CS Jugendbarometer: Steigende materielle Sorgen
Die Credit Suisse stellt in ihrer von der GfS erstellen Studie, Ausgabe 2022, einleitend fest: Während vor zwei Jahren noch die Pandemie sowie gesellschaftspolitische Themen bei den befragten Jugendlichen im Zentrum standen, zeigen die diesjährigen Resultate einen klaren Trend hin zu materiellen Sorgen und einem damit einhergehenden gesteigerten Sicherheitsbedürfnis. In der NZZ heisst es dazu:
Dass die Altersvorsorge auf Platz 1 der Rangliste in der Schweiz stehe, zeigt laut Jans, wie stark politisiert das Thema in der Schweiz sei. Es zeuge aber auch davon, dass man in der Schweiz, verglichen mit anderen Ländern, weniger unmittelbar existenzielle Sorgen habe. «In den USA landen die Themen Gewalt und persönliche Sicherheit auf Platz 1, in Brasilien die Korruption. Ängste in diesem Bereich haben einen sehr unmittelbaren Einfluss auf das Leben junger Menschen, während es bei der Altersvorsorge eher um eine längerfristige Perspektive geht.»
BVG 21: UWS getrennt behandeln
Die BVG-Reform ist ins Schleudern geraten. Die bürgerliche Allianz ist zerbrochen, und die Linke will auch diese Reform für ihre Umverteilungspläne missbrauchen. In der NZZ stellt Hansueli Schöchli fest: Die Verlogenheit dominiert weiter. Er schlägt vor, die Senkung des Umwandlungssatzes getrennt zu behandeln, sie allenfalls ganz zu vergessen. In seinem Beitrag schreibt er:
Jeder Vorschlag, der bei den Rentenzuschlägen über die Nationalratsvariante hinausgeht, dürfte den ursprünglichen Reformzweck verfehlen. Es wäre wohl gescheiter, die Reissleine zu ziehen und die Diskussion über den Umwandlungssatz vom Rest des Reformpakets abzuspalten oder gleich ganz zu vergessen.
Dann müssten einfach jene 10 bis 15 Prozent der Pensionskassen, für die das gesetzliche Rentenminimum mangels überobligatorischen Kapitals der Versicherten nicht dauerhaft finanzierbar ist, Sanierungsbeiträge von den Versicherten und Arbeitgebern verlangen. Auf diese Weise verliert das gesetzliche Minimum weiter an Bedeutung – bis es irgendwann völlig irrelevant ist. Das wäre das kleinere Übel als die Einführung neuer versteckter Quersubventionierungen – die man kaum mehr wegbringt, wenn sie einmal da sind.
“Wir Frauen sind keine Opfer”
Dominik Feusi vom Nebelspalter hat Nationalrätin Monika Rüegger, SVP OW, zur AHV-Abstimmung interviewt. Auszüge:
Die Verlierer der AHV-Abstimmung aus SP und Gewerkschaften und viele Medien von SRF bis Tages-Anzeiger sagen nun, die Männer hätten die Frauen überstimmt und würden sie so zwingen, ein Jahr länger zu arbeiten. Stimmt das?
Monika Rüegger: Das ist einfach nicht der Fall. Wir bürgerlichen Frauen haben für die Sicherung der AHV gestimmt. Ja, wir dürfen jetzt gleich lange arbeiten wie die Männer, bis 65 Jahre, wie bei der Gründung der AHV. Die Männer und viele bürgerliche Frauen haben allen Frauen zu mehr Gleichstellung verholfen. Das ist gut so.
Die SP-Frauen demonstrieren gegen das Abstimmungsresultat auf dem Bahnhofplatz in Bern und droht, bürgerliche Frauen abzuwählen (Link zum Video).
Das ist nur ein Grüppchen undemokratischer Ideologinnen und hat mit den allermeisten Frauen nichts zu tun. Ich wehre mich dagegen, dass linke und grüne Frauen immer im Namen von allen Frauen reden und dass die Medien darauf hereinfallen. Frau Funiciello ist nicht mein Sprachrohr. Ich weiss mich selbst zu vertreten. Ich lasse mir das nicht mehr länger bieten. Es hat eine starke bürgerliche Frauenbewegung für die AHV-Reform gegeben. Ohne diese wäre die Reform abgestürzt.
Mehr BVG wegen AHV 21?
Katharina Fontana kommentiert in der NZZ den Ausgang der Abstimmung zu AHV 21 stellt Ueberlegungen zu den Forderungen nach einem Ausbau der beruflichen Vorsorge an.
Nach dem Ja zur AHV-Vorlage richtet sich der Fokus nun auf die zweite Säule der Altersvorsorge, das BVG. Am Abstimmungssonntag waren sich Gewinner wie Verlierer mehrheitlich einig, dass die im Parlament hängige BVG-Revision eine Frauenvorlage sein müsse. Das Parlament müsse die zweite Säule so ausgestalten, dass die Rentensituation der Frauen verbessert werde. Es ist indes fraglich, ob die Vorlage dies wird leisten können – trotz all den grossen Ankündigungen und Versprechungen, die in den letzten Wochen dazu gemacht wurden.
Voller AHV-Teuerungsausgleich für 2023
SDA. Der Ständerat will wie der Nationalrat für 2023 den vollen Teuerungsausgleich für AHV-Rentnerinnen und -Rentner. Er hat am Montag entsprechenden Motionen von SP und Mitte zugestimmt.
Paul Rechsteiner (SP/SG) und Pirmin Bischof (Mitte/SO) verlangten in inhaltlich übereinstimmenden Motionen die Anpassung der AHV- und IV-Renten sowie der Ergänzungsleistungen gemäss dem Landesindex der Konsumentenpreise, und dies spätestens bis Anfang 2023. Zudem soll der Bundesrat dem Parlament ein Konzept dazu vorlegen, wie die Renten bei einer Teuerung von mehr als zwei Prozent künftig regelmässig angepasst werden können.
Stimmen zum AHV-Ja
Der Arbeitgeberverband schreibt:
Nach 25 Jahren Stillstand gelingt heute mit der AHV-Reform ein regelrechter Meilenstein. Nun gilt es, den Schwung zu nutzen und wie zu Anfangszeiten der ersten Säule einen regelmässigen Reform-Rhythmus zu etablieren. Die Ideen dafür gehen jedenfalls in keinem der politischen Lager aus.
Der Gewerkschaftsbund schreibt:
Trotz einem Millionen-Engagement der Wirtschaft für die Rentenaltererhöhung der Frauen und einer intensiven Angstkampagne der grossen Medienverlage, ist es dem Referendumsbündnis gelungen, stark über die eigene Basis hinaus zu überzeugen. Das Hauptargument der Rentenlücke der Frauen wurde breit debattiert und als Problem anerkannt. Arbeitgeber und Bürgerliche haben während des Abstimmungskampfes um jeden Preis nicht über die geplante weitere Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre sprechen wollen.
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB wird sich vehement gegen weiterführende Rentenaltererhöhungen zur Wehr setzen. Das deutliche Nein in der Westschweiz und im Tessin sowie gemäss den Umfragen auch einer Mehrheit der Frauen zeigt: Allfällige weitere Leistungsverschlechterungen, welche alle Bevölkerungsgruppen treffen, werden in Abstimmungen keine Mehrheiten finden.
Die SP schreibt:
«Das knappe Ja zu den AHV-Vorlagen ist ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben und nun auch noch diese Reform ausbaden müssen», sagt SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer. «Wir werden weiter mit aller Kraft für gezielte Verbesserungen der AHV-Renten kämpfen, etwa bei der Beratung der Initiative für eine 13. AHV-Rente. Anständige AHV-Renten bewirken für Frauen und Menschen mit tiefen Löhnen am meisten.»
Die SP erwartet nun, dass die Bürgerlichen ihre Versprechen einhalten und die Renten der Frauen endlich ansteigen. Konkret heisst das: In der BVG-Reform braucht es unmittelbar wirksame Verbesserungen für Personen mit Teilzeitanstellungen und im Niedriglohnbereich. Das ist ausschliesslich mit einem Renten-Zuschlag zu erreichen, wie es auch die Sozialpartner und der Bundesrat vorschlagen. Lohnungleichheit muss endlich mit wirksamen Massnahmen bekämpft werden, es braucht regelmässige Kontrollen und Sanktionen bei Verstössen.
BVG-Reform nach Windhövel
Vorsorge-Professorin Kerstin Windhövel (49) sagt im Blick-Interview, worauf Frauen achten sollten, damit sie nicht in die Altersarmut rutschen. Ihre Ratschläge sind durchaus bedenkenswert. Total ins vorsorgetechnische Off gerät sie aber mit ihren Ideen für eine BVG-Reform. Sie sagt:
Man sollte den Koordinationsabzug und die Eintrittsschwelle dringend abschaffen. Das käme vielen Frauen in Minipensen oder mit kleinen Löhnen zugute.
Auf diese Idee kommt nicht einmal der Gewerkschaftsbund. Was denkt sich Frau Professor dabei? Und was lernen ihre Studenten bei ihr?
Der Zinsentscheid und seine Folgen
Was bedeutet der Zinsschritt der SNB für Pensionskassen und Versicherte? Möglicherweise bedeutet er das Ende der Umverteilung von Aktiven zu Rentnern. Thomas Breitenmoser, Complementa, gibt der Tagesschau Auskunft.
Zinswende und PKs: Licht und Schatten
finews versucht aufzuzeigen, was der Zinsanstieg für die Vorsorgeeinrichtungen bedeutet. Die im laufenden Jahr aufgelaufenen Verluste werden kaum vermindert, allerdings verringert ein Anstieg der technischen Zinsen die Verpflichtungen. Fredy Greuter schreibt:
Auch wenn die höheren Zinserträge bei den Pensionskassen zwar etwas mehr abwerfen, werden sie die Anlageergebnisse bis Ende Jahr kaum wesentlich verbessern. Hinzu kommt: Ziehen die Notenbanker die geldpolitischen Zügel zu straff an, werden sie zwar die Teuerung erfolgreich bekämpfen, gleichzeitig aber auch die Wirtschaft bremsen.
Dies könnte negativ auf die Bewertung der Aktien- und Immobilienanlagen in den Portefeuilles der Kassen durchschlagen. Vieles wird also auch in der Pensionskassenwelt davon abhängen, ob die Währungshüter in den nächsten Monaten besonnen und mit ruhiger Hand agieren.
Ende der Negativzinsen
SNB. Die Nationalbank strafft die Geldpolitik weiter und erhöht den SNB-Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 0,5%. Damit wirkt sie dem erneut gestiegenen Inflationsdruck entgegen und erschwert ein Übergreifen auf bisher von der Teuerung weniger betroffene Waren und Dienstleistungen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass weitere Zinserhöhungen nötig sein werden, um die Preisstabilität in der mittleren Frist zu gewährleisten. Um für angemessene monetäre Bedingungen zu sorgen, ist die Nationalbank zudem bei Bedarf bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein.
Die Zinsänderung gilt ab 23. September 2022. Zudem passt die Nationalbank die Umsetzung ihrer Geldpolitik an das Umfeld positiver Zinsen an. Damit stellt sie sicher, dass die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinsen weiterhin nahe beim SNB-Leitzins liegen. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Sichtguthaben oberhalb dieser Limite werden zu null verzinst. Zusätzlich wird die SNB liquiditätsabschöpfende Massnahmen einsetzen.
Raiffeisen Vorsorgebarometer 2022
Raiffeisen. Das Raiffeisen Vorsorgebarometer ist eine repräsentative Studie, die jährlich in Zusammenarbeit mit der ZHAW durchgeführt wird. Sie zeigt auf, wie die Schweizer Bevölkerung in Bezug auf die Altersvorsorge tickt. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung, die vom 13. bis 24. Juni 2022 in allen Landesteilen durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 1’006 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren teil. Dieses Jahr lag der Fokus auf der Zukunftsfähigkeit des Schweizer Dreisäulensystems.
Das Vorsorgebarometer hat im Vergleich zum Vorjahr um 28 Punkte auf 709 zugelegt. Einerseits hat sich das ökonomische Ergebnis auf Grund der verbesserten Finanzierung besonders der 1. und der 2. Säule erhöht. Andererseits ist das Vertrauen in das System der Schweizer Altersvorsorge gestiegen. Namentlich die AHV verzeichnete einen Vertrauensgewinn. Sie hat im Jahr 2021 zum zweiten Mal in Folge ein positives Umlageergebnis erzielt und die am 25. September 2022 zur Volksabstimmung kommende Vorlage AHV 21 soll die Finanzierung weiter verbessern.
PK-Statistik: Prov. Ergebnisse für 2021
BFS. Um möglichst rasch erste provisorische Werte der Pensionskassenstatistik 2021 publizieren zu können, ist eine nach Rechtsform und Risikodeckung geschichtete Zufallsstichprobe gezogen worden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung von 449 eingegangenen Fragebogen (August 2022).
PK Stadt Luzern senkt Umwandlungssatz
Die PKSL informiert auf ihrer Website über die geplante Totalrevision des Finanzierungsreglements:
Die Renten der Versicherten werden bisher mit dem Umwandlungssatz von 5,7 Prozent aus dem Alterskapital berechnet. Die gestiegene Lebenserwartung und die Herausforderungen an den Kapitalmärkten bewirken indessen, dass der heutige Umwandlungssatz nicht mehr finanziert werden kann.
Für die PKSL resultieren daraus jährlich Verluste von bis zu 9,3 Mio. Franken. Dies bedeutet eine ungewollte Umverteilung der Mittel zwischen aktiven Versicherten und Rentenbeziehenden. Um die langfristige finanzielle Stabilität der Kasse gewährleisten zu können, ist der Umwandlungssatz deshalb auf 5 Prozent zu senken.
Einbussen bei 3a-Fonds
Viele Erwerbstätige sparen zusätzlich zu AHV und Pensionskasse für ihr Alter. Die Investition in 3a-Wertschriftenfonds ist nun zum Risiko geworden, meint Thomas Hengartner im Tages-Anzeiger.
Der bei Raiffeisen-Kunden beliebte 3a-Fonds Futura Pension Invest Balanced wies per Ende August eine Nettoperformance von –15,4 Prozent aus, wie die Medienstelle mitteilt. Über die letzten fünf Jahre hinweg steht sie hingegen noch bei +0,2 Prozent, über zehn Jahre betrachtet bei +2,9 Prozent.
Bei UBS ist der meistgenutzte 3a-Fonds Vitainvest World 50 Sustainable bis August dieses Jahres vor Kommissionsbelastung 12 Prozent im Minus bzw. über fünf Jahre noch jahresdurchschnittlich brutto 1,5 Prozent im Plus.
Daten 2021 von 25 Anbietern von 3a-Konten und Depots. Verein Vorsorge Schweiz.
Publica in talks with large pension funds for co-investments in infrastructure
IPE. Switzerland’s largest pension fund, Publica, is in talks with large international pension funds for co-investments in infrastructure private equity, chief investment officer Stefan Beiner told IPE.
The Swiss pension fund, with assets under management of CHF44bn (€45.6bn) at the end of 2021, plans to invest in infrastructure private equity with other large international asset owners seeking additional portfolio diversification, the CIO added.
Publica has reviewed its strategic asset allocation in the first half of this year, deliberately foreseeing one scenario among others, based on long-term trends, that takes into account future stagflation.
In June, Publica’s board decided to reduce its fixed income allocation as part of its new strategy for open pension plans – which make up more than 90% of the pension fund’s assets – from 58% to 44%.
Of the 14% reduction in fixed income, 5% was committed to public equity, increasing investments in the asset class from 27% to 32%, with the remaining 9% going to real assets, including 5% in real estate – split 2% in Swiss and 3% in international real estate – 3% in the new asset class infrastructure private equity, and 1% in precious metals (increasing the allocation to 3%), the CIO explained.




