Starker Anstieg der Teilzeitarbeit
BFS. In der Schweiz waren im Jahr 2022 4,5 Mio. Personen zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig, 7,8% mehr als 2012. Über ein Drittel davon arbeitete Teilzeit. Zwischen 2012 und 2022 ist die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen mehr als drei Mal so stark angestiegen wie jene der Vollzeiterwerbstätigen (+14,7% gegenüber +4,4%). Während immer noch bedeutend mehr Frauen Teilzeit arbeiten, wächst der Anteil bei den Männern stark. Zudem ist der Teilzeitanteil von zahlreichen weiteren Faktoren wie Ausbildung, Alter und Familiensituation abhängig.
“Gewerkschaftsgeschwurbel zur BVG-Reform”
Der Pensionskassenverband, obwohl kritisch gegenüber der BVG-Reform eingestellt, ärgert sich dennoch über die abstruse Anti-Propaganda des Gewerkschaftsbunds. In einer neuen Ausgabe seines Faktenchecks hält der Verband fest:
Auch wenn es genügend Gründe gibt, die aktuelle Reform der zweiten Säule abzulehnen – zum Beispiel die massive Überkompensation, die sich kontraproduktiv aufs Ziel auswirkt – können manche Gewerkschafter es weiterhin nicht lassen, Falschinformationen zur Reform zu verbreiten. Ob sie dies absichtlich tun oder einfach nur nicht verstehen, wie die zweite Säule funktioniert, sei dahingestellt.
SGV-Präsident Pierre-Yves Maillard bezeichnet die Reform als «aus der Zeit gefallen». Seine Kritik: die Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent sei eine Idee aus der Zeit der Negativzinsen.
Le rouge et le vert
Der Nebelspalter berichtet über die Angaben des Geoportals des Bundes, das neu Auskunft über den CO2-Ausstoss aller Gebäude der Schweiz gibt oder besser geben soll. Das hat absehbar Einfluss auf den Wert der Immobilien, mit Folgen auch für die institutionellen Anleger. Zwar besteht eine detaillierte Abstufung (A bis G), wie aber ein Blick auf das Portal zeigt, gibt es praktisch nur rot (G: ganz schlecht) oder grün (A: ganz gut). Im Text dazu heisst es:
Nun sind die Daten öffentlich. Für die Bewertung auf seinem Geoportal hat der Bund bei sämtlichen 1,8 Millionen Gebäuden im Land den CO₂-Ausstoss mit dem Pacta-Immobilienmodell berechnet. Pacta steht für «Paris Agreement Capital Transition Assessment». Schlüssel für die Kategorisierung ist das Gebäude- und Wohnungsregister, das die Wärmequelle, das Baujahr, die Wohnflächen und die Anzahl Stockwerke der Gebäude enthält.
Vernehmlassung über Verordnung zu “Optimierung der Aufsicht”
Der Bundesrat schreibt in einer Mitteilung:
Die Aufsicht über die Sozialversicherungen wird im Bereich der 1. und 2. Säule modernisiert. Ziel der Modernisierung sind ein besseres Risikomanagement, die Verstärkung der Governance sowie die zweckmässige Steuerung der Informationssysteme. Dazu werden die Aufgaben und Pflichten der Durchführungsstellen wie auch der Aufsichtsbehörde präzisiert. Damit diese Änderungen umgesetzt werden können, müssen mehrere Verordnungen angepasst werden.
Zum BVG wird ausgeführt:
Die Anpassungen schaffen die Grundlage für die Übernahme von Rentnerbeständen und sichern, soweit möglich, die Finanzierung der Rentenverpflichtungen. Dazu werden die Aufgaben der Expertinnen und Experten für berufliche Vorsorge präzisiert.
Mitteilung BR d / f /
Erläuternder Bericht / Verordnungsentwurf
Hohe Minusperformance
Die drei Sozialversicherungen (AHV, IV, EO) schliessen das Geschäftsjahr 2022 mit einem positiven Umlageergebnis von 1632 Millionen Franken für die AHV, 122 Millionen für die IV und 217 Franken Millionen für die EO ab.
Aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten ist das Anlageergebnis bei allen drei Versicherungen negativ, wobei die Nettorendite auf dem Anlagevermögen bei -12.85 % liegt. Dies führt zu einem negativen Betriebsergebnis für die AHV (-2 706 Millionen) und die IV (-293 Millionen), aber zu einem positiven Betriebsergebnis für die EO (33 Millionen).
Die Schulden der IV gegenüber der AHV bleiben unverändert bei 10’284 Millionen. Der gesamte Vermögensbestand der compenswiss per 31. Dezember 2022 beläuft sich auf 37’307 Millionen Franken.
2e pilier: la maison brûle?
En cas de récession, une situation de sous-couverture toucherait 95% des avoirs de prévoyance, selon Olivier Scaillet, de l’Université de Genève.
Les scénarios de stress étudiés l’an dernier dans un travail de recherche par l’Université de Genève, sous la direction d’Olivier Scaillet, et de Pittet Associés, avec le soutien de l’Office fédéral des assurances sociales (rapport de recherche n° 07/22), sont en train de se matérialiser.
Olivier Scaillet, professeur de finance à l’Université de Genève et senior chair au Swiss Finance Institute, et Cyril Pasche, directeur au Swiss Finance Institute et chargé de cours à la Haute école de gestion de Genève, répondent aux questions d’Allnews sur les perspectives du 2e pilier.
Est-ce que la maison du 2e pilier brûle?
OS: Le 2e pilier est globalement résilient. Mais la maison brûle si l’on considère les fondations collectives et les fondations de droit public sans garantie étatique. Celles-ci peuvent être considérées comme «à risque», notion de Pension-at-Risk.
Cyril Pasche: La situation est effectivement critique comme le démontrent les chiffres. Dans le cadre d’un scénario de stagflation, 16% des avoirs de l’ensemble des institutions de prévoyance verraient leur taux de couverture tomber entre 90 et 100% et ce taux grimperait à 49% pour les fondations de droit public. Et dans un scénario de récession, le scénario le moins favorable, 95% des avoirs de l’ensemble des institutions tomberaient en situation de sous-couverture, dont 68% seraient en-dessous des 90%, soit un niveau que nous qualifions de catastrophique. Plus en détail, nous voyons que cette sous-couverture toucherait 93% des fondations collectives et 87% des institutions de droit public, à savoir neuf caisses de prévoyance sur dix.
Schlussbericht zur Analyse der Lohnunterschiede
In Ergänzung zu den Ergebnissen der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, die das BFS in der Medienmitteilung vom 22. November 2022 präsentiert hat, liegt nun der detaillierte Bericht «Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2020» vor.
Todesursachenstatistik 2021
BFS. Im Jahr 2021 sind 71’192 Personen der Schweizer Wohnbevölkerung gestorben. Der Anteil an Todesfällen mit Covid-19 als Haupttodesursache lag mit 8,4% an dritter Stelle nach Herz-Kreislauf-Krankheiten (27,6%) und Krebs (23,7%). In den beiden Pandemiejahren 2020 und 2021 kam es zu zwei Perioden mit hoher Übersterblichkeit, die weitgehend auf Covid-19 als Todesursache zurückzuführen sind. In einer dritten Periode am Ende des Jahres 2021 ist das Ausmass der Übersterblichkeit dagegen nicht mehr vollständig durch Covid-19 zu erklären.
UK: Supersized pension funds needed to fire up fast-growth companies
TIMES. The government has been urged by a senior adviser to create “super pension funds” to unlock “enormous amounts of capital” to stem the flow of high-growth companies away from Britain.
Sir John Bell, a drugs industry veteran who was behind the government’s life sciences vision, is calling for pension schemes to be bundled together to create about five “really big” superfunds to invest in sectors including science and technology.
Swedish pension fund chair faces dilemma after $2bn US bank losses
FT. The biggest victim of last month’s US banking crisis comes from an unlikely location: Sweden.
The Scandinavian country’s largest pension fund Alecta fired its chief executive on Tuesday after a bet on niche US banks went spectacularly wrong, leading to $2bn in losses and a huge blow to its reputation in a nation where trust is foremost of all virtues.
Macht der Zinsanstieg die UWS-Senkung überflüssig?
Gewerkschaftspräsident Pierre-Yves Maillard bezeichnete die BVG-Reform unlängst als «aus der Zeit gefallen». Seine Kritik zielt auf ein Kernelement der Vorlage: die Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent, die ohne Kompensation zu tieferen Renten führt. Das sei eine Idee aus der Zeit der Negativzinsen, argumentiert er. Tatsächlich ist in letzter Zeit das Zinsniveau gestiegen, was das Renditepotenzial auf dem Vorsorgevermögen erhöht. Maja Briner geht in der Luzerner Zeitung der Frage nach, ob sich die Senkung tatsächlich erübrigt.
Experten [widersprechen] dem Gewerkschaftsbund. «Die Argumentation, es brauche wegen der Zinswende keine Senkung des Umwandlungssatzes mehr, ist absurd», sagt Reto Leibundgut, Pensionskassen-Experte beim Beratungsunternehmen C-alm.
Er zieht den Vergleich zu 2010, als das Stimmvolk über den Umwandlungssatz abstimmte und eine Senkung ablehnte: «Heute ist die Umverteilung zwischen Jung und Alt sogar grösser als damals, der Handlungsdruck also gewachsen.» Der gesetzliche Umwandlungssatz sei «massiv überhöht».
Der hohe gesetzliche Umwandlungssatz bringe nicht die Pensionskassen in Nöte, stellt Leibundgut klar. «Sie haben das Problem für sich gelöst.» Auch BVG-nahe Kassen stünden nicht mit dem Rücken zur Wand. «Leidtragende sind vielmehr die jungen Aktiv-Versicherten – also die Erwerbstätigen, die in die Pensionskasse einzahlen. Sie müssen von einer Umverteilung geschützt werden.» Dafür brauche es eine Senkung des gesetzlichen Umwandlungssatzes.
D: Drückende Vorsorgelast
Merkur.de berichtet über die grosse Belastung der Erwerbstätigen für die Altersvorsorge durch einen hohen Rentneranteil und die Forderung nach einer besseren Berücksichtigung der Interessen der Jungen.
Laut einer Berechnung der OECD aus dem Jahr 2017, werden in Deutschland im Jahr 2027 fast 47 Rentner auf 100 Arbeitnehmende kommen. Bereits zum Zeitpunkt der Erhebung lag Deutschland mit 36,6 Rentner pro 100 Arbeitnehmer auf dem zweiten Platz der OECD-Länder.
Konkret bedeutet das, dass im Jahr 2027 knapp zwei Beitragszahlende, für die Rente von einer Person aufkommen müssen, wie das BurdaPortal “Finanzen100” vorrechnet. Zum Vergleich: Im Jahr 1962 kamen noch sechs Arbeiternehmer für die Rente einer Person auf, wie das Demografieportal von Bund und Ländern schreibt.
Unterdeckung, neues Vorsorgeangebot und Investitionsbericht
Die Publica berichtet über das Geschäftsjahr 2022 und neue Entwicklungen.
Die Pensionskasse des Bundes Publica verzeichnete im Jahr 2022 eine Performance von -9,6 Prozent. Der Grund dafür waren die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der konsolidierte Deckungsgrad betrug per Ende 2022 96,2 (Vorjahr 4,4) Prozent. Die negative Performance beeinflusste den Deckungsgrad der Vorsorgewerke der Publica. 14 der insgesamt 18 Vorsorgewerke befanden sich per Ende 2022 in Unterdeckung.
Um die Diversifikation und die erwartete Rendite weiter zu erhöhen, wurde die Anlagestrategie angepasst. Der relativ hohe Anteil der Obligationen wird gesenkt und stattdessen den Anteil der Sachwerte sowie der börsengehandelten Aktien erhöht. Die Umsetzung der neuen Anlagestrategie wird gestaffelt durchgeführt und dauert bei einzelnen illiquideren Anlageklassen bis zu vier Jahre.
APK in Unterdeckung
sda. Die Aargauische Pensionskasse (APK) ist im Jahr 2022 in die Unterdeckung gerutscht. Der Deckungsgrad sank im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozentpunkte auf 98,1 Prozent. Die Performance betrug minus 8,0 Prozent. In der APK sind vor allem Staatsangestellte und Lehrpersonen versichert.
Die grösste Pensionskasse im Aargau spricht in einer Mitteilung von einem «herausfordernden Jahr». Die negative Performance könne «zum Glück zu einem grossen Teil mit den Reserven aus dem guten Vorjahr abgefedert werden». Die APK hatte 2021 eine Rendite von noch 7,5 Prozent erzielt. 2020 war es eine Rendite von 3,8 Prozent gewesen.
Die APK führt das Minus des vergangenen Jahres auf die Inflation und die Zinserhöhungen der Zentralbanken zurück. Es habe eines der schlechtesten Börsenjahre in der Geschichte verzeichnet werden müssen, heisst es im Geschäftsbericht. Die Gesamtperformance 2022 betrug minus 8,01 Prozent und lang damit unter dem Benchmark von 7,96 Prozent.
WTW Swiss Pension Finance Watch – Q1/2023
WTW. Das 1. Quartal 2023 schloss im Vergleich zum Jahresbeginn mit einem leichten Wachstum des WTW-Pension Index von 0,6 % ab. Die positiven Anlagerenditen und die gleichzeitig wegen sinkender Renditen der Unternehmensanleihen steigenden Verpflichtungen glichen sich weitgehend aus.
Im 1. Quartal führte der Rückgang der Diskontierungssätze zu einem Anstieg der Verpflichtungen um 2,3 %. Die Anlagerenditen beliefen sich indessen auf 2,8 %, was den Anstieg der Verpflichtungen überstieg. Der WTW-Pension Index stieg im 1. Quartal um 0,6 %. Der Deckungsgrad (d.h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) lag gemäss WTW-Pension Index per 31. März 2023 bei 128,8 %, gegenüber 128,2 % per 31. Dezember 2022.



