FuW: Wie sich PKs absichern
Pensionskassen halten 30% des Vermögens in Aktien. Dividenden und Wertpotenzial werden geschätzt, die Korrekturphasen des Aktienmarkts jedoch gefürchtet.
SNB: Kein schwarzes Gold, kein Staatsfonds
Die Nationalbank hält bekanntlich nichts vom der Idee eines Staatsfonds analog jenem Norwegens. Das Öl der Skandinavier sei nicht gleichzusetzen mit dem harten Franken, betonte Thomas Jordan, Präsident der SNB an der GV erneut. In der NZZ wird das so zusammen gefasst:
Vergleiche etwa mit Norwegen, seien irreführend, sagte Thomas Jordan. Erdöl und andere geförderte Rohstoffressourcen würden ein Land wie Norwegen reicher machen, die Devisenreserven der Nationalbank hingegen seien nur der Gegenwert von aus geldpolitischen Gründen zusätzlich in Umlauf gebrachten Franken. Es müsse möglich bleiben, diese je nach geldpolitischer Lage dereinst auch wieder schnell zurückzunehmen. Wollte der Staat einen Teil der Devisenreserven der SNB übernehmen, müsste er diese von der SNB kaufen, was zu einer höheren Staatsverschuldung aber nicht zu mehr Reichtum führen würde. Höhere Gewinne könne im Übrigen ein Staatsfonds nur durch Eingehen höherer Risiken erzielen, wobei das Wechselkursrisiko nicht abgesichert werden könnte, ohne dass dadurch neuen Aufwertungsdruck auf den Franken entstünde. Für Jordan ist deshalb klar, dass ein Staatsfonds die Führung der Geldpolitik nur erschweren würde.
Tipps zur beruflichen Vorsorge
Die Vorsorge der zweiten Säule betrifft alle, trotzdem wissen viele nur wenig darüber Bescheid. Im Talk nennt cash-Pensionscoach Gabor Gaspar wichtige Punkte, der sich alle Vorsorgewilligen bewusst sein müssen.
Negativzinsen als Irrweg oder Ausweg?
In der NZZ berichtet Michael Ferber über die Diskussion an der Fachmesse 2. Säule über die Geldpolitik der Nationalbank. Dewet Moser rechtfertigte sie und relativierte die Kritik der Pensionskassen, Olaf Meyer (Profond) griff sie an. Ferber schreibt:
Dewet Moser, stellvertretendes Mitglied des SNB-Direktoriums, rechtfertigte die Einführung von Negativzinsen durch die Notenbank als «unumgänglichen Entscheid», um die Überbewertung des Frankens zu bekämpfen. Die direkte Negativzins-Last für die Pensionskassen bezeichnete er hingegen als beschränkt. In diesem Zusammenhang werden oft Kosten in Höhe von maximal 400 Mio. Fr. pro Jahr genannt. Die Negativzinsen seien ohnehin nicht die grösste Sorge der Pensionskassen, sagte Moser. Faktoren wie die steigende Lebenserwartung und politische Parameter wie der BVG-Mindestzinssatz und der BVG-Mindestumwandlungssatz seien mindestens so gewichtig, wenn nicht entscheidend. Eine gute Nachricht sei aber, dass der Realzins immer noch positiv sei. Es finde also keine Enteignung der Sparer statt. (…)
Neue BVV2-Anlagevorschriften: alles klar?
In Expert-Focus 16/5 haben Erich Meier und Silvan Loser (KPMG) die neuen BVV2 Anlagevorschriften unter die Lupe genommen. Diese wurden ausgelöst durch die Erfahrungen der Finanzkrise 2008. Überraschende Verluste aus nichttraditionellen Forderungen und Ausfälle von Gegenparteien bei der Wertschriftenleihe legten Mängel offen. Aber die neuen Vorschriften werfen neue Fragen auf und stellen Umsetzungsprobleme. Meier und Loser schreiben:
Schwierigkeiten in der Umsetzung bietet in erster Linie die Abgrenzung zwischen traditionellen Forderungen und alternativen Anlagen. Die Grenzziehung ist hier in verschiedenen Fällen nicht eindeutig. Dies akzentuiert sich dadurch, dass die in der BVV 2 stipulierten Abgrenzungskriterien sonst nirgends auf der Welt zur Anwendung gelangen und die internationale Finanzindustrie daher nicht darauf vorbereitet ist. Aufgrund der unterschiedlichen Auslegungs- und Interpretationsmöglichkeiten ergibt sich für die Vorsorgeeinrichtungen ein gewisser Spielraum in der Anwendung. Dem Prüfer kommt hierbei mitunter die Funktion eines Schiedsrichters zu, der beurteilen muss, ob mit der Ausnützung des Spielraums die gesetzlichen Vorgaben noch eingehalten sind oder nicht.
Wachsende Risikobereitschaft
Eine internationale Studie des globalen Vermögensverwalters State Street zeigt: Mehr als ein Drittel der befragten Pensionsfonds-Manager verfolgt eine risikofreudige Anlagestrategie, um mit höheren Renditen Finanzierungslücken ihrer Vorsorge-Einrichtungen zu schliessen, berichtet finews.
Im Gegensatz dazu: Knapp die Hälfte der Befragten tendiert zu einem risikoarmen Ansatz, und fast jeder Fünfte behält sein aktuelles Risikoprofil bei.
“Be Afraid, Be Very Afraid …
… if You’re Investing for the Long Run”, ist der Artikel bei Bloomberg über die langfristigen Anlageaussichten überschrieben. Er basiert auf einer McKinsey-Studie. Eine analoge Untersuchung hat das BSV 2014 mit Blick auf die Altersvorsorge 2020 bei der BAK in Auftrag gegeben. Sie kommt im Grunde zu ähnlichen Resultaten wie McKinsey. Im Bericht zur McKinsey Studie heisst es:
Turning 30 just got a lot scarier. A coming collapse in investment returns means that people that age today will have to work seven years longer or save almost twice as much to end up with the same nest egg as those of roughly a generation ago.
So says the research arm of McKinsey & Co. in a new report that argues that investors of all ages need to resign themselves to diminished gains. The consulting company maintains that the last 30 years have been a “golden era” of exceptional inflation-adjusted returns thanks to a confluence of factors that won’t be repeated. They include falling inflation and interest rates, swelling corporate profits and an expanding price-earnings ratio in the stock market.
PK-Biennale und allerhand Gastronomisches
Alle zwei Jahre versammelt die Fachmesse 2. Säule die Prominenz der beruflichen Vorsorge entweder in Lausanne oder Zürich. Dieses Jahr war wieder Zürich dran. Erwartet werden 2200 Besucher oder auch mehr, um sich nicht nur über den Markt im Vorsorgehaupt- und Nebengewerbe zu orientieren, sondern auch um sich wissensmässig in Workshops, Arenen und bei heissen Stühlen auf den neusten Stand zu bringen. Das ist schweisstreibend und kostet Energie, welche die Anbieter mit allerhand Kulinarischem zu ersetzen sich anerbieten. Wir haben aus dem reichhaltigen Angebot ein paar Müsterli gesammelt.
Guckt hier Heidi persönlich aus der Alphütte? Es dürfte jedenfalls schwer sein, der Einladung zu widerstehen.
Rot durchgestrichen ist alles, was es bei der PKRück nicht gibt. Wer also Sirup, Ovi, Campari und Red Bull will, ist hier falsch. Quasi vermutlich.
D: Rentenpläne belasten die Jungen
Die Regierung Deutschlands beschenkt die Rentner mit einem deutlichen Plus. Bezahlen muss dafür die junge Generation: Entweder steigen die Rentenbeiträge oder aber das Renteneintrittsalter.
NZZ: Mythos Rentenalter
Die Schweiz kommt um eine Diskussion über die Erhöhung des Rentenalters nicht herum. Laut Gegnern wie Sozialminister Berset wäre der Arbeitsmarkt nicht bereit. Doch die Erfahrung zeigt etwas anderes.
BS: Pensionskasse reisst Loch in Uni-Kasse
Ein Minus von 16,4 Millionen musste die Universität Basel im Rechnungsjahr 2015 verzeichnen. Was auf den ersten Blick dramatisch wirkt, kann einfach erklärt werden: «Dieser negative Betrag hängt fast ausschliesslich mit dem Pensionskassen-Ausgleich zusammen», erklärt Verwaltungsratsdirektor Christoph Tschumi. Einen einmaligen Betrag von 15,2 Millionen Besitzstandkosten musste die Uni überweisen. Dies führte dann primär zum aussergewöhnlich grossen Loch von 16,4 Millionen bei einem Gesamtaufwand von 745,1 Millionen Franken. Im Jahr zuvor konnte die Uni noch ein Plus von 6,7 Millionen ausweisen. Der Pensionskassen-Ausgleich hatte auch bei den Personalkosten einen Mehraufwand von 28,4 Millionen zur Folge.
SNB: Auf dem Weg zum Staatsfonds?
Die Nationalbank-Politik hat in mehrfacher Hinsicht und intensiv Auswirkung auf die Altersvorsorge. Zur Erhöhung ihrer Flexibilität und Effizienz vor allem bezüglich der Wechselkurspflege wurde auch an dieser Stelle verschiedentlich der Vorschlag eines Staatsfonds erörtert.
Ueli Mettler, Partner bei c-alm, hat im Magazin “10×10” die aktuelle Entwicklung bei der SNB untersucht. Er hat selbst schon vor einem Jahr einen Vorschlag skizziert, wie die SNB-Bilanz mit der Ausgliederung eines Staatsfonds im Umfang von rund 500 Mrd. Franken erleichtert werden könnte. Entsprechende Überlegungen – auch im Rahmen des Vorsorgeforums – wurden von der SNB aber stets als undurchführbar zurückgewiesen. Nun scheint sich aber – hinter den Kulissen – ein gewisser Sinneswandel abzuzeichnen.
Die Bilanzsumme hat sich im Februar gegenüber dem Vorjahr von 569 auf 642 Mrd. Franken erhöht. Gleichzeitig hat sich die Zusammensetzung deutlich verändert. Definiert man «risikolose» Anlagen als Anleihen mit der bestverfügbaren Kreditqualität (AAA), so sank ihr Anteil zwischen Ende 2010 und Ende 2015 von 73 auf 50%. Aktien machen aktuell 18% der Anlagen aus. Dazu Mettler: “Man darf schlussfolgern, dass sich auf der SNB-Bilanz im Stillen bereits ein «Staatsfonds» eingenistet hat.
GV der PK-Experten wählt neuen Präsidenten
Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten SKPE hat am 21. April 2016 ihre 46. Generalversammlung in Bern abgehalten. Die SKPE wurde 1970 gegründet, mit dem Ziel die berufliche Vorsorge weiter zu entwickeln und den Mitgliedern eine gemeinsame Plattform zur Interessensvertretung zur Verfügung zu stellen.
Nach Ablauf der Amtszeit von Stephan Wyss (Prevanto AG), wurde Pascal Renaud (Bild unten) von der Generalversammlung in den Vorstand gewählt. Olivier Kern übernimmt turnusgemäss für zwei Jahre das Präsidium der SKPE als Nachfolger von Martin Wagner.
Der Vorstand setzt sich nach der Generalversammlung wie folgt zusammen: Präsident: Olivier Kern, Pittet SA, Bern (oberes Bild). Mitglieder: Martin Wagner, Pensionskasse der Credit Suisse Group (Schweiz), Zürich Benno Ambrosini, Libera AG, Zürich, Pascal Renaud, Toptima AG, Aarau
Die Generalversammlung hat eine Änderung der Fachrichtlinien FRP 5 » Mindestanforderungen an die Prüfung der Vorsorgeeinrichtung gemäss Art. 52e Abs. 1 BVG» verabschiedet, mit dem Ziel, den Mindestinhalt der versicherungstechnischen Gutachten zu vereinheitlichen. Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten zählt 199 Mitglieder.
CS PK-Index 1. Quartal 2016
Im Berichtsquartal nahm der Index um 0,49 % resp. um 0,75 Punkte ab und liegt per 31. März 2016 bei 152,92 Punkten, ausgehend von 100 zu Beginn des Jahres 2000. Nach einem schwachen Start im Januar (–0,94 %) und Februar (–0,64 %) gab es im März erste Anzeichen für eine Erholung des Index (1,10 %). Dennoch vermochte die solide Performance im März die negativen Vormonate nicht wettzumachen.
Der grösste Anteil am Rückgang des Credit Suisse Pensionskassen Index ist der Anlageklasse Aktien zuzuordnen. So haben im Berichtsquartal hauptsächlich die Aktien Schweiz (–1,02 %) und die Aktien Ausland (–0,59 %) zum negativen Resultat beigetragen, gefolgt von den Alternativen Anlagen (–0,09 %). Demgegenüber haben im ersten Quartal die Anlageklassen Obligationen Schweiz (0,48 %), Immobilien (0,43 %), Liquidität (0,21 %), Obligationen Fremdwährungen (0,07 %) sowie Hypotheken (0,03 %) einen positiven Beitrag geleistet.
Der Indexstand der BVG-Mindestverzinsung (seit Januar 2016 1,25 % p. a.) stieg im Berichtsquartal, ebenfalls ausgehend von 100 zu Beginn des Jahres 2000, um 0,47 Punkte (resp. 0,31 %) auf den Stand von 149,20. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt somit im Berichtsquartal 0,80 % unter der BVG-Vorgabe.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 1. Januar 2000) beträgt per 31. März 2016 2,65 %. Demgegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, die bei 2,49 % liegt.
WAK-N will Abschaffung aller Stempelabgaben
Die parlamentarische Initiative 09.503 verlangt, die noch verbleibenden Stempelabgaben abzuschaffen. Eine erste Vorlage, die im Rahmen dieser Initiative separat ausgearbeitet wurde und die Abschaffung der Emissionsabgabe auf Eigenkapital betrifft, ist derzeit in der WAK-S hängig; eine zweite inhaltlich identische Vorlage ist in der WAK-N im Rahmen der USR III hängig.
Bei einer dritten Vorlage, die nun innerhalb des Geschäfts 09.503 in der WAK-N erarbeitet worden ist, geht es um die Abschaffung der weiteren noch verbleibenden Stempelabgaben, das heisst der Umsatzabgabe und der Versicherungsabgabe.
Die Kommission hat sich mit 14 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen für diesen Vorentwurf ausgesprochen. Die Mehrheit ist der Auffassung, diese Vorlage sei nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes zu gewährleisten. Die Minderheit beantragt, die Initiative abzuschreiben, da diese Vorlage massive finanzielle Einbussen nach sich ziehe, für die keine Kompensationen vorgesehen seien.
Die Kommission wird in einer der nächsten Sitzungen die Vorlage für das Vernehmlassungsverfahren bereinigen und über das weitere Vorgehen entscheiden.





