MPK informiert ĂŒber die erste Phase der Restrukturierungen
Die Migros-Pensionskasse (MPK) hat in einem Newsflash ĂŒber die Teilliquidationen informiert, die sich aus der Fokussierung der Migros-Gruppe auf das KerngeschĂ€ft ergeben. In einer ersten Phase sind die Migros Supermarkt AG, die Delica AG und die melectronics FachmĂ€rkte betroffen.
Der Hauptteil dieser Austritte erfolgte im 4. Quartal 2024. Es werden aber auch Austritte in dieser Teilliquidation berĂŒcksichtigt, die wegen lĂ€ngerer KĂŒndigungsfristen erst 2025 erfolgen. RentenbezĂŒger der Migros Supermarkt AG, der Delica AG sowie der melectronics FachmĂ€rkte sind von der Teilliquidation nicht betroffen. Sie bleiben bei der MPK versichert.
Ăber Teilliquidationen aufgrund von weiteren Restrukturierungen (z. B. von SportX, BikeWorld und weiteren FachmĂ€rkten sowie der Mibelle AG) soll zu einem spĂ€teren Zeitpunkt informiert werden. Das Vorgehen wird gleich sein.
Motionen, Postulate und parlamentarische Initiativen
Auf der Webseite der Schweizer Personalvorsorge wurde neu eine aktualisierte Ăbersicht ĂŒber die wichtigsten parlamentarischen Vorstösse, zusammengefasst von Michael Lauener (ASIP), eingerichtet.
Arbeitgeber gegen Aufhebung der Rentenplafonierung in der AHV
Barbara Zimmermann schreibt auf der Website des Arbeitgeberverbands zur Initiative der Mitte fĂŒr die Abschaffung der Rentenplafonierung fĂŒr Ehepaare in der AHV:
Um die eigene Initiative zur Abschaffung der Rentenplafonierung fĂŒr Ehepaare voranzutreiben, scheint der Mitte vieles recht. Anstatt fĂŒr langfristige, generationengerechte Finanzierungsmöglichkeiten der AHV einzustehen, verkauft Mitte-Fraktionschef Matthias Bregy die Vorlage als Massnahme, die eine vermeintliche «Ungerechtigkeit» abschaffen soll.
Doch in Tat und Wahrheit sind Verheiratete heute in vielen Bereichen bessergestellt, was die Rentenplafonierung aufwiegt. Störend ist zudem, dass die kostengenerierende Abschaffung der Plafonierung sowie andere massive AusbauwĂŒnsche auch mit Lohnprozenten auf dem Buckel der erwerbstĂ€tigen Bevölkerung und der Unternehmen gestemmt werden sollen.
Erfahrungen mit 30 Jahren WEF
Seit 1995 können Versicherte Mittel der zweiten SÀule nutzen, um Wohneigentum zu erwerben. Das BSV hat dazu in CHSS einen Beitrag zu Entwicklung und Erfahrungen mit diesem Instrument publiziert.
MoreSeit 30 Jahren ermöglicht die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge (WEF) einem Teil der Versicherten, nach klaren rechtlichen Vorgaben Eigentum zu erwerben. Die Förderung kann als eine alternative Form der gebundenen Vorsorge betrachtet werden: Dank der Wohneigentumsförderung verfĂŒgen die Versicherten im Alter ĂŒber ein Eigenheim und können mietfrei wohnen. Die Wohneigentumsförderung ermöglicht auch aktiven Versicherten und ihren Familien, vor der Pensionierung Wohneigentum zu erwerben.
Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen zur Wohneigentumsförderung wurden am 1. Januar 1995 eingefĂŒhrt. Zuvor konnte die zweite SĂ€ule nur sehr beschrĂ€nkt zur Finanzierung von Wohneigentum genutzt werden. Ein Teilbezug war erst ab Erreichen des Rentenalters möglich und auf die HĂ€lfte der Altersleistung begrenzt.
Die andere HĂ€lfte musste als Rente bezogen werden. Diese Regelung kam vor allem Ă€lteren Versicherten zugute, die so ihre Hypothekarschulden tilgen konnten. JĂŒngeren Versicherten mit Familie brachte sie keine Vorteile fĂŒr den Erwerb von Wohneigentum. (…)
«Correctiv» und «Investicativ» auf der Jagd nach dem KlimasĂŒnder
Der Bote der Urschweiz publiziert einen Text, der sich mit der PK des Kantons Schwyz auseinandersetzt, verfasst von einem Recherchekollektiv, das «gemeinsam mit Correctiv in der Schweiz Einsicht in die Investitionen von sĂ€mtlichen öffentlich-rechtlichen Pensionskassen verlangt».
Correctiv hat sich in Deutschland mit der irrefĂŒhrenden Darstellung eines Treffens konservativer Kreise einen schlechten Namen gemacht. Der Schweizer Ableger will nun mit der Offenlegung der nicht ihren Vorstellungen entsprechenden Anlagen von Pensionskassen punkten.
Der Beitrag im Boten der Urschweiz macht den Anfang. Dazu heisst es: «Die Pensionskasse des Kantons Schwyz war eine der ersten, die ihre Investitionen veröffentlichte. Somit konnte zum ersten Mal eine ĂberprĂŒfung ihrer Klimaversprechen stattfinden. Dieser Text ist Teil des Projekts «Tausend Milliarden Verantwortung». SĂ€mtliche Investitionen der PKSZ sind unter bit.ly/botepksz zu finden.» Weitere BeitrĂ€ge sollen jeweils gemeinsam mit lokalen Medien publiziert werden.
FrĂŒhpensionierung vor allem fĂŒr Staatsangestellte
Fast die HĂ€lfte der Schweizer ErwerbstĂ€tigen möchte vor Erreichen des reglementarischen Rentenalters in Pension gehen. Der «Traum» erfĂŒllt sich vor allem fĂŒr Beamte und Angestellte im Finanzsektor. Die SonntagsZeitung schreibt dazu:
MoreEs ist ein Traum fĂŒr viele â aber lĂ€ngst nicht fĂŒr alle erreichbar: eine FrĂŒhpensionierung. Laut einer Swiss-Life-Studie wĂŒrden 45 Prozent der Schweizer Angestellten gern vor dem ordentlichen AHV-Alter in Rente gehen.
Aber: «Eine frĂŒhzeitige Pensionierung ist teuer», sagt Karl Flubacher, Vorsorgeexperte beim Vermögenszentrum. Wer sich fĂŒr den Ruhestand vor dem offiziellen Rentenalter entscheidet, verzichtet nicht nur auf Jahreseinkommen, sondern muss auch kĂŒrzere Beitragszeiten und tiefere Renten in Kauf nehmen.
«Als Faustregel fĂŒr den Mittelstand gilt: Jedes Jahr, das man frĂŒher in Rente geht, kommt auf 100â000 Franken zu stehen», sagt Flubacher. Mit anderen Worten: Die meisten Angestellten können sich eine FrĂŒhpensionierung gar nicht leisten. Aber es gibt Ausnahmen.
Zahlen, die diese Redaktion (SonntagsZeitung) bei sieben verschiedenen Pensionskassen erhoben hat, zeigen ein deutliches Bild: Angestellte des Bundes, der SBB und der Post scheiden im Durchschnitt frĂŒher aus dem Berufsleben aus als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Privatwirtschaft.
So gehen etwa bei der Publica, der Pensionskasse des Bundes, 51 Prozent der MĂ€nner und 41 Prozent der Frauen vorzeitig in Rente. Das durchschnittliche RĂŒcktrittsalter liegt hier bei 63,7 Jahren fĂŒr MĂ€nner und 63,4 Jahren fĂŒr Frauen.
Steigende Zahl psychischer Leiden bei jungen Erwachsenen
Axa Mind Health Index 2024 Schweiz
GemĂ€ss neuster Studie der AXA zu mentaler Gesundheit kĂ€mpft ĂŒber ein Viertel der Schweizer Bevölkerung mit psychischen Problemen. Besonders ins Auge fĂ€llt die VerĂ€nderung in der Altersgruppe der 18 bis 24-JĂ€hrigen. Dort ist die Zahl der Personen, die angeben, an psychischen Problemen zu leiden, von 30 auf 38 Prozent angestiegen. Axa schreibt zu den Ergebnissen ihrer Studie:
MoreObwohl die Schweiz im Vergleich zu anderen LĂ€ndern nach wie vor sehr gut dasteht, was die psychische Gesundheit ihrer Bevölkerung angeht, lassen die Zahlen der neusten AXA Studie doch aufhorchen: So geben zwar nur leicht mehr als im Vorjahr, aber doch ĂŒber ein Viertel (27 %) aller befragter Personen an, an psychischen Problemen zu leiden.
Von den 27 Prozent aller Befragter, die sich als psychisch krank bezeichnen, gibt rund die HĂ€lfte an, an Depressionen zu leiden. Damit sind Depressionen laut Studie nach wie vor die am hĂ€ufigsten auftretende psychische Erkrankung. Sowohl die Zahlen bei Depressionen (von 15 auf 13 %) als auch bei Angststörungen (von 10 auf 9 %) sind jedoch rĂŒcklĂ€ufig.
Swiss pension funds unmoved by political scrutiny of US banks
US banks and asset managers are under parliamentary scrutiny in Switzerland but they are not at risk of losing their business relationships with Swiss pension funds which instead face investment risk from a volatile US market.
The role of US custodian banks for Swiss pension funds is worrying mainly to politicians, who are concerned that sanctions imposed by the US government could prompt a US bank to freeze pension fund assets.
The National Council, the lower house of the Swiss Parliament, has voted against a motion by the Economic Affairs and Taxation Committee of the National Council (WAK-N) to re-tender the custodian mandate held by State Street, executed through the bankâs branch in ZĂŒrich, and pick a Swiss bank for Compenswiss, which manages CHF46.1bn (âŹ48.9bn) for the countryâs first-pillar social security funds.
Compenswiss analysed the risk of US authorities freezing assets during the tender process, concluding that the risks are very low.
Publica and BVK, which have JP Morgan Suisse as a custody bank, and Compenswiss, believe that turning their back on US banks to avoid risks of sanctions represents an even bigger risk than the potential actions of the US administration.
More«Europa ein demografisches Katastrophengebiet»
In der Schweiz wurden 2024 weniger Babys geboren als je zuvor. So wie fast ĂŒberall auf der Welt. Der britische Demograf Paul Morland erklĂ€rt in einem Interview mit der NZZaS, weshalb Kinderarmut ansteckend ist, wo die Grenzen der Immigration liegen und was zur modernen Flucht aus der Familie fĂŒhrt. AuszĂŒge:
Herr Morland, mehr als 8 Milliarden Menschen bevölkern heute die Erde, 2086 sollen es laut Prognosen gar 10 Milliarden sein, bevor die Population schrumpft. Es dauert also noch ein Weilchen, bis der Titel Ihres Buches â «Keiner mehr da» â wahr wird. SchĂŒren Sie Panik?Â
Nein! Man muss sich die Demografie als ungeheuer grossen und langsamen Dampfer vorstellen. Es dauert wahnsinnig lange, bis ein Kurswechsel sichtbar wird. Genau das ist das Problem: UngefĂ€hr vor fĂŒnfzig Jahren, irgendwann in den siebziger Jahren also, ist in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern die Geburtenrate unter das Niveau der Generationenerhaltung gesunken. Wir hĂ€tten uns schon damals Sorgen machen mĂŒssen. Taten wir aber nicht, weil die Bevölkerung eines Landes auch dann noch eine ganze Weile weiterwĂ€chst, relativ wenig Ă€ltere Menschen sterben und genug junge Frauen Kinder bekommen. Also heisst es dann: Langfristig wird es problematisch. In der Demografie bedeutet langfristig aber, dass heute gehandelt werden muss.
Den Rentnern geht es besser als den JĂŒngeren
Aufgrund der Daten des Bundes zur Armutsquote in der Schweiz sieht Hansueli Schöchli in der NZZ keinerlei Grund, die Leistungen fĂŒr die Rentner weiter auszubauen. Er schreibt:
MoreZwei populĂ€re Volksinitiativen verlangen einen starken Ausbau der AHV. Absender des ersten Vorstosses waren die Gewerkschaften. Diese Initiative hat das Volk 2024 angenommen. Deshalb steigen 2026 alle AHV-Jahresrenten um 8,3 Prozent (13. Monatsrente). Kosten: 4 bis 5 Milliarden Franken pro Jahr. Bezahlen werden es vor allem die JĂŒngeren. Â
Die zweite AHV-Volksinitiative stammt von der Mitte-Partei. Diese will die Ehepaar-Renten erhöhen; der bisherige Ehepaar-Deckel (maximal 150 Prozent einer Einzelrente) soll wegfallen. Kosten: 3,5 bis 4 Milliarden Franken pro Jahr â wohl ebenfalls weitgehend zulasten der JĂŒngeren. Das Begehren ist im Parlament hĂ€ngig. Auch diese Initiative hat sehr gute Chancen.
Aus sozialpolitischer Optik geht es bei beiden Ausbauvorlagen grösstenteils um Verschwendung. Denn es gibt in der Schweiz keine allgemeine Rentnerarmut. Und die angebliche Heiratsstrafe in der AHV gibt es auch nicht â da die Heiratsvorteile wie Witwenrenten und Einkommenssplitting weit stĂ€rker ins Gewicht fallen als die Nachteile.
BVG-Lösung fĂŒr Kita-MitarbeitendeÂ
In enger Zusammenarbeit haben Pax und Awina eine berufliche Vorsorgelösung speziell fĂŒr KindertagesstĂ€tten entwickelt. Sie berĂŒcksichtigt die VorsorgebedĂŒrfnisse von Kita-Mitarbeitenden bereits ab einem Alter von 18 Jahren. Dazu heisst es in einer Mitteilung:
Mitarbeitende in KindertagesstĂ€tten arbeiten hĂ€ufig in Teilzeit und viele von ihnen sind jĂŒnger als 25 Jahre. In der Schweiz ist das Alterssparen in der beruflichen Vorsorge jedoch erst ab dem 25. Altersjahr obligatorisch und tiefe Teilzeitpensen sind im gesetzlichen Minimum oft ungenĂŒgend fĂŒr die heutigen BedĂŒrfnisse versichert.  Â
Awina, eine Plattform fĂŒr KindertagesstĂ€tten, und die Vorsorgeversicherung Pax haben deshalb gemeinsam die Vorsorgelösung «Pax KitaStar» entwickelt, die bereits ab 18 Jahren greift. Damit können Kita-Mitarbeitende bereits in den ersten Berufsjahren fĂŒr ihre Zukunft vorsorgen.
Auch Teilzeitmitarbeitende mit kleinen Pensen wie die VerstĂ€rkung am Mittwochnachmittag oder die zusĂ€tzliche Hand am Mittagstisch sind ab einem Lohn von 10’000 Franken gut versichert, nicht erst ab der BVG-Eintrittsschwelle von 22’680. Zudem bleiben Mitarbeitende wĂ€hrend eines Sabbaticals von bis zu 12 Monaten in der beruflichen Vorsorge optimal abgesichert.  Â
Stabile Armutsquote
Im Jahr 2023 waren in der Schweiz 8,1% der Bevölkerung oder rund 708’000 Personen von Einkommensarmut betroffen. 6,3% hatten mindestens zwei Arten von ZahlungsrĂŒckstĂ€nden in den letzten 12 Monaten und 5,5% mussten aus finanziellen GrĂŒnden auf wichtige GĂŒter, Dienstleistungen und soziale AktivitĂ€ten verzichten. Der allgemeine Lebensstandard in der Schweiz gehört jedoch nach wie vor zu den höchsten in Europa. Dies sind einige Ergebnisse der Erhebung 2023 ĂŒber die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) des Bundesamtes fĂŒr Statistik (BFS).
PK RĂŒck InvaliditĂ€tsstudie 2024
Entwicklung der IV-Neurenten 2012-2023
PK RĂŒck hat eine neue Studie zur Entwicklung der IV-FĂ€lle mit besonderer BerĂŒcksichtigung der fĂŒr die berufliche Vorsorge relevanten Daten publiziert. Zudem wurden die aktuellen Daten mit den Prognosen der ersten Studie von 2012 verglichen. Dazu wird ausgefĂŒhrt:
Im ersten Teil der Studie wird die Entwicklung der IVNeurenten anhand der fĂŒr die zweite SĂ€ule relevanten Daten des Bundesamts fĂŒr Sozialversicherungen (BSV) und des Bundesamts fĂŒr Statistik (BfS) analysiert. Bereits in der IV-Studie 2014 wurde auf Basis der Daten bis 2012 eine stabile Entwicklung fĂŒr die Jahre bis 2017 prognostiziert. Diese Vorhersage hat sich bestĂ€tigt: Die Zahl der Neurenten blieb stabil.
Ab 2017 verĂ€nderte sich die Situation jedoch deutlich. In den darauffolgenden sechs Jahren stieg die Zahl der IV-Neurenten um insgesamt 42 %, bei den Versicherten der beruflichen Vorsorge um 34 %. Diese Steigerungsraten liegen deutlich ĂŒber dem Bevölkerungswachstum im gleichen Zeitraum, das lediglich 9 % bzw. 14 % bei Personen mit einem Einkommen ĂŒber 26’000 Franken betrug.
Interessanterweise zeigte sich dieser Anstieg in allen Altersgruppen â selbst bei den 40- bis 49-JĂ€hrigen, deren Bevölkerungszahl sogar leicht zurĂŒckging. Besonders auffĂ€llig ist das Wachstum bei psychischen Erkrankungen, die in nahezu allen Altersgruppen die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Invalidisierungen sind. Allerdings haben auch fast alle anderen Ursachen zugenommen, sodass die steigenden InvaliditĂ€tszahlen nicht allein durch psychische Erkrankungen erklĂ€rt werden können.
Parallel zur Datenauswertung wurde im November 2024 eine neue Befragung unter 606 Fachpersonen durchgefuhrt. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Disziplinen und hatten verschiedene berufliche Hintergrunde. Ihre Einschatzung zur Entwicklung der IV-Neurenten in der zweiten Saule zeigt eine klare Tendenz:
- ÂMehr als 80 % der Befragten gingen davon aus, dass die IV-Neurenten in den kommenden funf Jahren weiter ansteigen wurden. Â
- 76 % rechneten mit einem Anstieg von 10 %, wahrend 8,6 % einen Anstieg von 20 % erwarteten.
Die Fokusgruppe diskutierte die Ergebnisse der Umfrage und lieferte verschiedene Interpretationen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Invalidisierungen in den kommenden Jahren um bis zu 10 % zunehmen wurden. Einigkeit herrschte auch daruber, dass der Anstieg der Invalidisierungen multifaktoriell ist.
Es gibt keine einzelnen Ursachen wie die COVID- 19-Pandemie, geanderte Diagnosen oder veranderte Pravalenzen, die diesen Trend erklaren konnten. Stattdessen betonten die Experten, dass fruhe Interventionen und verstarkte Praventionsmassnahmen entscheidend seien, um die Entwicklung zu bremsen.
Optimierter Risiko-Umgang
Regina Knöpfel, Vorsitzende der GeschĂ€ftsleitung der PK-RĂŒck, erlĂ€utert im Interview mit HZ-Insurance aktuelle Trends im RĂŒckversicherungsgeschĂ€ft mit Vorsorgeeinrichtungen. AuszĂŒge.
Welche Trends sehen Sie bei der Nachfrage von Vorsorgeeinrichtungen nach RĂŒckdeckungsprodukten in der Schweiz?
In den vergangenen Jahren sehen wir auch bei grösseren Vorsorgeeinrichtungen eine zunehmende Nachfrage nach RĂŒckdeckung fĂŒr die biometrischen Risiken (InvaliditĂ€t und Tod). Auf der Angebotsseite ist hingegen zu beobachten, dass sich einzelne Lebensversicherer aus dem GeschĂ€ftsfeld zurĂŒckziehen. Unsere Vermutung ist, dass beide Entwicklungen der Zunahme von Neurenten wegen InvaliditĂ€t im VerhĂ€ltnis zum versicherten Bestand geschuldet sind.Â
Was sehen Sie als die grösste Herausforderung fĂŒr Lebensversicherer der zweiten SĂ€ule in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren?
Die grössten Herausforderungen spiegeln sich meines Erachtens in den Aufsichtsschwerpunkten der Regulatoren: Hier sind die IKT- und Cyberrisiken allgegenwĂ€rtig und die geopolitische Gesamtsituation verstĂ€rkt die Risikowahrnehmung. FĂŒr die Lebensversicherer der zweiten SĂ€ule sind Zins- und InvaliditĂ€tsrisiken hoch relevant. Die PK RĂŒck hat soeben die IV-Studie 2024 ((Link zur Studie folgt am 31.03.2025)) veröffentlicht, welche sich unter anderem mit der prognostischen Sicht auf die InvaliditĂ€tsentwicklung in den nĂ€chsten Jahren beschĂ€ftigt â ein nicht zu unterschĂ€tzendes Risiko.Â
Erst Arbeit schafft ein erfĂŒlltes Leben
Der Ăkonom Joachim Voth, Professor an der Uni ZĂŒrich, hat zusammen mit zwei Kollegen 1500 amerikanische Biografien aus den 30er-Jahren mit KI-UnterstĂŒtzung analysiert und kommt zur Erkenntnis, dass die wichtigste Quelle fĂŒr ein erfĂŒlltes Leben der Menschen die Arbeit bildet. Im Zentrum stehen der Stolz auf das Erreichte, auf den Beitrag zum grossen Ganzen sowie die Kameradschaft bei der Arbeit. Es folgen die enge Beziehung in der Familie und die Rolle der Menschen in ihrer Gemeinschaft. In einem hochinteressanten Interview mit der NZZ fĂŒhrt er aus (AuszĂŒge):
Der Trend zur Freizeitgesellschaft kommt in einem ungĂŒnstigen Moment. Wegen der demografischen Entwicklung fehlt es an ArbeitskrĂ€ften. Dieser Mangel wird durch die sinkende Arbeitszeit weiter verstĂ€rkt.
Hinzu kommt die verhĂ€ngnisvolle Altersguillotine bei der Pensionierung. Es hat ĂŒberhaupt keinen Sinn, kompetente, erfahrene Leute standardmĂ€ssig aus dem Arbeitsprozess auszusortieren. Dahinter steckt die irrige Vorstellung, dass durch den Austritt eines 65-JĂ€hrigen ein Platz frei wird fĂŒr eine junge Person. TatsĂ€chlich aber handelt es sich hier nicht um ein Nullsummenspiel mit einer fixen Menge an Arbeit. Denn jeder, der im Arbeitsprozess drin ist, schafft dadurch wieder zusĂ€tzliche Aufgaben fĂŒr weitere Menschen. Ausserdem steigen die Steuereinkommen fĂŒr den Staat.
Trotzdem wehren sich viele Leute gegen ein höheres Rentenalter. In Frankreich etwa gingen die Menschen fĂŒr Proteste auf die Strasse.
Die Politik hat hier eine falsche Anspruchshaltung geweckt. Diese suggeriert den Leuten: Ich habe in die Sozialversicherung einbezahlt. Dadurch erkaufe ich mir das Recht, mit 62 in Rente zu gehen â selbst wenn das versicherungsmathematisch nicht aufgeht. Erhöht die Politik nun das Rentenalter, so haben die Leute das GefĂŒhl, man nehme ihnen etwas weg. Entsprechend wird das Arbeiten zur Strafe. Dabei ist es doch ein Privileg, wenn man gebraucht wird und etwas Sinnvolles fĂŒr die Gemeinschaft leisten kann.





