In den letzten 15 Jahren sind die Renten teilweise bereits um 20 Prozent gesunken. Dies vermeldete das VZ VermögensZentrum. Die tiefen Zinsen machen es den Pensionskassen noch schwerer, Rendite zu erzielen.
Wie eine Umfrage von «ECO» zeigt, senkt die Hälfte der grossen Pensionskassen für nächstes Jahr ihre Umwandlungssätze weiter. Ruiniert das Tiefzinsumfeld die Kassen? Droht deshalb allen eine Altersarmut?
Im «ECO Talk» mit Reto Lipp diskutieren:
– Gabriela Medici, Leiterin Sozialversicherungen Gewerkschaftsbund;
– Christoph Ryter, Leiter Migros-Pensionskasse; und
– Roland Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands.
SRF
SRF: “Sinkender Koordinationsabzug eröffnet Chancen für höhere Renten”
Das Wirtschaftsmagazin «ECO» hat 21 grosse Pensionskassen und Sammelstiftungen exklusiv zur Handhabung und zur Höhe des Koordinationsabzugs befragt.
Daraus ergibt sich: Schätzungsweise – genaue Daten sind nicht verfügbar – die Hälfte der Pensionskassen und weiteren Vorsorgeeinrichtungen arbeiten bereits heute mit einem tieferen Koordinationsabzug und passen ihn an den Beschäftigungsgrad an.
Bemerkenswert: Die Pensionskasse des Pharmakonzerns Roche und diejenige von Swisscom kennen gar keinen Koordinationsabzug mehr. Und nahezu alle Vorsorge-Einrichtungen passen den Koordinationsabzug der Höhe des Beschäftigungsgrades an.
SRF: “Renten schrumpfen auch im nächsten Jahr”
Für die Sendung Eco von SRF wurden 21 grosse Vorsorge-Einrichtungen zur Höhe des Umwandlungssatzes, zu Abfederungsmassnahmen gegen Rentenlücken, zum möglichen Zwang, das Kapital beziehen zu müssen, und zum technischen Zins befragt. 20 haben geantwortet, einzig die Pensionskasse von Nestlé wollte sich nicht dazu äussern, heisst es im Text zur Sendung. Die Daten für die einzelnen Vorsorgeeinrichtungen sind in einer ausführlichen Tabelle dargestellt.
Für die Sendung befragt wurden Dieter Stohler (Publica) und Christoph Ryter (PK-Migros). Ein Interview geführt wurde mit Reto Siegrist, Geschäftsführer Swisscanto (Bild).
Die Ergebnisse zusammengefasst:
2020 wird rund die Hälfte der befragten Vorsorge-Einrichtungen ihren Umwandlungssatz weiter senken – also den Prozentsatz des angesparten Kapitals, der den Pensionierten jährlich als Rente ausgezahlt wird.
Die Senkung fällt dabei unterschiedlich stark aus:
- Die SBB Pensionskasse kürzt den Umwandlungssatz um 0.12 Prozentpunkte auf 4.96 Prozent.
- Die Avadis Vorsorge AG des Technologiekonzerns ABB senkt ihn um 0.20 Prozentpunkte auf 5.65 Prozent.
Auffällig ist, dass Umwandlungssätze unter 5 Prozent (noch) selten sind. Lediglich die SBB Pensionskasse (4.96 Prozent), die Helevetia Sammelstiftung (4.76 Prozent), die Sammelstiftung der Allianz (4.88 Prozent) sowie – besonders ausgeprägt – die UBS Pensionskasse (4.50 Prozent) liegen darunter.
Um die Kürzung der Umwandlungssätze abzufedern und drohende Rentenlücken zu glätten, leisten bei 13 der befragten Kassen die Arbeitgeber finanziell mehr, als sie per Gesetz müssten. Sei es beispielsweise in Form von Einmal-Einlagen über Arbeitgeber-Reserven oder via überproportionale Erhöhung der Sparbeiträge. Im Vorteil sind dabei eindeutig die Pensionskassen der grossen Unternehmen.
Wohlhabende Frührentner
Auf SRF berichtet Charlotte Jacquemart über die Tatsache, dass Personen, die vor Alter 65 in Rente gehen, deutlich höhere Renten beziehen als jene, die bis 65 arbeiten. Ermittelt wurden die Daten in der Neurentenstatistik des BFS. Grund dafür ist natürlich, dass nur wer über ein gutes Einkommen und damit gute PK-Leistungen verfügt , überhaupt an eine vorzeitige Pensionierung denken kann. Wer vor dem AHV-Rentenalter die Erwerbstätigkeit aufgibt, hat eine im Schnitt 1300 Franken höhere Rente.
Wo der Schuh drückt
In einem “Expertenchat” zum Thema Pensionskasse im “Espresso” auf Radio SRF konnten die Hörer ihre Anliegen Carlo Picecchi (Vermögenspartner) und Selina Wyss (VZ Zentrum) vorlegen. Die Gespräche wurden protokolliert und geben einen Einblick, mit was und wo die Versicherten Probleme mit ihren Pensionskassen haben.
“Mehr Kompetenzen für die OAK”
Pierre Triponez, Präsident der OAK, äussert sich in einer Sendung des Radio SRF zur Risikosituation bei den Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen, wo die OAK auf vermehrte Aufsichtskompetenzen und erweiterte Vorschriften drängt. Dies vor dem Hintergrund, dass bald drei Viertel der Aktiven in SGE versichert sind und die Konkurrenzsituation angeblich Anlass für Sicherheitsbedenken gibt.
Nationalbank hält an ihrer Geldpolitik fest
In der SRF-Tagesschau hat SNB-Direktor Jordan bestätigt, dass die Nationalbank an ihrer Geldpolitik festhalten wird.
SRF Trend Streitgespräch: Flexibel oder nicht?
Wer einmal eine Rente aus der zweiten Säule hat, kann sich sicher sein, dass sie immer gleich hoch ist. Ist das gerecht? Oder sollten Rentner nicht auch ihren Beitrag leisten, wenn es an den Märkten abwärts geht und die Pensionskassen schlechte Anlagerenditen erzielen? Das Streitgespräch im «Trend» zwischen Josef Bachmann (ex PwC) und Thomas Schönbächler (BVK), Leitung Jacquelin Jacquemart. In der Sendung von SRF ab 13 Min.
“Er wagt den Tabubruch”
pw. Im Alleingang ist es dem ehemaligen PwC-Pensionskassenchef Josef Bachmann gelungen, das Thema “flexible Renten” auf die Tagesordnung zu setzen. Das Schweizer Fernsehen hat ihm und seinem Anliegen gleich drei Kurzbeiträge gewidmet. Dabei hat er nicht nur die vereinigte Linke, denen schon der blosse Gedanke an “Wackelrenten” den Angstschweiss ins Gesicht treibt, sondern auch die massgeblichen Fachverbände gegen sich. Diese beklagen zwar die enorme Umverteilung, mit denen die Rentengarantie finanziert wird, sind aber aus politischen Gründen nicht zu echten Korrekturmassnahmen bereit.
SNB beharrt auf Negativ-Zinsen
Die Nationalbank scheint trotz zunehmender und verbreiteter Kritik an ihrer Geldpolitik, entschlossen, weiterhin eine expansive Strategie mit Negativzinsen zu fahren. In der Sendung Eco verteidigte Vizedirektor Fritz Zurbrügg die Haltung der Bank.
Das Anlagejahr 2018 für die Pensionskassen
Charlotte Jacquemart hat im Echo der Zeit von SRF ausgeführt, was aus ihrer Sicht das schlechte Anlagejahr 2018 für die Pensionskassen bedeutet. Auszüge:
SRF News: Wie schlimm war das Börsenjahr 2018 für die Pensionskassen?
Charlotte Jacquemart: Es war kein gutes Jahr. Die Aktien haben weltweit rund 7000 Milliarden Dollar an Wert verloren. Der Dezember könnte gar der schlechteste seit der Grossen Depression 1931 werden. Wenn Pensionskassen nur Aktien hätten, wären die Folgen des Anlagejahres 2018 eine Katastrophe. Sie haben aber noch andere Anlagen, vor allem Obligationen und Immobilien.
Von Aktienrendite kann also keine Rede sein. Sind die Verluste der Pensionskassen am Markt bezifferbar?
Definitive Resultate liegen noch nicht vor. Auf Anfrage bei einigen Kassen ist von einem Minus von durchschnittlich zwei bis drei Prozent die Rede. Wer die Hausaufgaben aber gemacht hat, kann ein solches Jahr verkraften, ohne in Not zu geraten. Nicht zu vergessen ist, dass das letzte Jahr mit Renditen von bis zu zehn Prozent ausgezeichnet gelaufen ist. Grundsätzlich ging es in den letzten zehn Jahren bei den Pensionskassen nur bergauf – im Schnitt wurden pro Jahr fast vier Prozent erzielt.
Was bedeutet in diesem Fall «Hausaufgaben gemacht»?
Das bedeutet, dass die Kassen die Altersrenten den Renditen am Markt angepasst, die Renten also gesenkt und nicht mehr zu viel versprochen haben. Für den Einzelnen ist das natürlich unangenehm. Aber um eine Kasse im Gleichgewicht zu halten, war das nötig. Heute kommen Kassen mit drei bis vier Prozent Rendite aus, um ihre Verpflichtungen decken zu können. Vor einigen Jahren waren noch deutlich mehr als fünf Prozent nötig. Die Kassen haben heute weniger Stress.
“Klimaretter im Nebenjob”
Die Sendung “Eco” von SRF geht auf die Rolle und Bedeutung nachhaltiger Investments bei Pensionskassen und anderer institutioneller Anleger ein. Auf einer Liste werden die Anteile der Anlagen gemäss ESG-Kriterien grosser PKs dargestellt. Wir erlauben uns, bei Anteilen bis zu 100% (Swiss Re) oder auch 91% (BVK) ein Fragezeichen zur Aussagekraft zu setzen. Auf der Eco-Website heisst es dazu:
Auch grosse Schweizer Pensionskassen gehören zu den Trendsetters: Die Pensionskassen des Bundes und des Kantons Zürich sowie der AHV-Fonds haben das Thema ESG in ihre Risikoanalyse zumindest für Teile des Vermögens integriert.
Doch warum nimmt das Thema plötzlich Fahrt auf? Aus drei Gründen: Viele Regulatoren treiben ESG international voran. So müssen beispielsweise Pensionskassen in Grossbritannien ab Oktober 2019 begründen, warum sie ESG bei ihren Anlagekriterien nicht berücksichtigen. In Frankreich müssen Vermögensverwalter seit 2016 ESG- und Klimaberichte ihrer Anlagen ausweisen.
In der Schweiz gibt es solche Vorgaben für die Finanzbranche bisher noch nicht. Dafür wurde auf Ebene der G20, der 20 grössten Industrieländer, die Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) gegründet. Sie will einheitliche Standards schaffen, nach denen Unternehmen weltweit über ihre Klimarisiken informieren.
SRF zur EL-Beratung im NR
Das wurde entschieden: Mehrere Kürzungsanträge fanden von bürgerlicher Seite bis in die Mitte hinein (teils knappe) Mehrheiten. Am 14.3.18 beschloss der Nationalrat, die für die EL anrechenbare Mietzinshöhe nur geringfügig anzuheben. Für Lorenz Hess (BDP/BE) ist dieser Entscheid nicht im Sinne der Bedürftigen. Er hofft, dass der Ständerat das Mietzinsmaximum erhöht.
Der Nationalrat stimmte zudem für einen tieferen Lebensbedarf für Kinder und für eine Vermögensschwelle von 100’000 Franken. Wer mehr hat, wäre nicht mehr EL-berechtigt. Ausnahmen sind für Hausbesitzer vorgesehen.
Beim Kapitalbezug gibt es nach dem Willen des Nationalrats hingegen kaum Einschränkungen. Auch Selbständige sollen weiterhin frei über ihr Pensionskassenguthaben verfügen können. Der Ständerat hatte hier vorgesehen, dass nur für Firmengründungen und auch nur ein reduzierter Betrag aus dem obligatorischen Teil der 2. Säule bezogen werden kann.
Personen, die das Kapital beziehen, es aufbrauchen und später EL beantragen, sollen allerdings lebenslang zehn Prozent weniger EL bekommen.
Super-Anlagejahr und Rentensenkungen
Charlotte Jacquemart berichtet auf Radio SRF über die guten Ergebnisse der Anlagen im vergangenen Jahr, wobei in letzter Zeit verschiedentlich von Rentensenkungen die Rede war.
Seit Mittwoch steht fest: Nach einem guten 2016 ist das Anlagejahr 2017 für die Pensionskassen noch besser gewesen. Die Kassen haben laut dem Beratungsunternehmen Willis Towers Watson im Schnitt eine Rendite von knapp 8 Prozent erzielt. Die grösste Pensionskasse des Landes – die Publica – vermeldete fast sieben Prozent und die Pensionskasse Profond sogar elf Prozent Jahresrendite. Umso komischer wirkt es für viele Versicherte, dass sie mit sinkenden Renten konfrontiert sind.
Haben die Pensionskassen nach der Finanzkrise überreagiert? Dieter Stohler, Chef der Pensionskasse Publica, verneint. «Man muss die ganze Zeitreihe ansehen. Wir haben über die letzten 10,15 Jahre vielleicht eine Durchschnittsperformance von 2,5 bis 3 Prozent erzielt. Es gab also immer noch schwache Jahre.»
Das rechtfertige die Rentensenkungen, sagt er weiter. «Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass diese Renditen von 6,7,8,9 Prozent einfach die nächsten Jahre so sprudeln werden.»
Auch Berater Peter Zanella vom Beratungsunternehmen Willis Towers Watson meint, die Rentensenkungen seien richtig gewesen – auch weil wir immer länger leben würden. Allerdings dürften die Renten nicht mehr weiter runter sinken, sagt Zanella.
Wichtig sei nun auch, dass die Arbeitnehmer einen Teil der guten Rendite des Jahres 2017 in Form einer besseren Verzinsung erhalten würden. Zur Erinnerung: Pensionskassen müssen nur ein Prozent Zins gutschreiben.
Überteuerte Immobilien – Prämie für den Deal
Die Hinweise mehren sich, dass grosse Investoren da und dort zu viel für Immobilien bezahlen. Warum tun sie das?, fragt Radio SRF im “Echo der Zeit”.
Pensionskassen, Versicherungen, Fonds und andere Grossinvestoren sind auf der verzweifelten Suche nach Rendite: Dabei stürzen sie sich regelrecht auf Immobilien, die zum Verkauf stehen. Es winken attraktive Mieteinnahmen.
Investoren würden dabei oft zu viel für eine Liegenschaft auf den Tisch blättern, beobachtet der Immobilien-Berater Donato Scognamiglio. Eine umfassende Statistik gebe es nicht. Doch bei Apéro-Gesprächen gebe es derzeit oft kaum eine andere Frage als: Wie viel schreibst Du ab, wie viel schreibe ich ab? «Das ist ein Phänomen, das wir bei mehreren institutionellen Kunden feststellen», sagt Scognamiglio.
Nach den Worten des Immobilienberaters werden mittlerweile bis zu 15 Prozent zu viel bezahlt. Das heisst: Wenn eine Liegenschaft mit ihren Mieten im Durchschnitt drei Prozent Rendite im Jahr abwirft, nimmt der Investor in Kauf, dass er in den ersten fünf Jahren gar kein Geld damit verdient. Er spekuliert auf Erträge, die erstmals in fünf Jahren anfallen.










