Links / Rechts zu den Überbrückungsleistungen
Der Tages-Anzeiger berichtet über die Stimmungslage im Bundeshaus in Bezug auf die vom Bundesrat vorgelegte Botschaft zu den Ueberbrückungsleistungen.
So viel Tempo legt der Bundesrat selten an den Tag. Im Mai beschloss er im Grundsatz, den über 60-Jährigen nach einer Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung eine existenzsichernde Überbrückungsleistung zu gewähren. Gut fünf Monate später schickt er die Vorlage bereits ans Parlament. Normalerweise braucht der Bundesrat vom Grundsatzentscheid bis zur Botschaft ans Parlament etwa eineinhalb Jahre.
Der Grund für die Eile ist die europapolitische Agenda. Voraussichtlich im Mai kommt die Begrenzungsinitiative der SVP vors Volk, welche die Kündigung der Personenfreizügigkeit verlangt und damit die bilateralen Verträge mit der EU gefährdet. Bereits bei der Masseneinwanderungsinitiative war die Angst der über 50-Jährigen vor dem Arbeitsplatzverlust ein Grund für die Zustimmung. Die Überbrückungsleistung sei eine Antwort auf das Unbehagen in der Bevölkerung und auf den Druck auf dem Arbeitsmarkt, sagte Sozialminister Alain Berset vor den Medien. (…)
Bloss gutgemeint
Prof. Christoph Schaltegger von der Uni Luzern beschäftigt sich in einem Kommentar der Finanz und Wirtschaft mit den absehbaren Konsequenzen resp. Folgeschäden den vom Bundesrat geplanten Überbrückungsleistungen für ältere Arbeitslose. Schaltegger argumentiert mit verschiedenen Untersuchungen, welche erkennen lassen, dass bspw. eine verlängerte Bezugsdauer von Arbeitslosengeldern für Ältere eine längeren Dauer der Arbeitslosigkeit nach sich zieht.
Was sagt die internationale Forschungsliteratur dazu? Eingehend untersucht wurde eine Reform der österreichischen Arbeitslosenversicherung, die ähnlich zum Vorschlag des Bundesrats für ältere Personen die maximale Bezugsdauer erhöhte. Der Lausanner Ökonom Rafael Lalive zeigt die eindrücklichen Effekte der Ausweitung der maximalen Bezugsdauer für Arbeitslose über 50 Jahre von 30 auf 209 Wochen auf: Als Folge stieg die Dauer der Arbeitslosigkeit betroffener Männer rund 14,8 Wochen, jene der Frauen rund 74,8 Wochen. Anders ausgedrückt: Für jede weitere Woche möglicher Arbeitslosenleistungen steigt die Dauer der Arbeitssuche 0,09 Wochen (Männer) bzw. 0,32 Wochen (Frauen). (…)
Das alles sind keine ermutigenden Befunde. Gut gemeint ist in diesem Fall offensichtlich der Feind des Guten. Wie kommt der Bundesrat trotzdem auf den Gedanken, eine Überbrückungsrente einführen zu wollen, wenn diese das Arbeitsangebot aller Voraussicht nach signifikant zu reduzieren droht? Wie kommt der Arbeitgeberverband dazu, eine solche Reform anzustossen in einer Zeit mit stark steigendem Altersquotienten, die damit nicht nur das Arbeitsangebot noch stärker beschränken würde, sondern auch die Lohnkosten für die Arbeitgeber steigen liesse und die Kosten für die Sozialversicherungen in die Höhe triebe?
Die Antwort liefert wiederum der erläuternde Bericht des Bundesrats. Man erachtet die Personenfreizügigkeit mit der EU als Ventil, das den Unternehmen die Arbeitskräfte liefert und damit den Rückgang des Arbeitsangebots zu kompensieren vermag. Anders gewendet: Wir bauen den Sozialstaat aus, damit ein Teil der einheimischen Arbeitskräfte neu mit Überbrückungsleistungen ihr Einkommen generieren kann und hoffen, diese Überbrückungsleistungen liessen sich durch die neu zugewanderten Arbeitskräfte finanzieren. Eine gewagte Wette. Das Risiko ist nämlich gross, dass die Übergangsrente ganz im Gegenteil schmerzliche Schäden an der Volkswirtschaft und besonders im Arbeitsmarkt verursacht.
Couverture du risque de change: ne nous trompons pas de sujet
En termes de couverture du risque de change, les caisses de pension suisses ont tendance à appliquer une approche basée sur les classes d’actifs en lieu et place des devises. C’est toutefois cette seconde approche qui servirait au mieux leur portefeuille.
Denmark’s $450 billion pension fund market is piling into real estate
Funds in the world’s top-ranked pension fund industry are responding to negative interest rates by buying up increasingly large stocks of real estate to safeguard returns.
Of the eight biggest Danish pension funds contacted by Bloomberg, six say they’re planning to expand their portfolios of real estate and other alternative assets. Several funds pointed to an expectation that yields on bonds will remain negative in coming years. Denmark has already had more than seven years of rates below zero, longer than any other country.
Jan Ostergaard, who oversees unlisted investments at Industriens Pension, a fund with about $26 billion in assets, says the appeal of real estate is that it’s «low risk» with «stable returns.»
The focus on property assets comes as institutional investors in Denmark await the publication of a government-commissioned report that will guide legislation in the rental market. According to a copy of the document seen by Bloomberg, models discussed include capping rents so that firms would potentially see the value of their investments cut in half.
Bestimmung der erwarteten Nettorendite nach FRP 4
Gemäss der neuen Richtlinie muss die erwartete Nettorendite der Anlagestrategie bei der Bestimmung des technischen Zinssatzes explizit berücksichtigt werden. Eine Anwendungshilfe sowie weitere Informationen dazu finden sich in der Präsentation von Alfred Bühler und Oliver Dichter von PPCmetrics und auf deren Webpage in kompakter Form. Zur Anwendung kommen das “PPCmetrics Fundamentalmodell” sowie das “Regulatorische Modell”.
Handelszeitung: Stimmungsbild vom Immobiliensektor
Die Handelszeitung berichtet über das Dauerthema Immobilienmarkt und Negativzinsen.
Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen, sagt dazu: «Praktisch an jeder Veranstaltung werden wir darauf angesprochen, ab wann Sparguthaben mit Negativzinsen belastet werden.»
In einem solchen Umfeld müssen Liegenschaften dafür herhalten, dass sich kaum noch halbwegs sichere Anlagealternativen aufspüren lassen, die noch etwas Ertrag generieren. Selbst bei hohen Immobilienpreisen sieht die Rechnung bei Schweizer Mehrfamilienhäusern gar nicht schlecht aus: Schon mit einer kleinen Liegenschaft erwirtschaftet der Eigentümer ohne weiteres 50’000 oder 60’000 Franken Ertrag pro Jahr.
Nach den neusten Zahlen des Beratungsunternehmens Wüest Partner sind die Renditeerwartungen der Investoren weiter gefallen: In Zürich verzeichnen die Marktbeobachter Nettoanfangsrenditen von Mehrfamilienhäusern von 1,6 Prozent. Gemeint ist der Ertrag nach Abzug von Nebenkosten im Verhältnis zum Kaufpreis.
Kennzahlen zur Gesundheit
Das BFS hat die Zahlen zur Gesundheitsstatistik 2019 publiziert. Die Statistik erscheint alle fünf Jahre und und bietet einen Überblick über alle verfügbaren Daten zur Gesundheit in der Schweiz in vier Hauptbereichen: Gesundheitszustand der Bevölkerung, Einflussfaktoren, Gesundheitsversorgung sowie Gesundheitsausgaben und deren Finanzierung. Über 130 Grafiken und Karten dienen der Veranschaulichung. Darüber hinaus bieten vier Infografiken eine visuelle Übersicht über die Hauptthemen der Publikation. Zu den Themen Krebserkrankung und Sterblichkeit heisst es:
Im Zeitraum 2011–2015 erkrankten jährlich nahezu 40’500 Personen an Krebs (18’680 Frauen und 21’800 Männer). Dies entspricht rund 2000 Fällen mehr als fünf Jahre davor. Der Anstieg ist in erster Linie auf die Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen, die sich durch ein starkes Wachstum bei den älteren Menschen auszeichnet.
Das Krebsrisiko ist hingegen nicht angestiegen. Im Gegenteil: Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist sogar zurückgegangen. Innerhalb von 30 Jahren ist die standardisierte Sterberate bei den Frauen um 27% und bei den Männern um 37% gesunken. Mit anderen Worten ist das Risiko für eine Frau, an Krebs zu sterben, heute um ein Viertel tiefer als für eine Frau der gleichen Altersklasse vor 30 Jahren. Bei den Männern macht der Unterschied sogar über ein Drittel aus.
Zum Zusammenhang zwischen Alter und Gesundheitskosten wird ausgeführt:
Im Jahr 2017 wurden 20% der gesamten Gesundheitsausgaben für Personen über 80 Jahren getätigt. Diese Altersklasse macht knapp 5% der Bevölkerung aus, doch ein grosser Teil der Gesundheitskosten fällt unabhängig vom Alter in den letzten Lebensmonaten an.
Nahezu 60% der im Jahr 2017 Verstorbenen waren älter als 80 Jahre. Frauen verursachten 56,3% und Männer 43,7% der Gesundheitskosten. Dieser Unterschied lässt sich insbesondere mit den höheren Gesundheitsausgaben für Frauen im gebärfähigen Alter erklären.
Dringend gefragt: Höhere Zinsen
Charlotte Jacquemart von Radio SRF äussert sich zu den von der Swisscanto gemeldeten hohen Deckungsgradzahlen und dem gleichzeitigen Druck, Renten im andauernden Tiefzinsumfeld zu garantieren.
The currency risks of building up a Swiss pension pot
Expats building up their pension pot in Swiss francs could face some currency risks should exchange rates significantly change and they withdraw their plans when moving abroad, says Alastair McCaig, Fern Wealth’s director of investment management. CNN money Switzerland reports.
“Harte Zahlen zur Altersvorsorge”
Axel Lehmann, seines Zeichens Präsident der UBS Schweiz, stellt sich in einem Gastkommentar der NZZ dem Thema Altersvorsorge. Mit Daten seiner Spezialistinnen in der Bank alimentiert, fasst er die bekannten und gefährlichen Trends zusammen. Um nicht in Alarmismus zu verfallen, werden von ihm aber auch Lösungsansätze geboten.
Über das Thema Vorsorge wird zunehmend emotional diskutiert. Dabei könnte ein nüchterner Blick auf die Tatsachen helfen, die Diskussion zu versachlichen – vier Fakten mit acht Zahlen lassen die Brisanz der Situation erkennen: Betrug die durchschnittliche Rentenbezugszeit bei der Einführung der AHV 1948 knapp 13 Jahre, so ist diese für Personen, die heute das Rentenalter erreichen, auf über 24 Jahre angestiegen.
Somit ist das Verhältnis von Beitragsjahren zu Rentenbezugsjahren von 3,4 auf 1,8 geschrumpft. Anders ausgedrückt: 1948 konnten 65-Jährige erwarten, 17 Prozent ihres gesamten Lebens als Rentner zu verbringen. Ein heutiger Neurentner verbringt voraussichtlich 26 Prozent seines Lebens im Ruhestand, eine Neurentnerin gar 29 Prozent.
Bankiervereinigung fordert Diskurs zu Negativzinsen
“Kaum noch Wirkung, aber strukturell problematisch” ist die Medienmitteilung der Bankiervereinigung zu ihrer Studie über die Auswirkungen der Negativzinsen überschrieben. Darin heisst es:
Die Studie beschreibt auch die langfristigen strukturellen Folgen der aktuellen Zinspolitik auf die Schweiz und ihre Volkswirtschaft. Hierzu zählen:
- Die Gefahr der Blasenbildungen in einzelnen Anlagenklassen wächst. Der Anlagenotstand aufgrund der tiefen Renditen von festverzinslichen Anlagen hat etwa dazu geführt, dass die realen Preise von Immobilien in der Schweiz inzwischen auf Höchststände angestiegen sind.Zugleich haben die Leerstände deutlich zugenommen.
- Negativzinsen bestrafen Sparer und setzen gleichzeitig starke Anreize für den Staat, für Firmen und für Haushalte, sich stärker zu verschulden. Die Verschuldung ist im Zuge der Finanzkrise in fast allen Industrieländern stark angestiegen.
- Die Krisenstimmung droht Konsumenten und Investoren zu lähmen. Anhaltende Negativzinsenwerden mit einem «Krisenszenario» gleichgesetzt. Sie wirken dadurch nicht stimulierend, sondern können die Wirtschaftsaktivitäten hemmen und die Inflation dämpfen. Sie schränken den geldpolitischen Handlungsspielraum in einem allfälligen Abschwung ein.
Swisscanto PK-Monitor Q3 2019
Swisscanto schreibt zu den Ergebnissen ihres Pensionskassen-Monitors im dritten Quartal 2019:
Allzeithoch bei den Deckungsgraden: Auch im dritten Quartal 2019 konnten die Vorsorgeeinrichtungen ihre Wertschwankungsreserven weiter ausbauen, wenn auch in geringerem Ausmass als in den Vorquartalen. Die geschätzten Deckungsgrade sind auf noch nicht gesehene Höchstniveaus gestiegen. Die Reserven der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen haben sich im dritten Quartal 2019 aufgrund von Kursgewinnen im Durchschnitt von 16,1% auf 17,5% leicht erhöht.
Mit geschätzten 117,5% liegen die Deckungsgrade der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen auf dem höchsten Stand der letzten zehn Jahre (Abbildung 1). Dieser Wert ist sogar besser, da bei einem tieferen technischen Zins, aktuell 1,92% (2009: 3,51%), ein höheres Deckungskapital vorhanden sein muss. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung stieg der geschätzte Deckungsgrad leicht an und liegt nun bei 111,1%.
95,8% der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen haben am 30. September 2019 eine Deckung von über 100%, ebenso wie 90,7% der öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung (Abbildung 2). 66,2% der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen haben dabei sogar einen Deckungsgrad über 115%. Geschätzte 9,3% der öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung und 4,1% der privatrechtlichen befinden sich per Ende September in Unterdeckung.
Geschäftsleiterin kündigt
Nachdem der Winterthurer Gemeinderat die Finanzspritze für die Pensionskasse abgelehnt hatte, zieht die Geschäftsleiterin Gisela Basler Konsequenzen. Sie hat gekündigt und verlässt die Pensionskasse Ende Jahr. Zudem müssen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr an die Sanierung der Vorsorgeeinrichtung zahlen.
Der Stiftungsrat bedauert Baslers Entscheid sehr, kann ihn aber nachvollziehen, teilte dieser am Mittwoch mit. Sie hatte die Geschäftsführung erst seit Mai 2018 inne. Der Stiftungsrat prüfe gegenwärtig «alle Optionen, um die Funktionsfähigkeit der Kasse gewährleisten zu können.» Es ist bereits das dritte Mal seit 2014, dass die Geschäftsleitung von Bord geht.
Dies waren jedoch nicht alle schlechten Nachrichten: Der Stiftungsrat sehe sich zudem gezwungen, die Sanierungsbeiträge zu erhöhen. Als Grund nennt er den Entscheid des Gemeinderates von diesem Frühling, die für die Sanierung dringend nötige Finanzspritze von 144 Millionen Franken nicht zu gewähren. Damit hätte die marode Kasse ausfinanziert werden sollen.
Es lasse sich aktuell nicht abschätzen, wann mit einer neuerlichen Parlamentsberatung des zurückgewiesenen Kreditantrages gerechnet werden könne, schreibt der Stiftungsrat. Damit würden die politischen Unsicherheiten andauern.
Mitteilung PK Winterthur / Präsentation Medienkonferenz /
NZZ
Anpassung der Hinterlassenen- und Invalidenrenten an die Preisentwicklung
Auf den 1. Januar 2020 werden verschiedene Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen zweiten Säule erstmals an die Preisentwicklung angepasst. Für die Renten, die 2016 zum ersten Mal ausgerichtet wurden, beträgt der Anpassungssatz 1,8%. Um 0,1% werden die Renten der Jahre 2010, 2013 und 2014 angepasst.
Die besten und schlechtesten PK-Systeme der Welt, Schweiz auf Platz 12
Im jährlichen Ranking des Melbourne Mercer Global Pension Index mit 37 Ländern ist die Schweiz auf Platz 12 zurückgefallen, mit 66,7 Punkten hauchdünn vor Deutschland mit 66,1 Punkten und erreicht damit einen Grade B. Stark ist die Schweiz in der Unterkategorie “Integrity”, schwach bei “Adequacy” und “Sustainability”. Höher eingeschätzt als das schweizerische Pensionskassensystem werden u.a. jene von Holland (Spitzenplatz mit 81 Punkten), Dänemark, Australien, Finnland, Schweden, Norwegen, Singapur, Neuseeland, Kanada und Chile. Diese Länder belegen die Plätze eins bis zehn.
In der Länderauswertung heisst es zur Situation der Schweizer 2. Säule:
The overall index value for the Swiss system could be increased by:
- introducing a requirement that part of the retirement benefit must be taken as an income stream
- reversing the preferential tax treatment of lump sum payments in comparison to pension payments
- increasing the state pension age over time.
- reducing the level of household debt
- increasing the rate of home ownership
- reducing pre-retirement leakage by further limiting access to funds before retirement
The Swiss index value fell slightly from 67.6 in 2018 to 66.7 in 2019 primarily due to a decrease in the reported level of pension assets held in private pension arrangements, public pension reserve funds and protected book reserves and the updated data published by the UN used for the demographic questions within the sustainability sub-index.






