WTW übernimmt GiTeC Prévoyance
GiTeC ist seit 20 Jahren hauptsächlich in der versicherungsmathematischen Bewertung und Beratung von Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften tätig und wird Teil des bestehenden WTW Teams in Lausanne und Genf. Das Portfolio von WTW umfasst Dienstleistungen wie Pensionskassenexpertise, Versicherungsmathematik, Investments, Rechtsberatung, strategische Beratung, Geschäftsführung, Mitarbeitervergütung sowie Versicherungsmakler und Health & Benefits.
Publica Performance 2022 –9,6%, Unterdeckung mit 97%
Publica. Die heftigen Bewegungen auf den globalen Finanzmärkten haben die Erträge auf den Vermögensanlagen von Publica geschmälert. Die geschlossenen Vorsorgewerke erreichten mit einem Aktienanteil von 10% eine Performance von -8,0%, die offenen Vorsorgewerke mit einem Aktienanteil von gut 25% eine Performance von -9,7%. In den geschlossenen Vorsorgewerken sind ausschliesslich rentenbeziehende Personen versichert.
In den offenen Vorsorgewerken sind sowohl berufstätige wie auch rentenbeziehende Personen versichert. Deshalb verfolgt Publica für die offenen Vorsorgewerke eine risikoreichere Anlagestrategie als für die geschlossenen Vorsorgewerke. Auf Stufe des konsolidierten Gesamtvermögens und auf währungsgesicherter Basis betrug die Netto-Anlageperformance 2022 -9,6% nach allen Kosten und Steuern. Aufgrund der negativen Performance liegt der geschätzte konsolidierte Deckungsgrad über alle Vorsorgewerke bei 96,7%. Andererseits ist aufgrund der gestiegenen Zinsen langfristig wieder mit einer deutlich höheren Rendite zu rechnen.
SGK-N beginnt Beratung zur Differenzbereinigung
SGK. Die Kommission hat die Differenzbereinigung zur BVG-Reform(20.089) aufgenommen. Sie hat sich die Beschlüsse des Ständerates aus der vergangenen Wintersession erläutern lassen und die Verwaltung mit vertieften Abklärungen, insbesondere zur Ausgestaltung des Koordinationsabzugs und zur Versicherung von Mehrfachbeschäftigten, beauftragt. Die Kommission wird die Bereinigung der Differenzen, darunter namentlich die Frage der Kompensationsmassnahmen für die von einem tieferen Umwandlungssatz besonders betroffene Übergangsgeneration, an der nächsten Sitzung fortsetzen. Sie beabsichtigt, ihre Beratungen an ihrer Februarsitzung abzuschliessen, damit das Geschäft in der Frühjahrssession behandelt werden kann.
Politik mit Verspätung
Interview mit Jérôme Cosandey zur Zukunft der Schweizer Sozialpolitik im Magazin der blpk. Auszüge:
Uwe Stolzmann: Sie schauen mit dem kühlen Blick des Forschers auf die Vorsorge in der Schweiz. Wie ist die Lage?
Jérôme Cosandey: Das Drei-Säulen-System sehen wir als eine Stärke. Wir finden richtig, dass die AHV für alle da ist. Die zweite Säule mit ihren 1500 Pensionskassen hingegen kann die Bedürfnisse und Vorlieben der Versicherten in Betrieben besser berücksichtigen. Die dritte Säule sowieso, die ist ja freiwillig und individuell.
Und wie ist aus Ihrer Sicht der Zustand der zweiten Säule?
Kurzfristig gut. Mit der Pandemie haben wir gerade eine grosse Krise durchgemacht, gleich danach rutschten wir in die nächste: Krieg in der Ukraine, Wertverfall am Aktienmarkt, Inflation. Und trotzdem haben die meisten Pensionskassen noch einen Puffer. Die Leistungsversprechen sind nach wie vor abgesichert. Auf kurze Sicht ist das eine solide Situation.
Solide sei die Situation, sagen Sie. Warum ist dann die anstehende BVG-Reform so nötig?
Wir müssen handeln. Damit die Renten, die wir jetzt auszahlen, auch wirklich vorfinanziert sind. 1985 haben wir die obligatorische zweite Säule eingeführt. Seither hat sich unsere Gesellschaft stark verändert. Die Menschen haben nicht mehr diese lineare Biografie, eine Stelle von der Lehre bis zur Pensionierung. Viele durchlaufen verschiedene Stationen. Sie wechseln den Arbeitgeber oder haben mehrere Jobs, arbeiten Teilzeit, gehen ins Ausland, gründen eine Familie…
Diese gesellschaftlichen Veränderungen werden in der Debatte über die BVG-Reform oft vergessen. Wir müssen die berufliche Vorsorge, diese Errungenschaft aus den achtziger Jahren, endlich ins 21. Jahrhundert bringen. Aber, verrückt: Die Politik hat zwei Züge Verspätung! Die Realität an der Front, bei den Pensionskassen sieht ganz anders aus. Umwandlungssatz, Koordinationsabzug, Generationengerechtigkeit – viele Kassen haben bereits Vorkehrungen getroffen. Doch die Politik streitet immer noch auf eine Weise, als wenn es diese Realität nicht gäbe.
Rentner-Boom und Fachkräftemangel
TA. Noch nie gab es so viele neue Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz. Zahlen, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag veröffentlicht hat, zeigen: Im Jahr 2021 haben 96’292 Menschen in der Schweiz zum ersten Mal die AHV bezogen. Diese Zahl wächst «rasant», wie das BFS sagt. 2015 waren es noch rund 10’000 weniger.
Ende dieses Jahrzehnts werden darum mehr als 2,2 Millionen Menschen in der Schweiz pensioniert sein, heute sind es 1,7 Millionen. Gemäss einem Bericht des Bundesrats erhalten in der Schweiz mehr als 98 Prozent aller Personen ab 65 Jahren eine Altersrente aus der ersten Säule.
Nun kommt die Pensionierungswelle also richtig ins Rollen. Warum? Weil die Generation der Babyboomer in Rente geht. Allerdings rücken nicht genug junge Arbeitskräfte nach, weshalb es zu Lücken bei den Erwerbstätigen kommt.
“Die SP in der Offensive”
Die SP will erstens unbedingt an der BR-Vorlage zur BVG-Reform festhalten und zweitens diese Vorlage mit weiteren sozialpolitischen Forderungen ausbauen. Kurz vor Beginn der Beratungen der SGK des Nationalrats hat sie diese vor der Presse erläutert. Fabian Schäfer berichtet in der NZZ:
Politische Kommunikation in extremis: Am Donnerstag um 9 Uhr ist in Bern eine SP-Delegation um Co-Präsidentin Mattea Meyer vor die Medien getreten, um ihre Anträge für eine um 9 Uhr 45 beginnende Kommissionssitzung öffentlich kundzutun. Thematisch ging es um die Reform der beruflichen Vorsorge (BVG), eines der letzten grossen Projekte der Legislatur. Rechtlich ist das Manöver der SP zulässig. Die Beratungen in den Kommissionen sind zwar vertraulich, die eigenen Anträge offenzulegen, ist aber nicht verboten.
Indes sagt das Vorgehen einiges über die Absichten aus. Wer glaubt, eine Vorlage ernsthaft beeinflussen zu können, geht mit seinen Anträgen kaum vorher an die Öffentlichkeit. Im Fall der SP ist diese Wahrscheinlichkeit klein. Über fast alle präsentierten Anträge hat der Nationalrat bereits diskutiert – und sie abgelehnt. Die Motivation für den Auftritt dürfte eher bei den Wahlen zu suchen sein. Die SP will in den nächsten Monaten die Debatte über die Renten forcieren – eines ihrer stärksten Themen, mit denen sie auch gegenüber den Grünen punkten kann.
Entweder BR-Lösung oder keine Senkung des UWS
pw. Die SP hat ihre Forderungen mit Blick auf die laufende Beratung in der SGK des Nationalrats zur BVG-Reform in einer Mitteilung kundgetan. Einleitend dazu drei Zitate: Mattea Meyer, Co-Präsidentin: «Die Renten der Frauen dürfen nicht länger ein Drittel tiefer sein als die der Männer”; Barbara Gysin, Nationalrätin: «Die Rentensituation der Frauen verbessern wir am wirkungsvollsten über die Einführung von Betreuungs- und Erziehungsgutschriften in der 2. Säule”; und schliesslich NR Pierre-Yves Maillard: «Kommen die Räte nicht auf die Bundesratsvariante zurück, muss auf eine Senkung des Umwandlungssatzes verzichtet werden.»
Mit einer demokratischen Auseinandersetzung und fairen Suche nach einem Kompromiss hat das wenig zu tun. Arrogant und entlarvend die Bemerkung Maillards. Entweder eine Reform nach unserem Gusto, oder gar keine. Wenn das der beruflichen Vorsorge schadet, nicht unser Problem. Die Interessen der Versicherten? Offenbar nicht Sache der SP.
WTW Swiss Pension Finance Watch 2022
WTW. Für die Pensionsverpflichtungen in den Unternehmensbilanzen war das Jahr 2022 dramatisch. Die Unternehmensanleihen stiegen in der ersten Jahreshälfte 2022 stark an. Diese Tendenz setzte sich in der zweiten Jahreshälfte fort, wenn auch langsamer. Der Gesamtanstieg im Jahr 2022 führte zur stärksten Veränderung der Pensionsverpflichtungen der Unternehmen, die seit Beginn des WTW Swiss Pension Finance Watch je innerhalb eines einzigen Jahres beobachtet wurde.
Da die Unternehmen mit ansehen mussten, wie der Wert ihrer Vorsorgevermögen im Laufe des Jahres dahinschmolz, wird der Rückgang der Vorsorgeverpflichtungen eine Erleichterung sein. Trotz alledem ist es möglich, dass zahlreiche Unternehmen per Ende 2022 in ihren internationalen Bilanzen eine positive Ausfinanzierung aufweisen.
Neurentenstatistik 2021
BFS. Eine neue Altersrente aus der beruflichen Vorsorge (BV) belief sich 2021 im Median bei den Frauen auf 1201 Franken und bei den Männern auf 2100 Franken pro Monat.
Der Medianbetrag der von den Pensionskassen und Freizügigkeitseinrichtungen entrichteten Kapitalleistungen betrug bei den Männern knapp 159’524 Franken und bei den Frauen 64’459 Franken.
Ohne Berücksichtigung der Kapitalleistungen aus Freizügigkeitseinrichtungen ist der Unterschied noch grösser: Der Medianbetrag der von den Pensionskassen ausbezahlten Kapitalleistungen belief sich bei den Männern auf 200’000 Franken und bei den Frauen auf 85’000 Franken.
“In der Rentenfalle”
pw. Es steht nicht gut um die BVG-Revision. Die Linke beharrt eisern auf dem sog. Sozialpartnerkompromiss mit starker Umverteilungskomponente, was das Gewerbe (auch Sozialpartner) aus Kostengründen nicht akzeptiert. Die bürgerlichen Parteien lavieren, sind sich fundamental uneinig und wissen nicht wirklich, was sie wollen.
Fabian Schäfer berichtet in der NZZ über ein “klandestines Treffen” aller Beteiligten auf bürgerlicher Seite, allerdings ohne Gewerbe und Bauern, was aber anscheinend kein zählbares Resultat erbrachte. Was wohl nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass der Arbeitgeberverband sich aus der selbstgestellten Falle mit dem Kompromiss nicht zu befreien vermag. Auch nach den Ständeratsbeschlüssen konnte er sich nicht zu einer öffentlichen Beurteilung der Situation durchringen, obwohl solches erwartet worden war.
Die Linke beruft sich auf ein angebliches Versprechen, die 2. Säule für Frauen massiv aufzubessern. Allerdings ist unklar, wer, wann und mit welchem Auftrag und welcher Bindung ein solches Versprechen abgegeben hat. Das gehört wohl zur aktuellen Nebelpetarden-Politik. Aber dieses Versprechen wird ad nauseam vorgebracht, als wäre damit die Reform bereits beschlossene Sache.
CS PK-Index 2022
CS. Im Berichtsmonat [Dezember] nimmt der Pensionskassen Index um 3,87 Punkte bzw. 2,01% ab; seine Veränderung seit Jahresanfang beträgt damit –10,14%. Per 31. Dezember 2022 steht der Index bei 188,57 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000.
Der Hauptanteil an der negativen Entwicklung im Dezember ist den Aktien (–1,52%) zuzuschreiben. Der Renditebeitrag von Aktien Schweiz beträgt –0,39% und derjenige der Aktien Ausland –1,14%. Auch die Anlageklassen Obligationen (–0,62%) und Alternative Anlagen (–0,04%) haben mit negativen Renditebeiträgen das Monatsergebnis zusätzlich belastet. Positive Beiträge sind einzig bei den Immobilien (+0,11%) und der Liquidität (+0,08%) zu verzeichnen, die restlichen Anlagekategorien waren unauffällig.
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (seit 1. Januar 2017 auf 1% p. a.) ist im Berichtsmonat um 0,13 Punkte (bzw. 0,08%) auf den Stand von 159,86 Punkten gestiegen, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt somit per 31. Dezember 2022 um 2,09% hinter der BVG-Vorgabe zurück.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index seit 1. Januar 2000 beträgt per 31. Dezember 2022 2,79%. Demgegenüber steht eine annualisierte BVG-Mindestverzinsung von 2,05%.
Wohnungsmarkt: “Krise mit Ansage”
In der Schweiz werden derzeit zu wenig Wohnungen gebaut, als dass die steigende Nachfrage befriedigt werden könnte. Und es sieht nicht danach aus, als ob sich dies rasch ändern würde. Andrea Martel sucht in der NZZ nach Lösungen.
Der Bedarf an Wohnungen steigt laufend. 50’000 zusätzliche Haushalte pro Jahr sind in der Schweiz bald die Regel. Einerseits hat das Land eine starke Zuwanderung, anderseits breitet sich die ansässige Bevölkerung mehr und mehr aus.
Zeitweise hält die Neubautätigkeit mit dieser Zusatznachfrage Schritt. Zwischen 2014 und 2018 wurden sogar mehr neue Wohnungen erstellt als unmittelbar benötigt. Seit dem Jahr 2020 steigt die Zahl der Haushalte jedoch wieder stärker als der Wohnungsbestand. Laut dem Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen fehlen jährlich 5000 bis 10’000 Wohnungen. (…)
Für die nachlassende Bautätigkeit gab es gute Gründe. Es ist noch keine drei Jahre her, da war in der Schweiz von einem Überangebot die Rede. Pensionskassen und Versicherungen hatten auf Hochtouren Wohnungen gebaut, was die Leerstände – auch vor dem Hintergrund einer relativ schwachen Zuwanderung – deutlich nach oben trieb. Es war eine Zeit, in der sich Vermieter teilweise gezwungen sahen, Interessenten mit Einkaufsgutscheinen oder mietfreien Zeiten zu umwerben.
UBS PK-Performance 2022
Das schlechteste Ergebnis von -3,93% ist bei einer kleinen Pensionskasse mit verwalteten Vermögen von wenier als CHF 300 Mio. zu finden. Die Bandbreite der grossen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von mehr als CHF 1 Mrd. war am kleinsten mit 2,08 Prozentpunkten, bei den kleinen Pensionskassen belief sie sich auf 3,12 Prozentpunkte und bei den mittleren betrug sie 2,29 Prozentpunkte.
Innovationsfonds: Hoffnung auf die Pensionskassen, Update
Hansueli Schöchli befasst sich in der NZZ mit dem von BR Parmelin vorangetriebenen Projekt eines mit Bundesmitteln alimentierten Innovationsfonds, der zu gleichen Teilen auch private Mittel anziehen soll, nicht zuletzt von Pensionskassen. Viel Begeisterung löst das Vorhaben nicht aus.
Die Schweiz soll mit einem staatlichen Innovationsfonds Jungunternehmen fördern. Dies hat der Bundesrat im Juni 2022 im Grundsatz befunden. Einige Jahre zuvor hatte die Regierung die Idee noch abgelehnt – namentlich mit dem Hinweis, dass hier kein Marktversagen ersichtlich sei.
Auch die jüngste vom Bund bestellte Untersuchung vom April 2022 durch das Institut für Wirtschaftsstudien in Basel ortete kein Marktversagen bei der Finanzierung von Jungfirmen. Doch Wirtschaftsminister Guy Parmelin wollte die Staatsfonds-Idee dennoch weiterverfolgen. Es gab zwar in der Regierung wenig Begeisterung, aber es gab auch kaum fundamentale Opposition.
Seco: Tiefste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren
Seco. Das Seco hat am 9. Januar 2023 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2022 publiziert. Die positive Arbeitsmarktentwicklung des Vorjahres setzte sich fort. Die Arbeitsmarktentwicklung war 2022 zunehmend durch eine Verknappung des Arbeitskräfteangebots geprägt. Langzeittiefstwerte bei den Arbeitslosenzahlen waren die Folge: Für das Berichtsjahr 2022 resultiert daraus eine Arbeitslosenquote von 2,2%, was einer Abnahme um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2021 (3,0%) entspricht.








