Ruedi Studer hat im Blick eine Liste mit den Zinsen grösserer Pensionskassen zusammengestellt. Sie reicht von den 7,5% der UBS-Kasse bis hinunter zu den 2,5% bei der SBB-Vorsorgeeinrichtung. Die Kassen mit 5 und mehr Prozent sind oben wiedergegeben. Studer schreibt dazu:
«Bei vielen Pensionskassen hören wir derzeit Zahlen zwischen 4 und 5 Prozent, obwohl die gesetzliche Mindestvorgabe nur 1,25 Prozent beträgt. Das ist eine gute Nachricht», sagt Lukas Müller-Brunner (43), Direktor des Pensionskassenverbands Asip.
Die meisten Vorsorgeeinrichtungen hätten mittlerweile genügend Rückstellungen gemacht und stünden auf gesunden Beinen. «Viele sind damit nun in der Lage, ihr an der Börse verdientes Geld fast telquel an die Versicherten und Rentner weitergeben zu können – anstatt Reserven bilden zu müssen.»
Nicht nur die Versicherten profitieren, sondern zunehmend auch die Rentnerinnen und Rentner. Diese hatten während der starken Teuerungsjahre das Nachsehen. Das Gesetz über die berufliche Vorsorge sieht zwar vor, dass die Altersrenten der Preisentwicklung angepasst werden – aber eben nicht automatisch wie bei der AHV, sondern «entsprechend den finanziellen Möglichkeiten» der jeweiligen Kasse.
Bei den Pensionskassen besteht also durchaus Nachholbedarf, die Kaufkraft der Rentnerinnen aufzubessern und auch real zu erhöhen. Vielerorts gehen die Rentner noch leer aus, doch zunehmend kommt Bewegung in die Sache. So heben etwa die Kassen von Migros und SRG die laufenden Renten allgemein um 1,5 Prozent an.
Andere beteiligen die Rentner mit Sonderzulagen an den Renditen. Bei Coop erhalten alle Hauptrentenbezüger eine Zusatzpauschale von 500 Franken. Die Swisscom-Pensionskasse Complan wiederum hat eine einmalige Zusatzzahlung «in einer Bandbreite von einer halben bis drei Monatsrenten» beschlossen, wobei die Höhe von den unterschiedlichen Umwandlungssätzen zum Pensionierungszeitpunkt abhängt.

