imageDie NZZ hat Lukas Riesen von PPCmetrics zu aktuellen Anlagefragen der PKs befragt. Auszüge:

Die Anbieter strukturierter Produkte nehmen für sich in Anspruch, dass ihre Produkte das Zinsrisiko entschärfen.
Seit Jahren hört man, die Zinsen würden steigen – die Frage ist: Ab wann? Denn eine Absicherung kostet immer. Mit dem Kauf von kurz laufenden, variabel verzinsten Anleihen senkt man das Zinsrisiko, aber die Kosten steigen. Wenn man das über eine lange Zeit macht und die Zinsen nicht anziehen, drückt das auf die Rendite. Aus Sicht eines Privatanlegers wären das verpasste Gewinne, aber die Sicht der PK ist immer in Relation zu den Verpflichtungen. Es ist sehr heikel für die PK, auf Bond-Beständen nichts zu verdienen, heikel ist aber auch, langfristige Verpflichtungen mit kurzfristigen Engagements zu finanzieren. Strukturierte Produkte eigen sich vor allem für taktische Massnahmen. Aber PK sind oft einfacher und effizienter strukturiert als private Vermögen. Der Verwalter ist als professioneller Anleger meist realistischer in der Erwartungshaltung, d. h., er hat nicht den Anspruch vorherzusehen, wohin sich der Markt bewegt. Darum sind auch «Strukis» oft kein Thema.

Es gilt also der gleiche Grundsatz wie für Privatanleger. Erst wenn man eine explizite Markterwartung hat, kann man ein strukturiertes Produkt einsetzen?
Genau. Der fundamentale Unterschied zum Privatanleger ist, dass dieser nicht zwanzig Jahre Rente finanzieren muss. Ein Privatanleger hat für seine Ersparnisse vielleicht noch keinen konkreten Verwendungszweck definiert. Die Kasse dagegen kennt ihr Garantieversprechen und das hohe Zinsrisiko, das diesem innewohnt. Darum kauft sie auch bei tiefem Zinsniveau weiter Obligationen.

Gibt es punkto Laufzeit und Verpflichtungsstruktur überhaupt strukturierte Produkte, die für Pensionskassen infrage kommen?
Bis jetzt nicht, diese haben meist eine Laufzeit von Monaten, selten von Jahren. Die Kassen müssen wegen der Renten in Jahrzehnten denken. Natürlich könnte man «Strukis» konstruieren, welche die Anforderungen erfüllten. Ein Vermögensverwalter kann diese Funktionalität mit Optionen auch selbst erzeugen.

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