PPCmetrics fasst in einer Präsentation die wichtigsten Fakten der Übernahme sowie mögliche Implikationen für Anleger zusammen.
Kapitalanlagen
Did ESG Help Sink SVB?
WSJ. If government funds it, they will come. That’s an overlooked story line in the collapse of Silicon Valley Bank. If Washington wants to point fingers, it should aim the biggest digit at itself.
Let’s talk about what actually imploded over the past week. If the name wasn’t already a giveaway, SVB was the lender of choice for tech dreamers. It claims to have banked nearly half of all U.S. venture-backed tech and healthcare startups. Yet in recent years those clients have skewed ever more in one direction. “We serve those creating positive environmental change,” SVB’s website brags, noting that the bank worked with some 1,550 companies in the “climate technology and sustainability sector.”
Compenswiss: (zu) viel Geld verloren?
Dominik Feusi wirft im Nebelspalter dem Ausgleichsfonds vor, schlechter als vergleichbare PK-Fonds gearbeitet und damit 2,4 Mrd. weniger verdient zu haben. Feusi schreibt:
Auf dem Anlageportfolio musste die AHV 2022 einen Verlust von 4,4 Milliarden Franken (minus 12,38 Prozent) hinnehmen. Die IV verlor 416 Millionen (minus 11,2 %), die Erwerbsersatzordnung 185 Millionen Franken (minus 12,21 %). Dies teilte der Fonds Mitte Februar mit. Das Ergebnis hat mit dem schwierigen Börsenjahr zu tun. Von der Pandemie und den damit verbundenen Lieferkettenproblemen ging die Wirtschaft direkt in den russischen Krieg über.
Nicht nur Aktien tauchten, sondern auch Obligationen verloren an Wert. Doch nicht alle grossen Fonds verloren derart viel Geld wie der Ausgleichsfonds: Die von der Credit Suisse verwalteten Portfolios erzielten einen Verlust von 9,62 %. Sie schnitten somit wesentlich besser ab als jene des Ausgleichsfonds mit einem Minus von 12,85 %. (…)
Immobilien stabilisieren
Thomas Hengartner und Jonathan Progin gehen in ihrem Beitrag in der FuW der Bedeutung der Immobilienanlagen für die Pensionskassen im aktuellen Anlageumfeld ein. Sie schreiben gar vom “Fundamaent der PK-Vernögen”, Deutlich wird, dass angesichts grosser Einbussen bei Aktien und Obligationen der Immobilienbereich stabilisierend gewirkt hat.
In den Portfolios der Pensionskassen nimmt der direkte Immobilienbesitz zusammen mit den Investments in Immobilienfonds ein zunehmendes Gewicht ein. UBS meldet für die von ihr verwahrten PK-Vermögen, dass der Immobilienanteil 2022 von 20,8 auf 23,2% gestiegen sei. Nicht dargelegt ist allerdings, in welchem Mass die Steigerung die Folge des Wertrückgangs der Portfoliobausteine Aktien und Obligationen ist (Portfolioanteile Ende 2022 von 29 bzw. 31%).
Hypozinsen auf der Spur der Staatsanleihen
Die Kosten für die Finanzierung von Wohnraum in der Schweiz haben im Februar einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Nach einem ersten Anstieg zu Beginn des Jahres zogen die Hypothekarzinsen über alle Laufzeiten nun noch kräftiger an. Alle von «Finanz und Wirtschaft» monatlich beobachteten zwölf Anbieter hoben ihre Richtwerte erheblich an, um jeweils fast 0,30 Prozentpunkte im Schnitt.
Mit einer Laufzeit von zwei Jahren erreichten die Zinsen einen Schnitt von 2,64% und damit einen neuen Rekord seit 2015. Die fünf- und zehnjährigen Zinsen liegen nur knapp unter ihren jeweiligen Höchstständen von November 2022: aktuell bei 2,73% und 2,93%. Die Zuwächse sind stärker als im Januar, als die Hypothekarzinsen auch schon gestiegen waren.
Oeko-Kritik an Compenswiss
Der Tages-Anzeiger kritisiert das Verhalten des AHV-Ausgleichsfonds, dessen Vertreter nur an die Aktionärsversammlungen von Schweizer Firmen gehen. Zudem sei “ein Teil der AHV-Beiträge in heikle Bereiche investiert. Auf der vom TA erstellten Liste sind neben fossilen Energien und Autos auch Tabak, Amazon, Fleisch und Atomkraft aufgeführt – alles heikel. Im Artikel wird ausgeführt:
«Ungefähr ein Viertel unserer Anlagen sind in Aktien», sagt er. «Wir gehen aber nur bei den Schweizer Firmen an die Generalversammlung. Sie machen etwa 4 Prozent unseres gesamten Portfolios aus.» Dessen Volumen betrug Ende 2022 total 34,6 Milliarden Franken.
Mehr als die Hälfte davon ist in Obligationen angelegt, hinzu kommen 14,1 Prozent Immobilien-Anlagen. Der Zweck des Fonds ist, Geld nachzuschiessen, sollte das Umlageergebnis der drei Sozialversicherungen der ersten Säule ins Negative drehen, was aktuell jedoch nicht der Fall ist.
Sich an GVs von ausländischen Firmen zu engagieren, sei zu aufwendig, begründet Breval das Verhalten seines Fonds. Oft reiche zudem die Zeit nicht aus, um sich auf ausländische GVs vorzubereiten, die Informationen kämen meist zu kurzfristig. Weiter tendiere der Einfluss gegen null, wenn ein Schweizer Anleger einen ausländischen Grosskonzern beeinflussen wolle.
Vernachlässigte Startups?
Risikokapitalfonds in Europa haben laut Erhebungen im langfristigen Mittel Anlagerenditen von über 12 Prozent pro Jahr erzielt. Schweizer Pensionskassen haben sich bisher davon kaum beeindrucken lassen – weshalb die Idee eines staatlichen Anschubs salonfähig geworden ist. Die gezeigten Renditen beschönigen aber das Bild, schreibt Hansueli Schöchli in der NZZ und dabei konkret auf die Strategie der Manor-PK eingeht.
Positive Erfahrungen meldet die Pensionskasse der Warenhausgruppe Manor. Sie ist relativ aktiv in «alternativen Anlagen». Zu diesem Segment zählen etwa Hedge-Funds (ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Fonds mit eher hohen Risiken) sowie Vehikel für Anlagen in nicht börsenkotierte Firmen (Private Equity). Zu Private Equity zählen auch Venture-Fonds.
Die Manor-Pensionskasse verwaltet Vermögen von etwa 1,8 Milliarden Franken. Der Richtwert des Anteils für Private Equity beträgt 4,5 Prozent – was etwa dem Doppelten des Branchenmittels entsprechen dürfte. Rund ein Fünftel der Private-Equity-Anlagen bei der Manor-Pensionskasse liegt in Venture-Fonds. Seit 1999 investiere man in Private Equity via globale Dachfonds, sagt der Geschäftsführer Martin Roth. Er ist seit 2022 auch Präsident des Pensionskassenverbands.
Pensionskassen und Nachhaltigkeit
Kurt Speck befasst sich in der Handelszeitung mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Vermögensverwaltung von Pensionskassen.
Das Ende der fetten Immobilienjahre?
Jonathan Progin gibt in der FuW Nr. 8/23 eine Einschätzung der aktuellen Lage auf dem Immobilienjahre. Er schreibt:
Immobilienanlagen sind für Investoren seit der Zinswende nicht mehr so begehrt. Denn mit dem Leitzins der SNB sind auch die Renditen von zehnjährigen Bundesobligationen gestiegen, ein risikoloses Investment. Damit ist der Unterschied zu der durchschnittlich zu erwartenden Rendite von Immobilien kleiner geworden. Und zwar so klein, dass sich Investoren zwei- oder sogar dreimal überlegen, ob sie ihr Portemonnaie öffnen.
Die Rendite von zehnjährigen Bundesobligationen liegt bei rund 1,3%, und die Risikoprämie von Renditen an Top-Wohn- lagen beträgt nur noch rund 50 Basis- punkte. Vor allem für langfristige Investoren wie Pensionskassen und Versicherer sei das «nicht interessant», sagt David Schoch, Head of Research des Immobilienberaters CBRE.
Ein Staatsfonds für Startups?
Der Schweizer Markt für die Finanzierung innovativer Jungunternehmen ist auch im vergangenen Jahr trotz tauchenden Börsen stark gewachsen. Befragte Vertreter der Szene wünschen dennoch einen staatlichen Anschub, da es immer noch an Kapital für Wachstumsinvestitionen zwischen 10 und 50 Millionen Franken mangle. Hansueli Schöchli schreibt dazu in der NZZ:
In Bundesbern [steht] seit vielen Jahren die Frage im Raum, ob es einen staatlichen Anschub braucht. Eine vom Bund bestellte Studie vom vergangenen Jahr hatte kein Marktversagen bei der Finanzierung von Jungfirmen geortet und damit frühere Befunde bestätigt. Dennoch beschloss der Bundesrat im vergangenen Juni einen Kurswechsel: Er sprach sich auf Antrag von Wirtschaftsminister Guy Parmelin im Grundsatz für einen Schub des Bundes in Form eines staatlichen Innovationsfonds zur Finanzierung von Jungfirmen aus. Die Sache ist aber umstritten und nicht in Stein gemeisselt.
Mitten in diese Kontroverse platzen nun die neusten Zahlen zum Risikokapitalmarkt. Diese bekräftigen das Bild eines lebendigen Ökosystems für die Finanzierung von Jungfirmen. Die Datenreferenz dazu liefert seit 2012 der jährliche «Swiss Venture Capital Report» des Nachrichtenportals Startupticker.ch und des Branchenverbands Swiss Private Equity & Corporate Finance Association (Seca).
Publica und Compenswiss im Vergleich
Die Vermögensverwalter des grössten Sozialwerks und der grössten Pensionskasse der Schweiz tragen der veränderten Risikowahrnehmung Rechnung – aber mit sehr unterschiedlicher Intensität. Susanne Kapfinger stellt in den AWP-Nachrichten einen Vergleich her.
Performance 2022: “Bewertungseffekte entscheidend”
PPCmetrics schreibt in einer Mitteilung zu ihrem Research Paper “Anlagestrategien im Jahr 2022”:
Das Anlagejahr 2022 erwies sich für institutionelle Anleger als herausfordernd. Der Zinsanstieg führte in den meisten Anlagekategorien zu deutlichen Kursrückgängen. Kaum einen Einfluss auf die Rendite von institutionellen Anlegern hatte die Aktienquote. Hingegen wirkten sich Privatmarktanlagen dank verzögerter Bewertung und stillen Reserven im Quervergleich positiv aus.
Dies zeigt das Research Paper «Anlagestrategien im Jahr 2022» der Beratungsfirma PPCmetrics AG, welches die Performance von institutionellen Schweizer Investoren für das Jahr 2022 anhand von Muster- Anlagestrategien analysiert.
Wohnungsmarkt: “Krise mit Ansage”
In der Schweiz werden derzeit zu wenig Wohnungen gebaut, als dass die steigende Nachfrage befriedigt werden könnte. Und es sieht nicht danach aus, als ob sich dies rasch ändern würde. Andrea Martel sucht in der NZZ nach Lösungen.
Der Bedarf an Wohnungen steigt laufend. 50’000 zusätzliche Haushalte pro Jahr sind in der Schweiz bald die Regel. Einerseits hat das Land eine starke Zuwanderung, anderseits breitet sich die ansässige Bevölkerung mehr und mehr aus.
Zeitweise hält die Neubautätigkeit mit dieser Zusatznachfrage Schritt. Zwischen 2014 und 2018 wurden sogar mehr neue Wohnungen erstellt als unmittelbar benötigt. Seit dem Jahr 2020 steigt die Zahl der Haushalte jedoch wieder stärker als der Wohnungsbestand. Laut dem Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen fehlen jährlich 5000 bis 10’000 Wohnungen. (…)
Für die nachlassende Bautätigkeit gab es gute Gründe. Es ist noch keine drei Jahre her, da war in der Schweiz von einem Überangebot die Rede. Pensionskassen und Versicherungen hatten auf Hochtouren Wohnungen gebaut, was die Leerstände – auch vor dem Hintergrund einer relativ schwachen Zuwanderung – deutlich nach oben trieb. Es war eine Zeit, in der sich Vermieter teilweise gezwungen sahen, Interessenten mit Einkaufsgutscheinen oder mietfreien Zeiten zu umwerben.
Innovationsfonds: Hoffnung auf die Pensionskassen, Update
Hansueli Schöchli befasst sich in der NZZ mit dem von BR Parmelin vorangetriebenen Projekt eines mit Bundesmitteln alimentierten Innovationsfonds, der zu gleichen Teilen auch private Mittel anziehen soll, nicht zuletzt von Pensionskassen. Viel Begeisterung löst das Vorhaben nicht aus.
Die Schweiz soll mit einem staatlichen Innovationsfonds Jungunternehmen fördern. Dies hat der Bundesrat im Juni 2022 im Grundsatz befunden. Einige Jahre zuvor hatte die Regierung die Idee noch abgelehnt – namentlich mit dem Hinweis, dass hier kein Marktversagen ersichtlich sei.
Auch die jüngste vom Bund bestellte Untersuchung vom April 2022 durch das Institut für Wirtschaftsstudien in Basel ortete kein Marktversagen bei der Finanzierung von Jungfirmen. Doch Wirtschaftsminister Guy Parmelin wollte die Staatsfonds-Idee dennoch weiterverfolgen. Es gab zwar in der Regierung wenig Begeisterung, aber es gab auch kaum fundamentale Opposition.
Hoher Verlust, keine Ausschüttung
SNB. Die Schweizerische Nationalbank wird für das Geschäftsjahr 2022 nach provisorischen Berechnungen einen Verlust in der Grössenordnung von 132 Mrd. Franken ausweisen. Der Verlust auf den Fremdwährungspositionen betrug rund 131 Mrd. Franken und derjenige auf den Frankenpositionen rund 1 Mrd. Franken. Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 0,4 Mrd. Franken.
Die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven wird 9,6 Mrd. Franken betragen. Nach Berücksichtigung der vorhandenen Ausschüttungsreserve von 102,5 Mrd. Franken resultiert ein Bilanzverlust von rund 39 Mrd. Franken. Dieser Bilanzverlust verunmöglicht gemäss den Bestimmungen des Nationalbankgesetzes sowie der Gewinnausschüttungsvereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Finanzdepartement und der SNB eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2022. Das betrifft sowohl die Dividende an die Aktionärinnen und Aktionäre der SNB als auch die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone.







