Das Ende der Nullzinsen?
Die FuW schreibt zu den Zinsaussichten auf den Kapitalmärkten:
Die Märkte für Staatsanleihen stehen vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Bei der Verzinsung von Obligationen der Eidgenossenschaft oder des deutschen Bundes mit längeren Laufzeiten rückt nach Monaten im Minus die Schwelle von 0% in den Blick der Anleger. Zugleich bewerten Investoren derzeit ihre Aussichten auf die Geldpolitik der Notenbanken neu, was vor allem auf die steigenden Inflationserwartungen zurückgeht.
Wenn keine Konjunktureinbrüche dazwischenkommen, müssen sich Anleger in der Schweiz wohl weiterhin auf steigende Zinsen bei Hypotheken und anderen Krediten einstellen. Im Oktober sind die Richtsätze für zehnjährige Immobiliendarlehen bereits auf den höchsten Stand seit Anfang 2019 gestiegen, wie eine Auswertung der FuW von dieser Woche ergab.
So rechnen jetzt weniger Schweizer Banken mit einer negativen Verzinsung zehnjähriger Bundesobligationen. Aus der Quartalsumfrage der FuW geht hervor, dass nur noch zwei von sieben Geldhäusern eine negative Rendite auf Jahressicht vorhersagen, im Juli waren es noch vier. Auf Sicht von drei Monaten erwarten jetzt bereits zwei Banken keine Negativzinsen mehr. Die Fachleute gehen aber bislang nur von verhalten steigenden Zinsen aus (vgl. Tabelle).
Marcel Wüthrich neuer Präsident der Publica Delegiertenversammlung
Die Delegiertenversammlung der Pensionskasse des Bundes PUBLICA hat an ihrer Sitzung vom 23. September 2021 Marcel Wüthrich zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Marcel Wüthrich ist 52 Jahre alt und arbeitet als Versicherungsmathematiker im Risk Management der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV). Er ist seit 2017 Mitglied der Delegiertenversammlung.
Erste Daten der PK-Statistik 2020
Um möglichst rasch erste provisorische Werte der Pensionskassenstatistik 2020 publizieren zu können, ist eine nach Rechtsform und Risikodeckung geschichtete Zufallsstichprobe gezogen worden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung von 465 eingegangenen Fragebogen (August 2021).
Um möglichst rasch erste provisorische Werte der Pensionskassenstatistik 2020 publizieren zu können, ist eine nach Rechtsform und Risikodeckung geschichtete Zufallsstichprobe gezogen worden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung von 465 eingegangenen Fragebogen (August 2021).
Mehrwert beim Investment
Graziano Lusenti, Gründer und Geschäftsführer von Lusenti Partners, Nyon, hat der Zeitschrift B2B ein Interview zu Tätigkeit und Zielen seines Unternehmens gegeben. Lusenti ist Vizepräsident des Vorsorgeforums. Auszüge.
Graziano Lusenti, Ihr Unternehmen ist schon seit fast 20 Jahren im Markt aktiv. Wie hat sich Ihr Business seit der Jahrtausendwende verändert?
Der Markt der institutionellen Anleger – insbesondere der Pensionskassen – hat in den vergangenen Jahrzehnten beachtliche Veränderungen erlebt. Es ist ein deutlicher Konzentrationstrend festzustellen, auch der Nominalwert der Vermögen stieg markant zwischen 2009 und 2019 von 599 auf 1005 Mrd. CHF – ein Zuwachs um 68 %.
Was bewerten Sie positiv?
Ganz klar das professioneller gewordene Management der einzelnen Kassen. Das betrifft sowohl den administrativen Bereich wie die IT als auch den Investment-Bereich: Diversifikation vermehrt übers Ausland, Anlageumsetzung über eine Kombination von aktiven und indexierten Anlagen, mehr nicht-traditionelle Anlagen sowie der Fokus auf Kosten sind heute weit verbreitet.
Renditevorsprung der Hypotheken
Zinsentwicklung 1.1.09 – 31.8.21, Quelle Aca, Bloomberg
In einem Beitrag auf Finews erläutert Axa die Vorteile von Hypotheken und ihre Angebot.
Vorsorgeeinrichtungen unter der Nachhaltigkeitslupe
Regina Anhorn, ZHAW School of Management and Law, Dozentin am Institut für Wealth & Asset Management, hat 30 grosse Vorsorgeinstitutionen mit einem Vermögen von über 500 Milliarden Schweizer Franken auf ihre öffentlich-zugängliche Berichterstattung zur Nachhaltigkeit analysiert.
Folgende Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten:
- Welches Gesamtengagement legen die Institutionen an den Tag?
Die Nachhaltigkeitskonzepte der einzelnen Institutionen weichen punkto Detaillierungsgrad sehr stark voneinander ab. Allianzen/Kooperationen spielen eine zentrale Rolle, wobei Climate Action 100+ und Ethos klar im Vordergrund stehen. - Welche Rolle spielen Ausschlusskriterien im In- und Ausland?
Bei Schweizer Unternehmen liegt der Fokus auf dem Dialog und kaum auf dem Ausschluss. Die Bandbreite der Ausschlüsse reicht von 22 bis zu 329 Unternehmungen. Das zentrale Thema ist Rüstung und nicht Treibhausgas/Kohle. - Wie werden ESG Kriterien integriert?
Für die meisten analysierten Institutionen gehört die Integration von ESG Kriterien zu den treuhänderischen Sorgfaltspflichten, wird im Anlageprozess berücksichtigt, wurde ins Anlagereglement eingebaut und ist Bestandteil des Risikomanagements. - Welche Rolle spielen Stimmrechtsausübung und Engagement?
Engagement/Dialog hat zunehmend Bedeutung erlangt. Dabei werden die Kräfte gebündelt, um bei den Unternehmungen mehr zu erreichen. 2021 haben gleich sechs (sehr) grosse PKs mit ihren Nachhaltigkeits- und Engagement-Reports wegweisende Transparenz geschaffen. Noch immer investieren aber manche Institutionen zwar vor allem im Ausland, stimmen aber nur in der Schweiz ab, wo dies ja ohnehin obligatorisch ist.
SKPE: Obergrenze des technischen Zinses per 1.10.21
SKPE. Der technische Zinssatz gemäss der Fachrichtlinie 4 sollte mit einer angemessenen Marge unterhalb der Nettorendite der Vorsorgeeinrichtung liegen, die aufgrund der Anlagestruktur zu erwarten ist. Der Experte berücksichtigt bei seiner Empfehlung zum technischen Zinssatz ausserdem die Struktur und die Merkmale der Vorsorgeeinrichtung sowie deren absehbaren Veränderungen.
In der Fachrichtlinie 4 ist eine Obergrenze für den technischen Zinssatz definiert. Empfiehlt der Experte ausnahmsweise einen technischen Zinssatz, der über der Obergrenze liegt, muss er dies sachlich begründen. Berechnung der Obergrenze gemäss Art. 3 der FRP 4 Die Obergrenze wird gerechnet als durchschnittlicher Kassazinssatz der 10-jährigen CHF Bundesobligationen der letzten 12 Monatswerte, erhöht um einen Zuschlag von 2.5% und vermindert um einen Abschlag (mindestens 0.3% -Punkte) für die Zunahme der Langlebigkeit. Die neue Obergrenze gilt ab dem 1. Oktober 2021.
Allvisa Services wird neue Partnerin der AXA Schweiz
Allvisa. Die Allvisa Services AG haben mit der AXA Schweiz per 1.1.2022 eine Partnerschaft im Bereich der Dienstleistungen für autonome Pensionskassen vereinbart. Die Allvisa Services übernimmt dabei das Geschäft für autonome Pensionskassen von der AXA Pension Solutions.
Die seit 1984 in der beruflichen Vorsorge tätige Allvisa ist spezialisiert auf die Geschäftsführung und Administration von firmeneigenen Stiftungen und wird im Zuge der neuen Partnerschaft per Anfang 2022 einen Grossteil der Kundenverträge und Mitarbeitenden der AXA Schweiz in diesem Bereich übernehmen. Zudem werden sie eng im Bereich von neuen Angeboten zusammenarbeiten.
Über die finanziellen Rahmenbedingungen haben die beiden Partnerinnen Stillschweigen vereinbart.
VZ 2020 bestellbereit
VZ. Die technischen Grundlagen «VZ 2020» basieren auf Datenmaterial der Jahre 2016 bis 2020 von insgesamt 29 Kassen öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber (Bund, Kantone und Gemeinden) und erscheinen Mitte Dezember.
Damit wird die im Jahr 1950 begonnene Reihe der VZ-Grundlagen fortgeführt. Die langjährige Erfahrung sowie die ausgewogene und konsistent angewandte Methode bürgen für hohe Qualität.
Bis und mit den VZ 1990 wurde fast ausschliesslich Datenmaterial der Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH) verwendet, die sich damals Versicherungskasse der Stadt Zürich oder kurz VZ nannte. Das Label VZ ist aus Kontinuitätsgründen beibehalten worden.
Aufgrund der grossen beobachteten Bestände mit gut einer halben Million Versicherten pro Jahr, die aus allen Regionen der Schweiz stammen, können die technischen Grundlagen 2020 als repräsentativ und solide betrachtet werden. Sie sind für alle Pensionskassen geeignet.
Die Dokumentation zu den technischen Grundlagen «VZ 2020» kann ab sofort vorbestellt werden.
PK Solothurn: Chef gesucht
Die Solothurner Zeitung berichtet über die Schwierigkeiten, für den aus Altersgründen vor der Pensionierung stehenden Geschäftsführer einen Nachfolger zu finden. Ist die Bezahlung zu wenig attraktiv?
Geschäftsführer Reto Bachmann geht Ende Jahr in Pension. Oder genauer gesagt ginge. Bis jetzt wurde nämlich noch keine Nachfolge gefunden. Der 65-jährige Bachmann muss – oder darf – über das Pensionsalter hinaus im Amt bleiben.
Roland Misteli, der neue Präsident der Verwaltungskommission der PKSO, bestätigt, dass eine entsprechende Vereinbarung mit Bachmann getroffen wurde. Nach einer ersten Bewerbungsrunde für die Nachfolgeregelung sei es zu keinem Abschluss gekommen, die Stelle musste noch einmal neu ausgeschrieben werden. Im Verlauf des Monats würden weitere Vorstellungsgespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt, so Misteli.
Wie lange genau Bachmann noch weiter macht, ist offen. Er bleibe vorerst sicher bis Ende März, sagt Bachmann. Aber bis Ende Juni oder auch noch etwas länger ist wohl realistischer, in Frage kommende Anwärter auf einen Posten auf diesem Niveau haben in der Regel eine längere Kündigungsfrist als drei Monate.
SAKE 2020: Unfälle und Gesundheitsprobleme
2020 wurden 7% der Erwerbstätigen in den letzten zwölf Monaten Opfer mindestens eines Arbeitsunfalls. Die Hälfte davon war infolge dieses Unfalls arbeitsunfähig. 12% der Personen, die in ihrem Leben eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, litten gemäss eigenen Angaben an Gesundheitsproblemen, die durch die Arbeit verursacht oder verschlimmert wurden. Eine Mehrheit der Erwerbstätigen gab zudem an, bei ihrer Arbeit mindestens einem Risiko für die körperliche Gesundheit oder das psychische Wohlbefinden ausgesetzt zu sein.
UBS PK-Performance September 2021
–1,56% nach Gebühren. Seit Jahresbeginn erwirtschafteten sie eine Rendite von 5,76% und seit Messbeginn 2006 eine von 73,84%.
CS PK-Index Q3/2021
CS. Im Berichtsquartal nimmt der Pensionskassen Index um 0.42 Punkte resp. -0.20% ab; seine Veränderung seit Jahresanfang beträgt damit 5.97%. Per 30. September 2021 steht der Index bei 205.36 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Der Schwung aus dem 2. Quartal konnte bis in den August beibehalten werden. Der Monat Juli (+0.43%) wurde von einem starken August (+1.03%) übertroffen, im September (-1.64%) folgten deutliche Verluste.
Der Hauptanteil an der insgesamt leicht negativen Entwicklung im dritten Quartal ist den Aktien (-0.35%) zuzuschreiben. Der Renditebeitrag von Aktien Schweiz beträgt -0.24% und der von Aktien Ausland -0.11%. Die Obligationen (inkl. Wandelanleihen) haben die Rendite mit einem Beitrag von -0.09% weiter reduziert, auch die Liquidität (-0.03%) war leicht negativ. Dagegen haben die Anlageklassen Immobilien (+0.20%) und Alternative Anlagen (+0.07%) einen positiven Renditebeitrag erzielt. Die restlichen Anlagekategorien waren eher unauffällig, aber dennoch leicht positiv.
WTW Swiss Pension Finance Watch – Q32/2021
WTW. Die Bilanzpositionen der Unternehmen für die Meldung ihrer schweizerischen Pensionen verblieben auch im dritten Quartal relativ stark. Sowohl die Vermögenswerte als auch die Verbindlichkeiten der Pensionspläne gingen im Laufe des Quartals leicht zurück, so dass der Pensionskassenindex stabil blieb. Die Vermögenswerte gingen im Quartal um 0,1 % zurück, aber die Renditen auf Unternehmensanleihen stiegen geringfügig, so dass die Verbindlichkeiten ungefähr dem Rückgang der Vermögenswerte entsprachen. Wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht, blieb der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) unverändert. Sowohl am 30. Juni als auch am 30. September 2021 betrug er jeweils 117.0%.
Umstrittener Nutzen der Alternativen
In der NZZ schreibt Michael Ferber zu einer Studie von Preqin: Angesichts der niedrigen Zinsen boomen Anlagealternativen zu Aktien und Bonds. Auch Schweizer Vorsorgeeinrichtungen versuchen, so die Rendite zu steigern – viele sind aber vorsichtig.
Das Gesamtvolumen der hierzulande verwalteten alternativen Anlagen sei 2020 bei rund 72 Mrd. € mehr oder weniger unverändert geblieben, hiess es in der Studie. Private Equity und Venture Capital war dabei mit knapp 26 Mrd. € darunter die grösste Anlageklasse, es folgten Hedge-Funds mit rund 20 Mrd. €, Infrastrukturanlagen mit 11 Mrd. € und Private Debt mit rund 7 Mrd. €. Private-Equity-Anlagen kamen indessen 2020 auf ein Wachstum von 12%, Infrastrukturinvestitionen sogar auf ein solches von 31%.
Die genannten Trends lassen sich auch bei den Schweizer Pensionskassen beobachten. «Es wird seit einiger Zeit viel Überzeugungsarbeit geleistet, um bei den Vorsorgeeinrichtungen Vorbehalte gegen alternative Anlagen abzubauen (. . .). Wie es scheint, mit bescheidenem Resultat», heisst es in der diesjährigen Pensionskassenstudie von Swisscanto Vorsorge, die im Markt stark beachtet wird. (…)




