Viele Mitarbeitende finden ihren Weg eher zufällig in die Pensionskassenbranche und entscheiden sich später bewusst dafür, dort zu bleiben. Philippe Suter, Stv. Mandatsleiter der AVADIS Vorsorge AG, hat den Fachkräftemangel in der PK Branche in seiner Masterarbeit untersucht und die Ergebnisse in einem Artikel für die VPS Verlag Personalvorsorge und Sozialversicherung AG publiziert.
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Anbei eine kurze Zusammenfassung:
Der Befund ist differenziert: Einen flächendeckenden Mangel gibt es derzeit nicht. Während sich ein Teil der Vorsorgeeinrichtungen kaum betroffen sieht, melden andere bereits Rekrutierungsengpässe, namentlich in der Kundenberatung, der Leistungsabwicklung und der Stiftungsbuchhaltung. Angesichts des demografischen Wandels und des kleinen, hochspezialisierten Fachkräftepools plädiert der Autor dennoch für eine frühzeitige, strategisch angelegte Personalsicherung.
Im Zentrum steht ein scheinbares Paradox: Knapp die Hälfte der Befragten ist eher zufällig in die zweite Säule gelangt, die Branche wird also kaum als bewusste Karriereoption wahrgenommen. Zugleich zeigt sich eine ausgeprägte Bindung aus Überzeugung, getragen vom Interesse am Vorsorgesystem, von anspruchsvollen Aufgaben, attraktiven Arbeitsbedingungen, einem kollegialen Umfeld und der gesellschaftlichen Relevanz der Tätigkeit. Ein Verbleib mangels Alternativen ist die Ausnahme. Suter folgert daraus, dass der Engpass weniger in der Arbeitgeberattraktivität an sich liegt als in der mangelnden Sichtbarkeit der Branche und in erschwerten Zugängen.
Er leitet drei Handlungsfelder ab. Erstens soll die Branche ihre Stärken durch zeitgemässe Kommunikation und authentische Einblicke in den Arbeitsalltag gezielter nach aussen tragen. Zweitens soll die verbreitete Fixierung auf Branchenerfahrung relativiert werden, da viele heutige Fachkräfte selbst Quereinsteigende waren und strukturiertes Onboarding sowie gezielte Aus- und Weiterbildung diesen Einstieg erleichtern können. Drittens gilt es, die Bindung bestehender Mitarbeitender über transparente Entwicklungspfade, flexible Arbeitsmodelle und eine wertschätzende Führungskultur weiter zu festigen. Insgesamt beschreibt der Autor den Fachkräftemangel als multikausal und organisationsspezifisch unterschiedlich gewichtet; die Chance liege darin, dass künftig mehr Fachkräfte die berufliche Vorsorge bewusst wählen, statt sie zufällig zu entdecken.











