Thurnherr zu Aon Hewitt
Wie bereits gemeldet, verlässt Willi Thurnherr Mercer. Seine neue Arbeitgeberin ist gemäss einer Medienmitteilung Aon Hewitt. Diese schreibt:
“Das Pensionskassenberatungs- und HR-Outsourcing-Unternehmen Aon Hewitt gibt die Berufung von Dr. Willi Thurnherr zum neuen CEO für die Schweiz bekannt. Er tritt sein Amt am 1. Oktober 2015 an.
Willi Thurnherr kommt von Mercer, wo er während den letzten elf Jahren als CEO in der Schweiz das Geschäft mit Benefits Administration, Actuarial sowie Investment und Brokerage Consulting verantwortete und den Bereich Pensionskassendienstleistungen leitete. Zuvor hatte er Führungspositionen bei der Rentenanstalt / SwissLife und der Basler Versicherungsgesellschaft inne, nachdem er an der Universität Bern zum Dr. phil nat. in Mathematik promovierte. Er leitet die “Arbeitsgruppe Internationale Rechnungslegung” der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten.”
D: Urteil zur Besteuerung von Kapitalleistungen an Grenzgänger
Der deutsche VIII. Senat des BFH hat sich in vier Urteilen mit der Besteuerung von Kapitalleistungen befasst, die deutsche Steuerpflichtige, die in Deutschland wohnen, aber in der Schweiz gearbeitet haben bzw. noch arbeiten (sog. Grenzgänger), im Rahmen der schweizerischen beruflichen Altersvorsorge beziehen.
Nach dem Urteil ist eine Kapitalabfindung, die einem ehemaligen Grenzgänger von seinem privaten Arbeitgeber im Jahr 2005 – nach Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes vom 5. Juli 2004 – zur Abfindung seines obligatorischen und überobligatorischen Rentenanspruchs gegen die Pensionskasse geleistet wird, nur insoweit als "andere Leistung" aus einer gesetzlichen Rentenversicherung zu besteuern, als die Kapitalleistungen aus dem Obligatorium erfolgen. Die darüber hinausgehenden Kapitalleistungen aus dem Überobligatorium der Pensionskasse sind aufgrund des privatrechtlichen Vorsorgeverhältnisses für die inländische Besteuerung eigenständig zu beurteilen.
Entsprechend dieser grundlegenden Unerscheidung zwischen Kapitalleistungen aus dem Obligatorium und dem Überobligatorium ordnete der VIII. Senat einen sog. Vorbezug aus der Pensionskasse eines privatrechtlichen Arbeitgebers an einen (erwerbstätigen) Grenzgänger zur Förderung des Erwerbs von Wohnraum teilweise als steuerpflichtige "andere Leistung" als steuerfreie Auszahlung aus einer Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht ein.
“PK Fitness-Barometer” von Büttner & Partner
Das in den AWP-Nachrichten vorgestellte Rating für Pensionskassen Büttner & Partner (s. BVG-Aktuell) wurde anhand erster Beispiele konkretisiert und an der AWP-Tagung in Bern vorgestellt. In einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der AWP-Nachrichten heisst es dazu: “Das PK-Rating lässt sich durch die Darstellung im Spinnennetz intuitiv begreifen: Je grösser die von den vier Faktoren – finanzielles Polster (F), strukturelle Resilienz (S), organische Stärke (O) und Leistung (L) – eingegrenzte Fläche, desto besser ist das PK-Rating insgesamt.
Das Gesamtrating für die ASGA Pensionskasse per Jahresende 2014 beträgt 6,4 (Vorjahr: 6,2). Es ergibt sich aus den vier Faktoren F, S, O und L (FSOL-Modell). Die Ausgangsbasis für den Faktor F Finanzielles Polster ist der homogenisierte Deckungsgrad, der sich im Fall ASGA im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozentpunkte auf knapp 116% verbessert hat.
«Dank der guten Performance, insbesondere der globalen Aktienmärkte, konnte die ASGA, so wie praktisch alle Pensionskassen, ihr finanzielles Polster im Jahr 2014 deutlich verbessern», sagt Pensionskassen- und Finanzexperte Stephan Büttner. Liegen die Umwandlungssätze beziehungsweise die daraus ableitbaren impliziten Zinsversprechen über den finanzökonomisch neutralen Niveaus, so führt dies zu vorprogrammierten Pensionierungsverlusten für die Kasse, welche letztlich zu Lasten der aktiven Versicherten gehen. Im PK-Rating.ch wird dem durch entsprechende Punktabzüge beim Faktor F Rechnung getragen. Im Gesamtrating ist das finanzielle Polster mit Abstand der wichtigste der vier Faktoren und wird deshalb dreifach gewichtet. (…)
Ein deutlich anderes Bild ergibt sich im für die Pensionskasse SBB. Die organische Stärke (die im Gesamtmodell freilich das geringste Gewicht hat) ist bei dieser Kasse überdurchschnittlich gut. «Der O-Wert von 6,5 ergibt sich aus der Grösse der Kasse, welche hohe Skaleneffekte und eine extrem kosteneffiziente Verwaltung ermöglicht. Aber: Die Kasse ist 2014 im Vergleich zu den Vorjahren kaum mehr gewachsen, weshalb sich der hohe O-Wert von 7,1 im Vorjahr auf 6,5 verschlechtert hat», kommentiert Büttner.
Den grössten Schwachpunkt der Pensionskasse SBB sieht der Analytiker bei der strukturellen Resilienz. Auf Grund der starken Rentnerlastigkeit und dem damit einhergehenden negativen Cashflow ist eine Selbstheilungsfähigkeit der Kasse von innen heraus nicht gegeben. Und auch beim Subfaktor Sanierbarkeit von aussen sieht es düster aus: Da das Aktivensparkapital derzeit ohnehin nur zum BVG-Mindestzinssatz von 1,75% (2013: 1,5%) verzinst wird, und das Aktivenkapital beziehungsweise die Lohnsumme in Relation zum Gesamtkapital der Kasse sehr klein sind, ist eine Sanierung durch Minderverzinsung oder zusätzliche Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge kaum möglich. Für das Gesamtrating der PK SBB ist der Faktor S von grosser Bedeutung, weil das finanzielle Polster bei einem (homogenisierten) Deckungsgrad von knapp über 100% immer noch sehr dünn ist – trotz der massiven Verbesserung der letzten Jahre. Daher hat dieser Faktor im variablen Skalierungsmodell ein relativ hohes, rund 2,5-faches Gewicht.”
Thurnherr verlässt Mercer
IPE schreibt in einer Meldung: Willi Thurnherr, head of retirement at Mercer in Switzerland, will be leaving the consultancy on 30 September. He had been in this position since 2007 and is rumoured to be joining another international consultancy in Zurich.
Catherine Schoendorff, chief executive at Mercer Switzerland, is to head the retirement business on an interim basis. She confirmed to IPE that the consultancy was “looking into internal and external options” to replace Thurnherr. “We are sure we will be able to present a successor shortly,” she added. Further, Schoendorff stressed that Switzerland would remain a “market of great importance and a major growth opportunity” for Mercer. Schoendorff herself had been named country head of Mercer Switzerland in January this year.
WSJ: Hedge-Fund Bet Hits Pensions
U.S. companies from Ford Motor Co.to supermarket chain Kroger Co.have boosted their pension plans’ bets on hedge funds, a shift that left many of them on the short end of a stock-market rally.
Large corporate pension funds have quadrupled the share of their portfolios invested in hedge funds over the past five years, according to an analysis of about 300 firms in the S&P 500 by Wilshire Consulting. During that period, those pensions have lagged behind the performance of the broader stock market in every year but one, according to Wilshire. Their return of 9.7% in 2014 was below 13.7% for the S&P 500, including dividends.
“There’s certainly regret,” said Jim McKee, head of hedge-fund research at Callan Associates Inc., which advises pension funds. “The last five years have been disappointing for pensions invested in hedge funds.”
Schaffner zur comPlan
Die Swisscom macht einen Pensionskassen-Experten zum neuen Leiter ihrer Vorsorgestiftung. Der neue Mann hatte auch ein kurzes Gastspiel bei der UBS. Dabei handelt es sich um Urs Schaffner (Bild). Er übernimmt per Anfang Oktober 2015 die Leitung der Vorsorgestiftung comPlan, der Pensionskasse der Schweizer Swisscom, wie das Fachmagazin «Insitutional Money» berichtete.
Schaffner folgt bei der comPlan auf André-Pierre Schmidt, der sich nach fünf Jahren entschieden hat, sich beruflich neu zu orientieren. Er wird die Geschäftsführung voraussichtlich noch bis Ende Juni 2015 innehaben.
Der 53-Jährige Schaffner kommt von der Pensionskasse der Sulzer, deren Leiter er war. Vor seiner Tätigkeit bei der Sulzer-Pensionskasse war Schaffner bis Mitte 2010 Geschäftsführer der Pensionskasse der UBS, wo er allerdings nur ein halbes Jahr blieb.
Der Neuzugang ist promovierter Politologe (Internationale Beziehungen), diplomierter Pensionsversicherungsexperte und CFA. Er hat mehrere Standardwerke zur Führung von Pensionskassen publiziert.
“Geschlechtergraben in der Vorsorge”
Von den total 52 Milliarden Franken Altersrenten bekommen die Männer 29 Milliarden und die Frauen 23 Milliarden.
Jedes Jahr bezahlen unsere Vorsorgewerke Altersrenten in der Höhe von über 50 Milliarden Franken. Wie viel davon erhalten die Frauen, wie viel die Männer? Eine Analyse der Migros-Bank zeigt: Es besteht eine beträchtliche Differenz. Und der Graben wird nur langsam kleiner. Beim grösseren der beiden Töpfe, bei der AHV, fliessen von den 32 Milliarden Franken an Altersrenten 58 Prozent an die Frauen (siehe Grafik). Der wichtigste Grund für die weibliche Dominanz ist die höhere Lebenserwartung: Sie leben im Schnitt drei Jahre länger. Weil die erste Säule im Umlageverfahren finanziert wird, profitieren die Frauen zudem von den höheren Lohnbeiträgen der Männer.
Komplett gegensätzlich sind die Gewichte in der zweiten Säule verteilt: Hier gehen stattliche 78 Prozent der Altersrenten an die Männer und nur gerade 22 Prozent an die Frauen. Wie lässt sich diese Ungleichheit erklären? In der beruflichen Vorsorge ist die Rente abhängig von der Höhe der geleisteten Einzahlungen, wobei der Arbeitgeber mindestens die Hälfte davon übernimmt. Der deutlich geringere Anteil der Frauen ist somit ein Spiegelbild der tieferen Erwerbsquote sowie des tieferen Durchschnittslohns. Dieser Graben schliesst sich zwar, aber nur langsam: Vor zehn Jahren bekamen die Frauen erst 18 Prozent der ausbezahlten Renten.
Blog Migros-Bank / Vorsorge-Tipps für Frauen / Tages-Anzeiger
Vergleich der Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen
Zum zehnten Mal in Folge hat die SonntagsZeitung in Zusammenarbeit mit der Weibel Hess & Partner einen umfassenden Vergleich unter den offenen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen durchgeführt. Dabei wurden teilweise beträchtliche Differenzen ermittelt. Zu den Ergebnissen wird festgestellt: “Der Wettbewerb unter den Pensionskassenanbietern spielt weiterhin voll. Ein guter Zeitpunkt für jedes KMU, die bestehende Pensionskassenlösung zu überprüfen. Nebst den Kosten gilt es aber weitere Faktoren zu berücksichtigen, um die für den Betrieb individuell optimale Vorsorgelösung zu finden.” Zu den einzelnen Ergebnissen heisst es:
“Das Wachstum der Kassen ist im Jahr 2014 hauptsächlich auf den anhaltende Druck auf firmeineigene Pensionskassen zurückzuführen, welche sich Sammelstiftungen angeschlossen haben. Die durchschnittlichen Verwaltungskosten der untersuchten Pensionskassen liegen bei rund 360 Franken pro Person. Wobei die Verwaltungskosten des teuersten Anbieter fast 60% höher ausfallen als der Durchschnitt.
Die unabhängigen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen erzielten im Jahr 2014 Anlagerenditen die mit wenigen Ausnahmen klar über der langfristigen Zielrendite von 2.5 %bis 5.0% liegen. Da aber die Pensionskassen die Anlageüberschüsse zur Stärkung ihrer Reservepolster verwendeten, mussten sich die meisten Versicherten mit der gesetzlichen Minimalverzinsung von 1.75% zufrieden geben. Durchschnittlich resultiert bei der Verzinsung trotzdem ein erheblicher Unterschied. So haben die Versicherten im Zehnjahresvergleich bei der Pensionskasse mit der höchsten Verzinsung durchschnittlich 3.23% erhalten. Die geringste Verzinsung hingegen lag bei lediglich 1.98%. Zudem sind die Pensionskassen bei der Bestimmung des Umwandlungssatzes im überobligatorischen Bereich frei. Auch dort zeigen sich erhebliche Unterschiede.”
pw. Der Vergleich wird auf dem Markt stark beachtet, aber nicht überbewertet. Es ist nicht auszuschliessen, dass für den Vergleich teilweise günstigere Bedingungen gelten als für echte Offerten. Jedenfalls scheint das die Einschätzung in Broker-Kreisen zu sein. Dort wo objektive Daten in den Vergleich einfliessen, ergeben sich aber wertvolle Vergleichsmöglichkeiten.
Update. Man darf aber auch gegenüber den sog. objektiven Daten skeptisch sein. Bspw. bei den angegebenen Diskontsätzen für die Übernahme von Rentnerbeständen. Hier werden Zinssätze zwischen –0,5% (Swiss Life) und 3,5% (Coopera) angegeben. Wobei die 3,5% wohl nicht ganz ernst gemeint sein dürften. Auch die 3% bei der Asga haben sich bei Nachfrage nicht bestätigt. Real sind es 2%.
Negativzinsen: Banken ziehen Schraube an
Nachdem die Banken sich nach dem Negativzins-Entscheid vom 15. Januar zuerst abwartend verhalten haben, überwälzen sie nun die Belastung (und mehr) zusehends auf die Kunden, insbesondere Versicherungen und Pensionskassen. Charlotte Jacquemart schreibt in der NZZ am Sonntag: Der Anlagechef der Mobiliar, Sven Rump, erklärt gegenüber der "NZZ am Sonntag": "Wir sind zum ersten Mal vor rund sechs Wochen mit der Nachricht konfrontiert worden, dass wir 3% Strafzinsen bezahlen müssen." Natürlich habe man das Geld so schnell wie möglich abgezogen beziehungsweise versucht, kurzfristig woanders anzulegen.
Auf der Pressestelle der UBS verteidigt man die prohibitive Negativverzinsung als Vorsichtsmassnahme, die nicht flächendeckend gelte. Zudem nennt es die UBS Guthabengebühr. Sprecherin Karin Aquilino umschreibt das so: "Die ausserordentlichen Marktbedingungen in Kombination mit verschärften regulatorischen Vorschriften in Bezug auf die Liquiditätshaltungspflicht von Banken haben uns veranlasst, eine individuelle Guthabengebühr für grosse Kontobestände von Firmen und institutionellen Kunden einzuführen." Grund für die rekordverdächtigen minus 3% ist demnach nicht nur das Negativzinsen-Regime der SNB, sondern auch die sogenannte Mindestliquiditätsquote im Rahmen der Bankenregulierung Basel III. (…)
Der Anlagechef der Mobiliar weiss um die verschärften Eigenkapitalanforderungen für Banken. Rump sagt: "Geld ist nicht mehr gleich Geld. Bestimmte Kundengelder sind für Banken nicht mehr interessant. Das gilt vor allem für sogenannt nichtoperatives Kapital von Pensionskassen und Versicherungen, das im Krisenfall schnell abgezogen werden kann." Weil Banken solches Kapital kaum mehr bewirtschaften können, versucht man, sich das Geld vom Leibe zu halten. "Die Leidtragenden sind die Versicherten, welche die Rechnung letztlich begleichen", sagt Rump. Er ortet zudem noch eine zusätzliche Verzerrung: Weil die Privaten an den meisten Orten noch keine Strafzinsen aufgebrummt bekämen, finde auch eine Quersubventionierung von Privatanlegern durch Pensionskassen und Versicherungen statt. (…)
Die UBS ist allerdings nicht die einzige Bank, welche die Schraube anzieht. Auch die Credit Suisse (CS) habe aufgrund der derzeitigen Entwicklung bei institutionellen Kunden und grossen Firmenkunden eine Guthabenkommission eingeführt, sagt CS-Sprecherin Daniela Häsler auf Anfrage. "Die Kunden werden diesbezüglich individuell informiert." Über die Höhe der Kommission schweigt sich die CS allerdings aus. Die Zürcher Kantonalbank bleibt vorerst bei den minus 0,75% – verweist aber ebenfalls auf die neuen Liquiditätsregeln, die nichtoperative Gelder von Grosskunden unattraktiv machen würden. Die Bankiervereinigung hatte unlängst in einem Positionspapier ebenfalls vor genau diesem Effekt gewarnt.
Zur Kasse gebeten werden nicht nur Versicherungen, sondern auch Pensionskassen. Und dies in zunehmendem Masse, erzählen Chefs von grossen Kassen. Zum Beispiel Stefan Beiner, bei Publica verantwortlich für die Anlage von rund 40 Mrd. Fr. Beiner sagt: "Wir beobachten grundsätzlich, dass bei den meisten Instituten die Negativzinsen noch negativer werden und/oder aber die Freigrenzen gesenkt werden." Beiner hält es für stossend, wenn Banken mehr als die übliche Marge von 0,25% auf den negativen Satz der SNB schlagen. Gemessen daran wäre -1% das Ende der Fahnenstange. (…)
Auch Thomas Schönbächler, der die Zürcher Pensionskasse BVK führt, spricht von härter werdenden Verhandlungen mit Banken über die Höhe der negativen Verzinsungen. "Das aktive Cash-Management ist in allen Kassen sehr wichtig und auch schwierig geworden", so der BVK-Chef. Kein Hehl aus seinem Missmut macht Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbandes Asip. Er hat Kenntnis von den neuen, hohen, Belastungen und hält sie für nicht korrekt. Konrad sagt: "In der Tat ist das der reinste Skandal, denn Banken die so handeln, bedienen sich schamlos auf dem Buckel der Pensionskassen und ihrer Versicherten." Die Pensionskassen würden zwar Alternativen prüfen. Aber Konrad meint: "Es darf nicht sein, dass Banken auf Kosten der Pensionskassen noch ein Geschäft mit der überhöhten Weitergabe der negativen Zinsen machen."
The Fossil Fuel Divestment Movement
Norway this month became an unlikely leader in a growing social movement: persuading investors to sell their stock in fossil fuel companies.
In Norway’s case, its $890 billion pension fund — the largest sovereign wealth fund in the world — will begin divesting itself of its stakes in coal companies. The move, approved by Parliament on June 5, offered a powerful endorsement of a tactic its backers say has the potential to reduce carbon consumption and in that way limit harmful greenhouse gas emissions.
The fossil fuel divestment movement, begun on the campus of Swarthmore College in Pennsylvania in 2011, has gathered force in only four years. AXA, the French insurance group, said it would sell $560 million in coal investments. The Rockefeller family said its enormous philanthropic arm would sell fossil fuel investments, starting with coal. And the endowments of several universities, including Stanford and Syracuse, have purged coal company stocks.
CFA: Kritik an den PK-Beratern
finews.ch berichtet von der Tagung der CFA-Society Switzerland, an welcher Kritik an der Beraterbranche laut wurde (s. “Berater und Narrengold”). Finews schreibt dazu:
Im Rahmen der von ihr organisierten Swiss Pensions Conference legte die CFA Society den Finger ausgerechnet auf einen besonders heiklen Punkt: Die Rolle von Beratungsfirmen wie etwa PPCmetrics, Ecofin oder Complementa, die gemeinhin als «Torwächter» zwischen den Kassen-Stiftungsräten und der Welt der Vermögensverwalter fungieren.
Die Herausforderungen an die Schweizer Pensionskassen und damit auch die Anforderungen an die Stiftungsräte stiegen, stellt die CFA Society fest. Die Rolle der Berater werde damit wohl noch bedeutender. Entsprechend müsse die Vergabe von Mandaten noch effizienter und interessenneutraler erfolgen, als es derzeit der Fall sei.
«Eine Untersuchung mit Daten von 2009 bis 2011 ergab, dass weltweit führende Berater bei der Selektion der Anlagemanager im Schnitt keinerlei Mehrwert erzielten, sondern eher das Gegenteil», warnt die CFA Society.
Gegenüber finews.ch sagte Christian Dreyer (Bild), Geschäftsführer der CFA Society Switzerland: «Die Resultate der Studie lassen sich zwar nicht telquel auf den Schweizer Markt übertragen. Aber ich sehe keinen Grund, warum die Tendenz hierzulande nicht ähnlich sein sollte.» (…)
Doch die CFA Society fährt noch wesentlich schwereres Geschütz auf: Sie wirft der Berater-Zunft in der Schweiz gar potenziell «inakzeptable Interessenskonflikte» vor. Denn weiterhin sei es den Beratern hierzulande erlaubt, Anlagen und Vermögensverwalter zu empfehlen und gleichzeitig das Investmentcontrolling auszuführen.
«Der Interessenskonflikt, dass Berater Investmentmanager auswählen und diese Wahl gleich selber kontrollieren, besteht meines Wissens allein in der Schweiz», doppelt Dreyer auf Anfrage nach. In anderen wichtigen Märkten seien diese Aufgaben auf verschiedene Anbieter verteilt. «Umso wichtiger ist es, dass sich die hiesigen Pensionskassen dieses Interessenkonflikts bewusst sind und ihn beseitigen», fordert der CFA-Geschäftsführer. Immerhin werde das in der Schweiz inzwischen von den grossen Vorsorgeeinrichtungen erkannt.
UBS PK-Barometer 05/2015
Für die Schweizer Pensionskassen resultierte im Mai 2015 performancemässig im Mittel eine rote Null. Die kleineren Vorsorgeeinrichtungen mit einem Gesamtvermögen unter CHF 300 Mio. weisen eine leicht negative Monatsrendite aus, so auch der Gesamtdurchschnitt. Die anderen Referenzgruppen erzielten eine minim positive Monatsrendite, hält die UBS im Monatsbericht ihres PK-Barometer fest.
Die tieferen CHF-Zinsen bis hin zu Laufzeiten von ca. 10 Jahren brachten den Frankenpapieren im Mai einen Gewinn, Zinsanstiege im USD und vor allem EUR hingegen Verluste bei den entsprechenden Anleihen. USD und GBP notierten stärker, EUR und JPY schwächer. Weil aber im Vergleich zu Schweizer Aktien auch in Originalwährung Wall Street und London nur einen kleineren Monatsgewinn verzeichneten und Frankfurt gar ein Minus, fallen ausländische Aktien für den Schweizer Anleger etwas ab. Sehr unüblich mussten inländische Immobilien einen Monatsverlust hinnehmen.
Kantonsgelder für PK der Uni Basel
Auf den 1. Januar 2016 tritt im Kanton Basel-Stadt das neue Pensionskassengesetz in Kraft. Dies bedeutet, dass der betreffende Anschlussvertrag der Universität Basel den neuen Erfordernissen angepasst werden muss. Die wesentlichste Änderung besteht in der Anpassung des technischen Zinssatzes von 4 auf 3 Prozent. Die Neuerungen haben für die Universität einmalige Kosten von 63 Millionen Franken zur Folge, die hälftig zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber aufgeteilt werden.
In einer Medienmitteilung heisst es dazu: “In der aktuellen Situation – und nur kurz nach Verabschiedung des Globalbudgets – sind Regierungen und Universität übereingekommen, dass die Universität den Arbeitgeberanteil von 31,5 Millionen Franken vorerst aus ihren Eigenmitteln bestreiten soll. Damit werden die gesamten Eigenmittel aufgebraucht, was in der Rechnung 2016 der Universität zu einem bisher nicht vorgesehenen Verlust führt. Dieser Verlust gefährdet die Umsetzung der Strategie und damit des Leistungsauftrags 2014–2017.
Um sicherzustellen, dass die Universität trotz des Verlustes an Eigenmitteln von 31,5 Millionen Franken ihre Strategie umsetzen kann, soll deshalb der Universität in den Folgejahren zusätzlich zum noch auszuhandelnden Globalbeitrag 2017–2020 der Betrag von 30 Millionen Franken zurückvergütet werden. Zur Schonung der Rechnungen beider Kantone in dieser finanzpolitisch kritischen Zeit soll eine zeitliche Verteilung des Betrags auf fünf gleiche Tranchen in den Jahren 2017–2021 vorgenommen werden. In diesem Zeitraum fallen damit ausserhalb des ordentlichen Globalbeitrags jährlich 6 Millionen Franken an, also 3 Millionen Franken pro Trägerkanton. Die Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben ihren Parlamenten eine entsprechende Vorlage unterbreitet.”
pw. Man kann feststellen, dass der ewigen Geschichte der immer nur halbherzigen Sanierung der Basler PK noch ein Kapitel hinzugefügt. wurde. Und weitere und zweifellos unangenehmere werden folgen. Das (linke) Prinzip Hoffnung, das stets wegleitend war, führt absehbar von einem Schlamassel ins nächste.
BV in Österreich
Österreichs Pensionskassen steigerten das verwaltete Vermögen im ersten Quartal 2015 um 5,6 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Die Veranlagungs-Performance des Sektors lag bei insgesamt sechs Prozent.
NZZ: Berater und Narrengold
Michael Ferber berichtet in der NZZ über die Swiss Pensions Conference der CFA Society Switzerland in Rüschlikon. “Narrengold” ist gemäss Tim Jenkinson, der an der Tagung referierte, die Hoffnung auf Mehrertrag durch aktive Vermögensverwaltung. Jenkinson bezog sich dabei auf eine Untersuchung im Zeitraum von 1999 bis 2011, die sich auf die Empfehlungen von Beratungsgesellschaften im Bereich aktiv verwaltete US-Aktien-Finanzprodukte bezog. Gemäss dieser gelang es den Beratern durchweg nicht, mit ihren Selektionen einen Mehrwert für die Pensionskassen zu schaffen.
Den Beratern kommt im Vorsorge-Markt eine wichtige «Torwächter»-Rolle zu. Weltweit berieten sie Investoren über den Einsatz von Geldern in Höhe von 25 Bio. $, und die Branche weist laut dem Wissenschafter einen starken Konzentrationsgrad auf. Als Marktführer nannte er Hewitt mit 4,4 Bio. $ Anlagevermögen, Mercer mit 4 Bio. $, Cambridge Associates (2,5 Bio. $), Russell (2,4 Bio. $) und Towers Watson (2,1 Bio. $).
An dem Anlass wurden Stimmen laut, die die Aussagekraft der Studie für den Schweizer Markt in Zweifel zogen. Führende Beratungsgesellschaften hierzulande sind etwa PPCmetrics, Ecofin, Complementa oder c-Alm. Diese empfehlen den hiesigen Pensionskassen oft passiv verwaltete Produkte mit niedrigen Kosten. Christian Dreyer, Chef von CFA Switzerland, äusserte sich dennoch kritisch. So gäben Berater hierzulande den Kassen oft Anlageempfehlungen und wählten Vermögensverwalter aus. Gleichzeitig übernähmen sie bei denselben Einrichtungen das Investment-Controlling. So kontrollierten sich Beratungsfirmen nicht selten selbst, was Interessenkonflikte schaffe.


