PK-Netz Tagung zu Vermögensverwaltungskosten
Rund 50 Stiftungsräte und Vertreter der Pensionskassen-Branche diskutierten am 1. Juni in der Berner Schmiedstube über die weiterhin aktuelle Frage der Kosten in der 2. Säule – angesichts der über 4 Milliarden jährlich anfallenden Kosten für die Verwaltung der rund 800 Milliarden der Pensionskassen ein zentrales Thema für die Arbeitnehmervertretung. Insbesondere in Zeiten, wo die Renditen minimal ausfallen und die Leistungen der Versicherten massiv unter Druck kommen.
Zinsbaisse belastet Pensionskassen
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Vorsorgeverpflichtungen der analysierten SLI-Unternehmen um CHF 3.4 Mrd. (-1.6%) und bei den SMI-Unternehmen um CHF 0.7 Mrd. (-0.3%) gesunken, was unter anderem auf Bewegungen innerhalb des Index und der Reduktion der Vorsorgeverpflichtungen einzelner Unternehmen zurückzuführen ist. Da sich im gleichen Zeitraum die Planvermögen unter der Erwartung entwickelt haben, verringerte sich der durchschnittliche Deckungsgrad bei den SMI-Unternehmen um 1 Prozentpunkt und blieb bei den SLI-Unternehmen stabil. 2015 waren die Vorsorgeverpflichtungen demnach zu 83% (SMI) bzw. 80% (SLI) durch die entsprechend separat ausgeschiedenen Planvermögen gedeckt.
Die durchschnittliche Anleiherendite ist in der Schweiz in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres, abhängig von der Laufzeit, um nochmals bis zu 40 Basispunkte gefallen. Noch stärkere Rückgänge wurden in der Eurozone, den USA und Grossbritannien verzeichnet. Die Renditen deren Anleihen mit einer Laufzeit ab 10 Jahren sind im ersten Quartal 2016 um 35 bis 48 Basispunkte gesunken. Bei Plänen mit einer 15-jährigen Laufzeit (wie bei einem typischen Schweizer Vorsorgeplan) könnten sich die Vorsorgeverpflichtungen infolge des Rückgangs des Diskontierungssatzes um rund 5-6% erhöht haben. Dies würde zu einer Senkung der Deckungsgrade auf 78-79% bei SMI- und auf 75-76% bei SLI-Unternehmen führen.
Beobachter: “Lotterie” der Umwandlungssätze
Der Beobachter schreibt in einem Artikel zur laufenden Senkung der Umwandlungssätze: “Die Renten der Pensionskassen schrumpfen. Aber nicht alle gleich stark. Das macht die zweite Säule zur Lotterie”.
Lohnrechner Salarium aktualisiert
Der individuelle Lohnrechner Salarium des Bundesamtes für Statistik bietet die Möglichkeit, für eine spezifische Arbeitsstelle (Region, Wirtschaftszweig, Berufsgruppe usw.) und anhand frei wählbarer individueller Merkmale (Alter, Ausbildung, Dienstjahre usw.) den monatlichen Bruttolohn und die Streuung der Löhne zu berechnen.
Der Lohnrechner wurde auf der Grundlage der Daten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2014 aktualisiert.
PwC-Studie zu 1e-Plänen
In einer Umfrage bei 96 Vorsorgeeinrichtungen haben nur 8 angegeben, bereits 1e-Pläne eingeführt zu haben. Ein gutes Fünftel will solche auch nicht einführten, mehr als ein Viertel schien über die Möglichkeiten durch die kürzliche FZG-Revision noch gar nicht informiert zu sein, die restlichen zeigten unentschieden.
Im (englischen) Studientext wird weiter festgehalten:
The reform offers new flexibility for employees. However 70 % of our survey participants were undecided whether to implement le pension plans, and 22% said they were not going to implement a plan in the medium term, mainly because they felt plans were too complex.
We believe that le plans offer employees many benefits including:
• An attractive state-of-the-art pension solution.
• Individual choice and responsibility.
• Better fit to individual risk and return profile.
• Ability to invest in assets in a tax efficient way via a pension fund. These assets would be taxed heavily for private investors outside of a pension fund.
• Transparency on pension costs, investments and benefits.Employees will be able to choose from a limited number of investment strategies with a le plan. Plans will feature different levels of risk, and different levels of equities, bonds and alternative investment products.
There will still be some controls over what can or cannot be offered. For instance, every le plan will need to offer a low risk strategy. There will also be limits to certain asset classes, e. g., a maximum equity exposure and only pension contributions on earnings over CHF 126,900 may be paid into a le plan.
The increased attractiveness of le plans is opening up the market. Many new providers are emerging and existing providers are updating their offerings. This will give companies a wider range of options when setting up a le plan and may help to dispel the uncertainty surrounding such plans, which we detected in our survey results.
NZZ: Chancen und Probleme mit 1e-Plänen
Michael Ferber beschäftigt sich in der NZZ mit den sog. 1e-Plänen, welche im überobligatorischen Bereich Pensionskassen und Versicherten neue Freiheiten einräumen. Ferber schreibt:
Für Arbeitgeber hat die Einführung solcher Pläne durchaus Vorteile. Das Risiko, dass die Gelder in solchen «1e-Plänen» schlecht rentieren, wandert zum Arbeitnehmer. Die Pensionskassen und die dahinterstehenden Unternehmen, die im derzeitigen Anlageumfeld mit extrem niedrigen Zinsen zu kämpfen haben, werden entlastet. Zudem komme die Einführung der «1e-Pläne» einer Abtrennung der höheren Einkommen innerhalb der Pensionskasse gleich, sagt der Berner Vorsorge-Spezialist Werner C. Hug. Komme es bei diesen Plänen zu Wertschwankungen, wirkten sich diese nicht mehr auf die Gewinn- und Verlustrechnung des hinter der Pensionskasse stehenden Unternehmens aus. Ausserdem müssten die Firmen bei «1e-Plänen» keine Renten ausbezahlen – was angesichts der immer höheren Lebenserwartung Risiken birgt. Stattdessen kommt es zu Kapitalzahlungen.
Basler Leben: Solides Ergebnis
Die Basler Leben AG erwirtschaftete in der beruflichen Vorsorge 2015 eine Nettorendite von 2,30%. Dies ermöglichte eine Verzinsung der Vorsorgeguthaben der Versicherten von 1,75%. Zur Sicherung der laufenden und zukünftigen Renten wurden daraus die Rückstellungen um 75 Mio. CHF verstärkt. Erfolgreich gestartet ist die teilautonome Vorsorgestiftung Perspectiva.
Die Prämieneinnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr um fast 5% auf 2,65 Mrd. CHF. Die Zahl der aktiven Versicherten erhöhte sich leicht auf knapp 157’000. Die durchschnittlichen Verwaltungskosten pro aktivem Versicherten stiegen moderat auf CHF 507.
WWF bewertet Pensionskassen
Der WWF hat das Anlageverhalten von Schweizer Pensionskassen bezüglich Klimawandel in einer Umfrage erfasst und bewertet.
Vormarsch der Alten
Die Schweiz wird zunehmend ein Land von alten Leuten. Im Jahr 2050 werden 28 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder mehr zählen. Somit gehört die Schweiz zu den Ländern, welche am stärksten ergrauen, wie die Grafik des Datenportals Statista zeigt. Noch stärker steigt der Anteil der Senioren in Deutschland, dort wird Mitte des Jahrtausends sogar fast jeder dritte Einwohner zu den Alten zählen.
Der Extremfall ist Japan: Schon heute gehören 27 Prozent der Bevölkerung zur Generation 65 Plus. 2050 werden es laut Schätzung der OECD sogar 39 Prozent sein. In Ländern wie den USA oder Mexiko entwickelt sich der Trend hingegen viel sanfter: Nur 16 Prozent der Mexikaner werden zur Jahrtausendmitte im Seniorenalter sein.
Erfolg im Unternehmensgeschäft
Swiss Life schreibt in einer Mitteilung zum Ergebnis des Unternehmens-Geschäfts 2015:
Die Prämieneinnahmen in der Kollektivversicherung stiegen gegenüber dem Vorjahr um 6% auf CHF 8 688 Millionen. Besonders die teilautonomen Lösungen, bei denen die Kunden im Vergleich zur klassischen Vollversicherung von höheren Renditechancen profitieren können, verzeichneten ein sehr erfreuliches Wachstum (Nettowachstum von 250%). Erfolgreich waren auch die Pensionsversicherungsexperten von Swiss Life Pension Services und die Anlagestiftung Swiss Life, wo 2015 ebenfalls mehr Geschäft generiert wurde.
Die Ausschüttungsquote zugunsten der Versicherten betrug 2015 92,9%. Auch 2015 stand die langfristige Sicherheit der Vorsorgegelder im Fokus der Geschäftstätigkeit. Um die finanzielle Stabilität und damit die langfristige Sicherung der Leistungsversprechen an die Versicherten auch künftig garantieren zu können, hat Swiss Life 2015 zusätzliche technische Rückstellungen in der Höhe von CHF 939 Millionen gebildet. Zugleich konnte Swiss Life 2015 die Verwaltungskosten weiter um 3,3 Prozent senken.
Die grössten Immobilien-Investoren
Immobilien sind in Zeiten niedriger Zinsen als Anlageklasse begehrter denn je – allen voran bei den Versicherern. Zu den größten Immobilienbesitzern rund um den Globus gehören allerdings nicht nur bekannte Weltkonzerne, wie eine Übersicht der WirtschaftsWoche zeigt. Dominiert wird das Ranking vor allem von Versicherern, Pensionsfonds und renommierten Universitäten.
NZZ: Schützenhilfe für den ASIP
Werner Enz kommentiert in der NZZ die Auseinandersetzung des Pensionskassenverbands mit dem Gewerkschaftsbund. Enz schreibt:
Im Vorfeld der Volksabstimmung zur Gewerkschaftsinitiative «AHV plus» sind sich der Schweizerische Pensionskassenverband Asip und führende Protagonisten des Gewerkschaftsverbands (SGB) schon heftig an den Karren gefahren. Asip-Direktor Hanspeter Konrad sprach vor einigen Wochen – zu Recht – von realitätsfremdem Wunschdenken der Linken und verteidigte die vielerorts von Pensionskassen ergriffenen Massnahmen zur Senkung der Umwandlungssätze. Derweil vergoss SGB-Präsident Paul Rechsteiner Krokodilstränen, weil einige Kassen (konkret etwa Ruag, BVK und die Credit Suisse) Sätze von unter 5% in Aussicht genommen haben. … Wiederholt fällt einem bei derartigen Schlagabtauschen auf, dass Gewerkschaftsvertreter zwar rechnen können, aber es nicht wollen; Zinsen, Negativzinsen oder das Thema Langlebigkeit werden auf die Seite geschoben, um über Leistungsabbau zu lamentieren.
Lebensversicherer liefern da wertvolle Orientierung, denn sie können und müssen richtig rechnen. Würden Tarife und Leistungen längere Zeit falsch angesetzt, drohte der Konkurs, denn im Gegensatz zu Pensionskassen verträgt es keine Unterdeckung. Ein Lebensversicherer muss versprochene Leistungen immer erfüllen, wobei das von der Finma gesetzte Solvenz-System eine nicht zu knapp bemessene Kapitalunterlegung einfordert. .. Es ist für die KMU-Kundschaft und für die Schweiz überhaupt eine gute Kunde, dass Lebensversicherer das BVG-Geschäft professionell betreiben.
Swisscanto PK-Studie 2016: Kassen für kommende Herausforderung gerüstet
Die jährlich durchgeführte Umfrage der Swisscanto Vorsorge AG unter den Schweizer Pensionskassen widerspiegelt die anspruchsvolle Situation, in der sich die Pensionskassen und die berufliche Vorsorge aktuell befinden. Nach der Aufhebung des Euromindestkurses und der Einführung von Negativzinsen betrug die durchschnittliche Performance der Pensionskassen im Jahr 2015 1,13 Prozent gegenüber 7,13 Prozent im Vorjahr. Das angespannte Anlagejahr 2015 hat zu höheren Risikopositionen in der Vermögensallokation geführt. Zudem hat es die Pensionskassen im Vergleich zum Vorjahr Deckungsgrade gekostet. Othmar Simeon, Leiter der Swisscanto Vorsorge AG, kommentiert: „Trotz einem angespannten Anlagejahr 2015 verfügen die meisten Pensionskassen mit etwa 10 Prozent noch über genügend Reserven, um auf kurz- und mittelfristige Schwankungen zu reagieren. Damit ist die Finanzierungssituation der Schweizer Pensionskassen derzeit stabil.“
Das Altersguthaben der aktiven Beitragszahler ist aufgrund der herausfordernden Kapitalmärkte gegenüber dem Vorjahr tiefer verzinst, im Jahr 2015 durchschnittlich zu 2,03 Prozent (2014: 2,55 Prozent). Im Vergleich dazu beträgt die Verzinsung der Vorsorgekapitalien der Rentenbezüger 2,80 Prozent. Aus der Differenz der Verzinsungen resultiert ein Ungleichgewicht der aktiven Beitragszahler zugunsten der aktuell Pensionierten. Während die Verpflichtungen gegenüber den aktuellen Rentenbezügern durch das Gesetz keine Anpassungen an das anhaltende Tiefzinsumfeld erlauben, erzielen die Vorsorgekapitalien keine hinreichende Rendite an den Kapitalmärkten, um den Verpflichtungen nachzukommen.
Die entstehende Lücke veranlasst Pensionskassen, ihre in den guten Vorjahren geäufneten Reserven zu nutzen. Nebst den gesicherten Renten profitieren die Rentenbezüger aktuell zusätzlich von der negativen Teuerung, die Kaufkraft der Rente hat sich in den letzten fünf Jahren erhöht. Es findet eine Umverteilung zulasten der aktiven Beitragszahler statt, und der Druck auf die Pensionskassen, die Leistungen bei den aktiv Versicherten nach unten anzupassen, erhöht sich.
Pensionskassen-Statistik 2014
Die Publikation vermittelt einen Überblick über den Stand und die Entwicklung der beruflichen Vorsorge in der Schweiz. Die Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2014, bzw. den Stichtag 31. Dezember 2014. Alle detaillierten Daten sind auf dem Internetportal des Bundesamtes für Statistik in Datenwürfeln (Cubes) individuell selektioniert abrufbar. Die Statistik liegt bisher nur in elektronischer Form vor. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt gedruckt erscheinen.
NZZ: AV2020 auf der Kippe
Die NZZ schreibt zur laufenden Beratung der Altersvorsorge 2020 in der SGK des Nationalrats:
Die Vorlage steckt mitten in der parlamentarischen Beratung. Die Sozialkommission (SGK) des Nationalrats behandelt das Geschäft in zwei Lesungen. Die erste Runde hat sie vor Wochenfrist praktisch abgeschlossen. Die Vorlage wird laut Kommissionspräsident Ignazio Cassis (fdp., Tessin) bereit sein für die Herbstsession. Geplant ist, den Hauptteil der Beratungen auf die Woche nach der Abstimmung vom 25. September über die AHV-Ausbau-Initiative der Gewerkschaften zu legen. Dies ist sinnvoll, weil der Ausgang der Abstimmung die Debatte beeinflussen wird. Bei einer klaren Ablehnung dürfte die Bereitschaft der Nationalräte für mutigere Reformschritte bei der AHV steigen.





