Die jetzt bekannt gewordenen hervorragenden Ergebnisse für das Anlagejahr 2017 kontrastieren heftig mit den in letzter Zeit publizierten, teils drastischen Senkungen des Umwandlungssatzes. Fabian Schäfer schreibt dazu im Bund:
Welch ein Kontrast zu den vergangenen Monaten: Nachdem die Pensionskassen zuletzt vor allem mit Rentensenkungen und düsteren Prognosen für Aufsehen gesorgt haben, erfreuen sie das Publikum nun mit üppigen Renditen. 6,7 Prozent waren es bei der Pensionskasse des Bundes, 8,2 Prozent bei jener des Kantons Bern. Die Kasse der SBB erzielte 5,3 Prozent, jene der Post 6,1 Prozent. Sogar bei 11 Prozent lag die Rendite bei der Sammelstiftung Profond, die von einem hohen Aktien- und Immobilienanteil profitierte. Insgesamt erzielten die Vorsorgewerke gemäss dem Pensionskassenindex der Credit Suisse eine Rendite von rund 8 Prozent. Dies ist das viertbeste Ergebnis seit Bestehen des Index im Jahr 2000.
Ist nun alles halb so wild? Gingen die Pensionskassen mit den Rentensenkungen zu weit? Im Durchschnitt senkten sie die Umwandlungssätze, die für die Höhe neuer Renten entscheidend sind, seit 2005 von 6,9 auf 6 Prozent. Doch nicht einmal Gewerkschafter sagen, die Pensionskassen hätten im grossen Stil übertrieben. Aus ihrer Sicht gingen lediglich einzelne Kassen zu weit, die den Umwandlungssatz unter 5 Prozent drückten, so etwa die Pensionskassen des bundeseigenen Rüstungskonzerns Ruag. Dessen Leitung hält weiterhin an der Kürzung fest. Die Ruag-Kasse hat im vergangenen Jahr eine Rendite von 3,9 Prozent erzielt. (…)
Matthias Kuert Killer vom Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse sagt, die Pensionskassenchefs und die Arbeitgeber stünden jetzt vor einem Glaubwürdigkeitstest: Sie beteuerten stets, der Mindestzins sei nur ein Minimum, und wenn die Renditen höher seien, gäbe es mehr Zins. Wenn sie dieses Versprechen nun nicht einhielten, glaube ihnen niemand mehr, sagt Kuert Killer. «Wollen die Pensionskassen die berufliche Vorsorge nicht selber abschaffen, müssen sie jetzt die Versicherten gebührend beteiligen.» Sonst werde die Akzeptanz der zweiten Säule leiden.





