CS PK-Index Q1 2019
Mitg. Im Berichtsquartal nimmt der Pensionskassen Index um 9.17 Punkte resp. 5,49% zu und verzeichnet somit das stärkste erste Quartal seit seinem Bestehen. Aktuell steht der Index per 31. März 2019 bei 176.13 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Nach dem performancemässig schwachen Jahr 2018 nehmen die Pensionskassen rasant an Fahrt auf und schliessen im Rekordhoch. Vor allem der Januar (3,05%) fällt positiv ins Gewicht. Die ebenfalls erfreulichen Monate Februar (1,25%) und März (1,10%) machen ein erfolgreiches Quartal perfekt.
Der Hauptanteil der positiven Entwicklung im ersten Berichtsquartal ist den Aktien zuzuschreiben. Die Schweizer Aktien erzielten einen Renditebeitrag von 1,73% und die ausländischen Aktien einen Beitrag von 2,20%. Auch bei den Obligationen und Immobilien ist die Entwicklung positiv. Der Beitrag der Obligationen (total 0,78%) und der Immobilien (0,72%) verstärkte das gute Resultat weiter. Einzig die Liquidität ist leicht im Minus (-0,10%). Einen geringeren Einfluss auf das Gesamtresultat hatten Alternative Anlagen, Hypotheken und sonstige Anlagen.
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (seit 1. Januar 2017 auf 1% p.a.) ist im Berichtsquartal um 0.38 Punkte (resp. 0,25%) auf den Stand von 154.00 Punkten gestiegen, ebenfalls ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt somit im 1. Quartal 2019 5,24% über der BVG-Vorgabe.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 1. Januar 2000) beträgt per 31. März 2019 2,98%. Demgegenüber steht eine annualisierte BVG-Mindestverzinsung von 2,27%.
Teilzeitarbeit schmälert Vorsorge
Eine Studie der Credit Suisse untersucht die Folgen von Erwerbsunterbrüchen und Teilzeitarbeit auf die Altersvorsorge. Davon betroffen sind insbesondere die Frauen. Die NZZ schreibt dazu:
Frauen in der Schweiz sorgen weniger gut privat für das Alter vor als Männer. Mit 51% ist der Anteil der Frauen, die regelmässig in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen, geringer als derjenige der Männer (58%), wie es in einer Studie der Grossbank Credit Suisse heisst.
Was sind die Gründe dafür? Dies dürfte erstens damit zusammenhängen, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer. Laut der Studie nimmt die Wahrscheinlichkeit, über eine Säule 3a zu verfügen und regelmässig in diese einzuzahlen, in erster Linie mit dem Einkommen zu.
Das jährliche mittlere Bruttoerwerbseinkommen von im Jahr 2015 zur privaten Vorsorge befragten Frauen lag im Median mit 51 600 Fr. um rund 35% niedriger als dasjenige der Männer (79 730 Fr.). Dies erklärt sich zum Teil daraus, dass Frauen deutlich häufiger in Teilzeit beschäftigt sind als Männer – im Jahr 2018 arbeiteten laut dem Bundesamt für Statistik 59% der erwerbstätigen Frauen in der Schweiz Teilzeit, bei den Männern waren es hingegen nur 17,6%.
Auch nehmen Frauen häufiger Auszeiten von der Erwerbstätigkeit als Männer – beispielsweise, um sich den Kindern zu widmen. Die mit Erwerbsunterbrüchen und Teilzeitarbeit verbundenen geringeren Lebenseinkommen führten zu Sparlücken, heisst es in der Studie. Unter gleichen Bedingungen – Alter, Einkommen und Familiensituation – zahlten Frauen leicht häufiger in die Säule 3a ein als Männer.
UBS: Pensionskassen-Performance von 2006 bis …
Jackie Bauer und Veronica Weisser von der UBS haben als Sonderausgabe zum vierteljährlichen Performance-Bericht eine Studie zu den Kapitalanlagen der Pensionskassen zwischen 2006 und 2018 und in der Zukunft publiziert. Die durchschnittlich erwirtschaftete Rendite zwischen 2006 und 2018 beträgt kumuliert 42 Prozent.
Unter dem Titel “Fakten zur Anlageperformance” heisst es u.a.:
- Die Pensionskassen in unserem Sample erzielten von Januar 2006 bis Dezember 2018 eine durchschnittliche Rendite von 2,7% pro Jahr (nach allen Gebühren), was kumuliert 42%1 ausmacht.
- Die grossen Pensionskassen (über CHF 1 Mrd. verwaltete Vermögen) erwirtschafteten die höchsten durchschnittlichen Renditen von 3,1% über den beobachteten Zeitraum, gefolgt von den mittleren (CHF 300 Mio. bis 1 Mrd. verwaltete Vermögen) und den kleinen (unter CHF 300 Mio. verwaltete Vermögen) mit je 2,7% und 2,6%.
- Das insgesamt positive Ergebnis wurde von politischen Ereignissen wie der Eurokrise (2012) und der Brexit-Abstimmung (2016) zeitweise beeinträchtigt. Auch wirtschaftliche Ereignisse wie die globale Finanzkrise (2007/08), der Frankenschock (2015) und Volatilität an den Finanzmärkten (2018) hinterliessen ihre Spuren.
- Langfristig schnitten Aktien (Aktien Schweiz p.a. 4,4%, kumuliert 74%; Aktien Welt p.a. 3,2%, kumuliert 50%) und Immobilien (p.a. 5,3%, kumuliert 97%) deutlich besser ab als Anleihen (Anleihen CHF p.a. 2,3%, kumuliert 35%; Fremdwährungsanleihen p.a. 1,9%, kumuliert 28%) und Hedge Funds (p.a. 0,6%, kumuliert 7,4%). In einzelnen Jahren und Monaten traten allerdings signifikante Schwankungen auf. Dies unterstreicht die Bedeutung der Diversifikation.
- Die Anlagestrategie der Pensionskassen war von 2006 bis 2018 relativ konstant bezüglich des Verhältnisses von Aktien, Anleihen, Immobilien und alternativen Anlagen. Während der globalen Finanzkrise gab es jedoch Abweichungen hin zu einer defensiveren Strategie. Diese Veränderungen lassen sich grösstenteils mit den Marktbewegungen und dem Anlageumfeld erklären.
- In naher Zukunft erwarten wir ein volatileres Anlageumfeld, da der Wirtschaftszyklus bereits in einer fortgeschrittenen Phase ist und die Sensitivität gegenüber wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken zunehmen dürfte.
- Über die kommenden Jahre rechnen wir mit durchschnittlich geringeren Renditen an den Finanzmärkten als in den vergangenen Jahren, einerseits wegen der konjunkturellen Lage, andererseits wegen der tiefen Zinsen.
- Eine Absicherung der Fremdwährungsanlagen kann die Volatilität reduzieren und in ausländischer Währung erzielte Renditen schützen; sie ist je nach Währung sowie Anlagezeitpunkt und -horizont selektiv zu prüfen.
- Auch die demografische Entwicklung stellt zunehmend eine Herausforderung für die Vorsorgewerke dar. Das Ungleichgewicht wird sich weiter verschärfen, denn immer weniger Beitragszahler stehen einem Beitragsempfänger und der durch ihn entstehenden Finanzierungslücke gegenüber. Dies steigert sowohl die Bedeutung des Kapitalmarkts als «dritten Beitragszahler» als auch die Notwendigkeit von Reformen.
UBS PK-Performance Q1 2019
Der März war der dritte positive Monat in Folge für die Pensionskassen, allerdings fiel die Performance etwas schwächer aus als im Januar und Februar. Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten letzten Monat eine durchschnittliche Monatsperformance von 0,98% nach Gebühren. Die mittleren Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von CHF 300 Mio. bis CHF 1 Mrd. schnitten mit 1,04% am besten ab, gefolgt von den kleinen mit weniger als CHF 300 Mio. verwalteten Vermögen mit 0,98%. Die grossen Vorsorgeeinrichtungen mit mehr als CHF 1 Mrd. liegen mit 0,93% auf dem dritten Platz. Von Messbeginn 2006 bis heute erwirtschafteten die Vorsorgeeinrichtungen kumuliert 49,55%.
Publica passt Vorsorgereglement an
Um die Weiterbeschäftigung von Personen nach Erreichen des Pensionierungsalter zu erleichtern, wurden im Vorsorgereglement die Sparbeitragssätze ab 65 Jahren angepasst. Ausserdem können sich neu auch Personen über 65 Jahren einkaufen, um damit ihre persönliche Vorsorge zu optimieren. Zudem wurde die Berechnung der Alters-Kinderrente gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) angepasst und Bestimmungen zur Berufsinvalidität gestrichen.
Kreuzzug statt Kreuzfahrt
Christof Forster von der NZZ hat sich mit Josef Bachmann, Initiant des Volksbegehrens für eine generationengerechte Vorsorge, unterhalten und offenbar einen überzeugenden Gesprächspartner gefunden, der aber mit grossem Widerstand rechnen muss. Forster schreibt:
Während andere im Rentneralter ihren Hobbys frönen, reisen oder Enkelkinder hüten, hat sich Bachmann vorgenommen, das Schweizer Vorsorgesystem zu reformieren. «Er hat sich dies zur Lebensaufgabe gemacht», sagt SVP-Nationalrat Franz Grüter, der im Initiativkomitee sitzt. Bachmann selbst findet, niemand habe bei der Flexibilisierung von Altersrenten so viel Erfahrung wie er. Er war 17 Jahre lang Geschäftsführer der Pensionskasse des Beratungsunternehmens PWC, bis er mit 67 in Rente ging. Die Pensionskasse hatte mit einem Modell für Aufsehen gesorgt, in dem laufende Renten je nach Finanzlage nicht nur steigen, sondern auch sinken können. Bachmann schaffte es, seine Chefs von der Idee zu überzeugen. Die Kasse wollte auch Altrenten im gleichen Stil flexibilisieren, ist damit aber vor Bundesgericht gescheitert.
Damit dies künftig möglich wird, hat Bachmann Anfang April seine Initiative lanciert. Statt eines ausformulierten Textes für die Bundesverfassung ist sie in Form einer allgemeinen Anregung gehalten. Diese gibt dem Parlament mehr Spielraum. Bachmann fordert, dass AHV und zweite Säule langfristig auf finanziell stabilen Pfeilern stehen – und zwar unter Wahrung der Generationengerechtigkeit. Dazu gibt er einige Richtlinien vor, die mit Tabus in der Altersvorsorge brechen. So sollen laufende Renten «in moderaten Schritten» gesenkt werden können, um die Umverteilung zwischen den Generationen zu begrenzen. Das PWC-Modell würde also auf alle Pensionskassen erweitert. Bei PWC waren 90 Prozent der Rente fix, der Rest variabel. Bachmann möchte die Kapitalrendite als Messgrösse nehmen. Ist sie tiefer als der bei der Berechnung angenommene Wert, sinkt die Rente, ist er höher, wird sie steigen.
Alternative Nordkorea oder die Angst vor dem Volk
Hansueli Schöchli seziert in der NZZ mit scharfem intellektuellem Besteck den Staf-Kuhhandel. Seine Schlussfolgerung:
Das Problem der Einschränkung der Volksrechte bleibt. Das Parlament hätte im Prinzip genügend Spielraum für einen Kompromiss innerhalb der Steuerreform gehabt; diese Reform enthält auch ohne AHV-Zusatz viele Stellschrauben. Der Ausgang einer allfälligen Referendumsabstimmung über eine «reine» Steuerreform wäre ungewiss gewesen; jede Veränderung einer Stellschraube hätte zwar eine Seite besänftigt, aber dies zum Preis einer potenziell grösseren Gegnerschaft auf der anderen Seite. Doch so ist das Leben in der direkten Demokratie. Wer gegen Unsicherheiten von Volksabstimmungen ist, sollte nach Nordkorea auswandern. Man muss es deutlich sagen: Es war die Angst vor dem Volk, welche viele Befürworter der Steuerreform in den Deal mit den AHV-Milliarden getrieben hat.
Die beliebtesten Hypo-Produkte
Moneypark hat eine Rangliste der meist genutzten Festhypotheken in den Jahren 2016 bis 18 erfasst. An der Spitze steht unangefochten die 10jährige Festhypothek mit einem Anteil von 53 Prozent. Weitere Themen der Untersuchung betreffen regionale Unterschiede, Produktauswahl nach Liegenschaftstyp, Alter der Hypothekarschuldner und Produktauswahl nach Einkommen.
Hypozinsen unter 1%
Comparis schreibt zur aktuellen Situation auf dem Hypothekenmarkt:
Erstmals sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken unter 1 Prozent gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.
Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen per Ende März 2019 auf einem Rekordtief von 1,20 Prozent. Das sind 26 Basispunkte weniger im Vergleich zum Vorquartal. Kunden mit ausgezeichneter Bonität und Verhandlungsgeschick zahlen sogar nur 0,70 Prozent, wie die Daten vom unabhängigen Hypothekenvermittler und Comparis-Partner HypoPlus zeigen.
Tiefer notieren auch die Richtzinsen fünfjähriger Festhypotheken. Sie haben erstmals die psychologisch wichtige 1-Prozent-Marke durchbrochen und lagen Ende März bei 0,97 Prozent. Auch hier gilt: Kunden mit überdurchschnittlicher Bonität bekommen Fünfjahres-Hypotheken deutlich günstiger; und zwar bereits ab 0,41 Prozent. Ebenso liegen die Richtzinsen für zweijährige Festhypotheken so tief wie nie zuvor. Sie notieren aber mit 0,92 Prozent nur minim unter dem Durchschnitts-Richtzins von Mittelfristhypotheken.
Alain Kolonovics, nouveau directeur de Prévoyance.ne
A
lain Kolonovics a été nommé directeur Prévoyance.ne, la caisse de pensions de la fonction publique du canton de Neuchâtel. Il a pris ses nouvelles fonctions dès le 1er avril.
Après avoir assuré l’intérim depuis le départ d’Olivier Santschi en début d’année, Alain Kolonovics a été nommé à la tête de Prévoyance.ne, la caisse de pensions de la fonction publique du canton de Neuchâtel.
Son prédécesseur nous expliquait les raisons de son départ en décembre: «J’ai pas mal donné pour le canton de Neuchâtel, après 17 années dans la prévoyance. A 48 ans, j’aimerais faire autre chose».
Alain Kolonovics a travaillé durant quatorze ans dans l’activité de conseil en prévoyance chez Aon Hewitt et a rejoint Prévoyance.ne en 2014, d’abord en tant que responsable «droit et conseils», puis au poste de directeur adjoint.
Tipps zu Früh- und Spätpensionierung
Wer frühzeitig in den Ruhestand eintreten will, muss oftmals finanzielle Löcher stopfen. Das Arbeiten nach Erreichen des Rentenalters birgt indessen steuerliche Tücken. So drohen Personen, die länger arbeiten wollen, unter anderem in eine höhere Steuerklasse zu rutschen.
Die kleine Schweizer Lücke
Die Schweizer und Schweizerinnen sind ein Volk glücklicher Rentner und Rentnerinnen. Laut einer Studie der UBS müssen Frauen in der Schweiz im Vergleich zu zwölf anderen Ländern dank guter Renten mit Abstand am wenigsten selber für das Alter sparen – und das in einem Land mit den höchsten Lebenshaltungskosten der Welt. Wer in der Schweiz ein Leben lang Vollzeit gearbeitet hat, dem geht es im Alter vergleichsweise gut.
“Die Fakten sind stur”
Im Tages Anzeiger-Interview macht sich BR Berset stark für die Staf und bestätigt, dass die Anhebung des Frauenrentenalters unumgänglich ist. Auszüge.
SP und Gewerkschaften jubilieren, mit der Zusatzfinanzierung für die AHV sei die Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre vom Tisch. Einverstanden?
Die zwei Milliarden decken nur etwa die Hälfte der AHV-Finanzierungslücke bis 2030. Die Situation bleibt weiterhin ungemütlich. 2017 nahm die AHV eine Milliarde weniger ein, als sie ausgab. Das Defizit wird jedes Jahr weiter ansteigen. Die AHV-Reform wird der Bundesrat im August ans Parlament schicken. Er hat bereits klar gesagt und in der Vernehmlassung detailliert aufgezeigt, dass die Erhöhung des Frauenrentenalters Teil der Reform ist.
Bürgerliche werfen Ihnen vor, die AHV-Reform bis nach dem 19. Mai zu verzögern, damit die SP im Abstimmungskampf behaupten kann, das Frauenrentenalter 65 sei vom Tisch.
Das ist völlig falsch. Alles liegt auf dem Tisch. Ob wir die AHV-Reform vor oder nach den Sommerferien verabschieden, spielt für die parlamentarische Beratung keine Rolle. Aber ich will meinen Kolleginnen und Kollegen im Bundesrat die Möglichkeit geben, sich vertieft damit zu befassen.
Und die Botschaft des Bundesrats wird sein: Das Rentenalter 65 für Frauen kommt?
Ja, der Bundesrat sieht in seiner Vorlage keine Alternative vor zum Rentenalter 65 für Frauen.
“Hypothekenmarkt too big to fail”
An der Jahresmedienkonferenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma warnte Direktor Mark Branson vor Risiken im Immobilien- und Hypothekarmarkt und erachtet marktweite Massnahmen im Bereich der Renditeliegenschaften als notwendig.
Er hielt dazu fest: «Der Hypothekarmarkt ist enorm wichtig für die Stabilität des Finanzplatzes. Er ist «too big to fail».» Darum setze sich die FINMA in ihrer Aufsicht für eine nachhaltige Vergabe von Hypothekarkrediten ein. Zum Vorgehen der FINMA führte Branson aus: «Überhitzungstendenzen bestehen gegenwärtig im Bereich der Renditeliegenschaften, denn parallel zu den gestiegenen Preisen beobachten wir rekordhohe Leerstände. Wir schreiten ein, wenn einzelne Institute hier zu hohe Risiken eingehen.»
Die FINMA habe damit aber fast keinen Einfluss auf die generelle Risikosituation. Deshalb sieht er zusätzliche Massnahmen: «Einer Überhitzung im Bereich der Renditeliegenschaften kann nur mit wirksamen Anpassungen der Selbstregulierung oder der Regulierung erfolgreich begegnet werden.»
Nachhaltigkeit um jeden Preis
In einem Interview mit finews erklärt Dorothea Baur, selbständige Beraterin, ihre Ziele bei der Beratung von Pensionskassen in Sachen Nachhaltigkeit. Auszüge:
Wer nicht nachhaltig investiert, verletzt die Sorgfalt gegenüber den Versicherten?
Das wird ausserhalb der Schweiz zunehmend heftig diskutiert. Auch hierzulande gilt, dass die Kassen den Lebensstandard der Versicherten erhalten müssen. Da geht es in erster Linie um die monetäre Komponente. Aber in einer Welt, die vom Klimawandel zerstört ist, hat die monatliche Rente keinen grossen Wert mehr.
Das heisst?
Wer in Firmen investiert, die den Klimawandel befördern, setzt den Wert der Renten mutwillig herab. In Grossbritannien etwa müssen Pensionsfonds bereits aktiv begründen, warum sie nicht nach nachhaltigen Kriterien investieren.
Mit Blick auf die Nachhaltigkeits-Ziele der Uno arbeitet die EU inzwischen an einem Aktionsplan, der in diverse europäische Finanzrichtlinien einfliesst und nachdem sich die Schweizer Finanzbranche wohl oder übel wird richten müssen. Ist das in Kauf zu nehmen, um endlich klare Regeln im Umgang mit nachhaltigen Investments zu erhalten?
Es braucht dringend Standards. Wenn die EU diese festlegt, werden sich die Schweizer Pensionskassen kaum entziehen können. Ich persönlich finde es wichtig, dass die Vorsorgewerke selber Werte definieren und verinnerlichen – anstatt sich diese von aussen aufoktroyieren zu lassen.









