UK: Pension deficits reach a record £459bn
Britain’s generous defined benefit pensions have plumbed further depths during August, reaching another record-breaking deficit of £459.4bn as the scramble for bond assets and the interest rate cut sent their liabilities soaring.
The remaining 6,000 defined benefit schemes can now meet just 76.1pc of their obligations to pensioners, according to the sums used by the Pension Protection Fund, which rescues ailing schemes. This is the worst funding ratio since the PPF started publishing figures in 2006.
A rush for safe-haven bonds around the world has sent the yields on sovereign bonds through the floor – meaning a fall in the regular income that pension funds use to pay their retirees their defined benefits, sometimes known as final salary pensions. The Bank of England’s rate cut to 0.25pc has worsened the shortfall.
Risiko Check-up: Offizielle Daten zu gut
Der Risiko Check-up 2016 der Complementa Investment-Controlling AG zeigt ein gemischtes Bild der Deckungsgrad-Entwicklung. Nachdem im Jahr 2015 der Deckungsgrad um 1.7% gefallen ist, können Pensionskassen bislang auf ein gutes Anlagejahr zurückblicken. Eine Rendite von 2,7% in den ersten 8 Monaten lässt den Deckungsgrad auf 105,2% ansteigen.
Pensionskassen haben ihre Bewertungsparameter aber erst teilweise an das Tiefzinsumfeld und die steigende Lebenserwartung angepasst, schreibt Complementa in einer Mitteilung. Dementsprechend trübt sich das das Bild ein, wenn die Deckungsgrade auf aktuellen, einheitlichen Parametern berechnet werden. Im Schnitt würde der Deckungsgrad der 2. Säule dadurch um 4,8% fallen. Die Berechnungen basieren auf dem zu erwartenden, neuen Referenzzinssatz von 2,25%, den die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten am 30. September publizieren wird.
119 Pensionskassen haben die Fragen zum Sonderthema Risikomanagement beantwortet. Rund drei Viertel der Teilnehmer schätzen die Qualität ihres Risikomanagements als gut ein. Daneben diagnostizieren 15% der Teilnehmer bei hoher Risikobereitschaft Verbesserungspotenzial. Erfreulich ist, dass Pensionskassen jene Risiken, deren Bedeutung sie als hoch einstufen – namentlich Aktien- und Zinsrisiko – weitgehend aktiv bewirtschaften.
Entwicklungsbedarf orten die Teilnehmer hauptsächlich in der Bewirtschaftung des Finanzierungsrisikos, des Zinsrisikos, der versicherungstechnischen Risiken sowie des Aktienrisikos, wobei der Entwicklungsbedarf grundsätzlich eher tief eingeschätzt wird. Verzichten die Pensionskassen auf Risikomanagement-Massnahmen (19% der Teilnehmer), liegt die Ursache hauptsächlich in deren wahrgenommenen mangelnden Wirksamkeit.
Migros-PK Kunde der Kreditfabrik der Glarner KB
Die Glarner Kantonlbank lanciert eine “Kreditfabrik”, in der sie die Verarbeitung und Verwaltung von Hypotheken für Dritte übernimmt. Als ersten Kunden für diese Dienstleistung habe die Bank die Migros Pensionskasse gefunden, teilte die GLKB mit.
Zudem bietet die Bank unter der Marke Softlink die vier Module Hypothekenvergabe, Dokumentenerstellung, Hypothekenverwaltung und Vermögensverwaltung zur Lizenzierung an. Die Softlink-Module und die Services der Kreditfabrik könnten beliebig kombiniert werden, heisst es weiter. Bei allen Modulen könne der Kunde entscheiden, die Verwaltung und Abwicklung selber vorzunehmen oder vollständig der GLKB zu übertragen.
AV2020: Angestelltenverbände wollen Vermittler sein
In der Handelszeitung haben sich Daniel Jositsch, Präsident Kaufmännischer Verband Schweiz, Thomas Weibel, Präsident Schweizer Kader Organisation SKO und Thomas Feierabend, Präsident Angestellte Schweiz, gemeinsam mit einem Kommentar zu den aktuellen Themen der Altersvorsorge gemeldet. Die AHVplus-Initiative lehnen sie ab, bei der Altersvorsorge 2020 sehen sie Verbesserungsbedarf. In ihrem Beitrag schreiben sie:
Gefordert sind konstruktive Kräfte, die Brücken zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden bauen können und breit abgestützte Kompromisse mittragen. Die stark fragmentierte Arbeitnehmerlandschaft zeigt die Notwendigkeit nach ideologiefreien Lösungen auf. Deshalb handeln wir jetzt: Um kompromissorientierten Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen, bündeln die drei Angestelltenverbände Angestellte Schweiz, Schweizer Kader Organisation SKO und der Kaufmännische Verband ihre politischen Kräfte. Künftig werden wir uns verstärkt im Rahmen einer politischen Plattform für Angestelltenpolitik engagieren. (…)
Die kürzlich präsentierten Vorschläge der zuständigen Nationalratskommission müssen an einigen Stellen korrigiert werden, nicht zuletzt bei den Kompensationsmassnahmen in der 2. Säule und bei der vorgesehenen Rentenaltererhöhung auf 67. Aus diesen Gründen werden Angestellte Schweiz, die Schweizer Kader Organisation SKO und der Kaufmännische Verband ihre Rolle als Vermittler zwischen den beiden Polpositionen wahrnehmen – und darüber hinaus verstärkt auch in anderen politischen Dossiers konstruktive, kompromissorientierte Lösungen vorantreiben.
AHV-Fonds klagt gegen VW, Publica zögert
Im Klagereigen gegen Volkswagen nehmen Schweizer Fonds unterschiedliche Positionen ein, wie der NZZ zu entnehmen ist.
Dieser Tage hat der AHV-Ausgleichsfonds in einer E-Mail gegenüber einer Drittperson erklärt, ebenfalls Schadenersatzansprüche gegen VW stellen zu wollen. Da der AHV-Fonds via europäische Aktienindizes auch bei VW investiert sei, sei er auch durch die VW-Affäre betroffen. Der zuständige externe Vermögensverwalter empfehle ein Mitmachen bei Kollektivverfahren für Schadenersatzansprüche, und man habe entsprechende Schritte eingeleitet. Eine direkte Anfrage der NZZ vom vergangenen Freitagvormittag für präzisere Angaben hat der AHV-Ausgleichsfonds bis am Wochenende nicht konkret beantwortet.
Keine Klage gegen VW plant derweil Publica, die Pensionskasse der Bundesangestellten. Publica begründete dies in einer Mail an einen externen Fragesteller namentlich mit dem geringen Anteil an gehaltenen VW-Aktien und dem Klageaufwand. Zudem gäbe es laut Publica die Möglichkeit, bei einer allfälligen erfolgreichen Sammelklage gegen VW nachträglich noch aufzuspringen.
Eco: “PKs schieben Risiken auf Versicherte ab”
In einem Bericht zur Eco-Sendung vom 12.9.16 schreibt SRF: Die Pensionskasse der Credit Suisse zwingt Angestellte bei der Pensionierung neu zum Bezug von Alterskapital. Damit schiebt sie ihre Anlage-Risiken auf die Pensionäre ab. Diese Weitergabe von Risiken auf die Versicherten hat System, weit über die Credit Suisse hinaus.
Konkret wird die Pensionskasse der Credit Suisse ab 2018 individuelle Anlagestrategien für ihre PK-Versicherten einführen. Und sie senkt die Lohnschwelle des zwangsweisen Kapitalbezugs der zweiten Säule für ihre Mitarbeitenden von 126‘900 Franken auf noch 98‘700 Franken ab. Das heisst, für viele Angestellte mit mittleren Löhnen entfällt oberhalb dieser Grenze die Möglichkeit für eine garantierte, lebenslange Rente.
Die individuellen Anlagestrategien, aus der die Angestellten der Credit Suisse wählen können, sind sogenannte «1e-Vorsorgepläne». Diese Anlageprodukte sind seit 2006 zugelassen. Doch erst jetzt – in Zeiten von Negativzinsen – werden sie für die Pensionskassen wirklich interessant. Nicht nur tragen bei diesen Vorsorgeplänen die Versicherten das Anlagerisiko, sie werden bei der Pensionierung auch zum Bezug des Kapitals gezwungen.
Für Stefan Thurnheer vom VZ Vermögenszentrum ist diese Entwicklung zweiseitig: «Zum einen ist es ein Wunsch der Versicherten, selber zu entscheiden, wie sie das Geld in der Pensionskasse anlegen. Auf der anderen Seite versuchen Pensionskassen, Risiken zu vermindern in diesen schwierigen Anlage-Zeiten. Da ist ein Kapitalzwang, die Auszahlung also, ein Mittel, um das Risiko zumindest teilweise in der Pensionskasse zu vermindern.»
Colette Nova vom Bundesamt für Sozialversicherung sagt: «Für viele Leute ist das eine Überforderung oder zumindest eine sehr grosse Herausforderung. Während man in der Vorsorge-Einrichtung ist, übernimmt das die Vorsorge. Für nachher muss man selber schauen.»
Neuer Blick-Winkel
Der Blick, der einst den Begriff Rentenklau in die Welt setzte (2002 aus Anlass der Mindestzins-Senkung), hat ihn nun definitiv ebenfalls auf die Generationen-Umverteilung umgepolt. So heisst es jetzt auch im Blick über einem aktuellen Beitrag “Rentenklau an den Jungen”. In seinem bemerkenswerten Artikel (mit NZZ-Zitat) zum aktuellen Finma-Bericht schreibt Guido Schätti;
Die 2,2 Milliarden, welche die BVG-Versicherungen von jung zu alt umschaufeln, sind nur die Spitze des Eisberges. Denn die Lebensversicherungen decken nur 20 Prozent des Marktes ab. Die Situation der Pensionskassen ist aber kaum besser. Tatsächlich dürften also rund 10 Milliarden Franken umverteilt werden.
Schuld an diesem Schlamassel sind wir alle. Am 7. März 2010 lehnte eine Mehrheit von 73 Prozent die Anpassung des Renten-Umwandlungssatzes an die gestiegene Lebenserwartung ab. Die Gewerkschaften und der K-Tipp hatten das Referendum ergriffen und unter dem Schlagwort «Rentenklau» eine populistische Kampagne geführt.
Das Geld versickere bei den Versicherungen, behaupteten sie. Heute ist klar: Das Nein öffnete Tür und Tor für einen viel grösseren Rentenklau. Die Leidtragenden sind die Arbeitnehmer. Mit ihren Ersparnissen in der 2. Säule werden heute die Renten der Pensionierten bezahlt.
Seit der Abfuhr vor sechs Jahren hat die Politik das heisse Eisen nicht mehr angepackt. Der nächste Anlauf ist die Altersreform 2020. Doch bis diese in trockenen Tüchern ist, kann es noch Jahre dauern. Die «Neue Zürcher Zeitung» fordert deshalb eine Tempoverschärfung.
Der Finma-Bericht biete sich «als Pflichtlektüre für Parlamentarier an, denn deren Fehlleistungen sind kolossal». Der Fehler solle mit einem Parlamentsbeschluss aus der Welt geschafft werden, regt die Zeitung an.
Blick / Artikel NZZ / Finma-Mitteilung /
Finma-Transparenzbericht
NZZ: “Enorme Umverteilungen im Vorsorge-System”
Werner Enz beschäftigt sich in der NZZ auf Basis des finma-Transparenzberichts mit der Situation der Lebensversicherer in der 2. Säule. Enz hält fest:
Im BVG-Obligatorium ist der Umwandlungssatz immer noch mit astronomischen 6,8% fixiert, was Jahr für Jahr zur Auszahlung übersetzter Renten zwingt. Diesmal reservierten die Lebensversicherer für diese Übung mit dem übersetzten Mindest-Rentenumwandlungssatz zusätzlich 2241 Mio. Fr. gegenüber 2168 Mio. Fr. im Vorjahr. Dieser Betrag entsprach happigen 8,0% (im Vorjahr: 8,4%) des Deckungskapitals für Altersrenten. Die Umverteilung von Jung zu Alt sowie von hohen zu niedrigen Einkommen lässt gemäss Finma-Jahresbericht einen fairen Ausgleich als immer unwahrscheinlicher erscheinen. Wenn jede neu gesprochene Rente, wie es zurzeit der Fall ist, mit rund 8% an zusätzlichem Kapital unterlegt werden muss, ist das vor allem für diejenigen bitter, die später in Rente gehen werden.
Zu dem im Bericht angesprochenen ungenügenden Angebot heisst es:
Peter Giger, der bei der Finma für das Versicherungsgeschäft verantwortlich zeichnet, zeigt sich darüber besorgt, dass es im Markt zu einer Unterversorgung kommen könnte. Damit spricht er an, ob wohl noch genügende Anreize für das Bereitstellen von Risikokapital existieren. Im ersten Halbjahr haben als Letzte im Bunde auch Swiss Life, Axa Winterthur und Bâloise bei der Akquisition von Neugeschäft zurückhaltend agiert. KMU-Kunden, die vor allem an der BVG-Vollversicherung interessiert sind, haben einen Vertrag nicht einfach auf sicher. Und Unternehmen mit einer ungünstigen Altersstruktur unter ihren Arbeitnehmern bzw. Versicherten – wenige Junge, viele Alte – finden inzwischen oft verschlossene Türen vor, wie aus Marktkreisen verlautet.
Nachfrage nach Vollversicherung übersteigt Kapazität der Lebensversicherer
Die finma beschäftigt sich in ihrem Transparenzbericht mit der aktuellen Situation der Lebensversicherer in der beruflichen Vorsorge. Zusammenfassend heisst es dazu in einer Mitteilung:
Die acht von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beaufsichtigten Lebensversicherer, die in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge tätig sind, spielen eine wichtige Rolle. Sie verwalten rund ein Fünftel aller Vorsorgegelder (192 von 967 Milliarden Franken, Stand Ende 2014). Sie versichern fast die Hälfte der vier Millionen aktiven Versicherten und bedienen rund ein Fünftel der 1,07 Millionen Rentner (Stand Ende 2014).
Die Versicherer übernehmen von den Vorsorgeeinrichtungen ganz (Vollversicherung) oder teilweise (Risikorückdeckungen) die Deckung der Risiken und bewirtschaften Vorsorgegelder. 2015 wuchs das Prämienvolumen bei den Lebensversichern mit 0,7 Prozent nur noch sehr geringfügig. Dies ist Ausdruck dafür, dass die Lebensversicherer den Zufluss an Neugeschäft für die Vollversicherung immer stärker beschränken. Zusätzliche Kapazität wird von keinem Lebensversicherer angeboten und neue Anbieter gab es seit Inkrafttreten des BVG keine.
Die Gründe für diese Zurückhaltung der Anbieter dürfte in der Kapitalintensität des Geschäfts, den dabei regulatorisch beschränkten Gewinnmöglichkeiten und den im heutigen Umfeld hoch erscheinenden obligatorischen Umwandlungs- und Mindestzinssatz liegen. Die Folge daraus ist, dass viele Vorsorgeeinrichtungen überhaupt keine Vollversicherungslösung finden. Die Nachfrage übersteigt in diesem Bereich das Angebot.
Im Spar-, Risiko- und Kostenprozess erwirtschafteten die in der beruflichen Vorsorge tätigen privaten Lebensversicherer 2015 insgesamt Erträge in der Höhe von 8,5 Milliarden Franken. In Form von Versicherungsleistungen, Erhöhungen der technischen Rückstellungen und Überschussbeteiligungen flossen diese zu 92,5 Prozent an die Versicherten zurück.
Zwischen 2005 und 2015 betrug die durchschnittliche annualisierte Nettokapitalanlagerendite 3,0 Prozent pro Jahr. Die Performance unter Einbezug der Wertveränderungen der Kapitalanlagen betrug 2015 noch 1,9 Prozent, nach hohen 8,6 Prozent im Jahr zuvor und einem leicht negativen Prozentwert im Jahr 2013.
Nachdem 2013 die Schadenbelastung noch um 21 Prozent zugenommen hatte, ging sie 2014 um 13 Prozent und 2015 um 5 Prozent zurück. Dieser Rückgang bei leicht verminderten Prämieneinnahmen führte 2015 zu einer Schadenquote von 55 Prozent im Risikoprozess. Dank der insgesamt positiven Ergebnisse konnten die versicherungstechnischen Rückstellungen für Verpflichtungen aus Alters- und Hinterbliebenenrenten um insgesamt 1740 Millionen Franken verstärkt werden. Das auf Tiefstwerte abgesunkene Zinsniveau lies die Kapitalanlagerendite erodieren. In der Folge senkten die Lebensversicherer den technischen Zinssatz für die Berechnung der Rentendeckungskapitalien auf ein Niveau von durchschnittlich 1,6 Prozent.
Draghi Asset Buying Deepens the Hole in Pension Funds
As he tries to jump start the economies of today, European Central Bank President Mario Draghi is punching holes in the retirements of tomorrow.
Draghi said the ECB may continue asset buying beyond March 2017 until it sees inflation consistent with its targets. The purchases, along with low and negative interest rates from the ECB and the region’s national banks, are pushing more and more bond yields below zero, hurting European pension managers that are already struggling to fund retirement plans.
“Pension funds can’t meet their future obligations if interest rates remain as low as they currently are,” said Olaf Stotz, a professor of asset management at the Frankfurt School of Finance and Management. “Some sponsors will have no choice but to add more capital” to their pension plans.
Funds that supply retirement income of millions of European workers face a growing gap between the money they have and what they must pay out. To make up the shortfalls, they may have to tap their sponsoring companies or institutions, reduce or delay payouts or try to boost returns by investing in riskier assets. That mirrors the dilemma faced by pension managers from the U.S. to Japan who are also being affected by central bank monetary policy.
Herbstsession: AV2020 zwischen 26. und 30.9. im NR
Gemäss Sessionsprogramm wird der Nationalrat die Debatte zur Altersvorsorge 2020 in der dritten Sessionswoche aufnehmen. Dabei sind zwischen Montag, 26. und Freitag 30. September vier Termine dafür vorgesehen.
AHVplus: Sozialpartner kreuzen die Klingen
Roland Müller (Arbeitgeberdirektor) und Paul Rechsteiner (Präsident SGB) legten in einem Gespräch mit der NZZ ihre konträren Meinungen zu AHVplus dar. Rechsteiner, aufgrund der für ihn ungünstigen Faktenlage sowie mangelnder Argumente rutschte dabei mehrfach in patzige Repliken ab, um sein Projekt zu verkaufen. Auszüge:
Kosten
Müller: Schon ohne die Initiative wird der AHV-Fonds von 44 Milliarden Franken bis 2025 um 10 Milliarden sinken und nur noch 34 Milliarden betragen. Es wird mehr ausbezahlt als eingenommen. Mit der Initiative wird er bis 2025 auf 0 absinken. Mit «AHV plus» ist der Bogen überspannt.
Rechsteiner: In der Vergangenheit waren alle Prognosen falsch und zu pessimistisch. Die Arbeitgeber haben immer schwarzgemalt und den Leuten Angst gemacht. Das ist verantwortungslos gegenüber der wirklichen Aufgabe, nämlich eine anständige Rentenleistung für die Bevölkerung zu sichern.
Müller: 7 Milliarden brauchen wir nur schon, um die AHV zu sichern. Sie wollen aber noch 5 Milliarden obendrauf buttern. Man kann nicht einen solchen Betrag – notabene pro Jahr – einfach so in ein Sozialwerk umlagern, also quasi die Kreditkarte der Jungen belasten. Wir wollen das System stabilisieren, für die Älteren, damit die Renten weiter fliessen, und für die Jungen, dass sie unter der heutigen Finanzierungslast künftig eine vernünftige Rente haben. Die Gewerkschaften wollen das System so umbauen, dass man die Rentenlast auf die erste Säule verschiebt.
Kritik an Negativzinsen für PKs
In der NZZ greift Roland Kriemler, Geschäftsführer der KGASt (Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen) die Frage der Belastung von Pensionskassen durch die von der SNB veranlassten Negativzinsen auf. Kriemler stellt fest, dass es primär die stark rückläufigen Kapitalexperte waren, welche zum Aufwertungsdruck auf den Franken führten und nicht so sehr Spekulationsgeschäfte aus dem Ausland. Während unter dem Druck der Negativzinsen Schweizer Investoren ihr Verhalten geändert hätten, sei solches bei den Pensionskassen nicht festzustellen. Kriemler schreibt dazu:
Die Erhöhung der Fremdwährungs-Exponierung, müsste man auch bei der Fremdwährungsquote der Pensionskassen erkennen können. Betrachtet man aber deren Entwicklung, so stellt man fest, dass sich deren Quote über die letzten Jahre sehr stabil zwischen 21,4% und 22,6% bewegt hat. Auch nach dem 15. Januar 2015 blieb sie auf dem Niveau von rund 22%. Die SNB konnte die Pensionskassen also nicht zur gewünschten Reaktion bewegen. Daraus folgt, dass die Vorsorgeeinrichtungen nicht mitgeholfen haben, den Franken zu schwächen. Hingegen verursachen die negativen Zinsen auf SNB-Girokonti Aktivitäten bei den Pensionskassen, die Zusatzkosten verursachen und die Anlagerenditen schmälern.
Kriemler schliesst daraus: weil die Pensionskassen nicht den gewünschten Beitrag zur Erreichung der geldpolitischen Ziele leisten und die Massnahmen infolgedessen nicht greift, sei sie auch nicht erforderlich. Es sollte den Pensionskassen deshalb ermöglicht werden, ihre operativ notwendige Liquidität nicht zu künstlich tief gehaltenen Zinsen halten zu müssen. Dazu habe die Nationalbank ihre getroffene Massnahme «Negativzinsen auf Girokonti ohne Ausnahmen» zu überdenken. Sie solle differenziertere Massnahmen ergreifen, Ausnahmen zulassen und somit den Pensionskassen erlauben, ihre operativ notwendige Liquidität auf Girokonti ohne Zinsbelastung anzulegen.
BVK: Ober- und Unterengstringen bleiben
Die Gemeinden Ober- und Unterengstringen, die sich für einen BVK-Austritt interessierten, winken ab und verweisen auf die zu hohen Kosten eines Wechsels.
In Unterengstringen prüfte der Gemeinderat einen Wechsel zur Pensionskasse Profond, die vom VPOD in einem Schreiben an verschiedene Gemeinden als mögliche Alternative ins Spiel gebracht wurde. Für die 25 aktiv Versicherten und 9 Rentenbezüger hätte eine Unterdeckung von bis zu 700 000 Franken bezahlt werden müssen: «Das ist viel zu viel», wie Rey sagt. Auch hätten den Gemeinderat Medienberichte stutzig gemacht, wonach die Profond rund die Hälfte ihres Anlagevermögens in Aktien investiere. «Das ist uns zu riskant», so Rey.
AV2020: Arbeitnehmer für frühestes Rentenalter 60
Das PK-Netz hat Stellung zum Entscheid der SGK-N bezüglich frühestes Rentenalter bezogen. Die Kommission hat sich dem Bundesrat angeschlossen und will den Rentenbezug zwischen Alter 62 und 70 festlegen. Dagegen wehren sich insbesondere der Pensionskassenverband ASIP und Arbeitnehmerorganisationen. In einer Mitteilung hält das PK-Netz fest:
Sowohl die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände als auch der Pensionskassenverband vertreten die Haltung, dass eine zwingende Erhöhung des Rücktrittsalters auf 62 Jahre die Gestaltungsfreiheit der Vorsorgeeinrichtung zu stark einschränkt und die Interessen der Versicherten unnötig missachtet. Die Streichung einer freiwilligen Frühpensionierungsmöglichkeit schafft keine Akzeptanz für die Reform. Dies auch, weil sich Frühpensionierungen – trotz schlechterer Rentenumwandlung – immer noch grosser Beliebtheit erfreuen. Der angespannte Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmende und die gestiegenen psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz sind heute wichtige Gründe für einen vorzeitigen Altersrücktritt. Hierfür sind die Arbeitnehmenden und auch vielerorts die Firmen bereit, zusätzliche Mittel, etwa für die Finanzierung einer Überbrückungsrente (AHV-Ersatzrente), aufzuwerfen.
Im Sinne eines Kompromisses sind jedoch die Sozialpartner bereit, das Mindestalter für den Vorbezug von Altersleistungen in der beruflichen Vorsorge mit einer Übergangsfrist von fünf Jahren von 58 auf 60 Jahre zu erhöhen bzw. reglementarische Möglichkeiten dafür vorzusehen.







