Die Mitteilungen des BSV über die berufliche Vorsorge Nr. 119 enthalten Stellungnahmen zur Umsetzung der Strukturreform sowie zur WEF (kein Vorbezug für Wohnmobile etc.). Zudem wird über diverse Rechtsfälle berichtet. Bezüglich Strukturreform geht das BSV insbesondere auf den Umgang mit Neugründungen von VE bis Ende 2011 ein.
pwirth
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Jahresbericht «Sozialversicherungen 2009»
Der jährliche Bericht des Bundesrates über die Sozialversicherungen für das Berichtsjahr 2009 liegt vor. Ein Themenschwerpunkt befasst sich mit der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Sozialversicherungen der Schweiz. Sowohl bei den Einnahmen und Ausgaben als auch bei den Vermögensanlagen der Versicherungen hat die Krise deutliche Spuren hinterlassen. Andererseits zeigt sich, dass die Sozialversicherungsleistungen in Krisenzeiten auch einen Beitrag zur Unterstützung der Konjunktur leisten. Für eine abschliessende Bilanz sei es jedoch zu früh, da auch mit Effekten zu rechnen ist, die sich erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bemerkbar machen werden, heisst es in einer Mitteilung des BSV.
BVK: ASIP aktualisiert Stellungnahme
Der Pensionskassenverband hat auf seinem Blog die Stellungnahme zu den Vorfällen bei der BVK überarbeitet und verweist dabei insbesondere auf die Charta des Verbands.
Weltwoche: BVK – Geschichte eines Missstands
Die Weltwoche erinnert an die Untersuchungen einer Subkommission der parlament. Finanzkommission des Kt. Zürich zur BVK im Jahre 2006. Diese wurde ausgelöst durch eine Interpellation der Kantonsräte Toggweiler, Bosshard und Züst, die damls im Rat auf wenig Begeisterung stiess. Alex Baur vermutet, dass dies auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass sie aus der “falschen Ecke” (SVP) gekommen war. In der Weltwoche heisst es: “Da die Abklärungen nach ihrer Meinung zu wenig in die Tiefe gingen, reichten Züst und Toggweiler am 24. April 2006 einen eigenen Bericht ein, indem sie auf gravierende Mängel beim Controlling der Kasse, eklatante Interessenkonflikte und den Verdacht «auf organisierte Kriminalität» hinwiesen, denen «nachzugehen» sei”. Toggweiler wurde später mit dürftiger Begründung aus der Kommission entlassen. Die Kommission selber stiess zwar auf kleinere Mängel in der Geschäftsführung, was sich aber tatsächlich bei der BVK abspielte, blieb ihr verborgen.
Deutsche Grenzgängerbesteuerung und PKs: “Völlig offen”
Uwe Wehrle von der Interessengemeinschaft Pensionskasse hat uns das angefügte Skript mit dem Vortrag von Horst-Willi Müller in Lörrach anlässlich der “Woche der Justiz” zugesandt. Er schreibt dazu: “Entgegen unserer Erwartung wurde das Thema "Pensionskasse Schweiz und deren Besteuerung" nur am Rande erwähnt (siehe auch Seite 24). Ich habe den Referenten so verstanden, dass die steuerrechtliche Bewertung dieses Themas aktuell "völlig offen" ist. Bei dem BHF-Beschluss vom 25.03.2010 (X B 142/09) geht es um eine beantragte "Aussetzung der Vollziehung" – somit liegt noch kein Urteil in einem Hauptsacheverfahren vor, auf welches sich Finanzverwaltung oder Steuerzahler berufen können.”
OECD: PK-Verluste von 2008 nur teilweise wettgemacht
Die Pensionskassen und -fonds in den OECD-Ländern haben ihre in der Finanzkrise erlittenen Verluste noch nicht wieder wettgemacht. Gemäss der internationalen Organisation, der 31 entwickelte Länder mit vergleichsweise hohem Pro-Kopf-Einkommen angehören, haben die Anlagen der Vorsorgewerke mit der im März 2009 einsetzenden Erholung der Aktienmärkte per Ende vergangenen Jahres rund 1,5 Bio. $ an Marktwert gewonnen. Dies entspricht einer Durchschnittsrendite der Einrichtungen von 6,6%. Allerdings hätten die Verluste der Pensionskassen und -fonds im Aktien-Crash des Jahres 2008 3,5 Bio. $ betragen, schreibt die NZZ.
Sanierungsmassnahmen: Auf die Dosierung kommt es an
Nur ausgewogene Massnahmen gegen eine Unterdeckung bei der Pensionskasse führen zum Erfolg. Den unterschiedlichen Auswirkungen auf die Sozialpartner und Versichertengruppen ist Rechnung zu tragen, schreibt Othmar Simeon (Swisscanto) in der Unternehmerzeitung.
BVK: Probleme jenseits von Korruption
Werner Enz hat in der NZZ die Bilanz der BVK Zürich näher angeschaut. Sein Fazit ist ernüchternd. Er schreibt: “Wer die BVK-Bilanz einer Analyse unterzieht, wird schwerlich in Begeisterungsstürme ausbrechen, denn die Deckungslücken sind ganz erheblich. Eine Asset-Liability-Studie hat laut Schönbächler den beruhigenden Befund erbracht, dass die Kasse dank einem Personalwachstum von jährlich geschätzt 2% noch lange die versprochenen Renten bezahlen könnte, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Weniger beruhigend ist aber, dass die im Prinzip 2000 auf den Beitragsprimat umgestellte Kasse Jahr für Jahr ganz erhebliche Umverteilungen zulasten der Aktiven vornimmt, was kein Zustand auf Dauer sein kann. Es ist denn auch so, dass die eine vergleichsweise günstige Altersstruktur aufweisende BVK mit einer sukzessiv verschärften Umverteilung – Beitragsprimat bleibt so ein leeres Wort – rechnen muss.
Vergangenes Jahr entfielen auf die 26 772 Rentner (27% der Versicherten) 45% des Kapitals. Die Aktiven (73%) müssen sich mit dem Rest bescheiden. Die BVK kalkuliert zudem noch immer mit einem technischen Zins von 4%, was mit Blick auf die Kapitalmarktverhältnisse mehr als kühn ist; der rechnerische Deckungsgrad betrug Ende Jahr 87,35% und ist de facto niedriger anzusetzen. Erstaunen mag, dass die Kasse bisher jeweils immer auch im überobligatorischen Teil des Alterssparens den BVG-Mindestzins gutschrieb. Ursula Gut, Regierungsrätin und BVK-Präsidentin in einer Person, steht nicht nur wegen der Korruptionsaffäre unter Druck. Es ist Zeit, eine kohärente Sanierungsstrategie umzusetzen, damit das Finanzloch nicht noch grösser wird.”
Aktuelle Diskontsätze der Kammer der PK-Experten
Im Sinne einer “praktischen und unverbindlichen Empfehlung” veröffentlicht die Kammer der Pensionskassen-Experten vierteljährlich einige für IFRS und US GAAP relevante Diskontsätze.
Die veröffentlichten Diskontsätze werden aufgrund der Eingaben der Arbeitsgruppenmitglieder als jeweilge Durchschnittswerte mit anschliessender Bandbreitenempfehlung von +/-0.25% Punkten erfasst. Die Diskontsätze beziehen sich auf Schweizer Franken und auf eine Duration der Vorsorgeverpflichtungen von 10 bzw. 15 Jahren.
Sonntag: “Anlagenotstand in der Altersvorsorge”
“Mit Sicherheit viel Geld verdienen – das ging im letzten Jahr mit 10-jährigen Staatsanleihen. Jetzt stauen sich darin aber erhebliche Risiken, Warnt Rolf Biland, Anlagechef bei der VZ Vermögensberatung: «Langjährige Staatsanleihen sind zu einer Art Blase geworden. Je länger die Tiefzinsphase anhält, desto teurer kann es für den Investor werden», schreibt Yves Carpy im Sonntag.
CS PK-Index erleidet Einbruch im Q2
Die CS teilt mit: Die ersten Berechnungen des Credit Suisse Pensionskassen Index, der das Anlageverhalten von über 100 Schweizer Pensionskassen seit dem Jahr 2000 berücksichtigt, ergeben für das 2. Quartal 2010 zum ersten Mal seit vier Quartalen eine negative Performance. Im Berichtsquartal verzeichnet der Index eine Performance von –2,38%. Während der April noch eine positive Performance (0,44%) aufweist, haben sich sowohl der Mai (–0,73%) als auch der Juni (– 2,10%) negativ entwickelt. Die BVG-Mindestrendite für das 2. Quartal 2010 betrug wiederum 0,50%. Die Lücke des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index zur BVG-Vorgabe, gemessen seit dem Jahr 2000, beträgt per Ende des 2. Quartals 2010 13,77 Punkte. Der Gesamtindex müsste somit rund 11% zulegen, um diese Lücke bis Ende 2010 zu schliessen. Die annualisierte Performance, seit dem 1.1.2000, beträgt per Ende Juni 2010 1,88%, während die annualisierte BVG-Verzinsung 2,93% beträgt.
In der Anlageallokation fällt auf, dass die Liquiditätsquote erneut aufgestockt wurde. Sie liegt per 30.6.2010 bei 7,8%. Ebenfalls aufgestockt wurden die Engagements in Schweizer Franken-Obligationen, in alternativen Anlagen sowie in Immobilien-Anlagen, die einen noch nie gesehen Höchststand von 19,9% verzeichnen. Bei den Aktien-Engagements wurden insbesondere die Aktien von ausländischen Unternehmungen aufgestockt. Mit einer Quote von 79,7% fungiert der Schweizer Franken nach wie vor als sicherer Hafen.
Die detaillierte Auswertung des Schweizer Pensionskassen Index der Credit Suisse für das 2. Quartal 2010 wird in rund zwei Wochen publiziert.
Aon übernimmt Hewitt
Aon has announced a buyout of HR consultancy Hewitt Associates in a $4.9bn (€3.8bn) stock and cash deal. The merger, which will see payments in 50% cash and 50% stocks, has Hewitt and Aon Consulting becoming Aon Hewitt. Russ Fradin, Hewitt’s current chief executive and chairman, will take on the same role at the new company. The deal values Hewitt shares at $50 (€39.50), more than 40% above last Friday’s closing value. Both companies expect to finalise the deal by mid-November, pending regulatory approval.
Kundenbefragung der Zürcher Aufsicht
2009 führte das Statistische Amt des Kt. Zürich zum dritten Mal eine Kundenbefragung für das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen des Kantons Zürich durch. Befragt wurden die 1’910 Kunden des BVS; der Rücklauf betrug 21%. Befragt wurden sie zu ihrer Zufriedenheit in den Bereichen Aufsichtstätigkeit und Informationsleistung sowie zu ihren Bedürfnissen hinsichtlich der BVS-Leistungen. Zwei Drittel der Kunden waren mit der Aufgabenerfüllung des BVS zufrieden oder sehr zufrieden (67%). Damit sei die Kundenzufriedenheit – wie in den beiden letzten Befragungen – hoch; sie habe sich nicht signifikant verändert, schreibt Erich Peter, Chef der Zürcher Stiftungsaufsicht.
In den aus Kundensicht wichtigsten Bereichen (Fachkompetenz und Beratungskompetenz) ist die Zufriedenheit mit dem BVS ausgeprägt (grün gut, rot schlecht). Auch die Freundlichkeit gegenüber den Kunden sowie die Informationsveranstaltungen schneiden gut ab. Verbesserungsbedarf besteht aus Kundensicht hingegen bei der schriftlichen Reaktionszeit sowie bei der Bereitstellung von Dokumenten. Der Kontakt zwischen dem BVS und seinen Kunden ist in den letzten Jahren kontinuierlich intensiver geworden. Erstmals haben die Kunden auch Angaben zu ihrer Ausbildung gemacht; die Resultate zeigen, dass nur die wenigsten eine der abgefragten Ausbildungen abgeschlossen haben.
BVK: Korrumpierter Devisenhandel?
Beim letzte Woche verhafteten dritten Mann in der Korruptionsaffäre der Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) soll es sich um den Geschäftsführer der Firma Lehmann Partners handeln. Das berichtete die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf Informationen «aus Finanzkreisen». Die Firma Lehmann wickelt für die Pensionskasse Devisengeschäfte ab und verdient dabei Kommissionsgelder.
Ebenfalls laut «SonntagsZeitung» ist die Zürcher Investmentgesellschaft Jefferies ins Visier der Ermittler geraten. Geschäftsleiter Pierluigi Quattropani wollte dazu auf Anfrage des TA keine Stellung nehmen.
BVK: Keine unangemessenen Risiken eingegangen
Rund anderthalb Monate nach der Verhaftung des Anlagechefs der BVK-Personalvorsorge des Kanons Zürich ist deren Chef Thomas Schönbächler (Bild links) erstmals an die Öffentlichkeit getreten. Vor den Medien hat er drei Kernbotschaften vermittelt. Zum einen stelle ein Korruptionsfall, wie er aufgrund der vorliegenden Fakten zu vermuten sei, für eine Pensionskasse den schlimmstmöglichen Unfall dar. Anderseits hielt Schönbächler aber fest, die BVK, bei der rund 100 000 Personen versichert sind, sei weiterhin eine solide Vorsorgeeinrichtung, die zuletzt eine defensive Anlagepolitik verfolgt und damit eine vergleichsweise gute Rendite erzielt habe. Dies wiederum könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Beamtenkasse vor grundlegenden Herausforderungen stehe.
In “Kontext”, dem Informationsblatt der Kasse schreibt Schönbächler: “Gemäss aktuellem Wissensstand ist nicht davon auszugehen, dass Geld aus der Kasse der BVK verschwunden ist. Die Vorsorgeleistungen sind nicht gefährdet. (…) Einige Medien haben in diesem Zusammenhang auch die Anlagepolitik der BVK kritisiert und als riskant bezeichnet. Diese Vorwürfe sind nicht berechtigt. Die Anlagepolitik der BVK ist vorsichtig, der «Risikoappetit» gering und vertretbar. Die BVK ist eine solide Vorsorgeeinrichtung. Sie richtet für ihre Versicherten und Rentner im Quervergleich gute Leistungen aus. Mit der aktuellen Teilrevision der Statuten werden diese nochmals verbessert.”
In einer Mitteilung des Kantons wird festgehalten: “Im Zuge der Verhaftung und der fristlosen Entlassung des BVK-Anlagechefs aufgrund von Korruptionsvorwürfen ist die Anlagestrategie der Pensionskasse des Kantons Zürich zum Teil in Frage gestellt und auch als zu risikobehaftet kritisiert worden. Dieser Kritik tritt die BVK im «Kontext» entgegen. Die darin aufgeführten Zahlen zeigen, dass das von der BVK mit ihren Anlagen eingegangene Risiko insgesamt eindeutig im Rahmen ihres taktischen Ermessensspielraums liegt und somit die Vorgaben der vom Regierungsrat bewilligten Anlagestrategie über die letzten drei, fünf und zehn Jahre eingehalten hat. Dank der defensiven Umsetzung erzielte die BVK während der jüngsten Finanzkrise einen deutlichen Renditevorsprung gegenüber der strategischen Vorgabe.
