Die Last des unterfinanzierten Rentnerkapitals
Unter dem Titel “Zeitbombe berufliche Vorsorge” hat Peter Zanella, PK Experte von Willis Towers Watson, in der NZZ einen unkonventionellen Vorschlag zur Entlastung der Pensionskassen von ihren unterfinanzierten Rentnerbeständen gemacht. Er geht davon aus, dass das bestehende Rentnerkapital von aktuell rund 400 Mrd. Franken die Ansprüche der Rentner längst nicht voll abgedeckt, die zu grossen Teilen mit 2 und mehr Prozent technischem Zins errechnet wurden. Das belastet in hohem Masse die Aktiven, besonders jene in Kassen mit hohem Rentneranteil. Eine Senkung der laufenden Renten, lehnt er ab. Zur Sicherung des finanziellen Gleichgewichts wären Verringerungen der Renten von bis zu einem Drittel notwendig. Ein Ausweg würde gemäss seiner Idee die Bildung einer Sammelstiftung bieten, in welche die Kassen ihre Rentnerbestände einbringen könnten, eine Art “Bad Bank” für Rentner. Er schreibt:
Eine Lösung dieser Problematik wäre eine gesetzlich derzeit nicht erlaubte Variabilisierung der laufenden Altersrenten. Entsprechende Initiativen dafür sind im Gang. Flexibilität ist im Prinzip sinnvoll und wird für manche Neurentner bereits praktiziert. Für laufende Altersrenten hingegen ist diese Lösung nicht erstrebenswert. Geht man davon aus, dass manche Rentenzahlungen um einen Drittel gekürzt werden müssten, könnten sich im Einzelfall Altersarmut und insgesamt ein deflationärer Effekt ergeben.
Ein zielführender Vorschlag sollte die Kaufkraft der Rentner bewahren und das System insgesamt stabilisieren. Nur eine gesamtschweizerische Lösung ist angemessen, die Bestandteile liefert das Instrumentarium aus der Finanzkrise. Im Sinne einer Bad Bank könnte eine Rentnersammelstiftung kreiert werden. Organisatorisch zum Beispiel dem Sicherheitsfonds angegliedert, wird allen rentnerlastigen Pensionskassen die Möglichkeit offeriert, ihre Rentner zu attraktiven Bedingungen zu transferieren.
Die Kosten für diese Form einer Bad Bank würden den Preis der Nullzinspolitik sichtbar machen. Somit sollte finanziell die Nationalbank für den beschriebenen Lösungsansatz einstehen. Bei sich normalisierenden Zinsen und damit niedrigerem Reservierungsbedarf der Rentnersammelstiftung würden die eingesetzten Mittel an die Nationalbank zurückfliessen.
Eine solche Lösung wäre unorthodox und deren Umsetzung herausfordernd. Aber die heutige paradoxe Wirtschaftslage mit Negativzinsen verlangt unkonventionelle Ideen und Ansätze.
Saurer-Rentner fühlen sich betrogen
Das Aargauer Tagblatt berichtet über Vorwürfe der Rentner der PK Saurer, die glauben, dass ihnen Mittel vorenthalten würden. Sie haben sich dazu auch an die Medien gewandt.
Das Thema: Die Saurer-Pensionskasse habe sich auf Kosten ihrer Pensionäre um 200 Millionen Franken bereichert. Konkret habe sie zu tiefe Renten ausbezahlt, sagten die Saurer-Rentner Ernst Frei und Walter Winkler vor zirka vierzig Gästen.
Denn das Pensionskasse-Vermögen ist während zwanzig Jahren von 224 auf 332 Millionen Franken angewachsen, jedoch hat die Zahl der Versicherten von 2000 auf 900 abgenommen. Die Aufforderung von Seiten der betroffenen Pensionäre, frei werdende Renten, unverbrauchtes Deckungskapital oder Rückstellungen infolge Todesfälle und anderem denen zu verteilen, die sie erspart hätten, wurde abgewiesen.
Die Pensionskasse argumentierte, dass die Rentner zufrieden und Rentenanpassungen finanziell nicht vertretbar wären. Wie sehr die Thematik den Pensionären aufstösst, ist offensichtlich: Das Arboner Bezirksgericht bedachte einen ehemaligen Mitarbeiter im Zuge aggressiver Kritik mit einem Maulkorb.
Die Rentnergruppe reagierte mit einer Klage bei der Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht. Doch diese wurde abgewiesen. Es bestünden keine Parteirechte und somit kein Handlungsbedarf. Die Rentner gaben jedoch nicht nach.
Scheingewinne durch Marktkursbewertung von Oblis
Christoph Zenger von Covasys Wyttenbach & Zenger warnt in einem Beitrag auf Inside Paradeplatz vor der der vorgeschriebenen Marktkurswertbewertung von Obligationen.
Das seit über zehn Jahren auch für Obligationen geltende, allgemein übliche Marktkurs-Bewertungsprinzip fordert, dass die Pensionskassen sie zum aktuellen Börsenkurs bewerten müssen. Zu Kursen also, die niemals Bestand haben werden.
Denn es ist sicher, dass die Kurse in der Zukunft gegen pari (100%) konvergieren werden. Die Pensionskassen buchen also Gewinne, die mit Sicherheit wie Schnee in der Sonne dahinschmelzen werden – es sei denn, die Anleihe würde umgehend verkauft. Ansonsten entstehen Scheingewinne, die nach geltender Rechnungslegungsordnung erlaubt respektive sogar verordnet sind.
Die Aufsichtsbehörde sollte dieser Praxis ein Ende setzen, weil der von ihr stark beachtete Deckungsgrad zu hoch ausgewiesen wird. Sie müsste die Pensionskassen dazu anhalten, die negativ rentierenden Anleihen höchstens mit jenem Kurs in den Büchern zu führen, welcher eine Rendite auf Verfall in der Höhe des technischen Zinssatzes garantiert. (…)
Leider offenbart sich auch in diesem Fall die „theorieinduzierte Blindheit“ (Kahneman) der Regulatoren und Pensionskassen-Berater. Schuld daran ist jedoch primär die moderne Portfoliotheorie, die mit ihrer Verabsolutierung des Marktkonzeptes unser gesamtes Anlagewesen verseucht und den gesunden Menschenverstand ausgeschaltet hat.
CS PK-Index Q3 2019
Im Berichtsquartal nimmt der Pensionskassen Index um 2.71 Punkte resp. 1,51% zu und verzeichnet ein weiteres starkes Quartal. Aktuell steht der Index per 30. September 2019 bei 182.20 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Nach zwei positiven Vorquartalen entwickelten sich die Pensionskassen auch im dritten Quartal sehr erfreulich. Der Juli (0,92%) war der stärkste Monat, wobei aber auch die beiden Monate August (0,11%) und September (0,47%) im Plus abschlossen.
Der Hauptanteil der Entwicklung im dritten Berichtsquartal ist den Aktien (0,56%) zuzuschreiben. Schweizer Aktien erzielten einen Renditebeitrag von 0,24% und Aktien Ausland einen Beitrag von 0,32%. Auch bei den Obligationen und Immobilien ist die Entwicklung positiv. Mit einem Beitrag von total 0,50% (Obligationen) und 0,44% (Immobilien) haben diese das gute Resultat weiter verstärkt. Einzig die Liquidität ist leicht negativ (-0,08%). Alternative Anlagen, Hypotheken und sonstige Anlagen waren eher unauffällig, aber trotzdem leicht im Plus.
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (seit 1. Januar 2017 auf 1% p.a.) ist im Berichtsquartal um 0.38 Punkte (resp. 0,25%) auf den Stand von 154.77 Punkten gestiegen, ebenfalls ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt somit im 3. Quartal 2019 1,26% über der BVG-Vorgabe.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 1. Januar 2000) beträgt per 30. September 2019 3,08%. Demgegenüber steht eine annualisierte BVG-Mindestverzinsung von 2,24%.
Allvisa: Neue operative Leitung, Fusion mit BvGe Management
Tobias Billerbeck übernimmt per 01.01.2020 als Geschäftsführer die operative Leitung der Allvisa Services AG. Roger Bergmann wird sich in Zukunft auf das Verwaltungsratspräsidium konzentrieren.
Tobias Billerbeck (43) ist eidg. dipl. Pensionskassenleiter und hat 20 Jahre praktische Erfahrung in der beruflichen Vorsorge, wovon 12 Jahre bei der Allvisa. Er ist langjähriger Geschäftsführer mehrerer (teil-) autonomer Vorsorgeeinrichtungen und seit 2017 Partner der Allvisa Services AG. Tobias Billerbeck ist verheiratet, hat 3 Kinder und lebt in Binz ZH.
Die Geschäftsleitung besteht neu ab 01.01.2020 aus Tobias Billerbeck (CEO), Franziska Heuberger Schanz (Leiterin Verwaltung), Aurelio Lemm (Leiter Geschäftsführung) und Sadri Sengör (Leiter IT).
Integration der BvGe Management AG
Der Verwaltungsrat der Allvisa Services AG hat beschlossen, die Tochterfirma BvGe Management AG rückwirkend per 1. Juli 2019 in die Allvisa Services AG zu fusionieren.
Sämtliche Mitarbeiter und Verträge werden übernommen. Der Standort Wil wird als Zweigniederlassung der Allvisa Services AG weitergeführt. Die betroffenen Kunden werden weiterhin durch die ihnen bekannten Personen betreut.
Gesundheit und sozialer Status im Alter
Mit der “Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017” untersuchte das BFS Ressourcen und Gesundheitsverhalten der Senioren.
Soziale Ungleichheiten wirken sich auch im Alter auf die Gesundheit aus. Personen ab 55 Jahren mit einer Tertiärausbildung weisen einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand und ein besseres Gesundheitsverhalten auf als Personen ohne nachobligatorische Ausbildung. Sie verfügen zudem häufiger über psychosoziale Ressourcen wie starke soziale Unterstützung (46% gegenüber 31%) oder ein hohes Vitalitätsniveau (64% gegenüber 41%). Dies sind einige Ergebnisse aus der neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS).
2017 bezeichneten drei Viertel (75%) der Personen ab 55 Jahren ihren Gesundheitszustand als (sehr) gut. Gemäss der Publikation «Ressourcen und Gesundheitsverhalten der Seniorinnen und Senioren» unterschiedet sich dieser Anteil stark nach Geschlecht und Alter, aber auch nach sozialem Status. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom sozialen Gradient.
Frauen ab 55 Jahren mit Tertiärausbildung sind körperlich aktiver als jene ohne nachobligatorische Ausbildung (77% gegenüber 58%). Bei den Männern sind vergleichbare Anteile festzustellen (80% gegenüber 64%).
Bei den Männern sind grosse Unterschiede beim Risikoverhalten zu beobachten. Männer ab 55 Jahren mit einer Tertiärausbildung haben seltener einen chronisch risikoreichen Alkoholkonsum
(5% gegenüber 11%) und sind nahezu halb so oft adipös (12% gegenüber 22%) wie jene ohne nachobligatorische Ausbildung.Auch der Anteil der Raucher ist bei den Männern zwischen 55 und 64 Jahren mit einem Abschluss auf Tertiärstufe geringer als bei jenen ohne nachobligatorische Ausbildung (24% gegenüber 40%). Umgekehrt wollen Raucher ab 55 Jahren mit Tertiärabschluss den Tabakkonsum seltener aufgeben als Männer ohne nachobligatorische Ausbildung (33% gegenüber 61%).
Der Pensionsindex zeigt ein Defizit
Die Pensionsbilanzen von Schweizer Unternehmen mussten im 3. Quartal Einbussen hinnehmen, da die Diskontierungssätze einbrachen. Infolgedessen wies der Willis Towers Watson Pension Index zum ersten Mal seit dem 2. Quartal 2017 ein Defizit aus. Die Gesamtkapitalrendite, die der Rendite im 2. Quartal weitgehend entsprach, konnte die Auswirkungen des deutlichen Rückgangs der Diskontierungssätze kaum ausgleichen. Insgesamt nahm der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um rund 4 Prozent ab, wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht. Er sank von 103,5 Prozent per 30. Juni 2019 auf 99,6 Prozent per 30. September 2019.
Gestaltungsfreiraum der Firmen beim BVG
Jérôme Cosandey zeigt in einem Beitrag von Avenir Suisse die Möglichkeiten von Firmen auf, in ihren Pensionskassen moderne und zeitgemässe Regelungen einzuführen, um so auf die Veränderungen in der Arbeitswelt zu reagieren.
Anlagestiftungen mit komplexen Steuerfragen
Roland Kriemler, Geschäftsführer der KGAST, hat in der Steuer Revue Nr. 10/19 in einem detailliert ausgeführten Beitrag die steuerliche Situation der Anlagestiftungen dargestellt. Dabei wird auch intensiv auf die Frage der Stempelsteuer mit Bezug auf die Anlagestiftungen eingegangen und ein Rückblick auf alle damit verbundenen Fragen und Entwicklungen bis zum Beginn dieses Jahrhunderts geboten.
UBS PK-Performance September 2019
• Die Vorsorgeeinrichtungen im UBS-Sample verzeichneten im September eine durchschnittliche Performance von 0,45% und seit Jahresbeginn 8,85% nach Gebühren.
• Die kleinen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von weniger als CHF 300 Mio. schnitten mit 0,54% am besten ab, gefolgt von den mittleren mit CHF 300 Mio. bis CHF 1 Mrd. bei 0,37%. Die grossen Vorsorgeeinrichtungen mit mehr als CHF 1 Mrd. bildeten mit 0,35% das Schlusslicht.
• Steigende Zinsen führten zu negativen Anleihenrenditen. Die übrigen Anlageklassen trugen positiv zur Performance bei.
BVK auf Nachhaltigkeitskurs
In einem Interview mit der Aargauer Zeitung erläutert BVK-Geschäftsführer Thomas Schönbächler die Strategie der Pensionskasse des Kt. Zürich. Auszüge:
Punkto Klima hat der WWF die BVK in seinem jüngsten Rating in die Gruppe der Zweitplatzierten gesetzt. Das heisst, die BVK liegt über dem Durchschnitt, aber nicht ganz vorne. Sind Sie zufrieden damit?
Schönbächler: Ich bin sehr zufrieden, insbesondere mit der persönlichen Besprechung mit den WWF-Vertretern nach dem Rating. Sie haben aufgezeigt, dass wir in der Umsetzung zu den Besten gehören und es nur noch wenige Elemente bräuchte, um in die Top-Gruppe zu kommen.
Im Vergleich zum vorletzten Rating hat sich die BVK aber nicht verbessert, sondern ihren Platz behalten, während etwa die Stadtzürcher Kasse in die Top-Gruppe aufgestiegen ist. Wie kommt das?
Das Rating ist auch eine Frage von Gewichtungen und des Zeitpunkts der Präsentation. Nach der Publikation des Berichts haben wir einen entscheidenden Punkt erfüllt, der für die Top- Liga noch fehlte: Wir legten unsere zehn grössten Investments offen. Gemäss WWF war dies das Element, das noch fehlte für die Top-Gruppe.
Die BVK ist schon 2016 aus der Kohleförderung ausgestiegen. Nicht aber aus der Erdöl- und Erdgasförderung. Warum dieser Unterschied?
Als wir aus der Kohle ausstiegen, geschah dies aus reinen Risikoüberlegungen. Wir kamen zum Schluss, dass reine Kohleförderung langfristig kein Ertragspotenzial hat. Handelt man nicht, geht man enorme Risiken ein. Es ist zu spät, erst dann zu gehen, wenn dies alle tun. Im Bereich von Öl und Gas hingegen bringt uns eine andere Strategie, das Engagement, mehr. Wir bleiben investiert. Wir haben feststellen können, dass sich die grossen Produzenten stark geändert und neu positioniert haben. Sie investieren inzwischen auch in erneuerbare Energien. Sie haben das Kapital für diese Transformation.
Gemäss eigenen Angaben will sich die BVK punkto Klimafreundlichkeit in der Referenzklasse unter den Pensionskassen positionieren. Sie wollen also Klassenprimus werden?
Nein. Man muss sich immer bewusst sein, dass eine Pensionskasse ihre Gelder treuhänderisch anvertraut bekommt. Wir dürfen nicht einfach et- was unter dem Aspekt einer Gesinnung machen, etwa weil wir glauben, es sei gut für die Welt. Wir müssen immer auch die Rendite im Fokus haben. Das geht zusammen. Der Immobilienbereich ist ein sehr gutes Beispiel da- für. Mir ist kein Immobilienplayer bekannt, der auch nur annähernd eine so grosse CCL-Reduktion schaffte wie wir. Gleichzeitig stellen wir fest, dass wir C02-freundliche Gebäude mindestens gleich gut vermieten können wie andere. Vor allem langfristig zahlt sich dies aus.
CS zu den BVG-Revisionsmodellen
Im Rahmen ihrer Pensionskassen-Studie 2019 hat die Credit Suisse eine Zusammenstellung der vorliegenden Vorschläge zur BVG-Revision publiziert. Nebst einer Darstellung der wichtigsten Elemente der Vorschläge sind auch Kostenschätzungen enthalten. Sie liegen im Rahmen der Berechnungen von Baumann/Gamper (c-alm), weisen aber auch diverse Abweichungen dazu auf.
Für den Sozialpartner-Kompromiss werden 2,7 Mrd. (c-alm 3,2 Mrd.) angegeben, für das ASIP-Modell 2,1 (2,1) Mrd. und den Vorschlag des SGV 1,5 (1,3) Mrd. Zu erwähnen ist, dass auch die CS-Experten den Aufwand für den Rentenzuschlag in den Vergleich aufnimmt, wie das auch die c-alm getan hat.
Die CS schreibt zum Kompromiss in ihrer Studie:
Die vorwiegend einnahmeseitigen Massnahmen müssten durch die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber finanziert werden und erhöhen die ohnehin hohen Lohnkosten in der Schweiz. Zudem müssten die Abgaben zugunsten der Altersvorsorge bei fixem Rentenalter laufend ansteigen, weil die durchschnittliche Lebenserwartung noch weiter ansteigt.
Der zielführendste Ansatz, um die Nachhaltigkeit der Altersvorsorge zu erhöhen, wird indessen aufgeschoben: Eine baldige, schrittweise Erhöhung des Rentenalters. Denn dadurch würde gleichzeitig die Ansparphase verlängert und die Rentenzahlungen im Durchschnitt weniger lang erfolgen. Dadurch würde auch die Umverteilung von Jung zu Alt reduziert und der Generationenvertrag gestärkt.
Werner Enz schreibt in der NZZ dazu:
Die Experten der Credit Suisse zeigen auf, dass der «Sozialpartnerkompromiss» (von Arbeitgeberverband, Travailsuisse und Gewerkschaftsbund) nicht nur sehr teuer ist, sondern die in Erscheinung getretenen Probleme nicht wirklich lösen wird. So wird die Absenkung des Mindestrentenumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0% mit einer neuen, zeitlich nicht limitierten Zwangsabgabe in Form eines um 0,5 Prozentpunkte erhöhten Lohnabzugs erkauft.
Das habe zur Folge, dass die ohnehin hohen Lohnkosten in der Schweiz weiter verteuert würden. Zudem würden die Abgaben bei einem fixen Rentenalter 65 laufend weiter steigen, weil die durchschnittliche Lebenserwartung noch zunehmen werde.
Abgesehen von den schweren Finanzlasten, werde die unerwünschte Umverteilung von Aktiven zu Rentnern noch verstärkt. Ein dickes Fragezeichen wird von den Bankspezialisten im Besonderen hinter die Idee der Sozialpartner gesetzt, fünfzehn Neurentnerjahrgängen als Kompensation für den tieferen Umwandlungssatz pauschal monatliche Rentenzuschläge von 100, 150 oder 200 Fr. auszuzahlen; die Staffelung würde in drei Fünfjahresschritten erfolgen, wobei die Beiträge unabhängig vom Einkommen und in alle Zukunft fliessen sollen.
Das dürfte sehr teuer werden, auch weil der Bundesrat gemäss dem «Sozialpartnerkompromiss» im 16. Jahr nach der Umsetzung der Reform dereinst entscheiden soll, welche Rentenzuschläge in Zukunft gelten sollen. Wer glaubt daran, dass er diese dereinst integral abschaffen würde?
CS-Vergleich der Modelle / CS Studie /
NZZ / Übersicht Vorschläge
CS PK-Studie: Beunruhigende Rentenprognosen
Credit Suisse schreibt zu ihrer Pensionskassen-Studie 2019:
Die Ökonomen der Credit Suisse zeigen unter Berücksichtigung von oft vernachlässigten Faktoren wie Lohn-, Zins- und Inflationsentwicklung, wie sich die Rentensituation im Vergleich über vier Generationen von Erwerbstätigen präsentiert: Ohne Gegenmassnahmen verschlechtert sich die Rentensituation in Zukunft deutlich (vgl. Abb. 1). Die Ersatzquoten, d.h. die Rentenbezüge aus der ersten und zweiten Säule im Verhältnis zum letzten Einkommen, sinken für Personen im mittleren Einkommenssegment von geschätzt 57 % im Jahr 2010 auf rund 46 % im Jahr 2025.
Im tieferen Einkommenssegment sinken die Ersatzquoten ohne Gegenmassnahmen um 5 bis 8 Prozentpunkte, weil hier die Renten aus der zweiten Säule im Vergleich zur AHV einen geringeren Anteil ausmachen und der Mindestumwandlungssatz stabilisierend wirkt. Bei den höheren Einkommen machen die Renten der beruflichen Vorsorge hingegen den Grossteil des Einkommens im Alter aus. Entsprechend markant gehen darum auch die Ersatzquoten von 51 % bei Pensionierung im Jahre 2010 auf 37 % im Jahr 2025 zurück. Für die im Jahr 2061 Pensionierten ergibt sich eine noch leicht geringere Ersatzquote.
Auch kaufkraftbereinigt dürften die Renten für künftige Generationen deutlich tiefer ausfallen: Unter Annahme einer auch in Zukunft sehr geringen Inflation von rund 0,5 % sinken sie bei den mittleren und höheren Einkommen gegenüber den 2010 pensionierten Versicherten um 15 % bis 29 %. Bei den Renten aus der beruflichen Vorsorge liegt es im Ermessen der Pensionskasse, abhängig von den finanziellen Möglichkeiten einen Teuerungsausgleich zu sprechen – Anpassungen an die Preisentwicklungen waren in Vergangenheit aber eher selten.
Für heutige Rentner ist dies aktuell nicht so folgenreich, da die Inflation seit Jahren tief ist. Während heutige Rentner von einer abnehmenden Teuerung profitierten, droht künftigen Generationen bei einem ungünstigen Szenario nicht nur wie vorhin aufgezeigt eine im Generationenvergleich bereits tiefere Rente, sondern noch zusätzlich ein höherer Kaufkraftverlust.
Seit längerem verändert sich die Asset Allocation vieler Vorsorgeeinrichtungen, weg von Obligationen, hin zu Aktien und Immobilienanlagen. Diese Entwicklung könnte zukünftig aber aufgrund einer sinkenden Risikofähigkeit gebremst werden. Denn infolge der Babyboomer wird sich der Anteil des Vorsorgekapitals der Rentner im Verhältnis zu jenem der aktiven Versicherten erhöhen: Heute macht er rund 45 % aus, im Jahr 2045 sind es gemäss den Projektionen der Pensionskassenspezialisten der Credit Suisse bereits 57 %.
Da Vermögenswerte junger Versicherter langfristiger angelegt werden können als jene der älteren, senkt sich in der Tendenz der Anlagehorizont für Pensionskassen. Eine «Alterung des Vorsorgekapitals» mindert zudem auch die Geldflüsse: Über die nächsten gut 25 Jahre erwarten die Ökonomen der Credit Suisse allein aufgrund der demografischen Veränderung, dass die Netto-Cashflows im Pensionskassenmarkt Schweiz um rund 20 Mia. CHF sinken und leicht negativ werden (vgl. Abb. 2). Als Folge davon könnte sich für diverse Pensionskassen der Liquiditätsbedarf erhöhen, was sich ebenfalls negativ auf das Anlageverhalten auswirkt.
Mitteilung CS /
Studie /
TA
Die Messung der Illiquiditätsprämie
Steffen Kutscher und Moritz Jonas von DWS Investment Advisory schreiben in der Börsen-Zeitung über die Möglichkeiten und Probleme eines Renditenvergleichs von liquiden und illiquiden Anlagen. Sie halten fest:
Unser Ansatz zur Messung der Illiquiditätsprämie kann Investoren, aus der reinen Renditeperspektive heraus, eine Indikation geben, welche Sektoren bzw. Länder innerhalb einer Anlageklasse optimalerweise über illiquide Anlagen und welche über liquide Anlagen investiert werden sollten. Darüber hinaus können wir die Implementierbarkeit der approximierten liquiden Benchmark im Vergleich zur illiquiden Anlage evaluieren und entsprechende Anlagelösungen aufzeigen.
Big falls in management fees across some asset classes
There have been substantial reductions in external manager fees for asset classes including global equities, emerging market equities and hedge funds, according to new research from bfinance.
Fee compression has been driven by factors including the rise of cheaper competitors, increasing transparency on costs, and expansion of the manager universe, said the research paper. Figures were based on real fees being quoted by asset managers for real mandates, and not surveys or “rack rates”, which bfinance said tend to be inflated.
According to the consultancy, for active global equity mandates fees have fallen by 7% since 2013 and 4% since 2016. Median quoted fees for a US$100m (€90m) mandate currently sit at 55 basis points (bps), with reductions particularly notable for the lower quartile, where fees have fallen from 51bps in 2013 to 46bps in 2016 and 42bps in 2019.
Larger fee reductions are seen in global emerging market equities, with fees down 13% since 2013 and 6% since 2016. The median quoted fee for a US$100m mandate is now around 74bps, with considerable scope for downward negotiation, according to bfinance.








