der höchsten Einkommensklasse – sie werden gemäss der Tabelle im Schnitt pro Kopf am meisten entlastet.
Mehr Rente mit mehr Aktien? «Schwach gedacht!»
Die SonntagsZeitung hat den Pensionskassen vorgerechnet, dass die tiefe Aktienquote für die Versicherten zu Renteneinbussen führt, weil mit Aktien grössere Kursgewinne als mit den meisten anderen Anlagen zu erzielen sind. Werner Vontobel wirft nun der Zeitung, resp. dem Autor des Beitrags, Armin Müller, einen «groben Denkfehler» vor. Was für die einzelne Kasse stimmen mag, könne nicht für die Gesamtheit der 2. Säule gelten. Müller hat die Rechnung anhand eines konkreten Beispiels gemacht, in welchem ein Wechsel der Pensionskasse zur Profond für den betreffenden Versicherten (Prof. Hens) zu einer deutlich höheren Rente geführt hätte. Vontobel schreibt:
MoreDiese Rechnung dürfte stimmen. Unstimmig wird es allerdings, wenn die «Sonntags-Zeitung» und Hens vom Einzelnen auf das Ganze schliessen und daraus ableiten, dass das gesamtschweizerische Pensionskassen-Vermögen heute um 8,4 Milliarden Franken höher wäre, wenn alle Pensionskassen vor zehn Jahren auch nur einen Prozentpunkt mehr in Aktien statt in Obligationen investiert hätten. Bei zusätzlichen fünf Prozent wären es dann schon 42 Milliarden mehr gewesen.
Das ist – im Fachjargon der Logiker – ein «Trugschluss der Komposition»: Der Einzelne kann zwar seinen Nutzen mehren, wenn er mehr Aktien kauft, doch das Ganze gehorcht anderen Gesetzen. Darauf verwendet die «Sonntags-Zeitung» in ihrem langen Artikel allerdings keine einzige Zeile. Sie argumentiert bei einem volkswirtschaftlichen Thema durchwegs rein privatwirtschaftlich.
In der ganzheitlichen, sprich volkswirtschaftlichen Logik, entscheidet nicht der Finanzanleger darüber, wohin das Geld fliesst, sondern diejenigen, die das Geld brauchen und real investieren: Die KMU finanzieren sich mit Bankschulden, Obligationen und Eigenkapital und nur ganz selten mit Aktien. (…)
PKs mit Mehrjahreshoch beim Deckungsgrad
WTW schreibt in einer Mitteilung zu den Ergebnissen des WTW Swiss Pension Finance Watch Q4 2025:
Die Schweizer Pensionskassen haben ihre finanzielle Lage im vierten Quartal 2025 weiter verbessert und unterstreichen damit ihre Robustheit trotz anhaltender Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheiten.
Die Vermögenswerte legten infolge der moderaten Erträge um 1.3 % zu, während die Verpflichtungen um 1.9 % sanken – begünstigt durch höhere Diskontierungssätze.
Gemäss dem WTW Pension Index stieg der Deckungsgrad im vierten Quartal 2025 um 4.1 Prozentpunkte auf 128.5 %– den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Diese Verbesserung ist sowohl auf eine positive Entwicklung der Vermögenswerte als auch auf sinkende Verpflichtungen zurückzuführen.
Im Quartalsverlauf erhöhten sich die Diskontierungssätze um 16 Basispunkte und lagen zum Jahresende bei rund 1.2 %, was in etwa dem Niveau des ersten Quartals 2025 entspricht. (…)
Nach der aussergewöhnlich starken Performance im Jahr 2024, in dem Schweizer Pensionskassen eine Benchmark-Rendite von rund 10.1 % p.a. erzielten und ihre Wertschwankungsreserven wieder aufbauen konnten, verlief das Jahr 2025 weiterhin solide, wenn auch weniger herausragend als das Vorjahr.
Mit einer Benchmark-Rendite von rund 3.2 % erzielten die Pensionskassen weiterhin positive Ergebnisse trotz eines anspruchsvolleren und volatilen Marktumfelds. (…)
Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des von WTW publizierten Global Pension Finance Watch, in welchem alle Ergebnisse der wichtigsten Rentenmärkte ab dem Jahr 2000 enthalten sind.
UBS PK-Performance – Dezember 2025 / kumuliert ab 2006
Kumuliert ab Januar 2006, gleichgewichtet,
nach Gebühren, in Prozent
Monatlicher Durchschnitt, gleichgewichtet,
nach Gebühren, in Prozent
Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Dezember nach Abzug von Gebühren eine durchschnittliche Performance von 0,34%, wobei sie bei einzelnen Pensionskassen zwischen -0,85% und 1,52% betrug. Die Rendite für das Jahr 2025 liegt bei 5,81% und die annualisierte Rendite seit der Lancierung der UBS Pensionskassen-Performance im Jahr 2006 bei 3,31%.
Renteneinbussen wegen falscher Anlagen
In der SonntagsZeitung (und weiteren Blättern von Tamedia) wird den Pensionskassen von Armin Müller vorgerechnet, dass sie falsch, will heissen zu vorsichtig anlagen. Der von ihm angegebene Grund: Stiftungsräte meiden Aktien aus Angst vor Haftung. Die Renten könnten bis zu 50 Prozent höher ausfallen, meint Müller. Er schreibt:
MoreDie Unterschiede zwischen den Pensionskassen sind enorm. So streuten die Renditen gemäss dem Berater PPCmetrics im Jahr 2024 zwischen 0,2 und knapp 14 Prozent. Über ein ganzes Arbeitsleben summieren sich solche Unterschiede zu einem beträchtlichen Vermögen.
Die guten Kassen mussten dafür keine Finanzwunder vollbringen. «Die Hauptursache für diese Unterschiede liegt in der strategischen Ausrichtung, insbesondere in der Höhe der Aktienquote», sagt Francesca Pitsch, Leiterin der Schweizer Pensionskassenstudie bei der Zürcher Kantonalbank. Kassen mit schwacher Performance hätten oft besonders hohe Obligationenanteile.
Schweizer Pensionskassen investieren im Schnitt sehr konservativ. Der Aktienanteil dümpelt seit Jahren um 30 Prozent. Zum Vergleich: Der norwegische Staatsfonds oder der skandinavische Pensionsfonds fahren Aktienquoten von 50 bis 70 Prozent. Dafür halten Schweizer Kassen mehr Obligationen: In den letzten zehn Jahren machten sie im Schnitt zwischen 33 und 40 Prozent aus.
«Das sollten Sie über die 2. Säule wissen»
Pensionskassen-Sterben
Die Zahl der Pensionskassen sinkt seit Jahren. Andreas Minor, der das Thema in HZ-Insurance aufnimmt, sieht den Grund bei der mangelnden Fähigkeit der kleinen Kassen, ein professionelles Asset-Management aufzuziehen.
(…) Grosse Kassen investieren tendenziell professioneller, wie die Zürcher Kantonalbank in ihrer 25. Swisscanto-PK-Studie festgestellt hat. Iwan Deplazes, Leiter Asset Management der ZKB, sagte in einem Interview mit HZ Insurance: «Die Schere zwischen den am besten und am schlechtesten performenden Kassen hat sich vergrössert.» Der Bewirtschaftung der Anlagen komme viel grössere Bedeutung zu als früher. Hier scheint der Hase im Pfeffer zu liegen.
MoreEs ist auffallend: In vielen von HZ Insurance publizierten Beiträgen formulieren namhafte Assetmanager, Beraterinnen, Professoren und international tätige Investment-Profis Kritik am Anlageverhalten gerade bei vielen kleinen Pensionskassen.
Gewisse Pensionskassen hätten eine zu kleine Basis, um die erforderlichen Skalierungseffekte zu erreichen. Die Folge dieses strukturellen Nachteils: Der Aufwand und somit die Kosten pro versicherte Person steigen, je kleiner eine Kasse ist. Ertrag und Aufwand können so langfristig die Balance verlieren.
Home Bias treibt Aktien-Rendite
Die grosskapitalisierten SMI-Werte wie Roche und Novartis haben einiges zur Gesamtrendite der Pensionskassen im Jahr 2025 beigetragen, schreibt Reto Zanettin in Cash.
Die Schweizer Pensionskassen (PK) erzielten durch ihre Anlagen am Kapitalmarkt durchschnittlich eine Rendite von 6,3 Prozent, wie Zahlen des Beratungsunternehmens PPCmetrics zeigen. Die Daten stammen aus den Abschlüssen von über 400 Vorsorgeeinrichtungen.
Ihnen hat geholfen, dass sie stark im Schweizer Markt investiert sind. «Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben traditionell ein Übergewicht im Heimmarkt. Aufgrund der hohen Konzentration des Schweizer Aktienmarktes entfällt dementsprechend ein hoher auf die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche», sagt Lukas Riesen von PPCmetrics auf Anfrage von cash.ch.
Diese Präferenz für den Heimmarkt – der sogenannte «Home Bias» – birgt zwar Risiken, hat sich diesmal aber bezahlt gemacht. Denn die Valoren von Roche, Novartis, Nestlé, UBS und Zurich Insurance machten zusammen 4,8 Prozent des Gesamtvermögens der Pensionskassen aus. Und sie alle haben 2025 zugelegt, zum Teil sogar kräftig. Entsprechend stark sind diese Werte im Swiss Market Index (SMI) gewichtet. Die folgende Tabelle schlüsselt dies im Einzelnen auf:
Zusammengenommen haben die fünf Titel nahezu 1 Prozent der 6,3-prozentigen Gesamtrendite ausgemacht. Eingeschenkt hat speziell das überaus positive Abschneiden von Roche, Novartis und UBS im abgelaufenen Börsenjahr; die drei Titel verzeichneten Zuwächse zwischen 23 und 33 Prozent (ohne Dividendenzahlungen).
Zum Vergleich: Der SMI stieg 2025 um 14 Prozent. Dass die Aktien von Nestlé daran gemessen nur schwach zulegten, deutet indes die Risiken des Home Bias an. Die Konzentration auf wenige Titel, die schlecht laufen, belastet die Erträge der Vorsorgeeinrichtungen.
Man kann zudem fragen, wie stark amerikanische Technologiewerte zur Rendite der Pensionskassen beitragen haben. Dazu ein Beispiel: Nvidia war 2025 die Top-Position unter diesen Tech-Aktien im Portfolio der Vorsorgeeinrichtungen. 0,9 Prozent des Gesamtvermögens entfielen auf die Aktien des Chipherstellers, die um 38 Prozent zugelegt haben. Sie steuerten folglich 0,342 Prozent bei – und damit mehr als jede der Schweizer Aktien.










