Motion: BVG-Umverteilung aufzeigen
Eingereichter Text: Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, damit die einzelnen BVG-Versicherten über die ungewollte Umverteilung innerhalb einer Vorsorgeeinrichtung im obligatorischen Bereich informiert werden: Einrichtungen der beruflichen Vorsorge sollen auf den jährlich ausgehändigten Vorsorgeausweise aufzeigen, wie viel Kapital zur Stützung des gesetzlich zu hoch angesetzten Mindestumwandlungssatzes – im Widerspruch zum Kapitaldeckungsprinzip – zu ihren Ungunsten umverteilt wird.
Begründung: Den heutigen Erwerbstätigen ist bewusst, dass die Finanzierung der AHV mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist. Die Wenigsten wissen aber, dass im BVG eine systemwidrige Umverteilung von der jungen Generation zu den Rentnern vonstattengeht. Die nicht erfüllbaren gesetzlichen Mindestleistungen untergraben das Kapitaldeckungsprinzip und die zweite Säule verkommt immer mehr zur Umverteilungsmaschinerie. Jährlich werden die BVG-Konten der erwerbstätigen Generation um mehrere hundert Millionen Franken "erleichtert" (schliesst man das Überobligatorium mit ein, werden gemäss dem Bericht des Bundesrates zur Zukunft der Zweiten Säule jährlich sogar 600 Millionen systemwidrig umverteilt). Dieses umverteilte Geld wird den heute jungen Erwerbstätigen beim Renteneintritt als Sparkapital fehlen.
Was bei institutionellen Kunden noch zu holen ist
Grossanleger, wie Versicherungen, Pensionskassen oder Anlagestiftungen, verwalteten zum Jahresende 2012 eine Summe von ungefähr 1’200 Milliarden Franken. «Im Vergleich zur Grösse des Landes ist dieses Volumen beachtlich», schreibt Studienautor Richard Bruyere, Chief Executive Officer von der Researchfirma Image & Finance (I&F).
Mehr als 2’000 institutionelle Investoren gibt es auf dem Markt gemäss der Analyse. Aber: Der milliardenschwere Asset-Pool sei den Vermögensverwaltern nicht in vollem Umfang zugänglich. Gemäss der Erhebung «Institutional Investment Managemen Report», die finews.ch in Auszügen vorliegt, ist mit 300 Milliarden Franken lediglich ein Viertel der institutionellen Vermögen in den Händen von Vermögensverwaltern.
Das Herzstück des hart umkämpften und konzentrierten institutionellen Anlegermarktes bestehe hauptsächlich aus institutionellen Kunden, vorwiegend Pensionskassen, die mehr als 1 Milliarde ihren Vermögensverwaltern anvertrauen. Dort wittern die Autoren der Studie den überwiegenden Grossteil für Geschäftschancen im Bereich der Dienstleistungen im Asset Management Service.
Ein Hauptmerkmal des Schweizer Marktes sei der inländische Anteil am gesamten Vermögensvolumen. Fast ein Drittel entfallen auf Bonds, lautend auf Franken, Schweizer Aktien und lokale Immobilienwerte, die wiederum im grossen und ganzen in den Händen von inländischen Vermögensverwaltern liegen.
Swisscanto PK-Monitor: DG deutlich besser
Mit einem geschätzten vermögensgewichteten Deckungsgrad von 110,1% stiegen die Wertschwankungsreserven der privatrechtlichen Pensionskassen gemäss neuesten Zahlen des Swisscanto PK-Monitors deutlich gegenüber dem Vorquartal. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung wo der Deckungsgrad nun 101,4% beträgt. Per 31. März befinden sich insgesamt 43% der öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung und 5% der privatrechtlichen Kassen in Unterdeckung.
Bei den privatrechtlichen Pensionskassen stieg der geschätzte vermögensgewichtete Deckungsgrad im ersten Quartal deutlich um 3,3 Prozentpunkte auf 110,1%, bei den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen mit Vollkapitalisierung um 2,9 Prozentpunkte auf 101,4%. Allerdings bleibt die Risikofähigkeit der meisten Kassen weiterhin eingeschränkt, da die notwendigen Schwankungsreserven noch nicht wieder aufgebaut werden konnten.
Bei den öffentlichen-rechtlichen Kassen mit Teilkapitalisierung entwickelte sich die vermögensgewichtete Deckung im ersten Quartal von 74,2% auf 77,2%.
Die Verteilung der Vorsorgeeinrichtungen nach Deckungsgrad-Bandbreiten per 31. März 2013 zeigt gegenüber den Durchschnittszahlen aufschlussreiche Details für die beiden Gruppierungen der öffentlich- und privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen. Der Anteil der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen in Unterdeckung hat sich mit 5,1% per Ende März 2013 weiter reduziert. 12,1% der öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung weisen einen Deckungsgrad von unter 90% auf, 3,0% sogar weniger als 80%.
Die nach der Struktur des Vermögens (Asset Allocation) errechnete Performance ergibt für die erfassten Kassen im Zeitraum 1. Januar 2012 bis 31. März 2013 eine Rendite von 11,2% (vermögensgewichtet). Im laufenden Jahr konnten die erfassten Vorsorgeeinrichtungen eine vermögensgwichtete Rendite von 4,2% erzielen.
Pressure mounts on EU to ditch £450bn Solvency II pension plans
Pressure is mounting on the European Commission to abandon “reckless” Solvency II-style proposals for pensions which could cost UK defined benefit schemes £450bn. The Commission is considering raising the level of capital DB scheme sponsors are required to hold in reserve in an attempt to protect members’ savings.
The European Insurance and Occupational Pension Authority, an EU regulator, published preliminary findings outlining the impact the proposals could have. Eiopa estimates the changes will load an extra £450bn in additional funding costs onto UK DB schemes.
Pensions minister Steve Webb says: “The EU’s latest figures show the extremely high cost its plans would place on UK defined benefit pension schemes. “In fact, its estimate of a baseline £450bn cost is in line with the worst case scenario contained in figures The Pensions Regulator produced for the UK Government last year.
PPCmetrics: Anlagen bei In- und Deflation
PPCmetrics hat ein Research Paper zum Thema “Anlagen in einem inflationären und deflationären Umfeld” erstellt. Ziel dieser Studie ist es, den Zusammenhang zwischen der Inflation und den Anlagerenditen verschiedener Anlageklassen zu untersuchen. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, inwiefern die verschiedenen Anlageklassen einen Schutz gegen kurz- und langfristige sowie gegen unerwartete Inflation bieten. Hierzu werden zuerst die Grundlagen der Inflation und Deflation erarbeitet. In einem nächsten Schritt wird der theoretische Einfluss von Inflation respektive Deflation auf den Wert von Kapitalanlagen analysiert. Dabei zeigt sich, dass der Wert von Kapitalanlagen vom nominellen Zinssatz abhängt, welcher wiederum vom Inflationsniveau abhängig ist. Langfristige Markterwartungen bezüglich Inflation und Deflation sind in den Preisen von Kapitalmarktanlagen bereits eingepreist, sodass nur eine unerwartete Änderung der Inflationserwartung einen Einfluss auf die Preise haben sollte.
Obige Tabelle fasst die wichtigsten Resultate der Studie zusammen. In der Tabelle werden die jährlichen Renditen verschiedener Anlageklassen bei steigender Inflation den jährlichen Renditen bei sinkender Inflation gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass nur Liquidität und Commodities (inkl. Gold) wirklich einen kurzfristigen Inflationsschutz bieten. Alle anderen Anlageklassen weisen in Zeiten steigender Inflation eine tiefere realisierte Rendite auf als während der Gesamtperiode.
Wie sieht dieses Bild aus, wenn nur Phasen mit hoher Inflation in der Schweiz, d.h. mit einer jährlichen Inflationsrate von über 5% p.a. betrachtet werden? Zwischen 1960 und 2012 gibt es drei solche Inflationsphasen, insgesamt 12 Jahre. Es zeigt sich, dass Gold und Commodities einen Inflationsschutz bieten. Auch die Liquidität weist in Anbetracht des tiefen Risikos dieser Anlageklasse eine hohe Rendite in Inflationsphasen auf. Überraschend ist die hohe Rendite von Hedge Funds. Dieses Resultat ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da die ausgewiesenen Renditen der Hedge Funds nur gerade zwei Jahre des insgesamt 12-jährigen Untersuchungszeitraums abdecken. Diese Periode fällt in eine Phase, in der Hedge Funds Indizes aus anderen Gründen überdurchschnittlich hohe Renditen verzeichnet haben.
Erneut mit Rekordergebnis
PKRück hat in ihrem achten Geschäftsjahr ihren Erfolgskurs fortgesetzt. Während der Jahresgewinn um 16% anstieg, erhöhten sich das Eigenkapital und die Anzahl der Versicherten jeweils um 10%. Die Solvabilitätsquote lag bei 271%. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 148’000 Personen bei der PKRück versichert. Dies entspricht einem Marktanteil von 14%. Die PKRück beteiligte ihre Kunden am erfreulichen Risikoverlauf und erstattete ihnen durchschnittlich 20% ihrer ursprünglichen Prämie zurück.
Am 9. April 2013 hat die Generalversammlung Hans-Ulrich Stauffer zu ihrem neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Er übernimmt diese Aufgabe von Herbert Brändli, der den Verwaltungsrat die letzten acht Jahre führte.
„Unser neuerlicher Erfolg in 2012 erfüllt uns mit Stolz“, sagt Hanspeter Tobler, Vorsitzender der Geschäftsleitung von PKRück. „Seit nunmehr acht Jahren ist das Motto "Von Pensionskassen für Pensionskassen" unser Kredo und entspricht einem echten Bedürfnis des Vorsorgemarktes. Dies zeigt der anhaltende Zuwachs an Versicherten und Kunden eindrücklich. Gerade die Kombination von finanzieller Absicherung und administrativer Entlastung bei Invaliditäts- und Todesfällen entspricht dem Bedarf vieler Vorsorgeeinrichtungen."
WSJ: Poland’s Private Pension Funds ‘Giant Mistake’
The Polish government will work to correct “a giant mistake” that is the country’s private pension system, introduced in 1999 and responsible for the bulk of Poland’s public debt, its finance minister said.
The government in recent years has wrestled with privately managed pension fund companies, which receive a percentage of gross salaries and invest it in the capital market. The system has so far failed to deliver on its promise of high pensions, while a diversion of a portion of payroll taxes to the private system in 1999 led to a massive shortfall at the state-funded social security administration.
This gap has been made up for with money the government has borrowed in the market. The setup is partly responsible for the build-up of public debt, now around 56% of economic output.
BVK: Daniel Gloor und Walter Meier entgehen einer zweiten Anklage
Die zweite Anklagewelle im Korruptionsskandal um die Kantonalzürcher Pensionskasse (BVK) wird «erheblich verzögert». Dies geht aus einer kürzlich versandten Einstellungsverfügung gegen einen ehemaligen Beschuldigten hervor. Von den ursprünglich zehn Verfahren wurden mittlerweile fünf eingestellt, wie Corinne Bouvard, Mediensprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigt. Unter den eingestellten Verfahren befindet sich auch jenes gegen den ehemaligen BVK-Anlagechef Daniel Gloor und den Chef der Beteiligungsgesellschaft BT&T, Walter Meier. Im Verfahren geht es um angeblich falsche Abrechnungen von Aktientransaktionen der BVK bei der Credit Suisse. «Drahtzieher» in diesem Teil der Affäre war Alfred Castelberg, wie aus den Einstellungsverfügungen hervorgeht.
BLPK: Sanierung über Kapitalmarkt
Die Basellandschaftliche Zeitung berichtet über den aktuellen Stand bei der Sanierung und Neuorganisation der BLPK. Der mit der Finanz- und Personalkommission gefundene Kompromiss beschreibt die bz wie folgt: “Im Kompromiss kann Finanzdirektor Adrian Ballmer seinen eigenen Entwurf in vielen Teilen wiederfinden: So kommt es zur umstrittenen Vollkapitalisierung, aber auch zum unbestrittenen Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat, einer Senkung des technischen Zinssatzes auf drei Prozent und zu einem Umwandlungssatz von 5,8 Prozent. Damit soll sichergestellt werden, dass der Sanierung nicht sogleich die nächste folgen muss.
Eine wesentliche Änderung gegenüber Ballmers ursprünglichen Absichten soll es jedoch bei der Finanzierung der Sanierung geben: Statt das Loch in der Pensionskasse von 2,3 Milliarden Franken über vierzig Jahre und aus den Mitteln der Erfolgsrechnung zu füllen, soll das Geld innerhalb von zehn Jahren möglichst risikoarm auf dem Kapitalmarkt aufgenommen werden.”
Die Fremdfinanzierung der Sanierung kollidiert allerdings mit der kantonalen Defizitbremse. Diese soll deshalb nach Zürcher “Vorbild” ausgesetzt werden. Der Baselbieter Landrat wird am 25.4.13 über die Vorlage zur Sanierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse abstimmen.
FT: UK pension funds reject ‘cult of equity’
The “cult of equity” is poised to become history for UK defined-benefit schemes, as the country’s pension fund managers move to favour corporate bonds and alternative investments, a new survey reveals.
More than a third of the UK pension schemes (41 per cent) that participated in Aon Hewitt’s Global Pension Risk Survey for 2013 expect to reduce their exposure to UK equities in the next 12 months, while more than a quarter (28 per cent) hope to pare back their allocations to global equities.
At the same time as equities are falling from grace, alternatives are gaining a following. One-third of participating UK pension funds hope to increase their exposure to alternatives. A similar percentage are accessing derivatives and raising their allocations to active strategies as well.
NZZ: "Aufstand der Grossaktionäre”
Nach Julius Bär drohen auch UBS und Credit Suisse peinliche Abstimmungsflops. Aktionärsberater und der wichtige Investor Swisscanto üben Kritik an Antrittsprämien und Kapitalmassnahmen, schreibt die NZZamSonntag.
Die Zürcher Bank hatte schon am Tag nach dem Flop intern die Ursachen analysiert. Eine entscheidende Rolle habe die Empfehlung der Analysefirma ISS (Institutional Shareholder Services) gespielt, heisst es. Deren Empfehlung, gegen die Vergütungen zu stimmen, seien die angelsächsischen Fonds im grossen Rahmen gefolgt. Die sieben grössten Aktionäre von Julius Bär sitzen wie die ISS allesamt in den USA.
Auch bei der Generalversammlung der UBS am 2. Mai bahnt sich ein Aufstand der Grossaktionäre an. «Es ist gut vorstellbar, dass die Abstimmung zum Vergütungsbericht dort ähnlich ausgeht wie bei Julius Bär», sagt Peter Bänziger, Anlagechef der Fondsgesellschaft Swisscanto. Die Stellungnahme der ISS ist noch in Arbeit. Das Urteil der Analysefirma dürfte auch in diesem Fall mitentscheidend dafür sein, ob eine Mehrheit den Vergütungsbericht der Grossbank ablehnt – oder lediglich eine signifikante Minderheit. Auf Gegenstimmen muss sich die UBS aber definitiv einstellen. Auch der Zuger Vermögensverwalter zCapital empfiehlt ein Veto.
Die ISS empfiehlt, bei der GV der Credit Suisse am 26. April die geplante Erhöhung des für Mitarbeiteraktien zurückgestellten Kapitals abzulehnen. Mit der Aufstockung nimmt die CS in Kauf, die Anteile aller Nicht-Mitarbeiter zu verwässern. Verwaltungsratspräsident Urs Rohner hat die Aktionäre am 10. April in einem zweiseitigen Schreiben gebeten, sich über die Empfehlung der ISS hinwegzusetzen.
Was die Fondsgesellschaft Swisscanto, die 0,4% der CS-Anteile hält, wiederum nicht überzeugt. «Die Erhöhung des bedingten Kapitals bei Mitarbeiteraktien ist für uns ein Ärgernis», sagt Anlagechef Bänziger. «Sie fördert die Selbstbedienungsmentalität.» Darüber hinaus erwägt Swisscanto auch eine Ablehnung des Vergütungsberichts. «Es ist unter anderem unverständlich, dass ausgerechnet die Bonus-Aktien für die Geschäftsleitung bereits nach einem Jahr zugeteilt werden sollen und dies ohne konkrete Leistungsziele», sagt Bänziger. Swisscanto würde mit einem Veto auch hier der Empfehlung von zCapital folgen.
OAK: Anhörung zur Weisung über die Unabhängigkeit des Experten
Die Oberaufsichtskommission hat eine Anhörung zur vorgesehenen Weisung über die “Unabhängigkeit des Experten für berufliche Vorsorge” in die Anhörung gegeben. Übernommen werden im wesentlichen die Vorschriften gemäss Strukturreform (mehr als 20% des gesamten Einkommen aus einer Kundenbeziehung über mehr als drei Jahre), Unvereinbarkeit von Expertentätigkeit und Revisionsstelle, Mitwirkung bei der Geschäftsführung, etc. Die Anhörungsfrist dauert bis 15. Mai 2013.
NZZ: Warnungen vor Überinterpretation der Minder-Initiative
Simon Gemperli schreibt in der NZZ: “Die «Abzocker»-Initiative erwähnt die berufliche Vorsorge nur mit einem Satz: «Die Pensionskassen stimmen im Interesse ihrer Versicherten ab und legen offen, wie sie gestimmt haben.» Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, ist in der Praxis nicht einfach umzusetzen. Einerseits sind die meisten Pensionskassen in kollektive Anlageinstrumente wie Aktienfonds investiert, wo sie ihre Stimmrechte nicht ausüben können. Anderseits ist die Stimmrechtsausübung bei direkten Anlagen für kleine Pensionskassen mit viel Aufwand verbunden. Dieser kann bei Inanspruchnahme eines Aktionärsdienstes minimiert werden, es fallen aber auch dann Zusatzkosten an. Brisant sind diese Fragen auch, weil die Minder-Initiative Geld- und Gefängnisstrafen bei Zuwiderhandlung vorsieht.
Der Bundesrat ist durch die Verfassung verpflichtet, die Initiative innert Jahresfrist auf dem Verordnungsweg als Provisorium umzusetzen. Justizministerin Simonetta Sommaruga peilt sogar ein Inkrafttreten per 1. Januar 2014 an. Eine Vernehmlassungsvorlage soll bereits Ende Mai vorliegen.
Die Initiative sei «korrekt, aber ohne jegliche Überinterpretation» umzusetzen, sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP. Er plädiert für pragmatische Lösungen, insbesondere für die Möglichkeit, sich der Stimme zu enthalten und in konkreten Einzelfällen nicht abzustimmen. Der Zürcher Rechtsprofessor Hans-Ueli Vogt hält das ebenfalls für einen gangbaren Weg. Stimmenthaltung könne unter Umständen «im Interesse der Versicherten» sein, auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten.
Auch der Schweizerische Gewerbeverband wehrt sich dezidiert gegen eine Stimmpflicht bei Kollektivanlagen. Er schlägt zudem vor, dass die Stimmrechte nur dann ausgeübt werden müssen, wenn die von der Vorsorgeeinrichtung gehaltenen Aktien mindestens ein Promille des gesamten Aktienbestands ausmachen, wie Vizedirektor Kurt Gfeller sagt. Über den Schwellenwert könne man diskutieren. Eine seriöse Stimmrechtsausübung sei mit erheblichem Aufwand verbunden, und dieser rechtfertige sich nur dann, wenn man über eine relevante Stimmkraft verfüge.
Die Initianten interpretieren die Vorschläge des ASIP und des Gewerbeverbands teilweise als den Versuch einer Verwässerung der Initiative. Man befürworte aber eine pragmatische Umsetzung mit Vereinfachungen und Ausnahmen für kleine Kassen, sagt Co-Initiant Claudio Kuster. Als Beispiel nennt er die Offenlegung des Stimmverhaltens, die auch selektiv nur bei speziellen Stellungnahmen und im Nachhinein im Jahresbericht erfolgen könne.
Eine Nichtanwendung der Initiative auf Kollektivanlagen widerspricht laut Kuster dem Sinn der Initiative, denn es entstünde ein Schlupfloch für jene, die der Verfassungsbestimmung nicht nachleben wollten. Der Promille-Idee des Gewerbeverbands kann das Initiativkomitee grundsätzlich etwas abgewinnen. Die Schwelle sei aber viel zu hoch angesetzt, findet Kuster. Bei der UBS entspricht ein Promille einem Aktienpaket im Wert von 30 Millionen Franken.”
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Gutes Anlagejahr 2012 für die Publica
Die Pensionskasse des Bundes Publica konnte 2012 auf dem Gesamtvermögen eine überdurchschnittliche Performance von 7.94% (Vorjahr 1.71%) erzielen. Sie beträgt aufgrund der beiden unterschiedlichen Anlagestrategien 8.21% für die offenen und 5.95% für die geschlossenen Vorsorgewerke. Der Strategie-Benchmark wurde leicht übertroffen. Dadurch konnte der durchschnittliche Deckungsgrad um ca. zwei Prozentpunkte erhöht werden – trotz zusätzlich gebildeter technischer Rückstellungen: Der Deckungsgrad auf Stufe der Sammeleinrichtung, das heisst im Durchschnitt aller angeschlossenen Vorsorgewerke, beträgt per 31. Dezember 2012 105.2% (Vorjahr 103.1%). Um eine vollständige Transparenz zu gewährleisten, wird der Vermögensverwaltungsaufwand ab Rechnungsjahr 2012 vollumfänglich (100%) in der Betriebsrechnung erfasst.
Im Geschäftsjahr wurden die beiden Anlagestrategien leicht angepasst. Die Gewichte von Unternehmensanleihen in Euro und US-Dollar sowie von Aktien wurden zulasten von Obligationen in Schweizer Franken erhöht. Neu investiert die Publica auch in Staatsanleihen aus Schwellenländern. Ausserdem verkaufte sie per 1. Januar 2012 ihr Hypothekenportefeuille an die Berner Kantonalbank.
Per 1. Juli 2012 wurde die Anpassung des Umwandlungssatzes (neu: 6.15% im Alter 65) plangemäss umgesetzt. Damit sind die Rechnungsgrundlagen bezüglich der biometrischen Parameter auf dem aktuellen Stand. Zur Abfederung der Senkung erhielten die Versicherten eine Gutschrift aus den vorhandenen technischen Rückstellungen. Ausserdem passten die meisten Vorsorgewerke die reglementarischen Altersgutschriften (Sparbeiträge) an. Damit konnte in den meisten Vorsorgewerken das bisherige Vorsorgeniveau erhalten werden.
Um dem tiefen Zinsniveau und den gesunkenen Ertragserwartungen Rechnung zu tragen, hat die Kassenkommission Ende Jahr beschlossen, den technischen Zinssatz per 1. Januar 2015 um 0.75 Prozentpunkte zu senken (auf neu 2.75% für die offenen bzw. 2.25% für die geschlossenen Vorsorgewerke).
Ebenfalls im 2012 wurden die wichtigsten Vorarbeiten für die Rezertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems nach ISO 9001:2008 der Publica gelegt. Im März 2013 wurde das Zertifikat vorbehaltslos erneuert.
Mehr Eigenverantwortung in der BV
Jérôme Cosanday von avenir suisse plädiert für mehr individuelle Eigenverantwortung in der beruflichen Vorsorge und kritisiert die aktuelle Entwicklung der 2. Säule zur “Umverteilungsmaschine”. Er fragt: “Kann man im Zeitalter hoher Mitarbeitermobilität noch von Schicksalsgemeinschaft sprechen, wenn jeder seine Stelle alle 5 bis 7 Jahre wechselt? Was verbindet den seit zehn Jahren pensionierten Rentner mit dem dienstjüngsten Mitarbeiter, der Ende Jahr die Firma verlässt? Ist es wirklich solidarisch, dass Letzterer (Anlage-)Risiken trägt, um Leistungen zu garantieren, die vor seinem Stellenantritt versprochen wurden? Wäre es nicht sinnvoller, dass jeder, oder zumindest jede Alterskohorte, die Strategie und Leistungen bestimmt, wofür er auch gerade stehen will und kann?”


