OAK wird sich nochmals mit der Mitteilung 02/23 beschäftigen, update
pw. Am 14. November haben sich Vertreter der OAK mit den Spitzen der vier Verbände getroffen, die in den letzten Wochen ihre Kritik an der Mitteilung 02/23 betr. Artikel 46 BVV2 geäussert haben.
Die von den Verbänden verabschiedete gemeinsame Erklärung zu diesem Gespräch lautet:
Am 25. September 2023 hatte die OAK BV die Mitteilungen M – 02/2023 Leistungsverbesserungen bei Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen nach Art. 46 BVV 2 publiziert.
Im Nachgang zur Publikation kritisierten verschiedene Verbände (ASIP, inter-pension, PK-Netz, SKPE) die neue Obergrenze für die Verzinsung der Altersguthaben.
Anlässlich ihrer letzten Sitzung vom 23. Oktober 2023 hat sich die OAK BV mit der Kritik der Verbände befasst und entschieden, die Verbände zu einem Austausch einzuladen. Dieser fand heute, 14. November 2023, in Bern statt.
Die anlässlich der Sitzung von den Vertretungen der Verbände vorgebrachte Kritik an den Mitteilungen, die Argumente sowie die Verbesserungsvorschläge wurden von der Vertretung der OAK BV entgegengenommen. Die OAK BV wird sich in einer der nächsten Sitzungen erneut mit der Thematik der Leistungsverbesserungen befassen.
Dass die OAK wie gefordert die Mitteilung zurückziehen würde, hat niemand erwartet und das wird wohl auch nicht geschehen. Dass die Kommission immerhin nochmals über die Bücher will, wird zumindest als Teilerfolg vermerkt. Von Interesse wird sein, ob sie bei der gewählten Richtgrösse für die Bestimmung von “Leistungsverbesserungen” bleiben will, die beim Durchschnitt der technischen Zinsen gewählt wurde. Hier setzt die zentrale Kritik an.
Nicht abschliessend geklärt ist auch die Rechtsverbindlichkeit einer OAK-Mitteilung. Allenfalls müssten die Gerichte Klarheit schaffen, nachdem inter-pension ihren Mitgliedern empfohlen hat, die Mitteilung zu ignorieren.
PwC Private Equity Report 2023, starker Rückgang der Transaktionen
(PwC) Die Studie verzeichnet für das Jahr 2022 insgesamt 2544 Transaktionen mit Private-Equity-Beteiligung in Europa. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 19 Prozent. Der Deal-Wert aller Transaktionen lag bei 208,6 Milliarden Euro. Das sind rund vier Prozent weniger als im Vorjahr.
Deutschland, Österreich und die Schweiz waren vom Rückgang der PE-Transaktionen besonders stark betroffen: 2022 fanden im DACH-Raum insgesamt 437 PE-Transaktionen statt – rund ein Drittel weniger als im Vorjahr (679). Beim Gesamtwert der Deals war der Einbruch noch deutlicher zu spüren: Der Wert ging um 52 Prozent zurück auf 18,1 Milliarden Euro.
1426 Franken pro Kopf für den dritten Beitragszahler
Michael Ferber schreibt in der NZZ: Einige Befürworter eines AHV-Ausbaus wollen die berufliche Vorsorge schwächen und kritisieren deshalb die Vermögensverwaltungskosten der Pensionskassen. In einer Untersuchung variieren diese zwischen 0,14 und 1,23 Prozentpunkten je Kasse. Welche Vorteile die zweite Säule hat – und wo es Verbesserungsbedarf gibt.
Für viele Menschen ist die Pensionskasse der grösste Vermögenswert. Um die Renten in der beruflichen Vorsorge zu erwirtschaften, spielt neben den Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Kapitalmarkt – der sogenannte «dritte Beitragszahler» – eine wichtige Rolle. Mit Anlagen in Aktien, Anleihen oder Immobilien erzielen die Pensionskassen Renditen, die das Vorsorgevermögen wachsen lassen.
Wie stark, zeigt ein Überblick des Beratungsunternehmens Prevanto über die in der Branche verwendeten Pensionskassen-Indizes von Finanzinstituten wie UBS, Swisscanto und Pictet. Gemäss diesem haben die Schweizer Pensionskassen im Zeitraum 2006 bis September 2023 auf ihren Vorsorgevermögen eine kumulierte Rendite von zwischen 62 und 66,6 Prozent erzielt. Das Kapital ist also dank den Geldanlagen massiv gewachsen – und auf lange Frist wurden auch schlechte Anlagejahre wie 2008, 2018 oder 2022 «ausgebügelt».
Trotz diesen starken Ergebnissen polemisieren Kräfte auf der linken Seite des politischen Spektrums anhaltend gegen die berufliche Vorsorge. Das Ziel dahinter ist der Ausbau der AHV zulasten der zweiten Säule. Die Kritik entzündet sich dabei immer wieder an den Kosten der Pensionskassen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Kapitaldeckungsverfahren der zweiten Säule tatsächlich teurer ist als das Umlageverfahren der AHV – wobei Letzteres allerdings auch keine entsprechenden Renditen erwirtschaftet.
Steigende Vermögensverwaltungskosten
Eine gesonderte Auswertung der Daten der Swisscanto Pensionskassen-Studie 2023 zeigt seit 2020 steigende Vermögensverwaltungskosten. Ebenfalls wird ersichtlich: die best performenden Kassen nehmen höhere Kosten in Kauf. Die wichtigsten Ergebnisse im Ueberblick:
- Seit 2020 sind die Vermögensverwaltungskosten um insgesamt acht Basispunkte gestiegen – im Fünfjahres-Durchschnitt betragen sie 0,48% p.a.
- 2022 klaffen die tiefsten und höchsten Vermögensverwaltungskosten mit 0,14% und 1,23% weit auseinander – Streubreite der Vermögensverwaltungskosten hat stark zugenommen
- Branchen- und Regionenvergleich zeigt deutliche Unterschiede: Handel und verarbeitendes Gewerbe sind am teuersten, Deutschschweizer Kassen sind kostengünstiger als Kassen aus der Romandie
- Top-Performer-Kassen zahlen höhere Vermögensverwaltungskosten. Dennoch: Die Nettorendite nach Abzug aller Kosten des besten Zehntels beträgt über fünf Jahre jährlich 3,7% – das schlechteste Zehntel erzielte 0,2% pro Jahr, trotz tieferer Vermögensverwaltungskosten.
Migros-PK erhöht Pensionsalter
Konsider berichtet über die Erhöhung des Rentenalters bei der Migros-PK von 64 auf 65 Jahre.
An ihrer Versammlung in Zürich beschlossen die MGB-Delegierten, dass das Pensionsalter im Konzern angehoben werden soll. Parallel zur nationalen Rentenreform AHV 21 wird das Alter 65 angestrebt. Heute gilt für alle bei der Migros-Pensionskasse versicherten Mitarbeitenden das Pensionierungsalter von 64 Jahren.
Durch diese Anpassung entfällt ab 2028 die bisherige Überbrückung durch eine Migros-AHV-Ersatzrente: Denn ab dann erhalten alle pensionierten Migros-Angestellten ab Erreichen direkt eine AHV-Rente. Die Leistungen der 2. Säule bleiben unverändert.
Ohnehin gilt für alle Mitarbeitenden in der Migros-Pensionskasse ein flexibles Pensionierungsalter. Sie haben die Möglichkeit, sich dem 58. Altersjahr pensionieren zu lassen.
Der Entscheid der DV gilt vorbehältlich des weiteren Gremienlaufs.
Schlechte Perspektiven der CS-PK
Beat Schmid schreibt auf tippinpoint: Nach dem Entscheid, die Schweizer Einheit vollständig in die UBS zu integrieren, steht auch das Vorsorgewerk der Credit Suisse vor dem Aus.
Auf der Website der Pensionskasse der Credit Suisse werden regelmässig Updates zur Zukunft der Pensionskasse publiziert. In der neusten Version ist erstmals von einer «möglichen Liquidation der PK CS» die Rede. Gemäss Insidern liegt wie in anderen Bereichen auch bei den Pensionskassen die Federführung bei der UBS.
Die PKs von UBS und CS gehören zu den grössten Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Die CS-PK weist per Ende 2022 eine Bilanzsumme von 17,4 Milliarden Franken auf. Sie zählt über 18’000 aktive Versicherte und rund 11’000 Rentnerinnen und Rentner. Noch grösser ist die Pensionskasse der UBS mit einer Bilanzsumme von 27,8 Milliarden Franken per Ende 2022 und über 20’000 aktiven Versicherten und rund 16’000 Rentnern. Zusammen bringen die Vorsorgewerke also rund 45 Milliarden Franken auf die Waage.
Die CS/UBS-Pensionskasse wäre zusammen grösser als die Migros-Pensionskasse, die rund 30 Milliarden Franken für 80’000 Versicherte verwaltet. Die Publica des Bundespersonals hat knapp 110’000 Versicherte und eine Bilanzsumme von 39 Milliarden Franken.
Im Falle einer Liquidation der CS-PK könnten sich die beiden Pensionskassen auf einen gemeinsamen Vorsorgeplan einigen. Dabei würden die Bilanzen zusammengeführt und eine gemeinsame Anlagestrategie definiert. Wichtige Elemente wie der Umwandlungssatz und der technische Zinssatz müssten angeglichen werden.
“Horrende Pflegekosten”
Ein Monat in einem Pflegeheim in der Schweiz kostet im Durchschnitt 10’216 Franken. Wie viel die Betroffenen davon selber zahlen, wann Kinder ihre Eltern dabei unterstützen müssen und ob es sich lohnt, für die Pflege zu sparen beschreibt Michael Ferber in der NZZ.
Schnellerer Zugang zu Private Equity
Private Equity Vermögen in Dollar
(UBS Asset Management, Real Estate & Private Markets (REPM); September 2023. Basiert auf Preqin-Daten vom 24. November 2023. Daten werden ständig aktualisiert und können sich ändern. Zum Vergrössern, Grafik anklicken),
Daniel Ammon, Leiter Institutional Client Coverage Schweiz und Jochen Mende, Head of Secondaries, UBS Asset Management, schreiben auf finews über die Entwicklung von Private Equity-Anlagen und die Möglichkeiten der Schweizer Pensionskassen.
Laut der Schweizer Pensionskassenstudie von Swisscanto lagen bei den Schweizer Pensionskassen die Anlagequoten im Private Equity Bereich mit durchschnittlich 1,7 Prozent deutlich niedriger als in Ländern wie beispielsweise USA und Kanada, haben sich in den letzten zehn Jahren jedoch stetig erhöht.
Der Vergleichswert lag 2013 bei lediglich 0,7 Prozent. Vorsorgewerke mit relativ hohen Anteilen an illiquiden Anlagen haben im generell schwierigen Anlagejahr 2022 gemäss Studie überdurchschnittlich performt. Private Equity in schweizdomizilierte und vor Ort operativ tätige Unternehmen ist seit 2022 gemäss BVV2 ausserdem als eigene Anlageklasse aufgeführt. Deshalb dürfte sich dieser Trend unserer Einschätzung nach weiter fortsetzen.
Zum Hinschied von Fritz Leuthy
pw. Er war beim SGB ein Gewerkschafter eigener Art: freundlich, leise, nachdenklich, mit grosser Menschenkenntnis. In den 80er Jahren hatte ich mehrfach Gelegenheit, ihn zu treffen, zu Besprechungen für Anlässe oder Interviews. Er wusste gut Bescheid in allen Bereichen der Altersvorsorge; Einwände formulierte er zuweilen mit leisem Lächeln. So ist er mir in Erinnerung, wenn wir unterschiedlicher Meinung waren. Fremd waren ihm hingegen Empörung und laute Vorwürfe. Aber etwas vormachen konnte man ihm nicht. Und Illusionen machte er sich auch nicht. Als ehemaliger “Bähnler” (Stationsbeamter) wusste er sehr gut, wo den Arbeitnehmern der Schuh drückt; das nützte mehr als ein Jus-Studium. Geholfen hat natürlich auch, dass er in einer Zeit aktiv war, in der bei AHV und BVG grosse Fortschritte erzielt wurden. Am 6. November ist er verstorben. (Bild Sozialarchiv)
Kinderlose Schweiz
Die demographische Entwicklung gehört zu den drängensten Fragen unseres Landes. Davon betroffen ist nicht nur die Altersvorsorge, sondern generell die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft. Neue Zahlen zeigen: Noch nie gab es so wenige Geburten im Verhältnis zur Wohnbevölkerung. Im Tages-Anzeiger wird insbesondere auf die Situation der Frauen eingegangen. Dazu wird ausgeführt:
Je nach Perspektive heisst es kinderlos oder kinderfrei. Immer mehr Menschen in der Schweiz bleiben ohne Nachwuchs.
Wie die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, gab es letztes Jahr 82’371 Lebendgeburten in der Schweiz, im Jahr davor waren es 89’644. Im Verhältnis zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz ist die Zahl so tief wie noch nie. Die Messungen reichen bis ins Jahr 1871 zurück. Das heisst: Der Geburtenrückgang in der Schweiz ist beispiellos. Was sind die Gründe?
In vielen Fällen ist die Kinderlosigkeit durch äussere Umstände bedingt, zum Beispiel Krankheit oder Unfruchtbarkeit. Oder es fehlt der passende Partner oder die passende Partnerin. Es gibt aber auch Frauen, die bewusst kein Kind wollen. (…)
Wer ist in der Schweiz besonders häufig kinderlos? Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) sind es vor allem Frauen mit Tertiärabschluss, Städterinnen und Städter sowie Personen ohne Religionszugehörigkeit.
UBS PK-Performance Oktober 2023
- Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Oktober eine durchschnittliche Performance von –1,42% nach Abzug von Gebühren. Seit Jahresbeginn steht die Rendite bei 1,13% und die annualisierte Rendite seit Publikation unseres Barometers im Jahr 2006 bei 2,77%.
- Im vergangenen Monat war die Bandbreite der Performance aller Pensionskassen 3,29 Prozentpunkte. Das beste Ergebnis (0,20%) erzielte eine grosse Pensionskasse mit verwalteten Vermögen über 1 Mrd. Das schlechteste Ergebnis (–3,09%) erzielte eine kleine Pensionskasse mit verwalteten Vermögen unter 300 Mio. Die geringste Performancespanne (2,15%) wiesen die mittelgrossen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen zwischen CHF 300 Mio. und 1 Mrd. auf.
- Die Sharpe Ratio (der letzten 36 Monate) war mit durchschnittlich 0,26 geringer als im Vormonat (0,30). Für die grossen Pensionskassen betrug der Wert 0,30, für mittelgrosse 0,33 und für die kleinen 0,19.
CS PK-Index Oktober 2023
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UBS Lohnumfrage 2023: Kaufkraft unter Druck
(UBS) Schweizer Unternehmen gewähren mit einem Lohnzuwachs von 1,9 Prozent für 2024 zwar mehrheitlich einen Teuerungsausgleich, überbieten die Inflation jedoch nur selten. Unter Einbezug der steigenden Krankenkassenprämien ergibt sich sogar ein Kaufkraftverlust für 2024. Ein robuster Arbeitsmarkt sowie Überschussersparnisse wirken hingegen unterstützend für den Konsum. Der Arbeitskräftemangel hat sich etwas entschärft, Rekrutierungsschwierigkeiten sind aber immer noch weit verbreitet.
Die Inflation bleibt der dominierende Treiber der diesjährigen Lohnerhöhungen. Die zu erwartenden Lohnabschlüsse für 2024 liegen eng beieinander. In 15 von 22 Branchen resultiert ein Lohnanstieg von 2 Prozent. Mit einem erwarteten Lohnzuwachs von 1 Prozent hinkt einzig die Medienbranche dem Schnitt deutlich hinterher. Arbeitnehmende des öffentlichen Sektors dürfen sich hingegen über leicht überdurchschnittliche Lohnerhöhungen von 2,2 Prozent freuen. In der Gastronomie und der Hotellerie reflektiert sich die weiterhin starke Erholung nach dem pandemiebedingten Einbruch mit kräftigen Lohnsteigerungen von 2,8 Prozent.
Ein treuhänderischer Auftrag für Pensionskassen
Für die Nachhaltigkeitsstrategie einer Pensionskasse ist deren Stiftungsrat verantwortlich. An oberster Stelle steht dabei der treuhänderische Umgang mit dem Vermögen der Versicherten. Hanspeter Konrad, ehemaliger Direktor des ASIP, führt in einem Beitrag von CHSS die Grundsätze aus. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Regulierung und Eigenverantwortung.
Der ASIP verfolgt das Ziel, mittels Selbstregulierung die Transparenz im Umgang mit ESG-Kriterien zu erhöhen. Im Fokus stehen vor allem die Wissensvermittlung sowie die Sensibilisierung und Aufklärung des obersten Organs für das Thema «nachhaltiges Investieren». Auf strategischer Ebene hat der ASIP Leitplanken zur Umsetzung einer verantwortungsvollen Anlagepolitik gesetzt, indem Nachhaltigkeitsaspekte in den ASIP-Leitfaden für Vermögensanlagen integriert wurden.
Im Sommer 2022 hat der ASIP eine praxisorientierte Wegleitung zur Be rücksichtigung von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei Anlageentscheidungen von Pensionskassen publiziert. Pensionskassen sollen aber auch gegenüber ihren Versicherten vermehrt aufzeigen, in welcher Form sie die ESG-Kriterien in ihren Anlageprozess einbauen. Ende 2022 hat der ASIP deshalb in Zusammenarbeit mit Verbänden wie der Asset Management Association, Swiss Sustainable Finance und der Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen (KGAST) einen ESG-Reporting-Standard veröffentlicht.
Publica sucht den Weg aus der Unterdeckung
In
einem Interview mit CHSS beschreibt Doris Bianchi, Direktorin der Publica, die Bemühungen der Kasse um Ausbau der ESG-Kriterien und die Anpassungen der Anlagestrategie zur Verbesserung der Rendite. Aktuell liegt der Deckungsgrad der Publica bei 96 Prozent.
Die Publica setzt seit Kurzem stärker auf Sachwerte und Aktien und weniger auf Obligationen. Kommt diese neue Anlagestrategie angesichts der steigenden Zinsen nicht etwas spät?
Auch bei der neuen Anlagestrategie sind die Obligationen weiterhin jene Anlagekategorie mit dem höchsten Gewicht. Für die Periode ab 2022 haben wir das Szenario einer Stagflation – also einer grösseren Inflation
verbunden mit einem reduzierten Wirtschaftswachstum – stärker gewichtet als früher. In diesem Szenario macht es Sinn, vermehrt auf Sachwerte zu setzen, da diese grundsätzlich den besseren Inflationsschutz bieten als Obligationen. Das Gesamtportfolio wird durch die Anlagestrategieanpassung ausgeglichener.
Zu den Sachwerten zählen auch Infrastrukturanlagen. Worauf legen Sie den Fokus in dieser neuen Anlagekategorie?
Ein Augenmerk legen wir zum Beispiel auf erneuerbare Energien. Von den Infrastrukturanlagen im Umfang von rund 1,2 Milliarden Franken legen wir die Hälfte in Fonds an, die andere Hälfte investieren wir – gemeinsam mit anderen institutionellen Anlegern – direkt.






