Plädoyer für Nominalwerte
2025 war ein starkes Aktienjahr für Pensionskassen. Doch mit steigenden Kursen wächst das Rückschlagrisiko. Die UBS zeigt auf, warum die Rolle von Obligationen als Stabilitätsfaktor strategisch wichtig ist – auch bei tiefen Zinsen.
Das entscheidende Argument bezieht sich (…) auf das Gesamtportfolio. Massgebend für Pensionskassen ist nicht die isolierte Betrachtung einzelner Anlageklassen, sondern die Erreichung ihrer Zielrendite bei möglichst geringem Risiko – mit ihrer (gesamten) Anlagestrategie.
Dazu gehört fast immer ein substanzieller Anteil Obligationen, einschliesslich Staatsanleihen. Dass einzelne Anlageklassen eine tiefe Rendite (oder ein hohes Risiko) aufweisen können, ist zweitrangig. Diese Optimierung, das heisst die Bestimmung der Anlagestrategie, ist Teil des Asset-Liability-Managements (ALM).
Warum eine Einzelbetrachtung von Obligationen nicht ausreicht, wird beim Blick auf vergangene Aktienmarktkrisen ersichtlich. (…) Beispielsweise verloren in der Dotcom-Krise Aktien bis zu 56,4% (September 2000 bis März 2003), während globale Staatsanleihen im gleichen Zeitraum um 17,6% zulegten.
Dass Obligationen in gewissen Krisenmomenten auch an Wert einbüssen können, zeigt das Jahr 2022 mit einem Stagflationsszenario. Eine Konstellation, die in der Vergangenheit jedoch selten war.
Pax Vorsorgewelt
Mit der neuen «Vorsorgewelt» will die genossenschaftlich verankerte Vorsorgeversicherung Pax Finanz- und Vorsorgewissen auf einfache Art online zugänglich machen: kostenlos, verständlich und interaktiv.
Die Vorsorgewelt bündelt das Vorsorge-Know-how von Pax in einem digitalen Daheim. Nutzerinnen und Nutzer können ohne Vorwissen ihre persönliche Vorsorge analysieren, allfällige Lücken erkennen und konkrete Empfehlungen erhalten. Zudem ist es möglich, QR-Codes direkt vom individuellen Vorsorgeausweis einzulesen, um eine noch genauere Analyse zu erhalten.
Weiter erklären eine Vielzahl an Ratgebern komplexe Themen über alle drei Säulen der Schweizer Altersvorsorge einfach und verständlich – mit Text, Bildern oder Videos.
Steigende krankheitsbedingte Absenzen, Folgen für Krankentaggeldversicherung
Michael Ferber schreibt in der NZZ über die Folgen der steigenden krankheitsbedingten Absenzen und die Folgen für die Krankentaggeldversicherung der Unternehmen.
MoreKrankheitsbedingte Arbeitsausfälle nehmen auch in der Schweiz zu. Wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in seiner Onlinepublikation «Soziale Sicherheit» mitteilt, sind die gesundheitsbedingten Absenzen vom Arbeitsplatz in der Schweiz im Zeitraum 2010 bis 2024 um mehr als einen Drittel gestiegen – und zwar von 6,3 auf 8,5 Tage pro Jahr und Vollzeitstelle.
Von deutschen Verhältnissen ist die Schweiz damit noch entfernt. Im nördlichen Nachbarland waren Arbeitnehmer 2024 durchschnittlich 14,8 Arbeitstage krank gemeldet.
Der Anstieg macht aber auch hierzulande Sorgen. Einer der wichtigsten Faktoren für die Zunahme gesundheitsbedingter Absenzen in der Schweiz sind psychische Krankheiten.
Wie es in der Publikation weiter heisst, sind bei Krankentaggeldversicherungen laut Daten des Versicherers Swica und der auf Vorsorgeeinrichtungen spezialisierten Lebensversicherungsgesellschaft PK Rück die Fallzahlen mit der Diagnose «psychische Erkrankung» im Verhältnis zum Versichertenbestand innerhalb von zehn Jahren um rund 60 Prozent gestiegen.
120 Mio. für Helvetia Anlagestiftung Infrastructure Equity
Die Helvetia Anlagestiftung hat für ihre neue Anlagegruppe «Infrastructure Equity Global Evergreen (USD)» von namhaften Pensionskassen per Ende Januar über 120 Millionen US-Dollar an Kapitalzusagen erhalten.
Die Anlagegruppe wurde in Zusammenarbeit mit Mercer als Portfoliomanager entwickelt. Die neue Anlagegruppe in US-Dollar richte sich speziell an Schweizer Vorsorgeeinrichtungen und biete ihnen einen einfachen Zugang zu global diversifizierten Infrastrukturinvestitionen, teilte die Helvetia Anlagestiftung am Montag mit.
Dabei setze Mercer die Infrastrukturinvestitionen für die Helvetia Anlagestiftung um. Die Infrastruktur-Anlagegruppe sei als Evergreen-Struktur konzipiert und habe keine fixe Laufzeit. Es gebe periodische Rücknahmemöglichkeiten.
Die zur Lancierung eingegangenen Zeichnungen werden in den kommenden Monaten in den Aufbau eines breit diversifizierten Infrastruktur-Portfolios über verschiedene Regionen, Strategien und Sektoren, darunter digitale Infrastruktur, Abfall- und Wasserwirtschaft, Transport, Energiewende und soziale Infrastruktur investiert.
Politischer Widerstand gegen Kündigung
Die Basler Pensionskasse ist mit der Kündigung von über 100 Mietern in Genf politisch in die Bredouille geraten. Parlamentarier in Basel und Genf setzen sich für die Mieter zur Wehr. Direkte Eingriffsmöglichkeiten bestehen nicht, aber bei der geplanten Sanierung kann Genf der Pensionskasse das Leben schwer machen. Der Blick schreibt:
Welchen Hebel hat der Staat? Die Kantonsbehörden betonen, dass sie zwar Kündigungen als «privatrechtlichen Akt» nicht verhindern können – sehr wohl aber beim nächsten Schritt das letzte Wort haben werden. Denn sobald das Baugesuch für die Sanierungsarbeiten eingereicht ist, kann der Staat Auflagen machen. Etwa, dass Mieter in ihren Wohnungen bleiben oder dass die Sanierung etappenweise im sogenannten Rochade-System erfolgt. (…)
Auch die Stadt Genf tritt beherzt auf. So kritisierte der Stadtrat öffentlich Aussagen der Verwaltung, wonach einzelne Mieter in subventionierten Wohnungen untergebracht werden könnten. Dies sei, so der Stadtrat, der Versuch, «soziale Verpflichtungen der Eigentümer auf die öffentliche Hand abzuwälzen», wie die «Tribune de Genève» schrieb.
Die Stadt verweist dabei auf Zahlen: Ende 2025 waren bei der städtischen Wohnverwaltung bereits über 5000 Gesuche für subventionierte Wohnungen pendent, wie die «Tribune» weiter berichtete. Ersatzlösungen für die Carl-Vogt-Mieter seien kaum realistisch.
Bereits zuvor aktiv geworden ist die Basler Politik. Im Verwaltungsrat der Pensionskasse sitzt mit Tanja Soland (50) auch eine Regierungsrätin. Basta-Grossrätin Patrizia Bernasconi (59) kritisierte gegenüber Blick: «Gerade eine öffentlich-rechtliche Pensionskasse hat auch eine soziale Verantwortung.» Die Politikerin forderte in einem Vorstoss Antworten.
Die PKBS hält in einer Mitteilung dagegen:
MoreMPK mit einem DG von 136%
Die Migros-Pensionskasse teilt mit:
Die MPK nutzte das positive Marktumfeld und erzielte 2025 eine Performance von 6.5 % (Vorjahr 6.6 %). Insbesondere profitierte die MPK von der äusserst positiven Entwicklung der Aktien- und Goldmärkte, wobei die strategische Allokation in Gold und die erhöhte Fremdwährungsabsicherungsquote massgeblich zu dem erfreulichen Ergebnis beitrugen. Das Geschäftsjahr schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 625.2 Mio. Franken.
Die Kapitalanlagen erhöhen sich um 0.8 Mrd. auf 30.2 Mrd. Franken. Hiervon entfallen 29.2 % auf die Nominalwerte und 30.2 % bzw. 37.1 % auf die Aktien- und Immobilienanlagen. In Gold sind 3.5 % des Anlagevermögens investiert.
Das positive Ergebnis führt zu einer weiteren Verbesserung der finanziellen Situation der MPK. Per Bilanzstichtag liegt der Deckungsgrad bei 135.8 %. Die MPK verfügt somit auch per Ende 2025 über freie Mittel.
Dank der bestehenden freien Mittel können die Guthaben der Versicherten im Geschäftsjahr 2026 mit 7.25 % verzinst werden. Der Stiftungsrat beschloss, dass auch die Rentenbezüger von der guten finanziellen Lage profitieren sollen.
Per 1. Januar 2026 wurden sämtliche Alters-, Hinterlassenen-, Invaliden- und Kinderrenten mit Rentenbeginn vor dem 1. Januar 2026 um 1.5 % erhöht. Der Verwaltungsaufwand pro versicherte Person beträgt 78.3 Franken und die Vermögensverwaltungskosten liegen bei 32.8 Rappen pro 100 Franken Vermögensanlagen.
Der Versichertenbestand betrug Ende 2025 rund 75’500 Personen (3’500 Personen weniger als im Vorjahr), davon waren 29’500 Rentenbezüger.
Swisscanto PK-Monitor Januar 2025
- Performance: Im Januar erzielten die Kassen eine durchschnittliche Performance von 0,4 Prozent. Die Schätzung der kumulierten Nettorendite (gleichgewichtet) für das Jahr 2025 wurde aufgrund rückwirkender Daten-Anpassungen von 5,3 auf 5,5 Prozent nach oben revidiert. Die Rendite liegt damit 3,5 Prozentpunkte über der Sollrendite aus der Pensionskassenstudie von Swisscanto.
- Deckungsgrad: Nachdem der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen im Jahr 2025 auf 120,6 Prozent gestiegen war, erreichte er im Januar 120,9 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit 2022. Sowohl die öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung als auch jene mit Teilkapitalisierung verzeichnen gemäss unserer Hochrechnung sogar die besten Deckungsgrade seit 25 Jahren (115,7 Prozent resp. 92,4 Prozent).
- Anlageklassen: Die stärkste Performance erzielten im Januar Rohstoffe (+10,7 Prozent) trotz einer Korrektur gegen Ende Monat. Mit grösserem Abstand folgen Hedge Funds (+1,8 Prozent) und Immobilien Schweiz indirekt sowie Obligationen CHF mit je +0,8 Prozent. Das Schlusslicht im Januar bilden mit -0,4 Prozent die Obligationen Ausland.
Ausbildung zum ASIP ESG-Reporting
Ethos bietet ein neues Ausbildungsmodul zum ESG-Berichtsstandard des Schweizerischen Pensionskassenverbands (ASIP) an. Das Modul vermittelt praxisnahe Erläuterungen zu den relevanten Indikatoren und Berechnungsmethoden, stellt bewährte Praktiken vor und zeigt konkrete Anwendungsbeispiele. Es unterstützt sowohl beim Verfassen als auch beim Lesen von Nachhaltigkeitsberichten.
Das Modul ist Teil des umfassenden Schulungsprogramms von Ethos zum Thema nachhaltiges Investieren. Es basiert auf der neuesten Ausgabe der ASIP-Standards. «Es wurde sowohl für die Teams, die diese Berichte erstellen, als auch für die Leserschaft dieser Berichte konzipiert», betont Vincent Kaufmann, Direktor von Ethos. «Es erläutert die Schlüsselkonzepte und veranschaulicht detailliert die verschiedenen Berechnungsschritte für jeden Indikator gemäss der von der ASIP empfohlenen Methodik, wie beispielsweise REIDA für Immobilien oder PCAF für Staatsanleihen.»
Simone Stahl wird Nachfolgerin von E.Vauclair bei der PK SRG
Der Stiftungsrat der Pensionskasse SRG SSR (PKS) hat Simone Stahl zur neuen Geschäftsführerin der PKS gewählt. Sie tritt per Mitte August 2026 die Nachfolge von Emmanuel Vauclair an, der Ende April nach über neun Jahren die PKS verlässt. Marlise Staub Kohler, stellvertretende Geschäftsführerin, wird die PKS interimistisch leiten.
Simone Stahl bringt umfassende Erfahrung aus dem Bereich der beruflichen Vorsorge mit. Sie hat an der Universität Bern Mathematik studiert und ist diplomierte Pensionsversicherungsexpertin. Sie war in den letzten zehn Jahren bei der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) tätig. Zuvor hat sie Vorsorgeeinrichtungen unterschiedlicher Grösse beim Expertenbüro Pittet Associés AG in Bern betreut. Simone Stahl ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Thun.
Simone Stahl übernimmt die Leitung der PKS per Mitte August 2026. Emmanuel Vauclair, der die Funktion seit 2016 ausgeübt hat, tritt Ende April 2026 zurück und wird ab 1. Mai Direktor von Publica, der Pensionskasse des Bundes. Marlise Staub Kohler, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Destinatärverwaltung, übernimmt die PKS-Leitung interimistisch.
Nicht die Arbeit macht krank
Ein Blick auf den selbst deklarierten Gesundheitszustand in der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) zeigt einen deutlichen Knick. Zwischen 2010 und 2020 war das Bild stabil, danach sinkt das Wohlbefinden – nicht dramatisch, aber auffällig.
Die Klage über die stressige Arbeitswelt ist allgegenwärtig. Gewerkschaften warnen vor einer «Gesundheitskrise» und fordern als Antwort kürzere Arbeitszeiten oder strengere Regulierungen. Ein Blick in die Statistik zeigt: Das Gesundheitsempfinden verschlechtert sich tatsächlich. Doch wer die Arbeit reflexartig als Sündenbock brandmarkt, macht es sich zu einfach, schreibt Patrick Chuard-Keller, Chefökonom des Arbeitgeberverbands. Zusammenfassend wird festgehalten:
• Der Rückgang des Gesundheitsempfindens seit 2020 ist kein spezifisches Arbeitsmarktphänomen, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Trend. Seit 2020 verläuft er bei Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen nahezu identisch.
• Die Entwicklung lässt sich nicht mit schlechteren Arbeitsbedingungen erklären: Arbeitszeiten sinken; Ferien und Homeoffice nehmen zu; die Reallöhne steigen.
• Besonders aussagekräftig ist der Blick auf junge Erwachsene: Der besorgniserregende Anstieg psychisch begründeter IV‑Neurenten setzt ein, bevor der Arbeitsmarkt prägend wirkt.
Besonders hellhörig macht die Entwicklung bei den Jüngsten im Arbeitsmarkt. Seit 2017 steigt die Zahl der IV-Neurenten bei den 18- bis 24-Jährigen deutlich an – ein Befund, der gesellschaftlich alarmieren muss.
Auffällig ist: Betroffen sind ausgerechnet jene mit wenig oder keinem Arbeitsmarktkontakt. Bei älteren Altersgruppen zeigt sich kein vergleichbarer Anstieg – obwohl sie der Arbeitswelt deutlich stärker ausgesetzt sind.
Das legt einen differenzierteren Blick auf die Ursachen nahe. Die Zunahme psychischer Probleme verläuft zeitlich parallel zur Allgegenwart sozialer Medien. Auch wenn die Forschung hier noch keine abschliessenden Antworten liefert, deuten Hinweise darauf hin, dass digitaler Dauervergleich und Erwartungsdruck in der Phase der Identitätssuche tiefer wirken könnten als der spätere Büroalltag.
«In der Schweiz kann man nicht günstig bauen»
Der Blick schreibt zu den Themen Wohnungsnot und Baukosten: Wenn die Schweiz etwas ganz dringend braucht, dann ist es mehr bezahlbaren Wohnraum. Um der Wohnungsnot entgegenzuwirken, soll der Wohnungsbau angekurbelt werden. Doch Neubauprojekte sind selten günstig. Billig wohnt in der Schweiz, wer schon seit Jahrzehnten in seiner Mietwohnung verharrt. Sobald Altbauten abgerissen oder saniert werden, steigt die Miete deutlich.
Fragt man die SP, liegt das an der Profitgier der Investoren. Anders sieht es Marco Feusi (54), CEO des Immobilienentwicklers Hiag. Die Baukosten, sagt Feusi, seien hierzulande einfach sehr hoch. «In der Schweiz kann man nicht günstig bauen», sagt der Immo-Chef im Gespräch mit Blick. Dazu heisst es weiter:
«In der Schweiz sind die baulichen Anforderungen enorm hoch», so begründet Feusi die hohen Mietzinsen. Bauvorschriften, etwa bezüglich der Schallisolation, verteuern den Bau laut dem CEO enorm. «Niemand will heute noch in eine Wohnung ziehen, in der man die Nachbarn oberhalb oder nebenan hört.» Deshalb werden beispielsweise 24 Zentimeter dicke Geschossdecken und Wohnungstrennwände betoniert. Das gehe ins Geld.
Auch an die Grösse der Räume werden strenge Anforderungen gestellt. «Das kleinste Schlafzimmer muss laut dem Baugesetz mindestens 10 Quadratmeter gross sein, und die Raumhöhen müssen mindestens 2,4 Meter betragen», so Feusi. Die von den Mieterinnen und Mietern gewünschten Standards seien ebenfalls hoch. Wer heute eine 4,5-Zimmer-Wohnung suche, wolle zwei Nasszellen, nicht eine.
Ökologische Standards verteuern den Bau zusätzlich. «Die energetischen Vorgaben sind streng», sagt Feusi. Die Gebäudehülle müsse gut gedämmt sein und die Energieversorgung erneuerbar und effizient. Das hänge nicht nur mit dem eigenen Umweltbewusstsein zusammen. «Unsere Investoren sind Pensionskassen und Versicherungen», so Feusi. Diese hätten heute oft Vorgaben bezüglich Nachhaltigkeit. Wer nicht mithält, verliert wichtige Geldgeber.
Ebenfalls kostenrelevant: der Boden, auf dem ein Wohngebäude steht. Ein zunehmend rares Gut, das sich in den letzten Jahren massiv verteuert hat. «Der Boden macht an städtischen Lagen heute rund 50 Prozent des Werts einer Liegenschaft aus», sagt Feusi.
Risikokapital: vorsichtige Pensionskassen
International im Mittelfeld – mit grossem Abstand zu den Spitzenreitern
In der Schweiz belaufen sich die Risikokapitalinvestitionen auf etwa 0,3% der Wirtschaftsleistung. Damit liegt die Schweiz leicht über dem kontinentaleuropäischen Durchschnitt, aber deutlich hinter führenden Risikokapitalstandorten wie den USA, Israel oder Singapur.
Avenir Suisse hat eine Studie zum Thema «Staatliches Risiko(-kapital)» publiziert, die eine Reihe von Vorschlägen enthält, wie die Bildung und der Einsatz von Risikokapital in der Schweiz gestärkt werden können. Der Staat sollte dabei eine untergeordnete Rolle spielen und sich primär darauf beschränken, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dabei kommt auch das Thema Pensionskassen zur Sprache. In der Studie wird dazu ausgeführt:
MoreIm Unterschied etwa zu den USA haben institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen oder Asset Manager in der Schweiz Risikokapital bis heute kaum als Anlageklasse entdeckt. Selbst im Vergleich zu Europa liegt die Schweiz zurück.
So stellten Pensionskassen dort in den letzten Jahren rund 8 % des Risikokapitals. An bedeutenden Standorten wie Grossbritannien (14 %) oder Schweden (22 %) ist es sogar deutlich mehr (Investeurope 2025).
Ein solches Niveau dürfte auch der Bundesrat im Blick gehabt haben, als er Anfang 2022 die Anlagevorschriften für Pensionskassen präzisierte (Bundesrat 2021). Genau genommen wurden die Investitionen in Risikokapital damit aber nur formal erleichtert.
Neue diplomierte Berater berufliche Vorsorge IAF
Im November fanden die fünften Abschlussprüfungen der Interessengemeinschaft Ausbildung im Finanzbereich IAF zum „Dipl. Berater/in berufliche Vorsorge IAF” statt. Die Prüfungen wurden in den Sprachen Deutsch und Französisch angeboten. Der Bildungsabschluss zeichnet Beraterinnen und Berater aus, die eine hochstehende Beratung in der beruflichen Vorsorge für Unternehmen (Arbeitgeber) sowie für Versicherte durchführen können.
24 Kandidaten erlangten das Diplom mit der Vertiefung „Beratung von Unternehmen” und 17 jenes mit der Vertiefung „Beratung von Versicherten”. Ende Januar fanden die Diplomprüfungen der IAF in Lausanne und Zürich statt, bei denen den frisch diplomierten Fachleuten ihre Diplome übergeben wurden.
Kommentar: Rien ne va plus
(Kommentar Newsletter Nr. 544)
Zum nicht geringen Erstaunen der Fachwelt hat die SGK des Nationalrats am 9. Januar mit deutlichen Mehrheiten beschlossen, Vorstösse zur Revision von zwei Teilbereichen des BVG zu lancieren: Vorverlegung des Sparbeginns auf Alter 20 und eine flachere Beitragsstaffelung mit nur zwei Sätzen. Wie hoch diese Sätze sein sollen, hat die Kommission sicherheitshalber offengelassen.
MoreRisikobasierte Aufsicht: Untaugliches Kennzahlensystem der OAK
Auf der Website der Schweizer Personalvorsorge setzt sich PK-Experte Roger Baumann, c-alm, mit der per Anfang 2026 in Kraft getretenen Weisung 1/2025 zur risikobasieren Aufsicht der OAK auseinander und übt offene Kritik. Sie betrifft die Kompetenzen der OAK, die Zulässigkeit von Vorgaben an die Aufsicht und schliesslich die Praxistauglichkeit des gewählten Vorgehens mit Kennzahlen. Baumann schreibt u.a.:
MoreMit der Weisung W – 01/2025 hat die OAK BV in Ziffer 4 in allgemeiner Form eine risikoorientierte Aufsicht zur Norm gemacht. In der Mitteilung M – 01/2025 konkretisiert sie nun, was sie sich darunter vorstellt.
Kern der Mitteilung ist ein Kennzahlensystem, das «die Grundlage für die systematische Beurteilung der Risiken und der finanziellen Stabilität der Einrichtung» bildet (Ziffer 4.2). Die OAK BV gibt dazu sehr genau Angaben, wie dieses Kennzahlensystem ihrer Meinung nach auszusehen hat.
Der Vorstoss der OAK BV ist auf mehreren Ebenen eine Gratwanderung. Zuerst stellt sich die grundsätzliche Frage, wieweit die Aufsichtsbehörden den Stiftungsrat zum Thema Risikosteuerung einschränken darf und soll. Diese Frage ist eng mit der Haftung und – wie immer bei Eingriffen – mit der Frage der Verhältnismässigkeit verbunden.
Zweitens stellt sich die Frage, wieweit die OAK BV gegenüber den Aufsichtsbehörden inhaltlich Vorgaben machen kann. Die Mitteilung der OAK BV ist als Empfehlung formuliert, Vorschriften hätten ihre Kompetenz überschritten.
Dennoch setzt die OAK BV die Aufsichtsbehörden mit der Mitteilung unter Druck, dass sie jetzt entweder die Kennzahlen der OAK BV übernehmen oder ein eigenes vergleichbares System entwickeln.







