Hypotheken bleiben attraktiv
Auf Finews äussert sich Samuel Eberhard von Axa in einem Interview zur aktuellen Situation bei der Vergabe von Hypotheken durch Pensionskassen.
Ist eine Investition in Hypotheken trotz steigender Kapitalmarktzinsen weiterhin attraktiv?
Gibt es Bewegungen bei den Kapitalmarktzinsen, reagieren auch die Hypothekarzinsen. Die jährliche Mehrrendite von Hypotheken gegenüber Schweizer Staatsobligationen ist jedoch seit Jahren mehr oder weniger konstant. Daher ist es nach wie vor interessant, in Hypotheken zu investieren.
Dennoch sind Hypotheken nicht eins zu eins mit Obligationen vergleichbar. Was müssen Pensionskassen bei Investitionen in Hypotheken beachten?
In der Anlagestiftung Axa Vorsorge Hypotheken Schweiz werden die Hypotheken zum Marktwert bewertet, wie wir dies auch von Obligationen kennen. Durch Zinsänderungen entstehen entsprechende Schwankungen im Portfolio. Ein wichtiger Einflussfaktor für Hypotheken ist daher die Duration.
Des Weiteren sind Hypotheken im Vergleich zu Obligationen weniger liquide. In die Anlagestiftung Axa Vorsorge Hypotheken Schweiz kann monatlich investiert werden. Rücknahmen sind mit einer Ankündigungsfrist von drei Monaten ebenfalls monatlich handelbar.
Riskanter Hebel
Anders als in Grossbritannien ist den Pensionskassen in der Schweiz der Einsatz von Derivaten nur begrenzt erlaubt. Gefahren lauern aber an einem anderen Ort, heisst es bei Finews. Gemeint sind die Immobilienanlagen.
Da zahlreiche Pensionskassen in den letzten Jahren ihre Engagements in Immobilien verstärkt haben, ist ein heraufziehendes Gewitter nicht auszuschliessen. Allerdings fehlen bisher Anzeichen, wonach die Immobilienmärkte wegen Pensionskassen, die sich mit gehebelten Produkten eingedeckt haben, einem Stresstest ausgesetzt sind.
Für Beunruhigung gesorgt hat aber, dass verschiedene Immobilienfonds jüngst ihre Pläne für eine Kapitalerhöhung abblasen mussten. Grund für den Käuferstreik war, dass keiner der kotierten Fonds ein Aufschlag von mindestens 10 Prozent gegenüber dem Nettoinventarwert aufwies. Bei solch tiefen Agios ergeben sich keine positiven Bezugsrechtspreise und bestehende Investoren müssen aufgrund der entstehenden Kosten und der Verwässerung einen Nachteil hinnehmen.
Immobilien weniger gefragt
SonntagsZeitung. Eine aktuelle Umfrage unter Schweizer Pensionskassen, durchgeführt von der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner im Spätsommer dieses Jahres, zeigt: 45 Prozent geben an, dass Immobilienanlagen nach der Zinserhöhung für sie deutlich oder eher unattraktiver geworden seien. Und fast 60 Prozent sagen, sie wollten ihr Immobilienportfolio in Zukunft halten oder reduzieren.
Sprich: Der grosse Ausbau der vergangenen Jahre ist vorbei. «Der Immobilienmarkt verliert für institutionelle Anleger an Attraktivität», bestätigt Adrian Wenger, Hypothekarexperte beim VZ Vermögenszentrum. Dass sich das Interesse der Pensionskassen am Immobilienmarkt abschwächt, spürt Wenger vor allem daran, dass er seit Anfang Jahr viele private Kundinnen und Kunden betreut, die nun endlich beim Kauf eines Mehrfamilienhauses zum Zug kommen.
Finanzperspektiven der AHV bis 2050
Nach langem Widerstand hat die Verwaltung im Auftrag der SGK-N eine Langfristprognose für das Umlageergebnis der AHV erstellt. Die Zahlen zeigen: ab 2029 geht es trotz AHV 21 rasch in den roten Bereich. Mit der drohenden Initiative für eine 13. AHV-Rente wären wir schon 2026 so weit. Alles weitere ist natürlich mit erheblicher Unsicherheit verbunden, die sich aber darauf beschränkt, wie gross schliesslich das Defizit sein wird.
Die 20 Milliarden-Verschwörung
pw. Ob es nun Milliarden oder nur Millionen waren und wieviele, ist nicht geklärt, was die damalige Sozialministerin Ruth Dreifuss im Parlament offen zugab. Aber die Zahl «20 Milliarden», welche die Versicherer in den 90er Jahren angeblich in eigene Tasche lenkten, wurde von den Autoren der Dok-Sendung «Das Protokoll» als unzweifelhafte Tatsache präsentiert. Ausgestrahlt wurde die Sendung zur «unbekannten Geschichte der 2. Säule» am 27. Oktober vom Fernsehen SRF.
Dass damals keine Gesetze übertreten wurde, ist unbestritten, aber auch dass es in den Wildwest-Tagen nach der Inkraftsetzung des BVG an Transparenz und Erfahrung im Umgang mit dem Obligatorium der 2. Säule fehlte. Da hat sich viel geändert, was aber lediglich in der Feststellung einer Finma-Mitarbeiterin zum Ausdruck kam. Mit der Legal Quote hat man die Versicherer im Geschäft mit der 2. Säule an die Leine gelegt, die offenbar so straff ist, dass die meisten Anbieter sich daraus verabschiedet haben.
CS PK-Index Q3 2022
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (seit 1. Januar 2017 auf 1% p. a.) ist im Berichtsquartal um 0,40 Punkte (bzw. +0,25%) auf den Stand von 159,46 Punkten gestiegen, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt somit im dritten Quartal 2022 –2,74% hinter der BVG-Vorgabe zurück.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index seit 1. Januar 2000 beträgt per 30. September 2022 2,74%. Demgegenüber steht eine annualisierte BVG-Mindestverzinsung von 2,07%.
BVG 21: Ratsunterlagen der SGK-S
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates hat am 14. Oktober 2022 die Vorberatung des Geschäfts «BVG-Reform» (20.089) abgeschlossen und die Übersichtstabellen zu ihren Anträgen veröffentlicht.
PPCmetrics: Gründungspartner Dominique Ammann geht in Pension
PPC. Dominique Ammann, Gründungspartner des Beratungsunternehmens PPCmetrics, geht nach über 30-jähriger Tätigkeit für die Firma per 31. Dezember 2022 in Pension.
Ammann war 1991 einer der Gründer des Beratungsunternehmens PPC AG, das 1998 mit der Metrics AG zur PPCmetrics AG fusionierte. PPCmetrics ist seither auf über 100 Mitarbeitende angewachsen und gehört heute zu den in der Schweiz und im europäischen Ausland führenden Unternehmen im Bereich des unabhängigen Investment Consulting.
Neben dem Unternehmen, dessen Verwaltungsratspräsident er lange war, hat Dominique Ammann auch die Anlagetätigkeit der Schweizer Pensionskassen und die unabhängige Anlageberatung massgeblich mitgeprägt. So war er langjähriges Mitglied der eidgenössischen BVG-Kommission und gilt bis heute als dezidierter Verfechter von Good Governance, Transparenz und Kosteneffizienz.
Seine Nachfolge innerhalb der Firma hat Ammann vorausschauend geregelt, indem er seine Aufgaben und Kunden während der letzten Jahre kontinuierlich an jüngere Partner der PPCmetrics übergeben hat.
Money Park: Real Estate Risk Index Q3
Money Park. Der Risiko-Index des Immobilienmarkts hat sich gegenüber dem ersten Quartal nicht verändert.
• Die inverse SWAP-Kurve weist auf eine bevorstehende Rezession hin. Allerdings dürfte sich die Schweizer Wirtschaft einmal mehr als robust erweisen.
• Wir gehen davon aus, dass die konjunkturelle Abkühlung hierzulande zu einer moderaten Korrektur der Preisentwicklung und leicht höheren Risiken im Immobilienmarkt führen wird, grössere Verwerfungen aber ausbleiben werden.
• Die sinkende Zahlungsbereitschaft vieler Immobilieninteressenten wird nicht zu einer Immobilienkrise führen, da die Nachfrage nach wie vor deutlich über dem Angebot liegt und durch das Bevölkerungswachstum gestützt wird.
• Die Bautätigkeit dürfte angesichts der grossen Herausforderungen im Zusammenhang mit den steigenden Material-, Energie- und Finanzierungskosten in den nächsten Monaten stagnieren. Bei bestehenden Eigenheimen dürfte sich das Angebot dagegen wieder leicht erhöhen. Grund dafür sind Verkäufe, welche aufgrund der Pandemie hinausgeschoben wurden.
Swisscanto PK-Monitor 2022 Q3
Swisscanto. Die privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mussten nach dem sehr schwachen zweiten Quartal 2022 im dritten Quartal 2022 einen weiteren Rückgang ihrer Reserven hinnehmen. Diese sanken um durchschnittlich 3,3 Prozentpunkte auf 4,6 %. Damit haben sich die Wertschwankungsreserven per 30. September 2022 noch deutlicher von der durchschnittlichen Zielgrösse von 18 % abgesetzt als zur Jahresmitte.
Mit einem geschätzten Deckungsgrad von 104,6 % haben sich die Deckungsgrade markant von den Höchstständen zum vergangenen Jahreswechsel (122,1 %) entfernt ( Abbildung 1 ). Dies trifft auch auf die öffentlichrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen zu.
Vorsorgeeinrichtungen nach Deckungsgrad
Die Kursbewegungen seit Jahresbeginn haben zu deutlichen Verschlechterungen bei der Deckung der Vorsorgeverpflichtungen geführt. Nur noch 18,1 % der privatrechtlichen Kassen und 8,3 % der öffentlich- rechtlichen Kassen haben zum 30. September 2022 eine Deckung von über 115 %.
AHV-Reform: Folgen für die Pensionskassen
Die Annahme der AHV-Reform führt zu verschiedenen Anpassungen im BVG, die bei den Pensionskassen zu Änderungen im Reglement und zur Anpassung von IT und Prozessen führen.
Die AHV-Reform tritt voraussichtlich per 1. Januar 2024 in Kraft, sodass die notwendigen Änderungen im Jahr 2023 erarbeitet und im Falle der Reglementsänderungen verabschiedet werden können.
Kate Kristovic und Matthias Wiedmer, PK-Experten bei Libera, erläutern in einem Beitrag der Schweizer Personalvorsorge 10-22 die Details.
Zinsen, Reserven und Unterdeckung
“Gemäss Hochrechnung der Oberaufsicht hatte per Ende September etwa ein Drittel der Pensionskassen nicht mehr genug Vermögen, um die künftigen Verpflichtungen zu decken. Doch in manchen Fällen lässt sich das Problem wohl ohne schmerzhafte Sanierung lösen”, meint Hansueli Schöchli in der NZZ.
Gemäss der besagten Hochrechnung sind rund ein Drittel der privatrechtlichen Pensionskassen per Ende September in einer Unterdeckung. Das heisst, die künftigen Verpflichtungen sind in diesen Fällen nicht mehr voll durch derzeitiges Vermögen gedeckt. Die Kassen mit Unterdeckung machen zusammen gut die Hälfte des gesamten Kapitalvolumens der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen aus.
Die Lage ist aber nicht dramatisch. Bei fast allen Kassen mit Unterdeckung liegt der geschätzte Deckungsgrad per Ende September zwischen 90 und 100 Prozent; das Ausmass der Unterdeckung ist somit überschaubar. Dennoch müssen sich die betroffenen Vorsorgeeinrichtungen Massnahmen überlegen für den Fall, dass sie auch am Jahresende (dem massgebenden Bilanzstichtag) eine Finanzlücke haben.
Das Gesetz lässt eine «zeitlich begrenzte» Unterdeckung zu, doch es verlangt für einen solchen Fall Massnahmen, um das Problem «in einer angemessenen Frist zu beheben». Als angemessen gilt laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen typischerweise eine Frist von fünf bis sieben Jahren. Die Weisung der Oberaufsicht spricht von fünf Jahren. (…)
Stellensuche – PK auf Rang 7
Axa Investment Mangers haben eine Umfrage zum Verhalten junger Stellensuchender durchgeführt. Ersichtlich wurde: Vorsorge-Themen spielen für viele junge Erwachsene bei der Stellensuche kaum eine Rolle. Dazu heisst es in einer Mitteilung:
Wie eine repräsentative Umfrage der AXA Investment Managers (AXA IM) bei 949 berufstätigen Schweizerinnen und Schweizern zeigt, sind interessante Arbeitsinhalte das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers, gefolgt von sympathischen Arbeitskolleginnen und -kollegen und einem hohen Lohn. Relevant sind zudem die Firmenkultur, das Image des Arbeitgebers sowie der Arbeitsweg.
Die Pensionskassenleistungen liegen gemäss Umfrage der AXA IM auf dem 7. Rang von insgesamt 12 wichtigen Entscheidungskriterien.
Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei Vorstellungsgesprächen explizit nach den Pensionskassenleistungen erkundigen, wobei Männer, Ältere und Personen mit hoher Kaufkraft dies häufiger thematisieren als Frauen, Jüngere und Personen tiefer Kaufkraftklasse.
Aba fordert Reformen für Pensionskassen
Deutsche Probleme, aber aufschlussreich. Das Private Banking Magazin schreibt über Forderungen der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge:
Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge fordert von Politik und den Gesetzgebern Reformen für Pensionskassen. In gleich mehrere Mitteilungen beklagt der Verband beispielsweise, dass die steuerbefreiten Sparkassen innerhalb ihrer satzungsgemäßen Vermögensanlage teilweise steuerlich benachteiligt werden. Wolle eine Pensionskasse etwa eine ihr gehörende Immobilie mit Solarpanels und E-Ladestationen ausstattet und die Anlage betreibt, verliert sie nach Paragraf 5 des Körperschaftssteuergesetzes die Steuerbefreiung. (…)
Und es gibt weitere Kritikpunkte seitens des Verbandes: „Starre Bedeckungsregeln von jederzeit 100 Prozent der Verpflichtungen passen nicht zum extrem langfristig ausgerichteten Geschäftsmodell der Pensionskassen“, so Stefan Nellshen, stellvertretender Leiter des Aba-Fachausschusses Kapitalanlage und Regulatorik. Die Ausrichtung der Kapitalanlagestrategie an einer jederzeitigen, vollständigen Bedeckung langfristiger Leistungsverpflichtungen führe häufig sogar zu geringeren Wahrscheinlichkeiten, die Leistungen stets im Fälligkeitszeitpunkt erfüllen zu können.
“UK Pensions didn’t understand what they were buying”
WP. There have been two underlying problems for defined-benefit corporate pension funds. The first is that the companies want nothing to do with them, as they increase the volatility of profits and were underfunded for many years, often requiring an injection of money. The second is that successive governments have used pensions as a piggy bank.
In between scrapping tax relief on dividends in 1997 and announcing a change in 2020 to the inflation calculation for inflation-linked bonds to a method that suppressed reported inflation numbers, the government was very happy to stuff savers, pension funds included, with quantitative easing. The result was that lower long-term interest rates massively increased the current value of pension fund liabilities.








