Avenir Suisse: Der schleichende AHV-Ausbau
Seit der letzten AHV-Revision 1997 sind die Renten laufend angepasst worden. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und durch die Indexierung mit dem Mischindex nahmen die AHV-Renten der Männer bis zu ihrem Ableben real um 25% zu.
SRF: Die unterschätzte dritte Säule
Bei der Altersvorsorge wird vorwiegend über die AHV und die Pensionskassen gesprochen. Unterschätzt wird das Potenzial der dritten Säule – der privaten, teils steuerlich befreiten Vorsorge. Hier sind immerhin 92 Milliarden Franken Alters-Guthaben angespart.
Zum Hinschied von Carl Helbling
pw. Prof. Carl Helbling, langjähriges Mitglied des Vorstands des Vorsorgeforums, ist kurz nach Vollendung des 84. Altersjahres am 14. Mai verstorben. Trotz seiner vielfältigen und weitreichenden beruflichen Verpflichtungen, war Carl Hebling zeitlebens der beruflichen Vorsorge besonders verbunden. Sein Standardwerk “Personalvorsorge und BVG”, das in mehreren Auflagen erschienen ist und dabei mit wachsendem Umfang getreulich die steigende Komplexität der 2. Säule abbildete, war in den Bibliotheken wohl aller Fachleute der Vorsorge vertreten und gab in Fragen der beruflichen Vorsorge verlässlich Auskunft. Daneben hat er sich in vielen weiteren Buchpublikationen mit u.a. mit Fragen der Unternehmensbewertung oder der Kapitalstruktur von Unternehmen auseinandergesetzt. Kaum zu überblicken ist die Vielzahl seiner Beiträge in Fachperiodika in den Bereichen Treuhand und Vorsorge. Nun ist er, wie seine Familie schreibt, nach einem glücklichen, reich erfüllten Leben voller Schaffenskraft zu Hause friedlich eingeschlafen.
Postulat: OAK und Hoheit der Kantone, BR plant Gesetzesrevision
In einem Postulat mit dem Titel “Darf die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge in die Organisationshoheit der Kantone eingreifen?” schreibt Daniel Fässler (CVP):
Die OAK BV stellt sich gegenüber den Aufsichtsbehörden der Ostschweizer, der Zentralschweizer und der Westschweizer Kantone auf den Standpunkt, Regierungsmitglieder und Angestellte der kantonalen Verwaltung dürften nicht in das oberste Organ der Aufsichtsbehörde gewählt werden. Ein Gutachten der Staatskanzlei des Kantons St. Gallen vom 28. September 2012 bezeichnet die bestehende Praxis als bundesrechtskonform. Die Organisation der Aufsicht falle in die alleinige Organisationshoheit der Kantone.
Da die OAK BV nicht von ihrem Standpunkt abrückt, ist eine Klärung im Interesse der 16 betroffenen Kantone nötig. Der Bundesrat wird in diesem Sinne ersucht, für die Auslegung von Artikel 64a BVG darzulegen, welche Aufgaben der Gesetzgeber der OAK BV übertragen hat.
PK-Netz attackiert ASIP
Das PK-Netz greift in einem nicht unterzeichneten Kommentar den Pensionskassenverband scharf an, weil dieser den gewerkschaftlichen “PK-Alarm” kritisiert hatte.
Update: Urban Hodel, geschäftsführender Sekretär des PK-Netz, informiert uns, dass der Kommentar nun neu mit seinem Namen als Verfasser gezeichnet ist.
Kommentar PK-Netz / Kommentar ASIP / Medienanlass SGB / SGB PK-Alarm
Abbau der Vollversicherung, Steigende Umverteilung
Axa Winterthur schreibt in einer Medienmitteilung zum Geschäft in der Kollektivversicherung für 2015:
Seit einigen Jahren setzt die AXA in der beruflichen Vorsorge vermehrt auf teilautonome Lösungen, während sie in der Vollversicherung bewusst eine selektive Zeichnungspolitik verfolgt. Für das Jahr 2015 verzeichnete die AXA bei der Vollversicherung einen Neugeschäftsrückgang von 32 Prozent bei gleichzeitig hoher Kontinuität bei den Bestandeskunden. Im teilautonomen Geschäft bestätigt die Zunahme von 8 Prozent im Neugeschäft die steigende Kundennachfrage. Insgesamt sanken die Prämieneinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 160 Millionen Franken (-2,1 Prozent). Die Einmaleinlagen, welche ausschliesslich aus dem Vollversicherungsgeschäft stammen, gingen um 3,8 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken zurück. Die Jahresprämien in der Vollversicherung und im teilautonomen Geschäft blieben mit 3,3 Milliarden Franken konstant.
Cash: Der Konsument als Pensionskassen-Vorbild
Laut der halbjährlich vorgestellten Complementa-Risikostudie erzielten die Pensionskassen in den ersten vier Monaten des Jahres kaum Renditen. Die Gefahr einer Unterdeckung wächst wieder, auch wegen des Tiefzinsumfeldes. Für die Vorsorgeeinrichtungen bedeutet dies, dass die Anlagen gezielt ausgewählt werden müssen.
Dabei sollen die Entscheidungen nicht anders gefällt werden als im Supermarkt oder beim Online-Shopping, wo die Gesellschaft heute von einem mündigen Verbraucher ausgeht. «Pensionskassenverwalter müssen sich wie Konsumenten verhalten», sagt Heinz Rothacher im cash-Video-Interview. Der Geschäftsführer der Beratungsfirma Complementa kritisiert, dass Pensionskassen teure Lösungen in der Anlagenverwaltung wählen, wenn es günstigere gäbe: «Es muss verglichen werden und bestimmt werden, was am besten geeignet ist.»
Um das Know-How der PK-Verwalter zu verbessern, sei Schulung wichtig: «Es wird viel Ausbildung betrieben.» Rothacher ist der Ansicht, die Vorsorgeverantwortlichen seien fit für ihre Aufgabe, aber es brauche immer eine Lernkurve.
VPOD: Profond statt BVK
Der Tages-Anzeiger berichtet über neue Attacken des VPOD gegen die kantonalzürcherische BVK, diesmal erweitert mit der Forderung an die angeschlossenen Gemeinden, auszutreten und in die Profond einzutreten. Der TA schreibt:
Der VPOD ist zurzeit der lauteste Gegner der BVK. Die einstige Kasse der Zürcher Staatsangestellten steckt in einer schwierigen Phase. Sie hat erst langsam ihren Korruptionsskandal überwunden und ist seit 2014 eine selbstständige Stiftung. Und nun prüfen bereits mehrere Gemeinden und Institutionen, ob sie ihr den Rücken kehren und austreten wollen. Darunter sind Schlieren, Ober- und Unterengstringen – und als Grossarbeitgeberin die Universität Zürich. Sie alle sind unzufrieden mit der Entwicklung der Pensionskasse, die mit 115’000 Versicherten nach eigenen Angaben die grösste der Schweiz ist.
Die BVK hat im letzten Sommer angekündigt, dass Angestellte ab 2017 mehr einzahlen müssten und als Rentner doch weniger Geld erhalten würden. Als Grund nennt die BVK, dass Rentnerinnen und Rentner immer länger leben würden und das Zinsniveau tief sei. Mit diesen Problemen kämpfen derzeit auch andere Pensionskassen. Branchenkenner befürchten, dass 2016 für die Kassen wegen der tiefen Zinsen ein besonders schwieriges Jahr werden wird.
Risiko Check-up: Rendite 0,1% Jan-April
Deckungsgrad 1994-2016
Für die ersten vier Monate des aktuellen Jahres schätzt Complementa eine Rendite von 0.1%, nachdem Pensionskassen 2015 eine Rendite von 1.1% erwirtschaften konnten. Im Vergleich zu den hohen Renditen der vorangegangenen drei Jahre (Ø 6 .9%) sei das wenig. Andererseits widerspiegelt das die Herausforderungen des Tiefzinsumfeldes, mit welchem Pensionskassen in besonderem Masse konfrontiert sind.
Gemäss dem 22. Risiko Check-up von Complementa sahen sich 70% der bislang befragten Pensionskassen gezwungen, das Anlagerisiko zu erhöhen. Ein noch grösserer Anteil von 80% war der Meinung, dass damit das Risikomanagement wichtiger wird. Um die Finanzierungskosten der 2. Säule von rund 2.7% zu erwirtschaften, werden die Kassenverantwortlichen somit nicht umhinkommen, die Verzinsungen weiter zu senken, schreibt Complementa.
UBS PK-Performance April 2016
Die durchschnittliche Performance seit Januar 2011 verbesserte sich auf 3,9% p.a. Trotz der positiven Erträge der letzten beiden Monate konnte der Verlust seit November 2015 noch nicht ganz wettgemacht werden. Ein Blick auf die kumulierte Performance der letzten Jahre verdeutlicht das schwierigere Marktumfeld seit 2015: Ging es in den Jahren zuvor mit der Performance stetig bergauf, zeigt sich seit letztem Jahr eine deutlich höhere Volatilität.
ASIP-Mitgliederversammlung wählt ersten Romand zum Präsidenten
Nach neun Jahren kommt es an der Verbandsspitze des Pensionskassenverbands zu einem Wechsel. Christoph Ryter, der den Fachverband mit grossem Einsatz führte, wird durch den Genfer Jean-Rémy Roulet (Bild oben) abgelöst. Roulet (Jg. 1960) wurde 2013 in den ASIP- Vorstand gewählt. Er ist Geschäftsführer der Pensionskasse des Genfer Baumeister-Verbands (Caisse paritaire de l’industrie et de la construction,CPPIC). Zur Wahrung der Kontinuität wird Ryter neu als Vizepräsident amten.
Aus dem Vorstand zurück getreten sind Markus Moser (Novartis) und Beatrice Fluri (Simens).
Zudem wurden neu Markus Hübscher, Geschäftsführer der Pensionskasse SBB, und Christoph Sarrasin, Direktor der Nestlé Pensionskasse, in den ASIP-Vorstand gewählt.
BVG-Arena: Steuerung der finanziellen Stabilität einer Vorsorgeeinrichtung
Wie kann die finanzielle Stabilität einer Vorsorgeeinrichtung frühzeitig gesteuert werden, bevor eine Unterdeckung eingetreten ist und die Aufsichtsbehörde entsprechende Massnahmen verlangt? Den Verantwortungsträgern steht grundsätzlich in der heutigen Zeit eine ganze Fülle von Kennzahlen zur Lage ihrer Vorsorgeeinrichtung zur Verfügung. Die Herausforderung besteht jedoch darin, diese für das im Milizsystem gewählte Führungsorgan so aufzubereiten, dass sie für dessen Mitglieder verständlich sind und die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden können.
In seiner von der „Stiftung Eigenverantwortung in der beruflichen Vorsorge“ ausgezeichneten Arbeit für das Diplom des Pensionskassenleiters hat Matthias Hildebrandt, dipl. Wirtschaftsprüfer bei der BDO, ein Werkzeug entwickelt, das diese Aufgabe in übersichtlicher Form erleichtern soll. Das Werkzeug stützt sich auf Kennzahlen, welche gemäss den Fachrichtlinien FRP 5 vom Pensionsversicherungsexperten berechnet werden.
Hildebrand stellte seine Arbeit anlässlich der BVG-Arena der Innovation 2. Säule am 2. Mai in Bern vor. Im Bericht von Ernst Rätzer werden die Grundgedanken des Modells erläutert.
Risikofreie Zusatzrendite dank Kosteneinsparungen
Reto Tarreghetta, CEO von Novarca, führt in einem Beitrag aus, dass trotz der in den letzten Jahren zu beobachtenden Senkung der Vermögensverwaltungskosten bei den Pensionskassen weiterhin Raum für Verbesserungen besteht. Inbesondere betont er die möglichen Einsparungen aufgrund des Neuverhandelns von Konditionen. Er schreibt:
Viele Pensionskassenverwalter betonen, die Vermögensverwaltungskosten im Griff zu haben und im schweizerischen Durchschnitt zu liegen. Sie sehen deshalb keinen Handlungsbedarf. Das liegt nicht im Interesse der Versicherten: Allein durch das Neuverhandeln der Konditionen können 5 bis 25% der gesamten Vermögensverwaltungskosten eingespart werden – ohne die Anlagestrategie zu ändern. Bei einer Pensionskasse mit einem Anlagevermögen von 1 Milliarde Franken und Vermögensverwaltungskosten von 0,54 Prozent (Schweizer Durchschnitt) betragen die möglichen Einsparungen (Annahme 10 Prozent) jedoch bereits 540 000 Franken – pro Jahr. Diese Kosteneinsparungen sind wiederkehrend und nachhaltig.
Zudem werden bei Neuverhandlungen nicht nur die Gebühren eines einzelnen Mandats betrachtet, sondern es werden die Kosten aller Dienstleistungen und sämtlicher Anbieter per Stichtag unter die Lupe genommen. Einsparungen sind möglich, weil sich die Pensionskassen vieler Kostenkomponenten nicht bewusst sind und viele Konditionen veraltet oder nicht mehr kompetitiv sind, da sich der Markt und die Anlageprodukte kontinuierlich entwickeln.
FT: Uncertainty clouds the outlook for pension funds
The defined benefit model of pension provision is supremely unsuited to today’s world of low or negative interest rates. To establish the solvency of a pension fund, actuaries use a discount rate broadly related to current market rates to estimate the present value of pension liabilities. The lower the rate, the bigger the liabilities.
Today’s rates are a historical aberration. Not even in the depression of the 1930s did policy interest rates and the yield on government bonds turn negative. If market valuations revert to the mean, as they have always done, today’s liabilities will prove to be absurdly inflated. Yet actuaries are understandably reluctant to stray far from market values even though those markets have been comprehensively rigged by central bank bond buying programmes. In this hall of mirrors the one certainty is that today’s pension fund deficit numbers will turn out to be wrong.
Another consequence of central bank intervention is that the price of equities and other risk assets have soared, which means that future returns on these inflated valuations will be lower. Defined benefit pensions thus become very expensive to fund.
FT: Negative interest rates are wreaking havoc on pension schemes
The German regulator has piled further pressure on the European Central Bank over its low interest rate policy, which experts believe is wreaking havoc on pension schemes and savers in Europe’s largest economy.
BaFin, Germany’s financial services watchdog, said that pension schemes in Germany might soon be forced to cut benefits for retirees as a result of the low interest rate environment.
Alfred Gohdes, chief actuary in the Frankfurt office of Willis Towers Watson, the world’s largest adviser to institutional investors, described Bafin’s intervention as “unusual”.
He said: “In Germany only one pension fund has cut benefits previously. This happened more than 10 years ago. Now there is a strong possibility of benefits being cut in Germany if low rates continue. It is a slow poisoning [of the pension system].”
Bafin’s comments come just two weeks after the head of France’s largest public pension fund warned many retirement funds in Europe will “implode” if the ECB’s low interest rate policy continues.
ABP, Europe’s largest retirement fund, which provides pensions for one-sixth of the Dutch population, also said last month there is a “distinct possibility” of benefits being cut in 2017 due to declining interest rates.
Mario Draghi, president of the ECB, defended the central bank’s decision in April to keep its benchmark interest rate at zero. The deposit rate on lenders’ reserves held at the central bank have also been kept at -0.4 per cent.
At a press conference at the end of April he said: “It’s pretty evident that pension funds and insurance companies are significantly affected by the low level of interest rates.






