Das Bau- und Wohnungswesen 2016
Die Publikation Bau- und Wohnungswesen gibt einen Überblick über die Struktur des Gebäude- und Wohnungsbestandes, die Wohnverhältnisse der Bevölkerung, über die leer stehenden Wohnungen sowie über die Bauausgaben, -investitionen und die Wohnbautätigkeit.
Sie zeigt beispielsweise, dass
– über 40% des Gebäudebestandes vor 1960 gebaut wurde,
– die durchschnittliche Wohnungsfläche in neueren Gebäuden grösser ist,
– für jedes fünfte Kind keine Möglichkeit auf ein eigenes Zimmer besteht,
– die Leerwohnungsziffer im achten Jahr in Folge angestiegen ist,
– die Bauausgaben im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 0.5% gestiegen sind.
Zudem enthält die Publikation für jeden Kanton eine doppelseitige grafische Übersicht zu den wichtigsten Zahlen und Statistiken.
Fehlende Kultur der Einflussnahme auf Konzerne
Daniel Zulauf befasst sich in der Nordwestschweiz mit dem geringen und noch geringer werdenden Einfluss der Schweizer Aktionäre auf die hiesigen Konzerne. Das betrifft auch die Pensionskassen.
Die Einstellung der Schweizer Pensionskassen zu ihren Stimmrechten haben sich bis heute nicht wesentlich verändert. Umfragen der auf Governance-The-men spezialisierten Beratungsgesellschaft Swipra belegen dies regelmässig. Geschäftsführerin Barbara Heller sagt: Institutionelle Investoren und Pensionskassen aus der Schweiz messen dem Stimmrecht eine relativ geringe Bedeutung bei. So wie diese Haltung Firmenchefs einst freute, gibt sie ihnen heute Grund zum Ärger.
Es seien in erster Linie Schweizer Pensionskassen und andere institutionelle Aktionäre, die den Empfehlungen professioneller Stimmrechtsberater unkritisch folgen und die Unternehmen so teilweise in Nöte brächten, weiss Heller. Sie hält die Empfehlungen der Berater aber für problematisch, weil sie auf Formalismen und internationalen Standards beruhten, die den spezifischen Erfordernissen der hiesigen Firmen nicht gerecht würden. Und Swipra spiegelt die Sicht der Unternehmen. Die Agentur wurde einst als Konkurrenz zu der als Managerschreck bekannt gewordenen Ethos gegründet. (…)
In einem Brief an die Chefs der weltgrössten Unternehmen schrieb Larry Fink (Chef von Blackrock), die Gesellschaft erwarte, dass die Firmen nebst finanziellen auch soziale Zwecke erfüllten. Blackrock und andere ähnlich ausgerichtete Vermögensverwalter werden auch in den Schweizer Unternehmen die Governance zunehmend prägen, glaubt man bei Swipra. Was dies für die Zukunft bedeutet, bleibt vorerst unklar. Klar erscheint indessen, dass die Schweizer Aktionäre trotz ihrem hohen und zuletzt gestiegenen Stimmengewicht weiter an Einfluss verlieren, weil sie selber keine Kultur der Einflussnahme haben.
CVP versucht mittleren Weg zur AHV-Revision
Die Sonntagszeitung schreibt über einen von Gerhard Pfister, CVP-Präsident, vorgelegten “Rettungsplan” für die AHV-Revision. Grosse Innovationen sucht man darin vergeblich.
Die Eckwerte des Rettungsplans hat er mit seiner Partei bereits skizziert: Das Rentenalter für Frauen soll von 64 auf 65 Jahre erhöht und damit demjenigen der Männer angeglichen werden. Für niedrige Einkommen soll es einen sozialen Ausgleich geben. Vorgesehen ist zudem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Prozent; mit den daraus resultierenden Einnahmen sollen die Defizite der AHV ausgeglichen werden. Mit ihrem Kompromiss befindet sich die CVP ziemlich genau zwischen den Positionen des linken und rechten Lagers. (…)
Für Pfister besteht bereits jetzt Handlungsbedarf, weil sich in der Diskussion einmal mehr eine Pattsituation ergeben hat. Zudem ist der bürgerliche Schulterschluss, der sich nach der Abstimmung im letzten Herbst anbahnte, bis jetzt nicht zustande gekommen. «Der AHV-Reform droht erneut eine Blockade. Der Vorschlag von Bundesrat Berset ist nicht mehrheitsfähig, ebenso wie die wenig konkreten Vorstellungen der Sieger der letzten Abstimmung FDP und SVP», sagt Pfister. (…)
“Die sinkende Zuwanderung setzt der AHV zu”
Fabian Schäfer nimmt im Tages-Anzeiger ein Thema auf, das vom Arbeitgeberverband angestossen wurde: die unter den Erwartungen liegenden AHV-Einnahmen 2017 aufgrund einer geringer als prognostiziert ausgefallenen Zuwanderung.
Insgesamt lagen ihre Einnahmen 370 Millionen Franken unter den Annahmen. Die Abweichung war hier viel grösser als bei den Ausgaben, wie die kürzlich veröffentlichten Zahlen zum Jahresabschluss 2017 zeigen. Auch die wichtigste AHV-Kennzahl – das Umlageergebnis – fiel schlechter aus als geplant: Das Minus lag bei 1 statt 0,7 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich um das Ergebnis ohne Kapitalrendite, mithin die Finanzierungslücke der AHV.
Die grosse Frage ist nun, wie der Bund reagieren soll. Der Zeitpunkt ist brisant, weil der Bundesrat im Sommer eine neue AHV-Reform in die Vernehmlassung gibt. Er will die Mehrwertsteuer stark erhöhen – um bis zu 1,7 Prozent – und das Rentenalter der Frauen auf 65 anheben. Wie hoch die Steuererhöhung ausfällt, hängt ganz von der AHV-Finanzplanung ab. Deshalb ist es entscheidend, welche Annahmen der Bund zum Beispiel bei der Zuwanderung trifft.
Dienstleister für PKs: Der Markt ist in Bewegung
Seit Jahren geht die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen stetig zurück, vor allem kleinere Kassen sind den steigenden Anforderungen vielfach nicht mehr gewachsen. Und Mittelgrosse nützen zunehmend das Mittel des Outsourcing für die PK-Verwaltung. Das hat Auswirkungen auf die Dienstleister. Roland Schmid, Geschäftsführer der Swiss Life Pension Services, behandelt sie in der Sonderausgabe der Schweizer Personalvorsorge “Externe Dienstleister 2018”.
Nach der neuesten Pensionskassenstatistik gab es Ende 2016 noch 1713 Pensionskassen mit 4.1 Millionen aktiven Versicherten, 1.2 Millionen Rentenbezügern und einer Bilanzsumme von 824 Mrd. Franken. Heute werden vor allem Pensionskassen bis zu einer Grösse von 300 bis 400 aktiven Versicherten liquidiert und in Sammelstiftungen aufgenommen. Man kann feststellen, dass die Diskussion um die technischen Zinssätze, das tiefe Renditepotenzial im Anlagebereich, die zu hohen Umwandlungssätze der Sammelstiftungen und die daraus resultierende Umverteilung das Bedürfnis nach einer adäquaten und risikooptimierten Vorsorgelösung bei Arbeitgebern und Versicherten steigert.
Ebenfalls erhöht sich, wie bereits erwähnt, der Verwaltungsaufwand aufgrund steigender Compliance- und Governance- Vorschriften. Dies hat zur Folge, dass bei Pensionskassen ab 500 aktiven Versicherten statt Liquidation und Überführung in eine Sammelstiftung immer mehr Dienstleistungen ausgelagert werden. Diese Tendenz ist auch bei Pensionskassen mit mehr als 2500 aktiven Versicherten feststellbar.
Ein gesamtheitlicher Dienstleister (Expertentätigkeit, Beratungstätigkeiten, Verwaltung und Informatik inklusive Software-as-a-Service und Lizenzen) kann das Marktpotenzial im Bereich der beruflichen Vorsorge abschätzen. Setzen sich die heute bekannten Tendenzen fort, so ist zu erwarten, dass das Marktpotenzial nicht unter 350 Mio. Franken pro Jahr sinken wird. Diese Schätzung basiert auf der Hypothese, dass die Anzahl der Pensionskassen um 50 Prozent auf weniger als 1000 Pensionskassen sinken wird. Andererseits erhöht sich gemäss heutiger Erfahrungen der Anteil der Pensionskassen, die ihre Verwaltungstätigkeiten auslagern.
Publica: Gute Performance dank Schwellenländer
Die Pensionskasse des Bundes Publica erzielte 2017 eine Netto-Gesamtrendite von 6,75 (Vorjahr 5,06) Prozent) und erreichte einen Gesamtdeckungsgrad von 107,1 (102,9) Prozent. Keines der 20 Vorsorgewerke befand sich per Ende 2017 in Unterdeckung. Die Verwaltungskosten konnten 2017 auf 170 Franken pro Versicherten und Rentner weiter gesenkt und die gesamten Vermögensverwaltungskosten auf 0,20 Prozent der Vermögensanlagen gehalten werden.
Scharfe Selektion bei der Vollversicherung
Kurt Speck geht in der Handelszeitung auf die Situation im Kollektivgeschäft der Versicherer ein.
KMU halten vermehrt Ausschau nach Alternativen in der beruflichen Vorsorge. Vor allem die kleinen Betriebe entscheiden sich in grosser Zahl für eine Vollversicherung. Allerdings: Einen Anbieter zu finden gestaltet sich zunehmend komplex. Mit Swiss Life, Allianz, Axa, Helvetia, Basler und Pax führen lediglich noch sechs Gesellschaften die Vollversicherung in ihrem Sortiment, und alle stehen bei der Neuaufnahme von Kunden auf die Bremse. Zurich und Mobiliar sind ausserhalb des BVG-Bereichs tätig. Generali hat sich bereits vor knapp 20 Jahren aus dem Vollversicherungsgeschäft verabschiedet.
Die Finanzmarktaufsicht Finma verweist im letzten Transparenzbericht zur beruflichen Vorsorge darauf, dass sich das Prämienvolumen mit Vollversicherungen innerhalb von 12 Monaten um 6 Prozent auf noch 23 Milliarden Franken vermindert hat. Das Fazit der Aufsichtsbehörde ist einigermassen alarmierend: «Dies zeigt die gesunkene Kapazität und Bereitschaft der Lebensversicherer, Neugeschäft in der Vollversicherung zu zeichnen.» Als Grund für die selektive Zeichnungspolitik der Versicherer wird die ungenügende Entschädigung für das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsversprechen genannt. Im Klartext heisst das, nicht jedes Unternehmen, das eine Vollversicherung wünscht, kann diese im heutigen Markt erwerben. Seitens der Versicherungsgesellschaften wird damit argumentiert, der Regulator sorge mit überhöhten Kapitalanforderungen selbst dafür, dass die Messlatte für Neukunden höher angesetzt werde. (…)
Schweizer PK-Vermögen erreichen 133% des BIP
Die neuesten Daten der vom Thinking Ahead Institute durchgeführten Global Pension Assets Study zeigen, dass die weltweiten institutionellen Pensionsvermögen in den 22 grössten Pensionsmärkten per Ende 2017 auf 41,3 Billionen US Dollar gestiegen sind. Damit erreichten sie einen neuen Höchststand seit Beginn der Studie im Jahr 1997. Die Vermögenswerte wuchsen 2017 um insgesamt 4,8 Billionen (+13%). Noch nie zuvor war in den vergangenen 20 Jahren das Wachstum (gemessen in USD) in einem einzigen Jahr so hoch.
Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass das Vermögen der Vorsorgeeinrichtungen in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen ist und zwar um durchschnittlich 6,2% pro Jahr (in USD). Unter den Schweizer Vorsorgeeinrichtungen fällt das jährliche Wachstum mit 5,8% etwas niedriger aus.
Das Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen wuchs im vergangenen Jahrzehnt jährlich um 3,8% (gemessen in Franken). Damit belaufen sich die Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen neu auf 133% des BIP (2007: 112%). An den weltweiten Pensionsvermögen hat die Schweiz einen Anteil von etwas mehr als 2%.
Ferner ist gemäss der Studie in den letzten 20 Jahren die Heimatorientierung (sogenannte Home Bias) der Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der Aktien gesunken: von 68,7% im Jahr 1998 auf 41,1% im Jahr 2017. In den vergangenen zehn Jahren hatte der US-Pensionsmarkt die höchste Allokation in inländischen Aktien, während in den Märkten Kanada, Schweiz und Grossbritannien der heimische Aktienmarkt die kleinste Allokation darstellte.
BVK und die Herkunft der Retros
Vor einiger Zeit wurde von der BVK kommuniziert, dass ihr rund 20 Mio. an Retrozessionen von Banken ausbezahlt wurden. Arthur Rutishauser, Chefredaktor des Tages-Anzeiger, hat dazu ausführliche Details. Involviert ist primär die amerikanische Investmentbank Jeffries. Rutishauser schreibt u.a.:
«Auf die Forderung der BVK auf sofortige Herausgabe von zu Unrecht vereinnahmten Retrozessionen eines beauftragten Vermögensverwalters wurde nicht eingegangen», schreibt die BVK in einer Stellungnahme. Erst weigerte sich Jefferies sogar, den Umfang der Kick-backs bekannt zu machen, obwohl sie dazu vertraglich explizit verpflichtet war, wie das Gericht feststellte. Daraufhin stellte die BVK unter neuer Führung 2011 ganz einfach die Zahlung von Gebühren ein. Erst dann gab Jefferies eine Liste mit Zahlungen in Höhe von total 9,6 Millionen Franken heraus. Doch diese war offensichtlich unvollständig. 2014 schob Jefferies Informationen über weitere Zahlungen von rund 2,5 Millionen Franken nach. (…)
Insgesamt fliessen nun Gebühren in Höhe von 12,5 Millionen Franken an die BVK zurück. Hinzu kommen Verzugszinsen in Höhe von 7,5 Millionen Franken. «Das Urteil ist rechtskräftig, das heisst endgültig», sagt BVK-Chef Thomas Schönbächler auf Anfrage. Jefferies-Sprecherin Sara Boyes wollte keine Stellung nehmen.
Arbeitgeber: “Fahrlässige AHV-Defizitwirtschaft”
Roland Müller, Direktor des Arbeitgeberverbands, hält zum Ergebnis der Jahresrechnung der Compenswiss fest:
Das Umlagedefizit hat im vergangenen Jahr sogar erstmals die Marke von einer Milliarde Franken geknackt. Damit liegt der Verlust bedenkliche 300 Millionen Franken über den Projektionen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV). Die bedrohliche strukturelle Schieflage der AHV wird mithin «Schwarz auf Weiss» erkennbar. Das ist die schlechte Nachricht, die sich bei genauerem Hinsehen offenbart.
Besonders alarmierend ist, dass die Einnahmeseite um fast 400 Millionen Franken hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der Ausfall dürfte nicht zuletzt der rückläufigen Nettozuwanderung geschuldet sein, die 2017 deutlich unter der BSV-Kalkulation von durchschnittlich 60’000 Personen pro Jahr bis 2030 lag.
Das BSV geht basierend auf dieser – aller Voraussicht nach – überhöhten Prognose von einem Umlagedefizit aus, das 2025 über 3,7 Milliarden Franken und 2030 über 7 Milliarden Franken betragen wird. Es wird also immer offensichtlicher, dass selbst diese horrenden Defizite die künftige Entwicklung beschönigend darstellen. Eine solche Defizitwirtschaft muss angeprangert statt bagatellisiert werden.
OAK: Anhörung zur Weisung über Zulassung von PK-Experten
Die OAK BV hat die Weisungen über die Zulassung von Experten für berufliche Vorsorge (W-01/2012) aktualisiert und ergänzt. Die Anpassungen betreffen Präzisierungen nicht materieller Art (Zweckartikel, Geltungsbereich, Meldung von Mutationen), Neuerungen sowie die Streichung einiger Erläuterungen, die sich auf die Anfangsphase des Zulassungsverfahrens im Jahre 2012 beziehen und nicht mehr aktuell sind (provisorische Zulassung).
Neu enthalten die Weisungen Bestimmungen über die Offenlegung in der Jahresrechnung und die Unterschriftenregelung. Sie betreffen insbesondere die juristischen Personen, die eine Zulassung als Experte für berufliche Vorsorge besitzen. Die Anhörung dauert bis zum 11. Mai 2018.
Freiburger PK-Entscheid gegen Stiftungsräte kommt vor Kantonsgericht
(sda) Nach dem Freispruch von sechs Angeklagten im Falle der Vorsorgeeinrichtung der medizinisch-sozialen Dienste des Saanebezirks (ACSMS) kommt der Fall nun vors Kantonsgericht. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt.
“Knochenarbeit”
Susanne Kapfinger von AWP Soziale Sicherheit hat mit Thomas Schönbächler, Direktor der BVK, ein Interview zu den kürzlich der Kasse zugesprochenen Retrozessionen in Höhe von 20 Mio. Franken geführt. Auszüge:
Herr Schönbächler, sind noch weitere Gerichtsverfahren hängig, bei denen es um die Rückforderung von Retrozessionen geht?
Die BVK hat bereits im Jahre 2010/11 die Offenlegung sämtlicher Retrozessionen verlangt. Eine Rückforderung ist zu Gunsten unserer Versicherten und deshalb erachten wir es als unsere Pflicht. Wir fordern in der Folge konsequent und 10 Jahre rückwirkend sämtliche Ansprüche zurück. Der Weg vor Gericht ist dabei der letzte Schritt, den wir eingehen, wenn er nötig ist.
Wie aufwändig war das kürzlich abgeschlossene Verfahren?
Die Forderung der Offenlegung ist an sich nicht schwierig. Sie muss aber konsequent und kompromisslos abgearbeitet werden, das ist Knochenarbeit. Die in diesem Zusammenhang wichtigen Verjährungsunterbrechungen können mittels Einredeverzicht oder bei Weigerung auf dem klassischen Betreibungsweg eingeholt werden. Auch das ist Fleissarbeit, die meist ohne juristische Unterstützung abgewickelt werden kann. Je nach Koope-rationsbereitschaft der Gegenpartei oder spätestens wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommt, muss ein spezialisierter Anwalt beigezogen werden, wobei nur schon dank des gesetzlichen Verzugszinses von 5% alle Anwaltskosten bei weitem gedeckt sein dürften.
10 Prozent für Infrastruktur
Der Ständerat überwies mit 30 zu 0 Stimmen und bei 6 Enthaltungen eine Motion von Nationalrat Thomas Weibel (GLP/ZH), gegen den Willen des Bundesrates. Für die Anlagekategorie «Infrastruktur» soll demnach eine Maximalquote von 10% gelten.Für die Kassen sei es schwieriger geworden, ausreichende Kapitalerträge zu er-wirtschaften, schreibt Weibel im Vorstoss. Eingereicht hat er diesen 2015, einige Monate nachdem die Nationalbank den Franken-Euro-Mindestkurs aufgehoben hat. Er verwies dabei auf das tiefe Zinsniveau und drohende Unterdeckungen.
Und noch ein Vorschlag zum Thema Rentenalter
pw. Zwar ist ein Rentenalter 67/67 zwingend notwendig, wenn die Altersvorsorge auf heutigem Niveau finanzierbar bleiben soll, aber die Einsicht verhilft der Forderung nicht zur Durchsetzung. Und so werden auf dem linken Ufer stets neue Ideen aus dem Zylinder gezaubert, wie man mit allerhand Tricks das Notwendige doch noch verhindern könnte. Urheber des neuen kreativen Meisterstücks sind die einschlägig bekannten Silja Häusermann und Thomas Widmer von der Uni Zürich. Im St.Galler Tagblatt kann man dazu lesen:
In dieser festgefahrenen Situation lancieren die Politikwissenschafter Silja Häusermann und Thomas Widmer von der Uni Zürich einen alternativen Vorschlag. In einem Beitrag für die schweizerische «Zeitschrift für Politikwissenschaft» bringen sie die Idee eines bildungs- respektive einkommensabhängigen Rentenalters ins Spiel. Die Idee: Personen, die über einen hohen Bildungsstand respektive über ein hohes Einkommen verfügen, müssten länger arbeiten als solche mit tiefem Bildungsstand oder Einkommen.
Personen mit einer höheren Berufsausbildung, einem Fachhochschul- oder Universitätsabschluss seien eher in der Lage und auch interessiert, «über das bisher übliche Rentenalter hinaus weiter erwerbstätig zu sein», schreiben die Politologen. Wer eine weiterführende Ausbildung absolviere, der sei vielfach in Berufen tätig, die für den Körper vergleichsweise weniger belastend seien. Wegen des späteren Berufseintritts seien die Gutausgebildeten zudem im herkömmlichen System weniger lange erwerbstätig.




