BS: Keine Rüstungsgüter, aber Oel – vorerst
Die Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) verzichtet künftig auf Investitionen in 15 Rüstungsfirmen, die geächtete Waffen wie Antipersonenminen, Streumunition oder Atomwaffen herstellen. Dies geht aus der Antwort des Regierungsrats auf einen Anzug von Grossrat Raphael Fuhrer (Grüne) hervor.
Der Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen hatte im März 2017 eine schwarze Liste mit den 15 Rüstungsfirmen veröffentlicht – die Liste wird laufend ergänzt. Mitglieder im Verein sind grosse Pensionskassen wie die des Bundes, des Kantons Zürich, der SBB und der Post, aber auch die Suva.
Noch nicht verzichten will die PKBS, die das Basler Staatspersonal von Lehrern bis zu Tramchauffeuren versichert, aber vorderhand auf Investitionen in fossile Energieunternehmen. Das hatte die Grüne Grossrätin Nora Bertschi vor zwei Jahren in einem Anzug gefordert. Die Publica, die Pensionskasse des Bundes, war hier ebenfalls Vorreiterin. Sie stieg zwar nicht aus allen fossilen Energieunternehmen aus, stiess aber ihre Beteiligungen an Kohlefirmen im Wert von rund zehn Millionen Franken ab.
FR: DÉBÂCLE DE LA CAISSE LPP – ACQUITTEMENT GÉNÉRAL
Après la débâcle d’une caisse de prévoyance fribourgeoise, soldée par un trou de plus de 57 millions de francs en 2014, la justice acquitte les six prévenus accusés de manque de vigilance.
Cette affaire n’aurait même pas dû être portée devant le Tribunal pénal économique, a commenté mardi le président de la Cour Alain Gautschi. L’Etat versera plus d’un million de francs d’indemnités au total aux prévenus pour les dépenses, le tort moral et les dommages économiques qu’ils ont subis à cause de cette procédure.
Les accusés étaient quatre membres de la commission de placement, parmi lesquels Albert Lambelet, ex-syndic de Corminboeuf et ex-député au Grand Conseil. S’y ajoutaient une experte en prévoyance et un contrôleur comptable. Leurs avocats plaidaient l’acquittement.
Le gestionnaire externe qui a dilapidé l’argent de la caisse est visé par une procédure séparée pour escroquerie, et il bénéficie pour l’instant de la présomption d’innocence. Reste qu’à l’époque des faits, les prévenus ne pouvaient ni ne devaient supposer qu’il agissait de manière frauduleuse, a dit le juge.
“Höhere AHV-Renten für Männer!”
Alex Reichmuth kehrt in der Basler Zeitung den Spiess für einmal um und verlangt aufgrund der deutlich geringeren Lebenserwartung für Männer für diese höhere Renten.
Kein Witz: Frauen sollen bei gleicher Lohnkarriere höhere AHV-Renten bekommen als Männer. Diesen Vorschlag hat die CVP gemacht. Sie wird dabei von einigen einflussreichen FDP-Frauen wie Ständerätin Karin Keller-Sutter und Parteipräsidentin Petra Gössi unterstützt. Mit der gezielten Rentenerhöhung soll die angebliche Lohndiskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt kompensiert werden: Frauen verdienen im Schnitt fast 20 Prozent weniger als Männer. Ein Teil dieser Differenz ist zwar erklärbar durch unterschiedliche Ausbildung und Erfahrung. Rund 7,5 Prozent der Lohndifferenz gelten aber als objektiv nicht begründbar. (…)
Man kann mit dieser Logik den Spiess einfach umdrehen und zum Schluss kommen, dass es eine gezielte AHV-Erhöhung für Männer braucht. Denn auch diese scheinen diskriminiert zu sein – was sich bei der Lebenserwartung zeigt: Männer werden deutlich weniger alt als Frauen. Zwar hat sich die Differenz in den letzten Jahrzehnten verringert: 1981 war die Lebenserwartung von Männern bei Geburt noch über sieben Jahre geringer als die von Frauen. Heute beträgt die Differenz gemäss dem Bundesamt für Statistik aber immer noch 3,8 Jahre: 2016 hatten Frauen bei Geburt 85,3 Lebensjahre vor sich, Männer aber nur 81,5 Jahre.
“Die Stempelsteuer ernährt Schweizer Fondsanbieter”
Entgegen allen Unkenrufen werden in der Schweiz immer noch viele neue Fonds aufgelegt. Das hat nicht zuletzt steuerliche Gründe, schreibt Claudia Gabrial in der NZZ.
Warum werden in der Schweiz noch Unmengen kleiner Fonds aufgelegt? Der Hauptgrund dürfte die Stempelsteuer sein. Fonds sind von dieser befreit, und zwar sowohl bezüglich der Wertschriftentransaktionen, die sie selber tätigen, als auch der Ausgabe und der Rücknahme von Fondsanteilen. Für Versicherer, Family-Offices und Pensionskassen ist es darum lukrativ, ihre Investments in Fonds-Form zu fassen (z. B. Eineinleger-Fonds von Pensionskassen). Die Branche blickt denn auch mit einer gewissen Sorge auf die Bestrebungen zur Abschaffung der Stempelsteuer, so positiv ein solcher Schritt für den Finanzplatz insgesamt wäre. (…)
Immer wichtiger werde auch, dass Private-Labelling-Anbieter für die Pensionskassen die Stimmrechte an den Generalversammlungen zu relativ günstigen Kosten professionell wahrnehmen könnten, so wie es seit der Minder-Initiative erforderlich sei, sagte Eugène Del Cioppo von der UBS. Dennoch sorgt er sich um künftiges Neugeschäft, sollte die Stempelsteuer sinken – und damit war er in der Diskussionsrunde nicht der Einzige.
OAK: Anpassung der Weisung zu den Revisionsstellen
Die Oberaufsichtskommission hat die Weisungen W-04/2013 „Prüfung und Berichterstattung der Revisionsstelle“ vom 28.10.2013 angepasst.
In den Weisungen W-01/2017 „Massnahmen zur Behebung von Unterdeckungen in der beruflichen Vorsorge“ hat die OAK BV die Aufgaben der Revisionsstellen von Vorsorgeeinrichtungen mit mehreren Vorsorgewerken präzisiert. In der Folge ist der Prüfungshinweis 40 (PH 40) von EXPERTsuisse überarbeitet und mit drei neuen Berichtsbeispielen ergänzt worden. Die revidierten Weisungen
W-04/2013 bestimmen, dass die drei neuen Berichtsbeispiele ab dem Berichtsjahr 2018 verbindlich anzuwenden sind.
Rentenalter: “Feigheit vor dem Volk”
Aus Angst, die AHV-Reform zu gefährden, vermeiden die Bürgerlichen eine Diskussion über Rentenalter 67. Das wird sich rächen, schreibt Fabian Schäfer im Tages-Anzeiger. Anlass für seine Warnung bildet die Ablehnung eines Vorstosses von Peter Hegglin im Ständerat. Hegglin will das Rentenalter an die Lebenserwartung knüpfen.
Peter Hegglin hat den Gottesdienst gestört, und dafür musste er büssen. Der CVP-Ständerat aus Zug hatte in einem Vorstoss das Unaussprechliche verlangt: Die Schweiz soll das Rentenalter an die Lebenserwartung knüpfen. Wann und wie genau, liess er offen. Aber klar, mittelfristig würde das Rentenalter auf 66 steigen und später auf 67.
Am 15.3.2018 hat der Ständerat den Vorstoss diskutiert. Es war deprimierend. Hegglin fand einen einzigen Mitstreiter (Werner Luginbühl, BDP). Ansonsten wurde er von links und rechts als Hasardeur abgekanzelt. Er gefährde die nächste AHV-Reform, belehrte ihn auch Bundesrat Alain Berset (SP). Sogar Kollegen, die den Vorstoss 2016 mitunterzeichnet hatten, wandten sich von Hegglin ab. Zuletzt knickte er ein und zog den Vorstoss zurück. Da kehrte im Ständeratssaal wieder zufriedene Ruhe ein.
«Die Finma gefährdet die berufliche Altersvorsorge»
Thomas Buess, Finanzchef des Versicherers Swiss
Life, kritisiert in der Finanz und Wirtschaft die Kapitalvorgabe der Aufsicht. Thomas Hengartner berichtet.
Die Länder der EU berechnen die Kapitalvorgabe an die Versicherer nach den Regeln von Solvenz II, aber hierzulande gilt der Schweizer Solvenztest SST. Wegen der unterschiedlichen Regeln müssen hiesige Lebensversicherer gemäss dem Branchenverband SVV 1,5- bis 2-mal so viel Risikokapital vorhalten wie Wettbewerber in der EU. Das hat auch Konsequenzen auf das System der beruflichen Altersvorsorge.
Vertreter der Finanzmarktaufsicht wiegeln ab, das Kapitalerfordernis sei vergleichbar, wenn temporäre Erleichterungen einzelner EU-Länder ausgeklammert werden. «Das stimmt jedoch überhaupt nicht», sagt Swiss-Life-CFO Thomas Buess im Gespräch: «Wir halten nicht freiwillig 1,6-mal so viel Kapital, sondern weil sich die Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörde sprunghaft verändern und damit unberechenbar sind.» (…)
NZZ: Versicherer scheuen das Vorsorgegeschäft
Werner Enz beschäftigt sich in der NZZ mit dem engen Korsett, das den Versicherern im Geschäft mit Pensionskassen angelegt ist. Mit der Folge, dass sie trotz der Nachfrage neue Engagements nur zögerlich eingehen.
Allianz Suisse ist einer der sechs noch verbliebenen Lebensversicherer, der BVG-Vollversicherungen anbietet. 2017 verbuchte man Einmaleinlagen von 699 Mio. Fr., 1,9% weniger als 2016; die periodischen Prämienerträge lagen mit 666 Mio. Fr. fast auf dem Vorjahresstand. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Information, dass zwei Drittel der zufliessenden Gelder durch Kleinstfirmen mit 1 bis 3 Versicherten eingebracht wurden. Die Vollversicherung ist für Kleinstfirmen attraktiv, weil sie im Alltag ganz andere Sorgen haben und sich nicht noch zur Unzeit mit dem BVG-Geschäft herumschlagen möchten. (…)
Umso mehr muss beunruhigen, dass 2017 die BVG-Prämien-Einnahmen der Lebensversicherer um weitere 4,2% auf 22,4 Mrd. Fr. gesunken sind, nach einem Aderlass von 6,2% auf 23,3 Mrd. Fr. im Jahr zuvor. Für eine Volkswirtschaft wie die Schweiz, die in diesem Zeitraum leicht gewachsen ist und neue Stellen geschaffen hat, ruft das nach Erklärungen. Die schwache Profitabilität wegen der Zinsen, ein systemwidrige Umverteilungen erzwingender Rentenumwandlungssatz von 6,8% und die harten Auflagen des Schweizer Solvenztests (SST) sind massgebliche Gründe.
Peter Giger, bei der Finma für Versicherungen zuständig, hielt anlässlich einer Presseveranstaltung jüngst fest, der Ausstieg der Lebensversicherer aus dem BVG-Geschäft folge einem langfristigen Trend. Zurzeit lasteten annähernd 200 Mrd. Fr. auf deren Bilanzen. Darauf wurden zugunsten der Aktionäre Gewinne von 602 Mio. Fr. (2016) bzw. 638 Mio. Fr. (2015) erreicht. Die Eigenkapitalrendite bewegte sich nach den Worten Gigers in einem tiefen einstelligen Bereich.
Wie man den Pensionskassenausweis liest
In der beruflichen Vorsorge sammelt sich einiges an Geld an – wie viel, zeigt dieser Ausweis detailliert auf. Seine Darstellung folgt einem simplen Schema. Eugen Stamm in der NZZ erklärt.
UBS PK-Performance 02/18
- Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Februar eine durchschnittliche Monatsperformance von –1,29% nach Gebühren.
- Seit 2010 erwirtschafteten die Pensionskassen im Sample nach Gebühren durchschnittlich 4,26% jährlich.
- Alle Vorsorgewerke im UBS-Sample verbuchten negative Monatsrenditen. Die Bandbreite der Renditen aller Pensionskassen in unserem Sample stieg auf 2,62 Prozentpunkte (Vormonat 1,67 Prozentpunkte).
SRF zur EL-Beratung im NR
Das wurde entschieden: Mehrere Kürzungsanträge fanden von bürgerlicher Seite bis in die Mitte hinein (teils knappe) Mehrheiten. Am 14.3.18 beschloss der Nationalrat, die für die EL anrechenbare Mietzinshöhe nur geringfügig anzuheben. Für Lorenz Hess (BDP/BE) ist dieser Entscheid nicht im Sinne der Bedürftigen. Er hofft, dass der Ständerat das Mietzinsmaximum erhöht.
Der Nationalrat stimmte zudem für einen tieferen Lebensbedarf für Kinder und für eine Vermögensschwelle von 100’000 Franken. Wer mehr hat, wäre nicht mehr EL-berechtigt. Ausnahmen sind für Hausbesitzer vorgesehen.
Beim Kapitalbezug gibt es nach dem Willen des Nationalrats hingegen kaum Einschränkungen. Auch Selbständige sollen weiterhin frei über ihr Pensionskassenguthaben verfügen können. Der Ständerat hatte hier vorgesehen, dass nur für Firmengründungen und auch nur ein reduzierter Betrag aus dem obligatorischen Teil der 2. Säule bezogen werden kann.
Personen, die das Kapital beziehen, es aufbrauchen und später EL beantragen, sollen allerdings lebenslang zehn Prozent weniger EL bekommen.
NZZ: Unsicherheiten bei der sozialen Sicherheit
Mit dem Verlust an kontinuierlichen Arbeitsverhältnissen, der Verlagerung zu selbständiger Erwerbstätigkeit oder Teilzeittätigkeit und dem Trend zur «Ehe ohne Trauschein» leidet der eigenverantwortlich aufgebaute Vorsorgeschutz, schreibt Gabriela Riemer-Kafka, emeritierte Professorin für Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht an der Universität Luzern, in der NZZ.
Erfolgreiche Deprez-Dynastie
Philippe Deprez (rechts im Bild) und Matthias Kirchner heissen die beiden Preisträger des Walter Saxer Versicherungs-Hochschulpreises für 2017. Deprez untersuchte in seiner Arbeit «Random Graph Modeling and Network Analysis» mathematische Modelle von Netzwerken. Er erhielt den Preis, mit dem bereits sein Vater, der Pensionskassen-Experte Olivier Deprez, 1982 ausgezeichnet worden war – zudem gehört auch seine Verlobte Annina Saluz zu den Preisträgerinnen. Deprez ist in dritter Generation im Büro seines (Gross-)Vaters tätig. In seiner Laudatio lobte Paul Embrechts die Arbeit als erstaunlich und vorbildlich für junge Doktoranden. Der Preis wird jährlich von einem Konsortium von sechs Versicherungsgesellschaften vergeben.
44 neue PK-Leiter
Umfrage bei Stiftungsräten
Nach vier Jahren macht der VPS-Verlag wieder eine Umfrage bei Stiftungsräten. Durchgeführt wird die Umfrage vom Market Research-Unternehmen Transfer Plus. Der VPS bittet alle Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte, sich eine Viertelstunde Zeit zu nehmen. So soll ein repräsentatives Ergebnis über Anliegen und Meinungen der Stiftungsräte erreicht werden. An der Onlineumfrage kann man sich hier beteiligen. Anmelden kann man sich mit dem Passwort 2018.





