BLPK: Rentenkürzung in Diskussion
Die Sache publik machte die ‹Schweiz am Sonntag›. Dort sagte der Baselbieter FDP-Landrat und Birsfelder Gemeindepräsident Christoph Hiltman: «Auf Basis der zu erwartenden Rendite- und Zinslage» müsse der Umwandlungssatz von 5,8 auf 4,9 Prozent gesenkt werden. Für die Baselbieter Staatsangestellten bedeutet das je nach Alterskapital eine Einbusse von mehreren hundert oder sogar tausend Franken, die bei der Rente jährlich fehlen. Grund für die Rosskur: Die Pensionskasse kann die Renditen nicht in erforderlicher Höhe erwirtschaften. Sie droht unter den gesetzlich vorgeschriebenen Deckungsgrad zu fallen. Die Pensionskasse hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die Lösungen erarbeiten soll. Auf diese will das Mitglied der Finanzkommission Hiltmann offenbar nicht warten.
Linke und Gewerkschaften haben bereits Widerstand gegen die Kürzungspläne angekündigt. «Wir gehen auf die Barrikaden», sagt VPOD-Gewerkschaftssekretärin Marianne Meyer Lorenceau auf Anfrage. Die Pensionskasse sei bereits auf einen Rumpfbestand an Leistungen zusammengestrichen worden. Und die Staatsangestellten bezahlen seit der letzten Reform einen Sanierungsbeitrag. Hinzu kommt der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat.
TA: Die Nebenjobs des Chefs über 36 AHV-Milliarden
Der milliardenschwere AHV-Ausgleichsfonds wirtschaftet schlecht und wirkt intransparent. Nun werfen die vielen Nebentätigkeiten des Fondspräsidenten Fragen auf, schreibt der Tages-Anzeiger.
PK-Statistik 2015: Einbruch der Vermögenserträge
Ende 2015 betrug das Nettoergebnis aus Vermögensanlage 6,5 Milliarden Franken (-87,4%). Die Wertschwankungsreserven sanken auf 56,8 Milliarden Franken (-13,8%). Das Gesamtvermögen der beruflichen Vorsorge belief sich auf 787 Milliarden Franken (+1,2%).
4 Millionen aktive Versicherte (+1,7%) zählte die berufliche Vorsorge. 723‘000 Pensionierte (+3,9%) bezogen eine Rente in der Höhe von insgesamt 21,2 Milliarden Franken (+2,3%). 36‘000 Personen (-1,1%) liessen sich total 6,2 Milliarden Franken (+1,5%) als Kapital- oder Teilkapitalauszahlung bei Pensionierung auszahlen.
Um möglichst rasch erste provisorische Ergebnisse publizieren zu können, ist eine nach Rechtsform und Risikoträger geschichtete Zufallsstichprobe gezogen worden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf der Hochrechnung von 492 eingegangenen Fragebogen (August 2016).
WTW: PK-Vermögen rückläufig
Das Vermögen der weltweit 300 grössten Vorsorgeeinrichtungen ist 2015 erstmals seit der Finanzkrise wieder zurückgegangen. Das Volumen sank im vergangenen Jahr um 3,4% auf 14 800 Mrd. $, wie eine Untersuchung der Unternehmensberatung Willis Towers Watson in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Fachmagazin «Pensions & Investments» zeigt. Als Gründe hierfür geben die Studienautoren Schwankungen an den Finanzmärkten, die extrem niedrigen Zinsen, das schwächere Wachstum in einigen Schwellenländern sowie Wertsteigerungen des Dollars gegenüber anderen Währungen an. Im Finanzkrisen-Jahr 2008 war das Gesamtvermögen der 300 grössten Vorsorgeeinrichtungen um rund 13% auf 10 400 Mrd. $ gesunken, in den Jahren danach wuchs es wieder. Starke Jahre seien 2010 und 2012 gewesen.
Beobachter: Mehr AHV-Rente bringt den Ärmsten wenig
Viele Senioren sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Die Gewerkschaften fordern daher zehn Prozent mehr AHV für alle. Doch nicht alle würden davon profitieren.
FT: Pension funds call for an end to inflation targets
The chief executives of some of Europe’s largest pension funds have called on central banks to drop or reduce inflation targets that they believe are jeopardising the savings of millions of pensioners.
Richard Grottheim, the chief executive of AP7, the Swedish pension fund, and a former policymaker at the country’s central bank, said inflation targets have pushed interest rates so low that pension funds are struggling “to create any return at all” for their members.
The chief executive of ATP, Denmark’s largest pension fund, which has DKr800bn ($120bn) under management, added that he was “deeply worried” about monetary policy.
The Bank of Japan, the European Central Bank and four other central banks around the world have introduced low or negative interest rates in recent months in an effort to bolster economic growth and counter the threat of deflation.
As a result Larry Fink, chief executive of BlackRock, the world’s largest asset manager, said not enough attention was being given to the impact of negative rates on individuals’ saving habits.
Mr Grottheim said: “Governments are in deficit and it is hard for them to stimulate the economy.” Without fiscal stimulus the burden of a 2 per cent target has fallen too heavily on the shoulders of monetary policy and central banks, he said.
Johan Magnusson, the chief investment officer of AP4, one of Sweden’s other large pension funds, added that single number targets should be scrapped in favour of a “more flexible” framework. According to Mr Magnusson, inflation targeting creates “moral hazard issues” in which more serious problems are crowded out by an “obsession with inflation targeting”.
OAK: Neue Liste der TER-Konzepte
Die «Liste der anerkannten TER-Kostenquoten-Konzepte für Kollektivanlagen», welche eine Beilage zu den Weisungen W – 02/2013 darstellt, wurde angepasst. Die Anpassung betrifft die Aktualisierung der Richtlinie zur Berechnung und Publikation der Kennzahlen von direkt in der Schweiz investierenden Immobilien-Anlagegruppen der Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen (KGAST).
IPE: Pensions In The Netherlands – The end of the road
The persistent low long-term interest rate – the criterion for discounting liabilities in the Netherlands – is putting the coverage ratios of Dutch pension funds under pressure. If interest rates do not rise, or equity markets fail to improve soon, widespread cuts to pension rights are inevitable next year.
Such a scenario is the opposite of what the Dutch cabinet intended with January 2015’s new financial assessment framework (nFTK). Under this, schemes short of the required 125% funding level must submit a recovery plan annually mapping out how they will improve their coverage within 10 years.
If they are unable to recover within this period, they must reduce pension rights to such a level that they can improve. If their funding remains short of the minimum required coverage of 105% for five consecutive years, and the sponsor does not fill the funding gap, they also have to cut.
When the nFTK came into force, the coverage ratio of Dutch pension funds was on average 108%. At the time, rights reductions looked unlikely. Now, thanks to the historically low interest rates, funding has plummeted to an average of 94% by the first week of July 2106.
Mindestzins: BVG-Kommission empfiehlt 1% für 2017
Die Eidgenössische Kommission für die berufliche Vorsorge empfiehlt dem Bundesrat, im Jahr 2017 den BVG-Mindestzinssatz um ein Viertelprozent auf 1% zu senken. Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder – Vertreter von Politik, Sozialpartnern und der Vorsorgebranche – hätten von 0,50% bis 1,25% gereicht, heisst es in einer Mitteilung der BVG-Kommission vom Freitag. Schliesslich habe sich eine Mehrheit für 1% und gegen den Status Quo von 1,25% ausgesprochen.
Der Schweizerische Versicherungsverband SVV fordert indessen eine Senkung des BVG-Mindestzinses auf 0,5%. Die Mindestvorgabe müsse sich am Renditeniveau von wertstabilen Anlagen orientieren und dürfe sich nicht auf erhoffte weitere Buchgewinne stützen. Jeder Vorsorgeeinrichtung stünde es ja frei, je nach erreichtem Anlageergebnis mehr als das Minimum gutzuschreiben.
Der Arbeitgeberverband seinerseits verweist auf die Formel zur Berechnung des BVG-Mindestzinses auf der Basis diverser ökonomischer Faktoren, welche einen Zins von 0,75% ergibt und stellt fest: “mehr liegt nicht drin”. Die Arbeitgeber erinnern auch an die herrschende Negativ-Teuerung von –0,4%, mit deren Berücksichtigung sich ein realer Zins von 1,15% errechnet, was mehr ist, als in manchen Jahren mit höheren Mindestzinsen aber starker Inflation.
Mitteilung Kommission / FuW / Versicherungsverband / Arbeitgeber / Tribune / TA
BGer: APK muss Auftrag öffentlich ausschreiben
Die Aargauische Pensionskasse (APK) muss Teile der Sanierungsarbeiten in ihren Liegenschaften Döbeligut in Oftringen öffentlich ausschreiben. Zu diesem Schluss kommt das Bundesgericht. Das Architekturbüro, das gegen die Vergabepraxis geklagt hatte, erhält eine Entschädigung.
BVK: Riskanter Wechsel
Die AZ berichtet über die Absicht der PK von Schlieren, von der Zürcher BVK zur PK SHP zu wechseln. Verlockend ist der deutlich höhere Umwandlungssatz, allerdings sieht die SHP ebenfalls UWS-Senkungen vor. Prof. Janssen warnt:
Martin Janssen, Pensionskassenberater und Professor am Institut für Banking und Finance der Uni Zürich sowie Gründer der Beratungsfirma Ecofin, rät zur Vorsicht: «Ein Weggang von der BVK muss sehr gut überlegt sein, zumal diese gute Arbeit leistet. Die Wahl der SHP mit rund 20 Prozent Rentneranteil überrascht, da die Schlieremer Rentner ausfinanziert und die heutigen Rentner der SHP künftig von Mitarbeitern von Schlieren mitfinanziert werden müssen», so Janssen. Wegen der steigenden Lebenserwartung und der tiefen Zinsen sei ohnehin mit einer deutlichen Senkung des Umwandlungssatzes zu rechnen. «Freiwillig das Risiko einzugehen, fremde Rentner mitzufinanzieren, überrascht sehr.»
AZ: “PKs zwingen Rentner zu Kapitalauszahlung”
Tommaso Manzin schreibt in der AZ über den Trend der Pensionskassen, insbesondere Versicherte mit hohen Leistungen zum Kapitalbezug zu zwingen.
Im Kundenmagazin vom September schreibt das VZ Vermögenszentrum, die Kassen würden daher versuchen, Kunden den Kapital- statt Rentenbezug schmackhaft zu machen. Einige – etwa jene von Novartis und Credit Suisse (CS) – hätten ihr Reglement angepasst, sodass sich Versicherte im überobligatorischen Teil (Lohnbestandteile über 84 600 Franken/Jahr) einen Teil des Pensionsanspruchs als Kapital auszahlen lassen müssen.
Das bestätigt auf Nachfrage Satoshi Jean-Paul Sugimoto, stellvertretender Leiter der Kommunikation für die Schweiz bei Novartis: Bei Einkommensbestandteilen über 150 000 Franken sei für die daraus gebildeten Vorsorgeguthaben eine Kapitalauszahlung vorgesehen. Ab Januar 2017 trete das neue Reglement in Kraft, erklärt auch CS, wonach bei einer Gesamtvergütung von über 126 900 Franken der Mehrbetrag bei Pensionierung als Kapital ausbezahlt werde.
Sie sind nicht allein. Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP, erklärt: Einzelne Pensionskassen hätten für den überobligatorischen Bereich solche Entscheide getroffen.» Jede PK wähle Einführungsdatum und Umfang der Massnahme selbst. Konrad betont, dass die Rente als Ersatzeinkommen im Alter im Vordergrund stehen sollte. Genau deswegen sei es wichtig, dass die Reform Altersvorsorge 2020 gelinge und die Leistungsversprechen ökonomisch realistischer definiert werden. Bei realistischeren Parametern würden sich diese Fragen kaum stellen.
Droht das auch beim obligatorischen Teil? Konrad winkt ab: «Im BVG Bereich ist das nicht möglich. Heute kann ein Versicherter einen Viertel seines Altersguthabens als Kapital beziehen. Eine Verpflichtung, Kapital zu beziehen, gibt es nicht.»
Ähnlich sieht das die Sozialversicherungsexpertin Gertrud E. Bollier von gebo Sozialversicherungen AG: Das BVG sehe für den obligatorischen Teil der Altersvorsorge vor, dass maximal ein Viertel der Altersleistung als Kapital bezogen werden könne, mindestens drei Viertel als laufende Rente. Das Reglement der Vorsorgeeinrichtung (PK) könne zwar einen höheren Anteil des Kapitalbezugs vorsehen, aber dann betreffe es nur den überobligatorischen Teil. Für den obligatorischen Teil müsse den Versicherten die Wahl bleiben, ob sie bis zu einem Viertel in Form einer Kapitalauszahlung wollen oder nicht.
UK pension funds deficit grows to over £710bn
The United Kingdom’s overall deficit for its benefit pension funds has increased by £100bn in a month to reach £710bn, a new report says.
Research carried out by PricewaterhouseCoopershowed that the pension schemes in the UK are liable to pay out £2,160bn, and total assets only reach £1,450bn. The effect of Britain’s vote to leave the European Union has been felt, as gilt yields lower and companies have had to make up the difference to meet future pension payouts.
Zurich seals longevity swaps deal with Pirelli pension funds
Two Pirelli pension funds have agreed a pair of longevity transactions with Zurich Assurance Limited worth a total of £600 million (€707 million), according to consultancy Mercer, which advised the pension funds.
Longevity transactions are used to hedge pension funds against the risk of rising costs as a result of pensioners living longer than expected. Mercer said the hedges are ‘named life’, which means they cover around 5,000 named pensioners and contingent dependants. The total liability for these members is around £600 million (€707 million).
Zurich worked with Mercer and Pacific Life Re in order to operate this arrangement, which historically was available only to larger pension schemes.
Commenting on the deal, pension manager at Pirelli Tony Goddard said: ‘The pricing ultimately achieved was significantly more attractive than both our initial expectations and than that offered by alternative options. The streamlined terms also made implementation easier.’
Lead transaction adviser and head of longevity risk management at Mercer, Andrew Ward, added that the deal illustrated that longevity reinsurance pricing, historically available only to larger schemes, was now also achievable for small and medium sized schemes.
Ward said that Mercer had other longevity hedges deals with smaller pension funds in the pipeline, including one of around £50 million (€59 million) of pensioner liability.
‘Smaller pension schemes can now benefit from a pre-negotiated standard longevity insurance contract developed between Mercer and Zurich with pricing tension provided by the panel of longevity reinsurers who ultimately share the longevity risk.’
AV2020 – Gewinner und Verlierer
Das BSV hat eine neue Tabelle erstellt, mit denen die Folgen der Altersvorsorge 2020 für die Angehörigen unterschiedlicher Jahrgänge dargestellt werden. Der Bundesrat wollte die Uebergangsgeneration mit besonderen Massnahmen für 20 Jahrgänge festlegen, der Ständerat verkürzte die Frist aufgrund der Kritik der Fachverbände auf 15 Jahre, die SGK-N folgt ihr dabei. Deutlich wird, dass die vom Ständerat vorgeschlagene 70 Franken-Zusatzleistung für Neurentner nicht notwendig ist, um die Leistung zu garantieren.
Ein anderes Bild ergeben gemäss Bericht in der NZZ die Entscheide der Nationalratskommission, die jedoch von deren Präsident als «Zwischenergebnis» relativiert wurden. Dabei kommen vor allem Männer zwischen 40 und 50 Jahren mit mittleren bis hohen Einkommen schlecht weg. Grund dafür ist, dass die Kommission die Beitragssätze der älteren Arbeitnehmer für die Pensionskasse gesenkt hat. Dieser gut gemeinte Entscheid führt aber zu grösseren Verlusten in der zweiten Säule. Denn in den letzten 10 Jahren vor der Pensionierung ist das Einkommen meist höher als in der Zeit davor. Hier liegt es am Nationalrat, Korrekturen anzubringen. Bei den Frauen sind die Einbussen aufgrund des von der Kommission eingeführten Aufwertungsfaktors kleiner.






