BV und Erbrecht
Bruno Eugster, Fachanwalt Erbrecht SAV, schreibt in der NZZ über Missbrauchspotenzial im Erbrecht, das derzeit revidiert wird. Dies betrifft insbesondere die berufliche Vorsorge, bei welcher durch Einkäufe Vermögen den Nachkommen aus erster Ehe entzogen werden kann. Eugster schreibt:
Eine nach wie vor ungelöste Frage ist der Zusammenhang von beruflicher Vorsorge und Erbrecht. Der Entwurf will die gebundene Vorsorge vollkommen beim Vorsorgerecht belassen und vom Erbrecht ausschliessen. Das führt zu stossendsten Ergebnissen.
Der «Klassiker» sieht etwa wie folgt aus: Nach 15 Jahren wird eine Ehe in gehobenen mittelständischen Verhältnissen geschieden. Die Eheleute haben kaum freies Vermögen, das Alterskapital in der beruflichen Vorsorge aber beträgt 700 000 Franken. In der Scheidung wird das Alterskapital geteilt. Der Ehemann verheiratet sich nochmals und hat angesichts seines nach wie vor guten Einkommens in der Pensionskasse einen stattlichen Verlust erlitten. Diesen verbessert er gerne durch freiwillige Einlagen, einkommenssteuerfrei jedes Jahr um einen fünfstelligen Betrag.
Frühpensionierung für Maler und Gipser
(SDA) Maler und Gipser können sich frühzeitig pensionieren lassen. Der Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV) stimmte dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu. Die Gewerkschaften haben bereits zugestimmt, mit dem Ja der Delegierten des Arbeitgeberverbands ist nun die Bahn frei für die Umsetzung. Das Modell sieht die Möglichkeit der flexiblen Teilpensionierung für Männer ab 60 und für Frauen ab 59 vor. Hinzu kommt die vollständige Frühpensionierung ab 63 und 62 Jahren.
Bis zur ordentlichen Pensionierung erhalten die Betroffenen eine Übergangsrente von rund 70 Prozent des AHV- Lohns und die Beiträge an die 2. Säule bezahlt. Arbeitnehmer und -geber finanzieren das Modell gemeinsam mit je 0.85 Lohnprozenten. Der neue GAV gilt für die Deutschschweiz, den Jura und das Tessin. Die beiden Basel und die Branche in der Westschweiz kennen die Frühpensionierung bereits. Im Bauhauptgewerbe liegt das Rentenalter bei 60 Jahren.
Cosandey zu den roten Zahlen der AHV
Die AHV hat im vergangenen Jahr 579 Mio. Fr. mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat. Damit ist die erste Säule des Altersvorsorgesystems im zweiten Jahr in Folge in den roten Zahlen. Die negative Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, warnt Jérôme Cosandey, Vorsorge-Spezialist bei der Denkfabrik Avenir Suisse, in einem Interview für die Web-TV-Sendung Wirtschaft im Fokus . Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) geht von einem kumulierten Defizit in der AHV von 50 Mrd. Fr. bis 2030 aus.
D: Sozialdemokraten wollen Ausbau der betrieblichen Rente
Während in der Schweiz von linker Seite die berufliche Vorsorge neuerdings systematisch schlecht geredet wird, sehen die deutschen Sozialdemokraten hier die Zukunft der Altersvorsorge. In der Welt heisst es dazu:
Nun hat sich die amtierende Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) des Themas angenommen.
In den Firmen sollen staatlich animiert Lösungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften gefunden werden. Noch 2016, am besten bis zum Sommer, will sie ihr Modell vorstellen – die Nahles-Rente. Schließlich hat vor allem die SPD die Rente als Wahlkampfthema entdeckt. Wer 2017 vor seine Wähler tritt, steht besser da, wenn er Initiativen gegen eine deutsche Urangst, die Altersarmut, präsentieren kann.
Der Ruf der Rente ist so schlecht wie nie. Den gesetzlichen Zweig nimmt seit Jahren niemand mehr ernst. Als echter Schutz vor der Armut im Alter taugt er in den Augen der Mehrheit nicht. Auch der Ruf der privaten Vorsorge hat zuletzt gelitten. Die Riester-Rente – einst der große Hoffnungsträger – gilt inzwischen als gescheiterte Idee. Jetzt plant die Politik die nächste große Reform. Eine flächendeckende betriebliche Altersvorsorge soll es richten. Und die muss gelingen. Die Politik weiß: Sie hat nur diesen einen Versuch. Doch die strukturellen Grundprobleme, das ist jetzt schon klar, wird auch dieses Konzept nicht beheben können.
Drei Gemeinden denken an BVK-Austritt
Die Limmattaler Zeitung berichtet über Überlegungen dreier Gemeinden bezüglich eines Austritts aus der BVK:
Zwar sei noch nichts entschieden, aber in Schlieren würden derzeit geprüft, ob eine andere Pensionskasse attraktiver Konditionen biete, sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP). Zwar sei man sich dessen bewusst, dass sich alle Pensionskassen in einem schwierigen Umfeld bewegen würden, «doch sind wir es unseren Mitarbeitern schuldig, zumindest abzuklären, ob es eine bessere Option gibt», so Brühlmann. Denn: «Mit den Plänen der BVK sind wir alles andere als glücklich.»
Beim Nachbar Unterengstringen sieht es nicht anders aus: Wie Gemeindepräsident René Rey (FDP) auf Anfrage sagt, werde derzeit eine Analyse erstellt. «Ein Entscheid bezüglich eines allfälligen Wechsels ist somit noch nicht gefällt worden», so Rey. Doch sei man sich durchaus bewusst, dass ein solcher nicht ganz einfach und vor allem mit hohen Kosten verbunden wäre. Auch Ronny Derrer, Oberengstringer Finanzverwalter, sagt auf Anfrage, dass sich eine kleine Gruppe von Arbeitgebern und Arbeitnehmern derzeit mit diesem Thema auseinadersetzen würden. «Wie weit diese Abklärungen gehen, ist momentan noch nicht bekannt.»
D: “Bankrotterklärung der Lebensversicherung”
Die klassische Lebensversicherung steht in Deutschland kurz vor dem Aus: Der Gesetzgeber will, dass der Garantiezins unter ein Prozent sinkt. Für Neukunden wäre sie dann keine Option mehr. Die Branche ist in Panik, schreibt Die Welt.
Negative Rate Experiment Shows Perversions Ahead
When interest rates are high, people borrow less and save more. When they’re low, savings go down and borrowing goes up. But what happens when rates stay negative?
In Denmark, where rates have been below zero longer than anywhere else on the planet, the private sector is saving more than it did when rates were positive (before 2012). Private investment is down and the economy is in a “low-growth crisis,” to quote Handelsbanken. The latest inflation data show prices have stagnated.
Denmark uses negative rates to defend the krone’s peg to the euro.
As the Danes head even further down their negative-rate tunnel, the experiences of the Scandinavian economy may provide a glimpse of what lies ahead for other countries choosing the lesser known side of zero.
Denmark has about $600 billion in pension and investment savings. The people who help oversee those funds say the logic of cheap money fueling investment doesn’t hold once rates drop below zero. That’s because consumers and businesses interpret such extreme policy as a sign of crisis with no predictable outcome.
“Negative rates are counter-productive,” said Kasper Ullegaard, head of fixed-income overseeing more than $15 billion at Sampension in Copenhagen. The policy “makes people save more to protect future purchasing power and even opt for less risky assets because there’s so little transparency on future returns and risks.”
40% der Schweizer ohne private Altersvorsorge
Über ein Drittel der Schweizer sorgt nicht privat fürs Alter vor – hat also beispielsweise keine Säule 3a. Besonders hoch ist der Anteil jener, die sich auf die gesetzliche Vorsorge verlassen, in der Romandie.
In der französischsprachigen Schweiz beträgt der Anteil der Personen ohne private Vorsorge 42 Prozent. In der Deutschschweiz sind es 38 Prozent. Dies zeigt eine Befragung des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Finanzberatungsplattform Moneypark.
Buffett Says Hedge Funds Get ‘Unbelievable’ Fees for Bad Results
Warren Buffett, the billionaire chairman of Berkshire Hathaway Inc., said large investors should be frustrated with fees they’re paying hedge fund managers who fail to match the returns of index funds.
“There’s been far, far, far more money made by people in Wall Street through salesmanship abilities than through investment abilities,” Buffett said Saturday during Berkshire’s annual meeting in Omaha, Nebraska.
Hedge funds traditionally charge a management fee that’s 2 percent of assets, plus 20 percent on any profits. That’s “a compensation scheme that is unbelievable to me,” Buffett said. He added that some pension funds have disregarded his advice, and gone ahead and hired consultants.
The billionaire made a bet in 2008 against Protege Partners that its strategy that invests in hedge funds couldn’t beat a Vanguard mutual fund that tracks the S&P 500 Index. The winner’s charity of choice gets $1 million when the wager ends at the end of next year.
The bundle of hedge funds in Protege’s bet returned 21.9 percent for the eight years through 2015, according to a Berkshire presentation. That compares with the 65.7 percent climb in the S&P Index fund.
«Echter Rentenklau» an Jungen
Der Generationenkonflikt in der beruflichen Vorsorge verschärfe sich, schreibt die «SonntagsZeitung». Um die überhöhten Rentengarantien erfüllen zu können, die Pensionierten gegeben wurden, werde den Berufstätigen ungefragt weniger Überschüsse gutgeschrieben. Das läuft auf eine Quersubventionierung der Rentner zulasten der Aktiven hinaus.
Der Transfer habe beunruhigende Dimensionen angenommen. Auf 4 bis 5 Milliarden Franken veranlage Swisscanto inzwischen das Ausmass der Querfinanzierung. Eine berufstätige Person erleide so einen Nachteil von 1000 bis 1250 Franken – im Jahr, wohlbemerkt. «Seit der Einführung des Pensionskassenobligatoriums 1985 hat die Querfinanzierung massiv zugenommen. Von 1985 bis 2015 betrug sie im Schnitt noch 1,5 Milliarden Franken pro Jahr», sagt Othmar Simeon, Geschäftsführer der Swisscanto Vorsorge AG, zur «SonntagsZeitung». Für Swisscanto sei ein «echter Rentenklau» im Gange, der unbemerkt ablaufe und deshalb nicht mal von den Betroffenen realisiert werde.
Negative rates are bad for everyone
To many of us, it’s been obvious for a long time now that ultra-low interest rates are doing more harm than good, driving up house prices and mortgage debt for no particular benefit to consumption and business investment. Quite the reverse, in fact.
Perversely, unconventional monetary policy may even be damaging the very things it’s meant to boost. Low interest rates have made it virtually impossible to find a half way decent – and safe – rate of return, which in turn makes people save more, rather than spend more, if they want to enjoy a respectable income in retirement. Too many are choosing to do it through the housing market, creating social ills on top of the economic ones.
The destructive effects of low rates are at their most obvious in Britain’s once mighty final salary pensions sector. By increasing the funding costs of future liabilities, ultra low rates have caused pension fund deficits to spiral out of control. In response, the pensions regulator has forced corporate sponsors to dig deep to cover the difference, eating into earnings, restricting dividends, and crimping otherwise gainful investment in the business.
Just ask Philip Bowman, former chief executive of Smiths Group.
He could barely move without consulting his pension fund trustees first. If he thought there was any merit in breaking up this oddly diversified engineering conglomerate, he would not have been able to; pensioners, it seems, come before shareholder value and commercial gain. It is much the same in any business with a big legacy pension fund. Executives find themselves working primarily not for investors, but for members of the pension scheme.
“Minders unvollendete Mission”
Hat die Minder-Initiative die Aktionärsdemokratie und die Kontrolle über die Manager gestärkt? Zweifel sind erlaubt und mit Blick auf die Auswirkungen auf Pensionskassen, welche Minder gezielt in seinen Kreuzzug einbinden wollte, sind auch negative Konsequenzen unübersehbar. In der NZZ hat Sergio Aiolfi die aktuelle Lage analysiert.
Nebst den Pluspunkten hat das Volksbegehren aber auch Auswirkungen gehabt, die der Aktionärsdemokratie kaum förderlich waren. So hat sich etwa die Regelung, wonach Schweizer Pensionskassen zur Abstimmung an Generalversammlungen verpflichtet sind, als Schuss nach hinten erwiesen. Verwalter vor allem kleiner und mittlerer Kassen haben oft nicht die Mittel und Kapazitäten, um an der GV jeder Firma, von der sie Aktien besitzen, zu jedem Traktandum ein informiertes Votum abzugeben. Um der Stimmpflicht zu entgehen, sind viele Vorsorgeeinrichtungen deshalb dazu übergegangen, anstelle von Aktien Fondsanteile zu kaufen, also ein indirektes Engagement einzugehen. Dass Schweizer Anleger wegen gestiegener Administrativkosten auf ihr Stimmrecht verzichten, ist ein von Minder wohl kaum vorausgesehener Nebeneffekt. (…)
FuW: Stimmrechtsberater im Fokus

Finanz und Wirtschaft hat die Stimmrechtsberater einer kritischen Prüfung unterzogen. Anspruch und Realität passen vielfach nicht zusammen. Die Minder-Initiative hat ihnen nicht nur ein lukratives Geschäftsmodell, sondern nicht zuletzt bei Pensionskassen auch viel Macht und Einfluss verschafft. Die FuW stellt in einem Beitrag die wichtigsten Player vor.
FuW: Die Macht der Stimmrechtsberater
Die angelsächsischen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis üben auf Schweizer Unternehmen einen grossen Einfluss aus. Das ist problematisch.
FuW Redaktor Martin Lüscher kommentiert:
Thomas Minder wollte die Rechte der Aktionäre stärken und institutionelle Investoren in die Pflicht nehmen. Funktioniert hat es nicht – zumindest was Letzteres betrifft. Wollen Pensionskassen die Stimmpflicht nicht wahrnehmen, delegieren sie an Stimmrechtsberater. Die Nachfrage ist seit der Annahme der Minder-Initiative gestiegen. (…)
Kollektivanlagen sind der andere Ausweg für institutionelle Anleger, die Stimmpflicht zu umgehen. Denn die Verpflichtung gilt nur bei direkten Anlagen. Wie von Vermögensverwaltern zu vernehmen ist, wechseln Pensionskassen vermehrt in Fonds. Der Aufwand für die Vorbereitung der unzähligen Generalversammlungen ist gross. Darum delegieren auch Banken die Ausübung der Stimmpflicht – oder lassen es gleich bleiben.
Die Verantwortung übernimmt am Ende niemand. Pensionskassen und Banken delegieren ihre Stimmen oder lassen sie verfallen. Die Stimmrechtsberater verstecken sich hinter dogmatischen Regeln und gehen auf die spezifischen Charakteristika zu wenig ein. Unter den abstrakten Normen leidet das Unternehmen und der Privataktionär, der mit seiner Stimme nichts bewegen kann.
FuW: Interview mit Jürg Schiller
Jürg Schiller, Gründer VI Vorsorgeinvest, nutzt Schwankungsindikatoren des Aktienmarktes für taktische Umschichtungen.





