Verschlechterte Bedingungen für FZ-Konten
Ein Beitrag auf der Website von SRF unter dem Titel “Neue Gebühren fürs Parkieren der Pensionskasse” nach einer Sendung auf “Espresso”geht auf die verschlechterten Bedingungen von Freizügigkeitskonten bei Banken ein. Im Visier von SRF ist vor allem die UBS.
Ein schlechtes Beispiel ist die UBS. Die Bank hat ihren Kunden mit Freizügigkeitskonto in den letzten Wochen per Brief mitgeteilt, dass ab Anfang Jahr neu eine Monatsgebühr fällig wird. Zwar ist der Betrag mit drei Franken im Monat gering, trotzdem verstehen viele Betroffene den Grund für diese Kosten nicht.
Viel Aufwand habe die Bank mit dem parkierten Geld ja nicht, meint eine Betroffene aus dem Kanton Aargau: «Ich kann dieses Geld nicht abheben, ich brauche keine monatlichen Auszüge. Und die Bank kann ja sogar noch damit wirtschaften». Und viel Zins gibt es auf dem parkierten Pensionskassenguthaben bei der UBS auch nicht, gerade mal 0.01 Prozent.
Swiss Pension Finance Watch Q4 2020
Die Pensionskassen-Bilanzen der Schweizer Unternehmen erhielten im 4. Quartal einen unerwarteten Aufschwung. Trotz des turbulenten Jahres beendeten die Pensionskassenvermögen das Jahr mit einer positiven Jahresrendite von über3 %, obwohl die Anleiherenditen ihren Abwärtstrend fortsetzten. Insgesamt erlaubte dies den Unternehmensbilanzen, das Jahr annähernd dort zu beenden, wo sie vor einem Jahr waren. Der Index für den Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverbindlichkeiten) stieg um 4,6%, wie der Willis Towers Watson Pension Index zeigt, der von 100,1% zum 30. September 2020 auf 104,7 % zum 31. Dezember 2020 anstieg.
Wechsel im Vorstand der LUPK
Peter Dietschi, Delegierter des Luzerner Staatspersonalverbands und Vertreter der Arbeitnehmer, ist per Ende Dezember 2020 altershalber aus dem Vorstand der Luzerner Pensionskasse zurückgetreten. Seinen Platz nimmt neu Martin Fluder ein.
Der 48-jährige Martin Fluder ist Bereichsleiter Pflege der Kliniken Luzern und Sarnen der Luzerner Psychiatrie sowie Mitglied des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachpersonen SBK.
Der Vorstand der LUPK setzt sich zusammen aus je sechs Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, die jeweils für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt werden. Die Arbeitnehmervertretung wird von der Versammlung der Versicherten bestimmt, die Vertreter der Arbeitgeber werden vom Regierungsrat gewählt. Der Vorstand der LUPK konstituiert sich selbst, wobei das Präsidium turnusgemäss zwischen einem Vertreter oder einer Vertreterin der Arbeitgeberseite und der Arbeitnehmerseite wechselt.
Verringerte 3a-Einzahlungen
In einer Ende November durchgeführten repräsentativen Befragung des Online-Vergleichsdienstes Comparis geben 53 Prozent der Umfrageteilnehmenden an, eine 3a-Vorsorgelösung zu haben. Davon hat fast jede fünfte Person (21 Prozent) im vergangenen Jahr weniger oder gar nicht in die Säule 3a eingezahlt. «Darin spiegeln sich unter anderem die Lohnausfälle wegen Kurzarbeit sowie Corona-bedingte Entlassungen», sagt Leo Hug, Vorsorge-Experte bei Comparis. Denn auf die Frage nach den Gründen für den Verzicht auf eine Einzahlung machten 43 Prozent der Betroffenen ein tieferes Einkommen als im Vorjahr geltend.
Einkommensrückschläge sind zwar das am meisten genannte, aber nicht das einzige Argument für die rückläufigen Überweisungen in die Säule 3a. 19 Prozent der 3a-Sparer, die weniger oder nichts in die Säule 3a einzahlten, geben an, ihren Sparanteil für andere Anlagegefässe genutzt zu haben, etwa für Direktanlagen in Aktien auf einem Bankdepot. 17 Prozent der Befragten erklärten, wegen einer grösseren Anschaffung kein Geld für die Säule 3a übrig gehabt zu haben.
PK-Aetas setzt sich zur Wehr
Die PK-Aetas, welcher in der Sonntags-Zeitung Vorwürfe wegen diverser Verstösse gemacht wurden, hat in einer Medienmitteilung ihre Position dargestellt:
Der Stiftungsrat der PK-AETAS bedauert, dass zwei in Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht entlassene Mitglieder der Geschäftsleitung über die Medien und die Aufsicht versuchen, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Es wurde eine neue Geschäftsleitung eingesetzt. Der Betrieb läuft regulär. Der Deckungsgrad der PK-AETAS liegt derzeit bei über 107%. Der Stiftungsrat und die neue Geschäftsleitung sichern den einwandfreien Betrieb der PK-AETAS.
Die PK-AETAS hat keine Kenntnis von Beschwerden, welche der Stiftungsaufsicht angeblich vorliegen.
Der Stiftungsrat der PK-AETAS ist gemäss den gesetzlich geltenden Regelungen gewählt. Drei der vier aktuellen Stiftungsräte sind seit Juni 2005 im Amt und jedes Jahr sowohl von der Revisionsstelle als auch von der Stiftungsaufsicht vorbehaltlos genehmigt worden.
Ein weiteres Mitglied wurde 2018 gewählt. Sämtliche Mitglieder des Stiftungsrates verfügen über beste Qualifikationen.
Im Jahre 2019 wurde das Wahlreglement der PK-AETAS unter der Leitung der externen Compliance Stelle in Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht aufgrund der veränderten Rechtsprechung überarbeitet. Die Aufsichtsbehörde hat den Termin für die Wahlen des Stiftungsrates auf den 30. Juni 2021 festgelegt. Bis dahin bleibt der aktuelle Stiftungsrat uneingeschränkt verantwortlich.
Beschwerden gegen PK-Aetas
Die Berner Sammelstiftung PK-Aetas befindet sich in Turbulenzen. Nachdem zwei inzwischen entlassene Geschäftsführer der Pensionskasse eine Anzeige bei der bernischen Stiftungsaufsicht eingereicht hatten, doppeln nun etliche Kunden der PK-Aetas nach.
Die SonntagsZeitung hat Kenntnis von über einem Dutzend angeschlossener kleinerer und mittelgrosser Firmen, die sich mit einer Beschwerde an die Stiftungsaufsicht und an die Oberaufsichtskommission gewendet haben.
Mit einer Beschwerde, die am Freitag verschickt wurde, wird die sofortige Abberufung beziehungsweise Suspendierung des amtierenden Stiftungsrats gefordert. Präsident der PK-Aetas ist der SVP-Nationalrat Franz Grüter, der auch als Verwaltungsratspräsident des IT-Unternehmens Green amtiert.
Der Stiftungsrat sei zu keinem Zeitpunkt durch demokratische Wahlen durch die angeschlossenen Vorsorgewerke bestellt worden, begründen die Beschwerdeführer. Dem Stiftungsrat fehle die Legitimation. Zudem werde seit je gegen die paritätische Zusammensetzung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern verstossen.
TA / Fall Aetas
Freie PK-Wahl?
Avenir Suisse hat die (per E-Mail geführte) Diskussion zwischen Jérôme Cosandey, Directeur romand von Av. Suisse, und Peter Wirth, Geschäftsführer des Vorsorgeforums, auf ihre Website übernommen. Cosandey ist sehr dafür, Wirth skeptisch.
SGB Jahres-Pressekonferenz
Der Gewerkschaftsbund hat an seiner Pressekonferenz wie üblich auch das Thema Altersvorsorge aufgegriffen. Und wie bekannt plädiert der SGB für einen Ausbau der AHV. Gabriela Medici, stellvertretende Sekretariatsleiterin, zuständig für Sozialversicherungen, führte u.a. aus:
2021 wird der Druck auf die Renten der 2. Säule weiter zunehmen. Viele Pensionskassen haben bereits weitere Senkungen der technischen Zinssätze und der Umwandlungssätze beschlossen. Grund dafür sind die tiefen Zinsen. Tiefe Zinsen sind für die nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanzierte 2. Säule besonders schwer zu verkraften. Der Anteil des Kapitalertrags an den Einnahmen der beruflichen Vorsorge ist bereits drastisch gesunken.
Während er im Jahr 1987 mit 32.6 Prozent noch dem sprichwörtlichen dritten Beitragszahler entsprach, fiel der Anteil des Kapitalertrags bis 2018 auf 19.9 Prozent. In gleichem Umfang stiegen die Beiträge der Versicherten an die 2. Säule kontinuierlich. Im Jahr 1987 kam auf eine Versicherte rund 2’300 Franken Kapitalertrag (3’400 Franken zu Preisen von 2018). Die Versicherte zahlte durchschnittlich 4’800 (7’000) Franken an Beiträgen, die Arbeitgeberbeiträge miteinbezogen. Im Jahr 2018 waren es 4’333 Franken Kapitalertrag und bereits 13’400 Franken an Beiträgen.
ASIP: Start ins neue Vorsorgejahr
Coronabedingt ist der traditionelle Neujahrsanlass des ASIP dieses Jahr ausgefallen. Als Ersatz hat der Verband die Referate seines Präsidenten J.R. Roulet und von Direktor Hanspeter Konrad (ab Minute 10) auf Video aufgenommen und über YouTube publiziert.
Auch das Referat von Dr. Stefan Kull mit einer Standortbestimmung und einem Ausblick zu den Themen China, Weltwirtschaft, Emerging Markets und Schweiz / Europa steht als YouTube Beitrag zur Verfügung.
Desax neuer Präsident des BVSA-VR
Franziska Bur Bürgin hat beschlossen, sich nach 10-jähriger Tätigkeit nicht mehr zur Wiederwahl für das Amt als Präsidentin des Verwaltungsrats der BVG- und Stiftungsaufsicht (Aargau und Solothurn) für das Jahr 2021 zur Verfügung zu stellen.
Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat für das Amtsjahr 2021 Donald Desax als Präsidenten des Verwaltungsrats der BVSA gewählt. Donald Desax war als Leiter Berufliche Vorsorge und Mitglied der Konzernleitung der Helvetia Gruppe tätig. Zudem war er u.a. auch Mitglied der Eidgenössischen Kommission für berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) sowie der Expertenkommission Strukturreform.
(Aus Versehen wurde in der ersten Fassung des Berichts ein falsches Foto aufgeschaltet. Wir bitten um Entschuldigung).
“Milliarden für Amerikaner”
Florian Schwab lässt sich in der Weltwoche darüber aus, dass grosse öffentliche Pensionskassen als Depotbank J.P. Morgan wählen, und die einheimischen Anbieter (CS, UBS) leer ausgehen.
Der Befund lässt aufhorchen: Drei der grössten Pensionskassen für Staatsangestellte verwahren ihr Anlagevermögen bei der amerikanischen Grossbank J. P. Morgan. Neben der Publica, der Pensionskasse für die Bundesangestellten, sind dies die kantonalzürcherische BVK und die Pensionskasse der SBB. Ihr flüssiges Vermögen betrug Ende 2019 zusammen etwa 92 Milliarden Franken.
Im Jahr 2011, als die BVK zu J. P. Morgan als globaler Depotbank wechselte, hatte dies ein politisches Nachspiel. Gregor Rutz, damals Kantonsrat und heute Nationalrat für die Zürcher SVP, verlangte von der Regierung eine Erklärung. Die Stimmung war aufgrund des Steuerstreits zwischen den USA und der Schweiz aufgeheizt. Heute sieht Rutz die Sache entspannter: «Wir dürfen nicht übertreiben mit protektionistischen Massnahmen.»
Die Erklärung der Kantonsregierung, laut der die Gelder von der Schweizer Niederlassung von J. P. Morgan verwahrt würden und Schweizer Recht zur Anwendung komme, habe der Sache etwas von ihrer Brisanz genommen. «Aber trotzdem finde ich, dass Schweizer Pensionskassen wenn irgend möglich mit Schweizer Anbietern zusammenarbeiten sollten.» Und diese gibt es: die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, Pictet und die Zürcher Kantonalbank.
Publica: Neuer Leiter Vorsorge
Tristan Imhof (49) wird der neue Leiter Vorsorge bei der Publica unter der neuen Direktion von Doris Bianchi. Imhof ist Rechtsanwalt und ein Kenner der beruflichen Vorsorge; zuletzt war er bei der BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich tätig. Imhof tritt sein neues Amt bei der Publica am 1. April 2021 an.
“Über die PK-Vermögen und den Staat profitieren alle von Wertsteigerungen”
Gottlieb Keller, Präsident der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, geht in einem Beitrag in der NZZ der Frage nach, wer und auf welche Weise von der Geldflut und den damit ausgelösten Wertsteigerungen bei Realwerten profitiert:
Wenig Beachtung findet, dass Altersvorsorge-Einrichtungen, Versicherungen und der Staat die grössten Grundeigentümer und Besitzer eines sehr grossen Anteils der Marktkapitalisierung der Unternehmen sind. So besassen im Jahr 2017 nach Angaben der Nationalbank die Pensionskassen rund 40 Prozent des Finanzvermögens, wobei die Ansprüche an die AHV nicht einbezogen waren. Vom nun deutlich im Preis gestiegenen Grundeigentum gehört ein grosser Teil dem Staat (Bund, Kantone und Gemeinden).
Der Stadt Zürich gehören 58 Prozent des Bodens und vom Bauland 36 Prozent. In den letzten zehn Jahren ist in Zürich der Anteil an Grundeigentum privater, natürlicher Personen von knapp über 41 Prozent auf unter 35 Prozent gefallen, während der Anteil von Pensionskassen und Versicherungen auf über 30 Prozent gestiegen ist. Damit ist über die Pensionskassenvermögen und den Staat die gesamte Bevölkerung an den Wertsteigerungen durch die Geldflut beteiligt. Auch hält die von der SNB geschaffene Geldflut den Schweizerfranken in einem für die Wirtschaft der Schweiz erträglichen Wechselkurs-Rahmen und schützt so die Arbeitsplätze in der Schweiz.
Vielleicht eine “gewisse Flexibililtät”
Ernst Baltensperger, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern, äussert sich in einem Kommentar in der NZZ unter dem Titel “Vorsorgesystem – nicht «die Jungen» gegen «die Alten» ausspielen” zur Frage der Generationensolidarität:
Wer eine nachhaltige Reform des Vorsorgesystems wünscht, sollte damit aufhören, «die Jungen» gegen «die Alten» auszuspielen und einfach an die Solidarität der Alten zu appellieren. Er sollte vielmehr die Rentner davon überzeugen, dass eine Erhöhung des Rentenalters in ihrem Eigeninteresse liegt. Vor allem auch sollte er die Rentner nicht damit erschrecken, dass er Kürzungen ihrer Renten zur Systemsanierung in Aussicht stellt.
Kurz- und mittelfristige Hypo-Richtsätze wieder auf Rekordtief
Die Richtsätze, die durchschnittlichen Hypothekarsätze von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen, sind laut MoneyPark im Dezember weiter gesunken. Damit erreichen die zwei- und fünfjährigen Laufzeiten wieder das Niveau vom August 2019 – dem Allzeittief der Hypothekarzinsen. Die zehnjährige Laufzeit ist mit 1.14 Prozent jedoch noch rund zehn Basispunkte vom damaligen Tiefpunkt entfernt.



Mitteilung vom 


