
Centre Patronal hat schon 2020 einen umfassenden Reformplan für 1. und 2. Säule vorgelegt und diesen jetzt aufgrund der bisherigen Ereignisse und Erfahrungen aktualisiert. Das Ziel ist, mit neuen Ansätzen die politische Blockade zu überwinden. Das neue Modell stützt sich auf neue Berechnungen von zwei Experten der Universität Luzern und eine neue Meinungsumfrage des Instituts Sotomo.
Konkret soll der Koordinationsabzug abgeschafft , die Eintrittsschwelle beibehalten werden. Auch die Altersgutschriften sollen mit einer einfacheren, weniger progressiven altersabhängigen Staffelung geändert werden, um ab 50 Jahren einen ordentlichen Einheitssatz von 10 % (5 % Arbeitnehmender, 5 % Arbeitgeber) zu erreichen. Das Modell sieht eine Übergangsregelung vor, die es ermöglicht, das Rentenniveau bereits versicherter Personen aufrechtzuerhalten.
Im Vordergrund des Reformplans steht die AHV, wo der Reformbedarf gross sei. Zur 2. Säule wird ausgeführt:
Bei der zweiten Säule ist der Reformbedarf weniger dringlich, da die Pensionskassen aufgrund ihres Handlungsspielraums bereits in der Lage sind, sich an die Verlängerung der Rentenzeit anzupassen. Dazu müssen sie jedoch vom BVG-Mindestplan abweichen (dieser definiert ein Schattenkapital, auf das der gesetzliche Umwandlungssatz von 6,8% angewendet wird).
Es scheint nun notwendig, diesen Mindestplan neu zu definieren, indem der Umwandlungssatz (der technisch an die Lebenserwartung gekoppelt ist) gesenkt und gleichzeitig das Vorsorgesparen erhöht wird. Der neue Mindestvorsorgeplan wird unweigerlich höhere Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden erfordern, um bessere Renten zu finanzieren, die länger gezahlt werden.
Er muss sorgfältig nach Alter und Lohnniveau ausgerichtet werden, um den Nettolohn von Geringverdienenden nicht übermässig zu schwächen, während die Vorsorge derjenigen, die nahe am Medianlohn liegen (die heute unter unzureichenden Renten leiden), gestärkt wird und ältere Arbeitssuchende nicht benachteiligt werden.
Die konkreten Vorschläge von Centre Patronal in diesem Bereich zielen darauf ab, das Rentenniveau und damit das Vertrauen in die zweite Säule zu verbessern, aber auch Kategorien von Arbeitnehmenden einzubeziehen, die immer verbreiteter sind und bei denen ein Bedarf an einer soliden Vorsorge besteht, nämlich Teilzeitbeschäftigte, Mehrfachbeschäftigte sowie Selbstständige.
Das Modell, das der Wirtschaft als auch der Politik vorgeschlagen wird, beruht in seiner Gesamtheit auf der Überzeugung, dass die Altersvorsorge nachhaltig finanziert werden muss (unter Verzicht auf ein Flickwerk, das die Schwierigkeiten nur auf die lange Bank schiebt), und dass diese Finanzierung auf einer gerechten und sozialverträglichen Lastenverteilung beruhen muss.
Das Streben nach Gerechtigkeit stützt sich in diesem Fall auf Daten, die von den Experten der Universität Luzern geliefert wurden. Die soziale Akzeptanz zeigt sich in den ermutigenden Ergebnissen der Meinungsumfrage.
Mitteilung CP /
Reformplan /
FR
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