Die Pensionskassen und die Negativzinsen
Das Problem der Pensionskassen mit den Negativzinsen liegt nicht daran, dass sie der SNB Negativzinsen bezahlen müssen. Negativzinsen haben vielmehr das gesamte Zinsniveau zusätzlich abgesenkt, schreibt Prof. Mathias Binswanger in der NZZ. Allerdings hätten darunter die Banken kaum gelitten, im Gegensatz zu den PKs:
Bleibt aber die Frage, inwieweit Geschäftsbanken überhaupt berechtigt sind, Pensionskassen mit Negativzinsen zu belasten. Denn Geschäftsbanken profitierten auch von der Einführung der Negativzinsen. Diese führten zu einem neuen Tiefstand bei den Hypothekarzinsen seit dem Jahr 2015, was die Nachfrage nach Hypothekarkrediten nochmals kräftig stimuliert hat. Diese erhöhten sich von 2015 bis heute um mehr als 11 Prozent auf mittlerweile über 1 Billion Schweizerfranken.
Über alle Geschäftsbanken hinweg dürften die zusätzlichen Zinseinnahmen auf den seit Beginn des Jahres 2015 vergebenen Hypothekarkrediten die Negativzinszahlungen der Geschäftsbanken an die SNB etwa kompensiert haben. Deshalb ist auch der Nettoerfolg aus dem Zinsgeschäft der Schweizer Banken seit 2015 trotz den Negativzinsen mehr oder weniger konstant geblieben, da die geringeren Zinsen durch mehr Kredite aufgefangen wurden. Aus dieser Perspektive ist es keineswegs zwingend, dass Banken Pensionskassen ebenfalls mit Negativzinsen belasten.
Ausgleichsfonds im Minus
Compenswiss schreibt zu den Anlageresultaten für 2018:
Die Ausgleichsfonds AHV/IV/EO haben das Anlagejahr 2018 im Minus abgeschlossen. Die Nettorendite betrug -4.22 % oder -1.5 Milliarden Franken. Insgesamt ging das von compenswiss verwaltete Vermögen um 2.5 Milliarden Franken auf 34.3 Milliarden Franken zurück.
Dieses Resultat ist einerseits auf die rückläufige Entwicklung der Finanzmärkte und andererseits auf das negative Umlageergebnis, insbesondere des AHV-Fonds, zurückzuführen. Anders als in den zwei Vorjahren kann die im 2018 erwirtschaftete Rendite das negative Umlageergebnis des AHV-Fonds, als Folge der demografischen Entwicklung und der Alterung der Bevölkerung, nicht kompensieren.
Das Ungleichgewicht zwischen Aufwand und Ertrag nimmt weiter zu und die absehbare Entwicklung der AHV-Finanzen gibt für die kommenden Jahre Anlass zur Sorge.
Travail Suisse reagierte auf die Mitteilung mit der Forderung nach zusätzlichen Mitteln für die AHV:
Die Zusatzeinnahmen der AHV sollen hauptsächlich über die Erhöhung der Lohnbeiträge und über eine Mehrwertsteuererhöhung erfolgen: Die Lohnbeiträge garantieren, dass Arbeitgeber und gut Verdienende einen grossen Beitrag an die AHV liefern. Die Mehrwertsteuer stellt sicher, dass die ganze Bevölkerung und nicht nur die Erwerbstätigen einen Beitrag leisten.
Angesichts der speziellen Situation der AHV sind auch zusätzliche Finanzierungsquellen zu prüfen. Travail.Suisse schlug im Rahmen der Vernehmlassung zu AHV 21 vor, einen Solidaritätsbeitrag sehr wohlhabender Rentner/innen zu prüfen.
NZZ berichtet über die Pressekonferenz von compenswiss:
Manuel Leuthold, der Präsident der öffentlich-rechtlichen Anstalt, resümierte, mit einer negativen Performance von 4,22% nach Absicherungskosten habe man den Benchmark insgesamt leicht übertroffen.
Weiter wurde dargelegt, nunmehr würden wegen des chronisch negativen Umlageergebnisses Monat für Monat Wertschriften im Umfang von rund 125 Mio. Fr. verkauft. Die laufenden AHV-Renten überstiegen die Einnahmen eben um rund 1,5 Mrd. Fr. im Jahr. Im goldenen Börsenjahr 2017 hatte diese strukturelle Schwäche mit einer Performance von 7,11% noch übertüncht werden können.
UBS PK-Performance Januar 2019
• Der Jahresauftakt war erfreulich, die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Durchschnitt 3,06% nach Gebühren.
• Die kleinen Pensionskassen mit weniger als CHF 300 Mio. verwalteten Vermögen schnitten am besten ab mit 3,34%, gefolgt von den mittleren mit verwalteten Vermögen zwischen CHF 300 Mio. bis CHF 1 Mrd. mit 3,06 %. Die grossen Vorsorgewerke mit mehr als CHF 1 Mrd. liegen mit 2,68% auf dem dritten Platz.
• Das Ergebnis war vor allem von Aktien getrieben, Anleihen, Immobilien und Hedge Funds trugen ebenfalls leicht positiv bei.
OAK: Ergänzung zur Weisung Wohlfahrtsfonds
Die OAK BV hat in den Weisungen W-02/2016 «Wohlfahrtsfonds gemäss Art. 89a Abs. 7 ZGB » vom 20. Oktober 2016 Ergänzungen in den Erläuterungen vorgenommen.
Per 1.4.2016 ist Art. 89a Abs. 7 ZGB in Kraft getreten. Mit der Gesetzesänderung wird dem auf die Initiative Pelli zurückgehenden Anliegen Rechnung getragen, welches Erleichterungen für Wohlfahrtsfonds gefordert hat, damit diese administrativ entlastet werden und der Rückgang der Anzahl der Wohlfahrtsfonds aufgehalten wird.
Die OAK-BV hat für den einheitlichen Vollzug Weisungen erlassen. Eine Vereinfachung betrifft die Erfüllung der AHV-Beitragspflicht durch den Wohlfahrtsfonds bei Leistungen an den Destinatär, wenn diese in Ausnahmefällen der AHV-Beitragspflicht unterstellt sind. In der Aufsichtspraxis stellte sich die Frage, ob die Erfüllung der AHV-Beitragspflicht durch den Wohlfahrtsfonds den Stiftungszweck verletzt. Die Erläuterungen der Weisungen halten nun explizit fest, dass der Stiftungszweck in diesen besonderen Konstellationen nicht verletzt wird.
“Caisses publiques de pension: cinq fois le sauvetage d’UBS”
Radiolac befasst sich in einer Sendung mit der anstehenden Abstimmung in Genf über die Sanierung der Funktionärs-PK. Dabei wird auch auf einige wenig kommunizierte Zahl verwiesen. Und es fehlt nicht an ironischen Seitenhieben:
En Suisse, les employés de la fonction publique sont en général mieux payés que dans les entreprises. Sauf dans les positions supérieures et parmi les spécialistes. Il est peut-être normal qu’ils reçoivent aussi de meilleures retraites. Et Genève doit probablement avoir les meilleurs fonctionnaires de Suisse.
Je vous sens un peu ironique. Le renflouement des caisses de pension publiques n’est pas non plus une spécialité genevoise.
Non, justement. Ou ça ne l’était pas, plus précisément. Dans les années 2000, et encore au-delà, les recapitalisations de caisses de pension publiques ont été une sorte de sport national en Suisse. Celle de la Confédération a eu besoin de 90 milliards de francs pour s’en sortir. En comptant les CFF et La Poste.
Et puis il y a les cantons et les communes.
Oui, effectivement. Tous les cantons et les communes de Suisse qui ont dû recourir aux contribuables pour assurer les retraites de leurs fonctionnaires. Pour combien de milliards de francs au total sur vingt ans ? Mystère. C’est un long inventaire qui n’a jamais été fait à ma connaissance. Mais 200 milliards de francs semble une estimation raisonnable.
200 milliards de francs ? Mais c’est beaucoup !
Oui, je vous le concède. C’est même cinq fois plus que le sauvetage d’UBS en 2008. Sauf que la Banque nationale et la Confédération avaient gagné plus de 6 milliards de francs dans cette opération retentissante.
Swiss Entrepreneurs Fund hofft auf die Pensionskassen
Privatwirtschaft und Politik lancierenunter dem Patronat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) die Swiss Entrepreneurs Foundation (SwissEF). Eine Initiative der Stiftung ist ein Fonds für Startups und innovative KMUs. Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hat den gemeinsam von Mobiliar,UBS und Credit Suisse geschaffenen Swiss Entrepreneurs Fund Ende Januar bewilligt. In der Medienmitteilung heisst es:
Die Stiftung fördert Schweizer Startups und innovative KMUs in der Wachstumsphase. Die Schweiz soll ihre führende Stellung als Wirtschafts- und Innovationsstandort ausbauen und neue Arbeitsplätze schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt die SwissEF einen für die Schweiz einmaligen Doppelansatz. Zum einen realisiert die Stiftung konkrete Projekte, welche die Rahmenbedingungen für Unternehmertum und innovative Technologien verbessern.
Zudem lanciert sie gemeinsam mit UBS, Credit Suisse und der Mobiliar einen Fonds mit Zielgrösse 500 Millionen Franken. Die beiden Banken übernehmen den Vertrieb und das Portfoliomanagement, die Stiftung bringt Know-how für die Wachstumsunternehmen und die Mobiliar Kapital ein.Nebst der Mobiliar, die mit 100 Millionen Franken die erste Ankerinvestorin ist, richtet sich der Fonds an institutionelle Anleger wie Pensionskassen,vermögende Privatpersonen und Family Offices. Der Fonds agiert rechtlich unabhängig von der SwissEF.
Hansueli Schöchli schreibt dazu in der NZZ:
Man kann die Pensionskassen für Schweizer Risikokapitalfonds interessieren. Dies demonstrierte im vergangenen Jahr ein neuer Wachstumsfonds der zur Zürcher Kantonalbank gehörenden Swisscanto. Auch dieser Fonds will schwergewichtig in nicht kotierte Schweizer Wachstumsunternehmen in der Expansionsphase investieren. Innerhalb von knapp drei Monaten erreichte der Fonds Investitionszusagen im anvisierten Umfang von 150 Mio. Fr., wovon fast zwei Drittel von Pensionskassen stammten. Das Interesse der Pensionskassen sei gross gewesen, betont ZKB-Vertreter Daniel Hänni. Für April bis Mai dieses Jahres ist eine zweite Zeichnungsfrist für weitere 50 Mio. Fr. vorgesehen. «Wir haben schon Interessenten», sagt Hänni.
Doch ist die Nachfrage der Investoren auch gross genug für die beiden 500-Millionen-Zielwerte des «Swiss Enterpreneurs Fund» und des «Zukunftsfonds»? Die Meinungen unter befragten Marktbeobachtern gehen auseinander. «Kurzfristig wird es wohl nur Platz für einen der beiden neuen Anbieter haben», sagt einer der Befragten. Ein anderer betont, dass selbst 1 Mrd. Fr. gemessen an den gesamten Investitionsvolumen von Pensionskassen, Unternehmen und wohlhabenden Privatkunden kein grosser Betrag sei.
SwissFE / NZZ / Swisscanto PE-Fonds /
Mitteilung SwissFE /
Hypos sinken auf Rekordtief
Die Hoffnungen auf steigende Zinsen haben sich erneut zerschlagen. Das Segment der 10-Jahres Festhypotheken hat ein Rekordtief erreicht. Cash berichtet.
Vor knapp einem Monat erreichten Festhypotheken mit einer Laufzeit von fünf Jahren einen neuen Tiefpunkt. Nun hat sich die Rekordjagd auch auf das beliebteste Segment ausgeweitet, auf Angebote mit langen Laufzeiten. Der Durchschnittssatz einer zehnjährigen Festhypothek beträgt nur noch 1,345 Prozent, wie Daten von Vermögenspartner zeigen (siehe obigen Chart). Diese Zinssätze waren noch nie so tief seit Beginn der Datensammlung.
Mehr noch: Die von Banken, Pensionskassen oder Versicherungen publizierten Hypothekenzinsen sind im Einzelfall gar noch deutlich attraktiver. Bei hypomat.ch, der Online-Plattform der Glarner Kantonalbank, kostet eine zehnjährige Festhypothek momentan gerade noch 1,04 Prozent. Überhaupt sind digitale Angebote von Banken in diesem Segment am günstigsten, gefolgt von Pensionskassen und Versicherungen.
Marktbeobachter berichten zudem von einem verschärften Konkurrenzkampf zwischen den Hypothekenanbietern, vor allem bei den Online-Plattformen. So bekämen Immobilienkunden mittlerweile Kreditangebote, die vor einem Jahr undenkbar gewesen wären, berichtet ein Hypothekenvermittler.
Die momentane Situation zeigt aber auch, dass einerseits immer noch viel Geld vorhanden ist, das im Immobilienmarkt platziert wird. Andererseits sind die Banken zu Jahresbeginn häufig sehr geschäftsfreudig, was ebenfalls zu einer höheren Kompromissbereitschaft führt.
Investorengruppe will „waffenfreie“ Benchmarks
Institutionellen Investoren könnte das Leben zukünftig leichter gemacht werden. Denn gängige Indizes sollen zukünftig keine Emissionen jener Unternehmen enthalten, die Geschäfte mit kontroverse Waffen tätigen. Mehr als 140 Asset Manager, Besitzer von Vermögenswerten, Vermögensverwalter und Vermögensdienstleister aus der ganzen Welt, die Anlegergelder im Wert von 6,8 Billionen US-Dollar vertreten, haben gemeinsam Indexanbieter dazu aufgefordert, kontroverse Waffen1 aus den gängigen Indizes zu entfernen. Swiss Sustainable Finance hat einen offenen Brief an die Indexanbieter gerichtet.
Der Brief, der u.a. in der Financial Times, in der Neuen Zürcher Zeitung und in Le Temps veröffentlicht wurde, wendeten sich die Unterzeichner an Vertreter von FTSE Russell, Morningstar, MSCI, S&P Dow Jones Indices und STOXX und riefen die Indexanbieter auf zu handeln.
Swiss Sustainable Finance / Letter to Indexproviders / Institutional Money / NZZ / SRF /
Open Letter
BFS: PK-Kennzahlen 2013-2017
Das Bundesamt für Statistik hat die neue Ausgabe der Pensionskassen-Kennzahlen 2013 – 2017 publiziert. Knapp zusammengefasst sind darin die wichtigsten Zahlen der Pensionskassen-Statistik enthalten.
Wo die Gelder unserer beruflichen Vorsorge stecken
Die Republik hat eine Übersicht über die Entwicklung des Vermögens und der Anlagen unserer Pensionskassen zusammengestellt. Ohne weitere Wertung.
Kennzahlen Arbeitsmarkt
Der Arbeitgeberverband stellt neu auf seiner Website die jeweils aktuellen Kennzahlen zum Arbeitsmarkt zusammen. In einer Mitteilung zum Service heisst es:
Sie interessieren sich für die Höhe der Erwerbstätigen- und Erwerbslosenquote, wollen mehr über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wissen oder suchen Zahlen zur Situation von Jugendlichen im Arbeitsmarkt? Erfahren Sie diese und weitere Arbeitsmarktdaten auf einen Blick: Auf seiner Website trägt der Schweizerische Arbeitgeberverband neu eine Auswahl der wichtigsten Kennzahlen von BFS, Seco, OECD und Eurostat zum Schweizer Arbeitsmarkt zusammen. Die Tabellen und interaktiven Grafiken werden monatlich aktualisiert und stehen zum Download bereit.
GB: Seven-year jail terms unveiled for pension fund mismanagement
MPs and pension experts have welcomed government plans to introduce lengthy jail sentences for executives who recklessly mismanage pension funds, in an effort to avoid a repeat of recent scandals like BHS or Carillion.
Amber Rudd, the work and pensions secretary, said the current fines were not enough and that a new criminal offence would be introduced to punish “wilful or reckless behaviour” relating to a pension scheme, threatening unlimited fines and prison terms of up to seven years for the worst offenders.
She will tell parliament on Monday that the new measures “show that the Conservative government is on the side of workers saving for retirement” and that “we will protect their incomes from reckless behaviour”.
More than 10 million people are now enrolled in workplace pension schemes.
SRF Trend Streitgespräch: Flexibel oder nicht?
Wer einmal eine Rente aus der zweiten Säule hat, kann sich sicher sein, dass sie immer gleich hoch ist. Ist das gerecht? Oder sollten Rentner nicht auch ihren Beitrag leisten, wenn es an den Märkten abwärts geht und die Pensionskassen schlechte Anlagerenditen erzielen? Das Streitgespräch im «Trend» zwischen Josef Bachmann (ex PwC) und Thomas Schönbächler (BVK), Leitung Jacquelin Jacquemart. In der Sendung von SRF ab 13 Min.
Fast jeder Zweite wählt die Frühpensionierung
Dominik Feldges befasst sich mit der anhaltenden Beliebtheit der Frühpensionierung bei den Schweizer Erwerbstätigen.
Die Schweizer tun sich schwer mit dem ordentlichen Pensionierungsalter. Zwar ist in der Bevölkerung der Anteil der Erwerbstätigen unter den 55- bis 64-Jährigen seit Anfang der 1990er Jahre erfreulicherweise von knapp 64 auf über 74 Prozent gestiegen, doch noch immer gehen fast 40 Prozent der Schweizer vorzeitig in Rente. Zugleich arbeitet laut Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherungen rund ein Drittel über das AHV-Alter hinaus, oft als Selbständigerwerbende oder mit einem Teilzeitpensum. Zum ordentlichen Zeitpunkt, also für Männer im Alter von 65 Jahren und bei Frauen mit 64, erfolgt nur gut ein Viertel der Pensionierungen.
Angesichts der demografischen Entwicklung wächst indes das Bewusstsein, dass sich die Schweizer Wirtschaft die vielen Frühpensionierungen nicht mehr leisten kann. Dachorganisationen wie der Schweizerische Arbeitgeberverband oder die Vereinigung der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) schlagen Alarm und weisen darauf hin, dass diverse Betriebe in den kommenden Jahren mit einer Welle von Abgängen bei ihren Mitarbeitern fertigwerden müssten.
Wie Ökonomen der Grossbank UBS berechnet haben, droht bis 2027 allein wegen der Tatsache, dass vermehrt Angehörige der geburtenstarken Babyboomer-Generation das Pensionierungsalter erreichen werden, eine Lücke von mehreren hunderttausend Arbeitskräften. Diese wird sich, so ist man sich in Wirtschaftskreisen einig, nicht durch eine verstärkte Zuwanderung schliessen lassen. Einer derartigen Lösung stünden die Massnahmen, die nach der Annahme der Volksinitiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung eingeleitet worden seien, klar im Weg.
NZZ /
Studie UBS /
Negativstimmung–Negativzinsen
Daniel Hug exploriert in der NZZ am Sonntag die Aussichten für eine Erhöhung der Leitzinsen und damit für ein Ende der Negativzinsen in der Schweiz. Sie scheinen schlecht.
Schweizer Anleger und Pensionskassen werden länger mit den Negativzinsen leben müssen als bisher angenommen. In den letzten Wochen haben sich die Perspektiven in den grossen Wirtschaftsnationen deutlich eingetrübt. Am Donnerstag hat die EU-Kommission ihre Prognose für das wirtschaftliche Wachstum in Europa markant nach unten korrigiert: Statt wie bisher um 1,9% soll die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr bloss noch um 1,3% zunehmen.
Weil die Schweizerische Nationalbank die Zinsen nicht anheben kann, ohne dass sich der Franken aufwertet, wird sie warten müssen, bis die EZB erstmals an der Zinsschraube dreht. Zudem läuft der Schweizer Wirtschaftsmotor in diesem Jahr spürbar langsamer, statt 2,5% wie 2018 werden im laufenden Jahr bloss 1,5% Wachstum erwartet. Das ist der falsche Zeitpunkt für höhere Zinsen, die tendenziell eine bremsende Wirkung haben.
Alles deutet darauf hin, dass wir noch länger mit den ärgerlichen Negativzinsen leben müssen. Der Druck auf die Nationalbank, die Negativzinsen zu beenden, habe zwar in den letzten Monaten «deutlich zugenommen», beobachtet UBS-Ökonom Alessandro Bee. «Nach vier Jahren negativer Leitzinsen werden die Nebenwirkungen für den Finanzsektor und die Pensionskassen immer stärker sichtbar», schreibt er in seiner Analyse. Der Widerstand gegen «die heute praktizierte Geldpolitik» steige.
Für die Anleger sind das schlechte Aussichten. «Die Negativzinsen stellen ein Ärgernis dar», schimpft Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands. «Sie belasten alle Versicherten zusätzlich.» Überdies steige der Aufwand für die Pensionskassen, die Zinskosten tief zu halten. «Die Banken kürzen tendenziell bestehende Guthaben-Limiten, welche noch nicht von einer Negativverzinsung betroffen sind», so Konrad. Sein Verband verlange seit Jahren eine Ausnahmeregelung.
«Die Zinskontrakte, die sich in die Zukunft richten, signalisieren keine Leitzinserhöhung im laufenden Jahr», bestätigt Pictet-Stratege Frangulidis. Der Verzicht auf die Zinserhöhungen hat zwar vorübergehend die Aktienkurse befeuert, aber auch dieser Impuls scheint schon wieder zu verebben. Denn gleichzeitig wurden die Schätzungen für die Gewinne der US-Firmen deutlich reduziert.
Im November ging man noch von einem Gewinnwachstum von 11% im laufenden Jahr aus, heute prognostizieren die Banken im Schnitt noch 5,8%. «Wir glauben, dass auch das noch zu hoch ist – und rechnen eher mit 3%», sagt Frangulidis.











