Schweizer zur Reform der Altersvorsorge
Bei der neusten Vimentis-Umfrage spielte die Haltung der Befragten zu Themen der sozialen Sicherheit und der Reform Altersvorsorge 2020 eine zentrale Rolle. Hier einige ausgewählte Resultate:
Erhöhung der MWSt zur AHV-Finanzierung um 1%
Bin dafür 54 %
Bin dagegen 35 %
Neutral/Weiss nicht 11 %
Verringerte Kürzung bei AHV-Vorbezug für Personen mit tiefen Einkommen
Bin dafür 59 %
Bin dagegen 26 %
Neutral/Weiss nicht 15 %
Senkung UWS auf 6%
Bin dafür 20 %
Bin dagegen 54 %
Neutral/Weiss nicht 26 %
Gleiches Rentenalter für Mann und Frau
Bin dafür 74 %
Bin dagegen 22 %
Neutral/Weiss nicht 4 %
Änderung AHV-Renten
kürzen 3 %
bleiben 55 %
erhöhen 42 %
Rentenalter bei 80% der Lebenserwartung
Bin dafür 29 %
Bin dagegen 46 %
Neutral/Weiss nicht 25 %
Neufestsetzung Rentenalter
< 2 Jahre tiefer 8 %
2 Jahre tiefer 9 %
1 Jahre tiefer 5 %
gleich 51 % 1 Jahre höher
15 % 2 Jahre höher
9 % 2 Jahre
höher 3 %
Erhöhung Lohnabzüge für höhere AHV-Renten
Bin dafür 42 %
Bin dagegen 44 %
Neutral/Weiss nicht 14 %
Finanztransaktionssteuer für die AHV
Bin dafür 58 %
Bin dagegen 28 %
Neutral/Weiss nicht 14 %
Axa zurückhaltend bei der Vollversicherung
Axa Winterthur schreibt in einer Mitteilung zum Geschäftsergebnis 2015:
Die Bruttoprämien im Kollektivleben gingen um 3,6 Prozent zurück, bedingt vor allem durch tiefere Einmaleinlagen in der Vollversicherung. Aufgrund der strategisch festgelegten selektiveren Zeichnungspolitik verzeichnete die AXA Winterthur im schwierigen Anlageumfeld einen Rückgang im Neugeschäft um 17,7 Prozent. Im teilautonomen Geschäftssegment erhöhte sich das Neugeschäft von 13 Millionen Franken im Vorjahr auf 46 Millionen Franken im 2015. «Die markante Zuwachsrate zeigt, dass es uns gelungen ist, die AXA im Markt der beruflichen Vorsorge als Komplettanbieterin zu positionieren. Wir setzen im Interesse unserer Kunden auf Stabilität und Wahlfreiheit, indem wir neben der Vollversicherung auch teilautonome Lösungen anbieten. Entlang dieser Strategie werden wir dieses Geschäftsfeld auch in den nächsten Jahren weiter ausbauen», sagt Thomas Gerber, Leiter Leben der AXA Winterthur. Dasselbe gelte für den autonomen Markt im Geschäft mit firmeneigenen Stiftungen. «Auch hier haben wir uns gut am Markt positioniert und konnten im letzten Jahr gewichtige neue Mandate gewinnen.»
Arbeitgeber unterstützt Coop PK
Der Jahresgewinn von Coop liegt 2015 mit 416 Millionen Franken um 54 Millionen Franken tiefer, wie Coop am Dienstag mitteilte. Den Einbruch um über 11 Prozent begründet das Unternehmen mit einer ausserordentlichen Arbeitgebereinlage von rund 60 Millionen Franken an die Pensionskasse.
BSV Zürich: Aktualitäten
Die Zürcher Aufsicht hat die wichtigsten Neuerungen 2015 im Bereich der BV auf ihrer Homepage aufgelistet.
PK Bolligen, Ittigen, Ostermundigen noch tiefer im Minus
Das Loch in der Pensionskasse PVS B-I-O ist letztes Jahr viel grösser geworden: Es sind nun rund 50 Millionen Franken, die in der Pensionskasse der Gemeinden Ittigen, Bolligen und Ostermundigen sowie weiterer Körperschaften fehlen. Ende 2014 waren es noch rund 35 Millionen Franken. Der Deckungsgrad sank von 80 auf rund 70 Prozent. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Pensionskasse weist für 2015 eine negative Rendite von rund 1 Prozent auf, der technische Zinssatz wurde gesenkt und mehrere Mitglieder – wie zum Beispiel Jegenstorf – beschlossen wegen der massiven finanziellen Probleme den Austritt.
Eco: UWS-Kürzungen in Sicht
Vorsorge mit Blick auf Bilanzregeln
Michael Ferber geht in der NZZ der Frage nach, wieweit internationale Rechnungslegungsstandards die Vorsorge in Schweizer Konzernen beeinflussen. Eine im vergangenen Jahr von Swisscanto (neu Prevanto) durchgeführte Untersuchung kam zum Schluss, dass der Einfluss gering sei. Allerdings lassen aktuelle Entwicklungen, etwa das neue Reglement bei der CS-Pensionskassen, vermuten, dass die Bilanzeffekte dabei durchaus eine Rolle spielen. In der NZZ heisst es dazu:
Das sehen auch andere Branchenvertreter so. IAS 19 sei wie ein «übergeordnetes Gesetz», an dem sich Schweizer Konzerne und Pensionskassen immer stärker orientieren müssten, sagt etwa Peter Zanella von der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson. Früher habe es eine «Schweizer Welt» und eine «internationale Welt» gegeben, doch diese Zeiten seien vorbei. Die Führungen der Unternehmen, die nach IFRS bilanzierten – dies sind vor allem kotierte, grössere Konzerne –, überlegten sich heutzutage genau, welchen Effekt Änderungen von Vorsorgeplänen für ihre Bilanz hätten.
Dieser ist laut Zanella oft sehr gross. Auch Swisscanto Vorsorge kommt in dem Bericht zu dem Ergebnis, dass IAS 19 in vielen Fällen dazu führt, dass Unternehmen bedeutende Verbindlichkeiten ausweisen müssen. Der Standard hinterlasse oft tiefgreifende Spuren sowohl in der Bilanz als auch in der Erfolgsrechnung von Unternehmen.
Da Pensionskasse und Unternehmen in der Schweiz eigentlich rechtlich strikt getrennt sind, gäben die meisten Konzernführungen nicht gerne zu, dass sie sich aktiv in die Entscheidungen des Stiftungsrats der Pensionskasse ihres Unternehmens einmischten, sagt Zanella. Stiftungsräte seien sich heute bewusst, dass man mit einem höheren Umwandlungssatz ein grösseres Versprechen mache, das dann entsprechend höhere Verpflichtungen bedeute. Diese müssten gemäss IAS 19 wiederum in der Bilanz des Arbeitgebers gezeigt werden. Ein Zeichen dafür, dass Unternehmen die Risiken bei der beruflichen Vorsorge zunehmend auf ihre Mitarbeitenden überwälzen wollten, seien auch die Einführung sogenannter «1e-Pläne» und die Bevorzugung der Kapitalauszahlung anstelle der Rentenzahlung bei immer mehr Pensionskassen.
AV2020: Positionen aus linker Sicht
Urban Hodel, Geschäftsführer des PK-Netz hat einen Kommentar zur Veranstaltung des Vorsorgeforums über die Positionen der Fach- und Wirtschaftsverbände zur Altersvorsorge 2020 publiziert. Zitat:
Unter der Leitung von alt SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi trafen sich am 16. Februar 2016 führende Vertreter der Arbeitgeber und der Pensionskassen- und Versicherungsbranche unter dem Kronleuchter des Hotels Bellevue in Bern. Die vorgestellte Positionierung des Vorsorgeforums soll erklärtermassen als Expertenmeinung interpretiert werden. So werden Interessenvertreter des Gewerbe-, Arbeitgeber- und Versicherungsverbandes und des Verbandes der Geschäftsführer der Pensionskassen ASIP zu Experten umbenannt, was eine neutrale und objektive Sicht auf die Altersvorsorge suggerieren soll. Es ist deshalb wenig erstaunlich, dass sich die „Expertengruppe“ so einig darin ist, die Mindestquote für die Privatassekuranz nicht zu erhöhen, was einzig und allein den partikularen Interessen der Versicherungen dient, aber nicht einer objektiven Sicht entspricht, und schon gar nicht eine Mehrheitsfähigkeit der Reform unterstützt. Es ist fragwürdig, warum sich das SVP nahe Vorsorgeforum für die Aktionärsinteressen der Versicherungskonzerne einsetzt, anstatt jeden Franken im Sozialversicherungskreislauf der Arbeitnehmer zu behalten.
AV2020: Die Positionen der Fach- und Wirtschaftsverbände
pw. Im Rahmen des Vorsorgeforums haben die Fach- und Wirtschaftsverbände den aktuellen Stand der Diskussion um die Altersvorsorge 2020 nach der Behandlung im .Ständerat in einem gemeinsamen Positionspapier festgehalten, das anlässlich einer Veranstaltung in Bern vorgestellt wurde. Dass dabei auch unterschiedliche Standpunkte vertreten wurde, war angesichts der divergierenden Interessenlagen unvermeidlich.
Allgemeine Unterstützung finden Bundesrat und Parlament beim grundsätzlichen Vorgehen mit einer Gesamtschau. Abweichende Meinungen bestehen hingegen in der Frage nach der vom Ständerat gestrichenen Stabilisierungsregel zur AHV. Es sind insbesondere Arbeitgeber- und Gewerbeverband, die darauf beharren und mit einem Automatismus zur Sicherung der AHV-Finanzen die Forderung nach einem über 65 hinaus gehenden Referenzalter verbinden. Denkbar wäre die Aufnahme der Forderung in einem separaten Paket. Allerdings wären dafür Konsequenzen erst nach 2030 absehbar. Der ASIP warnt hingegen vor einem solchen Schritt, der politisch schwer zu vertreten ist und aus seiner Sicht möglicherweise die Erfolgschancen des ganzen Projekts gefährden könnte. Dass allerdings mittelfristig Altersvorsorge über ein höheres Rentenalter nicht herumkommen wird, ist unbestritten.
Ähnliche politisch motivierte Überlegungen sind auch in der für das BVG zentralen Frage nach der Senkung des Umwandlungssatzes festzustellen. Während in der Praxis die Tendenz gegen 5 Prozent und in Einzelfällen auch darunter geht, will der Ständerat den Mindestsatz lediglich auf 6% senken. Die Expertengruppe schliesst sich dem Vorgehen an, nicht zuletzt mit Blick auf die politischen Realitäten. Keine Partei ist derzeit bereit, einen tieferen Satz als 6% zu vertreten. Und nach den Erfahrungen von 2010 ist derzeit auch kein Verband bereit, sich für einen tieferen Satz zu exponieren.
Eingehend haben sich die Verbände mit der Frage der Ausgleichsmassnahmen beschäftigt. Dabei geht es sowohl um die Kompensation individueller Leistungseinbussen wie auch um die Neuausrichtung des Sparprozesses, um mittelfristig den tieferen Satz auszugleichen.
Die individuellen Massnahmen in Form von Einmalzahlungen auf dem Altersguthaben können sowohl zentral über den Sicherheitsfonds wie auch dezentral durch die einzelne Vorsorgeeinrichtung erfolgen. Der ASIP befürwortet die dezentrale Lösung, die übrigen Verbände mehrheitlich das zentrale System. Letzteres hat den Vorteil, dass BVG-nahe Vorsorgeeinrichtungen von einer kassenübergreifenden Solidarität profitieren; gleichzeitig ist es aber mit erheblichen administrativen Belastungen verbunden (doppelte Schattenrechnung), und zwar auch für solche Kassen, welche keine Zahlungen für ihre Destinatäre erwarten können.
Keinerlei Unterstützung findet die Idee des Ständerats mit einem Zuschlag für AHV-Neurentner. Angesichts klammer Finanzen in der AHV ist ein Leistungsausbau nicht zu verantworten und das Projekt auch ein Affront gegenüber bestehenden Rentnern. Mit der laufenden Revision ist ein möglichst weitgehender Leistungserhalt trotz erheblicher Probleme anzustreben. Das ist ambitiös genug. Ausbauwünsche sind fehl am Platz.
Beteiligt an den Stellungnahmen waren u.a.: ASIP, inter-pension, Kammer der Pensionskassen-Experten, Aktuarvereinigung, Versicherungsverband, Schweiz. Arbeitgeberverband, Gewerbeverband.
Die Texte mit den Positionen können in einer Kurzfassung sowie einer ausführlichen Version herunter geladen werden. Die Kurzfassung auch in französisch.
Migros-PK mit Nettorendite von 1,6%
Die Migros-Pensionskasse erzielte im Geschäftsjahr 2015 eine positive Nettorendite von 1.6 %. Das Ergebnis ist geprägt vom tiefen Zinsumfeld und einem guten Ergebnis bei den Immobilienanlagen. Mit ihrem Ergebnis übertraf die MPK die Performance des vergleichbaren Pictet BVG-25 plus – Index (1.21 %).
Das Geschäftsjahr schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 169.0 Mio. Franken. Darin enthalten sind 53.4 Mio. für die Aufstockung der Wertschwankungsreserve auf die Zielgrösse von 3.2 Mrd.
Die Vorsorgekapitalien sind mit den technischen Grundlagen BVG 2010 unter Verwendung des Generationenkonzeptes für die Sterblichkeit mit einem technischen Zinssatz von unverändert 2.5 % gerechnet worden. Der Deckungsgrad reduzierte sich auf 120.5 % (-1.0 Prozentpunkte) und überschreitet den Sollbedarf um 1.5 Prozentpunkte.
Die Kapitalanlagen der Kasse belaufen sich auf 21.1 (20.9 ) Mrd. Franken. Hiervon entfallen 8.0 Mrd. (37.8 %) auf die Nominalwertanlagen und 6.6 Mrd. bzw. 6.5 Mrd. (31.4 % bzw. 30.8 %) auf die Aktien und Immobilienanlagen.
Der Versichertenbestand der nach dem Leistungsprimat aufgebauten Kasse betrug Ende Jahr 80’800 Personen, davon 28’700 Rentner.
Indien vergibt Infrastruktur-Projekte an Pensionskassen
Eyeing at least 7.7 billion (around RS 50,000 crore) from operational toll roads, the Indian government is planning to sell over 100 projects to sovereign and pension funds. «We have prepared a list of 104 projects which could be sold to sovereign and pension funds,» a Road Transport and Highways Ministry official told PTI.
The objective is to award these toll roads to private sector for operations and maintenance for a fixed long-term period against an upfront value, he said.
«These projects with a total length of about 6,000 km have a total potential of 7.70 billion,» the official said. It has lined up 104 operational toll roads constructed through public funds. Twenty of the 104 projects fetch annual total collection of Rs 50 crore or more each while 33 are such which fetch an annual revenue in the range of Rs 25 to Rs 50 crore each, the official said. He said 40 per cent of the total 104 toll projects are generating more than 10 per cent of the project completion cost annually through toll.
Alle Jahre wieder: Der Vorsorgeausweis
Cash gibt auf seiner Website Anleitung zur Lektüre und zum Verständnis des Pensionskassen-Ausweises.
NZZ: Schrille Kritik an der BVK
Die NZZ geht auf die aktuelle und immer schrillere Kritik an der BVK von Seite der Arbeitnehmerorganisationen ein. Neuerdings werden sogar Austrittsdrohungen war. Der Verein der Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute hat die Änderungen der BVK-Personalvorsorge von einer privaten Beratungsfirma beurteilen lassen. Die Zeitung schreibt dazu:
Deren Fazit: Dass eine Kasse den Zinssatz auf einen Schlag derart deutlich senkt, kommt zwar nicht allzu häufig vor, ist aber in der jetzigen Grosswetterlage «zukunftsorientiert und nachvollziehbar». Die Netto-Rendite-Erwartung für ein Anlageportfolio liege aktuell kaum mehr über 2,5 Prozent, und dass die Lebenserwartung plötzlich stagniere, sei kaum zu erwarten. Somit seien die ergriffenen Massnahmen nötig, «um die langfristige finanzielle Sicherheit herzustellen». Trotzdem blieben die Leistungen «vergleichsweise hoch».
Lobend erwähnt der Bericht auch die «umfassenden Abfederungsmassnahmen», zumal für ältere Arbeitnehmer verschiedene Kompensationsmassnahmen geplant sind. Vor diesem Hintergrund wird vor überhasteten Fluchtbewegungen gewarnt: Sonst bestehe die Gefahr, dass man mit grossem finanziellem Aufwand einen Wechsel vollziehe, «nur um dann feststellen zu müssen, dass der neue Vorsorgeträger (. . .) ähnliche Massnahmen beschliesst wie die BVK».
Der BVK-Stiftungsrat rechnet denn auch nicht mit einer Austrittswelle. «Für die meisten Arbeitgeber scheint eine Kündigung nicht wirklich ein Thema zu sein», sagt Florian Küng, Leiter Finanzen bei der BVK. Gegenüber empörten Versicherten hat die BVK bereits durchblicken lassen, dass man nicht daran denke, die Massnahmen zurückzunehmen, zumal der Entscheid des paritätischen Stiftungsrates laut Küng «klar und unbestritten» gewesen sei.
Das wiederum findet VPOD-Regionalsekretär Roland Brunner «höchst befremdend». Dem VPOD bleibt mangels rechtlicher Mittel nichts anderes übrig, als Forderungen und Protestnoten einzureichen. Allerdings kündigt Brunner an, dass man sich bei den nächsten Stiftungsrats-Wahlen genau überlegen werde, «wer tatsächlich Arbeitnehmerinteressen vertritt».
SRF: Anpassungsprozesse bei CS und PwC
Radio SRF berichtet über die Konsequenzen der Anpassungsmassnahmen bei grossen Pensionskassen aufgrund der aktuellen Kapitalmarktverhältnisse. Im Beitrag heisst es:
Beispielsweise die CS oder die Vorsorgeeinrichtung der Angestellten des Kantons Zürich, die BVK, kalkulieren mittlerweile mit einem Umwandlungssatz von unter fünf Prozent. Das ist enorm tief und bedeutet: 100’000 Franken an angespartem Alterskapital ergeben eine Jahresrente von nicht einmal mehr 5000 Franken.
Der Umwandlungssatz ist das Eine. Vorsorgespezialist Peter Zanella vom Unternehmensberater TowersWatson hat beim angekündigten Leistungsabbau der CS-Pensionskasse aber etwas anderes stutzig gemacht. So will die CS die Höhe der maximal möglichen Altersrente begrenzen. Das heisst, ein CS-Angestellter, der in Pension geht, kann nur einen Teil seines Alterskapitals in eine Rente umwandeln.
Den Rest muss die Person als Kapital beziehen. «Für Höherverdienende kommt da sicher ein stattliches Alterskapital zustande», sagt Zanella. «Das kann er dann aber nicht alles in eine Rente umwandeln, sondern er muss es als Kapital beziehen. Die Risiken, wie er dieses Kapital anlegen will oder muss, hat er dann selber.»
Dass Pensionskassen so einen Teil des Anlagerisikos und des Risikos, dass wir alle immer älter werden und immer länger Rente beziehen, auf die Versicherten abwälzen, sei selten, sagt Zanella. Er hat bei TowersWatson die Pensionskassen der 30 grössten Schweizer Konzerne miteinander verglichen.
Das Beispiel der CS könnte seines Erachtens aber Schule machen: «Es könnte sein, dass von der CS eine gewisse Vorreiterrolle gespielt wird.» Dies könnte eine grosse Auswirkung auf das allgemeine Rentenniveau in der Schweiz haben.
Auch bei ASIP beäugt man den Plan der CS kritisch. Laut Hanspeter Konrad widerspricht das Vorhaben, Kapital statt Rente auszuzahlen, der Idee der Altersvorsorge: «Im Vordergrund sollte immer die Rente stehen. Es geht um ein Ersatzeinkommen nach der Pensionierung. Dieses Ersatzeinkommen wird über die Rente sichergestellt.»
Die Pensionskasse des Beratungsunternehmens PWC möchte die Finanzierungsprobleme auf einem anderen Weg in den Griff bekommen – sie tastet die Altrenten an. Künftig soll nur noch ein Teil der Rente garantiert sein, der Rest soll variabel sein und von den Anlageerträgen und der Lebenserwartung abhängen.
Medianrendite 2015 bei 0,7 Prozent
Die Medianrendite des zweiten Halbjahres 2015 von 0.8% gemäss ASIP-Performancevergleich hat die negative Performance des ersten Halbjahres von –0,1% kompensiert. Sie ergab somit für das ganze Jahr 2015 eine Rendite von 0,7%. Die Rendite muss jeweils unter Berücksichtigung der Risikofähigkeit und der Volatilität der gewählten Anlagestrategie einer Pensionskasse interpretiert werden.
Die weiter stetige Nachfrage nach Immobilien hat für die Mandatskategorien “Immobilien Schweiz indirekt“ sowie “Immobilien Schweiz direkt“ im Jahr 2015 zu Medianrenditen von 5,1% respektive 5,3% geführt. Immobilien Ausland schnitten mit 9,4% überdurchschnittlich gut gegenüber anderen Kategorien in den letzten 6 Monaten ab. Immobilien waren ein Haupttreiber der positiven Rendite. Demgegenüber stehen Rohstoffe, die mit einer Medianperformance von –23,7% wieder eine negative Rendite im Jahr 2015 abgeworfen haben. In den letzten 5 Jahren haben die Rohstoffe kumuliert rund 45% ihres Wertes eingebüsst.
Neben den Renditen in den Immobilien zeigen alle Aktienkategorien eine positive Rendite über die letzten 6 Monate, ausser den Anlagen in Emerging Markets (-11,1%). Bei näherer Betrachtung stechen die Werte der Aktien Nordamerika mit einer Rendite von 4,9% über die letzten 6 Monaten, sowie Aktien Asien Pazifik mit einer Rendite von 3,8% über die letzten 12 Monaten heraus.






