Zinsen und Strukis
Die NZZ hat Lukas Riesen von PPCmetrics zu aktuellen Anlagefragen der PKs befragt. Auszüge:
Die Anbieter strukturierter Produkte nehmen für sich in Anspruch, dass ihre Produkte das Zinsrisiko entschärfen.
Seit Jahren hört man, die Zinsen würden steigen – die Frage ist: Ab wann? Denn eine Absicherung kostet immer. Mit dem Kauf von kurz laufenden, variabel verzinsten Anleihen senkt man das Zinsrisiko, aber die Kosten steigen. Wenn man das über eine lange Zeit macht und die Zinsen nicht anziehen, drückt das auf die Rendite. Aus Sicht eines Privatanlegers wären das verpasste Gewinne, aber die Sicht der PK ist immer in Relation zu den Verpflichtungen. Es ist sehr heikel für die PK, auf Bond-Beständen nichts zu verdienen, heikel ist aber auch, langfristige Verpflichtungen mit kurzfristigen Engagements zu finanzieren. Strukturierte Produkte eigen sich vor allem für taktische Massnahmen. Aber PK sind oft einfacher und effizienter strukturiert als private Vermögen. Der Verwalter ist als professioneller Anleger meist realistischer in der Erwartungshaltung, d. h., er hat nicht den Anspruch vorherzusehen, wohin sich der Markt bewegt. Darum sind auch «Strukis» oft kein Thema.
Es gilt also der gleiche Grundsatz wie für Privatanleger. Erst wenn man eine explizite Markterwartung hat, kann man ein strukturiertes Produkt einsetzen?
Genau. Der fundamentale Unterschied zum Privatanleger ist, dass dieser nicht zwanzig Jahre Rente finanzieren muss. Ein Privatanleger hat für seine Ersparnisse vielleicht noch keinen konkreten Verwendungszweck definiert. Die Kasse dagegen kennt ihr Garantieversprechen und das hohe Zinsrisiko, das diesem innewohnt. Darum kauft sie auch bei tiefem Zinsniveau weiter Obligationen.
Gibt es punkto Laufzeit und Verpflichtungsstruktur überhaupt strukturierte Produkte, die für Pensionskassen infrage kommen?
Bis jetzt nicht, diese haben meist eine Laufzeit von Monaten, selten von Jahren. Die Kassen müssen wegen der Renten in Jahrzehnten denken. Natürlich könnte man «Strukis» konstruieren, welche die Anforderungen erfüllten. Ein Vermögensverwalter kann diese Funktionalität mit Optionen auch selbst erzeugen.
“Transparente Ungerechtigkeit”
Fabian Schäfer berichtet im Tages-Anzeiger über die Auseinandersetzung um die Senkung des Umwandlungssatzes. Ausgangspunkt ist das kürzlich bekannt gewordene Eingeständnis der Auffangeinrichtung, Mittel aus der Risikoversicherung zur Deckung der Pensionierungsverluste verwenden zu müssen.
Konkret heisst das: Ein Teil der monatlichen Lohnbeiträge, welche die noch nicht pensionierten Versicherten für das Risiko von Tod und Invalidität einzahlen, fliesst direkt zu den neuen Rentnern. Mit dem Geld wird deren Guthaben so weit aufgestockt, dass es reicht, um ihnen bis zum Tod die 6,8-Prozent-Rente auszuzahlen. Diese Umverteilung steht in Kontrast zum Prinzip der zweiten Säule, in der jeder selber für seine Altersrente spart.
Für Jüngere gibt es noch eine unerfreuliche Nebenwirkung: Wechseln sie die Vorsorgeeinrichtung, können sie nur das Sparguthaben mitnehmen. Ihre Risikobeiträge bleiben bei der alten Pensionskasse.
Der renommierte Pensionskassenexperte Olivier Deprez bezeichnet die Regelung der Auffangeinrichtung als «unschön, aber unausweichlich». Sie habe keine andere Wahl, als zu hohe Risikobeiträge zu verlangen, um die gesetzlichen Rentenversprechen einzulösen. «Natürlich bewirkt das eine systemfremde Umverteilung von Jung zu Alt, aber anders geht es momentan nicht.» Deshalb sei die Reduktion des Umwandlungssatzes denn auch so dringend. Laut Deprez setzen ebenfalls viele andere Pensionskassen Einnahmen aus den Risikobeiträgen ein, um die Renten zu finanzieren. «Nur stehen sie nicht so offen dazu wie die Auffangeinrichtung.»
Diese hat die fragliche Klausel 2013 beschlossen, ohne dass dies Wellen schlug. Die Vertreter der Arbeitnehmer wehrten sich nicht. Zu ihnen gehört Jorge Serra, Zentralsekretär der Gewerkschaft VPOD, der die Klausel auf Nachfrage verteidigt: «Das ist die beste Lösung, die mit dem zu hohen Mindestumwandlungssatz möglich ist.» Ohne diese «Behelfslösung» drohe der Auffangeinrichtung eine Unterdeckung und eine Sanierung, was für die Jüngeren noch gravierender sei. Sein Fazit: «Es bleibt eine Ungerechtigkeit, aber so wie wir das geregelt haben, ist sie wenigstens transparent.»
GB: Unterkapitalisierte Fonds
Einer Untersuchung der Aufsichtsbehörde Pension Protection Fund (PPF) zufolge verwalten etwa zwei Drittel aller britischen Pensionsfonds ein Defizit und verfügen demnach nicht über ausreichend Kapital, um alle Ansprüche ihrer Versicherten zu decken.
Wie Yahoo Finance berichtet, beläuft sich der gesamte Fehlbetrag aller Pensions-Fonds auf etwa 210 Milliarden Pfund (rund 240 Milliarden Euro). Der Untersuchung zufolge erwirtschaften derzeit 3.710 der 5.588 vom Pension Protection Fund überwachten Pensionsfonds von Unternehmen und öffentlichen Institutionen ein Defizit. Die Fehlbeträge könnten sich negativ auf die Pensionen von Millionen Versicherten auswirken.
Der PPF musste bereits zweimal in den vergangenen Wochen aktiv werden. Im Dezember des vergangenen Jahres mussten kurzfristig knapp 10 Millionen Pfund (11 Millionen Euro) in den Pensionsfonds des insolventen Spielzeugherstellers Toys’R’Us gesteckt werden, um Auszahlungen an Mitarbeiter zu sichern.
Der Bankrott des großen Baukonzerns Carillion im Januar führte dazu, dass der PPF derzeit an der Schließung eines Schätzungen zufolge 800 Millionen Pfund (910 Millionen Euro) großen Defizits in den Vorsorgesystemen des Unternehmens arbeiten muss. Die Gesamtschulden von Carillion belaufen sich auf etwa 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Milliarden Euro).
Unter den Unternehmen, welche hohe Defizite in ihren Pensionssystemen aufweisen, gehören auch Schwergewichte, die im britischen Leitindex FTSE100 gelistet sind.
Die größten Fehlbeträge entfallen demnach auf das Telekommunikationsunternehmen BT mit umgerechnet rund 10 Milliarden Euro, auf den Erdölkonzern Royal Dutch Shell mit etwa 7,8 Milliarden Euro, den Erdölkonzern BP mit etwa 7,6 Milliarden Euro, auf die Supermarktkette Tesco mit etwa 7,5 Milliarden Euro sowie auf den Rüstungskonzern BAE Systems mit ebenfalls rund 7,5 Milliarden Euro.
Gesunder Menschenverstand und FRP 4
Werner Hug befasst sich in der Januar-Ausgabe der Schweizer Personalvorsorge in seinem Kommentar ebenfalls mit der Fachrichtlinie 4 zum technischen Zins der Kammer der PK-Experten. Hug meint:
Weil die wirtschaftliche Situation sich laufend ändert, ist auch das oberste Organ, der Stiftungsrat, das paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geführte Organ, einzig und alleine für die Vorsorgeeinrichtung verantwortlich. Experte, Aufsicht und Revisionsstellen sind Hilfseinrichtungen. Formeln hin oder her. Denn wichtiger als die aktuariellen Parameter sind das Engagement des Arbeitgebers für die Pensionskasse und das wirtschaftliche Fortkommen der Firma. Besteht sie den Konkurrenzkampf, welche personellen Veränderungen resultieren daraus?
Aus dieser Sicht funktioniert die privatwirtschaftlich geführte Pensionskasse eben wie eine Art Hedge Fund. Wie manage ich Risiken? Dabei sind gesamtwirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen, der Fortbestand der Firma, der Personalbestand des Unternehmens, entscheidendere Faktoren als Zinsentwicklungen, Lebenserwartung und technische Reserven. Der Stiftungsrat muss alle diese Risiken verfolgen und daraus eine optimale Strategie zugunsten der Destinatäre ableiten. Eine nicht ganz einfache, aber herausfordernde Aufgabe, die mit gesundem Menschenverstand zu lösen ist.
EL: Nationalrat zunehmend gegen Einschränkung des Kapitalbezugs
Die EL-Reform, welche in der Frühjahrssession im Nationalrat behandelt wird, enthält mit der Einschränkung des Kapitalbezugs in der 2. Säule einen heiss umstrittenen Knackpunkt. Die vom Bundesrat gewünschte Einschränkung stösst auf Widerstand, wie die Nordwestschweiz schreibt:
Wie ihre Parteikollegen im Ständerat findet die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel das System des Kapitalbezugs «stossend» und will es einschränken. Sie wolle den Rentnern nicht unterstellen, dass sie das Geld verjubeln würden. Nur: «Wer sich nie mit Geldanlagen befasst hat und auf einen Schlag 400 000 Franken erhält, der wird Schwierigkeiten haben, das Geld so einzuteilen, dass es bis ans Lebensende reicht.» Humbel steht mit dieser Haltung zunehmend alleine da.
Sogar die engsten Verbündeten wenden sich ab. Parteipräsident Gerhard Pfister, der neuerdings in der Sozialkommission Einsitz hat, befürwortet eine «liberalere Linie», wie er sagt. Und die SVP, die im Ständerat noch Sympathien für die Sicherung des Alterskapitals aufbringen konnte, stellt sich nun klar dagegen.
Die Mehrheit gehe sorgfältig mit dem Ersparten um, sagt der unabhängige Nationalrat Raymond Clottu (NE). «Wegen ein paar Einzelfällen den Kapitalbezug zu verbieten, wäre falsch.» Zumal es nicht bewiesen sei, dass zwischen Kapital- und EL-Bezügen ein kausaler Zusammenhang bestehe. «Wer nur ein kleines Altersguthaben hat, kann auch auf EL angewiesen sein, wenn er die berufliche Vorsorge als Rente bezieht», gibt Clottu zu bedenken.
Der Kurs ist in der SVP, deren Fraktion er angehört, breit abgestützt. Die Nationalräte Thomas de Courten (BL) und Sebastian Frehner (BS) lehnen den eingeschränkten Kapitalbezug klar ab. Auch wenn Letzterer einräumt, dass es gute Gründe für eine Beschränkung gebe. Dass die Angelegenheit heikel ist, hat auch die SP gemerkt. Vizepräsidentin Barbara Gysi sagt: «Die Meinungen in der Partei gehen weit auseinander.» Auch sie selbst sei gespalten. So sei die Sicherstellung des Alterskapitals zu unterstützen.
Doch Eigen Verantwortung sei genauso wichtig. Vor allem, da der Vorschlag des Bundesrats hauptsächlich tiefere Einkommen trifft: Er will den Kapitalbezug nur im obligatorischen Bereich verbieten. Gysi schlägt deshalb einen Kompromiss vor: Den Kapitalbezug auf 50 Prozent beschränken.
Wird so das Sparziel verfehlt? Dass ein solcher Kompromiss in der anstehenden Frühlingssession Chancen hat, ist unwahrscheinlich. Denn auch die FDP will den Kapitalbezug beibehalten. Nationalrat Bruno Pezzatti (ZG) sagt, es gelte nicht nur die Bevormundung abzuwenden, sondern auch die Ungleichbehandlung der Versicherten.
finews: “PKs im Dornröschenschlaf”
Pensionskassen-Verwalter sorgen sich primär um die Kosten. Über Renditechancen würden sie hingegen kaum sprechen, kritisiert Georg von Wattenwyl, Präsident des Verbands für Strukturierte Produkte, in einem Beitrag auf finews.
Die Pensionskassen leiden mitunter stark unter dem Anlagenotstand. Angesichts starrer Regeln und Negativzinsen stockt das Gros den Immobilienanteil auf, viele halten zudem hohe Anleihen-Bestände.
Doch steigen die Zinsen oder dreht der Immobilienmarkt, dann drohen den Instituten herbe Verluste – Leidtragende wären letztlich die Versicherten.
Doch anstatt sich vermehrt nach alternativen Anlagelösungen umzusehen, stehen primär die Senkung der Leistungen für die Versicherten und die Optimierung der Anlagekosten im Vordergrund, stellt Georg von Wattenwyl an der diesjährigen Presseveranstaltung des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte (SVSP) nicht ganz uneigennützig fest.
«Man diskutiert zu wenig über die Kunst des Anlegens», so SVSP-Präsident von Wattenwyl weiter und meint damit, dass richtig eingesetzte Strukturierte Produkte in Portefeuilles von Pensionskassen durchaus einen Mehrwert generieren könnten.
Die Zurückhaltung der Pensionskassen hat diverse Gründe. «Das Know-how bei Stiftungsräten über Strukturierte Produkte ist teilweise noch zu wenig vorhanden», diagnostiziert von Wattenwyl. Er verantwortet neben dem SVSP-Präsidium den globalen Vertrieb von Finanzprodukten bei der Finanzgruppe Vontobel.
Darüberhinaus hafte solche Finanzprodukte nach wie vor ein schlechter Ruf an, wie der Banker zugeben muss. Oft bekomme man zu hören, dass die Produkte zu teuer, zu gefährlich und zu intransparent seien. Doch habe sich die Industrie gewandelt, versichert von Wattenwyl.
Auch regulatorisch gibt es Hürden aus dem Weg zu räumen. So stört sich der Verband daran, dass Pensionskassen Strukturierte Produkte nach wie vor als kostenintransparente Anlagen deklarieren müssen. Um dies zu ändern, führe der SVSP Gespräche mit den Aufsichtsbehörden, die bereits sehr weit gediehen seien.
FRP4: Kontroverse mit der OAK
Die Diskussion um die Revision der Fachrichtlinie 4 der Kammer der PK-Experten zum technischen Zins dauert an, nachdem die Mitglieder beschlossen haben, die derzeitige Version beizubehalten. In der neuen Ausgabe der Schweizer Personalvorsorge haben Olivier Kern (Präsident) und Stephan Wyss (früherer Präsident) Historie und aktueller Stand der Diskussion dargestellt. Kern schreibt:
Vorerst bleibt also alles beim Alten: die aktuelle FRP 4 ist weiterhin gültig und die Experten und Stiftungsratsmitglieder machen weiter wie bis anhin. Die in den letzten Jahren im Stiftungsrat gemachten Überlegungen können im bestehenden Rahmen weitergeführt werden, sie bleiben aktuell.
Die GV der SKPE hat jedoch mit einer grossen Stimmenmehrheit beschlossen, den Revisionsprozess der FRP 4 weiterzuführen. Die AG FRP wurde beauftragt, eine grossangelegte Umfrage bei den Mitgliedern zu starten und wird in Kürze mit interessierten Mitgliedern einen runden Tisch veranstalten.
Die GV hat sich klar für eine Weiterentwicklung der Fachrichtlinien im Sinn ihrer Mitglieder ausgesprochen. Nur wenn die Mitglieder mehrheitlich das Empfinden haben angehört und miteinbezogen zu werden, kann eine kompromissfähige Lösung entstehen. Eine neue FRP 4 wird dem Wunsch der GV Rechnung tragen müssen und auf Grundsätzen basieren, anstatt wie ein Rezept zu fungieren, das den Experten und dem Stiftungsrat sämtliche Kompetenzen entzieht.
CS PK-Index auf Allzeithoch
• Im Berichtsquartal steigt der Pensionskassen Index um 2,09% und schliesst per Ende Dezember 2017 mit einem neuerlichen Höchststand von 172,41 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Nach der positiven Entwicklung in den ersten drei Berichtsquartalen zeigt der Pensionskassen Index auch im Oktober (+1,20%) sowie im Dezember (+0,70%) einen eindrücklichen Anstieg, während im November nur eine leichte Steigerung von +0,14% zu verzeichnen ist.
• Der Hauptanteil der positiven Entwicklung ist auch im vierten Berichtsquartal der Anlageklasse der Aktien zu verdanken, mit einem Renditebeitrag von +1,13% durch ausländische Aktien und +0,46% durch Schweizer Aktien. Ebenfalls positiv haben sich die Immobilien mit +0,37% entwickelt. Obligationen FW tragen mit +0,11% und Obligationen CHF mit +0,08% zum Ergebnis bei. Der Beitrag der alternativen Anlagen liegt bei verhaltenen +0,04%.
• Mit +8,05% stellt die Rendite des Jahres 2017 das viertbeste Ergebnis seit Beginn der Messung des Index im Jahre 2000 dar. Nur in den Jahren 2003 (+9,25%), 2005 (+12,62) und 2009 (+10,86) hat der Pensionskassen Index eine höhere Jahresrendite erzielt. Zuzuschreiben ist dieses Ergebnis vor allem den Aktien (Aktien Ausland +3,45% und Aktien Schweiz +2,79%), gefolgt von den Immobilien (+1,29%). Der Beitrag der alternativen Anlagen liegt bei verhaltenen +0,15%. Der negative Jahresbeitrag der Liquidität von –0,16% ist zurückzuführen auf Negativzinsen bei Cashbeständen sowie auf Verluste bei Short-Devisengeschäften. Insbesondere dürfte die starke Aufwertung des Euro im Jahr 2017 (+9,15%) zu höheren Verlusten auf den Short-Devisentermingeschäften geführt haben.
PK Post beendet Zusammenarbeit mit Ethos
Die PK-Post schreibt in einer Mitteilung auf ihrer Website:
Die Pensionskasse Post (PK Post) ist Aktionärin der Ethos Services AG und Mitglied der Ethos Stiftung. Die Ethos-Einrichtungen haben in jeder Hinsicht – insbesondere bezüglich der Corporate Governance – ein Vorbild zu sein. Françoise Bruderer Thom, Geschäftsführerin der PK Post, trat aus dem Stiftungsrat der Ethos Stiftung aus, weil dieser Grundsatz nicht gewährleistet ist und keine Anstrengungen in diese Richtung zu verzeichnen waren. Die Thematik wurde denn auch von den Medien aufgenommen.
Die Kommunikation von Ethos auf ihrer Homepage und die vom Präsidenten Dominique Biedermann und vom Vizepräsidenten Hanspeter Uster in den Medien wiedergegebenen Aussagen sowie die Androhung rechtlicher Schritte gegen die Geschäftsführerin der PK Post, zeugen von keinerlei Einsicht bezüglich der kritisierten Mängel. Angesichts der Unzulänglichkeiten in der Corporate Governance ist die Glaubwürdigkeit von Ethos stark beeinträchtigt.
Der Stiftungsrat der PK Post zieht die Konsequenzen und beendet die Zusammenarbeit mit Ethos. Die Verträge werden per Ende 2018 aufgelöst und die von der PK Post gehaltenen Aktien an der Ethos Services AG werden zum Kauf angeboten.
Leitet Ethos spätestens an der Generalversammlung 2018 die erwarteten und notwendigen Schritte ein, ist die PK Post zur Wiederaufnahme des Dialogs – auch in Richtung einer erneuten Zusammenarbeit – bereit.
Vorsichtig oder panisch?
Die Sonntagszeitung befasst sich mit der Anpassung der technischen Parameter bei den Kassen von CS und UBS.
Die UBS begründet die Massnahmen mit den tiefen Zinsen, mit erwarteten niedrigen Anlagerenditen und der steigenden Lebenserwartung. Mit ihren Einschätzungen zu den Renditen zeigt sie sich äusserst pessimistisch. «Die UBS geht von einem sehr düsteren Szenario mit schlechten Renditen aus», sagt Heinz Rothacher, Chef des Pensionskassenberaters Complementa.
Die UBS-Pensionskasse rechne so, als ob das Tiefzinsumfeld noch 20 Jahre oder mehr andauern werde, was aber sehr fraglich sei. Laut Stefan Thurnherr, Vorsorgeexperte beim VZ Vermögenszentrum, herrscht fast schon Katastrophenstimmung. «Pensionskassen mit Umwandlungssätzen unter 4,5 Prozent rechnen extrem konservativ. Ich halte das für übertrieben.»
Auch die Pensionskassen anderer Branchen haben die Sätze bereits gesenkt. Doch der weitergehende Schritt der UBS hat laut Heinz Rothacher Signalwirkung. «Die Grossbank durchbricht als erster grosses Unternehmen die Marke von 4,5 Prozent. Dies könnte einen Nachahmereffekt auslösen.» Neben den beiden Grossbanken haben verschiedene Kantonalbanken Senkungen angekündigt oder umgesetzt. Weitere Banken dürften folgen.
Während Geldhäuser wie die UBS und die Zürcher Kantonalbank die tieferen Umwandlungssätze mit einmaligen Zuschüssen abfedern, gibt es für die Angestellten der Credit Suisse keine solchen dämpfenden Massnahmen. Credit Suisse und Basler Kantonalbank zwingen ihre Pensionäre zudem, ab einem bestimmten angesparten Vermögen einen Teil des Altersguthabens bei der Pensionierung in bar zu beziehen.
Publica beschliesst Anpassung der technischen Parameter
Nachdem sich bereits das Parlament mit den geplanten Anpassungen bei der Publica befasst hatte und einen Zuschuss verweigerte (stattdessen wurde eine generelle Lohnerhöhung gewährt) und die Kassenkommission deshalb eine Überdenken (Aufschub) gefordert hatte, hat die Kommission nun die notwendigen Anpassungen per 1.1.19 definitiv beschlossen. In einer Mitteilung hält die Kasse fest:
Der technische Zinssatz der offenen Vorsorgewerke wird auf 2 Prozent (bisher 2,75 Prozent) und denjenigen der geschlossenen Vorsorgewerke auf 1,25 Prozent (bisher 2,25 Prozent) gesenkt. Der Umwandlungssatz im Alter 65 wird nach der Senkung der technischen Grundlagen 5,09 Prozent (bisher 5,65 Prozent) betragen. Im gleichen Schritt, das heisst per 1. Januar 2019, vollzieht die Publica auch den Wechsel auf neue Rechnungsgrundlagen (BVG 2015, Periodentafeln).
Die Kassenkommission hat beschlossen, die mit den neuen technischen Grundlagen verbundenen Leistungseinbussen bei der Übergangsgeneration ab Alter 60 angemessen abzufedern: zum einen mit der „nominellen Besitzstandsgarantie“, zum andern, indem die Renteneinbusse teilweise kompensiert wird. In welchem Ausmass die beiden Massnahmen für die Versicherten greifen, hängt davon ab, ob sie sich für eine Altersrente oder einen (teilweisen) Kapitalbezug entscheiden.
Dominique Biedermann va se retirer d’Ethos «après une campagne de dénigrement»
Co-créateur de la fondation active dans la finance responsable il y a presque 21 ans, l’actuel président s’était vu accusé de «violations graves et répétées des règles de bonne gouvernance». Il explique sa décision et répond aux critiques.
En décembre dernier, deux administratrices ont démissionné avec effet immédiat, détaillant une série de critiques à la presse alémanique. Françoise Bruderer Thom et Monika Roth, respectivement responsable de la caisse de pension de La Poste et professeure à la Haute Ecole lucernoise de droit économique, avaient déploré des «violations graves et répétées des règles de bonne gouvernance».
Dénonçant un comportement d’«autocrate», elles pointaient également des conflits d’intérêts et la présence de l’épouse de Dominique Biedermann à la direction d’Ethos. Critiques rapidement balayées par le président et par Ethos en général. Siégeant respectivement depuis sept et dix ans, les deux administratrices avaient «toujours approuvé toutes les décisions, à commencer par ma nomination comme président et celle de ma femme à la direction», insiste Dominique Biedermann. «Il est un peu facile de m’accuser de conflit d’intérêts sur des décisions acceptées depuis de nombreuses années.» Selon les sources du Temps, la réalité est plus complexe: les deux administratrices auraient milité depuis longtemps pour planifier la succession et, à force d’être rabrouées, ont jeté l’éponge, de guerre lasse.
Swisscanto PK-Monitor 2017
Die Finanzierungssituation der Vorsorgeeinrichtungen hat sich auch im vierten Quartal 2017 verbessert (Abbildung 1). Bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen stieg der geschätzte vermögensgewichtete Deckungsgrad um 1,7 Prozentpunkte auf 113,8%, den höchsten Wert seit 2006. Bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung stieg der geschätzte Deckungsgrad etwas stärker und liegt nun bei 106,7%.
Die Unterdeckungsquote bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen beträgt im vierten Quartal unverändert 3,5%. Bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung hat sie sich gegenüber dem Vorquartal jedoch mehr als halbiert auf nun 4,4%.
Der Pensionskassen-Monitor schreibt die Rendite für jede Vorsorgeeinrichtung aufgrund von Indexrenditen fort. Die erfassten Vorsorgeeinrichtungen erwirtschafteten 2017 eine geschätzte vermögensgewichtete Rendite von +7,20% (ungewichtet +7,25%). Mit Ausnahme der Rohstoffe lieferten sämtliche Anlageklassen positive Beiträge zur Rendite. Mit jeweils knapp 20% lieferten Aktien Schweiz und Aktien Welt die grössten Beiträge. Über 90% dieser geschätzten Renditen (Abbildung 3) liegen über 5%.
Börsenboom und Minizinsen
In der NZZaS wird das Thema der guten Performance für 2017 und der gleichzeitig tiefen Verzinsung der Altersguthaben aufgegriffen.
Weshalb aber können die Versicherten in der zweiten Säule nicht stärker von den Gewinnen an den Finanzmärkten profitieren? Zum einen haben die Pensionskassen den Börsenboom genutzt, um ihre Reserven aufzustocken. Gemäss den jüngsten Zahlen der Swisscanto Vorsorge ist der durchschnittliche Deckungsgrad der privaten Kassen innert Jahresfrist um 4% auf 114% gestiegen.
Wichtiger ist jedoch ein zweiter Faktor: Innerhalb der Pensionskassen kommt es zu einer massiven Umverteilung von den Berufstätigen zu den Rentnern. Um wie viel Geld es dabei geht, verdeutlicht eine Auswertung der Beratungsfirma Complementa. Im letzten Jahr verzinsten die Vorsorgeinstitute das Kapital der Pensionierten im Schnitt mit 2,4%.
Biedermann gibt dem Druck nach
pw. Ethos gibt in einer Mitteilung den Wechsel an der Spitze von Ethos Stiftung und Ethos Services bekannt. Derzeit wird das Präsidium in beiden Fällen durch Dominique Biedermann ausgeübt, was zum demonstrativen und von starkem Medienechoe begleiteten Austritt von Monika Roth aus dem Verwaltungsrat der Ethos-Services und von Francoise Bruderer aus dem Ethos-Stiftungsrat im vergangenen Dezember führte. Auf die Kritik an Biedermann wird nicht eingegangen, dafür wird versucht, die geplanten Rücktritte als unabhängig vom Eklat der Austritte darzustellen.
Seit mehreren Jahren zeigen sich die Mitbegründer von Ethos entschlossen, ihre Funktionen im Rahmen eines geordneten, progressiven und auf Kontinuität bedachten Nachfolgeprozesses an die nächste Generation weiterzugeben. Die erste Etappe fand 2015 mit dem Ausscheiden des damaligen Präsidenten Kaspar Müller und der Aufgabe der operativen Tätigkeiten durch Dr. Dominique Biedermann statt, der vom Direktor in das Amt des Präsidenten des Ethos-Stiftungsrats und des Verwaltungsrats von Ethos Services wechselte.
Der nächste Schritt besteht nun darin, auch die Präsidentschaft von Ethos und Ethos Services an neue Personen weiterzugeben. Dr. Dominique Biedermann betont: «Die Ergebnisse, die seit der Gründung von Ethos erzielt wurden, sind bemerkenswert. Mit mehr als 220 Mitgliedsinstitutionen ist die Ethos Stiftung zu einem wichtigen Akteur im Bereich der nachhaltigen Anlagen geworden. Wir sind jetzt bereit, die Präsidentschaft an die nächste Generation zu übergeben.» (…)






