TA: Wie reiche Rentner von der Abschaffung der Heiratsstrafe profitieren
Mischa Aebi schreibt im Tages-Anzeiger: Die Abschaffung der Heiratsstrafe bei der Steuer soll die Gleichstellung von erwerbstätigen Frauen fördern. Jetzt zeigt eine Analyse: Das grösste Steuergeschenk bekämen andere.
MoreDas erklärte Hauptziel der Individualbesteuerung ist die Gleichstellung erwerbstätiger Frauen. Die aktuelle Vorlage geht auf eine Initiative der FDP-Frauen zurück und wird von den linken Parteien unterstützt. (…)
Am stärksten würden aber nicht erwerbstätige Doppelverdiener-Ehepaare entlastet, sondern gut bis sehr gut situierte Rentnerinnen und Rentner. (…)
Der Grund liegt in der Progression: Weil Rentner weder Berufs- noch Zweiverdienerabzüge machen können, werden sie bei gleichem Einkommen mit einem höheren Tarif besteuert. Und je höher man in der Progressionskurve liegt, desto stärker wird man durch die Individualbesteuerung entlastet.
Wie gut die Rentner insgesamt wegkommen, zeigt eine Tabelle der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Zwar gibt es auch unter den Pensionierten Verlierer. Insgesamt jedoch werden sie überproportional entlastet.
Konkret: Unter dem Strich rechnet der Bund bei Einführung der Individualbesteuerung mit Steuerausfällen von rund 600 Millionen Franken pro Jahr. So viel weniger müssten die Steuerzahlenden insgesamt bezahlen.
Von diesen 600 Millionen Franken kämen 276 Millionen den Pensionierten zugute. Anders gesagt: Rund 46 Prozent der gesamten Steuerentlastung gingen an Rentner, obwohl sie nur 26 Prozent aller Steuerzahlenden ausmachen. Am stärksten profitiert dabei die Gruppe der Rentner in der höchsten Einkommensklasse – sie werden gemäss der Tabelle im Schnitt pro Kopf am meisten entlastet.
Mehr Rente mit mehr Aktien? «Schwach gedacht!»
Die SonntagsZeitung hat den Pensionskassen vorgerechnet, dass die tiefe Aktienquote für die Versicherten zu Renteneinbussen führt, weil mit Aktien grössere Kursgewinne als mit den meisten anderen Anlagen zu erzielen sind. Werner Vontobel wirft nun der Zeitung, resp. dem Autor des Beitrags, Armin Müller, einen «groben Denkfehler» vor. Was für die einzelne Kasse stimmen mag, könne nicht für die Gesamtheit der 2. Säule gelten. Müller hat die Rechnung anhand eines konkreten Beispiels gemacht, in welchem ein Wechsel der Pensionskasse zur Profond für den betreffenden Versicherten (Prof. Hens) zu einer deutlich höheren Rente geführt hätte. Vontobel schreibt:
MoreDiese Rechnung dürfte stimmen. Unstimmig wird es allerdings, wenn die «Sonntags-Zeitung» und Hens vom Einzelnen auf das Ganze schliessen und daraus ableiten, dass das gesamtschweizerische Pensionskassen-Vermögen heute um 8,4 Milliarden Franken höher wäre, wenn alle Pensionskassen vor zehn Jahren auch nur einen Prozentpunkt mehr in Aktien statt in Obligationen investiert hätten. Bei zusätzlichen fünf Prozent wären es dann schon 42 Milliarden mehr gewesen.
Das ist – im Fachjargon der Logiker – ein «Trugschluss der Komposition»: Der Einzelne kann zwar seinen Nutzen mehren, wenn er mehr Aktien kauft, doch das Ganze gehorcht anderen Gesetzen. Darauf verwendet die «Sonntags-Zeitung» in ihrem langen Artikel allerdings keine einzige Zeile. Sie argumentiert bei einem volkswirtschaftlichen Thema durchwegs rein privatwirtschaftlich.
In der ganzheitlichen, sprich volkswirtschaftlichen Logik, entscheidet nicht der Finanzanleger darüber, wohin das Geld fliesst, sondern diejenigen, die das Geld brauchen und real investieren: Die KMU finanzieren sich mit Bankschulden, Obligationen und Eigenkapital und nur ganz selten mit Aktien. (…)
PKs mit Mehrjahreshoch beim Deckungsgrad
WTW schreibt in einer Mitteilung zu den Ergebnissen des WTW Swiss Pension Finance Watch Q4 2025:
Die Schweizer Pensionskassen haben ihre finanzielle Lage im vierten Quartal 2025 weiter verbessert und unterstreichen damit ihre Robustheit trotz anhaltender Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheiten.
Die Vermögenswerte legten infolge der moderaten Erträge um 1.3 % zu, während die Verpflichtungen um 1.9 % sanken – begünstigt durch höhere Diskontierungssätze.
Gemäss dem WTW Pension Index stieg der Deckungsgrad im vierten Quartal 2025 um 4.1 Prozentpunkte auf 128.5 %– den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Diese Verbesserung ist sowohl auf eine positive Entwicklung der Vermögenswerte als auch auf sinkende Verpflichtungen zurückzuführen.
Im Quartalsverlauf erhöhten sich die Diskontierungssätze um 16 Basispunkte und lagen zum Jahresende bei rund 1.2 %, was in etwa dem Niveau des ersten Quartals 2025 entspricht. (…)
Nach der aussergewöhnlich starken Performance im Jahr 2024, in dem Schweizer Pensionskassen eine Benchmark-Rendite von rund 10.1 % p.a. erzielten und ihre Wertschwankungsreserven wieder aufbauen konnten, verlief das Jahr 2025 weiterhin solide, wenn auch weniger herausragend als das Vorjahr.
Mit einer Benchmark-Rendite von rund 3.2 % erzielten die Pensionskassen weiterhin positive Ergebnisse trotz eines anspruchsvolleren und volatilen Marktumfelds. (…)
Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des von WTW publizierten Global Pension Finance Watch, in welchem alle Ergebnisse der wichtigsten Rentenmärkte ab dem Jahr 2000 enthalten sind.
UBS PK-Performance – Dezember 2025 / kumuliert ab 2006
Kumuliert ab Januar 2006, gleichgewichtet,
nach Gebühren, in Prozent
Monatlicher Durchschnitt, gleichgewichtet,
nach Gebühren, in Prozent
Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Dezember nach Abzug von Gebühren eine durchschnittliche Performance von 0,34%, wobei sie bei einzelnen Pensionskassen zwischen -0,85% und 1,52% betrug. Die Rendite für das Jahr 2025 liegt bei 5,81% und die annualisierte Rendite seit der Lancierung der UBS Pensionskassen-Performance im Jahr 2006 bei 3,31%.
Renteneinbussen wegen falscher Anlagen
In der SonntagsZeitung (und weiteren Blättern von Tamedia) wird den Pensionskassen von Armin Müller vorgerechnet, dass sie falsch, will heissen zu vorsichtig anlagen. Der von ihm angegebene Grund: Stiftungsräte meiden Aktien aus Angst vor Haftung. Die Renten könnten bis zu 50 Prozent höher ausfallen, meint Müller. Er schreibt:
MoreDie Unterschiede zwischen den Pensionskassen sind enorm. So streuten die Renditen gemäss dem Berater PPCmetrics im Jahr 2024 zwischen 0,2 und knapp 14 Prozent. Über ein ganzes Arbeitsleben summieren sich solche Unterschiede zu einem beträchtlichen Vermögen.
Die guten Kassen mussten dafür keine Finanzwunder vollbringen. «Die Hauptursache für diese Unterschiede liegt in der strategischen Ausrichtung, insbesondere in der Höhe der Aktienquote», sagt Francesca Pitsch, Leiterin der Schweizer Pensionskassenstudie bei der Zürcher Kantonalbank. Kassen mit schwacher Performance hätten oft besonders hohe Obligationenanteile.
Schweizer Pensionskassen investieren im Schnitt sehr konservativ. Der Aktienanteil dümpelt seit Jahren um 30 Prozent. Zum Vergleich: Der norwegische Staatsfonds oder der skandinavische Pensionsfonds fahren Aktienquoten von 50 bis 70 Prozent. Dafür halten Schweizer Kassen mehr Obligationen: In den letzten zehn Jahren machten sie im Schnitt zwischen 33 und 40 Prozent aus.
«Das sollten Sie über die 2. Säule wissen»
Pensionskassen-Sterben
Die Zahl der Pensionskassen sinkt seit Jahren. Andreas Minor, der das Thema in HZ-Insurance aufnimmt, sieht den Grund bei der mangelnden Fähigkeit der kleinen Kassen, ein professionelles Asset-Management aufzuziehen.
(…) Grosse Kassen investieren tendenziell professioneller, wie die Zürcher Kantonalbank in ihrer 25. Swisscanto-PK-Studie festgestellt hat. Iwan Deplazes, Leiter Asset Management der ZKB, sagte in einem Interview mit HZ Insurance: «Die Schere zwischen den am besten und am schlechtesten performenden Kassen hat sich vergrössert.» Der Bewirtschaftung der Anlagen komme viel grössere Bedeutung zu als früher. Hier scheint der Hase im Pfeffer zu liegen.
MoreEs ist auffallend: In vielen von HZ Insurance publizierten Beiträgen formulieren namhafte Assetmanager, Beraterinnen, Professoren und international tätige Investment-Profis Kritik am Anlageverhalten gerade bei vielen kleinen Pensionskassen.
Gewisse Pensionskassen hätten eine zu kleine Basis, um die erforderlichen Skalierungseffekte zu erreichen. Die Folge dieses strukturellen Nachteils: Der Aufwand und somit die Kosten pro versicherte Person steigen, je kleiner eine Kasse ist. Ertrag und Aufwand können so langfristig die Balance verlieren.
Home Bias treibt Aktien-Rendite
Die grosskapitalisierten SMI-Werte wie Roche und Novartis haben einiges zur Gesamtrendite der Pensionskassen im Jahr 2025 beigetragen, schreibt Reto Zanettin in Cash.
Die Schweizer Pensionskassen (PK) erzielten durch ihre Anlagen am Kapitalmarkt durchschnittlich eine Rendite von 6,3 Prozent, wie Zahlen des Beratungsunternehmens PPCmetrics zeigen. Die Daten stammen aus den Abschlüssen von über 400 Vorsorgeeinrichtungen.
Ihnen hat geholfen, dass sie stark im Schweizer Markt investiert sind. «Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben traditionell ein Übergewicht im Heimmarkt. Aufgrund der hohen Konzentration des Schweizer Aktienmarktes entfällt dementsprechend ein hoher auf die Indexschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche», sagt Lukas Riesen von PPCmetrics auf Anfrage von cash.ch.
Diese Präferenz für den Heimmarkt – der sogenannte «Home Bias» – birgt zwar Risiken, hat sich diesmal aber bezahlt gemacht. Denn die Valoren von Roche, Novartis, Nestlé, UBS und Zurich Insurance machten zusammen 4,8 Prozent des Gesamtvermögens der Pensionskassen aus. Und sie alle haben 2025 zugelegt, zum Teil sogar kräftig. Entsprechend stark sind diese Werte im Swiss Market Index (SMI) gewichtet. Die folgende Tabelle schlüsselt dies im Einzelnen auf:
Zusammengenommen haben die fünf Titel nahezu 1 Prozent der 6,3-prozentigen Gesamtrendite ausgemacht. Eingeschenkt hat speziell das überaus positive Abschneiden von Roche, Novartis und UBS im abgelaufenen Börsenjahr; die drei Titel verzeichneten Zuwächse zwischen 23 und 33 Prozent (ohne Dividendenzahlungen).
Zum Vergleich: Der SMI stieg 2025 um 14 Prozent. Dass die Aktien von Nestlé daran gemessen nur schwach zulegten, deutet indes die Risiken des Home Bias an. Die Konzentration auf wenige Titel, die schlecht laufen, belastet die Erträge der Vorsorgeeinrichtungen.
Man kann zudem fragen, wie stark amerikanische Technologiewerte zur Rendite der Pensionskassen beitragen haben. Dazu ein Beispiel: Nvidia war 2025 die Top-Position unter diesen Tech-Aktien im Portfolio der Vorsorgeeinrichtungen. 0,9 Prozent des Gesamtvermögens entfielen auf die Aktien des Chipherstellers, die um 38 Prozent zugelegt haben. Sie steuerten folglich 0,342 Prozent bei – und damit mehr als jede der Schweizer Aktien.
PPCmetrics: Performance 2025
Renditen der Anlagekategorien im Jahr 2025
Das PPCmetrics Researchpapier «Anlagestrategien im Jahr 2025» zeigt auf, in welchen Anlagekategorien die Pensionskassen im Berichtsjahr wieviel Rendite erzielt haben. In der Medienmitteilung zur aktuellen Augabe der jährlich erstellten Studie wird dazu ausgeführt:
Höhere Renditen durch grossen Aktienanteil
Die Renditen der Musterstrategien lagen zwischen +2.5% (15% Aktienanteil und 10% Immobilienanteil) und +7.8% (50% Aktienanteil und 30% Immobilienanteil). Diese Renditen liegen über den zehnjährigen Durchschnittswerten.Die Musterstrategien zeigen, dass 2025 ein höherer Anteil an Aktien zu höheren Gesamtrenditen führte. Schweizer Aktien erzielten innerhalb der Aktienanlagen aus den entwickelten Ländern die höchste Jahresrendite (+17.76%). Die Obligationen CHF erzielten leicht negative Jahresrenditen von ‑0.09%, während die Obligationen FW eine moderate Jahresrendite von +0.33% aufwiesen.
Obligationen CHF: Mittleres Laufzeitensegment am profitabelsten
Schweizer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeigten 2025 eine markante Volatilität, wobei die Verfallsrenditen zum Jahresende wieder auf das Niveau vom Jahresanfang von 0.32% zurückkehrten.Mit Ausnahme des langen Laufzeitensegments (SBI AAA 10+ Jahre) erzielten alle Obligationensegmente im Kalenderjahr 2025 eine leicht positive Rendite. Das lange Laufzeitensegment (10+ Jahre) verzeichnete mit ‑1.79% die tiefste Rendite. Eine Positionierung im mittleren Laufzeitensegment (SBI AAA 3 – 5 Jahre) führte hingegen mit +0.68% zur höchsten Rendite.
Kotierte Schweizer Immobilienanlagen übertreffen nicht kotierte
Die börsenkotierten Immobilienfonds (+10.62%) und börsenkotierten Immobilien-Aktien (+23.31%) wiesen 2025 höhere Renditen auf als die nicht kotierten Immobilienanlagen (+4.62%). Die positive Rendite von nicht kotierten Immobilienanlagen kann auf die Cashflow-Rendite und die Aufwertungen zurückgeführt werden. Nach zwei durchzogenen Jahren waren solche 2025 wieder möglich.Höchster Wertzuwachs beim Gold
Bei den Alternativen Anlagen aus dem Bereich der Nominalwerte wiesen Insurance Linked Securities (ILS) mit +6.48% den höchsten Wertzuwachs auf, gefolgt von High Yield Anlagen und darlehensbesicherten Anleihen, welche eine Rendite von +5.37% bzw. +3.19% erwirtschafteten. Bei den Sachwerten erzielten Gold (+43.91%), kotierte Infrastrukturanlagen (+7.16 %) und Commodities (+1.21%) positive Renditen.
«Warum Schweizer Pensionskassen umdenken müssen»
Im finews-Podcast erklärt Alexandra Tischendorf, weshalb nach ihrer Meinung die traditionellen Ansätze an ihre Grenzen stossen und wie eine neue Lösung aussehen und zu Mehrrendite führen könnte. Dazu heisst es auf der Webiste von finews:
Im Podcast von finews erläutert Alexandra Tischendorf, Senior Advisor beim Beratungsunternehmen WTW, weshalb der sogenannte Total Portfolio Ansatz (TPA) in diesem Umfeld stark an Bedeutung gewinnt. «Wir benötigen mehr denn je ein Portfolio-Konzept, welches in der Lage ist, viel flexibler auf veränderte Marktsituationen reagieren zu können», sagt sie.
Im Zentrum der Diskussion steht die Kritik an der klassischen strategischen Asset Allocation. Diese basiert auf fixen Quoten für einzelne Anlageklassen, die jeweils an Benchmarks gemessen werden. Dieses Vorgehen sei über Jahrzehnte sinnvoll gewesen, erklärt Tischendorf, greife heute jedoch zu kurz. Insbesondere in einer Welt mit komplexen Anlageformen, illiquiden Private-Markets-Investments und multiplen Zielsetzungen verliere die Benchmark-Logik zunehmend an Aussagekraft.
Der Total Portfolio Ansatz setzt genau hier an: Statt einzelne Anlageklassen isoliert zu betrachten, rückt das Gesamtportfolio und dessen Zielerreichung in den Fokus.
Swisscanto PK-Monitor Dezember 2025
Die aktuelle Ausgabe des Swisscanto PK-Monitors für Dezember 2025 gibt gleichzeitig einen Überblick über das ausgezeichnet ausgefallene, vergangene Jahr. Dazu heisst es in der Meldung:
- Performance: Im Dezember konnten die Kassen eine Performance von 0,2 Prozent erzielen. Die kumulierte Nettorendite (gleichgewichtet) beträgt 2025 im Schnitt 5,3 Prozent und liegt damit 3,3 Prozentpunkte über der Sollrendite aus der Pensionskassenstudie von Swisscanto. Trotz des guten Jahres konnten die Pensionskassen aber nicht an die starke Performance des Vorjahres 2024 (7,6 Prozent) anknüpfen.
- Deckungsgrad: Seit Ende April verbesserte sich der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen von durchschnittlich 115,1 Prozent auf 120,3 Prozent per Ende Dezember. Die öffentlich-rechtlichen Kassen steigerten ihren Deckungsgrad seit April von 99,4 Prozent auf 104,2 Prozent.
- Anlageklassen: Die höchste Performance erzielten im Dezember die Anlageklasse Aktien Schweiz (+3,2 Prozent), gefolgt von Rohstoffen und Immobilien Schweiz indirekt (je +1,5 Prozent). Die kumulierte Rendite 2025 von Rohstoffen beträgt 40,3 Prozent, getrieben durch die starke Performance des Goldpreises. Die Anlageklasse mit der zweitbesten Performance ist Aktien Schweiz mit 16,7 Prozent.
- Finanzmärkte: Die Renditen von Staatsanleihen sind im Dezember fast überall angestiegen. Dies wohl aufgrund der starken Konjunkturzahlen, den steigenden Inflationserwartungen und dem noch ausstehenden Urteil des US Supreme Courts betreffend der US-Handelszölle. Die Aktienmärkte entwickelten sich trotz gestiegener Renditen positiv, nicht zuletzt dank der Zinssenkung durch die US-Notenbank FED. Insbesondere die Anlageklasse Aktien Schweiz fiel im Dezember durch ihre starke Performance auf. Bei den alternativen Anlagen konnte Gold seinen Höhenflug fortsetzen.
- Ausblick: Generell erachten wir das Umfeld für Aktien konstruktiv. Die Konjunkturdaten überraschen seit einiger Zeit klar positiv, und gleichzeitig sind die Finanzkonditionen dank Leitzinssenkungen und tiefen Kreditprämien sehr locker. Regional setzen wir unseren Fokus auf Schwellenländer-Aktien (Aktien EM).
Dividenden für die AHV-Finanzierung
Im Postulat 22.4450 fordert die Baselstädtische Ständerätin Eva Herzog, dass der Bundesrat einen Bericht erstellt, um die » Problematik von Dividenden zulasten des AHV-Beitragssubstrats sowie rechtsgleich anwendbare Korrekturmöglichkeiten, welche weitergehen als die bisher praktizierte «einzelfall-gerechte Missbrauchsbekämpfung» aufzuzeigen.
Der Bundesrat hat in Erfüllung des Postulats seinen Bericht vorgelegt. Dort wird festgehalten:
[Der Bericht] kommt zum Schluss, dass für weitreichende Massnahmen, wie eine grundlegende Änderung der Praxis in Bezug auf den sozialversicherungsrechtlichen Status von Unternehmerinnen und Unternehmern, aktuell keinen Handlungsbedarf besteht.
Die Bekämpfung von versteckten Lohnzahlungen sollte aber verbessert und vereinfacht werden. Der Bericht prüft vor diesem Hintergrund die im Postulat erwähnte Massnahme, welche darin besteht, einen Teil der offensichtlich überhöhten Dividenden an Arbeitnehmende von Kapitalgesellschaften der Beitragspflicht zu unterstellen, ohne dass nachgewiesen werden muss, dass ein ungewöhnlich niedriger Lohn gezahlt wurde. Diese Möglichkeit soll im Rahmen der nächsten AHV-Reform eingehender untersucht werden.
In der FuW vom 7.1.2026 nimmt Stefan Oesterhelt, Steuerexperte bei Homburger, Stellung zum Bericht.
MoreImmobilien rentieren
Der Immobilienmarkt hat 2025 bemerkenswert gute Zahlen hingelegt und mit Rekorden abgeschlossen. Kein Wunder, zieht er die Investoren an, nicht zuletzt die Pensionskassen. Die hohe Nachfrage sowie die Nullzinspolitik der SNB befeuern die Entwicklung. Jürg Zulliger schreibt in der NZZ:
Der Schweizer Immobilienmarkt hat das Jahr 2025 mit eindrücklichen Rekorden abgeschlossen. Sowohl die an der Börse gehandelten Immobilienfonds als auch Immobilienaktien notieren auf Allzeithochs.
Der entsprechende SXI-Index der Schweizer Immobilienaktien legte im Jahresverlauf um 23,3 Prozent zu, der Index der Immobilienfonds (SWIIT) erzielte einen Total Return von 10,6 Prozent. Zahlen, die für sich sprechen – und dennoch Fragen aufwerfen.
Parallel zum Kursrally floss so viel Kapital in den Sektor wie noch nie. Die verschiedenen Immobiliengefässe haben letztes Jahr rund 9 Milliarden Franken aufgenommen. Der bisherige Rekord von rund 6 Milliarden Franken im Jahr 2021 wurde damit klar übertroffen.
Die grossen Mittelzuflüsse müssen erst platziert werden. Beratungsunternehmen wie Fahrländer Partner erwarten deshalb, dass die Preise – insbesondere bei Mehrfamilienhäusern – in den kommenden zwei Jahren in fast allen Segmenten weiter steigen.
«Ein grosser Teil dieses Anlagegeldes stammt von Pensionskassen», sagt Christoph Bieri, Portfoliomanager bei Swiss Finance & Property. Für die Vorsorgeeinrichtungen sind Immobilien attraktiv, weil sie stabile Erträge in Schweizerfranken liefern.
Zum Vergleich: Amerikanische Aktien erzielten zwar letztes Jahr hohe Kursgewinne. In Franken umgerechnet blieb davon wegen der Dollarabwertung jedoch oft nur eine Rendite von 1 bis 2 Prozent.
Doch bleiben Immobilien eine verlässliche Ertragsquelle? Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Zinserwartung. «Wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen langfristig bei null bleiben, gibt es im Bereich risikoarmer Anlagen praktisch keine Alternative zu Immobilien», sagt Bieri. Ob die Zinsen leicht negativ seien oder bei null lägen, spiele dabei kaum eine Rolle.
Sonderfall Schweiz
In einem globalen Umfeld, das durch die demografische Alterung und die Suche nach nachhaltigen Rentenmodellen geprägt ist, stellt das System der beruflichen Vorsorge (BVG) der Schweiz eine Ausnahme dar: Die zweite Säule ist in der Bundesverfassung verankert, für alle Angestellten mit einem Einkommen über einer bestimmten Eintrittsschwelle obligatorisch und basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Im Gegensatz dazu beruhen die meisten ausländischen Systeme auf Freiwilligkeit oder auf Tarifverhandlungen zwischen den Sozialpartnern.
Internationale Vergleiche der Sozialversicherungssysteme sind wegen unterschiedlicher Rahmenbedingungen nur bedingt aussagekräftig. In der Europäischen Union (EU) fallen die Rentensysteme in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten. Die EU regelt lediglich Fragen der grenzüberschreitenden Mobilität, des Konsumentenschutzes und des Binnenmarktes.
Daraus ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Rentenmodelle. In Europa kombinieren einzig Island und seit Kurzem auch Norwegen wie die Schweiz ein gesetzliches Obligatorium mit einer Finanzierung über individuelle Kapitalisierung.
In einem Beitrag in CHSS werden die wichtigsten Modelle der betrieblichen Altersvorsorge in ausgewählten OECD-Ländern unter den Titeln «Auf Tarifvereinbarungen basierende Systeme», «Modelle mit automatischer Mitgliedschft» und «Prinzip der Freiwilligkeit» beschrieben und dem «Schweizer Ausnahmemodell» gegenübergestellt.
inter-pension nimmt Stellung
inter-pension, der Verband der Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen, nimmt in einer Medienmitteilung Stellung zu diversen, aktuellen parlamentarischen Geschäften im Bereich 2. Säule.
Vorsorge für Selbständige
Artikel 44 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) soll dahingehend angepasst werden, dass Selbständigerwerbende bei der Wahl der Pensions kasse mehr Spielraum bekommen sollen. Details unter: 25.494
Haltung inter-pension: Neutral
Begründung:
inter-pension anerkennt den positiven Willen hinter dem Vorstoss, weist jedoch darauf hin, dass Sam mel- und Gemeinschaftseinrichtungen zur Sicherheit verpflichtet sind. Strenge Anschlusskriterien sind die Folge dessen und erschweren Einzelpersonen oft den Zugang. Die vorgeschlagene Gesetzesänderung dürfte daher unverhältnismässige Kosten verursachen, ohne das Ziel zu erreichen.
Weiterversicherung nach dem Referenzalter
Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen in der beruflichen Vorsorge dahingehend anzupassen, dass für die versicherten Personen die Fortsetzung der Erwerbstätigkeit über das Refe renzalter hinaus attraktiver wird. Details unter: 25.4880
Haltung inter-pension: Befürwortet
Begründung: Die gestellten Forderungen zielen darauf ab, die weitergehende Vorsorge ausserhalb des gesetzlichen Minimums flexibler auszugestalten, setzt positive Anreize für Fortsetzung der Erwerbstätigkeit über das Referenzalter hinaus und überlasst es den Vorsorgeeinrichtungen, ob sie dies letztlich auch anbieten möchten oder nicht.












