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«Handlungsbedarf bei Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen»

10. Juni 2025 By pwirth in Aufsicht, Medien Tags: OAK

Die SonntagsZeitung hat mit Vera Kupper Staub, Präsidentin der OAK, ein Interview zur Finanzierungssituation der Pensionskassen und zur Tätigkeit der Behörde geführt. Auszüge: 

Hätten die Kassen angesichts der guten Anlageergebnisse nicht grosszügiger sein dürfen?
Nein. Mit dem Aufbau von Wertschwankungsreserven erhöhen die Pensionskassen ihre Stabilität und schaffen so langfristige Sicherheit für die Versicherten. Wie kann der Bevölkerung die wichtige Rolle der Anlagerendite als dritter Beitragszahler neben Arbeitgeber und Arbeitnehmer erklärt werden?

Hier besteht ein Handlungsbedarf. Wir müssen den Versicherten immer wieder aufzeigen, dass im Kapitaldeckungsverfahren der 2. Säule der Ertrag auf dem angesparten Vermögen zentral ist und einen substanziellen Beitrag dazu leistet, wie hoch später ihre Rente sein wird.

Allerdings gibt es bei den Renditen der verschiedenen Pensionskassen grosse Unterschiede. Versicherte, die bei einer Kasse mit mehrjähriger schwacher Anlagerendite sind, haben das Nachsehen. Warum sind solche Kassen für die Aufsicht kein Thema?
Es stimmt, dass bei den Anlageergebnissen grosse Differenzen bestehen. Nun sind aber nicht alle Pensionskassen gleich risikofähig. Entsprechend verfolgen sie je nach Risikoprofil unterschiedliche Anlagestrategien. Grundsätzlich gilt: Ein höherer Aktienanteil bringt langfristig bessere Renditen, aber auch höhere Risiken.

Was der richtige Ertrag-Risiko-Mix für die einzelne Pensionskasse ist, muss deren oberstes Organ entscheiden. Die Aufsicht greift nur ein, wenn das oberste Organ seinen Ermessensspielraum überschreitet oder missbraucht.

Laut einer Studie von Swisscanto und ZKB schöpfen viele Kassen ihre Risikofähigkeit zu wenig aus, was für die Versicherten zu tieferer Rendite – und letztendlich tieferen Leistungen – führt.
Ich finde es schwierig zu beurteilen, welche Kassen ihre Risikofähigkeit richtig ausschöpfen und welche nicht. Letztlich geht es darum, wie die Sanierungsfähigkeit der Kasse eingeschätzt wird und wie viel Sanierungsrisiko getragen werden soll. Diese nicht einfache Entscheidung liegt in der Verantwortung des obersten Organs der Kasse.

Die Anlagerendite ist nicht einfach nur Glückssache. Pensionskassen haben Einfluss auf ihre Rendite und Leistungen. Bräuchte es bei den Pensionskassen nicht mehr Anreize, um das Optimum aus dem 3. Beitragszahler – der Anlagerendite der PKs – zugunsten der Versicherten herauszuholen?
Diese Anreize im obersten Organ entstehen durch die paritätische Vertretung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Funktioniert dieses Organ gut, werden diese Anreize wirksam und die Kasse hat den Anspruch, gute Renditen zu erzielen.

Die Anlagestrategie muss intensiv im obersten Organ diskutiert werden, da sie darüber entscheidet, welche Leistungen die Kasse zugunsten der Versicherten erbringen kann und wie hoch das eingegangene Sanierungsrisiko sein soll. Im internationalen Vergleich weisen unsere Kassen deutlich höhere Aktienanteile auf als Pensionskassen etwa in Dänemark, Deutschland oder Frankreich.

Der Gewerkschaftsbund behauptet, dass in der 2. Säule die Interessen der Versicherten nicht konsequent genug geschützt würden und sich Firmen wie Banken und Versicherungen auf Kosten der Versicherten bereichern würden.
Im Jahr 2024 umfasste das Vorsorgevermögen der 2. Säule mehr als 1100 Milliarden Franken. Die Dienstleister, die in der 2. Säule tätig sind, sollen für ihre Leistungen marktgerecht entlohnt werden, aber nicht mehr.

Dies ist rechtlich so vorgegeben. Die Entscheidungsgremien der Pensionskassen sind dafür verantwortlich, nur jene Dienstleistungen zu beschaffen, die tatsächlich benötigt werden, und das zu fairen Preisen. In der Regel tun sie dies. Daher sind die Kosten in 2. Säule auch deutlich tiefer als in der 3. Säule. Die 2. Säule ist definitiv kein Selbstbedienungsladen.

Die OAK BV ist die oberste Aufsichtsbehörde in der 2. Säule. Wo sehen Sie als Behörde Handlungsbedarf?
Die 2. Säule in der Schweiz funktioniert gut. Bei unserer Hauptaufgabe, der Vereinheitlichung der Aufsichtspraxis, sind wir noch nicht am gewünschten Ziel. Zudem haben wir bei der Beaufsichtigung von Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen weiteren Handlungsbedarf.

Inwiefern?
Bei Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen treten teilweise Interessenskonflikte mit ihren Betreibergesellschaften auf, insbesondere wenn diese gewinnorientiert sind. Um ihre Gewinne zu steigern, verfolgen diese meistens eine Wachstumsstrategie, die oft nicht im Interesse der Versicherten ist. Wachstum verwässert die Reserven und reduziert damit die Stabilität.

  TA

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Und die Gewinner sind …

10. Juni 2025 By pwirth in Studie Tags: PK-Rating

Die Award-Gewinner, hinten von links: Marco Immler, Profond; Barbara Bienek, Liberty; Christoph Eck, Noventus; Nicolas Ketterer, Pax; Anna Scheuch, Swiss Life. Vorne von Links: Gregor Konieczny, Servisa; Roberto Stampfli, Allianz Suisse; Pascal Kuchen, Copré; Johanna Gasser, Asga.

Bereits zum 20. Mal kann die SonntagsZeitung zusammen mit der «Finanz und Wirtschaft» und dem Westschweizer Magazin «Bilan» die Awards für die besten Sammelstiftungen der Schweiz vergeben. Ausgezeichnet wurden jene Pensionskassen, die es in dem vom Beratungsunternehmen Weibel Hess & Partner durchgeführten PK-Vergleich an die Spitze schafften.

Den Award für die höchste Anlagerendite über fünf Jahre bei den teilautonomen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen ging an die Profond Vorsorgeeinrichtung, die Asga und Ascaro auf die Plätze zwei und drei verweist. Profond erzielte von 2020 bis 2024 eine durchschnittliche Rendite von 4,04 Prozent.

Bei den Sammelstiftungen mit Vollversicherung wies Pax das beste Resultat aus mit einer durchschnittlichen Rendite über fünf Jahre von 0,83 Prozent, gefolgt von Helvetia (0,53) und Bâloise (0,09 Prozent).

Den Sonderaward zum 20-Jahr-Jubiläum des Pensionskassen­ratings erhielt Copré mit einer Anlagerendite von 4,59 Prozent.

  TA

PK-Rating 2025

10. Juni 2025 By pwirth in Studie Tags: PK-Rating, PK-Vergleich

Die SonntagsZeitung hat die Ergebnisse der PK-Rating-Studie 2025 publiziert. Sie zeigen die gute Verfassung der Sammelstiftungen nach der hohen Performance 2024. Die neuen Ergebnisse werden ergänzt mit Vergleichsdaten über fünf und zehn Jahre. 

Seit 2004 haben Pensionskassen über 500 Milliarden Franken Nettorenditen erwirtschaftet – mehr als sämtliche Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zusammen. Das entspricht rund 100’000 Franken pro versicherte Person.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen konzentriert sich die öffentliche Diskussion meist auf Kosten und Umwandlungssätze. Doch angesichts der demografischen Entwicklung und nach der abgelehnten BVG-Reform wird klar: Ohne substanzielle Anlageerträge ist eine nachhaltige Finanzierung der zweiten Säule nicht möglich.

Die 29 untersuchten teilautonomen Pensionskassen erzielten im letzten Jahr im Durchschnitt eine Rendite von 7,7 Prozent. Trotz teils unterschiedlicher Strategien lagen die Renditen in einer relativ engen Bandbreite.

Transparenta führt mit 10,14 Prozent die Rangliste an, gefolgt von Revor mit 10,09 Prozent und Noventus Collect K mit 9,9 Prozent. Am unteren Ende der Skala befanden sich Tellco pkPRO mit 4,7 Prozent, Abendrot mit 5 und Ascaro mit 5,3 Prozent.

Die unterdurchschnittlichen Ergebnisse von Tellco und Ascaro lassen sich grösstenteils durch ihre deutlich tiefere Aktienquote erklären, die rund ein Drittel unter dem Durchschnitt lag. Ascaro wies zudem mit 39,4 Prozent die höchste Immobilienquote aller untersuchten Kassen auf.

Mit einem Anteil von über 70 Prozent direkt gehaltener Immobilien partizipierte die Kasse nur begrenzt an der hohen Performance kotierter Immobilienfonds. Bei Abendrot lag das vergleichsweise schwache Abschneiden nicht an der Aktienquote von 31,9 Prozent, sondern am hohen Anteil an Schweizer Aktien. (…)

Im langfristigen Vergleich zeigen sich die Stärken der teilautonomen Kassen besonders deutlich. Spitzenreiter im Zehnjahreszeitraum war Avanea Pool 30 mit durchschnittlich 5,0 Prozent, gefolgt von Profond mit 4,6 und Ascaro mit 4,0 Prozent.

Auf Fünfjahressicht lag Profond mit 4,0 Prozent vorne, gefolgt von Asga und Ascaro mit 3,8 Prozent, während Baloise Perspectiva mit 1,4 Prozent das Schlusslicht bildete. Über die letzten zwanzig Jahre war Copré mit 4,6 Prozent der erfolgreichste Anbieter, Tellco pkPRO lag mit 2,8 Prozent am Ende des Rankings. Diese Differenzen unterstreichen die Rolle des dritten Beitragszahlers – also des Kapitalertrags – in der beruflichen Vorsorge.

Der Unterschied zwischen den Kassen war nicht nur bei den Anlagerenditen, sondern auch bei der effektiven Verzinsung der Altersguthaben gross. Die durchschnittliche Verzinsung lag 2024 bei 3,5 Prozent, fast doppelt so hoch wie im 20-Jahres-Durchschnitt. Die Spannweite reichte von 8 Prozent (Profond) bis 1,25 Prozent (Spida und Pax).

Über fünf Jahre betrug die Verzinsungsdifferenz zwischen der besten und der schlechtesten Kasse 3,2 Prozentpunkte, über zehn Jahre 2,4 Punkte. In den letzten zwanzig Jahren verzinste Profond die Altersguthaben mit durchschnittlich 3,5 Prozent, während die Versicherten bei Tellco pkPRO mit 1,7 Prozent vorliebnehmen mussten.

Diese Differenzen wirken sich aufgrund des Zinseszinseffekts massiv auf das Endkapital aus. Bei monatlichen Beiträgen von 300 Franken summieren sich 1,7 Prozent über zwanzig Jahre auf 86’758 Franken, bei 3,5 Prozent resultieren hingegen 104’372 Franken – also ein Plus von rund 20 Prozent.

  SonntagsZeitung / Daten PK-Rating

 

 

 

 

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Gen Z: Wenig Bezug zur Arbeit, Angst vor Altersarmut

6. Juni 2025 By pwirth in Studie, Umfrage, Versicherte Tags: Deloitte, Gen Z

Anteil der Gen Z und Millennials, die sich um ihre finanzielle Sicherheit im Pensionierungsalter sorgen.

Über die Hälfte der jungen Menschen in der Schweiz macht sich Sorgen um ihre aktuelle finanzielle Lage. Und auch die finanzielle Absicherung im Alter bereitet vielen Kopfzerbrechen. In der Liste der grössten Sorgen stehen die Lebenshaltungskosten bei der Generation Z und den Millennials in der Schweiz auf dem ersten Platz. Über die Hälfte der Befragten kann weder unerwartete Kosten decken noch Ersparnisse ansammeln. Deloitte hält zu den Ergebnissen fest: 

Miete, Krankenkasse und Nahrungsmittel: Die monatlichen Lebenshaltungskosten bereiten der Generation Z (1995–2004) und den Millennials (1983–1994) in der Schweiz Sorge: 30 Prozent der Generation Z und 33 Prozent der Millennials gaben an, die Lebenshaltungskosten seien ihre grösste Sorge – noch vor Klimawandel, Gesundheit oder Kriminalität.

Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, für die 23’482 Personen aus 44 Ländern, darunter 412 aus der Schweiz, befragt wurden.

Über ein Drittel der Befragten (Gen Z: 37%; Millennials: 35%) hat Mühe, die monatlichen Ausgaben zu decken und alle Rechnungen zu bezahlen. Über die Hälfte der Befragten (Gen Z: 51%; Millennials: 52%) lebt von Lohnzahlung zu Lohnzahlung, also von der Hand in den Mund, da sämtliche Einnahmen sofort wieder für aktuelle tägliche Bedürfnisse ausgegeben werden.

Sie verfügen somit über keinen finanziellen Rückhalt, um am Ende des Monats Ersparnisse anzusammeln oder unerwartete Kosten zu decken.

Werden die Schweizer Resultate mit jenen der global Studie verglichen, zeigt sich, dass die Resultate faktisch identisch sind. Dies ist überraschend, gehört doch die Schweiz bezüglich Wohlstands- und Lohnniveau weltweit zu den Spitzenreiterinnen.

«Der hohe Wohlstand in der Schweiz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele – vor allem Jüngere – von der Hand in den Mund leben und kaum für das Alter vorsorgen können. Besonders spürbar ist das durch die starken Preissteigerungen der letzten Jahre in den für diese Generationen wichtigen Ausgabekategorien wie Reisen, Ausgang und Freizeit geworden», sagt Michael Grampp, Chefökonom von Deloitte Schweiz.

Sorge macht der Generation Z und den Millennials aber nicht nur ihre aktuelle finanzielle Lage, sondern auch die Pensionierung. Fast die Hälfte der Schweizer Generation Z (49%) ist besorgt darüber, dass sie dereinst nicht in finanzieller Sicherheit in Rente gehen kann. Zum ersten Mal wurde dies 2022 abgefragt.

Während sich der Wert in den letzten drei Jahren stabil halten konnte, zeigt sich für das Jahr 2025 ein signifikanter Anstieg. Bei den Millennials hält sich der Wert mit gewissen Schwankungen über die Jahre bei gut einem Drittel (2025: 37%) aller Befragten, die sich Sorgen machen um ihre finanzielle Sicherheit beim Erreichen des Pensionierungsalters.

in Grossteil der Befragten macht sich Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit. Trotzdem definieren sich die Generation Z und die Millennials in der Schweiz nicht primär über ihre Arbeit, welche ja dazu beitragen könnte, die eigene finanzielle Situation zu verbessern.

Nur etwa ein Drittel (Gen Z 31%; Millennials 35%) empfindet ihre Arbeit als identitätsstiftend. Ganz anders sieht es im weltweiten Vergleich aus. Dort identifizieren sich 41 Prozent der Gen Z und fast die Hälfte der Millennials (46%) über ihre Arbeit.

Die weitaus wichtigste Rolle bei der Bildung des Identitätsbewusstseins spielen in der Schweiz Familie und Freunde (Gen Z 54%; Millennials 65%), gefolgt von Hobbys (Gen Z 38%; Millennials 40%) und Sport (Gen Z 38%; Millennials 40%). Steht der Beruf als identitätsstiftendes Kriterium bei den internationalen Vergleichsgruppen auf Platz zwei, folgt er in der Schweiz bei der Generation Z erst auf Platz vier und bei den Millennials auf Platz fünf. 

  Studie Deloitte /   Studienresultate Schweiz / Bericht SRF

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8 x 10 Antworten zum BVG

6. Juni 2025 By pwirth in BVG-Reform, Medien Tags: ASIP, NZZ

Die NZZ-Beilage zum 40-jährigen BVG-Jubiläum, welche in Zusammenarbeit mit dem ASIP verfasst wurde, enthält auch die Antworten von acht 2. Säule-Spezialisten, welche sich an einem Fragenkatalog abarbeiten und ihre Meinung zu den bekannten Problemfeldern wiedergeben. Kenner der Materie werden entsprechend wenig bis nichts Neues erfahren, aber sie sind wohl auch nicht als Zielpublikum gemeint. Immerhin überrascht Michael Krähenbühl mit witzigen Bildern und Formulierungen.

  NZZ / NZZ-Beilage

Sorgen, Hoffnung und Illusionen in der Altersvorsorge

5. Juni 2025 By pwirth in Umfrage, Versicherte Tags: Säule 3a, Steuern

Die eigene Altersvorsorge erhält von der Bevölkerung oft erst dann die volle Beachtung, wenn es zu spät ist: Fast die Hälfte der Pensionierten (47 Prozent) bereut rückblickend Entscheidungen bei ihrer Vorsorgeplanung, fast ein Drittel (30 Prozent) bedauert fehlende Einzahlungen in die 3. Säule. Dies ergibt die fünfte «Fairplay»-Umfrage, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag von Zurich Schweiz und den Vita Sammelstiftungen in der Schweizer Bevölkerung durchgeführt hat. Dazu heisst es weiter: 

Die Studie beleuchtet neben der Vorsorge auch die finanzielle Stimmungslage: Die Schweiz ist ein Land mit weit verbreiteter finanzieller Grundsicherheit – aber nicht frei von Geldsorgen. Bereits mit 20’000 Schweizer Franken Erspartem fühlen sich Schweizer Durchschnittsverdienende finanziell abgesichert – das entspricht ungefähr vier Monatslöhnen.

Für unter 35-Jährige reichen Ersparnisse von 11’000 Schweizer Franken als subjektives Sicherheitspolster aus. Insgesamt nimmt ein Grossteil der Menschen in der Schweiz (77 Prozent) sich grundsätzlich als finanziell abgesichert wahr.

Dennoch: Insbesondere jüngere Menschen unter 36 Jahren sind in der Schweiz von finanzieller Unsicherheit betroffen. Mehr als die Hälfte von ihnen hatte im letzten Jahr Geldsorgen. Drei Viertel denken mindestens einmal pro Woche über ihre Finanzlage nach. In der Gesamtbevölkerung klagte etwa ein Drittel im letzten Jahr über finanzielle Probleme, bei den über 65-Jährigen waren es 11 Prozent.

Obwohl die Altersvorsorge ein zentraler Pfeiler der eigenen finanziellen Sicherheit ist, erhält sie von der Bevölkerung oft erst die volle Beachtung, wenn es zu spät ist: Fast die Hälfte der Pensionierten (47 Prozent) gibt an, frühere Unterlassungen in der eigenen Vorsorgeplanung zu bereuen.

Besonders oft nennen die Befragten unterlassene Einzahlungen in die Säule 3a, gefolgt von nicht getätigten freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse. Für die private Vorsorge fehlt oft die Sensibilisierung. Rund ein Fünftel der Erwerbsbevölkerung gibt an, sich gar nicht mit dem Thema der privaten Vorsorge zu beschäftigen.

Gefolgt von der Absicherung des Lebensstandards im Alter sind Steuervorteile das wichtigste Motiv, um sich mit der privaten Vorsorge zu beschäftigen. 44 Prozent nennen sie als Anreiz. Dies zeigt die Bedeutung der Steuerabzüge für eine frühzeitige Vorsorgeplanung.

  Zurich Studie

 

Keine Chance für Stärkung der Selbständigkeit

4. Juni 2025 By pwirth in Parlament, Versicherte Tags: Selbständigwerbende

(SDA) Der Nationalrat will den Selbstständigkeitsstatus im Arbeitsrecht nicht ändern. Er trat nicht ein auf eine Vorlage zur stärkeren Berücksichtigung des Willens der Parteien für die Feststellung des arbeitsrechtlichen Status. Konkret ging es vor allem um Arbeitende in der wachsenden Plattform-Wirtschaft. SDA schreibt dazu: 

Das Geschäft ist damit vom Tisch. Angestossen hatte die Vorlage Jürg Grossen (GLP/BE) mit einer parlamentarische Initiative. Er hatte gefordert, dass der Parteiwillen zur Feststellung, ob eine betroffene Person als Arbeitnehmende oder Selbstständigerwerbende gilt, berücksichtigt werden solle.

Wolle ein Erwerbstätiger heute als selbstständig klassifiziert werden, sei dies oft nur schwer möglich. Der gesellschaftliche Wandel und die Digitalisierung hätten aber zu neuen Arbeitsformen geführt.

Die heutige Rechtspraxis entspreche daher nicht dem Willen der Betroffenen und gefährde die Unternehmensmodelle von internationalen Firmen genauso wie jene von zahlreichen Schweizer Start-ups. Betroffen seien neben Arbeitenden in der Plattform-Wirtschaft auch «traditionelle» Arbeitsformen – wie zum Beispiel Physiotherapeutinnen, Ärzte oder Taxifahrer.

Vollzugsbehörden und Gerichte hätten einen grossen Handlungsspielraum, was den arbeitsrechtlichen Status betrifft. «Im Zweifelsfall werden Erwerbstätige als Angestellte klassifiziert», sagte Patrick Hässig (GLP/ZH) für die Mehrheit der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) am Dienstag im Rat.

Grüne, Sp und Mitte stellten sich aber erfolgreich gegen die Initiative und warnten vor einer «fundamentalen Änderung im Arbeitsrecht» sowie vor einer wachsenden Zahl an Scheinselbstständigen. «Nur internationale Plattformkonzerne profitieren, ansonsten niemand», sagte Mattea Meyer (SP/ZH). Am Ende müssten die Steuerzahlenden für die in die Selbstständigkeit gezwungenen und dadurch prekarisierten Arbeitskräfte aufkommen.

Die gegenwärtige Unterscheidung des arbeitsrechtlichen Status sei genügend flexibel und können an Veränderungen im Arbeitsmarkt angepasst werden, sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Die Vorlage könne zu grosser Rechtsunsicherheit führen, da Menschen in die Selbstständigkeit gezwungen werden könnten. Auch der Bundesrat hatte im Vorfeld Nichteintreten beantragt.

  Parlament

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«Der Sozialstaat frisst seine Kinder»

4. Juni 2025 By pwirth in Medien Tags: FDP, NZZ, SP

Ein höchst lesenswerter Kommentar von Christina Neuhaus, Inlandchefin der NZZ, im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Thierry Burkart als FDP-Präsident. Sie sieht die Partei als letzte Bastion des Liberalismus in der Schweiz, welche dem von der SP forcierten Nanny-Staat noch die Stirn bietet. Das kann man auch anders sehen, ihre Beschreibung des Zeitgeistes mit überhandnehmender staatlicher Gängelung überzeugt – mindestens den Schreibenden.  Dazu ein paar Zitate.

Der Zeitgeist meint es nicht gut mit den Liberalen. Die Mehrheit der Schweiz will einen Sugar-Daddy, der ihre 13. AHV-Rente bezahlt, die ausserfamiliäre Kinderbetreuung finanziert, den Mutterschaftsurlaub, die Papi-Zeit, die Familienzeit, den Menstruationsurlaub, die teuren Studien, den öffentlichen Verkehr.

Gleichzeitig erwartet sie staatlichen Protektionismus: Schutz vor Zuwanderung, günstige Wohnungen, ein Recht auf Arbeiten zu Hause, ein Recht auf Teilzeitarbeit, die drei- bis viermal Auslandferien pro Jahr finanziert.

Und weil so viel Zuwendung die Bedürftigkeit erhöht, gestattet man dem Staat, dass er sich immer mehr ins Private einmischt. Kompostkontrolleure, Gummibärli-Prohibition, Verbot von Steingärten. Wie schnell es gehen kann, bis aus dem fürsorglichen Staat die höchste Moralinstanz wird, hat man während der Pandemie gesehen.

Nie seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Staat weiter gegangen. Und dennoch hat keine richtige Aufarbeitung stattgefunden. Lieber diskutiert man über ein Verbot von Rollkoffern oder die Frage, ob nicht auch Ehetherapie ein staatlich finanziertes Grundangebot werden soll.

Eigentlich müsste die Schweiz alles daransetzen, wettbewerbs- und verteidigungsfähig zu bleiben. Doch lieber lässt man den Sozialstaat seine Kinder fressen und setzt die schmerzhaften Diskussionen aus. Die unheimlichen Ereignisse rund um den Erdball haben das Vaterland wieder einmal ins Reduit getrieben. 

  NZZ

Bundesrat will Vorsorgesplitting verhindern

4. Juni 2025 By pwirth in Versicherte Tags: Freizügigkeit

Dass in einer nicht bekannten Anzahl von Fällen Versicherte – aus unterschiedlichen Gründen – es unterlassen, bei Stellenwechsel die volle Freizügigkeitsleistung an die neue PK zu überweisen, erachtet der Bundesrat als Problem, das angegangen werden soll. Der ASIP unterstützt die Bemühungen, die NZZ bezeichnet das Vorgehen der Versicherten als «Winkelzug», «Trick» und «Kniff» und schreibt dazu: 

Der Trick geschieht beim Transfer in die neue Pensionskasse: Statt wie verlangt das gesamte Vorsorgevermögen einzuzahlen, überweist man nur das Geld aus dem ersten Freizügigkeitskonto. Den zweiten, gesplitteten Teil dagegen lässt man unverändert in der Freizügigkeit.

Dieser Winkelzug hat primär zwei Vorteile: Das Geld in der Freizügigkeit kann man nach den eigenen Bedürfnissen investieren und muss somit nicht die vorgegebene Anlagestrategie der Pensionskasse befolgen. Viele Versicherte, die das Vorsorge-Splitting anwenden, gehören zu den Gutverdienern und entscheiden sich daher für eine höhere Aktienquote, womit sie auf lange Frist mehr Rendite erzielen können.

Hinzu kommt der Vorteil, dass man Steuern sparen kann. Denn das Splitting ermöglicht es, dass man das Vorsorgekapital bei der Pensionierung in mehreren Tranchen beziehen kann. Zudem kann man das Geld bis zum 70. Altersjahr in der Freizügigkeit belassen. Der gestaffelte Bezug führt zu einer deutlichen Senkung der Steuerprogression. (…)

Kritisch beurteilt diesen Trend Lukas Müller-Brunner, der den Pensionskassenverband (Asip) leitet. Das Gesetz halte glasklar fest, dass ein solches Splitting nicht vorgesehen sei und auch kein Wahlrecht bestehe, welchen Anteil des gesparten Vorsorgevermögens man in die Pensionskasse einbringen wolle.

«Wenn Versicherte der Einschusspflicht nicht nachkommen, verletzen sie das Gesetz», schreibt er in einer Stellungnahme. Weiter betont er die Gefahren eines solchen Vorgehens: Bei einem Einbruch an der Börse sei man schlechter geschützt. Und weil sich die Freizügigkeitsgelder nicht als Rente beziehen liessen, könne im hohen Alter ein finanzieller Engpass entstehen. (…)

Recherchen der NZZ zeigen, dass der Bund das bestehende Schlupfloch nun schliessen will. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) bestätigt auf Anfrage, der neue Gesetzesentwurf sehe vor, dass Vorsorgeeinrichtungen künftig bei jedem Eintritt abklären müssten, ob noch weitere Vorsorgeguthaben bei Freizügigkeitseinrichtungen bestünden: «Diese Verpflichtung gilt, wenn die versicherte Person selber ihrer Meldepflicht nicht nachkommt.» Stelle sich heraus, dass noch weitere Gelder vorhanden seien, so müsse die Pensionskasse diese einfordern. «Die Einwilligung der versicherten Person ist dabei ausdrücklich nicht notwendig.»

Wie die Pensionskassen an die nötigen Informationen herankommen sollen, lässt das BSV vorerst offen. Denkbar sei, das Register der Zentralstelle zweite Säule auszubauen. Der Bundesrat plant, die Botschaft für die Gesetzesänderung noch in diesem Jahr zu verabschieden. Anschliessend muss das Parlament grünes Licht geben, um den Trick mit dem Vorsorge-Splitting zu stoppen.

  NZZ

 

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Zuversichtlich für eine (ganz) kleine BVG-Reform

3. Juni 2025 By pwirth in Medien Tags: Bundesrat, NZZ

Für die NZZ-Beilage hat Bundesrätin Baume-Schneider ein Interview gegeben, in welchem auch die Frage nach de Wie-Weiter mit dem Gesetz gestellt wurde. 

Konkret: Wie geht es nun ohne Reform weiter mit dem BVG? Einen grossen Wurf dürfte es so schnell nicht geben …
Ich habe nach der Abstimmung mit allen Akteuren Gespräche geführt. Die Senkung des Mindestumwandlungssatzes wurde nun dreimal abgelehnt. Ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass ein weiteres Paket mit einer Senkung des Umwandlungssatzes keine Chance hat. Für eine kleinere, gezielte BVG-Reform mit Vorschlägen, die von den wichtigsten Akteuren unterstützt werden, bin ich aber zuversichtlich.

Die NZZ schrieb kurz nach dem Volks- Nein: «Die Pensionskassen werden im Schatten der AHV stehen, deren Finanzierung nur noch wenige Jahre gesichert ist – weil nun die Babyboom-Jahrgänge sukzessive pensioniert werden, weil die Lebenserwartung weiter zunimmt und weil die AHV ab 2026 die 13. Monatsrente auszahlen muss.» Trübe Aussichten für die zweite Säule im Licht der ersten Säule!
Man darf die beiden Säulen nicht gegeneinander ausspielen. Beide sind wichtig. Aber es ist richtig: Der Druck bei der AHV ist gross. In den nächsten Jahren gehen die letzten Jahrgänge der Babyboomer-Generation in Rente. Diese demografische Welle müssen wir finanzieren und gleichzeitig die AHV modernisieren. Und natürlich braucht es für die 13. AHV-Altersrente rasch eine Zusatzfinanzierung, so wie der Bundesrat dies fordert. In der zweiten Säule haben Pensionskassen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zudem die Möglichkeit, diverse Probleme selbst zu lösen. Viele tun das bereits. Sie warten nicht auf Vorgaben der Politik, sie kennen ihre Aufgabe und nehmen ihre Verantwortung wahr. Darin zeigt sich die Stärke der zweiten Säule.

Gleichzeitig sorgt die geplante Steuererhöhung auf Kapitalbezüge aus der zweiten und dritten Säule für Verunsicherung. Was bezweckt der Bund mit diesem Schritt? Unter dem Strich wird so das freiwillige Vorsorgesparen teurer.
Es geht um die Beseitigung eines problematischen Fehlanreizes. Eine Rente bietet für die Versicherten langfristig mehr Sicherheit als ein einmaliger Kapitalbezug. Heute wird aber der Kapitalbezug gegenüber der Rente steuerlich bevorteilt. Diese Ungleichbehandlung ist ein wichtiger Grund, warum immer mehr Versicherte ihr Kapital beziehen. Die Expertengruppe um Serge Gaillard, den ehemaligen Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, hat 2024 vorgeschlagen, Rente und Kapitalbezug künftig gleich zu besteuern. Der Bundesrat ist diesem Vorschlag gefolgt. Ob er daran festhält, wird sich nach der Auswertung der Vernehmlassung zeigen. Unabhängig davon ist das private Vorsorgesparen aber attraktiv: Die Steuervorteile bei der Einzahlung in die zweite und dritte Säule bleiben bestehen.

  Interview 

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NZZ: 40 Jahre BVG

3. Juni 2025 By pwirth in Medien Tags: NZZ

In einer Verlags-Beilage feiert die NZZ das 40-Jahre Jubiläum des BVG, das am 1. Januar 1985 in Kraft getreten ist. Die 40 Jahre sind insofern ein Meilenstein, als damit die 40-jährige Übergangsfrist bei Inkrafttreten ihren Abschluss gefunden hat und alle Neupensionierten grundsätzlich die volle obligatorische Beitragsdauer aufweisen. 

In der Beilage schreiben ASIP-Direktor Lukas Müller-Brunner, Claude Chatelain und diverse NZZ-Redaktoren. Interviewt und befragt wurden u.a. BR Baume-Schneider, BVK-Direktor Thomas Schönbächler, aSR Christine Egerszegi, Laetitia Raboud (OAK), Martin Roth (ASIP), Roger Baumann (c-alm), Michael Krähenbühl (Proparis) und nicht zu vergessen die Spitzen der Sozialpartner Severin Moser (Arbeitgeber) und Pierre-Yves Maillard (SGB). 

  NZZ Beilage

Swiss Life mit tieferen Prämieneinnahmen im BVG-Geschäft

28. Mai 2025 By pwirth in Assekuranz Tags: Swiss Life

Die Swiss Life hat 2024 im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge weniger Prämien eingenommen. Die Anzahl der Versicherten blieb indes in etwa stabil.

Konkret nahm die Swiss Life laut der am Mittwoch veröffentlichten Betriebsrechnung 2024 im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge (BVG) insgesamt 7,37 Mrd. Fr. an Prämien ein. Das entspricht gegenüber 2023 einem Rückgang um 2,5%. Dabei lagen sowohl die Spar- als auch die Risiko- und Kostenprämien leicht unter den Vorjahreswerten.

Dank etwas höherer Kapitalerträge als im Vorjahr nahm der Gesamtertrag dennoch auf 8,63 Mrd. Fr. zu.

Die Zahl der aktiv versicherten Arbeitnehmenden bei der Swiss Life lag am Ende der Berichtsperiode bei etwas über 491’000 nach knapp 500’000 vor einem Jahr. Die Zahl der angeschlossenen Unternehmen blieb konstant bei knapp über 49’000.

Das Betriebsergebnis im BVG-Geschäft der Swiss Life stieg um rund 13% auf 105 Mio. Fr.

  Betriebsrechnung 2024

Technischer Zins: Der Wind dreht schon wieder

28. Mai 2025 By pwirth in Allgemein, Umfrage Tags: Swisscanto PK-Studie

Die Zürcher Kantonalbank hat die Ergebnisse der Swisscanto Pensionskassenstudie 2025 präsentiert. Teilgenommen haben 507 Pensionskassen mit einem Vermögen von 856 Mrd. Franken und 3,3 Mio. Aktivversicherten. Zu den ermittelten Daten wird ausgeführt:

Das Leistungsniveau ist inzwischen seit Jahren stabil, die Altersvorsorge ist grundsolide aufgestellt. Das zeigt die jüngste Entwicklung der Ersatzquote. 2024 legte der Wert, der die Leistungen der Altersvorsorge bei einem Lohn von 80’000 Franken misst, erstmals seit drei Jahren wieder zu, nachdem er zuvor bis auf 69 Prozent eingebrochen war.

Der erneute Anstieg von 70 auf 71 Prozent ist allein der höheren Leistung der beruflichen Vorsorge zu verdanken, da die AHV-Renten letztes Jahr nicht erhöht wurden.

Ende 2024 erreichte der durchschnittliche Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen 117 Prozent und war damit auf dem zweithöchsten Stand seit 2021. Die öffentlich-rechtlichen Kassen haben ihre Reserven noch etwas stärker ausgebaut und erreichten im ersten Quartal 2025 gar neue Höchstwerte.

Damit haben die Pensionskassen das Niveau von vor Ausbruch des Ukrainekriegs fast wieder erreicht. 2022 waren die Deckungsgrade stark eingebrochen, doch mittlerweile haben die Kassen ihre Wertschwankungsreserven wieder aufgefüllt. Mehr als zwei Drittel der Vorsorgewerke hatte diese Ende 2024 zu mindestens 75 Prozent geäufnet und wäre damit bereit für Leistungsverbesserungen. Im Vorjahr war dies erst bei knapp der Hälfte der Fall.

Zu verdanken sind die hohen Deckungsgrade dem dritten Beitragszahler. Die Performance übertraf sowohl das Vorjahr als auch den 10-Jahres-Schnitt um Längen. Mit einer Nettorendite von durchschnittlich 7,6 Prozent war 2024 das drittbeste Börsenjahr der letzten zehn Jahre. Die Performance-Unterschiede waren mit einer Differenz von 6 Prozentpunkten fast gleich gross wie im Vorjahr:

Die besten 10 Prozent erreichten 10,8 Prozent, die schwächsten 10 Prozent kamen hingegen nur auf 4,8 Prozent. Erfahrungsgemäss sind die Unterschiede in guten Börsenjahren deutlich kleiner als in schlechten.

Die hohen Renditen ermöglichten eine hohe Verzinsung der Altersguthaben von durchschnittlich 4,3 Prozent. Damit egalisierten die Kassen erneut den Höchstwert von 2021. Die privatrechtlichen Kassen überboten diesen mit 4,42 Prozent sogar und verzinsten damit so grosszügig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Bei der Verzinsung zeigen sich enorme Unterschiede zwischen den Kassen: Die 10 Prozent mit den tiefsten Zinssätzen verzinsten im Schnitt lediglich 1,7 Prozent. Bei den 10 Prozent mit der höchsten Verzinsung erhielten die Versicherten 8,25 Prozent.

Der technische Zins der privatrechtlichen Kassen fiel 2024 von 1,55 auf 1,53 Prozent zurück. Damit scheint der Wind bereits wieder gedreht zu haben. Nach der jahrelangen Abwärtsbewegung zeigte sich seit der Zinswende von 2022 ein Aufwärtstrend, der nun bereits ein Ende zu nehmen scheint.

Bei den öffentlich-rechtlichen Kassen war der Rückgang von 1,73 auf 1,69 Prozent gar noch etwas stärker. Die Kassen scheinen sich also bereits auf die nächste Tiefzinsphase einzustellen.

Beim Umwandlungssatz zeigte sich 2024 eine weitere Stabilisierung. Mit der Abnahme von 5,31 auf 5,30 ging der Wert – nach den starken Rückgängen in den Vorjahren – kaum noch zurück. Bis 2030 dürfte er linear auf 5,25 absinken.

  Swisccanto PK-Umfrage

 

 

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Zahlreiche Wechsel im ASIP-Vorstand

27. Mai 2025 By pwirth in Personelles Tags: ASIP

An der Mitgliederversammlung des ASIP in Bern hatten die Teilnehmer eine Reihe von neuen Mitgliedern zu wählen. Dies geschah durchweg einstimmig.

Neu in den ASIP Vorstand wurden gewählt:

  • Carolina Baumann-de Wouters, Pensionskasse Roche
  • Willy Guntern, Ascaro Vorsorgestiftung
  • Carina Kunz, Pensionskasse Swiss Re
  • Patrick Nasciuti, GastroSocial
  • Helga Portmann, Pensionskasse Stadt Zürich
  • Emmanuel Ullmann, Pensionskasse Kanton Solothurn

Bestätigt wurden:

  • Raymond Alder, Vorsorgestiftung Emmi
  • Christophe Decor, CPEG Genf
  • Claudia Gianetti, Ospedaliero Cantonale TI
  • Christine Holstein
  • Iwan Lanz, PK SBB
  • Christophe Sarrasin, PK Nestlé
  • Emmanuel Vauclair, PK SRF
  • Bojana Vukasin, PK Bank Safra Saarin

Ausgetreten sind:

  • Beatrice Eichenberger, PK Toledo
  • Sergio Bortolin, Asga
  • Mia Mendez, PK P-Schweiz
  • Christoph Oeschger, Avadis

«Günstige» Wohnungen kommen uns alle teuer zu stehen

26. Mai 2025 By pwirth in Kapitalanlagen Tags: BS, Immobilien, Schweizer Monat

Mit einer neuen Regulierung wollte Basel Mieter vor Preis-erhöhungen schützen. Das Resultat? Bestandsmieter bleiben in alten Wohnungen sitzen, Junge und Mobile werden ausgeschlossen. Marco Salvi schreibt dazu im Schweizer Monat:

Basel-Stadt wollte mit der im Mai 2022 eingeführten Wohnschutzverordnung die berüchtigten «Renditesanierungen» unterbinden. Fünf Jahre lang dürfen Vermieter nach einer Erneuerung die Miete nur marginal erhöhen; jede Modernisierung – vom neuen Boiler bis zum Geschirrspüler – braucht den Segen einer neunköpfigen Kommission, deren Dossiers bei grösseren Projekten Hunderte Seiten füllen.

Drei Jahre später bestätigt sich, wovor Immobilienökonomen seit Langem warnen: Der vermeintliche Schutzschirm wirkt wie ein Bumerang. Zählte Basel 2018 rund 1000 Baugesuche für Mietwohnungen, waren es 2023 noch 67. Die Wohnbauproduktion ist noch auf einem Drittel des Stands vor der Einführung der neuen Regeln.

Institutionelle Investoren weichen aus: Projekte rechnen sich nicht mehr, Verfahren dauern zu lange, die Rechtsunsicherheit ist hoch. Mit den Renditen verschwinden auch die Erneuerungen. Die Gesuche für energetische Sanierungen sind eingebrochen, selbst Routineaufwertungen lohnen sich kaum.

Bewilligungen lassen bis zu zwölf Monate auf sich warten, und die Kommission kann selbst einvernehmliche Lösungen zwischen Vermietern und Mietern kippen. Die Vordertür des Marktes verengt sich, die Hintertür klemmt: Bestandsmieter verharren in zu grossen oder ungeeigneten Wohnungen, während junge Haushalte um ein Restangebot konkurrieren oder nach Baselland ziehen, um dann im Pendelverkehr stecken zu bleiben.

Auch die Stadtentwicklung leidet: Umnutzungen von Industriearealen stocken, weil Entwickler bei strengen Mietobergrenzen keine Reserven für Altlastensanierung und Quartieraufwertung einpreisen können.

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Kommentar

Rückspiegel

Politik im Vermietungsgeschäft
Die Basler PK will mit ihren Immobilien in Genf eine angemessene Rendite erzielen. Das stört die Linke. Link

OAK auf dem Holzweg
Die Oberaufsicht will sich mit der risikobasierten Aufsicht einen alten Traum verwirklichen. Experte Roger Baumann hält nichts davon. Link

Bloss keine Reform
Die SGK-N wagt mit zwei BVG-Änderungen einen neuen Reformanlauf. Der ASIP reagiert heftig. Link

inter-pension not amused
Die OAK will den Handlungsspielraum der Sammelstiftungen noch weiter engen. Ihr Verband wagt ein skeptisches Räuspern. Link

Novas Erbe
Mathieu Erb folgt auf Colette Nova im BSV. Link

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