Immobilien im Schatten der Demographie
Moneypark befasst sich in einer Studie mit der erwarteten demographischen Entwicklung der Schweiz und den Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. In einem Beitrag der NZZ werden die Aussagen relativiert. In der Studie heisst es:
Die demografische Entwicklung ist einer der zentralen Treiber für die langfristige Stabilität und Dynamik des Schweizer Hypothekarmarkts. Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren landesweit von einem robusten Bevölkerungswachstum – primär getrieben durch die Zuwanderung – und einer damit verbundenen hohen Nachfrage nach Wohneigentum profitiert.
Zukünftig werden eine weiterhin tiefe Geburtenrate und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft das Wachstum abschwächen und damit den Immobilienmarkt für Hypothekargeber, Investoren und Immobilienentwickler aber auch für Hypothekarnehmende verändern. Insbesondere zwei Effekte werden heute bei der Preisbildung am Immobilienmarkt vernachlässigt:
1. Nur elf Kantone profitieren vom künftigen Bevölkerungswachstum
Die kantonalen Unterschiede bei der demografischen Entwicklung und damit auch der Wohnraumnachfrage sind beträchtlich. Das Wachstum der Wohnbevölkerung (insbesondere jenes in den jüngeren Altersgruppen, die neuen und grösseren Wohnraum nachfragen) wird von wenigen Regionen getrieben. Selbst bei Erreichen einer 10-Millionen-Schweiz werden diverse Kantone eine rückläufige Wohnraumnachfrage erleben.2. Verschiebung der Nachfrage hin zu kleineren Wohnobjekten
Durch die Veränderung der Altersstrukturen und der Familienbilder verändern sich auch die Wohnbedürfnisse. Aktuell wird eine grosse Anzahl an Einfamilienhäusern und grossen Wohnungen von Babyboomern gehalten. Diese Objekte entsprechen aber nur teilweise den Bedürfnissen der zukünftigen Bevölkerung.
Als wichtige Erkenntnisse werden zusammengefasst:
MoreBVK wird 100, Jubiläumszins und Einmalzulage
Die BVK wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Im Jubiläumsjahr wird die BVK mit diversen Aktionen auf sich aufmerksam machen. So will sie unter anderem einen Beitrag für die Jugend leisten, damit sie besser versteht, wie Geld, Träume und Vorsorge zusammenhängen. Ein entsprechendes Bildungsangebot ist in Vorbereitung. In der Mitteilung zum Jubiläum heisst es:
Ende 2025 versicherte sie gut 146’000 Personen – ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bestand der Aktivversicherten ist erneut stärker gewachsen als der Bestand der Rentenbeziehenden. Das trägt zur Attraktivitätssteigerung der BVK bei.
Das Anlagevermögen liegt per Ende Jahr bei 45,8 Milliarden Franken. Mit der Performance von plus 6,2 Prozent (Vorjahr: plus 8,1 Prozent) konnte der Deckungsgrad auf 113,6 Prozent (Vorjahr: 109,3 Prozent) gesteigert werden.
«Zum dritten Mal in Folge ein äusserst positives Anlageergebnis, was bei den geopolitischen Unsicherheiten so nicht erwartet werden konnte», fasst Thomas R. Schönbächler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der BVK, das Resultat des vergangenen Geschäftsjahres zusammen.
Insbesondere positiv zu Buche schlug in diesem Jahr die Fremdwährungsabsicherung, die neben Immobilien und Aktien einen grossen Anteil zum guten Resultat beitrug. Die Sparguthaben werden weiterhin und noch sicher bis Mitte Jahr zu 2,5 Prozent verzinst.
Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre wird den Versicherten im Jubiläumsjahr ein einmaliger Jubiläumszins dem Sparguthaben gutgeschrieben. Dieser wird individuell aufgrund der geleisteten Beitragsjahre bei der BVK und dem Sparguthaben berechnet.
Rentenbeziehende gehen ebenfalls nicht leer aus. Sie erhalten eine Einmalzulage mit der Rente Mitte Jahr ausbezahlt. Die Mittel dafür wurden bereits im Jahr 2024 zurückgestellt.
So viel (oder wenig) bringen BVG-Beiträge ab 20
Die Idee, obligatorische BVG-Beiträge bereits ab Alter 20 einzufordern, stösst auf gemischtes Echo. Die Skepsis scheint zu überwiegen. Auf 20 Minuten hat VZ-Experte Karl Flubacher vorgerechnet, was die Folgen für die spätere Rente in etwa sein könnten. Sie sind überschaubar.
MoreFlubacher hat dafür ein fiktives Rechenbeispiel erstellt und den Effekt anhand drei verschiedener Zinssätze berechnet – ausgehend von einer 20-jährigen Person mit einem Jahreslohn von 52’000 Franken (13 Monatslöhne à 4000 Franken).
Davon wird zuerst der sogenannte Koordinationsabzug abgezogen – dieser beträgt für das Jahr 2026 fix 26’460 Franken. Daraus ergibt sich der «versicherte Lohn», der noch 25’540 Franken beträgt.
Wie hoch der Beitrag ausfällt, den eine Person an die Pensionskasse einzahlt, gibt das Alter vor. Für die Berechnung wurde der Sparbeitrag der heute jüngsten Altersklasse (25 bis 34 Jahre) gewählt, der 7 Prozent beträgt. Bezahlt wird dieser je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber – also je 3,5 Prozent.
Somit ergibt sich ein Sparbeitrag von 1788 Franken pro Jahr, der in die Pensionskasse fliesst – dieser Betrag ist inklusive der Hälfte, die der Arbeitgeber beisteuert. Bei deinem ausgezahlten Jahreslohn fehlen also 894 Franken. Bei 13 Monatslöhnen macht das nicht ganz 70 Franken pro Monat aus.
Pro und kontra BVG-Beiträge ab 20
Die nationalrätliche SGK hat zwei Vorstösse für kleinere BVG-Revisionen beschlossen: eine einfachere Staffelung der Beiträge und die Plicht für BVG-Beiträge ab 2o statt wie bisher 25. 20 Minuten hat dazu zwei parlamentarische Stimmen eingeholt.
Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der FDP. «Jeder Franken, der früher in die Pensionskasse fliesst, ist beim Renteneintritt in 45 Jahren deutlich mehr wert», erklärt FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt. Junge Menschen sollten möglichst ab dem ersten Franken, den sie verdienen, in die Pensionskasse einzahlen, sodass sie im späteren Rentenalter ein möglichst sorgenfreies Leben haben, so der Zürcher.
Dank des Zinseszinses und der Arbeitgeberbeiträge verwandle sich jeder Franken, den man einzahle, in drei Renten-Franken. Auch wenn man mit Anfang 20 noch nicht viel verdiene, zahle sich diese Vorsorge aus: «Die Lebenskosten sind in dem Alter meist noch nicht so hoch, weil man oft noch keine Familie und damit auch weniger Ausgaben hat.»
SP-Nationalrätin Sarah Wyss wehrt sich gegen das Vorhaben: «Ich lehne diese Forderung ab, weil es den Arbeitseinstieg der jungen Menschen erschwert – ohne nennenswerte bessere Rente im Alter», sagt sie. Dies, weil junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt «teurer» würden, da Arbeitgebende ihren Anteil an den Pensionskassenbeiträgen früher übernehmen müssten.
Von der Anpassung profitieren würden vor allem die älteren Arbeitnehmenden, weil sich das Einkaufspotenzial vergrössere, so Wyss. «Die Jungen hätten einfach weniger Nettolohn», argumentiert die SP-Frau. Pensionskassen könnten zudem bereits heute den Sparbeginn früher ansetzen, es brauche also keinen «Zwang für alle».
SGK-N beschliesst zwei Vorstösse zum BVG
In der Mitteilung der Sozialkommission des Nationalrats vom 9. Januar heisst es:
Die SGK-N hat mit jeweils 17 zu 8 Stimmen die Ausarbeitung zweier Kommissionsinitiativen im Bereich der beruflichen Vorsorge (26.400 / 26.401) beschlossen.
Eine erste sieht vor, die Altersgutschriften neu zu gliedern. Aktuell gelten vier nach Alterskategorie gestaffelte Gutschriftensätze. Die Kommission will diese auf zwei Beitragssätze reduzieren. Damit sollen die Lohnnebenkosten älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesenkt und deren Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden.
Eine zweite Initiative zielt darauf ab, den Sparbeginn in der 2. Säule vom 25. auf den 20. Geburtstag vorzuverlegen und so ein längeres Sparen zu ermöglichen. Die Kommission nimmt damit nach der 2024 vom Volk abgelehnten BVG-Reform 21 die Diskussion zu einzelnen Elementen wieder auf. Als nächstes wird die Schwesterkommission darüber entscheiden, ob sie den Kommissionsinitiativen zustimmt.
Mitteilung SGK / Parl. Initiative Gutschriften / Parl. Initiative Alterssparen
Anlauf für schrittweise BVG-Revision
2024 scheiterte eine grosse Reform der beruflichen Vorsorge an der Urne. Die Sozialkommission des Nationalrates nimmt auf Anregung der SPV einen neuen Anlauf, diesmal aber in kleinen Schritten. Mit jeweils 17 zu 8 Stimmen wurden in der nationalrätglichen Sozialkommission Vorstösse angenommen, mit denen sie an zwei Stellschrauben im BVG-Obligatorium drehen will. Der Blick schreibt dazu:
- Neue Altersgutschriften: Heute gelten je nach Alter vier verschiedene Beitragssätze. Für 25- bis 34-Jährige fliessen mindestens 7 Prozent des koordinierten Lohns in die Pensionskasse. Für 35- bis 44-Jährige werden 10 Prozent und für 45- bis 54-Jährige 15 Prozent fällig. Der höchste Satz mit 18 Prozent kommt ab 55 Jahren zum Zug. Neu soll es nur noch zwei Beitragssätze geben. Eine konkrete Vorgabe macht der Vorstoss nicht. In der gescheiterten Reform waren 9 Prozent bis 44 Jahre sowie 14 Prozent ab 45 Jahren vorgesehen. Das Ziel dabei: Ältere Arbeitnehmende sollen für Arbeitgeber dadurch günstiger und damit auf dem Arbeitsmarkt attraktiver werden.
- Sparen schon ab 20: Junge Arbeitnehmende zahlen heute erst ab 25 Jahren in die Pensionskasse ein. Das Alterssparen in der zweiten Säule soll neu schon mit 20 Jahren starten – analog zur AHV. Damit sollen Junge ein höheres Alterskapital erzielen können. Die Idee für einen früheren Sparbeginn wurde schon mit der letzten BVG-Reform diskutiert, scheiterte aber am Widerstand des Ständerats.
More«Bei der beruflichen Vorsorge besteht nach wie vor Handlungsbedarf», sagt Kommissionspräsidentin und FDP-Nationalrätin Regine Sauter (59, ZH) zu Blick. Nach dem in der Volksabstimmung gescheiterten Gesamtpaket wolle die Kommission deshalb einzelne Elemente wieder aufnehmen.
Für staatliche PKs sind Kündigungen politisch
Nachdem die Berner Burger-PK mit einer Leerkündigung kürzlich in die Schlagzeilen geraten ist, trifft es jetzt die baselstädtische PK. Der Blick meint, das sei «brisant»:
MoreEs sind günstige Wohnungen im teuren Genf, noch dazu an bester Lage, am Boulevard Carl-Vogt im Genfer Quartier La Jonction. Doch damit ist jetzt Schluss. 107 Mieter und 15 Gewerbetreiber erhielten die Leerkündigung, dies berichtet die Zeitung «Tribune de Genève».
Die Gebäude sollen umfassend saniert werden, unter anderem ist eine Zentralheizung geplant. Für die Bewohner, teilweise ältere Menschen, ein Schock. Sie müssen teilweise innerhalb von wenigen Monate eine neue Bleibe finden – keine einfache Aufgabe in einer Stadt wie Genf.
Besonders brisant: Die Gebäude gehören der Pensionskasse des Kantons Basel-Stadt. Mit Tanja Soland (50) sitzt auch eine Basler Regierungsrätin im Verwaltungsrat. Deshalb wird jetzt die Politik aktiv.
Das Label ESG ist tot?
ESG ist tot. Lang lebe die nachhaltige Geldanlage, schreibt Markus Städeli in der NZZ und meint: ESG ist für viele Banken bloss ein Label: uneinheitlich und verwässert. Es gibt viel glaubwürdigere Ansätze. Wie viel glaubwürdiger sei dahingestell. Offenbar geht es Städeli darum, aufzuzeigen, dass Larry Fink am WEF in Davis recht hatte, aber alles mehr oder weniger gleich bleibt. Einfach unter anderem Label.
MoreFinks Auftritt in Davos markiert für mich das endgültige Ende der ESG-Ära. ESG steht für Environmental, Social und Governance, also die Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien sowie der guten Unternehmungsführung bei der Auswahl von Wertschriften.
Fink nimmt das Wort ESG schon länger nicht mehr in den Mund, sondern spricht jetzt von «Wachstum dank Innovation innerhalb der planetaren Grenzen». Er betont, dass Unternehmen keinen Profit erwirtschaften sollten, ohne auch die Kosten dieses Profits zu berücksichtigen. Er positioniert Blackrock als Financier der Transition.
Renditenvergleich im Prevanto-Monitor
Der Prevanto Monitor per 31.12.2025 enthält u.a. auch obigen Renditenvergleich mit den Zahlen von UBS-Performance, Pictet 25 plus und Swisscanto PK-Monitor für alle Kassen. Weitere Diagramme geben die Entwicklung der Deckungsgrade, Kapitalmarktinfos und Wechselkurse wieder.
Einkommensverteilung 2000-2023
Im Jahr 2023 beträgt das mediane verfügbare monatliche Äquivalenzeinkommen in der Schweiz 4332 Franken. Dieses Einkommen ist zwischen 2000 und 2014 nach anfänglichen Schwankungen stark gestiegen. In den darauffolgenden Beobachtungsjahren ist eine Stagnation ersichtlich.
Die Einkommensungleichheit, gemessen am Gini-Koeffizienten, der Werte zwischen 0 (vollkommene Gleichheit: alle haben das gleiche Einkommen) und 1 (maximale Ungleichheit) annehmen kann, schwankte für die verfügbaren Äquivalenzeinkommen seit der Jahrtausendwende zwischen 0,26 und 0,30. Seit 2015 hat sie sich bei Werten um 0,29 und 0,30 stabilisiert.
Die Pensionierten und die Individualbesteuerung
Wer von einem Wechsel zur Individualbesteuerung letztlich profitieren würde, lässt sich generell schwer feststellen, zu unterschiedlich sind die individuellen Verhältnisse, zu komplex das Projekt. Immerhin sind einige Trends aus den amtlichen Zahlen ablesbar. Wie der Tages-Anzeiger schon früher kommt auch die NZZ zu dem Schluss, dass Pensionierte mehrheitlich zu den Profiteuren gehören würden. Fabian Schäfer schreibt:
More[Die Zahlen der Steuerverwaltung] zeigen, wer die grossen Gewinner wären: in erster Linie verheiratete Rentner und in zweiter kinderlose Ehepaare.
In Zahlen ausgedrückt: Pensionierte Ehepaare machen nur 15 Prozent aller Steuerpflichtigen aus. Auf sie entfallen jedoch 36 Prozent der gesamten Entlastung (245 von 625 Millionen Franken). Ähnlich positiv sieht es für Doppelverdiener-Paare ohne Kinder aus, die ebenfalls stark überproportional entlastet werden: Sie machen 8 Prozent aller Steuerpflichtigen aus, sollen aber 16 Prozent der gesamten Entlastung erhalten.
Holcim-Kassen verzinsen Sparguthaben mit 9%, Update
Die PEKAM AG teilt mit, dass die ursprünglich an dieser Stelle publizierte Meldung zum Holcim Pension Fund sich auf das Vorjahr bezieht und hat uns freundlicherweise die aktuellen Daten zugestellt. Wir bedauern das Missverständnis. PEKAM schreibt:
Das Investment Office des Holcim Pension Fund und der Pensionskasse der Holcim (Schweiz) AG, die Pekam AG, berichtet von erfreulichen Entwicklungen. Aufgrund der soliden Entwicklung der Finanzmärkte im vergangenen Jahr sind die Deckungsgrade der erwähnten Kassen auf über 128 % resp. 130 % gestiegen.
Beide Stiftungsräte haben sich entschieden, die Sparguthaben mit je 9 % zu verzinsen und lassen so die Versicherten an der positiven finanziellen Entwicklung der Kassen partizipieren. Der technische Zins beträgt bei beiden Kassen 1.75 %.
Warum der Wohnungsbau feststeckt
In seinem ausführlichen und lesenswerten Beitrag geht Jürg Zulliger in der NZZ auf die «wahren Ursachen steigender Mieten» ein und schlägt radikale Massnahmen vor.
MoreDie Diskussion über steigende Mieten in der Schweiz verläuft nach einem vertrauten Muster. Die Preise ziehen an, die öffentliche Empörung wächst – und rasch werden die Schuldigen präsentiert: grosse Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Immobiliengesellschaften.
Sie würden mit hohem Kapitaleinsatz halbe Städte aufkaufen und damit die Mieten nach oben treiben. Doch diese Erklärung greift zu kurz und lenkt von den eigentlichen Ursachen der Wohnungsknappheit ab.
Unbestritten ist: Die Werte von Mehrfamilienhäusern steigen weiter. Besonders institutionelle Anleger wie Pensionskassen und grosse Versicherungen suchen gezielt nach solchen Wohnliegenschaften. Befragt man diese Investoren, zeigt sich: Keine andere Anlageklasse wollen sie so stark ausbauen.
Kapitalbezug Zeichen für Vertrauenskrise?
Die Arbeitnehmenden nehmen viel mehr Kapital aus ihren Pensionskassen, wenn sie in Rente gehen. Letztes Jahr wurden 17 Mrd. Fr. als Kapital bezogen. Das ist fast doppelt so viel wie fünf Jahre früher (8.9 Mrd. Fr. im Jahr 2019).
Daniel Lampart, Chefökonom beim SGB, kommentiert in seinem Blog die starke Zunahme der Kapitalbezüge bei Pensionierung.
Warum nehmen heute viel mehr Leute viel Kapital aus der Pensionskasse? Ist es ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen in die Pensionskassen geschwunden ist? Ein Grund für den Kapitalbezug sind die «Berater» oben, die den Versicherten ihre privaten Vorsorgelösungen verkaufen wollen und ihnen Schönwetter-Berechnungen vorlegen.
Dazu kommt, dass die sinkenden Leistungsversprechen in den Pensionskassen am Vertrauen genagt haben. Die Pensionskassen können zwar nichts für die tieferen Zinsen auf den Finanzmärkten. Aber sie haben teilweise zu vorsichtig agiert und zu viele Reserven gebildet.
Zahlreiche Pensionskassen waren sogar froh, dass die Pensionierten das Kapital nahmen, weil sie damit weniger Risiko auf der Bilanz haben. Das hat sich glücklicherweise zu ändern begonnen. Die «technischen Rückstellungen» werden wieder abgebaut. Und die Vorsorgeguthaben werden wieder höher verzinst und auch Renten punktuell erhöht.
Generelle Rentenerhöhungen sind aber nach wie vor die Ausnahme. Und nach wie vor gibt es zahlreiche schwarze Schafe unter den Pensionskassen, die teuer sind und ungenügende Leistungen bieten. Die Aufsicht schaut zu wenig gut hin. Der Marktanteil der Versicherungen, die mit der zweiten Säule Geld verdienen, steigt. (…)
Die zweite Säule ist eine Sozialversicherung. Für Firmen, die keine eigene Kasse führen können, braucht es ein Non-Profit-Angebot mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis – wie es die Sozialpartner in verschiedenen Branchen bereits anbieten.
PK-Statistik 2024 mit den definitiven Zahlen
Die 1292 Schweizer Pensionskassen erreichten 2024 eine Bilanzsumme von 1220,6 Milliarden Franken (Vorjahr 1129,1 Milliarden Franken) mit einem positiven Nettoergebnis der Vermögensanlagen von 83,7 Milliarden Franken (Vorjahr 54,2 Milliarden Franken). Zudem konnten höhere Wertschwankungsreserven gebildet und die Unterdeckung weiter reduziert werden. Dies geht aus den definitiven Ergebnissen der Pensionskassenstatistik 2024 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.








