Rückläufige Wohnbautätigkeit
Im 2. Quartal 2012 wurden gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) in der Schweiz 10’650 Wohnungen neu erstellt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang von 8 Prozent. Ende Juni 2012 befanden sich 74’040 Wohnungen im Bau, was im Jahresvergleich einer Zunahme von 6 Prozent entspricht. Die Zahl der von April bis Juni 2012 baubewilligten Wohnungen nahm gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 15’010 Einheiten ab.
Roland Müller wird neuer Direktor des SAV
Der Vorstandsausschuss des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes hat Prof. Dr. Roland A. Müller zum künftigen Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes gewählt. Er wird am nächsten Arbeitgebertag vom 5. Juli 2013 Thomas Daum ablösen, der sich zu diesem Zeitpunkt altershalber aus der operativen Verbandsführung zurückziehen will.
Der künftige Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes setzte sich in einem Evaluationsprozess gegen externe Bewerbungen durch. Er wurde 1963 geboren, ist Jurist und seit fünf Jahren als Mitglied der Geschäftsleitung des Arbeitgeberverbands für das Ressort Sozialversicherungen und Sozialpolitik verantwortlich. In dieser Funktion vertritt er die Arbeitgeber u.a. in der AHV-/IV-Kommission, in der Aufsichtskommission des Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung sowie in den Stiftungsräten des BVG-Sicherheitsfonds und der BVG-Auffangeinrichtung.
Roland Müller ist seit fünf Jahren Vorstands-Mitglied des Vorsorgeforums. Wir gratulieren ihm herzlich zu dieser ehrenvollen und anspruchsvollen Wahl.
Au CERN, dorénavant, on prend sa retraite à 67 ans
L’organisation internationale, non soumise au droit suisse du travail, a relevé l’âge de la retraite le 1er janvier.
«En tant qu’organisation intergouvernementale, nous ne dépendons d’aucun droit national, confirme Anne-Sylvie Catherin, cheffe du département des ressources humaines au CERN. Nous avons une vingtaine d’Etats membres. Si nous devions être soumis à vingt législations différentes, il nous faudrait une armée de juristes!»
Le CERN a son propre système de retraites et d’assurance invalidité, qui est élaboré à l’interne, en concertation avec l’association du personnel, et adopté par le Conseil des Etats membres. «Il s’inspire des principes généraux du droit du travail dans nos Etats membres. Nous avons fait une enquête pour savoir quel est l’âge de la retraite dans ceux-ci, et beaucoup, comme l’Allemagne, la Norvège, le Danemark, le Royaume-Uni ou l’Italie sont déjà passés à 67 ans ou ont décidé de le faire.» A notre connaissance, le CERN est la première organisation internationale à relever l’âge de la retraite à 67?ans, mais d’autres envisageraient d’y venir.
ZKB: Die 150 Mio. an die PK geben zu reden
“Den ZKB-Angestellten sollen durch die Umstellung vom Leistungs- auf das Beitragsprimat keine Nachteile entstehen. Die Zürcher Kantonalbank schiesst darum gemäss ihrer Medienmitteilung zum Halbjahresergebnis einen Betrag von 150 Millionen in die Pensionskasse ein. In anderen Unternehmen wird lange darum gerungen, wer die Lasten der Umstellung zu tragen hat. Bei der staatseigenen ZKB bediente man sich mit einem Griff in die Firmenkasse. Der Halbjahresgewinn der ZKB schmälert sich dadurch von 392 Millionen auf 242 Millionen Franken.
Eigentlich wäre es die Aufgabe des Kantonsrats, die Geschäftsführung der kantonseigenen Betriebe zu kontrollieren. Das Parlament hat diese Aufgabe an die Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) delegiert, in der rund ein Dutzend gewählte Kantonsräte sitzen. Doch die Schmälerung des Gewinns der Kantonalbank um 150 Millionen Franken ist für die Mitglieder der AWU kein Thema.
Ein Zürcher Politiker, der nicht in der AWU sitzt und nicht namentlich genannt werden möchte, vermutet dagegen, dass das Management sich mit der grosszügigen Geldspritze für die Pensionskasse vor allem selbst ein Geschenk machte. «Vor allem für Banker, die im Laufe ihrer Karriere erhebliche Lohnsprünge erzielen, ist die Umstellung auf das Beitragsprimat mit Nachteilen verbunden», so der Politiker. «Und das ist in erster Linie die Führungsriege.» Von den Ausgleichszahlungen an die Pensionskasse profitiere damit vor allem das Management.
Inside Paradeplatz spricht unter dem Titel “Selbstbedienungsladen” vom “Filz in der ZKB” zugunsten des eigenen Managements und hält fest: “Für ZKB-Revisorin Ernst&Young waren die 150 Millionen vorbei an der Erfolgsrechnung offensichtlich kein Interventionsgrund. Von einem Vorbehalt ist nichts bekannt. Anders könnten Politik und Aufsicht reagieren.
Der Kantonsrat hat die Oberaufsicht über die ZKB. Wenn den Volksvertretern bewusst wird, dass die 150 Millionen eine Vermögensverschiebung vom Steuerzahler zum oberen Management der Bank bedeutet, könnte es zu Interventionen im Parlament kommen. Ob der Fall auch für die Finma in Bern relevant ist, muss sich weisen.”
Bereitschaft der Versicherten zu höheren Beiträgen
Das heutige Niveau der Pensionskassenrenten lässt sich angesichts des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung langfristig nur halten, wenn die Versicherten zukünftig entweder höhere Beiträge zahlen oder die Beitragsdauer erhöht wird. AXA Investment Managers ist im Rahmen der Studie «Pensionskassenwissen der Schweizer Bevölkerung 2012» der Frage nachgegangen, wie sich die Versicherten zu den möglichen Massnahmen stellen.
Gemäss der Studie wäre immerhin die Hälfte der Befragten (48%) bereit, während den Berufsjahren höhere Beiträge in die Pensionskasse einzuzahlen, wenn sie damit das aktuelle Rentenniveau halten können.
Die Zahl der Beitragsjahre lässt sich erhöhen, indem entweder das Rentenalter heraufgesetzt
oder die Schwelle für die Beitragspflicht unter das gesetzliche Alter von 25 Jahren gesenkt
wird. Letztere Massnahme findet unter den Versicherten eine deutliche Mehrheit von über
zwei Dritteln (68%). Dagegen wären nur ein Drittel (32%) bereit, über das heutige
Rentenalter hinaus zu arbeiten. Bei den Rentnern finden beide Massnahmen die höchste Zustimmung unter allen Befragten. Sie wären allerdings von einer Erhöhung der Beitragsjahre nicht mehr betroffen. Die aktiv Versicherten zwischen 18 und 24 Jahren ziehen eine frühere Beitragspflicht einem höheren Rentenalter vor.
Ein Viertel der Befragten weiss nicht, bei welcher Pensionskasse ihr Geld angelegt ist. Dabei handelt es sich vorwiegend um die jüngeren Berufstätigen zwischen 18 und 41 Jahren, darunter vor allem Frauen und Laien. Auch 15% der Pensionierten weiss nicht, woher ihre monatliche Rente stammt. Mehr als ein Drittel der Befragten (37%) kann auch nicht sagen, ob sie einer autonomen Pensionskasse oder einer Sammelstiftung angeschlossen sind. Besonders ausgeprägt ist dies bei den noch nicht beitragspflichtigen aktiven Versicherten unter 25 (80%), aber auch bei den aktiv Versicherten zwischen 25 und 41 Jahren (45%).
NZZ: “Fatale Wechselwirkung von Alterung und Schuldenkrise”
Die auch als «graue Revolution» bekannte Alterung westlicher Gesellschaften schreitet unaufhörlich voran. Quintin Price von der Investmentgesellschaft Blackrock listete in einem Vortrag am NZZ-Kapitalmarktforum Zahlen auf, die die demografische Entwicklung eindrucksvoll zeigen. So ist die Lebenserwartung in der Schweiz beispielsweise im Zeitraum 1960 bis 2011 von 71 auf 82 Jahre gestiegen. Trotz Weltkriegen ist im vergangenen Jahrhundert die Lebenserwartung weltweit stark gewachsen, und Wissenschafter gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird, schreibt Michael Ferber in der NZZ.
Laurence Kotlikoff, Professor an der Boston University, prangerte in seiner Rede die Umverteilung von den Jungen zu den Alten in den staatlichen Sicherungssystemen westlicher Länder an. Viele davon seien «Ponzi-» bzw. «Schneeballsysteme», die selbst einen Milliardenbetrüger wie Bernard Madoff «zum Erröten bringen» würden. Diese Entwicklung dürfte aus seiner Sicht einige Staatsbankrotte nach sich ziehen, der Wissenschafter erwartet auch einen solchen der USA. Die fiskalische Lücke in den Vereinigten Staaten betrage 222 Bio. $ und damit 20-mal mehr als die offizielle Staatsverschuldung. Die Schuldenkrise und die demografische Entwicklung übten hier eine fatale Wechselwirkung aus.
Bruno Pfister, Konzernchef des Versicherers Swiss Life, geht indessen davon aus, dass die demografische Entwicklung einen starken Einfluss auf die Renditen von Anlageklassen haben wird. Die Nachfrage nach als «sicher» wahrgenommenen Anlagen werde wohl anhaltend hoch bleiben, auch wenn diese immer rarer gesät seien. Zudem werde das Problem noch akzentuiert dadurch, dass die tiefen Zinsen politisch gewollt seien. Laut Pfister droht ein disinflationäres oder sogar deflationäres Umfeld.
BVG-App für das iPhone
swiss:BVG ist eine App für die 2. Säule der beruflichen Vorsorge der Schweiz (BVG) mit folgenden Funktionen:
– Aktuelle Eckdaten des BVG
– Simulation mit verändertem Zins- und Umwandlungssatz
Wenn die Politik wieder einmal über den Zins- oder Umwandlungssatz diskutiert, dann können Sie mit Hilfe der swiss:BVG App die Auswirkungen auf das BVG und auf Sie persönlich berechnen lassen.
– Wie wird sich ihre BVG Rente verändern wenn der Zins um 0.5% gesenkt wird?
– Was bedeutet einen Änderung des Umwandlungssatzes für meine Rente?
– Wieso habe ich im Januar weniger Lohn?
– Wie hat sich der BVG Zins- und Umwandlungssatz in den letzten Jahren verändert?
Towers Watson Workforce-Studie: Was zählt?
Die wirtschaftlichen Verwerfungen in Europa haben auch bei den Schweizern Spuren hinterlassen. Neben Karrierechancen und Gestaltungsmöglichkeiten im Job spielt für die Arbeitnehmer die Sicherheit des Arbeitsplatzes eine zentrale Rolle bei der Jobwahl. Und ob jemand seinem Unternehmen die Treue hält, hängt in der Schweiz vor allem vom Grundlohn ab, wie die Global Workforce Study 2012 von Towers Watson zeigt. Das stabile wirtschaftliche Umfeld in der Schweiz fördert das Engagement der Mitarbeiter. In der Schweiz sind 49 Prozent der Arbeitnehmer motiviert – damit liegen sie leicht über dem europäischen Durchschnitt. Was in Europa gut ist, reicht jedoch global nicht für einen Spitzenplatz: Vor allem die aufstrebenden Länder sorgen dafür, dass sich international stolze 57 Prozent zu den engagierten Mitarbeitenden zählen.
Mindestzins: Gewerkschaften geben sich enttäuscht
Wie üblich hat die (vorentscheidende) Empfehlung der BVG-Kommission zur Festlegung des BVG-Mindestzinses für das kommende Jahr positive und negative Reaktionen ausgelöst. Die Kritik ist jedoch nicht zum Nennwert zu nehmen sondern politisch motiviert und Aussagen wie “Kniefall vor den Versicherungen” wirken ziemlich antiquiert und durch die stete Wiederholung etwas abgegriffen. Auffällig ist das Abstimmungsergebnis in der BVG-Kommission mit 13 gegen eine Stimme und drei Enthaltungen für die Beibehaltung des geltenden Satzes. Die Kommission hat 19 Mitglieder. Mind. vier davon können als Gewerkschaftsvertreter oder als gewerkschaftsnah bezeichnet werden.
Der Tages-Anzeiger hat die wichtigsten Stimmen zusammen getragen.
BVG-Kommission empfiehlt Mindestzins 2013 von 1,5%
Die BVG-Kommission schreibt in einer Mitteilung: Die Mitglieder der Eidgenössischen Kommission für die berufliche Vorsorge haben sich mit 13 Stimmen, 1 Gegenstimme und 3 Enthaltungen dafür ausgesprochen, den Mindestzinssatz bei 1.5% zu belassen. Über eine allfällige Änderung des Satzes entscheidet der Bundesrat.
Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder reichten von 1% bis 2.5%. Entscheidend für die Festlegung der Höhe des Mindestzinssatzes ist die Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie zusätzlich der Aktien, Anleihen und Liegenschaften. Mit dem Mindestzinssatz wird bestimmt, zu welchem Satz das Vorsorgeguthaben der Versicherten im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss.
Unter Berücksichtigung der unsicheren Lage, der hohen Schwankungen an den Finanzmärkten und der zahlreichen Kassen in Unterdeckung haben sich die Mitglieder der Kommission in ihrer Stellungnahme zugunsten der Stabilität ausgesprochen. Vor dem Hintergrund, dass aktuell keine Inflation herrscht und dass der Landesindex der Konsumentenpreise negativ ist (-0.7%), stellt ein Mindestzinssatz von 1.5% eine angemessene Realverzinsung dar.
BSV: Studie zur Erhöhung der Kostentransparenz
Ausgehend von der Frage, welche Anlageinstrumente Kosten verursachen, die bislang nicht in der Betriebsrechnung von Vorsorgeeinrichtungen ausgewiesen wurden, hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) bei der Beratungsfirma c-alm eine Studie in Auftrag gegeben. Die Untersuchung geht auf die Kriterien ein, die es ermöglichen, die verschiedenen Anlagenarten zu unterscheiden und zu bestimmen, wie die kostentragende Anlagen gemäss Art. 48a, Abs. 3, BVV 2 zu behandeln sind. Diese Empfehlungen dienen nun der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) als Grundlage für die Erarbeitung von verbindlichen Regeln.
Alle Jahre wieder: Mindestzins
Der Herbst naht, und damit die übliche BVG Mindestzins-Diskussion. Arbeitnehmer-Organisationen wollen üblicherweise mehr, Arbeitgeber und Fachverbände eher weniger. Die erste Stellungnahme bestätigt die Tradition. Travail.Suisse will nach der guten Aktienentwicklung im 1. Semester einen höheren Zins für kommendes Jahr. Die Gewerkschaft erachtet eine Erhöhung auf 2 Prozent als moderate Lösung. Allerdings ist der Bundesrat lediglich verpflichtet, den Satz alle zwei Jahre zu überprüfen. Es wäre möglicherweise nicht falsch, den Satz auf der aktuellen Höhe (1,5%) zu belassen und es den Kassen zu überlassen, wenn möglich mehr auszuschütten.
Kostenwahrheit bei der PK der ZKB
finews beschäftigt sich mit dem Primatwechsel bei der ZKB und den damit verschwindenden Umverteilungen und Sonderleistungen durch den Arbeitgeber. finews schreibt: “Jüngere Mitarbeiter werden diese Ankündigung (Primatwechsel) mit gemischten Gefühlen aufnehmen. Einerseits werden ihre eigenen Rentenansprüche damit sicherer. Andererseits aber schrumpfen diese:
- Bislang führten Lohnerhöhungen automatisch zu höheren Renten. Künftig sind zusätzliche Einkäufe in die Pensionskasse notwendig, damit die Rentenansprüche entsprechend steigen. Denn an Rente verteilt wird letztlich nur, was zuvor angespart worden ist.
- Um das Risiko der steigenden Lebenserwartungen zu reduzieren, senkte die ZKB den technischen Zinssatz bereits in den vergangenen Jahren sukzessive ab: Von 4,0 Prozent 2009 auf zuletzt 3,5 Prozent. Auf 1. Januar 2013 folgt nun ein Sprung auf 3,0 Prozent. Mit dem technischen Zinssatz werden bei Erreichen des Pensionsalters die Jahresrenten berechnet.
Bei der ZKB wird dies so begründet: «Damit eliminieren wir die Quersubventionierung zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen», sagt ein Sprecher der Bank. Darin drückt sich die Skepsis aus, die Rentengarantien langfristig sichern zu können. «Das Umfeld macht dies immer schwieriger», heisst es bei der Bank. Während man diesen Schritt bei der ZKB als «Sicherheit für die Pensionskasse» feiert, reagiert der Schweizerische Bankpersonalverband mit Bedauern.
«Es handelt sich um eine Verschlechterung für die Arbeitnehmer», sagt die Zentralsekretärin Denise Chervet. «Dagegen anzutreten ist schwierig.» So entspreche die ZKB einem Trend. Der sei Ausdruck für den zunehmenden Verteilkampf zwischen Alt und Jung, Berufstätigen und Pensionierten. «Die jüngeren Mitarbeiter fürchten, dass weniger Geld für den Lohn- und Bonustopf übrig bleibt, wenn die Bank ihre Pensionskasse ausfinanzieren muss.»
Noch stärker fürchtet Chervet, dass die Banken im Zuge dieses Trends, das Rentenrisiko auf den Versicherten zu übertragen, auch immer weniger Geld für Frühpensionierungen bereitstellen. Die Arbeitnehmervertreterin würden es indes bevorzugen, wenn ein Grossteil des Stellenabbaus, vor dem die Finanzindustrie steht, zumindest über Frühpensionierungen abgefedert werden könnten.
NZZ zur EL-Reform
Das schweizerische Modell der Ergänzungsleistungen (EL) hat sich für die Existenzsicherung bewährt. Fehlanreize verursachen aber unnötige Kosten. Dem muss begegnet werden, schreibt die NZZ.
Die EL wurden 1966 geschaffen, um Armut im Alter und bei Invalidität zu verhindern. Im Jahr 2011 kostete dieser Sozialversicherungszweig über 4,2 Milliarden Steuerfranken. 288’000 Bezüger erhalten Monat für Monat EL. Die Zahl der Bezüger und die Ausgaben steigen stetig und ungebremst. Die EL werden vollumfänglich über Steuermittel finanziert. Die Last liegt zu knapp 30 Prozent beim Bund, 70 Prozent tragen die Kantone.
Die Gründe für das starke Wachstum von 3,2 Milliarden Franken im Jahr 2007 auf über 4,2 Milliarden 2011 sind vielfältig. Die steigende Zahl an Betagten und die Langlebigkeit widerspiegeln sich Jahr für Jahr verstärkt in den EL. Damit verbunden sind Kostensteigerungen – selbst ohne jede Leistungsausweitung. Hinzu kommen nun politisch gewollte EL-Verbesserungen im Rahmen der NFA und der Neuordnung der Pflegefinanzierung.
NZZ Equity: Hedge Funds oder die Furcht vor der Schlagzeile
Michael Rasch befasst sich in NZZ Equity mit der Rolle der Hedge Funds für die hiesigen Pensionskassen. Ihre Bedeutung ist gering, insbesondere bei den öffentlichen Kassen, welche sich noch stärker vor den negativen Schlagzeilen im Falle von Verlusten fürchten. Rasch schreibt: “Zwar darf ein Pensionskassen-Manager in der Wahrnehmung auf dem Boulevard durchaus mit Aktien der UBS Dutzende Millionen Franken in den Sand setzen, galt das Unternehmen ja einst als Hort der Stabilität. Entstehen derart «grosse» Verluste jedoch durch Anlagen in Hedge-Funds, kennt das öffentliche Urteil über den unglücklichen Pensionskassen-Manager keine Gnade.”
Für Werner Hertzog (Aon Hewitt, vorher Publica) war das Reputationsrisiko von Investments in Hedge-Funds ebenfalls ein wichtiger Grund, die Anlageklasse zu umgehen. Doch es seien noch weitere Aspekte hinzugekommen. Die Verwalter grosser Kassen würden heutzutage nicht die Performance managen, sondern die Risiken. Die Risikoprofile von Hedge-Funds seien jedoch deutlich schwieriger abschätzbar als die von Aktien, Anleihen und Währungen, da die Produkte, Strategien und Manager sehr heterogen seien.
Laut Peter Meier, Hedge-Funds-Experte der ZHAW in Winterthur, liege beim mangelndem Wissen ein viel grösseres Problem als das Headline-Risiko selber. Manche Pensionskassen-Beratungs-Firmen seien Hedge-Funds gegenüber sehr negativ eingestellt und operierten zum Teil mit falschen Annahmen wie einer zu niedrigen historischen Performance und zu hoher Volatilität. Einige der Berater seien nicht auf der Höhe des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes.
Gemäss einer Umfrage der Berater von Ernst & Young von Ende 2010 hatten zu diesem Zeitpunkt rund 40% der Kunden die hohen Gebühren satt und drängten auf eine Reduktion. Diesem Drängen gaben bei der Verwaltungsgebühr gut 30% und bei der Performance-Gebühr rund 15% der Hedge-Funds nach. Vor allem schwache Manager dürften immer stärker unter Druck geraten, die Gebühren zu senken. Marktbeobachter meinen, die Kosten würden inzwischen im Durchschnitt etwa bei der Verwaltung der Fonds bei 1,5% oder darunter liegen und bei der Performancegebühr bei 15% oder tiefer. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG kam in einer Analyse ihrer Hedge-Funds-Kosten zu dem Ergebnis, dass die Verwaltungsgebühren für die Hedge-Funds-Quote von 3% etwa den Gebühren für alle anderen Anlageklassen entsprächen.


