Sozialversicherungen 2015
Der jährliche Bericht über die Sozialversicherungen gemäss ATSG liegt vor. Der Jahresbericht «Sozialversicherungen 2015» beinhaltet im Sinne einer Gesamtübersicht aktuelle Informationen zu den Sozialversicherungen, einen Überblick über die jüngsten politischen Diskussionen und die sich bietenden Perspektiven. Er gibt Auskunft über die neuesten Kennzahlen der einzelnen Sozialversicherungen und stellt Querbezüge zwischen den verschiedenen Sozialversicherungen dar. Ausserdem vermittelt er eine Gesamtsicht über die anstehenden Herausforderungen und zeigt auf, mit welchen Strategien der Bundesrat diesen begegnet und welche Massnahmen dazu erforderlich sind. Gedruckte Exemplare des Berichts können ab Ende August bestellt werden.
Jahresbericht 2015
PKBS im Klimawandel
Anfang Februar stimmte der Basler Grosse Rat einem Anzug von Nora Bertschi (Grünes Bündnis) zu. Dieser fordert den Regierungsrat auf, zu prüfen, wie die Pensionskasse Basel-Stadt «möglichst kostenneutral aus Investitionen in fossile Energien aussteigen» könne. Bertschi begründete ihren Vorstoss mit dem finanziellen Argument, diese Investitionen könnten an Wert verlieren. Sie finde es erstaunlich, dass man bisher nicht näher hingeschaut habe, sagt sie auf Anfrage.
Der Vorstoss wurde überraschenderweise auch von bürgerlichen Politikern unterzeichnet, so von Luca Urgese (FDP) und von Joël Thüring (SVP). Es ist das finanzielle Argument, das Thüring überzeugt: «Ich halte die Kohlenstoffrisiken für durchaus real», sagt er. Es gelte zu vermeiden, dass am Schluss die Basler Steuerzahler ein Loch bei der Pensionskasse stopfen müssten, wie es in der Vergangenheit schon geschehen sei.
TA: Hypotheken mit negativen Zinsen?
An der Hypothekenfront tut sich Historisches. Zum ersten Mal seien 10-jährige Hypotheken für weniger als 1 Prozent Zins zu haben, berichtete der Vergleichsdienst Comparis letzten Freitag. «Wir konnten für einzelne Kunden bereits 10-jährige Festhypotheken zu einem Zins von 0,9 Prozent aushandeln», sagte Marc Parmentier, Bankenverantwortlicher bei Comparis, zur «Schweiz am Sonntag». Laut Lorenz Heim, Leiter des Hypothekenzentrums, wurde die magische 1-Prozent-Grenze gar schon vor zwei bis drei Wochen unterschritten. Im Schnitt sind die beliebten 10-jährigen Kredite gemäss dem Hypothekenberater Moneypark erstmals für weniger als 1,5 Prozent Jahreszins zu haben, heisst es im Tages-Anzeiger.
Verantwortlich für den neuen Tiefststand ist der Brexit.Wegen der unsicheren Lage flüchteten Anleger schon vor der Abstimmung letzten Donnerstag in den Franken. Seit Grossbritannien nun definitiv für den Austritt aus der EU gestimmt hat, verstärkte sich dieser Trend noch weiter. Die Nationalbank wird also weiter intervenieren und die Zinsen tief halten müssen, um die Schweizer Exportwirtschaft zu entlasten. Möglich ist sogar, dass sie den Leitzins noch weiter ins Negative drückt. «Somit dürften auch Schweizer Hypotheken – gerade auch langlaufende – auf Sicht der nächsten zwei bis drei Jahre extrem günstig werden», schreibt Moneypark. Noch einen Schritt weiter geht Marc Parmentier: «Wir könnten zum ersten Land werden, in dem Hypotheken in der Breite zu negativen Zinsen angeboten werden.»
D: Ökonomen für Rente mit 70
Die große Mehrheit der deutschen Wirtschaftsprofessoren sieht Defizite im System der Altersvorsorge in Deutschland. Eine Zweidrittelmehrheit der Ökonomen hält das gegenwärtige gesetzliche Rentensystem für nicht solide aufgestellt, um auch langfristig eine zum Leben reichende Rente zu garantieren. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Ökonomenpanels, das vom Ifo-Institut in München in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchgeführt wird.
Für 84 Prozent der befragten Professoren wäre ein höheres Renteneintrittsalter ein geeignetes Mittel, um die langfristige Finanzierbarkeit der Renten sicherzustellen. Viele Ökonomen plädierten für ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren. Andere sprachen sich dafür aus, den Renteneintritt stetig an die steigende Lebenserwartung anzupassen.
Die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren sei ein Fehler der schwarz-roten Koalition gewesen, sind 85 Prozent der befragten Ökonomen überzeugt. Die Mütterrente sieht eine kleinere Mehrheit ebenfalls als Fehler.
Geteilter Meinung sind die Wirtschaftsfachleute, ob eine zusätzliche private oder betriebliche Altersvorsorge zur Pflicht gemacht werden sollte. Gut ein Drittel der Ökonomen sagte zudem, dass – alternativ zu längerem Arbeiten – ein geringeres Rentenniveau helfe, um die Rente finanzierbar zu belassen. Auch ein höherer Steuerzuschuss, höhere Beitragssätze oder eine Einbeziehung von Selbständigen und Beamten in die gesetzliche Rente könnten bei der Finanzierung helfen. An der Umfrage beteiligten sich gut 160 Wirtschaftsprofessoren.
Blick: “Schuss nach hinten”
Der Blick spekuliert weiter über Entscheide der SGK des Nationalrats bei der AV2020.
GV-Auswertung 2016
Swipra Proxy Advisor hat eine Auswertung der Generalversammlungs-Abstimmungen 2016 publiziert. In der Medienmitteilung dazu heisst es:
Die Generalversammlungen 2016 waren von einer stark steigenden Partizipation von Minderheitsaktionären gezeichnet . Die Aktionäre zeigen derzeit hohes Vertrauen in ihre Unternehmen, was sich in allgemein hohen Zustimmungsraten , insbesondere auch bei den Wahlen in den Verwaltungsrat, zeigt. Die höhere Präsenz v on Minderheitsaktionären und deren eher kritischere Haltung erhöhen in der Tendenz die Reputationsrisiken und die Ansprüche an die Offenlegung seitens der Unternehmen . Geeignete Aktionärskommunikation gewinnt deshalb weiterhin an Bedeutung . Dies zeigt sich auch bei der Vergütung für die Geschäftsleitung en , welche entgegen der allgemeinen Wahrnehmung durchschnittlich leicht zurückgegangen ist . Die Aktionäre äussern sich zudem kritischer bei nichtbindenden Abstimmungen zu Vergütungsberichten als bei den bindenden Vergütungsabstimmungen.
Nach einer wesentlichen Steigerung in der GV Saison 2013 hat sich die durchschnittliche Stimmbeteiligung der Aktionäre an Generalversammlungen nur noch unwesentlich erhöht und bei knapp 70% eingependelt. Bei genauer Betrachtung zeigt sich , dass die Stimmbeteiligung von Minderheitsaktionären (Aktionäre, welche individuell weniger als 20% der Stimmrechte halten) seit der GV Saison 2013 um 50% gestiegen ist – von 40% im 2013 auf über 60 % in der aktuellen Saison. Diese Aktionärsgruppe steht Verwaltungsrat und Management generell weniger nahe als Grossaktionäre und nimmt daher eine eher kritische Haltung gegenüber diesen Organen ein . Emittenten stehen also vor der Herausforderung , dieser anzahlmässig grossen und in der Tendenz heterogenen , aktiver werdenden Masse , bestehend aus privaten und institutionellen Investoren, die nötigen Informationen in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen.
NZZ zur AHV plus-Initiative
Die NZZ geht detailliert auf die AHV plus-Initiative des SGB ein und diagnostiziert bei den Unterstützern “fortgeschrittenen Realitätsverlust”. Im Kommentar von Helmut Stalder heisst es:
Als die AHV 1948 eingeführt wurde, lag die Lebenserwartung der Männer im Schnitt bei 66,4 Jahren, die der Frauen bei 71 Jahren. Mittlerweile ist sie bei 80 und 85 Jahren angelangt. Damit dehnte sich die Bezugsdauer der Renten aus. 1948 hatte ein 65-Jähriger 12,4 Rentenjahre vor sich, eine 65-Jährige 14 Jahre. 2035 werden es bei den Männern 21,4 und bei den Frauen 24,4 Ruhestandsjahre sein. Bei der Einführung der AHV kamen noch rund sechs Erwerbstätige für einen Rentner auf. 1980 betrug das Verhältnis vier zu eins, und in wenigen Jahren wird es zwei zu eins betragen.
Aus dem Lot gerät die Altersvorsorge also, weil das System nicht auf das veränderte Verhältnis von Aktiven und Rentnern reagiert. Bisher konnte es über die Jahre nur deshalb einigermassen stabilisiert werden, weil viele Arbeitskräfte zuwanderten, weil die steigende Produktivität höhere Löhne und damit mehr AHV-Einnahmen brachte und weil der Beitragssatz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhöht wurde. Zudem erhielt die AHV immer wieder zusätzliches Geld aus der Tabaksteuer, den Spielbankenerträgen und der Mehrwertsteuer. Und markant wurde das System durch die Erhöhung des Frauenrentenalters entlastet.
Die Sicherung der Renten für die Zukunft kann nur gelingen, wenn auf der einen Seite die Einnahmen und auf der andern Seite die Höhe und Dauer der Renten in Einklang gebracht werden. So unpopulär es klingt, die Lösung heisst: länger arbeiten, länger Beiträge einzahlen, später in Rente gehen – und geringere Renten in Kauf nehmen.
Blick sieht “Rentenmassaker”
pw. Offenbar befeuert mit nicht ganz verstandenen Daten aus dubiosen Quellen macht der Blick auf Panik wegen der Altersvorsorge 2020 – willkommene Unterstützung für den diesbezüglich nicht sehr wählerischen Gewerkschaftsbund. Es geht offenbar um die Dauer der geplanten Ausgleichszahlungen durch den Sicherheitsfonds, die aber nur für eine relativ kleine Minderheit von ca. 15 Prozent relevant sind. Wie üblich wird die Umwandlungssatzsenkung gleichgesetzt mit Rentenkürzung. Die notwendige Unterscheidung ist offenbar gewissen Medien nicht zuzumuten. Der SGB macht das Spiel munter mit. Zitiert wird Doris Bianchi:
«Die bürgerlichen Versprechungen, das Rentenniveau zu halten, sind Schnee von gestern», sagt Doris Bianchi vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Wer zwischen 1964 und 1974 geboren wurde, sei am stärksten betroffen. «Leute rund um 50 sind die Gelackmeierten.» Sie würden zur Verlierer-Generation mit Renteneinbussen in der 2. Säule von bis zu 13 Prozent. Selbst wenn man die AHV hinzurechne, falle ihre Rente deutlich tiefer aus.
Swisscom unter Beschuss
Das Vorhaben der Swisscom-PK Complan, nicht mehr zeitgemässe Ueberbrückungsrenten bei Frühpensionierungen zu streichen, hat die Gewerkschaften erbost. Sie spielen die Anpassung polemisch gegen die CEO-Entlöhnung aus. Die SDA schreibt dazu:
Bei der Swisscom gingen letztes Jahr rund 200 Mitarbeitende vorzeitig in Pension. Daraus ergeben sich Kosten von rund 12 Millionen Franken, wie der «SonntagsBlick» in seiner jüngsten Ausgabe schreibt. Gleichzeitig verbuchte die Swisscom 2015 einen Reingewinn von knapp 1,4 Milliarden Franken.
Das war ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Geschmälert wurde der Gewinn vor allem durch eine Busse der Eidgenössischen Wettbewerbskommission (Weko) von 186 Millionen Franken. Bis 2020 will die Swisscom Kosten um 300 Millionen Franken einsparen. Anfang Februar am Rand der Bilanzmedienkonferenz wurde bekannt, dass «im schlimmsten Fall» bis zu 700 Stellen gekürzt werden sollen.
«Es gibt keinen Zusammenhang mit der kommunizierten Personalreduktion und den Weko-Verfahren», sagt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Vielmehr gehöre es zu den Aufgaben des Stiftungsrats «angesichts der schwierigen Ausgangslage der Pensionskassen» allfällige Anpassungen zu prüfen. «Diese Diskussionen müssen unabhängig von der aktuellen Lohn-Diskussion geführt werden», sagt Schädeli.
Er verweist darauf, dass Complan in einem Vergleich der Umwandlungssätze mit anderen Pensionskassen «vergleichsweise hoch» liege. So gilt bei Complan ein Umwandlungssatz von 6,11 Prozent, bei der Pensionskasse der Post 5,85 Prozent oder bei der Kasse der SBB 5,22 Prozent. Bei den beiden Vergleichskassen werden nun ebenfalls Senkungen diskutiert. Bei der Complan soll der Umwandlungssatz auf 5,15 Prozent gesenkt werden.
Die Gewerkschaft stellt sich auf den Standpunkt, dass die Swisscom als Unternehmen des Service Public mit der Abschaffung der Überbrückungsrente und mit der Verschlechterung der Leistungen der Pensionskasse das Vertrauen ihrer Angestellten verspiele. Solange nicht Transparenz bei den Kaderlöhnen geschaffen werde, lehnt Syndicom jegliche Kürzungen ab. Armin Schädeli von der Swisscom betont mehrfach: «Entschieden ist noch nichts.»
Grand plaidoyer pour les retraites anticipées
On ne parle que de vie active à prolonger. Mais bien des entreprises cherchent surtout à la raccourcir. A quel prix?
How to Raise the Retirement Age for People Who Want to Work
Work can be tiring, all right. But how is it that people considered too old to sit at a desk are young enough to play 18 holes of golf?
These days, a lot of Americans are retiring while they still have years of good health in front of them. Given the increasing financial strain on Social Security and Medicare, some economists and politicians are contemplating putting a toe on the third rail of American politics: They’re asking whether the robust good health of so many senior citizens justifies further raising the eligibility ages for the programs.
The best evidence in favor: A National Bureau of Economic Research working paper summarized here shows that most Americans are healthy enough to work longer than they actually do.
Standesbegehren gegen Negativzinsen für Pensionskassengelder
Aus dem St. Galler Kantonsrat wurde ein Vorstoss für ein Standesbegehren eingereicht. Die Forderung: Vorsorgegelder sollen von Negativzinsen befreit werden.
In seinem Vorstoss, der vom Kantonsrat noch nicht behandelt wurde, schlägt der SVP-Kantonsrat eine Standesinitiative des Kantons St. Gallen vor. Der Inhalt: Beim Bund sollen Gesetze so geändert werden, dass unter anderem öffentliche und private Pensionskassen oder der AHV-Ausgleichsfonds von Negativzinsen ausgenommen werden.
Zum gleichen Thema wurden beim Bund bereits mehrere Vorstösse eingereicht. Unter anderem ist ein Postulat von Ständerat Pirmin Bischof (CVP, Solothurn) gutgeheissen worden, nach dem der Bundesrat in einem Bericht die volkswirtschaftlichen Folgen der Negativzinsen aufzeigen soll.
FuW: “Vorsorge ist einträglich für Finanzbranche”
Thomas Hengartner schreibt in der Finanz und Wirtschaft über die Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule. Er hält fest:
Beinahe ein Drittel des Bruttoanlageerfolgs der Vorsorgebranche ist im zurückliegenden Jahr durch Verwaltungsgebühren aufgezehrt worden. Die Finanzbranche verdient an der Vermögensbetreuung für die berufliche Vorsorge jährlich rund 4 Mrd. Fr.
Die im Pensionskassengeschäft aktiven Versicherer betreuen in den umfassenden Vorsorgelösungen für KMU-Kunden gut 170 Mrd. Fr. Spargelder. Diesen wurden nach Unternehmensangaben Verwaltungsgebühren von 0,2 bis 0,3% belastet. Die Verwaltung der zuletzt auf 770 Mrd. Fr. veranschlagten Gelder der Pensionskassen verursachte Verwaltungsgebühren von 0,51%, wie die Umfrage der ZKB-Tochtergesellschaft Swisscanto ermittelt hat.
Diese Kostenlast ist indes im Vergleich mit den Gebühren für Anlagen von Privatpersonen nicht sonderlich hoch. Anlagefonds, die ausgewogen auf Aktien und Anleihen diversifiziert sind, verrechnen Jahresgebühren von teils mehr als 1%.
Die in Pensionskassen versicherten Personen haben gemäss Swisscanto im Schnitt jährlich Kosten von 1100 Fr. zu tragen – das bei einem durchschnittlich anteiligen Vermögen von 170 000 Fr.
In der Kostensumme eingeschlossen ist ein Anteil für Administration und Betrieb, der je nach Grösse der Kasse recht unterschiedlich ausfällt. Der Skaleneffekt begünstigt in dieser Hinsicht die Vorsorgeeinrichtungen von Grossunternehmen und der öffentlichen Hand.
Den rund 4 Mrd. Fr., die Versicherer und Banken auf den Geldern der beruflichen Vorsorge verdienen, steht die Anlageleistung gegenüber. Die grosse Mehrheit der Pensionskassen erreichte im vergangenen Jahr gemäss Swisscanto-Umfrage eine Nettoperformance zwischen 0 und 2%. Der Mittelwert steht auf 1,1%.
In der Assekuranzbranche führend im BVG-Geschäft sind Swiss Life, AXA Winterthur, Baloise, Helvetia und Allianz Schweiz. Sie weisen für 2015 in diesem Geschäftsfeld eine Nettoperformance zwischen 1,2 und 2,9% aus.
PK-Vergleich 2016: Der Wettbewerb spielt
Der von Weibel Hess erstellte und in der SonntagsZeitung publizierte Vergleich unter den Sammelstiftungen kommt zu folgendem Fazit:
Der elfte umfassende Pensionskassenvergleich zeigte wiederum erhebliche Differenzen auf. Die Unterschiede beschränken sich aber nicht nur auf die Kosten, sondern zeigen sich bei allen von uns untersuchten Bereichen.
Das Wachstum der Kassen ist im Jahr 2015 hauptsächlich auf den anhaltende Druck auf firmeineigene Pensionskassen zurückzuführen, welche sich Sammelstiftungen angeschlossen haben. Die durchschnittlichen Verwaltungskosten der untersuchten Pensionskassen liegen über alle Pensionskassen bei durchschnittliche 360 Franken pro Person. Wobei die Verwaltungskosten des teuersten Anbieter drei Mal höher sind als jene der effizientesten Pensionskasse.
Auch wenn ein Betrieb mit der eigenen Pensionskassenlösung zufrieden ist, zahlt es sich aus, die Verträge periodisch zu überprüfen. Die Risiko- und Verwaltungskosten sind für Neuanschlüsse in den letzten Jahren massiv gesunken. Bestehende Kunden haben von diesen Prämiensenkungen nur teilweise profitiert.
Die unabhängigen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen haben im Jahr 2015 sehr unterschiedliche Anlageergebnisse erwirtschaftet. Die Renditen lagen zwischen -2.48 Prozent bis + 2.47 Prozent. Aufgrund der positiven Anlageergebnisse der letzten Jahre haben die meisten Pensionskassen ihre Zielreserven beinahe erreicht. Demzufolge konnten die Versicherten auch im 2015 bei vielen Kassen von einer höheren Verzinsung profitieren, als sie der Gesetzgeber vorschreibt. Jedoch gab es sehr grosse Unterschiede bei den einzelnen Kassen. So haben die Versicherten eine Verzinsung von 1.75 Prozent bis zu 5.00 Prozent erhalten. Zudem haben die Pensionskassen bei der Bestimmung ihrer Umwandlungssätze Spielraum. Auch dort zeigen sich erhebliche Unterschiede.
Zahlreiche firmeneigene Pensionskassen sowie jene der öffentlichen Hand haben ihre Umwandlungssätze bereits weit unter 6 Prozent gesenkt. Im Gegenzug wenden die teilautonomen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen noch immer vergleichsweise sehr hohe Umwandlungssätze an.
Die Vollversicherer senken die Umwandlungssätze für überobligatorische Guthaben in den nächsten Jahren schrittweise auf rund 5 Prozent. Ein Niveau welches sicherlich auch von deren Aufsicht gern gesehen wird. Letztlich müssen die Leistungsversprechen an die Rentner finanzierbar sein, denn eine einmal ausgerichtete Rente darf nach heutiger Rechtssprechung nicht gesenkt werden.







