Leichter Anstieg des Wohnungsleerstands
Die UBS orientiert über Entwicklungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Dazu wird zusammenfassend geschrieben:
• Die Leerstandsquote für Wohnungen ist 2020 gegenüber dem Vorjahr im Nachkommastellenbereich gestiegen und verharrt damit auf dem letztjährigen Wert von 1,7 Prozent. Auf dem Mietwohnungsmarkt beträgt die Leerstandsquote aktuell rund 2,8 Prozent.
• Den stärksten Anstieg verzeichneten die Kantone Tessin, Wallis und Waadt. Eine rückläufige Leerstandsquote wurde hingegen in der Ostschweiz ausgewiesen.
• Es zeichnet sich eine Verlangsamung der Bautätigkeit ab. Dennoch dürften die Leerstände auch nächstes Jahr weiter leicht zunehmen.
Kriegsmaterial-Initiative und die Pensionskassen
Die Versprechungen der Vertreter der Kriegsmaterial-Initiative sind vollmundig. Die Initiative sei “ein Schritt zu einer friedlicheren Welt, schütze “die Neutralität und Glaubwürdigkeit der Schweiz”, bekämpfe Fluchtursachen und sei “wirtschaftlich sinnvoll”. Zu diesen hehren Zielen sollen auch die Pensionskassen ihren Teil beitragen. Der Initiativtext, der im November zur Abstimmung gelangt, lautet:
Art. 107a BV Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten
1 Der Schweizerischen Nationalbank, Stiftungen sowie Einrichtungen der staatlichen und beruflichen Vorsorge ist die Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten untersagt.
2 Als Kriegsmaterialproduzenten gelten Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Jahresumsatzes mit der Herstellung von Kriegsmaterial erzielen. Davon ausgenommen sind Geräte zur humanitären Entminung sowie Jagd- und Sportwaffen und deren zugehörige Munition.
3 Als Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten gelten:
- die Gewährung von Krediten, Darlehen und Schenkungen oder vergleichbaren finanziellen Vorteilen an Kriegsmaterialproduzenten;
- die Beteiligung an Kriegsmaterialproduzenten und der Erwerb von Wertschriften, die durch Kriegsmaterialproduzenten ausgegeben werden;
- der Erwerb von Anteilen an Finanzprodukten, wie kollektiven Kapitalanlagen oder strukturierten Produkten, wenn diese Finanzprodukte Anlageprodukte im Sinne von Buchstabe b enthalten.
4 Der Bund setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene dafür ein, dass für Banken und Versicherungen entsprechende Bedingungen gelten.
Unter dem Titel “Was die Kriegsmaterial-Initiative für die Pensionskassen bedeutet” hat sich Hansueli Schöchli für einen Artikel der NZZ umgehört, wie die Initiative eingeschätzt wird. Kurz zusammengefasst: technisch ist sie umsetzbar, aber einschneidend. Der Ausschluss von Produzenten geächteter Waffen werde wohl zum Branchenstandard, aber die Initiative schiesse über das Ziel hinaus und bringe Zusatzaufwand ohne Friedensnutzen, sagt der Pensionskassenverband. Zitiert wird u.a. Luzius Neubert von PPCmetrics:
Altersvorsorge und Konkubinat
Cash untersucht mit Blick auf die Altersvorsorge die Vor- und vor allem die Nachteile des Konkubinats.
Und noch ein Reform-Modell
Hansueli Schöchli berichtet in der NZZ über ein weiteres BVG-Reformmodell , das von einer Allianz von Arbeitnehmer- und Berufsverbänden entwickelt wurde. Es richtet sich vor allem gegen den umstrittenen Rentenzuschlag im sog. Sozialpartnerkompromiss.
Der Begriff «Sozialpartner-Kompromiss» entpuppte sich rasch als Lebenslüge. Der Gewerbeverband vertrat eine weniger teure Lösung, und beim Arbeitgeberverband gingen gewichtige Branchenverbände öffentlich in Opposition. Nun spricht sich auch eine Gruppe von fünf Arbeitnehmer- und Berufsverbänden – darunter der Kaufmännische Verband, Angestellte Schweiz und Verkauf Schweiz – in einem Positionspapier gegen die zwei neuralgischen Punkte des Vorschlags aus: die pauschalen Rentenzuschläge und die Finanzierung durch zusätzliche Lohnabzüge nach AHV-Muster.
Die besagte Allianz unterstützt ein Modell, das deutlich günstiger ist und die systemfremde Umverteilung nicht zum Programm erklärt. Kompensationen für die Übergangsgeneration wären durch die Pensionskassen selber zu finanzieren. Mit diesem Vorschlag liegt die Allianz nahe beim Modell einer Gruppe von Branchenverbänden.
Damit mag sich – ohne Gewerkschaften – eine Art alternativer Kompromiss von Sozialpartnern anbahnen. Die Gewerkschafts-Dachorganisationen haben weit mehr Mitglieder als die gemässigten Angestelltenverbände, doch über 80% aller Arbeitnehmer sind weder durch die eine noch durch die andere Gruppierung repräsentiert. Wer eher für die schweigende Mehrheit der Arbeitnehmer spricht, zeigt sich wohl erst an der Urne.
Sinkende Renten
“Der neue Pensionierungs-Barometer des VZ zeigt klar: Künftige Pensionierte bekommen viel weniger Geld als heutige. Viele Schweizerinnen und Schweizer unterschätzen, wie gross ihre Einkommenslücke sein wird. Haben sie den Ernst der Lage noch nicht erkannt?”, fragt das VZ und schreibt zu seiner Erhebung:
Der VZ-Barometer zeigt unmissverständlich, wie stark die Renten tatsächlich gesunken sind. So konnte ein 55-Jähriger mit einem Lohn von 120’000 Franken 2002 eine Rente aus AHV und Pensionskasse von 74’920 Franken erwarten. Heute sind es nur noch 60’040 Franken (Grafik). Die erwartete Rente ist also um 20 Prozent geschrumpft. Das entspricht einer Einbusse von knapp 1200 Franken pro Monat.
Dieter Stohler neu im VR der Ardian
Das Private Investmenthaus Ardian, seit 2008 in der Schweiz tätig, hat Dieter Stohler zum neuen Verwaltungsrat ernannt. Stohler war während der letzten neun Jahre bis September 2020 Geschäftsführer der Publica. Er soll eine wichtige Rolle für den Erfolg der Wachstumsstrategie von Ardian im Schweizer Markt spielen, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen war.
Vor der Publica leitete Stohler die Pensionskassen-Aufsicht des Kantons Baselland und war anschliessend Geschäftsführer der Pensionskasse Basel-Stadt. Kürzlich wurde er ausserdem zum Mitglied des Stiftungsrats der Sammelstiftung Profond ernannt. Er ist darüber hinaus Mitglied in weiteren Stiftungsräten und seit vielen Jahren auch Dozent im Bereich der Ausbildung in Sachen Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge.
Swiss Asset Management Study 2020
Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern und die Asset Management Association Switzerland haben die dritte Ausgabe der Swiss Asset Management Study erstellt, die einen umfassenden Überblick über das Asset Management in der Schweiz bietet.
Die Marktgrösse der in der Schweiz von Banken, Fondsleitungen, Effektenhändlern und von der FINMA beaufsichtigten Asset Managern verwalteten Vermögen belief sich Ende 2019 auf CHF 2’519 Milliarden, was einem Wachstum von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Netto-Neugeldzuflüsse im Jahr 2019 werden auf fast CHF 100 Milliarden geschätzt. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen sind mehr als dreimal so gross wie das Schweizer BIP und machen rund 250 Prozent der in Schweizer Pensionskassen gehaltenen Vermögen aus. Die in der Schweiz ansässigen Asset Manager sind rentabel und kosteneffizient.
Prix vps.epas geht an die Pensionskasse Bosch
Der Prix vps.epas 2020 für Vorsorgeeinrichtungen, die mit nachhaltigen Initiativen oder Leistungen zur sozialpartnerschaftlichen Entwicklung der 2. Säule beigetragen haben, ging an die Pensionskasse Bosch Schweiz. Übergeben wurden die Preise am 30. September im Bourbaki-Panorama in Luzern.
Die Bosch Pensionskasse erhielt die Auszeichnung als Würdigung für eine Lösung, welche die Gleichbehandlung von Aktiven und Rentnern in Zeiten sinkender Umwandlungssätze sicherstellt. Anschaulich dargestellt handelt es sich beim Verzinsungssystem der Bosch Pensionskasse um ein Reservoir, in das jährlich die effektive Verzinsung hinein- und der versicherungstechnische Zins abfliesst. Sobald mehr Zins in diesem «Reservoir» ist, kriegen die Rentner eine Bonuszahlung. Dieses Modell vermeidet statische Rentenerhöhungen und ersetzt diese durch flexible Einmalzahlungen.
Weiter ausgezeichnet wurden Pensionskassen und Stiftungen für folgende speziellen Initiativen:
Asga Pensionskasse: Die Asga hat mit ihrer Verbandslösung, die auch Selbständigen ohne Personal eine Vorsorgelösung ermöglicht, eine Vorreiterrolle eingenommen und den Weg geebnet, diese auch bei anderen Vorsorgeeinrichtungen zu etablieren.
FRP 4: Technischer Zins sinkt unter 2%
Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten (SKPE), hat die Obergrenze per 30.09.2020 für die Empfehlung des technischen Zinssatzes gemäss Fachrichtlinie 4 festgelegt.
In der Fachrichtlinie 4 ist eine Obergrenze für den technischen Zinssatz definiert. Empfiehlt der Experte ausnahmsweise einen technischen Zinssatz, der über der Obergrenze liegt, muss er dies sachlich begründen.
Die Obergrenze wird berechnet als durchschnittlicher Kassazinssatz der 10-jährigen CHF Bundesobligationen der letzten 12 Monatswerte, erhöht um einen Zuschlag von 2.5% und vermindert um einen Abschlag (mindestens 0.3% -Punkte) für die Zunahme der Langlebigkeit. Die neue Obergrenze gilt ab dem 1. Oktober 2020.
Fachmitteilung 122: Mitbestimmung beim PK-Wechsel
Die Fachmitteilung 122 des Pensionskassenverbands behandelt die Folgerungen des Bundesgerichtsentscheids, der Arbeitnehmern beim Wechsel der Vorsorgeeinrichtung (VE) durch den Arbeitgeber ein “echtes Mitbestimmungsrecht” zusichert. Die Mitteilung geht auf die teilweise komplexen prozessualen Konsequenzen ein, die sich daraus ergeben. Sie ist für Mitglieder unentgeltlich, Nichtmitglieder können sie beim Verband erwerben.
WTW: Stephan Wildner neuer Managing Director Schweiz
Stephan Wildner wird als Nachfolger von John Anthony die Position als Managing Director per 1. Oktober 2020 zusätzlich zu seinem bestehenden Verantwortungsbereich übernehmen und das Schweizer Geschäft von Willis Towers Watson leiten. Er ist seit 2005 im Unternehmen und leitet seit März 2017 den Bereich Pensionskassenberatung und Investment in der Schweiz.
Bevor er im März 2017 als Director of Retirement Services in die Schweiz wechselte betreute er als Mitglied der Retirement-Geschäftsleitung in Deutschland die Themen General Consulting, Finanzierungseinrichtungen und Markets & Clients.
Er löst John Anthony ab, der nach 35 Jahren im Unternehmen und 23 Jahren als Managing Director Willis Towers Watson Schweiz in den Ruhestand tritt.
Unternehmen wollen Büroflächen sparen
Die Corona-Krise trifft den Büromarkt gleich doppelt: Sie hat eine Rezession ausgelöst und der Arbeit von zu Hause aus Schub verliehen. In einer neuen Umfrage von JLL Schweiz bei 318 Firmen gibt fast ein Drittel der Firmen an, weniger Fläche zu benötigen. Die NZZ schreibt dazu:
Dies tangiert natürlich auch die Nachfrage nach Büros. Trotz Social Distancing dürften weniger Büroflächen gebraucht werden. In der JLL-Umfrage geben 29% der befragten Unternehmen an, weniger Fläche zu benötigen.
Dabei geht es einerseits darum, den Flächenverbrauch pro Mitarbeiter zu senken. 46% der befragten Firmen gedenken, diesen dank Desk-Sharing zu reduzieren, während umgekehrt nur 6% der Unternehmen ihren Mitarbeitern mehr Raum (unter anderem mehr Gemeinschaftsflächen) bereitstellen wollen. Hinzu kommt die schlechte Wirtschaftslage, die ebenfalls auf die Büronachfrage drückt.
Aber auch wenn diverse Firmen bei der Fläche sparen wollen: Der Nettoeffekt auf den Schweizer Büromarkt ist nicht so gross, wie man meinen könnte. JLL kommt zwar zum Schluss, dass sich der Bedarf an Büroflächen in den nächsten drei Jahren theoretisch um insgesamt 5–10% reduzieren wird. Aber diese Flächen werden längst nicht alle auf den Markt kommen, sei es, weil die Firmen in Mietverträgen gebunden sind oder weil ein Umzug zu aufwendig wäre (und eine Untervermietung nicht möglich) und man davon ausgeht, dass das Unternehmen auch irgendwann wieder wächst.
Ein eigentlicher Einbruch am Büromarkt wird somit trotz Rezession und vermehrtem Home-Office nicht erwartet.
Arbeitsmarkt-Gesamtrechnung 2019
Die Arbeitsmarktgesamtrechnung (AMG) zeigt die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt auf, indem sie die individuellen Übergänge zwischen Erwerbstätigkeit, Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit erfasst. Die AMG umfasst auch die Wanderungen und stellt so ein Bindeglied zwischen den Arbeitsmarktstatistiken und den Bevölkerungsstatistiken dar.
2019 nahm die Erwerbsbevölkerung in der Schweiz um 0,2% zu: von 5,319 Millionen Personen zu Jahresbeginn auf 5,332 Millionen zu Jahresende. Der Anstieg war bei den Frauen (+0,4%, von 2,438 auf 2,449 Millionen) ausgeprägter als bei den Männern (+0,1%, von 2,881 auf 2,883 Millionen).
Der Wanderungssaldo der Erwerbspersonen belief sich 2019 auf 38’000 Personen. Die Entwicklung des Wanderungssaldos über die letzten zehn Jahre widerspiegelt eine anhaltende starke Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländern. Zwischen 2009 und 2019 lag die Zahl der einwandernden ausländischen Arbeitskräfte immer über jener der auswandernden. Ihr Wanderungssaldo belief sich im Jahr 2019 auf 43‘000 Personen. Bei den Schweizerinnen und Schweizern war der Wanderungssaldo hingegen negativ (-6’000).
Die Gesundheit der Bevölkerung ab 65 Jahren in der lateinischen Schweiz
Das Obsan hat im Auftrag von fünf lateinischen Kantonen (Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg und Tessin) die Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 für die Personen im Alter ab 65 Jahren analysiert. Die Resultate beschreiben den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand der älteren Personen und untersuchen ihr Gesundheitsverhalten sowie ihre Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Der Bericht unterstreicht die Heterogenität der Gesundheitssituationen der älteren Bevölkerung.
Reformvorschläge des Centre Patronal für AHV und BVG
Das Centre Patronal macht sich für eine “nachhaltige, moderne und soziale Reform der Altersvorsorge” stark, wie es auf der Website heisst. Im Zentrum steht ein “Paradigmenwechsel”. Nicht mehr ein gesetzliches Rücktrittsalter soll massgebend sein, sondern die Anzahl geleisteter Beitragsjahre. Vorgeschlagen werden 44 Beitragsjahre, beginnend ab dem 18. Lebensjahr.
Darüber hinaus präsentiert das CP “eine Gesamtschau der 1. und 2. Säule” mit dem Ziel einer “nachhaltigen, strukturellen Sanierung”, welche “alle zur Konsolidierung des Systems heranzieht” mit der “Ambition, traditionelle Widerstände aufzubrechen”.
Im Obligatorium der zweiten Säule wird der Vorschlag ergänzt mit einer Senkung des Mindestumwandlungssatzes, der Aufhebung des Koordinationsabzuges, einer neuen Staffelung der Beitragssätze. Auch wird die Unterstellung der Selbständigerwerbenden unter das Obligatorium der beruflichen Vorsorge vorgeschlagen.
Die finanziellen Auswirkungen der Vorschläge hat Professor Christoph A. Schaltegger der Universität Luzern überprüft. Ebenso hat das Forschungsinstitut sotomo eine Meinungsumfrage durchgeführt. Sowohl die finanzielle Analyse als auch die Umfrage würden zeigen, dass die Vorschläge einen gangbaren und glaubwürdigen Weg darstellen, schreibt das CP.










