Die Zahl der Privathaushalte lag in der Schweiz Ende 2019 bei 3,81 Millionen. Die durchschnittliche Grösse eines Haushalts betrug 2,21 Personen. Am geringsten war die durchschnittliche Haushaltsgrösse mit 1,95 Personen im Kanton Basel-Stadt, am höchsten war sie in den Kantonen Appenzell Innerrhoden (2,43 Personen), Genf und Freiburg (jeweils 2,37 Personen).
Versicherte
Altersvorsorge und Konkubinat
Cash untersucht mit Blick auf die Altersvorsorge die Vor- und vor allem die Nachteile des Konkubinats.
Sinkende Renten
“Der neue Pensionierungs-Barometer des VZ zeigt klar: Künftige Pensionierte bekommen viel weniger Geld als heutige. Viele Schweizerinnen und Schweizer unterschätzen, wie gross ihre Einkommenslücke sein wird. Haben sie den Ernst der Lage noch nicht erkannt?”, fragt das VZ und schreibt zu seiner Erhebung:
Der VZ-Barometer zeigt unmissverständlich, wie stark die Renten tatsächlich gesunken sind. So konnte ein 55-Jähriger mit einem Lohn von 120’000 Franken 2002 eine Rente aus AHV und Pensionskasse von 74’920 Franken erwarten. Heute sind es nur noch 60’040 Franken (Grafik). Die erwartete Rente ist also um 20 Prozent geschrumpft. Das entspricht einer Einbusse von knapp 1200 Franken pro Monat.
Arbeitsmarkt-Gesamtrechnung 2019
Die Arbeitsmarktgesamtrechnung (AMG) zeigt die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt auf, indem sie die individuellen Übergänge zwischen Erwerbstätigkeit, Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit erfasst. Die AMG umfasst auch die Wanderungen und stellt so ein Bindeglied zwischen den Arbeitsmarktstatistiken und den Bevölkerungsstatistiken dar.
2019 nahm die Erwerbsbevölkerung in der Schweiz um 0,2% zu: von 5,319 Millionen Personen zu Jahresbeginn auf 5,332 Millionen zu Jahresende. Der Anstieg war bei den Frauen (+0,4%, von 2,438 auf 2,449 Millionen) ausgeprägter als bei den Männern (+0,1%, von 2,881 auf 2,883 Millionen).
Der Wanderungssaldo der Erwerbspersonen belief sich 2019 auf 38’000 Personen. Die Entwicklung des Wanderungssaldos über die letzten zehn Jahre widerspiegelt eine anhaltende starke Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländern. Zwischen 2009 und 2019 lag die Zahl der einwandernden ausländischen Arbeitskräfte immer über jener der auswandernden. Ihr Wanderungssaldo belief sich im Jahr 2019 auf 43‘000 Personen. Bei den Schweizerinnen und Schweizern war der Wanderungssaldo hingegen negativ (-6’000).
Die Gesundheit der Bevölkerung ab 65 Jahren in der lateinischen Schweiz
Das Obsan hat im Auftrag von fünf lateinischen Kantonen (Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg und Tessin) die Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 für die Personen im Alter ab 65 Jahren analysiert. Die Resultate beschreiben den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand der älteren Personen und untersuchen ihr Gesundheitsverhalten sowie ihre Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Der Bericht unterstreicht die Heterogenität der Gesundheitssituationen der älteren Bevölkerung.
10 Prozent tiefere Arbeitszeit im Q2
Trotz der per 11. Mai 2020 erfolgten Lockerung der Covid-19-Schutzmassnahmen waren auf dem Arbeitsmarkt die Auswirkungen der Pandemie im 2. Quartal deutlich spürbar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerte sich die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit pro erwerbstätige Person um 9,5%. Am deutlichsten fiel das Minus im Wirtschaftszweig «Gastgewerbe und Beherbergung» aus (–54,1%). Im 2. Quartal 2020 leistete nahezu die Hälfte der Arbeitnehmenden zumindest gelegentlich Heimarbeit. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil stark gestiegen. Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hervor.
Im 2. Quartal 2020 arbeiteten die Erwerbstätigen pro Woche im Durchschnitt 28,4 Stunden, d.h. 9,5% weniger als im 2. Quartal 2019. Bei den Vollzeiterwerbstätigen belief sich die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit auf 35,2 Stunden, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang um 8,9% entspricht. Damit wurde die stärkste Abnahme seit der Einführung von Quartalsdaten im Jahr 2010 verbucht. Wäre die durchschnittliche Anzahl Ferientage in diesem Zeitraum nicht um die Hälfte zurückgegangen (von 4,2 auf 2,0 Tage pro Quartal), wäre die Abnahme der tatsächlichen wöchentlichen Arbeitszeit noch höher ausgefallen.
Erfahrungen mit variablen Renten
Claudio Zemp fasst in der Schweizer Personalvorsorge 20-09 die in den letzten 15 Jahren mit variablen Renten gemachten Erfahrungen zusammen. Im Einzelnen beschrieben wird die Situation bei den Vorsorgeeinrichtungen von PwC, Bosch, PKE und Vita Invest. Ergänzt wird der informative Beitrag mit einer Liste der variablen Rentenmodelle mit einem Vergleich der behandelten Kassen.
In einem ergänzenden Artikel beschreibt Josef Bachmann, vielzitierter Schöpfer und Verfechter des PwC-Modells und treibende Kraft hinter der Initiative für eine faire Vorsorge seine Überlegungen und Argumente für eine flexible Altersvorsorge. Seine Schlussfolgerung: “Es wird sich die Erkenntnis durchsetzen: Eine Zweiklassengesellschaft von «reichen» Altrentnern und «bedürftigen» Neurentnern darf es nicht geben. Ohne Anpassung von Renten an die Rahmenbedingungen sind milliardenschwere, systemwidrige Umverteilungen unvermeidlich. Für eine nachhaltige, faire Reform sollen alle mittragen – auch die Rentner.”
Subventionierte Work-Life-Balance
Claudia Wirz stellt in ihrer NZZ-Kolumne fest, dass neuerdings die selbstgewählte Leistungsabstinenz vom Staat mit Unterstützung honoriert wird. Das trifft auch die Altersvorsorge.
In einer zunehmend akademisierten Work-Life-Balance-Gesellschaft wie der unseren hat es damit eine besondere Bewandtnis. Ob eine Familie zu den «Topverdienern» oder doch eher zum subventionsberechtigten «Mittelstand» gehört, ist heute vielfach nicht mehr Schicksal, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Teilzeitarbeit gilt als fortschrittlich und modern, neustens auch bei den Männern. Bei ihnen ist der Trend hin zur Teilzeitarbeit auch besonders ausgeprägt.
Der Wohlfahrtsstaat zeigt sich wohlwollend gegenüber der selbstgewählten Lohnreduktion und springt mit finanziellen Zuwendungen ein. In einer solchen Gesellschaft wird mit der Progression längst nicht mehr die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sondern vielmehr die individuelle Leistungsbereitschaft besteuert. Das heisst konkret: Die Tüchtigen werden bestraft, als ob es ein Übel wäre, viel zu arbeiten. (…)
Wer Leistung übermässig bestraft, darf sich nicht wundern, wenn weniger geleistet wird. Denn Menschen reagieren auf Anreize. Ob das zum Wohle der ganzen Gesellschaft gereicht, darf insbesondere mit Blick auf die grossen Probleme bei der Altersvorsorge bezweifelt werden. In diesem Sinne lohnt es sich, über die Bestrafung der Tüchtigen und ihre Folgen nachzudenken.
Die Flucht aus der Pensionskasse
Harry Büsser, Mitglied der Chefredaktion der Handelszeitung, hält wenig von der umverteilungsgeplagten 2. Säule. Er empfiehlt die Flucht und gibt dazu ausführliche Anleitung. Neben Auswanderung, Selbständigkeit und Hauskauf beschreibt er eine vierte Variante:
Aber es gibt noch eine vierte Variante, über die bisher wenig öffentlich diskutiert wurde. Sie kann bei einem Jobwechsel oder irgendeinem Unterbruch im Arbeitsleben genutzt werden – auch wenn man mal arbeitslos wird oder eine Auszeit zwischen zwei Jobs nimmt. Die bestehende Pensionskasse fragt dann, wohin sie die Freizügigkeitsleistung (Ihr Geld in der Pensionskasse) überweisen soll. Dann kann man zwei Freizügigkeitseinrichtungen angeben. Es sind zwei möglich, weil der Gesetzgeber kein Klumpenrisiko mit nur einem Anbieter verantworten wollte. Deshalb ist es wichtig, zwei voneinander ganz unabhängige Anbieter zu wählen, nicht einfach zwei Konten oder zwei Depots beim gleichen Anbieter.
Wenn man den neuen Job antritt, schreibt die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers, dass man doch bitte die Freizügigkeitsleistung überweisen soll. Dann überweist man nur den Teil von der einen Freizügigkeitseinrichtung, den anderen Teil belässt man bei der anderen Freizügigkeitseinrichtung. Zwar erlaubt das Gesetz das eigentlich nicht, sondern schreibt vor, alles in die Pensionskasse einzuzahlen. In der Praxis setzen sich die Pensionskassen aber nicht durch. (…)
Noch eine Warnung: Die neue Pensionskasse schickt neben der Aufforderung zur Einzahlung auch ein Formular, in welchem sie nachfragt, ob man noch weitere Gelder bei einer Freizügigkeitseinrichtung hat. Dort muss man wahrheitsgemäss antworten, sonst ist das Urkundenfälschung.
Sobald man das Geld ausserhalb des Pensionskassensystems hat, ist man frei von der Umverteilung von aktiv Versicherten zu den Pensionierten. Zudem hat man dann auch die freie Wahl, welcher Freizügigkeitseinrichtung man sein Geld anvertrauen will. Das im Unterschied zur Pensionskasse, die von den Versicherten nicht gewählt werden kann, sondern vom Arbeitgeber bestimmt wird.
“Frühpensionierung – Der Weg wird steiniger”
Credit Suisse hat eine umfangreiche Studie zum Thema “Frühpensionierung” publiziert. Sie enthält eine Fülle an statistischem Datenmaterial über Stand und Entwicklung des Pensionierungsverhaltens und die Gründe für unterschiedliche Pensionierungsalter nach Bildung, Branche, Einkommen etc. Die Schlussfolgerung der Autoren: die Frühpensionierung vor dem ordentlichen Rentenalter rückt für die Mehrheit der Erwerbstätigen zunehmend in weite Ferne, weil die Ersatzquote aus erster und zweiter Säule stetig sinkt. Die Bank gibt aber auch Tipps, wie durch gezieltes Sparverhalten die Möglichkeit einer frühen Erwerbsaufgabe erhöht werden kann. In der Studie heisst es:
Ein Generationenvergleich zeigt, dass die Frühpensionierung in Zukunft noch weiter in die Ferne rücken dürfte. Denn die Rentensituation verschlechtert sich ohne Gegenmassnahmen in Zukunft markant. Kaufkraftbereinigt sinken die Renten bei den mittleren Einkommen real von CHF 57’091 bei einer ordentlichen Pensionierung im Jahr 2010 auf rund CHF 48’457 bei einer solchen im Jahr 2025 – ein Minus von 15%. Die Szenarien mit Frühpensionierung zeigen, dass ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben für künftige Generationen bereits deutlich weniger realistisch erscheint.
Vorsorge im Self-Service
Die Credit Suisse gibt mit einer neuen App ihren Kunden die Möglichkeit, die persönliche Finanzsituation im Mobile Banking selbst zu überprüfen. Als Funktionen stehen zur Verfügung:
- – Erkennen, ob das Vermögen bei der aktuellen Ausgangslage im Alter reicht.
- – Zusammenhang von Pensionsalter und Vorsorgesituation erfahren.
- – Empfehlungen erhalten, wie eine allfällige Vorsorgelücke vermindert werden kann.
- – Auf konkrete Einnahmen- oder Ausgabenziele hin sparen.
Steuern sparen bei Geldanlage und Altersvorsorge
Wer in der Schweiz Vermögen aufbaut, eine Immobilie kauft oder für das Alter vorsorgt, hat allerlei Steuersparmöglichkeiten. Diese gilt es zu nutzen, will man nicht unnötig Geld verschenken. Michael Ferber gibt in der NZZ einen Überblick.
AHV: Mehr Kinder sind auch nicht die Lösung
UBS hat eine Untersuchung mit dem Titel “Aussichten für die 1. Säule: mehr Kinder oder mehr Reformen?” publiziert. Dazu heisst es:
Die gegenwärtige Finanzierung der AHV ist nicht mehr zeitgemäss. Progressive Reformen sind gefragt, da die Zeit der Grossfamilien vorbei ist. So liessen sich Rentenalter, Beiträge und Leistungen auf der Grundlage demografischer Entwicklungen dynamisch und regelbasiert anpassen. Es überrascht nicht, dass Umverteilungsmodelle auf einer Kombination aus Beiträgen und Steuern beruhen.
Die Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zwischen den beiden Komponenten zu finden. Die Einhaltung sozialer Normen, ein gemeinsames Gefühl der Fairness und das Vertrauen in die finanzielle Zukunft des Vorsorgesystems sind Schlüsselelemente, um die Zielsetzungen der AHV langfristig zu erfüllen.
UBS-Mitteilung / Download Studie
Wie stabil ist die zweite Säule?
“In der Bevölkerung wachsen Zweifel an der beruflichen Vorsorge – auch weil den Jungen systematisch Geld weggenommen wird. So ist die Lage unserer Kassen,” schreibt Markus Städeli in der NZZamSonntag und gibt einen Überblick. Er schreibt u.a.:
Nur 20% der Rendite geht an die aktiv Versicherten
Wie perfide die Umverteilung von Jung zu Alt ist, hat sich letztes Jahr gut gezeigt: Die Pensionskassen haben 2019 im Schnitt eine sehr gute Performance von 10,7% erwirtschaftet. Ein Vorsorgekapital von 600 000 Fr. hätte so eigentlich auf 664 200 Fr. angewachsen müssen. Doch Arbeitnehmer haben nur 20% der Rendite, die mit ihrem Kapital erzielt worden ist, gutgeschrieben bekommen: 614 400 Fr., um auf unser Zahlenbeispiel zurückzukommen. Der Rest floss in die Reserven.
Gemäss dem Raiffeisen-Barometer ist das Vertrauen der Befragten in die berufliche Vorsorge zurückgegangen – jenes in die dritte Säule jedoch auf einem viel höheren Niveau weiter gestiegen. Kein Wunder: Dort gibt es keine Umverteilung.
Es gibt doch auch noch den Satz von 6,8%
Ja, das stimmt. Doch dieser Umwandlungssatz gilt nur für die obligatorische berufliche Vorsorge. Die meisten Pensionskassen versichern aber Löhne über das Obligatorium von 85 320 Fr. hinaus, wo die Politik nicht mitreden kann. So können sie eine Mischrechnung mit einem tieferen Satz anstellen.
9 von 10 Kassen wären dafür, früher zu sparen
Wie kann man die zweite Säule stabilisieren? Eine grosse Mehrheit der Kassen findet zwar, dass ein höheres Rentenalter sinnvoll wäre – gleichzeitig bezweifeln die Profis, dass dies politisch auch umsetzbar wäre.
9 von 10 Vorsorgewerken sehen aber einen Lösungsansatz darin, dass man früher mit dem Sparen in der zweiten Säule beginnt, etwa schon im Alter von 20 Jahren. Ein einheitliches Rentenalter von Frau und Mann ist für sie selbstverständlich.
Raiffeisen Vorsorgebarometer 2020: geringes Wissen, geringes Vertrauen
Das Drei-Säulen-System – bestehend aus AHV, beruflicher Vorsorge und privater Vorsorge – geniesst in der Schweizer Bevölkerung kein hohes Vertrauen. Besonders die Pensionskassen verzeichnen einen Vertrauensverlust, da signifikant mehr Personen ein tiefes Vertrauen in die 2. Säule angeben. Während Schweizerinnen und Schweizer 2018 noch mehr Vertrauen in die Pensionskassen als in die AHV hatten, ist es seither umgekehrt. Die AHV geniesst mehr Vertrauen als die Pensionskassen.
Raiffeisen hat die Ergebnisse des diesjährigen Vorsorgebarometers publiziert, das den Puls der Destinatäre bezüglich ihrer Altersvorsorge fühlt. Das Vorsorgebarometer basiert auf einer vom 17. bis 26. Juni 2020 durch das Link-Institut durchgeführten Bevölkerungsbefragung mit 1’028 befragten Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren und auf der Analyse ökonomischer Daten. Die Umfrageergebnisse werden als repräsentativ für alle Schweizer Landesteile bezeichnet.
Das grösste Risiko für die persönliche Altersvorsorge sieht die Bevölkerung in der demografischen Entwicklung. Der Anteil der Pensionierten könnte zu gross werden, um die Kosten für die Renten durch die Erwerbstägigen zu decken würden. Dies betrifft besonders die AHV. Auch das schwierige Umfeld für die Anlage von Vorsorgegeldern bereitet Sorge. Je älter die Person, desto grösser die Furcht vor sinkender Rentabilität auf den Vorsorgegeldern.







