Die Swisscanto Stiftungen lassen wissen, dass sie wieder zum alten Namen Servisa zurückgekehrt sind. In einer Mitteilung heisst es:
Anlässlich ihres 50-Jahre-Jubiläums kehrt die Swisscanto Sammelstiftung zusammen mit der Swisscanto Supra Sammelstiftung wieder zu ihrem ursprünglichen Namen zurück: «Servisa Sammelstiftung» und «Servisa Supra Sammelstiftung». Für die Versicherten, die angeschlossenen Unternehmen und die Partner der Servisa Stiftungen ändert sich nichts. Die Swisscanto Freizügigkeitsstiftung ändert ihren Namen nicht.
Die Servisa Sammelstiftung wurde 1973 als Gemeinschaftswerk der Kantonalbanken und der damaligen Patria, der heutigen Helvetia Versicherung, als unabhängige Sammelstiftung gegründet. 1985 kam die Servisa Supra Sammelstiftung hinzu. Beide Stiftungen sind 100 % unabhängig. Sie werden von ihren Stiftungsräten geführt.
Mit mehr als 5500 angeschlossenen Unternehmen und über 75‘000 Versicherten (Stand 1.1.2023) ist Servisa eine der grössten Pensionskassen der Schweiz. Servisa vereint zwei unabhängige Stiftungen für die berufliche Vorsorge: Die Servisa Sammelstiftung deckt die Anforderungen für alle Mitarbeitenden der angeschlossenen Unternehmen ab. Die Servisa Supra Sammelstiftung bietet ergänzende Lösungen in der Kadervorsorge.
Der Stiftungsrat der Gemini Sammelstiftung hat sich für ein Insourcing der Geschäftsführung entschieden. Per 1. Juli 2023 ist Bruno Marroni für die Geschäftsführung der Sammelstiftung verantwortlich. Er wird direkt an das oberste Organ, den Stiftungsrat der Gemini Sammelstiftung, rapportieren. Sämtliche übrige Dienstleistungen wie der Vertrieb, das Versichertenwesen, die Buchhaltung etc. bleiben unverändert beim langjährigen Provider, der Avadis Vorsorge in Zürich.
Bruno Marroni (57) ist eidg. dipl. Pensionskassenleiter und eidg. dipl. Sozialversicherungsexperte. Er arbeitet seit 1989 auf dem Gebiet der beruflichen Vorsorge, hauptsächlich im Sammelstiftungsbereich. Von 2004 bis 2008 leitete er die Vertriebstätigkeiten der Gemini Sammelstiftung. Im Anschluss daran übernahm er erfolgreich die Geschäftsführung und Entwicklung einer neuen Sammelstiftung.
Parlamentarische Initiative; Eingereicht von Christian Dandrès, SP:
Die Bestimmungen über die Sammelstiftungen in der beruflichen Vorsorge sind so zu ändern, dass:
a. alle Personen, die im Rahmen der obligatorischen beruflichen Vorsorge bei einer Sammel- oder Gemeinschaftsstiftung versichert sind, eine einzige Risikogemeinschaft bilden, ungeachtet dessen, dass sie bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt sind; von den günstigeren Risikoprämien, die sich aus der grösseren Zahl der Versicherten ergeben, sollen gleichmässig alle Arbeitgeber profitieren;
b. jeder Rabatt, den eine Versicherungsgesellschaft einem Versichertenkollektiv einer Sammelstiftung gewährt, im prozentualen Verhältnis der individuellen Prämien gleichermassen allen anderen Versichertenkollektiven dieser Sammelstiftung gewährt werden muss;
c. die Überschussanteile (Art. 37 Abs. 3 VAG und Art. 153 Abs. 2 AVO) einzig entsprechend dem anteiligen Deckungskapital, ohne Berücksichtigung des Schadenverlaufs und des Verwaltungsaufwands, zugeteilt werden.
Die Zahl der Pensionskassen in der Schweiz sinkt seit Jahren. Laut der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) ist die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen zwischen 2014 und 2021 um rund einen Viertel auf 1500 zurückgegangen – die gesamte Bilanzsumme ist im selben Zeitraum allerdings von 800 auf rund 1200 Milliarden Franken gestiegen.
Davon profitieren vor allem Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen (SGE). Laut der OAK BV machen diese lediglich 18 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen aus, 72 Prozent der aktiven Versicherten sind aber mittlerweile bei ihnen versichert. Vor allem KMU schliessen sich oftmals Sammeleinrichtungen an – sie sind zu klein, um eine eigene Pensionskasse zu betreiben. In Gemeinschaftseinrichtungen organisieren hingegen Berufsverbände die berufliche Vorsorge. Michael Ferber schreibt in der NZZ dazu:
Das von vielen KMU lange sehr geschätzte Modell der Vollversicherung ist allerdings seit Jahren auf dem Rückzug. Wie die jüngsten Zahlen der Versicherungen zeigen, setzt sich dieser weiter fort. Bei der Vollversicherung handelt es sich um eine Art «Rundum-sorglos-Paket» für KMU, sie delegieren die berufliche Vorsorge inklusive der Anlagerisiken an eine Sammeleinrichtung.
Zum Start des BVG im Jahr 1985 boten noch zwanzig Versicherer solche Lösungen an, mittlerweile sind es mit Swiss Life, Helvetia, Bâloise, Allianz Suisse und Pax nur noch fünf. Für einen Knall sorgte 2018 der Ausstieg der Axa aus der Vollversicherung. Für die Versicherungen ist es in den vergangenen Jahren zunehmend unattraktiv geworden, Vollversicherungen anzubieten. Dafür sorgen der politische Reformstau, die schwierige Situation bei der Vermögensanlage sowie die demografische Entwicklung.
Die im Verlag Konsumenteninfo AG erscheinende Online-Publikation “plädoyer”, welche auch den K-Tipp und Saldo herausgibt, berichtet über die als ungenügend empfundene Verzinsung der Sammelstiftung ZAV, die von der Swiss Life geführt wird.
Die meisten Schweizer Anwaltskanzleien sind entweder bei der Pensionskasse des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) oder des Zürcher Anwaltsverbands (ZAV) versichert. Die Wahl hat erhebliche finanzielle Konsequenzen.
Die SAV-Kasse verzinste die Guthaben im 2021 wie schon im Vorjahr mit 3 Prozent – sowohl im obligatorischen wie im überobligatorischen Teil. Wesentlich weniger Zins haben die Versicherten der Vorsorgestiftung des ZAV erhalten, welche von der Swiss Life geführt wird. Fürs Obligatorium gab es bloss den vom Bundesrat festgelegten Mindestzins von 1 Prozent. für die freiwillig einbezahlten Beträge gar nur 0,5 Prozent. Die unterschiedliche Verzinsung macht über die Jahre schnell mehrere Zehntausend Franken aus.
Für ältere Versicherte ist ebenfalls massgeblich, wie das Kapital im Pensionsalter in eine Rente umgerechnet wird. Der Umwandlungssatz beträgt bei der SAV-Pensionskasse für das gesamte Altersguthaben 5,4 Prozent. Das heisst: Pro 100’000 Franken Alterskapital gibt es jährlich 5400 Franken Rente. Beim ZAV beträgt er dieses Jahr im Obligatorium 5,9 Prozent, im Überobligatorium noch 4,7 Prozent. Es handelt sich jeweils um umhüllende Zinssätze. Das gesetzliche Minimum von 6,8 Prozent für das obligatorische Altersguthaben ist in jedem Fall geschuldet.
Auf der Website von inter-pension sind alle dem Verband angeschlossenen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen mit den Zahlen per 31.12. aufgelistet, mit direkten Links zu den Homepages der einzelnen Einrichtungen. Eine aufschlussreiche Information.
Letztes Jahr hat die OAK BV die Weisungen W – 01/2021 «Anforderungen an Transparenz und interne Kontrolle für Vorsorgeeinrichtungen im Wettbewerb» publiziert. Per Ende Jahr meldeten die regionalen Aufsichtsbehörden der OAK BV, welche Vorsorgeeinrichtungen in den Geltungsbereich der Weisungen fallen. Die OAK hat nun die Liste aller vom Geltungsbereich erfassten Einrichtungen auf ihrer Website publiziert.
Zwei Stiftungsräte sind bei der PK-Aetas neu gewählt worden. Hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit stellen sich Fragen. Die Sonntags Zeitung schreibt:
An der Unabhängigkeit der neuen Stiftungsrätinnen gibt es allerdings Zweifel. Eine Vertreterin ist bei einem Adelbodner Bergbahnunternehmen angestellt, das von einem Unternehmer präsidiert wird, der mit Bindschedler im Verwaltungsrat einer Berner Immobilienfirma sitzt. [Bindschedler war früher CEO der von Graffenried Holding und Verwaltungsrat des Energiekonzerns BKW und ist heute in zahlreichen Verwaltungsräten und Stiftungen aktiv. Er bezeichnet sich auf seinen eigenen Websites als «Unternehmer».]
Die zweite Stiftungsrätin ist «Business Developer» einer kleinen Champagner-Importeurin, die einem Unternehmer und Herzchirurgen gehört, der mit Rudolf Tschopp und dem Rechtsberater der PK-Aetas, René Brazerol, im Verwaltungsrat einer Gesellschaft sitzt, die gemäss Handelsregister herzchirurgische Forschungen betreiben soll.
“Die Vollversicherung in der beruflichen Vorsorge wird vermehrt zum Auslaufmodell. Den Versicherern kann man dafür keinen Vorwurf machen. Dem Staat, der ihnen die Rahmenbedingungen vorgibt, schon”, schreibt André Müller in der NZZ.
Die Zinsen bleiben tief, und die Probleme mit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz ungelöst. Die Bâloise setzt deswegen im Kollektiv-Leben-Geschäft zusehends auf ihre Sammelstiftung «Perspectiva». Mit Erfolg: Die Zahl der angeschlossenen Firmen hat seit Jahresbeginn von 2895 auf 3323 zugenommen. Die Sammelstiftung bietet Kunden Aussicht auf Anlageerfolg, aber weniger Sicherheit als die klassische Vollversicherung.
Die Nachfrage nach dieser bleibe hoch, sagte Bâloise-Chef Gert de Winter. Allerdings sei die Bâloise selektiv bei der Auswahl der Kunden. Gefragt sind – wie bei der Konkurrenz – Bestände mit jungen und gut verdienenden Versicherten.
Für manche KMU ist diese Selektion bitter: Sie wählten lieber die Vollversicherung, finden aber keinen Anbieter mehr. Unter den staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen wären diese KMU für die Versicherer schlicht ein Verlustgeschäft. Die Politik bereitet nun, zum wiederholten Mal, eine Reform der zweiten Säule vor. Diese wäre dringend nötig; der Status quo bleibt ein Armutszeugnis für die Schweiz. Aber zumindest die Versicherer können sich damit arrangieren.
Begleitend zum PK-Rating schreibt die SonntagsZeitung zur Situation der Sammelstiftungen:
Derzeit gibt es in der Schweiz noch rund 1400 Pensionskassen. Vor 15 Jahre waren es beinahe doppelt so viele. Vor der Einführung der obligatorischen beruflichen Vorsorge 1985 dominierten in der Schweiz firmeneigene Stiftungen. Der Konzentrationsprozess hält aber weiter an. Kleine und mittelgrosse Firmenpensionskassen halten dem stetig steigenden Druck der Regulierungen und den ökonomischen Rahmenbedingungen nicht mehr Stand und schliessen sich für die Durchführung der beruflichen Vorsorge Gemeinschafts- und Sammeleinrichtungen an. Arbeitgeber erhoffen sich mit dem Anschluss an eine grössere Vorsorgeeinrichtung Synergieeffekte, von denen hauptsächlich die Versicherten profitieren können. (…)
Für die Pensionskassen spitzt sich die Lage zu. Werden die Rentenversprechen nicht nächstens den Rahmenbedingungen angepasst, droht Schiffbruch. Viele Pensionskassen sind bei Aufnahme von Neukunden bereits sehr selektiv. Firmen mit vielen älteren Arbeitnehmenden, laufenden Rentenverpflichtungen oder mit BVG-Minimalplänen sind nicht mehr erwünschte und erhalten oftmals kein Angebot. (…)
Fast alle Lebensversicherer, die eine Vollversicherung anbieten, haben in den vergangenen Jahren zusätzlich eine teilautonome Sammelstiftung gegründet. Vor kurzem hat Pax ein neues Modell eingeführt, bei dem die Kunden von einer 50/50-Lösung profitieren. Die Hälfte der Vorsorgegelder wird als Vollversicherung geführt, die restlichen Gelder werden ohne Kapitalschutz investiert. Für ihre Versicherten ist dies eine Art Mischform der Vollversicherung und teilautonomen Stiftungen.
Der “Organisator” hat einen Vergleich von Sammelstiftungen mit den Folgen und Ergebnissen des Jahres 2020 erstellt und publiziert. Dazu heisst es:
Die Corona-Pandemie scheint den Pensionsvermögen nicht geschadet zu haben, im Gegenteil. Eine durch uns durchgeführte Umfrage unter den wichtigsten teilautonomen Vorsorgeeinrichtungen und Vollversicherern zeigt ein positives Gesamtbild: Befragt nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Performances und Anlagestrategien lauteten die Antworten mehr oder weniger einhellig: Es gab kaum welche.
Simon Herzer von der Gemini Anlagestiftung schrieb: «Die Finanzmärkte entwickelten sich 2020 insgesamt deutlich besser, als nach Ausbruch der Coronapandemie zunächst erwartet werden konnte.» Auch bei der Pensionskasse Spida blieb die Corona-Pandemie ohne negativen Einfluss, im Gegenteil: „Die Pensionskasse ist 2020 weiter gewachsen, die Altersguthaben nahmen um 8,1% zu. Zudem konnten viele neue Anschlüsse gewonnen werden.“
Asga räumt zwar einen Einbruch im März 2020 ein, sagt aber dazu: «Im März 2020 mussten auch wir auf dem Anlagevermögen deutliche Verluste hinnehmen, welche aber bis Ende Sommer wieder wettgemacht werden konnten. Insbesondere im 4. Quartal 2020 steigerten sich dann Aktienmärkte, womit wir eine deutlich positive Rendite erzielten.“
Die SonntagsZeitung schreibt zu den jetzt doch geplanten Neuwahlen bei der Sammelstiftung PK-Aetas:
Laut Gesetz müssen in einem Gremium gleich viele Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter sitzen. Die Stiftungsaufsicht sah bei diesem Punkt Nachbesserungsbedarf und verfügte Neuwahlen. Zunächst lenkte der Stiftungsrat ein und stellte Wahlen für diesen Sommer in Aussicht. Doch plötzlich wollte er nichts mehr davon wissen und reichte beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde ein.
Jetzt ist wieder alles anders: Diese Woche teilte die PK-Aetas ihren Kunden und Versicherten in einem Brief mit, dass das Vorsorgewerk «in naher Zukunft» Neuwahlen durchführen werde. Der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts wird nicht abgewartet. Die Beschwerde wurde aber auch nicht zurückgezogen. Damit bleibt das Verfahren der Aufsicht weiterhin sistiert.
Stiftungsrat und SVP-Nationalrat Franz Grüter sagt dazu: «Wir wurden dafür kritisiert, dass der Stiftungsrat nicht paritätisch zusammengesetzt ist. Mit der Zuwahl von zwei Arbeitnehmervertretern lösen wir dieses Problem.»
Der Tages-Anzeiger hat für 17 Sammelstiftungen die Kosten für die Verwaltung und die Kapitalanlagen sowie die Verzinsung des Altersguthaben zusammengestellt. Die Resultate zeigen die zu erwartenden beträchtlichen Unterschiede in allen drei Kategorien.
Im Artikel des TA geben die PKs mit auffällig hohen Kosten Erklärungen für ihre Zahlen ab. Nicht im einzelnen aufgeführt werden die jeweiligen Performance-Daten. Dazu heisst es im Artikel:
Hohe Kosten lassen sich rechtfertigen, wenn eine Vorsorgeeinrichtung dank cleverer Anlagestrategie eine überdurchschnittliche Rendite erzielt, welche die Versicherten mit guter Verzinsung auf ihrem Vorsorgekapital erhalten. Im Dreijahresdurchschnitt von 2017 bis 2019 bieten hier die Vorsorgestiftung VSAO, die Gemini und die Profond die beste Verzinsung mit Werten um die drei Prozent. Auf dem gesetzlichen Minimum von 1,0 Prozent liegen hingegen die Coopera, die Fundamenta und die Tellco pkPro. Aus Sicht der Versicherten ist es nicht gut, wenn Kassen wie die Tellco pkPro und die Fundamenta hohe Kosten verrechnen und gleichzeitig das Vorsorgeguthaben nur zu einem tiefen Satz verzinsen.
Die Oberaufsichtskommission hat die seit geraumer Zeit angekündigte und auch erwartete Weisung zu den “Anforderungen an Transparenz und interne Kontrolle für Vorsorgeeinrichtungen im Wettbewerb” erlassen. In Kreisen der betroffenen Sammelstiftungen ist man wenig erbaut. «Man habe lange dagegen gekämpft, aber bei der OAK auf Granit gebissen», hört man. Die Weisung wird als «Papiertiger» bezeichnet. Positiv wird lediglich vermerkt, dass für die meisten Stiftungen sich der Aufwand im Rahmen halte. Für einige sei er aber beträchtlich.
La caisse de pension Hotela rassemble plus de 3000 entreprises de deux branches particulièrement frappées par la crise liée à la pandémie. Elle couvre les besoins de prévoyance des hôteliers-restaurateurs et des bureaux de voyage. «Nous sommes souvent confrontés à des situations dramatiques. Au téléphone, certains hôteliers sont désespérés», confie Michael Bolt, directeur d’Hotela, lors d’une interview. Mais si l’hôtellerie est au plus mal, la caisse de pension qui rassemble la plupart de ses acteurs se porte bien. Comment justifier ce fossé? Et qu’en est-il dans les restaurants, souvent couverts chez GastroSocial?