Massiv höhere Kosten für Währungsabsicherung
Die NZZ befasst sich mit den seit Januar 2015 massiv gestiegenen Kosten für die Währungsabsicherung und den Folgen für die ausgewiesenen Performance-Zahlen der Pensionskassen.
Michael Ferber schreibt: “Wie Daten der Beratungsgesellschaft C-alm zeigen, haben sich die Kosten für Absicherungen der Hauptwährungen in der Folge des SNB-Entscheids vom 15. Januar vergangenen Jahres vervielfacht. 2014 lagen die durchschnittlichen annualisierten Kosten der Absicherung gegenüber dem Dollar vor Berücksichtigung der Transaktionskosten bei einem Wert von 0,3%, 2015 lag der Durchschnittswert hingegen bei 1,4%. Zudem waren die Absicherungskosten von starken Schwankungen gezeichnet, wie die Grafik oben zeigt. In den Tagen nach dem SNB-Entscheid vom vergangenen Januar kletterten sie auf Werte von mehr als 3%. Ende November liess die Unsicherheit an den Währungsmärkten die Kosten zeitweilig erneut fast wieder bis in diesen Bereich vordringen. (…)
Im Allgemeinen hätten die Schweizer Pensionskassen eine recht hohe Absicherungsquote bei ihren Währungsrisiken, heisst es bei der Beratungsgesellschaft PPCmetrics. Bei einer durchschnittlichen Vorsorgeeinrichtung seien bloss 5% bis 15% des Gesamtportfolios nicht abgesichert. Die hohe Absicherungsquote erkläre sich dadurch, dass die Pensionskassen ihre Leistungen in Franken erbringen müssten – Engagements in Fremdwährungen sind folglich ein Risiko. Kassen, die vor dem «Franken-Schock» grössere Währungsrisiken eingegangen seien, sicherten diese seitdem stärker ab. Allenfalls liessen Pensionskassen Dollar-Positionen offen.
Investoren seien derzeit mit einer besonders schwierigen Abwägung konfrontiert, heisst es bei C-alm. Behielten sie die Währungsabsicherung bei, verzichteten sie auf einen substanziellen Teil der Rendite. Sähen sie hingegen von einer Absicherung ab, übernähmen sie hohe Risiken, für die sie keine systematische Entschädigung erwarten könnten. Einen Mittelweg böten eine teilweise Aufhebung der Absicherung sowie dynamische Absicherungsstrategien. Als Folge der erhöhten Absicherungskosten dürften Investoren auch die Zusammensetzung ihrer Portefeuilles hinterfragen. Anpassungsbedarf ergibt sich laut C-alm beispielsweise bei ausländischen Staatsanleihen, bei denen die erwartete Nettorendite nach Abzug der Absicherungskosten niedriger ist als bei Schweizer Bundesobligationen mit vergleichbarer Laufzeit.
Altersvorsorge 2020 in der zweiten Runde
pw. Am ASIP “Jahresstart”-Anlass in Bern stand die Altersvorsorge 2020 im Zentrum. Jürg Brechbühl resümierte die Situation nach der Behandlung im Ständerat; eine Politikerrunde diskutierte über den weiteren Gang der Dinge im Nationalrat.
Brechbühl betonte die Notwendigkeit der Revision, insbesondere für die AHV, welche ohne Eingriffe bis 2030 ihre Reserven aufgebraucht und dann innert fünf Jahren ein Defizit von 50 Mrd. angehäuft haben würde. Beim BVG steht die Senkung des Umwandlungssatzes im Mittelpunkt des Interesses. Für die Kompensation haben Bundes- und Ständerat unterschiedliche Wege eingeschlagen, stimmen aber in den Grundsätzen überein und es wollen beide Ausgleichszahlungen für die Uebergangsgeneration zentral durch den Sicherheitsfonds lösen.
Die Belastung beläuft sich nach dem Konzept des BR gemäss den Zahlen des BSV auf 0,8% der AHV-Lohnsumme, nach jener des SR auf 0,7%. Die 0,7% setzen sich zusammen aus 0,4% für die Ausgleichsmassnahmen UWS und 0,3% für den AHV-Zuschlag.
Zum Zeitplan gab Brechbühl bekannt, dass die SGK des Nationalrats in der nächsten Woche (Woche 3) mit den Hearings beginnen werde. Ziel sei, das Geschäft in der Herbstsession ins Parlament zu bringen, was allgemein als sehr sportlich bezeichnet wird. Bis zur Frühjahrssession 2017 soll dann die Differenzbereinigung abgeschlossen sein, damit noch im selben Jahr die obligatorische Volksabstimmung über die Mehrwertsteuer-Erhöhung sowie über ein allfälliges Referendum zum Gesamtpaket abgestimmt werden kann. Grund für die Eile bildet das IV-Mehrwertsteuerprozent, das 2017 ausläuft und mit der geplanten Erhöhung verbunden werden soll; dies wegen der hohen Kosten jeder MWSt-Aenderung, die vom BSV auf 350 bis 500 Mio. Franken geschätzt werden.
Von links: Sebastian Frehner, Ruth Humbel, Iganzio Cassis, Hans Stöckli
In der Politikerrunde diskutierte anschliessend Hanspeter Konrad mit Ruth Humbel (CVP), Ignazio Cassis (FDP), Sebastian Frehner (SVP) und Hans Stöckli (SP). Von Seite der Nationalräte gab es Komplimente an den Ständerat für die effiziente Behandlung des Geschäfts und auch bewundernde Worte, dass es gelungen sei, bis zum Schluss die Vertraulichkeit zu wahren. Im Nationalrat mit 24 SGK-Mitgliedern werde das nicht möglich sein, gab Cassis (SGK-N Präsident) zu. Man werde voraussichtlich nach jeder Sitzung mit Medienmitteilungen orientieren.
Zum Thema Mantelerlass waren unterschiedliche Signale zu hören. Einerseits wurde betont, man werde nach dem selben, bundesrätlichen Konzept vorgehen wie der Ständerat – die Parteipräsidenten hätten das bereits so entschieden – andererseits kam dann beim Thema Stabilisierungsregel – die vom Ständerat kurzerhand über Bord geworfen wurde – dann doch der Gedanke eines zweiten Pakets wie vom Arbeitgeberverband vorgeschlagen, wieder wieder zur Sprache. Man könnte die Stabilisierungsregel incl. Erhöhung des Referenzalters in dieses zweite Paket einbauen und darüber auch getrennt abstimmen lassen. Cassis lies jedenfalls durchblicken, dass die FDP einem solchen zweistufigen Automatismus, wie vom Bundesrat ursprünglich vorgeschlagen, sehr zugeneigt sei. Die Frage sei bloss, ob die Zeit bis zum Herbst reichen wird, auch dieses Thema in der Kommission noch zu beraten. Man habe zwar die Dauer der anberaumten Sitzungen von zwei auf drei Tage erweitert (was die Erlaubnis des Parlamentsbüros) bedingte, aber die Zielsetzung sei auch ohne dieses Thema noch sehr ambitiös.
Cassis liess auch im weiteren Verlauf noch den einen oder anderen Gedanken verlauten, der Hoffnung auf eine sachgerechte Behandlung der Vorlage im Nationalrat machte. Dass die Senkung des Umwandlungssatzes auf 6% nicht ausreicht, ist ihm klar, wie auch Frehner. Aber politisch liegt wohl im Moment nicht mehr drin. Und beide waren sich darin einig, dass er dringend zu entpolitisieren zu sei, was wohl heisst, aus dem Gesetz zu nehmen. Und Cassis brachte sogar den Gedanken eines Anbindung des Referenzalters an die Lebenswartung zur Sprache. Was von Stöckli als als hochproblematisch bezeichnet wurde, mit dem Verweis von Humbel auf entsprechende Lösungen in skandinavischen Ländern aber als offenbar machbar erscheint. Man sollte sich auch jenseits der Grenzen nach neuen Lösungen umsehen, meint Humbel. Erfreuliche Worte in einem Land, das sonst gerne mit dem “not-invented here” Argument politisiert.
Konrad versuchte im Weiteren, die Nationalräte für die Idee eines dezentralen Ausgleichs der UWS-Senkung nach dem Modell des ASIP zu erwärmen, konnte sie aber lediglich zur Feststellung bringen, die Sache nochmals unter die Lupe zu nehmen.
Zur Freude des Publikums kam es dann auch noch zu einem Schlagabtausch nicht zur zwischen Rechts und Links, sondern in der vorliegenden Konstellation auch zwischen den Generationen, als Frehner wohl auch mit Blick auf Stöckli, den Verdacht äusserte, in der Politik seien Vertreter einer Generation aktiv, die von den Konsequenzen ihrer Entscheide nicht mehr betroffen würden. Die Diskussion gab immerhin zur Hoffnung Anlass, dass für eine jüngere Generation neue Aspekte eine zunehmende Rolle spielen könnten, auch wenn in der laufenden Revision innovative Ansätze kaum auszumachen sind .
Swiss Pension Finance Watch im Q4 2015
Das Jahr 2015 endete mit guten Nachrichten für die Unternehmensbilanzen. Die Diskontierungssätze blieben gegenüber dem Ende des Vorquartals unverändert, die Anlagenrenditen entwickelten sich trotz des enttäuschenden Dezembers positiv. Insgesamt stieg der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um 2,5 Prozentpunkte, wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht, der von 92,4 per 30. September 2015 auf 94,8 per 31. Dezember 2015 kletterte. Für das Gesamtjahr 2015 sank der Deckungsgrad jedoch von 96,5 auf 94,8 Prozentpunkte.
Der Pensionsplanindex wird vierteljährlich von Willis Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf den International Accounting Standards (IAS). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Pensionspläne anzugeben.
Nach einem Rückgang der Anlagenrenditen zu Beginn des 4. Quartals fand im Dezember eine Erholung statt, nachdem die US-Notenbank eine Erhöhung ihres Basiszinssatzes angekündigt hatte. Insgesamt blieben die Anlagerenditen im Quartalsverlauf nahezu unverändert. Die Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtungen waren daher zu vernachlässigen. Gleichzeitig stieg der Anlagewert des Benchmark-Portfolios, sodass sich die Anlagerenditen im Quartalsverlauf positiv entwickelten. Die Rendite der von den Schweizer Pensionskassen üblicherweise gehaltenen Anlageklassen lag bei 2,6% für das vergangene Quartal und 1,0% für das Jahr 2015 (gemäss BVG-40 plus Index von Pictet).
Insgesamt verbesserte sich dadurch die Bilanzposition der Unternehmen. «Dies waren positive Nachrichten für die Unternehmen am Jahresende. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Diskontierungssätze im Jahr 2015 insgesamt gesunken sind und die Anlagerenditen eher bescheiden ausfielen. Daher werden sich die Bilanzen der meisten Pensionskassen im Vergleich zumJahresende 2014 dennoch verschlechtert haben», kommentiert Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Willis Towers Watson in Zürich.
«Am 16. Dezember wurde schliesslich die lang erwartete Anhebung der Basiszinssätze in den USA angekündigt, wenn auch nur um 0,25%. Dies scheint sich auch auf die Renditen von Schweizer Unternehmensanleihen ausgewirkt zu haben. Im Konjunkturzyklus ist dies eine normale Entwicklung, könnte jedoch auf eine Trendwende hindeuten in einem Umfeld, dass in der Schweiz sehr lange von Zinssenkungen gekennzeichnet war. Erst die Zukunft wird zeigen, in welche Richtung es wirklich geht, denn derzeit setzen Europa und Japan ihre expansive Geldpolitik fort», so Adam Casey, Senior Consultant bei Willis Towers Watson.
CS Pensionskassen-Index im Q4 2015
Im 4. Quartal 2015 nahm der CS-Pensionskassen-Index um 3.65 Punkte resp. 2,43% zu und liegt per 31. Dezember 2015 bei 153.64 Punkten, ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000. Nach einer beachtlichen Entwicklung im Oktober mit 2,70%, fiel der November gegenüber dem Vormonat mit 0,97% schwächer aus und der Dezember mit -1,22% gar negativ. Somit schliesst der Pensionskassen Index mit 0,93% zum vierten Mal in Folge mit einer positiven Jahresrendite. Dennoch ist entgegen der Vorjahre ein markanter Rückgang der Rendite zu verzeichnen (2014: 7,73%, 2013: 5,76%: 2012: 7,21%).
Im Berichtsquartal haben alle Anlageklassen, mit Ausnahme der Liquidität (-0,15%) und der Hypotheken (0,00%), zur positiven Performance beigetragen. Der grösste Anteil am Anstieg des Pensionskassen Index ist der Anlageklasse Aktien Ausland mit 1,21% zuzuordnen, gefolgt von den Aktien Schweiz mit 0,75% und den Immobilien mit 0,44%. Der Renditebeitrag der Obligationen Fremdwährung mit 0,12% und den Obligationen Schweizerfranken mit 0,01% ist im Vergleich eher gering.
Auf das ganze Jahr betrachtet fällt auf, dass insbesondere die Anlageklassen Immobilien mit 1,04%, Aktien Schweiz mit 0,52%, Obligationen Schweizerfranken mit 0,23% gefolgt von den Hypotheken mit 0,03% zum positiven Jahresergebnis beigetragen haben, während die Anlageklassen Aktien Ausland mit -0,35%, Obligationen Fremdwährungen mit -0,34%, Liquidität mit -0,13% sowie Alternative Anlagen mit -0,12% einen negativen Beitrag zur Jahresperformance ausweisen.
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (aktuell 1,75% p.a.) stieg im Berichtsquartal, ebenfalls ausgehend von 100 zu Beginn des Jahres 2000, um 0.64 Punkte (resp. 0,43%) auf den Stand von 148.73. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskasse Index liegt somit im Berichtsquartal 2,00% über der BVG-Vorgabe. In der Jahresendbetrachtung zeigt sich jedoch, dass die YTD-Rendite des Credit Suisse Pensionskassen Index von 0,93% um -0,82% unter der BVG-Vorgabe liegt.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 01.01.2000) beträgt per 31. Dezember 2015 2,72%. Demgegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, welche bei 2,51% liegt.
Konrad im NZZ-Interview: “PKs zahlen die Zeche”
Die Schweizer Pensionskassen leiden unter den schwierigen Anlagebedingungen und den von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verhängten Negativzinsen. Derzeit sei davon auszugehen, dass die Vorsorgeeinrichtungen durch die Negativzinsen mit 400 Mio. Fr. pro Jahr belastet würden, sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands Asip, in einem Interview für die Web-TV-Sendung «Wirtschaft im Fokus» auf NZZ.ch.
Im vergangenen Jahr hätten die meisten Kassen Renditen von lediglich zwischen 0 und 1,5 Prozent erzielt. Laut Konrad erschweren die Entscheide der Zentralbanken das Anlageverhalten der Vorsorgeeinrichtungen. Die Pensionskassen zahlten letztlich die Zeche für die ultraexpansive Geldpolitik.
ASIP: Wachtablösung an der Spitze
Christoph Ryter, seit 9 Jahren Präsident des Pensionskassenverbands, wird an der bevorstehenden Mitgliederversammlung vom 18. Mai 2016 in Luzern seinen Rücktritt erklären. Das teilte er den Teilnehmern einer Veranstaltung des ASIP am 12. Januar in Bern mit. Ryter wird allerdings weiterhin im Vorstand verbleiben und sich in der Kommissionsarbeit engagieren. Die Statuten sehen zwar eine maximal Präsidialdauer von 15 Jahren vor, aber wie Ryter erklärte, halte er den Zeitpunkt für gekommen, einen Wechsel an der Verbandsspitze vorzunehmen.
Den Mitgliedern wird als Nachfolger Jean-Rémy Roulet vorgeschlagen. Roulet ist seit drei Jahren Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Caisse paritaire de prévoyance de l’industrie et de la construction (CPPIC) in Genf. Er wird der erste Romand an der Spitze des Verbands sein.
Ebenfalls zurücktreten werden die beiden Vorstandsmitglieder Markus Moser (Novartis Pensionskasse) und Beatrice Fluri (Pensionskasse Siemens). Moser ist Vizepräsident des ASIP. Er hat die maximal zulässige Mitgliedsdauer im Vorstand erreicht.
Faut-il rendre les retraites variables?
La caisse de pension PwC ira jusqu’au Tribunal fédéral pour défendre l’idée d’un ajustement des rentes existantes. Une tendance inexorable vers la flexibilisation?
Cash: Pensionskasse – darauf kommt es an
Die Unterschiede bei den Vorsorgeeinrichtungen sind beträchtlich, und eine grössere Zahl von äusseren Faktoren und reglementarischen Bestimmung entscheidet letztlich darüber, wie gross später eine Altersrente ausfallen wird. Arbeitnehmer bekommen die Informationen einmal im Jahr mit dem Leistungsausweis zugestellt.
Zudem hat jede Pensionskasse ein Reglement, das Arbeitnehmern ausgehändigt werden muss, und im Unternehmen gibt es Ansprechspersonen für Vorsorgefragen. Aber beim Bewerbungsgespräch sollte man nach der Pensionkasse fragen; Oft wird nur über den Lohn gesprochen, dabei hat die Altersvorsorge ein ähnlich grosses Gewicht.
«Die Pensionskassen sind relativ transparent, was diese Informationen betrifft», sagt cash-Pensionscoach Gabor Gaspar. Nur: Welche Informationen sind wichtig? cash nennt die zentralen Punkte.
Zweite Säule und der Zinswahnsinn
Albert Steck von der Migros Bank untersucht in einem Gastkommentar in der Handels-Zeitung die Konsequenzen der Tief- (oder Null- oder Negativ-) Zinspolitik der Zentralbanken.
Was passiert, wenn es keinen Zins mehr gibt? Noch vor kurzem hätte man eine solche Fragestellung als «wahnsinnig» abgetan. Inzwischen ist es Realität: Die Zinsen sind weltweit entweder extrem niedrig oder gar negativ. Doch, was das effektiv bedeutet, ist vielen Leuten zu wenig bewusst.
Was das konkret heisst, möchte ich anhand der Mindestverzinsung in der beruflichen Vorsorge aufzeigen. In der zweiten Säule haben Herr und Frau Schweizer ein Vermögen von 800 Milliarden Franken angespart – es geht also um enorm hohe Summen. Zwischen 1985 und 2002 ist dieses Geld mit 4 Prozent pro Jahr verzinst worden. Dank Zinseszinseffekt konnte man sein Vorsorgekapital somit innerhalb von 18 Jahren verdoppeln, wie auch die Grafik verdeutlicht. Über das gesamte Berufsleben konnte man sein Erspartes sogar vervierfachen. Sank der Zins von 4 auf 3,5 Prozent, dann erhöhte sich die Verdoppelungsdauer nur geringfügig von 18 auf 20 Jahre – eine Differenz von zwei Jahren (vgl. Grafik).
Welche Folge hat nun die aktuelle Senkung der Mindestverzinsung von 1,75 auf 1,25 Prozent per Anfang 2016? Die Zeitdauer, bis sich Ihr Kapital verdoppelt, erhöht sich damit von 40 auf 56 Jahre! Obwohl der Zins ebenfalls um 0,5 Prozent reduziert wird, beträgt der zeitliche Unterschied nicht mehr zwei Jahre, wie im obigen Beispiel, sondern plötzlich 16 Jahre.
Das zeigt: Je tiefer der Zins bereits liegt, desto brutaler wird die Auswirkung einer weiteren Zinssenkung. Der Grund ist der fehlende Zinseszinseffekt. Würde der Mindestzins um ein weiteres halbes Prozent auf 0,75 Prozent reduziert, dann würde es 93 Jahre dauern, bis sich das Ersparte verdoppeln würde.
2015 mit ungenügenden Erträgen
Die NZZ hat eine erste Übersicht über die Kapitalerträge 2015 erstellt. Sie lassen erkennen, dass sie deutlich unter dem BVG-Mindestzins liegen.

Die extrem niedrigen Zinsen und das garstige Umfeld für Vermögensanlagen machen den Schweizer Pensionskassen immer stärker zu schaffen. Dies zeigen Indikatoren und Schätzungen für die von den Vorsorgeeinrichtungen erzielten Renditen im Jahr 2015. So lagen die in der Branche gängigen BVG-Indizes 2005 der Bank Pictet im vergangenen Jahr nur leicht im Plus – der «BVG-25 plus» mit 1,22%, der «BVG-40 plus» mit 0,98%. Die Indizes dienen als Barometer für Pensionskassen-Portefeuilles mit einem 25- bzw. 40-prozentigen Anteil an riskanten Anlagen, vor allem Aktien. Sie berücksichtigen auch Immobilien sowie alternative Anlagen wie Hedge-Funds oder Private Equity.
Philipp Weber von der Beratungsgesellschaft c-alm weist derweil darauf hin, dass die Kosten und die Steuerbelastung von Pensionskassen bei der Entwicklung dieser Indizes noch gar nicht enthalten sind. Die Barometer könnten nur als Orientierungsmassstab dienen. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass die durchschnittliche realisierte Rendite der Pensionskassen im Jahr 2015 bei lediglich 0,25% gelegen haben dürfte. Eine repräsentative Pensionskasse hätte hingegen zur Finanzierung der Renten und zur Verzinsung der Altersguthaben im vergangenen Jahr eine Rendite von rund 2,75% benötigt. Gemessen am Deckungsgrad dürfte somit die Solvenz der Schweizer Pensionskassen um rund 2,5% zurückgegangen sein.
Laut Hansruedi Scherer von der Beratungsgesellschaft PPCmetrics dürften die Renditen der Vermögensanlagen bei den meisten Schweizer Pensionskassen 2015 zwischen 0% und 1% gelegen haben. Sicherlich dürften viele Kassen auch negative Ergebnisse ausweisen. Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands Asip, schätzt die Performance der meisten Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2015 auf zwischen 0% und 1,5%. Dies liege unterhalb der notwendigen Sollrendite, um die Pensionsverpflichtungen zu erfüllen.
NZZ: “PKs vor schwierigen Jahren”
Michael Ferber hat in einer Gesamtschau die aktuelle Situation der Pensionskassen kommentiert. Er betont, dass angesichts tiefer Renditen und steigender Lebenserwartung die gesetzlichen Vorgaben die Vorsorgeeinrichtungen zusätzlich belasten.
Das schwierige Anlage-Jahr 2015 mit Negativzinsen und geringeren Erträgen an den Aktienmärkten hinterlässt seine Spuren bei den Schweizer Pensionskassen. Die meisten dürften im vergangenen Jahr Renditen zwischen 0 und 1 Prozent erzielt haben, viele liegen auch im Minus. Um die Renten zu finanzieren und die Altersguthaben zu verzinsen, wäre laut einer Beratungsfirma 2015 eine Rendite von 2,75 Prozent nötig gewesen. Die Pensionskassen müssen deshalb ihre Reserven anzapfen, die nach den positiven Ergebnissen der Vorjahre immerhin oft gut geäufnet sind. Diese dürften sie auch brauchen, weil ihnen weitere schwierige Jahre bevorstehen, die sogar das System in seiner heutigen Form gefährden könnten.
So drohen die Anlageerträge auch in den kommenden Jahren niedrig auszufallen. Da die Pensionskassen stark in Obligationen investiert sind, treffen die extrem niedrigen bis negativen Zinsen ihre Erträge hart. In den vergangenen Jahren haben die Vorsorgeeinrichtungen von Kursgewinnen auf ihren Obligationenanlagen profitiert, zudem haben Aktien und Immobilien in den Jahren 2012 bis 2014 erhebliche Wertsteigerungen verbucht. Diese wurden aber vor allem von der laxen Geldpolitik der Zentralbanken ausgelöst, und es ist zu bezweifeln, dass die «Inflation der Vermögenspreise» nachhaltig sein wird. Vielmehr drohen Fehlallokationen. Die Hoffnung auf höhere Erträge in den Bereichen Private Equity, Hedge-Funds oder Infrastruktur erkaufen die Kassen mit höheren Risiken.
Bruno Christen neuer VR-Präsident der BVS
Der Zürcher Regierungsrat wählte mit Bruno Christen ein Verwaltungsratsmitglied der ersten Stunde zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrates der BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich (BVS). Er übernahm das Präsidialamt per 1. Januar 2016.
Der bisherige Präsident, Prof. Dr. Bruno Ern, trat auf Ende der Amtsperiode aus Altersgründen zurück. Unter seiner Führung zeichnete der Verwaltungsrat verantwortlich für die Ausgliederung des Amtes aus der kantonalen Verwaltung per Ende 2011 und für die Neugründung der BVS per 2012 als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt. Der Rücktritt wurde unter bester Verdankung seiner geleisteten Dienste zur Kenntnis genommen.
Neu steht dem Verwaltungsrat das bisherige Mitglied Bruno Christen, dipl. Wirtschaftsprüfer und Pensionskassenberater als Präsident vor. Die bisherigen Mitglieder Gertrud Stoller-Laternser, Doris Krummenacher und Susanne Jäger-Rey amtieren auch in dieser Amtsperiode. Als neues Mitglied wird Dr. Christian Zünd begrüsst.
Les ETF se posent en concurrents des produits dérivés
Les investisseurs ont injecté 347 milliards de dollars (318,4 milliards d’euros) dans les fonds indiciels (ETF) à travers le monde en 2015, un record, selon un communiqué de BlackRock publié lundi à New York et détaillant les performances de sa filiale iShares. La collecte nette avait atteint 330,7 milliards de dollars l’année précédente. Les ETF ont ainsi connu une croissance sans précédent malgré la volatilité des marchés financiers en 2015. Ils représentent désormais un montant total d’encours évalué à environ 3.000 milliards de dollars.
3 Milliarden FZ-Leistungen wurden vergessen
Die Luzerner Zeitung berichtet über den Stand der nicht beanspruchten Freizügigkeitsleistungen, die mit fast 3 Mrd. Franken im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht haben.
Meist gingen die Gelder bei einem Stellenwechsel oder Arbeitsunterbruch vergessen, sagt Max Meili, Geschäftsleiter der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Die Leute kümmern sich nach ihrem Austritt aus der Pensionskasse nicht um ihr Vorsorgegeld und melden sich einfach nicht mehr.»
Der Transfer der angesammelten Gelder von der Pensionskasse des alten Arbeitgebers in jene des neuen oder an eine andere Einrichtung liegt in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Handelt er nicht, landet das Geld spätestens zwei Jahre nach dem Austritt bei der Auffangeinrichtung.
Diese nimmt, wenn möglich, Kontakt mit dem Kontoinhaber auf. Hat dieser aber neben der Stelle auch noch die Adresse gewechselt, wird es schwierig. Die Auffangeinrichtung verwaltet das Geld, bis eine entsprechende Anfrage eingeht.
Dank einer besseren, systematischen Datenerfassung könnten immer mehr Konteninhaber ausfindig gemacht werden, sagt Meili. Mittlerweile kann bei 34 Prozent der insgesamt rund 960’000 Konten bei der Auffangeinrichtung der Besitzer kontaktiert werden, 65 Prozent des verwalteten Kapitals gelten als «zustellbar». Proportional nimmt der Anteil der vergessenen Gelder jährlich leicht ab.
In absoluten Zahlen aber nimmt sowohl die Höhe des Kapitals als auch die Menge der unzustellbaren Konten zu. 632’302 waren es im vergangenen Jahr, sechs Jahre zuvor erst 426’303. Mittlerweile werden fast 3 Milliarden Franken «unzustellbares Kapital» verwaltet, gut 1,3 Milliarden Franken mehr als noch 2009.
In der Regel sind es eher kleine Pensionskassenguthaben, die vergessen gehen und bei der Auffangeinrichtung landen. Auf einigen Konten lagen im vergangenen Jahr gerade einmal ein paar Rappen, auf 258 verwalteten Konten betrug das Kapital dagegen über eine Viertelmillion Franken. Im Schnitt sind es 4700 Franken.
«Der grösste Teil wird nach erfolgter Pensionierung ausfindig gemacht, da die Leute in der Regel Renten beziehen und spätestens dann selber ein Interesse haben, dass ihre Adresse wirklich immer à jour ist», sagt Meili. Erst wenn eine Person bis zu ihrem 100. Geburtstag nicht gefunden werden kann, verfällt ihr Anspruch.
Dann fliessen die Gelder in einen allgemeinen Topf des Sicherheitsfonds der Zentralstelle, der am Ende allen Versicherten zugute kommt. Im Schnitt schickt die Auffangeinrichtung total rund 4,5 Millionen Franken jährlich an den Sicherheitsfonds. «Das zeigt, dass eben doch sehr viele Personen vorher gefunden werden.» (sda)
L’Agefi: Le nouveau modèle de PwC
La caisse de pension du groupe d’audit PricewaterhouseCoopers (PwC) cherche à corriger l’un des principaux déséquilibres du système actuel du deuxième pilier en s’attaquant à un élément qui était jusqu’ici une chasse gardée. Son argumentation sur le plan juridique s’annonce acrobatique. Contrairement au modèle Winterthur de 2003, qui avait exploité une lacune dans la législation pour appliquer un taux de conversion plus bas aux avoirs de vieillesse surobligatoires que celui fixé pour l’obligatoire. Mais la caisse PwC lance le débat sur une question soigneusement esquivée lors de l’élaboration et discussion de la Prévoyance vieillesse 2020. Sans être en situation de couverture déficiente, elle souhaite diminuer les rentes en cours des assurés déjà à la retraite. Les dispositions légales semblent claires: même en cas de sous-couverture, l’article 65d de la Loi sur la prévoyance professionnelle (LPP) stipule que «le montant des rentes établi lors de la naissance du droit à la rente est toujours garanti».





