UWS 5 Prozent
Die Aargauische Pensionskasse schreibt auf ihrer Website zur Senkung des Umwandlungssatzes:
Der Vorstand der APK hat auf Empfehlung der Versicherungsexpertin einen Wechsel der versicherungstechnischen Grundlagen von Periodentafeln auf Generationentafeln beschlossen. Diese Grundlagen dienen dazu, den versicherungstechnisch korrekten Wert des Umwandlungssatzes zu berechnen. Mit Generationtafeln wird die zukünftige Zunahme der Lebenserwartung berücksichtigt. Damit widerspiegeln diese ein besseres Bild der tatsächlichen Verhältnisse. Der Umwandlungssatz sinkt entsprechend ab 2022 stufenweise von 5.3 % auf 5.0 % im Alter 65.
Abfederung: Versicherte, die schon vor dem 1. Januar 2021 bei der APK versichert sind, erhalten per 1. Januar 2022 eine APK-Gutschrift. Damit wird das per 31. Dezember 2021 vorhandene Sparguthaben um 1.25 % erhöht. Diese Gutschrift wird durch die APK finanziert. Die APK-Gutschrift 2022 wird separat ausgewiesen und gleich verzinst wie das Sparguthaben. Für die ersten zwei Jahre nach der Senkung des Umwandlungssatzes, erstmals per 31. Dezember 2022, wird das Sparguthaben um je die Hälfte der APK-Gutschrift 2022 und den Zinsertrag erhöht.
Analyse der Geschäftsberichte von PKs 2020
Die durchschnittliche Verzinsung der Sparkapitalien der Aktivversicherten hat sich im vergangenen Jahr deutlich auf 2.53% erhöht, was unter anderem an stark positiven Anlagerenditen im 2019 und verbesserten Deckungsgraden liegt. Dieser Mittelwert liegt nicht nur klar über den Vorjahreswerten, sondern ist auch der höchste Wert der letzten zehn Jahre (10-Jahresdurchschnitt: 1.97%).
Mehr als drei Viertel aller Vorsorgeeinrichtungen gewährten eine Verzinsung, welche über der BVG-Mindestverzinsung von 1% lag.Der technische Zinssatz sank im Jahr 2019 um -0.23%-Punkte, liegt aber mit 1.76% weiterhin deutlich über dem risikolosen Zins. Dabei bleibt die Spannbreite zwischen dem höchsten (3.50%) und dem tiefsten (-0.36%) Wert sehr gross.
Erstmals wendeten mehr Pensionskassen (rund 60%) die Generationentafel anstelle der Periodentafel an, welche die Zunahme der Lebenserwartung genauer berücksichtigt und somit als konservativere Sterbetafel gilt.
UBS Global Real Estate Bubble Index 2020: Zürich in der Blasenzone
UBS hat die Preise für Wohnimmobilien in weltweit 25 Grossstädten untersucht. Zürich reiht sich erstmals in die Kategorie mit Blasenrisiko ein, während Genf überbewertet bleibt. Trotz der aktuellen globalen Rezession hat sich das inflationsbereinigte Hauspreiswachstum in diesen 25 Städten im Durchschnitt beschleunigt in den letzten vier Quartalen, was den Autoren der Studie zufolge nicht nachhaltig ist. Die Pandemie verstärkt langfristig einige negative Auswirkungen auf den städtischen Wohnungsmarkt. In einer Mitteilung führt UBS zur Situation in der Schweiz weiter aus:
Zürich hat im letzten Jahrzehnt von allen Schweizer Wirtschaftsregionen die stärkste Preissteigerung verzeichnet. Der Wohnungsmarkt der Stadt war dabei von einem verhältnismässig rasch wachsenden Angebot geprägt. Die überwiegende Mehrheit der neu erstellten Wohnungen wurde allerdings letztlich vermietet. Der Markt für selbst genutzte Immobilien ist ausgetrocknet. Die Coronavirus-Krise hat bislang kaum Spuren hinterlassen.
Tatsächlich ist die Nachfrage nach Wohnungen an Zentrumslagen in Zürich sogar gestiegen. Die hohe Zahlungsbereitschaft widerspiegelt die Erwartungen weiter steigender Preise sowie einer anhaltend hohen Investitionsnachfrage. Die Stadt ist deshalb neu in den Blasenrisikobereich gerutscht.
In Genf ist sowohl das Preisniveau als auch der Indexwert tiefer als in Zürich. Nach dem jüngsten Preisanstieg hat der Wohnungsmarkt in Genf jedoch seine Verluste aus der Zeit von 2013 bis 2016 ausgeglichen. Hinzu kommt, dass Eigenheimbesitz dank niedriger Hypothekenzinsen und überhöhter Marktmieten weiterhin attraktiv ist. Die Stadt profitiert zudem davon, dass sie international ausgerichtet ist und trotz eingeschränkter Erschwinglichkeit weiterhin ausländische Staatsangehörige anzieht.
Descartes Finance öffnet sich externen Investoren
Der bankenunabhängige digitale Vermögensverwalter Descartes Finance hat trotz Coronakrise erfolgreich eine Kapitalerhöhung durchgeführt. An der Finanzierungsrunde haben sich neue Investoren beteiligt, darunter Spicehaus Partner und Eric Gisiger. Mit dem Mittelzufluss wird das Wachstum beschleunigt. Die Plattform des Schweizer Fintech-Unternehmens steht auch Banken und Versicherungen zur Verfügung. In einer Mitteilung wird dazu ausgeführt:
Die Digitalisierung revolutioniert nicht nur die klassische Vermögensverwaltung. Sie schafft auch komplett neue Möglichkeiten für die freie und gebundene Vorsorge im Rahmen der Säule 3a und der Freizügigkeit. Über die Plattformen von Descartes Finance und Descartes Vorsorge profitieren Kunden vom sicheren Zugang zu den Anlageprodukten renommierter Anbieter bei gleichzeitig maximaler Transparenz und tiefen Gebühren.
Mit ihrer unabhängigen Lösung gewinnt Descartes Finance täglich neue Kunden. Das Unternehmen bietet seine voll digitalisierte Plattform zudem Banken und Versicherungen als White-Label-Lösung an, sodass diese ihren Kunden schnell ein eigenes digitales Vorsorgeangebot anbieten können.
French and Swiss asset managers launch sustainable equity fund
French asset manager Clartan Associés has partnered with Swiss investment firm Ethos Services to launch a new sustainable equity strategy for private and institutional investors.
The Luxembourg-domiciled fund, which is formally known as the Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap fund, will invest in small and medium-sized European stocks that implement social and environmental aspects into their business models.
The strategy will invest in an average of 500 European companies with a market capitalisation of up to €20bn. Both asset managers will apply extra-financial and financial criteria to their selection processes.
Ethos will pre-select the companies whose products and services have a positive impact on the environment and society as a whole will be eligible for inclusion in the fund.
US Pensionfonds klagen gegen Allianz
Der Allianz drohen in den USA milliardenschwere Schadenersatzklagen von Pensionskassen, die mit ihren Fonds während des Corona-Crashs im März dramatische Verluste erlitten haben. Die in New York eingereichten Schadenersatzklagen summierten sich Ende der vergangenen Woche bereits auf vier Milliarden Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die Vermögenssparte Allianz Global Investors musste zwei Fonds mit der aggressivsten Anlagestrategie im März nach hohen Verlusten liquidieren. Die Kläger werfen dem Unternehmen nun vor, bewusst von der Strategie abgewichen zu sein, die Hedgefonds mit Optionen gegen einen kurzfristigen Absturz an den Finanzmärkten abzusichern.
10 Prozent tiefere Arbeitszeit im Q2
Trotz der per 11. Mai 2020 erfolgten Lockerung der Covid-19-Schutzmassnahmen waren auf dem Arbeitsmarkt die Auswirkungen der Pandemie im 2. Quartal deutlich spürbar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerte sich die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit pro erwerbstätige Person um 9,5%. Am deutlichsten fiel das Minus im Wirtschaftszweig «Gastgewerbe und Beherbergung» aus (–54,1%). Im 2. Quartal 2020 leistete nahezu die Hälfte der Arbeitnehmenden zumindest gelegentlich Heimarbeit. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil stark gestiegen. Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hervor.
Im 2. Quartal 2020 arbeiteten die Erwerbstätigen pro Woche im Durchschnitt 28,4 Stunden, d.h. 9,5% weniger als im 2. Quartal 2019. Bei den Vollzeiterwerbstätigen belief sich die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit auf 35,2 Stunden, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang um 8,9% entspricht. Damit wurde die stärkste Abnahme seit der Einführung von Quartalsdaten im Jahr 2010 verbucht. Wäre die durchschnittliche Anzahl Ferientage in diesem Zeitraum nicht um die Hälfte zurückgegangen (von 4,2 auf 2,0 Tage pro Quartal), wäre die Abnahme der tatsächlichen wöchentlichen Arbeitszeit noch höher ausgefallen.
Demographische Indikatoren 2019
Das Bundesamt für Statistik hat die neusten demographischen Indikatoren publiziert. Höchst aufschlussreich. Wir lassen die Grafiken sprechen.
Erfahrungen mit variablen Renten
Claudio Zemp fasst in der Schweizer Personalvorsorge 20-09 die in den letzten 15 Jahren mit variablen Renten gemachten Erfahrungen zusammen. Im Einzelnen beschrieben wird die Situation bei den Vorsorgeeinrichtungen von PwC, Bosch, PKE und Vita Invest. Ergänzt wird der informative Beitrag mit einer Liste der variablen Rentenmodelle mit einem Vergleich der behandelten Kassen.
In einem ergänzenden Artikel beschreibt Josef Bachmann, vielzitierter Schöpfer und Verfechter des PwC-Modells und treibende Kraft hinter der Initiative für eine faire Vorsorge seine Überlegungen und Argumente für eine flexible Altersvorsorge. Seine Schlussfolgerung: “Es wird sich die Erkenntnis durchsetzen: Eine Zweiklassengesellschaft von «reichen» Altrentnern und «bedürftigen» Neurentnern darf es nicht geben. Ohne Anpassung von Renten an die Rahmenbedingungen sind milliardenschwere, systemwidrige Umverteilungen unvermeidlich. Für eine nachhaltige, faire Reform sollen alle mittragen – auch die Rentner.”
UBS mit vierwöchigem Vaterschaftsurlaub
UBS will sich als besonders woke und familienfreundlich profilieren und bietet ihren Mitarbeitern ab 2021 einen vierwöchigen, bezahlten Vaterschaftsurlaub. Dies einen Tag nach der Abstimmung zum Papiurlaub. Wie bisher haben Väter zusätzlich das Anrecht, während des ersten Jahres nach Geburt des Kindes einen zwei- bis vierwöchigen unbezahlten Urlaub zu beziehen oder das Arbeitspensum während ein bis sechs Monaten auf 80 Prozent zu reduzieren ohne Änderung des versicherten Gehalts bei der Pensionskasse.
PK-Statistik: Provisorische Werte 2019
Um möglichst rasch erste provisorische Ergebnisse publizieren zu können, ist eine nach Rechtsform und Risikoträger geschichtete Zufallsstichprobe gezogen worden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung von 475 eingegangenen Fragebogen (August 2020).
Romanshorn: Ja zum Pensionskassen-Anschluss
Die Romanshorner Stimmbürger sprachen sich mit 2‘412 zu 602 Stimmen für die Aufhebung der Pensionskasse der Stadt Romanshorn (PKSR) und den Anschluss an die Pensionskasse Thurgau aus. Die Stimmbeteiligung lag bei 49.3 Prozent.
«Die Zustimmung mit 80 Prozent zeigt die Weitsicht der Stimmberechtigten und den Willen, das leidige Kapitel abzuschliessen und nach vorne zu schauen», zeigt sich Stadtpräsident Roger Martin erleichtert und dankbar über den Ausgang der Urnenabstimmung. Die laufende Sanierung der unterdeckten Pensionskasse der Stadt Romanshorn bis 2035 hatte deren Verwaltungsrat und die Stadt als grösste angeschlossene Arbeitgeberin zu einer unabhängigen Entwicklungsanalyse veranlasst.
America’s Pensions Have Been Shunning Stocks
Pensions have been largely moving away from stocks in recent years, a shift that has hurt performance. The median public pension fund managing at least $1 billion had 46.6% of its portfolio in equities, as of June 30, with just a 21.3% allocation to U.S. equities, according to data analytics provider InvestmentMetrics LLC. By contrast, in 2013, the oldest data available, these funds had invested 52.7% of their portfolios in stocks, with 32.1% in U.S. shares.
Now that the Federal Reserve has signaled that interest rates likely will remain low for the foreseeable future, some say pensions are looking to boost their bets on equities. Mika Malone, a managing principal at consulting firm Meketa Investment Group who works with large public pension funds and endowments, says she’s having more conversations with clients about moving additional money into stocks.
zRating-Studie 2020 zur Corporate Governance
Sunrise erreicht mit 89 Punkten erneut die beste Corporate Governance- Bewertung in der diesjährigen zRating-Studie von Inrate. In der Gesamtrangliste folgen Lonza und Swisscom mit je 81 Punkten. Auch dieses Jahr gibt es Verbesserungen, die sich in unserem Rating niederschlagen (z. B. Bossard, Poenina, Basilea, Orell Füssli, Siegfried, oder Vifor Pharma). Auf den Schlussrängen 165 bis 172 stehen u.a. Lindt&Sprüngli (43), Schindler (43), Gavazzi (41), Swatch Group (41). Das neue Aktienrecht wird die Minderheitsrechte zusätzlich stärken. In der Praxis wurde den Aktionären wegen Corona hingegen nicht viel Gehör geschenkt, schreibt Inrate in einer Medienmitteilung.
Subventionierte Work-Life-Balance
Claudia Wirz stellt in ihrer NZZ-Kolumne fest, dass neuerdings die selbstgewählte Leistungsabstinenz vom Staat mit Unterstützung honoriert wird. Das trifft auch die Altersvorsorge.
In einer zunehmend akademisierten Work-Life-Balance-Gesellschaft wie der unseren hat es damit eine besondere Bewandtnis. Ob eine Familie zu den «Topverdienern» oder doch eher zum subventionsberechtigten «Mittelstand» gehört, ist heute vielfach nicht mehr Schicksal, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Teilzeitarbeit gilt als fortschrittlich und modern, neustens auch bei den Männern. Bei ihnen ist der Trend hin zur Teilzeitarbeit auch besonders ausgeprägt.
Der Wohlfahrtsstaat zeigt sich wohlwollend gegenüber der selbstgewählten Lohnreduktion und springt mit finanziellen Zuwendungen ein. In einer solchen Gesellschaft wird mit der Progression längst nicht mehr die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sondern vielmehr die individuelle Leistungsbereitschaft besteuert. Das heisst konkret: Die Tüchtigen werden bestraft, als ob es ein Übel wäre, viel zu arbeiten. (…)
Wer Leistung übermässig bestraft, darf sich nicht wundern, wenn weniger geleistet wird. Denn Menschen reagieren auf Anreize. Ob das zum Wohle der ganzen Gesellschaft gereicht, darf insbesondere mit Blick auf die grossen Probleme bei der Altersvorsorge bezweifelt werden. In diesem Sinne lohnt es sich, über die Bestrafung der Tüchtigen und ihre Folgen nachzudenken.










